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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

KLINIK + SPORTFoto:

KLINIK + SPORTFoto: Privat»Sport und Bewegung machen den Kopf freiund bereiten Freude. Außerdem sind sie einewirksame Methode, um Schmerzen zureduzieren.«SABINE KITZMANNMit dem Ziel, die Lücke zwischenden Kliniken und denSportvereinen zu schließen,wurde das Konzept der DRS‐Klinikbeauftragtenund das ›Erfassungssystem derKlinikabgänger‹ vor 20 Jahren ins Lebengerufen. Für uns Anlass, DRS‐Klinikbeautragteaus den unterschiedlichen Klinikenin Interviewform vorzustellen.INTERVIEW DRS-KLINIKBEAUFTRAGTEISchnittstelle zwischenDRS und den PatientenSabine Kitzmann, BG Klinik LudwigshafenWie lange arbeiten Sie in IhremBereich und seit wann sind Sie DRS-Klinikbeauftragter?Sabine Kitzmann: Ich arbeite seit 1991im Querschnittbereich. Im Jahr 1998wechselte ich vom Bergmannsheil Bochumin die BG Klinik Ludwigshafenund bin seitdem auch DRS‐Klinikbeauftragte.Was hat Sie motiviert alsKlinikbeauftragter zu fungieren undwelche konkreten Aufgaben sinddamit verbunden?Sabine Kitzmann: Meine Aufgaben sinddie Betreuung des Rollstuhl‐Trainings,die Herausgabe der Starter‐Kits und dasWeiterleiten der Infoschecks an denDRS.Wenn es für die Patienten passt, ladeich hin und wieder Mitglieder der umliegendenSportvereine zu einemSchnupper‐Workshop zu uns in dieSporthalle ein, so dass ganz unverbindlicheine Sportart getestet und auchschon persönliche Kontakte geknüpftwerden können.Innerhalb des klinischen Sport -programms werden denFrisch verletzten u. a. die vielenMöglichkeiten des Rollstuhlsportsvorgestellt. Wie wichtig ist aus IhrerSicht Rollstuhlsport für die Patientenin der Reha-Phase?Sabine Kitzmann: Sehr wichtig. Durchdie körperliche Aktivität verbessert sichdie Mobilität im Rollstuhl und Fähigkeitenwerden ausgebaut.Die sozialen Kontakte untereinanderund der Spaß miteinander motivierenzur Bewegung und haben so auch denpositiven Effekt, im Alltag selbständigerzu werden.Welche Sportarten bieten Sie inIhrer Klinik schwerpunktmäßig anund welche werden besondersnachgefragt?Wir bieten Tischtennis, Kegeln, Handbiken,Schwimmen und gelegentlich Bogenschießen.Mit Unterstützung von externenVereinen gibt’s ab und zu mal dieSchnuppermöglichkeit für Basketball,Rugby oder Frisbee.Besonders nachgefragt werden weiterhinHandbiken, Bogen‐ und Sportschießen.Wie haben sich aus Ihrer Sicht dieAufenthaltsdauer und die Qualitätder sporttherapeutischen Erst -behandlung in den letzten Jahrenentwickelt? Was kann, was sollte eineKlinik leisten?Sabine Kitzmann: Die Aufenthaltsdauerist kürzer geworden und das Patientenalterist gestiegen. SportartspezifischeAktivitäten wurden weniger eingefordertund durchgeführt, aber Rollstuhl‐Mobilitätstraining und Bewegungsspielesind weiterhin wichtige Pfeiler in derRehabilitation, die angeboten werdensollten.Eine hohe Motivation, auch nach derEntlassung regelmäßig Sport zutreiben, ist wichtig. Wie gelingt es,diese Motivation zu fördern?Sabine Kitzmann: Die Erfahrung, dasssportliche Betätigung Spaß bereitet, isteine wichtige Voraussetzung, auch nach8Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020

Foto: Privatder Entlassung weiterzumachen. Essollten möglichst schon während desstationären Aufenthaltes Verbindungenzu Sportlern, Sportvereinen, Peers, etc.aufgebaut werden, damit nach der Entlassungdie Hemmschwelle zur Kontaktaufnahmenicht zu groß ist.Seit gut zehn Jahren gibt es dasProjekt ›richtig mobil‹, bei dem jederEntlasspatient einen Rucksack mitvielfältigen Angeboten bekommt(DRS-Infocheck). Welche Potenzialesehen Sie in diesem Projekt?Sabine Kitzmann: Durch dieses Projekterhalten die Patienten, neben dem praktischenRucksack, ein umfassendes Informationspaket.Häufig dominieren inder ersten Zeit noch existenzielle Problemeund sportliche Betätigung stehtim Hintergrund.Mit dem Starter‐Kit erhalten die Patientendie Möglichkeit, sich auch nochzu einem späteren Zeitpunkt in Ruheausgiebig zu informieren. Schön wärees, wenn von Seiten der heimatnahenVereine regelmäßig Kontakt aufgenommenwerden könnte und die Entlassenenzu Hause individuell angesprochenund – im doppelten Sinn – abgeholtwürden.Die Klinikbeauftragten sind gutvernetzt und tauschen sich inregelmäßigen Treffen aus. WelcheProjekte/Ziele konnten bereitsumgesetzt werden, wo besteht nochHandlungsbedarf?Sabine Kitzmann: Die Idee, das Treffender Klinikbeauftragten unmittelbar vordem DMGP‐Kongress durchzuführen,finde ich sehr gut. Das ermöglicht mireine regelmäßigere Teilnahme.Handlungsbedarf besteht noch beiden Angeboten von Mobilitätskursenund nicht leistungsorientiertem Sportdurch die Vereine.Zum Schluss eine persönliche Frage.Welche Sportart interessiert Sie undwas sind Ihre eigenen sportlichenZiele?Sabine Kitzmann: Ich liebe Radfahrenund bin auch gerne mit dem MTB abseitsder Straßen unterwegs. Auch dasWandern habe ich seit einigen Jahrenfür mich entdeckt. Zusätzlich besucheich mehrmals wöchentlich einen Fitness‐Zirkelund versuche mich im Yoga,um einen Ausgleich zu schaffen und beweglichzu bleiben.Vielen Dank für das Gespräch.SAVE THE DATEQuali-Turnier zurBoccia-DM 2021n Der Termin für das nächsteQualifikationsturnier zu den 17.Deutschen Boccia‐Meisterschaften2021 steht fest. Wie der Bundesverbandfür körper‐ und mehrfach ‐behinderte Menschen e. V. (bvkm)jetzt bekanntgab, findet das Turnieram 20. März 2021 in Düsseldorf(Sporthalle der Hulda‐Pankok‐Gesamtschule)statt. Für Sportler undSportlerinnen, die erstmalig an einemTurnier des bvkm teilnehmen,ist eine Klassifizierung durch dasbvkm‐Team verpflichtend. Ohneentsprechende Klassifizierung isteine Teilnahme am Turnier nichtmöglich. Die Klassifizierung findetausschließlich am Vortag (Freitagden 19. März 2021) um 18.00 Uhrebenfalls in der Sporthalle statt.Weitere Informationen sowie Anmeldeformularefolgen Ende desJahres 2020.Foto: BG Klinik LudwigshafenTraumatologische Schwerpunktklinikn Die BG Klinik Ludwigshafen isttraumatologische Schwerpunktklinikin der Metropolregion Rhein‐Neckar.Sie zählt in den Bereichen Unfallchirurgie,Orthopädie, Plastische und Mikrochirurgiesowie Rehabilitation zuden renommiertesten Adressen inDeutschland. Der Akutklinik ist ein RehaZentrum angegliedert. Jährlich werdenan der BG Klinik Ludwigshafen etwa13.000 Patienten stationär und fast30.000 Patienten ambulant behandelt.Das Haus verfügt über 550 Betten inder akutstationären Versorgung undder stationären Rehabilitation.Quelle: BG Klinik LudwigshafenNEUE DRS-VEREINEIAls neue Rollstuhlsportgruppebegrüßen wirBBU`01 E. V.Wiblingerstr. 3789231 Neu-UlmAnsprechpartner: Julian BuntzFon 07 31 / 72 55 87 82buntz@bbu01.comwww.bbu01.comSportart: BasketballSport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2020 9

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