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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2020

Informationszeitschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

MENSCHENFoto: Haydom

MENSCHENFoto: Haydom friends e. V.brüche. Die Kinder werden geboren unddass sie überleben, das ist Theresa, demTeam der Kinderklinik vor Ort und derArbeit von Haydom‐Friends e. V. sowieseinen lokalen wie internationalen Partnernzu verdanken.Für den Bau des ›House ofHope‹ braucht es GeldTheresa Harbauer, Kinderärztin, 39, ausHamburg wird hier einfach Dr. Theresagenannt. Zwei Jahre hat sie hier gelebtund gearbeitet. Hat die Kinder nach einemneurochirurgischen Training durcheine deutsche Kollegin vor Ort operiert,den offenen Rücken verschlossen, Ventilefür das nicht ablaufende Hirnwassergelegt. Die hiesigen Ärzte geschult, dasPflegepersonal angeleitet, die Eltern gemeinsammit dem lokalen Team unterrichtetund aufgeklärt. Seitdem gibt esdie Nachsorge‐ und Schulungswochen,jeweils eine Woche, zwei Mal im Jahr. Siesind Teil eines Nachsorge‐Programms,das dafür sorgt, dass die Familien regelmäßigzur Klinik kommen, katheterisierenlernen, dass Blasendruckmessungenerfolgen und regelmäßig neue Katheterausgegeben werden. Einmal imMonat, immerhin. Sterile Einmal‐Kathetergibt es hier nicht.Das lokale Spina-Team der Kinderstationkann mittlerweile alle Kinder eigenständigversorgen. Theresa schauttrotzdem mehrmals im Jahr vorbei, hilft,schult, pflegt die Kontakte, untersuchtdie Kinder. Und plant mit dem Team derKlinik nun den Bau des House of Hope.Die Kinder benötigen nach geglückterOperation einen Ort, an dem sie ausruhen,sich erholen können, ihre Elternbenötigen Schulung und Vorbereitung.Viele junge Mütter sehen sich aufgrundder Behinderung ihres Kindes aus ihrenDörfern verstoßen und ohne Dach überdem Kopf. Im House of Hope sollen sieund ihre Kinder Ruhe, Unterschlupfaber auch medizinische Versorgung undNachsorge erhalten, bevor sie zurückkehrenin ihre Dorfgemeinschaften, woLeben mit Behinderung nicht selbstverständlichist, sondern oft stört und verstört.Unermüdlich und immer besterLaune: Guide Santos.Für den Bau des House of Hope brauchtes Geld. Und so keuchen sie also denBerg hoch, diesen wunderschönen Bergin Sichtweite des Mt. Kilimanjaro, deshöchsten Bergs Afrikas mit seinem flachenDach aus Schnee. Der Meru ist etwasniedriger, 4.566 Meter der große,immer noch 3.860 Meter der kleine Gipfel.Imposant ist er trotzdem, dieser ruhendeVulkan, dessen Krater man beimAufstieg deutlich sieht und der in herrlicherLandschaft steht. Von Steppe umgebenbegegnet man schon bei der Anfahrtund den ersten Wander‐Etappender ganzen Pracht Tansanias, den Zebra‐Herden,den Wasserbüffeln, den Giraffenam Straßenrand und denschwarz‐weißen Kolaboo‐Affen, die sichüber den Köpfen der Wanderer durchdie Baumwipfel schwingen. Der Regenwaldist dicht, schimmert in allen erdenklichenGrüntönen, birgt ein Konzertvon Vogelstimmen und zwischendurchimmer wieder herrliche Aussichtenin die Ebene.Sie sind die ersten, es hat nochniemand vor ihnen versucht.Die Gruppe der Wanderer ist groß, fastfünfzig Leute. Da sind Ina, Lisa und Davidmit ihren Rollstühlen, jeweils mitgroßem Vorsatzrad, breiten Reifen undlangen Schiebegriffen. Das Materialwird bis zum Äußersten gefordert, Armeund Schultern sowieso. Santos istdabei, er geht zu Fuß und an Stöcken,zäh und unbeirrt. Dr. Theresa und dasTeam aus Haydom mit Joshua, dem Kinderarzt,Hendry, dem Physiotherapeutenund Bryson, dem Pfleger. Leute vomSpina bifida‐Selbsthilfe‐Verein, Unterstützer*innenaus Deutschland und ausSchweden, Journalisten und ein Fotograf,dazu die Ranger, die Guides, dieTräger – alle wollen auf den Gipfel, allewollen sie das ›House of Hope‹. Oneteam, one dream.Am Wasserfall die erste Pause. Fotoswerden gemacht, Ideen ausgetauscht,das Material begutachtet, die Technikbesprochen. Kann man es schaffen, mitdem Rollstuhl auf den Mt. Meru, all theway to the summit? Alle sind fest entschlossen,aber niemand ist sich sicher.Sie sind die ersten, es hat noch niemandvor ihnen versucht. Es geht gut voran,zwar langsam, aber stetig. Ein Rangermit Gewehr vorne, einer am Schluss.Wegen der Büffel und der Leoparden.Keiner in Sicht, zum Glück. Die Stimmungist gut, es wird gesungen und geschoben,gelacht und gezogen, geschwitztund geschwätzt. Und geraderechtzeitig, kurz vor Einbruch der Dämmerungkommt die erste Hütte in Sicht.Nicht gerade barrierefrei, aber das warder ganze Tag schon nicht. Und mehr alsetwas essen und dann sehr viel schlafenmöchte heute sowieso niemand mehr.Wer gedacht hatte, Tag 1 des Aufstiegssei anstrengend gewesen, dermacht an Tag 2 nochmal ganz neue Erfahrungen.Ja, es geht noch steiler, ja, esgeht noch steiniger. Aber ja, es gibt auchnoch schönere Ausblicke aus der Höhein die umliegende Savanne. Aber selbständigmit dem Rollstuhl, ohne Hilfe,ohne schieben, ziehen, tragen gibt eskeine Chance. Das müssen David und Lisa,das muss das ganze Team einsehen.Noch hält das Wetter, aber Regen istwahrscheinlich, dann wird es glatt undrutschig. Der Anspruch, es aus eigenerKraft oder zumindest mit gemeinsamerKraft auf den Gipfel zu schaffen, er istnicht zu halten. Da ist der Kilimanjaroleichter zu bezwingen, wenn er auchdeutlich höher ist. Dort waren Rollstuhlfahrerschon oben, in Fernsehfilmen10Sport + Mobilität mit Rollstuhl 10/2020

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