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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2018

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Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes

REISE + FREIZEIT

REISE + FREIZEIT TRAUMZIEL Jürgen Becher, ehemaliger Präsident des VBRS Mecklenburg- Vorpommern, erfüllte sich den Traum vom Eismeer-Trip. EISMEER Ein persönlicher Reisebericht über ein sportliches Abenteuer N ach den Reisen in viele Länder mit Natur, Wildnis und Tourismus in Grenzen, lebte in mir immer noch der große Wunsch, das Eismeer zu sehen. Zu meinem großen Glück lernte ich vor einigen Jahren Andreas und Gabi kennen, die eine kleine Reiseagentur mit Sitz in Schottland betreiben und Reisen mit und ohne Handicap anbieten. Im Anschluss an meinem Besuch der Paralympischen Spiele in London 2012, bereiste ich über ihre Agentur ›Schottland für Alle‹ gemeinsam mit meinem Bruder Schottland und wir durften die beiden bei Kaffee und Keksen näher kennen lernen. Drei Jahre später reiste ich erneut über ihre Agentur. Dieses Mal war Island das Ziel. Damals gab es bereits die Idee, Grönland anzuhängen, die aber zunächst verworfen wurde. Im September 2017 wendete ich mich erneut mit meinem Wunsch an Andreas, lehnte eine Reise per Schiff erneut ab und erinnerte an die Gedanken von 2015. »Bringe mich nach Grönland an Land und im Vorfeld gleich noch auf die Färöer Inseln.« So lautete der Auftrag und weckte bei Andreas Ehrgeiz und Neugier. Nach vielen Mails und Gesprächen stand das Projekt Ende Dezember und war für September 2018 geplant. TEIL I: EINMAL FÄRÖER UND ZURÜCK 15 TAGE, NEUN FLÜGE UND SECHS HOTELS IN VIER LÄNDERN – DAS WIRD SPORTLICH! 12. September 2018 | Alle Fragen bzgl. richtiger Kleidung, Koffer, Hilfsmittel, Medikamente usw. waren erledigt und ich fuhr mit meinem Auto Richtung Hamburg, um mich am Terminal mit meinem Schwiegersohn Basti zu treffen. Von dort ging es dann zu einem Hotel ganz in der Nähe des Flughafens. Basti nahm dann mein Auto mit, ich checkte ein und wartete gespannt auf meine Reisebegleiterin Katja. In den letzten neun Monaten hatten wir mehrmals per Handy und Mail Kontakt. Nach fast zwei Stunden in der Hotel‐ bar hatte sich der Spruch Andreas’ – »Katja und Du, das passt, euch kann ich zusammen los schicken!« – bewahrheitet. 13. September 2018 | Am Morgen um 5.00 Uhr auschecken, Taxi bestellen und ab zum Airport. Der erste Flug ging um 7.35 Uhr nach Kopenhagen und von dort dann um 11.00 Uhr auf die Färöer Inseln nach Vagar, wo wir nach 2.15 Stunden landeten. Das war der erste von den noch folgenden, eher übersichtlichen Flughäfen. Katja übernahm den Leihwagen und wir starteten in Richtung Thorshavn, der Hauptstadt des kleinen Archipels aus 18 Inseln. Auf den 40 Kilometern bekamen wir schon ein gutes Bild von den einzigartigen rauen klimatischen Verhältnissen. Bis zum Hotel sahen wir beispielsweise keinen einzigen Baum oder Strauch!? Das Hotel Foroyar kann ich nur als traumhaft bezeichnen. Hoch über der Stadt malerisch in einen Hang gebaut, bietet sich aus allen Zimmern ein fantastischer Blick auf den Hafen, die gegenüberliegende Insel Nölsoy und den südlichen Teil der Stadt. Thorshayn ist eine sehr weitläufige moderne Metropole in der immerhin 20.000 der knapp 50.000 Einwoh‐ Fotos: Cachaco, pixs:sell (stock.adobe.com) 22 Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2018

Klaksvík Angekommen: Jürgen Becher auf den Färöer Inseln, der ersten Station auf seiner Eismeer-Reise. ner des Archipels leben. Nach einem äußerst leckeren Dinner und einer kleinen Erkundung um das Hotel, ließ ich den erste Abend auf den Spuren der Wikinger langsam ausklingen – angekommen! 14. September 2018 | Nach einem ausgiebigen Frühstück war für 9.30 Uhr der Start angesagt. Um besser in das Auto zu kommen, nutzten wir ab jetzt die Bordsteinkante, das erleichterte Katja etwas die Hilfe, die ich zum Einsteigen benötigte. Katja hatte sich natürlich vorbereitet und schlug vor, dieses Mal die obere alte Straße zu nutzen und auf der größten Insel Streymoy zu bleiben. Neben den überall frei laufenden 80.000 Schafen begegneten wir auch immer wieder ebenso frei laufenden Gänsen. Mit meinem Einwurf »Die warten auf Weihnachten«, konnte ich bei der Vegetarierin Katja natürlich nicht punkten. Aber es ist mir gelungen, Katja davon zu überzeugen, dass sie – nach dreimaligen Luftdruck prüfen und nachfüllen – die Störungsanzeige in unserem Opel ruhig ignorieren kann. Als wir die Hauptstraße verließen, wurde die Straße sehr schmal mit den berühmten Ausweich‐ Mykines Mykines Mykineshólmur Tindhólmur buchten. Unser Zielort hieß Saksum, an dessen Ende sich ein kleiner Friedhof mit Kirche befand, hinter der drei Ponys etwas Schutz vor dem Regen erhofften. Nun sollten sich meine Neuanschaffungen – Beinschutz und Regenjacke – erstmals bewähren. Also raus aus dem Auto und Zunächst führte die 15-tägige Reise auf die Färöer Inseln. das Stück runter zur Kirche und dem Aussichtspunkt gerollt. Die Entschädigung für den Regen war eine, trotz des Wasserfalls, herrliche Stille und raue, steile, terrassenförmige mit Moosen und kärglichem Gras bedeckte Hänge, in denen erstaunlicherweise auch noch Schafe kletterten und das Fjord. Den Zugang zum kleinen Museumsdorf entdeckten wir nicht, das war aber auch nur zu Fuß, und wirklich zu Fuß erreichbar. Dafür trafen wir den einzelnen Radfahrer, den wir vorher überholt hatten. Mit dem Rad die Färöer zu erkunden ist sicher ein tolles Erlebnis, auch wenn es mal regnet. Wir fuhren wieder zurück zur Hauptstraße, entlang eines langen Sørvágur Fuglafjørður Oyrarbakki Streymoy Eysturoy Vágar Vestmanna Miðvágur Eiði Kvívík Vágafjørður Koltur Trøllhøvdi Hestur Hvalba Djúpini Kunoy Kalsoy Kunoy Strendur TÓRSHAVN Skopunarfjørður Skopun Sandoy Skúvoy Fámjin Vágur Leirvík Nes Sandur Suðuroy Skúvoy Húsar Tvøroyri Hov Runavík Húsavík Dimunarfjørður Suðuðuroyarfjørður Porkeri Nólsoy Skálavík Viðareiði Viðoy Hvannasund Borðoy Nólsoy Stóra Dímun Lítla Dímun Kirkja Fugloy Svínoy Svínoy Grafik: lesniewski (stock.adobe.com) Fjordes mit vielen Lachskäfigen und dann wurde nach dem nächsten Ort die Straße erneut sehr schmal. Es ging hoch an der Küste eine lange Linkskurve entlang und dann öffnete sich eine grandiose Bucht, an deren Ende ein kleiner idyllischer Ort zu sehen war. Es ging recht steil hinunter und wir waren in Tjörnuvik. Wieder Regen, aber in solch einer Situation einfach zu ignorieren. Also raus aus dem Auto und in Ruhe erst einmal um 360 Grad drehen und staunen! Nach vorn eine herrlich seichte Bucht mit Sand und der Blick auf die berühmten zwei Felssplitter. Ansonsten rundum eine hohe Felswand, wie schon beschrieben mit Gräsern und Moos bedeckt und mehrere Wasserfälle. Auf zur Dorferkundung, das erste Kartoffelbeet von 4 x 6 Metern an der Bucht! Es geht durch enge Gassen mit hauptsächlich recht alten und mit Grasdach bedeckten Holz‐ und Steinhäusern, alles sehr gepflegt. An einer kleinen Freifläche, ich neige mal dazu es Markt zu nennen, an kleinen Tischen der Hinweis auf Kaffee & Waffeln, aber zu. In einem Gässchen von zwei Metern Breite der gleiche Hinweis und ›OPEN‹ an einer Tür. Da zwei Stufen in das Haus führten, bat ich Katja, mir etwas raus zu holen und sie möge gern drinnen essen. Logisch – leichte Diskussion und ich sagte ihr, es sei für mich völlig okay, sonst würde ich es nicht sagen. Ich war einfach klasse drauf und hatte Bock auf Käffchen und Waffel, war ja auch Mittagszeit. Also klopfte Katja an und es erschienen sehr nette ältere Leutchen, denen sie die Situation Foto: Privat Sumba Sport + Mobilität mit Rollstuhl 12/2018 23

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