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Nr. 3 / 2018

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Damit der Frühling schön und farbenfroh wird, hat der Osterhase mit der übriggebliebenen Eierfarbe den Himmel bemalt. Mit der vorliegenden Ausgabe wünschen wir Ihnen den einen wundervoll bunten Start in die warme und helle Zeit des Jahres!

Fast unerträglich

Fast unerträglich Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität vieler Menschen. Oft liegt ein schwer zu therapierendes Schmerzsyndrom vor – der Schmerz hat sich verselbständigt und ist zu einer eigenständigen Krankheit, zur Schmerzkrankheit geworden. Akute Schmerzen wie bei einem Knochenbruch, einem Sonnenbrand, einer Schnittwunde oder einer Mandelentzündung treten dann auf, wenn Gewebe beschädigt wurde oder droht, beschädigt zu werden. Eigentlich ein tolles Warnsystem; denn Schmerzen helfen uns, schädigende Einflüsse auf unseren Organismus zu erkennen und, sofern überhaupt möglich, zu beseitigen. Akute Schmerzen halten sich meist nur einige Minuten, vielleicht auch einmal Stunden, selten einige Tage oder Wochen. Charakteristisch aber ist für akute Schmerzen, dass sie abklingen, wenn die auslösende Ursache beseitigt ist. Darin unterscheiden sich akute Schmerzen wesentlich von chronischen. Das Schmerzgedächtnis Ein chronisches Schmerzsyndrom entsteht oft aus akuten Beschwerden: Anhaltende Die gute Wahl gegen Schmerzen. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen • schmerzlindernd • entzündungshemmend • abschwellend 30 Schweizer Hausapotheke 3-2018

Schmerzreize lassen die Nervenzellen mit der Zeit immer empfindlicher auf die Reize reagieren und die Schmerzschwelle sinkt. Die wiederholten Schmerzreize hinterlassen «Schmerzspuren». Daraus entwickelt sich ein «Schmerzgedächtnis». Patienten nehmen dann schon geringste Schmerzreize oder sogar Berührungen als Schmerzen wahr. Zudem können die Nervenzellen sogar von sich aus Schmerzsignale an das zentrale Nervensystem senden, obwohl die ursprüngliche Schmerzursache (z. B. eine Verletzung) schon längst abgeheilt ist. Es tut also weh, obwohl es keine organische Ursache mehr dafür gibt. Mit chronischem Schmerz kann zum Teil der Beruf nicht mehr ausgeübt werden, aber auch Freizeitbeschäftigungen, Partnerschaften oder Freundschaften werden vernachlässigt. Zwei Formen Bei chronischen Schmerzen werden nozizeptive und neuropathische Schmerzen unterschieden. Zu den nozizeptiven Schmerzen zählen chronische Schmerzen nach Gewebetraumen, bei denen das periphere und zentrale Nervensystem intakt ist. Hierzu gehören zum Beispiel chronische Entzündungsschmerzen und Schmerzen, die von den Eingeweiden ausgehen. Die meisten sind Komponenten chronischer Rückenschmerzen und von Tumorschmerzen. Neuropathische Schmerzen, allgemein auch als Nervenschmerzen bekannt, entstehen nach Schädigungen oder Erkrankungen des peripheren oder zentralen Nervensystems. Hierzu gehören Schmerzen, die nach mechanischen, metabolischen, toxischen und entzündlichen Verletzungen peripherer Nervenstrukturen oder nach Läsionen im zentralen Nervensystem auftreten können. Typische Beispiele sind Schmerzen durch Gürtelrose, Schmerzen nach mechanischen Nervenverletzungen wie Amputationen oder zentrale Schmerzen, zum Beispiel nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzungen. Wann zum Arzt? Suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf, wenn Sie anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen unklarer Ursache haben; wenn die Schmerzen immer schlimmer werden; wenn die Schmerzen von weiteren Symptomen begleitet werden, zum Beispiel chronische Rückenschmerzen von Taubheitsgefühlen in den Beinen oder chronische Kopfschmerzen von Bewusstseinsstörungen. Auf jeden Fall, wenn Ihr Alltagsleben und die Lebensqualität durch chronische Schmerzen beeinträchtigt werden. Das können Sie selbst tun Chronischer Schmerz bedeutet für die Betroffenen meist dauerhaften Stress, gepaart mit Angst, Frustration, Verzweiflung und depressiver Verstimmung. Entspannungstechniken helfen, diesen Teufelskreis negativer Emotionen zu durchbrechen. Geeignet sind beispielsweise autogenes Training, Biofeedback, Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitstraining. Sie beeinflussen die Schmerzwahrnehmung, unterstützen die Schmerzbewältigung und kurbeln die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Neben Akupunktur können auch andere komplementäre Verfahren chronische Schmerzen lindern, so zum Beispiel Akupressur, Osteopathie, Magnettherapie und Reflextherapien. Urs Tiefenauer ist Texter, Werbe- und PR-Fachmann. Seit 2001 arbeitet er selbständig im Bereich Gesundheit und Gesellschaft. Schweizer Hausapotheke 3-2018 31

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