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105 Augsburg - City-Nord 23.11.2016

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105 Augsburg - City-Nord 23.11.2016

105 Augsburg - City-Nord

5. Juni: Pfingstmontag 15.Juni: Fronleichnam 8. August: Augsburger Friedensfest 15.August: Mariä Himmelfahrt 1. Januar: Neujahr 6. Januar: Heilige Drei Könige 8. August: Augsburger Friedensfest 15.August: Mariä Himmelfahrt 14.April: Karfreitag 17. April: Ostermontag 3. Oktober: Tagder Deutschen Einheit 1. Mai: Tagder Arbeit 25. Mai: Christi Himmelfahrt 1. November: Allerheiligen 25. Dezember: 1. Weihnachtsfeiertag 26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag AUGSBURGER Mittwoch, 23. November 2016 Verbreitungsgebiet: 105AugsburgCity-Nord STADTZEITUNG DIE WOCHENZEITUNGFÜR DIE INNENSTADT–JAKOBERVORSTADT FC AUGSBURG/Die Baustelle an der Arenaveranlassteuns dazu,die FCA-Spieler gegen die Hertha aufihre Bauarbeiterqualitäten zu checken. Ärgergibt es indes um die KartenzahlungimStadion. SEITE 4+5 WORTSCHÄTZLE / Noch bis zum30. November kann manvergünstigt zu 9,95 Euro den Wortschätzle-Kalender beider StadtZeitungbestellen.Danach kostet er 14,95 Euro.Schwoba,greift schnell zu,bevor er teurer wird! SEITE 2 VORWÜRFE/Istder LandtagsabgeordneteLinus Förster gegenüber einer Prostituierten handgreiflich geworden? DerSPD-Mann lässt während Ermittlungender Staatsanwaltschaft seine Ämterruhen. SEITE 8 Sorge um Sicherheit am Perlachturm STADTRAT/Augsburger Wahrzeichen hat „gravierende Bauschäden“ und muss dringend saniertwerden. AbgeplatzteTeile könnten garherunterfallen. Lokale Infos aus deiner Region: www.stadtzeitung.de Braucht Augsburg Elefanten? Die Frage nach der Existenzberechtigung der Dickhäuter im Zoo wurde vorige Woche im Bauausschuss diskutiert,woraussicheine mitunter etwasdünnhäutiggeführteDebatte über dieUmweltpolitik der Stadtentwickelte. Überden Zwei-Millionen-Euro-Zuschuss für dasneue Elefantenhaus –umden es eigentlich ging –entscheidet am morgigen Donnerstagder Stadtrat (Seite 12). Foto:David Libossek Augsburg. Um die Substanz des Perlachturms steht es offenbar noch schlechter, als bislang angenommen. Im Zuge einer baulichen Überprüfung seien „gravierende Bauschäden“ festgestellt worden, heißtesaus der Bauverwaltung der Stadt Augsburg. Diese Mängel müssen nun dringend beseitigt werden, da andernfalls die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet wäre. Am Donnerstag soll der Stadtrat über die Grundsanierung des Turmes beschließen. Es drohe sogareine Sperrung des Augsburger Wahrzeichens für den Publikumsverkehr, schreibt die Bauverwaltung in ihrer Beschlussvorlage. Zudem bestünde „die Gefahr, dass abgeplatzte Teile herunterfallen könnten und Passanten dadurch gefährdet sind“. Insbesondere inden beiden oberen Natursteingeschossen befänden sich zahlreiche Risse und defekteFugen, die durchKorrosion der in den Natursteinen verbauten Eisenteile entstanden seien. DerPerlachturm soll deshalb nun außen und innen saniert werden. Auch einen neuen Eingangsbereich sieht die Planung desHochbauamtes vor. Die Sanierung soll in insgesamt vier Phasen ablaufen: Noch 2016 gelte es, die notwendigen Ausschreibungen vorzubereiten. 2017 folgt der Vorlage zufolge die Sanierung der oberen Natursteingeschosse inklusive der Kuppel. Die Außensanierung, einschließlich Trockenlegung desdurchfeuchtetenSockelfundamentssowie der Terrassenist für 2018 vorgesehen. 2019 soll die Innensanierung durchgeführt werden. Dazu ... Fortsetzung auf Seite2 WOCHENENDWETTER Fr Sa So T: 5°C 0h H: 8°C 28 % T: 5°C 0h H: 7°C 29 % T: 5°C 0h H: 6°C 27 % T Tiefsttemperatur H Höchsttemperatur h Sonnenstunden % Niederschlagswahrscheinlichkeit Telefon 08 21/50 71- 0•Fax 08 21/50 71- 399•www.stadtzeitung.de•Langenmantelstraße 14, 86153 Augsburg 12 ausgesuchte »Wortschätzle« für das Jahr 2017 Wortschätzle 2017 So schwätzt ma Schwäbisch bei uns in und um Augschburg und in de Stauda. Der schwäbische Grundwortschatz Januar 2017 Die drei Wörtchen „gell“, „hoi“ und „fei“ gehören zu den wichtigsten im schwäbischen Vokabular. Sie haben zwar nur wenige Buchstaben, aber „gell“ ist immens wichtig und teils, je nach Betonung, von gravierend unterschiedlicher Bedeutung. it dem Wörtchen »gell« ist es nicht genug gelobt). Mit demWörtchen »fei«, M ganz einfach, aber es ist immens das wohl von »freilich« kommt, bestärken wir in unserem Dialekt Aussagen. wichtig. »Gell« mit leicht aggressiv-provokantem Tonkann schon fast einer Anmache gleichkommen. In Verbindung und wirklich ersetzen, in der Weise »des Meist könnte man es mit tatsächlich mit einer Aussage wie »Gell, des hosch hosch fei guad gmacht«. Wir können guad gmacht« will der Schwob nur auch kombinieren: »Gell, des hosch fei nochmals eine positive Verstärkung des guad gmacht!« anschließenden Satzes erreichen. Sagt »Hoi« -das sagen wir,wenn wir Erstaunen ausdrücken wollen über etwas. er das »gell« danach, dann will er vom Gegenüber eine Bestätigung einfordern, »Hoi, giabts heit an Eurhaber?« oder er gibt sich damit gleich selber Aber beim »Eurhaber«, dem einfachen Recht, denn der Schwob spart ja mit schwäbischen Pendantzum österreichischen Kaiserschmarrn und ohne Lob nach dem Motto: »Ned gschimpft, isch globt gnua!« (Nicht geschimpft, ist aufgeschlagenem Eiweiß im Pfannkuchenteig, ist das »hoi« eher Heuchelei. Denn: Meist, wenn die Geduld fehlt und man den Teig in die noch nicht richtig heiße Pfanne gibt, »babbt«, klebt der Teig an und man bekommt den Pfannkuchen nicht mehr ganz aus der Pfanne. Dann macht man aus der Pannewas Gutes, zerreißt ihn, macht »Fleckla«, und isst ihn gleich mit Zimt und Zucker. »A Eu«ist ein Ei, »zweu Eur« sind zwei. Jetzt bekomme ich »fei« Hunger,ich mach mir nun absichtlich an »Eurhaber«, gell! So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 ABläddlesbischdol macht Krach ond schdingt Früher hatten wir keine Laserschwerter oder Pumpgun-Wasserpistolen. Im Fasching rannten wir als Cowboys mit Pistolen durch die Straßen, für die wir »Bläddla« brauchten, damit es knallt. er Fasching ist vorbei, die Mäschkerle können ihr Faschingskostüm D nun verräumen –heute ist Aschermittwoch. Unddagehörte bei einem rechten Augschburger Cowboyund Westernheld früher natürlich auch die »Bläddlesbischdol« dazu –»ohne warsch oifach koi Cowboyned«. Damals war noch nicht die Rede von gewaltverherrlichenden Spielzeugwaffen und Laserschwertern. Es warenPistolen, die mit konfettiartigen Papierplättchen bestückt wurden, die mit schlagempfindlichem Explosivstoff gefüllt waren –manchmal hat‘sau g‘funkt, peng, peng! Undaweng hod‘s nochm Deifi g‘schdunga, nach dem Teufel gerochen -wegen dem Schwefel! Später gab es dann die Munition als kleine aufgerollte Bänder,dann als Plastikringe zum Einlegen. Ein Mäschkerle trug im Schwäbischen ein »Faschingshäs« –das Faschingskostüm. Das »Häs« war lediglich ein anderes Wort fürKleidung. Weressich leisten konnte und was auf sich hielt, hatte somit zum »Anhäsa« –zum Anziehen –ein Werktags-, ein feines Sonntags-und ein besonderes Ausgehhäs. Vorzugspreis 9,95 € inklusiveVersandkosten, bis 30. November 2016, danach 14,95 € Februar 2017 Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 »Am Sundig war iauf dr Dult« »Wia aSuggl aus dr Sauwuale« vom Schwob Stefan Gruber und der schaffd bei dr Wer sie hat, mag sie meist nicht -aber die kleinen rotbraunen Sommersprossen im Gesicht machen ein Antlitz oft erst richtig interessant. rischt einer mit dem Dreschflegel D auf nassen Kuhdreck, auf Jauche, ein, dann spritzt es, ebenso wenn der Bauer aus dem »Bonza-«, dem Odel-, Jauche- oder Güllefass sein Feld mit Kuhdung düngt. Steht einer zu nah dran, gibt es die kleinen oder größeren rotbraunen Flecken um die Nase,die meist niedlichen »Rossmugga«, die Sommersprossen. Werwelche hat, der „hod mi‘mDeifl Kuadregg droscha«. »Mugga« sind für den Schwaben Mücken -die ganz kleinen. Eher am westlichen Rand unsererRegion fand die im restlichen Schwaben gern zitierte kleinste schwäbische Größeneinheit Verwendung, das »Muggasäggle«. Welches Mückensäckchen damit auch gemeint sein mag, der Schwabe beweist damit im Spezialfall, dass ihm die anatomischen Kenntnissevon Insekten totalfremd sind. Wenn wir schon bei Tieren sind: Die Spinnen mit den kleinen Körpern und den ganz langen Beinen, die Weberknechte,wurden in unserer Region »Habergaugla« genannt. UndAmeisen? Ja dassind »Hagamoisa«. Auf der Dult gibt es zu Ostern und zu Michaeli fast alles, vom Guadsle bis zur Klobürschd, von dr Bumbl bis zur Kaffedass. uch am Afdermede kann man eine A Bumbel und Guadsla kaufen. Sonnig wars und »gnua« (genug) »Leit« (Leute) waren mit mir »zam« (zusammen) am »Sundig« (Sonntag) auf der Augschburger Oster-Dult zwischen dem Jakober-und Vogeltor. Undder Schwabe meint, er könne da was bekommen, das es sonst nicht gibt, eventuell sogar etwas billiger als anderswo.Aber es wirdschon viel »Glumb« (unnützes Zeug) verkauft, aber auch brauchbares »Zuig« (Zeug). Es macht schon glücklich, wenn sie eine neue »Bumbel« (eine Unterhosefür Frauen mit mehr Stoff und manchmal auch wärmer als so ne neumodische »Schnirlesunderhos«) oder Kittelschürze »kriagt« (bekommt) oder er im Sonderangebot einen neuen Wunder-Lumpen für sein »Heiligs Blechle« (Auto) ergattert, oder an »Bepp« (Kleber), der alles »zamhebt« (zusammen hält), was man sich denken kann. Aber auch die ganz neuen Putzmittel, die die »Nachbare« (Nachbarin) vielleicht noch nicht zum vielbeschworenen und angepriesen streifenfreien Fensterputzen hat, könnten die schwäbische Hausfrau froh machen. Gredda (Körbe), um allesheim zu bringen, gab‘sauch. Unddas jeden Tag, ich meine,auf dieDult kann man jeden Tag gehen, nicht nur am Sundig (Sonntag). Ja die schwäbischen Wochentage sind etwas heikel. Malsagt der Schwabe Dag (Tag), ein paar Dörfer weiter endet der Wochentag auf »-dig« oder nur »-de«. Die Woche beginnt mit dem »Mede«, der Montag,dem folgt nach, der Afdermede, der Migde,der Doschdig, Freidig, Samsdig und der Sundig.Und bis Sundig is noch Zeit zumEinkaufen auf der Dult. Vielleicht trifft man sich dort, denn ich gehe sicher nochmals hin. »I glaub,ihol mir no aGschdaddl Guadsla«. Ausdem Schwäbischen übertragen: »Ich glaube,ich hole mir noch eine Tüte Bonbons«. Ichgebe es ja zu, ich bin leider »a Gschleggedr« (ein Leckermaul) -»gschlegged« und »heugl«, also einer der nicht alles isst, bin ich auch. Schadenfreude sei die schönste Freude, aber derjenige, dem das Missgeschick passiert, hat meist auch noch Spott zu ertragen. awar das ein verregnetes Wochenende.Und beiden Temperaturen J gab es bei der Wanderungzum 1. Mai auch keine guten Aussichten, ein paar Zentimeter zu wachsen –ich gebe diese Hoffnung aber nicht auf. Doch was brachte der kurze Ausflug: »a dicks Knui mit am mords Bladschare«, ein dickes Knie mit einem großen blauen Fleck. Manmussschon eine große Graddl machen (Die Graddl ist der Schritt, also die Körperregion zwischen den Beinen. Eine Graddl machen bedeutet eine Grätsche machen) und dabei rutschte ich aus und hab mir »d‘ Graddlverrissa«, weil ich mal wieder die verkehrten »Latschn« (Schuhe) an hatte. Nein, ich muss nicht zum Arzt, denn mit der »Graddl« ist nun der Schritt meiner Hose gemeint, die danach hinten ganz schön Einblick gewährte. Fazit: Ichlag im»Baaz«, im Matsch, war »seuchnass« (total nass) und sah aus »wia adreggede Suggl frischaus dr Sauwuale«, wie ein dreckiges Schwein frisch aus der Suhle.Aber meine Mitwandererhatten wenigstens was zu lachen –dawaren sichdie Schwaben und Nicht-Schwaben in der Schadenfreude einig. März 2017 April2017 Mai 2017 Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Ihab vom Heiliga Goischd nix gmergd Aguade Sulz muss driab sei »No ned hudla«, sagt der Schwabe Vom dicka Fidla und am Bladschare Über die Christi Jünger kam damals der Heilige Geist an habanPfingschda nix drvo gmer- dass dr Heilige Goischd ibr mi »Igd, komma isch.« Ichhabenichts davon gemerkt, dass der heilige Geist über mich gekommen ist, so wie es in der Bibel steht. »Als dr Pfingschddag endlich do gwea isch, sin alle beianand gwesa (d’Aboschdl). Aufoimoal hods vom Himml ra brausd und doa, als wia wenn’s an mords Schdurm im Haus ghabd häd. Zunga sind dene erschiena, dia ham sich wia Feir vrdeuld ibr ihreKepf, ond sie san ausgfülld wora vom Heiliga Goischd ond sie ham agfanga in alle Schbrocha zum Schwätza, was eane dr Goischd vorgeba hod.« (Aboschdlgschichd 2,1-4). Pfingsten, Fest der »Ausgießung des Heiligen Geistes«, oinzig was ibr mi ra komma isch, warn abaar Reagadropfa am Wochaend. Vielleicht lag es ja daran, dass ich nicht in der Kirche war.Ich habe keine Menschenverstanden, die andereSprachen »gschwädzd ham«, gesprochen haben. Aber Englisch, Französisch, Spanisch, Schwäbisch und »ibrd Leit roichd mr«, über die Leute reichen mir.Ach ja, und Hochdeutsch –wenn’s unbedingt sein muss.Keine Feuerzungen sah ich herniederkommen, nur »graue Dauba sin rumgfloga«, nur graue Tauben sind umhergeflogen –»koi oinzige weiße Daub« war dabei, keine einzige weiße Taube,war dabei, die der »Goischd häd sei kenna, koi Schbur ned«, die der Geist hätte sein können, keine Spur nicht –der Schwob benutzt ja gerne die doppelte Verneinung. Nicht mal am »Daubaschlag«, am Taubenschlag, in Göggingen am Kanalhabe ich eine weiße gesehen. Abervielleicht war ich »daub,dosoared«, taub,schwerhörig, und habe deshalb keine anderen Sprachen gehört und verstanden. Binhalt vielleicht doch »a weng awiaschdr« Schwob,imSinne von ein wenig unsensibel. Das schwäbische Essen ist deftig und die Geschmäcker sind verschieden und wie überall: Hausmannskost ist köstlich. er in diesen heißen Tagen abends W im Berufsverkehr in die »Strossabaa«, die Straßenbahn oder den Bus einsteigt, sollte sich die Nase zuhalten. Da kommen einem alle Gerüche entgegen, die nicht zu den angenehmen des Orients gehören. Bei dem Wetter schwitzt jeder,klar,aber jetzt »schweusselet« es halt überall –riecht nach Schweiß. Aber der Schwob stinkt abends halt auch, wenn er den ganzen Tagbei den aktuellen Temperaturen beim »Schaffa« ist, arbeitet. Endlich zuhause oder im Biergarten angelangt, was gibt es bei dem Wetter Besseres als eine kalte Sulz? Am besten schmeckt natürlich die selbstgemachte »Knechelasulz«, aus Knochen selbst ausgekocht. Dann ist die »Schleddre« ganz »driab«, trübe –die Sulzengrundsubstanz. Istsie aber klar,dann kommt sie aus dem »Päckle«, der Tüte.Die trübe »Schleddre« ist somit ein Qualitätsmerkmal –vorausgesetzt, sie ist richtig abgewürzt. Mit einem Stück kalten Braten, Ei und Essiggurke drin, schon fast ein Festessen –denn der Schwob kann auch einfaches Essen schätzen. Oder es gibt »SaureNudla«, eine Art Nudelsalat. Am besten natürlich aus selbstgemachten, mit der Hand und Messer »gschnittne Nudla«. Ganz wichtig: Nehmt‘sSpätzlemehl für den »Nudla-Deug«, Nudelteig, dann bleiben sie bissfest! Sechs bis acht »Eur«, Eier, von »schwäbische Henna«, Hühnern, aufs Kilo Mehl und abissle Öl an den Teig. Sauer,nur mitbilligem Essig und Öl, Salz und Pfeffer angemachte Nudeln mit viel Schnittlauch dran –und dasgibt‘sjetzt bei mir,hab noch ein paar getrocknete,»gschnittne Nudla«. Ganzkalt aus dem Kühlschrank und gut durchgezogen, »a Leibspeis« für mich, ein Lieblingsessen an heißen Tagen. Am 15. August werden in den katholischen Kirchen die Kräuterbuschen geweiht. Ihre bis zu 77 verschiedenen Kräuter sollen Unheil abwenden. ndlich regnet‘s. Obwohl das Wetter in ein paar Tagen genauso zum E »dagega wettra«, dagegen schimpfen, anregt, wie die lange Hitze, diewir in den vergangenen Wochen hatten. »Wia‘sisch, es isch ned reachd«, wie es ist, es ist nicht richtig. Aber der Regen tut gut, die Natur braucht‘sund man muss nicht mehr den Garten gießen. Allerdings brachte die Wetteränderung auch starke Gewitter und Unwetter mit sich. Dagegen, so der Volksglaube, können die »Kreiterbuscha« helfen, die Kräuterbüschel, die an Mariä Himmelfahrt, somit am vergangenen Wochenende am 15. August, geweiht wurden. Verbrennt man bei Gewitter Kräuter davon im Haus, soll es Haus und Hofvor Blitzeinschlag schützen. Aberdazu muss man schon die richtigen Kräuter zusammengebunden haben –die Wetterkerze ist in diesem Falle besonders wichtig. Die Anzahl der Kräuter und welche ist festgeschrieben und orientiert sich an magischen Zahlen, wie sieben hoch bis zur 77. Doch wer kennt diese vielen Kräuter heutzutage noch? Undwenn es so lange nicht mehr geregnet hat, dann steht das Wasser erstmal und »Batschlacha auf dr Stroß«, Pfützen auf der Straße,sind ausnahmsweise richtig schön. Als Kinder sind wir reingesprungen, dass es spritzte. Und war die »Batschlach« in einer Erdsenke, dann hieß es runter mit »de Schlappa«, den Sandalen, und »barfuaß neighupft«, barfuß reingesprungen, bis »dr Baadz zwischa de Zea rausdruckt hod«, es den nassen Dreck zwischen den Zehen heraus drückte.Abends mussten wir dann, wenn auch widerwillig, natürlich »d‘ Fiaß«, die Füße,waschen. Am 15. August werden in den katholischen Kirchen die Kräuterbuschen geweiht. Ihre bis zu77verschiedenen Kräuter sollen Unheil abwenden. ndlich regnet‘s. Obwohl das Wetter in ein paar Tagen genauso zum E »dagega wettra«, dagegen schimpfen, anregt, wie die lange Hitze, diewir in den vergangenen Wochen hatten. »Wia‘sisch, es isch ned reachd«, wie es ist, es ist nicht richtig. Aber der Regen tut gut, die Natur braucht‘sund man muss nicht mehr den Garten gießen. Allerdings brachte die Wetteränderung auch starke Gewitter und Unwetter mit sich. Dagegen, so der Volksglaube, können die »Kreiterbuscha« helfen, die Kräuterbüschel, die an Mariä Himmelfahrt, somit am vergangenen Wochenende am 15. August, geweiht wurden. Verbrennt man bei Gewitter Kräuter davon im Haus, soll es Haus und Hofvor Blitzeinschlag schützen. Aberdazu muss man schon die richtigen Kräuter zusammengebunden haben –die Wetterkerze ist in diesem Falle besonders wichtig. Die Anzahl der Kräuter und welche ist festgeschrieben und orientiert sich an magischen Zahlen, wie sieben hoch bis zur 77. Doch wer kennt diese vielen Kräuter heutzutage noch? Undwenn es so lange nicht mehr geregnet hat, dann steht das Wasser erstmal und »Batschlacha auf dr Stroß«, Pfützen auf der Straße,sind ausnahmsweise richtig schön. Als Kinder sind wir reingesprungen, dass es spritzte. Und war die »Batschlach« in einer Erdsenke, dann hieß es runter mit »de Schlappa«, den Sandalen, und »barfuaß neighupft«, barfuß reingesprungen, bis »dr Baadz zwischa de Zea rausdruckt hod«, es den nassen Dreck zwischen den Zehen heraus drückte.Abends mussten wir dann, wenn auch widerwillig, natürlich »d‘ Fiaß«, die Füße,waschen. abzustellen. enn am Sonntag nur »Drialr« und W »Loimsiadr« unterwegs sind. Manchmalkann’s demSchwob nicht schnell genug gehen, mir zum Beispiel auf der Autobahn, wenn ich auf einen Termin muss und eh schon spät dran bin. Undwenn dann so Sonntagsfahrer–früherwar das Kennzeichenja die umhäkelte Klopapierrolle und der Wackeldackel auf der hinteren Ablage –ihr »Heiligsblechle«, ihr Auto,nur noch auf der mittleren oder linken Spur steuern, dann kann schon »a reachdr Zora«, ein richtiger Zorn, aufkommen. Nichtsdestotrotz, es hilft nichts, es geht nie wirklich schneller.Also besser wieder beruhigen und vor allem auf der Landstraße nach dem erzschwäbischen Motto »no ned hudla«, nur nicht hetzen, hinter so einem »Drialr«, Trüler (gemeint ist da ein besonders langsamer Mensch), hinterherfahren. Der Begriff der alten »Huddl«, ein Schimpfwort für Frauen, hat damit nun gar nichts zu tun. Trotzdemgehen dem gemütlichsten und gelassensten Schwaben so langsame »Loimsiadr ond Seufasiadr«, Berufsbezeichnungenfür Leimkocher und Seifensieder,was beidesextrem langwierige Angelegenheiten sind, irgendwann auf die Nerven. Da wirdder überwiegend katholische Schwob schon mal blasphemisch und es entfleucht ihm, auch am heiligen Sonntag, ein »Herrgottsagramend nomoal« –was mir sonst noch so an unheiligen Schimpfwörtern, auch wenn sie schwäbisch sind, einfiel, ist wirklich nicht mehr angebracht, hier zu schreiben. Auch für Körperteile hat der Schwabe einige ganz eigene Ausdrücke. Hier ein paar Begriffe er Friseur meines Vertrauens nahm D Schereund Kamm und schnitt mir die Haare. Undnatürlich auch dazu gibt es ein schwäbisches Wort: der »Strehl«, der Kamm. Der Schwob »strehlt« seine »Hoar« mit dem »Strehl«, also er kämmt die Haaremit dem Kamm. Dieses Wort ist -wie soll es auch anders sein -mit dem Wort »striegeln« verwandt. Das »Strehla« geht aber nur,solange ihm Haareauf dem »Grend«, dem Kopf wachsen. Mancher Schwabehat hin und wieder vor Anstrengung »an mords Belle«, einen, sagen wir mal, großen roten Kopf auf –klar, nurvom angestrengten »Schaffa«, vom Arbeiten. Es kann schon sein, dass er manchmal vor lauter Suff »anrechta Bladschare« hat, ein Suffgesicht. Als»Bladschare« wird aber auch ein großer blauer Fleck, eine ausgedehnte Schwellung, Verfärbung, bezeichnet. Unterm Belle kommt dann der Hals. Unsere Landsleute seien recht zurückhaltend und sparsam, weswegen der Schlussverkauf immer so beliebt war. Doch trotzdem kommt es vor, dass der Schwob »de Kraga net vollgriagt«, also den Hals nicht voll bekommt, maßlos wird–aber sicherlich sehr selten. Vom übermäßigen Konsum, weil‘sschwäbischeEssensogut schmeckt, bekommt er dann »an dicka Ranza«, »a Wampe«, »a Kugl«, einen Bauch. Machmal wird aber auch »‘sFidla«, »da Hintra«, der Hintern, dick und fett. Guten Appetit - bei de nägschde Kässpatza! Juni 2017 Juli 2017 August 2017 August 2017 Oktober 2017 November 2017 Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Tischkalender im A5-Format GmbH &Co. KG Langenmantelstraße 14 |86153 Augsburg |Telefon (0821) 5071-108 Öffnungszeiten: Mo. –Do. 9.30 –18.00 Uhr |Freitag 9.30 –15.00 Uhr Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Wortschätzle-Kalender jetzt bestellen! Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Dezember 2017 »Dr Sembf koschd nix egschdra!« Wenn der Schwabe in seiner Knausrig- und Sparsamkeit etwas umsonst bekommt, dann er erste Gang aufden Augschburger Christkindlesmarkt D heuer. Aufdem Christkindlesmarkt kriegt man in Augschburg ja fast alles, von dicken Wollsocken, gelben Pullundern mit braunen Rauten drauf, (wia wiaschd!), bis zum Blaschdig-Chrischdkindle (Plastik-Christkind) in dutzendfacher Ausführung und glitzernde Kugeln. Auch was zum Essen, des hält beim Schwob Leib und Seel zam und der Glühwein die Finger warm. Da geht dann der Urinstikt des Sparens mit dem Schwob durch: »Dia Wurschd is abr deir, dann häd iabr gern dia anderedadaneba, dia isch länger firs gleiche Geld!« (Diese Wurst ist aber teuer,dannhätte ich aber gerne die anderedaneben, diese ist länger für das gleiche Geld!), meinte die Frau vor mir,»undaweng shop.stadtzeitung.de mehr Sembf drauf, der koschd nix egschdra.« (Und etwas mehr Senf darauf, der kostet nichts extra.) Da übermannt den Schwob »da Ruach«, eine Kombination ausGierund Geiz.Und drängla (drängeln) tun die friedlichen Schwoba mit jedem »Ellaboga, den se han« (mit jedem Ellenbogen, den sie haben). Den Ratder Bekannten: »Gang an den Schdand, do machens dir d’Dass vollr!« (Gehe an diesen Stand, da machen sie dir die Tasse voller), befolgte ich. Den zweiten Glühwein gab’s vom Stand, wo sie die Tassen nicht so voll machen, der war nicht so »ras«, so sauer.»Liabr zahl imeh ond er schmegd mr bessr.« Broschd! Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

StadtZeitung

102 Augsburg - West 02.03.2016
103 Augsburg - Ost 02.03.2016
104 Augsburg - Süd-Ost 02.03.2016
111 Königsbrunn 02.03.2016
112 Schwabmünchen 02.03.2016
113 Bobingen 02.03.2016
114 Augsburg - Haunstetten 02.03.2016