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Taxi Times Berlin - 1. Quartal 2021

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WETTBEWERB

WETTBEWERB Taxi-Berlin-Chef Hermann Waldner und BVG-Chefin Eva Kreienkamp beim Fototermin anlässlich der Jelbi-Kooperation – mit Sicherheitsabstand bei spätherbstlichem Wetter TAXI BERLIN UND „JELBI“ Ein Taxi kann man in Berlin auf viele Arten bestellen. Im Dezember ist mit der BVG-App „Jelbi“ eine weitere Möglichkeit hinzugekommen. Für Taxi Berlin und die BVG ist die Partnerschaft ein Meilenstein. Das Zauberwort auf dem Verkehrsmarkt der Zukunft heißt Beförderungsketten. Wer Beförderungsketten anbietet, also die Möglichkeit, eine Fahrt oder Reise von A nach B, die verschiedene Verkehrsmittel beinhaltet, bequem und einfach zu buchen, hat künftig gute Karten. Wer sich als Anbieter eines Verkehrsmittel zu einem Teil von Beförderungsketten macht, profitiert von dieser Nachfrage. Je mehr Arten der Bestellung ein Anbieter bietet, desto größer seine Chancen, in Beförderungsketten eingebunden zu werden. Wer in Berlin ein Taxi nutzen möchte, hat viele Möglichkeiten, und das rund um die Uhr: auf der Straße winken, am Halteplatz einsteigen, bei Taxi Berlin anrufen, sich an der Hotelrezeption eins bestellen lassen, oder selbst per Fingerklick bestellen: mit einer der Smartphone-Apps Taxi Berlin, Taxi Deutschland, taxi.eu, Sixt – oder seit dem 9. Dezember, 16 Uhr, auch „Jelbi“, einer App, die die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erst letztes Jahr ins Leben gerufen hatten. Der Name leitet sich aus dem alten Spitznamen der doppelstöckigen Berliner Busse her, der „großen Gelben“, wobei die alten West-Berliner BVG-Busse bis in die Neunzigerjahre hinein im Unterschied zu heute gar nicht richtig „jelb“ waren, sondern eher einen hellen Ocker-Beigeton hatten – „Dunkelelfenbein“ könnte man sagen. Hermann Waldner, Geschäftsführer von Taxi Berlin und als Vizepräsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e. V. um eine Einbindung des Taxigewerbes in möglichst weltweite Beförderungsketten bemüht, zeigte sich über die neue Kooperation höchst zufrieden: „Das Taxi gehört zu Jelbi, denn: Es ist ein öffentliches Verkehrsmittel und hat wie Bus und Bahn eine Beförderungs- und Tarifpflicht, das FOTO: Andreas Süß / BVG 16 1. QUARTAL 2021 TAXI

WETTBEWERB FOTO: Axel Rühle / Taxi Times macht seine Verlässlichkeit aus. Digital und bargeldlos kann das Taxi übrigens schon lange, aber nicht nur das: Bei allen Fragen ist Taxi Berlin auch telefonisch rund um die Uhr für alle erreichbar – das bietet nicht jeder. Mit dieser zukunftsweisenden Kooperation machen die BVG und Taxi Berlin die Stadt wieder ein Stück mobiler.“ Auch die BVG- Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp ist „sehr zufrieden und ein bisschen stolz“ darauf, „wie sich unsere Mobilitäts- App seit dem Start im vergangenen Jahr entwickelt hat. Mit den Berliner Taxis haben wir nun einen Partner an Bord, der ebenso zu unserer Stadt gehört und in ihr verwurzelt ist wie die BVG. Jetzt können wir endgültig mit Fug und Recht sagen: Jelbi bietet alle Alternativen, die es in Berlin zum eigenen Auto gibt.“ In einer Presseerklärung der BVG hieß es am 10. Dezember: „Mit der Einbindung von Taxi Berlin, einer der innovativsten Taxivermittlungen Europas, ist ein weiterer Meilenstein geschafft, um die urbane Mobilität von morgen schon heute zu erleben und mitzugestalten.“ TAXI UND BVG KOOPERIEREN SEIT 49 JAHREN Die Kooperation zwischen der BVG und dem Berliner Taxigewerbe hat eine lange Tradition: Schon seit 1972 nimmt die BVG das Taxigewerbe für den Einsatz schwach frequentierter Nachtbuslinien in Anspruch. Das geschah in den ersten Jahren mit normalen fünsitzigen Taxen, später kamen Kleinbusse dazu, etwa 13-Sitzer, die auf heutigen Nachtbuslinien oder als „Berlkönig BC“ zwischen Rudow und Schulzendorf (LDS) unterwegs sind. Im September 2010 unterzeichneten Taxi Berlin und die BVG eine Vereinbarung über Schienenersatzverkehr bei U-Bahn-Ausfällen. Seitdem müssen BVG-Fahrgäste bei plötzlichem Ausfall einer U-Bahn-Linie nicht mehr eine Stunde oder länger warten, bis die BVG ersatzweise Busse aktiviert und aus «Telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr – das bietet nicht jeder.» Hermann Waldner ihren Betriebshöfen an den Ort des Geschehens geschickt hat, sondern es werden innerhalb von Minuten Großraumtaxis über die Berliner Funkzentrale angefordert, die den Fahrgastandrang bis zum Eintreffen der „großen Gelben“ abfangen. „Berlin hat sicher die größte Vielfalt an innovativen und umweltfreundlichen Mobilitätsanbietern in Deutschland“, sagte 2019 die damalige Vorstandsvorsitzende der BVG, Dr. Sigrid Nikutta. Heute beinhaltet das Buchungsspektrum der „Jelbi“-App U-Bahn, S-Bahn, Regionalbahn, Bus, BVG- Fähre, Ridesharing (Berlkönig), Carsharing (Miles, Flinkster, Mobileeee, Cambio, Greenwheels), E-Moped-Sharing (Tier und Emmy), Bikesharing (Nextbike), Tretroller- Sharing (Tier und Voi) und nun auch das Taxi (Taxi Berlin 202020). Manch einer mag die neu-entdeckte Liebe der BVG zum Taxi noch nicht so recht glauben. Als Taxi Times die „Jelbi“- Kooperation zwischen Taxi Berlin und der BVG am 10.12. online meldete, kommentierte ein Leser: „Wozu das denn? Die BVG hat doch ihren Berlkönig, der durch unsere Steuergelder lebt! Taxen will die doch gar nicht.“ Das Misstrauen dürfte weniger dem Berliner Landesbetrieb BVG gelten als vielmehr ihrem Kooperationspartner ViaVan, dessen Mutterkonzern Daimler Jelbi-Hub an der Gitschiner Straße nicht nur viel Kapital, sondern vor allem profithungrige Aktionäre im Hintergrund hat, und der mit dem massenhaften Abzug der Kundschaft vom Taxigewerbe hin zu den konzerneigenen Mietwagen der Marke Free Now gezeigt hat, dass bei Geld auch eine traditionsreiche und lange gepflegte Freundschaft aufhört. Über die unselige Kooperation des Landes mit dem Milliardenkonzern ist auch die Berliner Politik keineswegs durchweg glücklich. Schon in der Koalition gibt es Stimmen wie beispielsweise Kristian Ronneburg von der Linken oder Tino Schopf von der SPD, die im „Berlkönig“ kein Verkehrsmittel der Zukunft sehen. Unabhängig davon muss das Taxigewerbe aber interessiert sein, sich in Beförderungsketten zu etablieren – wenn sie staatlich organisiert sind, allemal. ar SHK-Rechtsanwälte Martina Schweickhardt Rechtsanwältin & Notarin Notariat Verkehrsrecht Strafrecht Zivilrecht Daniel Herbst Rechtsanwalt Nachodstraße 19 10779 Berlin (im Erdgeschoss) Telefon: 030 / 210 023 40 André Klemm Rechtsanwalt TAXI 1. QUARTAL 2021 17