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Taxi Times Berlin - April 2018

TAXI-GREMIUM DEZENTE

TAXI-GREMIUM DEZENTE TARIFERHÖHUNG Die Kurzstrecke kostet künftig sechs Euro. Über den Berliner Taxitarif wurde in letzter Zeit viel diskutiert. Das Taxi-Gremium hat jetzt einen moderaten Antrag eingereicht. Um einen Konsens zu erreichen, wurden viele Argumente für und gegen eine Tariferhöhung abgewägt. Der Zuschlag für Kartenzahlung war dabei kein Thema, denn er wird selbstverständlich abgeschafft. Das ist eine Folge des geändertes EU-Rechts und wurde vom TVB übrigens schon 2013 beantragt. Die Notwendigkeit, die Fahrpreise anzuheben, ergibt sich nach Ansicht des INNUNG DES BERLINER TAXIGEWERBES E. V. Persisustraße 7 10245 Berlin Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 23 62 72 01 Tel. Kasse: +49 (0)30 / 23 62 72 02 Telefax: +49 (0)30 / 23 62 72 03 E-Mail: info@taxiinnung.org www.taxiinnung.org www.facebook.com/taxiinnung TAXIVERBAND BERLIN BRANDENBURG E. V. Franklinstraße 18 10587 Berlin Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 24 33 54 08 Tel. Kasse: +49 (0)30 / 86 09 07 70 E-Mail: taxiverband@t-online.de www.taxiverband-berlin.de TAXI DEUTSCHLAND BERLIN E. V. Persiusstraße 7 10245 Berlin Tel. Sekr.: +49 (0)30 / 202 02 13 10 Fax: +49 (0)30 / 202 02 13 11 E-Mail: berlin@taxideutschland.eu www.taxideutschland.eu www.facebook.com/taxi.deutschland.eu Presserechtlich verantwortlich für Beiträge auf Seiten des Taxi-Gremiums: Detlev Freutel (TVB), Leszek Nadolski (Innung), Ertan Ucar (TD) Gremiums aus einer Reihe von Umständen. Die Mindestlohnerhöhung zum 1.1.2017 muss (nachträglich) ausgeglichen werden. Schon die letzte Fahrpreisanpassung lag deutlich unter dem, was die Gutachter von Linne & Krause als notwendig empfahlen. Die aktuelle Verkehrspolitik führt zum Wertverfall und zum Aussortieren älterer Dieselfahrzeuge und drohenden Fahrverboten. Abgesehen davon, dass die Einführung von Fiskaltaxametern bisher nicht die erwartete Wirkung entfaltet hat und die wirtschaftliche Lage der steuer- und abgabenehrlich arbeitenden Betriebe weiterhin bedenklich ist, machen dem Taxigewerbe in rasant wachsendem Maße zum Teil illegal arbeitende Mietwagen zu schaffen, die wie Taxis eingesetzt werden und den Markt überschwemmen. Die Situation hat sich seit dem Wegfall der Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer drastisch verschärft und bewirkt einen mittlerweile spürbaren Auftragsrückgang im Taxigewerbe. Ebenfalls trägt die zunehmende Anzahl taxiähnlicher Verkehre wie „Clever Shuttle“ oder der beantragte „Berlkönig“ zu dieser Schieflage bei. Auch das ständig sinkende „Umlauftempo“ der Berliner Taxen muss berücksichtigt werden. Die Ursache sind ausufernde Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen und der Wegfall von Fahrstreifen. Ein weiterer Grund sind die teils enorm steigenden Betriebskosten, darunter die für Fiskaltaxameter, Reparaturkosten sowie – damit zusammenhängend – Versicherungsbeiträge. Aufgrund der bevorstehenden Einführung von Inklusionstaxis sind auch im Rollstuhl sitzend zu befördernde Menschen zu berücksichtigen. Die Preise müssen den höheren Kosten für die behindertengerecht ausgestatteten Fahrzeuge und den höheren Aufwand beim Ein- und Ausladen gerecht werden, ohne diskriminierend zu sein. Daher sollen „ab der fünften Person“ und „für Gegenstände und Hilfsmittel, für deren Unterbringung ein Großraumtaxi erforderlich ist“ fünf Euro Zuschlag erhoben und der Preis für Wartezeit von 50 auf 60 Cent pro Minute erhöht werden. Der Taxitarif soll sowohl Preissicherheit für Fahrgäste als auch wirtschaftliche Sicherheit des Taxigewerbes bringen. Nach § 39 Abs. 2 PBefG ist der Taxitarif regelmäßig an die wirtschaftliche Lage des Taxigewerbes anzupassen. Zudem soll er ein funktionierendes Beförderungsmittel im Nahbereich sicherstellen. Das Taxi muss den Bürgern als Teil staatlicher Daseinsfürsorge erhalten bleiben. Berliner Taxitarif aktuell Antrag 2018 Kurzstrecke bis 2 km 5,00€ 6,00€ Grundpreis für Winker und Einsteiger 3,90€ 3,90€ Kilometerpreis 0-7 km 2,00€ 2,20€ Kilometerpreis ab 7 km 1,50€ 1,65€ 5 erwachsene Personen oder mehr Gegenstände und Hilfsmittel, für deren Unterbringung ein Großraumtaxi erforderlich ist bei Abfahrt am Flughafen Tegel 5,00€ 5,00€ - 5,00€ 0,50€ 0,50€ sperriges Gepäckstück 1,00€ 1,00€ Kartenzahlung 1,50€ entfällt Coupon- und Rechnungsfahrt 1,50€ 1,50€ Wartezeitunterdrückung 1 min 1 min Wartezeit je Minute (nach der 1. Minute) 0,50€ 0,60€ Zu guter Letzt ein praktischer Punkt, der auf Empfehlungen der Taxameterwerkstätten und des Eichamts zurückgeht und Probleme bezüglich des Austauschs und der Umprogrammierung der Taxameter behebt: Die Verordnung soll nicht mehr einen Tag nach Veröffentlichung in Kraft treten, sondern künftig zu einem festen Termin, frühestens drei Wochen nach Veröffentlichung. Die Taxiuhren sollen nicht mehr 28 Tage, sondern sieben Tage nach Inkraftsetzung der Verordnung auf den neuen Tarif umgestellt sein müssen. ar FOTO: Taxi Times 12 APRIL/ 2018 TAXI

TAXI-GREMIUM RIDE-HAILING IST NICHT RIDE-SHARING Hailing heißt hageln. Uber, Didi und moovel wollen, dass es Profit hagelt. Die Aktienbewertung von Uber liegt bei über 40 Milliarden Dollar. Da kann niemand mehr von einem öffentlichen Dienst oder gar einer sozialen Mission sprechen. Denn nur das verdient den Namen „Ride-sharing“, wie z. B. die klassische Mitfahrzentrale. Die „Mitfahrunternehmen“, wie sie sich selbst nennen, betreiben auf Profit orientiertes „Ride-hailing“, auch als „Ride-Booking“ bezeichnet. Der US-amerikanische Ride-Haling- Riese Uber teilt sich gerade die Welt mit dem chinesischen Rivalen Didi auf. In China hat Didi sich im letzten Jahr durchgesetzt und die chinesische Niederlassung von Uber übernommen. Doch der Kampf um Marktanteile im Rest Asiens und in der ganzen Welt geht weiter. Didi wurde drei Jahre später als Uber gegründet, hat aber bereits 60 Millionen Nutzer mehr als Uber und seit Juli 2017 über 4 Milliarden Dollar mehr Kapital. Auch die Investorenliste von Didi ist ein wenig illustrer als die des US-amerikanischen Rivalen. Hier ein Auszug: Apple, Alibaba, Tencent, SoftBank, Foxconn. Zum Vergleich ein Auszug aus Ubers Investorenliste: Citigroup, Fidelity, Goldman Sachs, Microsoft, Morgan Stanley, Jeff Bezos. WIRD DIDI MOOVEL SCHLUCKEN? Die Expansion von Didi ist erfolgreicher, weil die Chinesen, anders als Uber, Konkurrenten nicht verdrängen, sondern Beteiligung an lokal führenden Ride-Haling- Anbietern anstreben. Und bei uns? Irgendwie fliegt Daimler immer knapp unter dem Radar. Die Mobilitäts-App „moovel“ sowie zahlreiche Beteiligungen und Kooperationen (z.B. mit Via) zeigen aber, dass der Konzern in Deutschland und Europa gerne die Rolle von Uber oder Didi spielen würde. Wer eine Mobilitäts-App will, die Verkehrsangebote im öffentlichen Verkehrsinteresse vernetzt , sollte Kooperationen von BVG und Mercedes kritisch sehen. Kommt der schwäbische Autobauer bei uns zum Zug, dann besteht die große Gefahr, dass wir es am Ende doch mit Uber oder Didi zu tun bekommen. Denn moovel dürfte für diese Giganten bestenfalls ein Übernahmekandidat sein. Fazit: Keine Mobilitäts-App ohne taxi.eu! Bei moovel ist nur die Eigenmarke mytaxi integriert. Und als BVG-Partner taugt nur das Taxigewerbe, nicht „BerlKönig“. sb TAXI APRIL / 2018 13

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