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Taxi Times Berlin - Februar 2018

FLUGHAFEN Taxen aus

FLUGHAFEN Taxen aus einer Stadt und verschiedenen Landkreisen – kein Problem am Flughafen München TAXI-LÖSUNGEN FÜR DEN FLUGHAFEN BER (TEIL 2) Was entscheiden der Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) und Berlin für den Taxiverkehr am BER? Taugen Wien oder München als Vorbild? Was die Entscheider wissen sollten. Der erste Teil unserer Reportage handelte von den Hintergründen und den gesetzlichen Rahmen der unterschiedlichen Lösungen an den Flughäfen München und Wien. Heute berichten wir von unseren Eindrücken vor Ort, um abschließend einige Denkanstöße zu geben, was bei der Entscheidung für den einen oder den anderen Weg beachtet werden sollte. Am Flughafen Franz Josef Strauß bei München begleitet Taxi Times Berlin den Leiter des Taxi-Service-Points, Georg Silbernagl, für ein paar Stunden bei seiner Arbeit. Er ist vor Ort dafür verantwortlich, dass die Münchener Taxizentrale IsarFunk ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem Flughafen München: Georg Silbernagl hat am Counter alles im Blick. Flughafen erfüllt. Die Flughafengesellschaft FMG hatte die Organisation und Vermietung der Stellplätze ausgeschrieben, IsarFunk gewann die Ausschreibung. FAHRERGEBUNDENE KARTEN Es gibt zwei große Speicher, auf denen sich die Taxis aufstellen, bevor sie an die beiden Ladebereiche (genannt Module) vor Terminal 1 und den Ladebereich vor Terminal 2 nachrücken dürfen. Schon bei der beschrankten Ausfahrt des Speichers wird die Flughafengebühr abgebucht, derzeit 1,40 Euro je Durchfahrt. Das geschieht hier mit aufladbaren Karten, die nicht fahrzeug-, sondern fahrergebunden sind. Entsprechend müssen die Fahrer ihre Karten an einem im Terminal 2 von IsarFunk angemieteten Taxi-Service- Point aufladen – oder direkt bei Georg Silbernagl, der ja täglich seine Runde macht und so auf allen Taxisammelplätzen und Ladebereichen am Flughafen unterwegs ist und dort für Ordnung und Sauberkeit sorgt. „Es ist ganz wichtig, dass alles reibungslos funktioniert“, sagt er uns, „sonst wird es bei der nächsten Ausschreibung schwer.“ Rückstaus wie in Berlin am Flughafen Tegel darf es hier nicht geben. Doch für Ordnung und Verkehrsfluss sorgt schon das System an sich, da den Ladebereich der Taxis ausschließlich Berechtigte befahren dürfen. An seiner Zufahrt muss eine weitere Schranke passiert werden. Es gibt drei jeweils beschrankte Spuren nebeneinander. Ganz rechts stellen sich die Taxis der Reihe nach auf (großes Foto oben). Das Lesegerät an der Zufahrt erkennt, ob der Fahrer vom Nachrückplatz kommt und schon bezahlt hat. Nur dann öffnet die Schranke. Alle anderen Fahrzeuge nutzen die mittlere und die linke Spur. Sie dienen auch den Taxis, die es geschafft haben, innerhalb von 20 Minuten von einer kurzen Tour wieder zurück zu sein und von der sogenannten Kurzfahrtenregelung profitieren. Sie dürfen dort einfahren und sich wieder ganz vorne bereitstellen. Alle, die wir sprechen konnten, waren mit dem System zufrieden. Anfang Februar waren am MUC 2.041 Taxis ladeberechtigt, davon 1.731 aus München Stadt, 128 aus München Land, 109 aus dem Landkreis Erding und 73 aus Freising. Am Ende unseres Aufenthalts in der bayerischen Metropole besuchten wir noch den Taxiverband München (TVM) in den Räumen der Funkzentrale von IsarFunk. Dort FOTOS: Stephan Berndt / Taxi Times 12 FEBRUAR/MÄRZ 2018 TAXI

FLUGHAFEN FOTOS Stephan Berndt / Taxi Times empfing uns der Vorsitzende Florian Bachmann und gab uns folgende Tipps. Das KVR München ist für den Flughafen zuständig. In Berlin sollten wir dafür sorgen, dass dies das LABO macht. Ideal wäre es, wenn die Kontrolle auch die Mietwagen umfassen würde. Und wir sollten den Umlandtaxis das Laden nur an festen Punkten erlauben. Das sei besser zu kontrollieren und somit auch im Interesse der Behörden. Und übrigens: Auf dem großflächigen Gelände des Münchener Flughafens gibt es eine Tankstelle. Wie in Berlin sieht auch der Florian Bachmann, Münchener Gewerbevertreter, hat für Berlin wertvolle Tipps Parkplatz davor aus wie ein Halteplatz für Uber-Fahrzeuge. Machen die alle Pause im Vorüberfahren oder wird hier die Rückkehrpflicht missachtet? KONSEQUENZ UND KONTINUITÄT Am Flughafen in Schwechat bei Wien waren wir zunächst mit Julius Lang, dem Vorstandsvorsitzenden der 1992 gegründeten Schwechater Taxigenossenschaft „ATS-Airport Transfer Service“ verabredet. Er führt die Genossenschaft seit 20 Jahren, und in dieser Zeit hat sich die Anzahl der „Airport-Taxis” von 100 im Jahr 1997 auf aktuell 240 Taxis erhöht. Nur Genossenschaftsmitglieder haben Aufstellrecht. Der Vertrag über das Taximanagement am Flughafen gilt für fünf Jahre, wurde bisher aber immer problemlos verlängert. Das setzt natürlich voraus, dass das System funktioniert und Fahrgäste und Flughafenbetreiber zufrieden sind. Organisiert ist das Ganze ähnlich wie in München, mit großen Nachrückplätzen, von denen aus der Ladebereich bedient wird. Alles beschrankt und über ein fms-System zentral gesteuert. Die „Airport-Taxis” stehen direkt vor dem Ausgang aus dem Terminal und bieten den Kunden damit den kürzesten Fußweg. Als Fahrpreis gilt der im Vergleich zum Wiener Tarif teurere Schwechater Gute Idee für BER? Ein Automat zeigt für alle sichtbar, ob sich Kollegen nach einer Kurzfahrt noch einmal ganz vorne einreihen dürfen. Taxitarif, der per Taxameter erfasst wird, und in dem die Kosten für die teuren Stellplätze, die am VIE gemietet sind, eingepreist sind. Scharfe Kontrollen und harte Strafen, die in einem äußerst abschreckenden Strafkatalog nachzulesen sind, sichern eine im Sinne des Kunden und des Flughafens hochwertige Dienstleistung. Auch hier gibt es eine Kurzfahrtenregelung. TAXI FEBRUAR/MÄRZ 2018 13

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