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Taxi Times D-A-CH - September 2016

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PERSONEN NEWSTICKER

PERSONEN NEWSTICKER HANS-GÜNTHER BARTELS GESTORBEN Willkommen in Berlins ältestem Taxi, einem Peugeot 404 aus dem Jahr 1963. Am 3. Juli verstarb im Alter von 75 Jahren Hans-Gürtel Bartels, der ehemalige Vize präsident des BZP. Bartels war Träger des Bundesverdienstkreuzes und dem Taxi gewerbe als Oldenburger Unternehmer (zuletzt als Chef von AB-Taxen und 25025 Taxiruf 2255) wie auch als maßgeblich Mitwirkender in den Taxiverbänden tief verbunden. Unter Hans Meißner war er viele Jahre Vizepräsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP) und bekleidete dieses Amt auch innerhalb des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen. Privat engagierte er sich bei seinem Heimatsportverein und baute dort die Tennisabteilung auf. Zur Trauerfeier am 11. Juli erwiesen zahlreiche Weggefährten aus der Taxibranche Hans-Günther Bartels die letzte Ehre. FDP-SEKRETÄR WECHSELT ZU UBER Roland Werner (45, FDP) ist seit dem 4. Juli Head of Government Affairs & Policy beim US-Fahrtenvermittler Uber. Hier verantwortet er die politische Kommunikation in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Werner war zuletzt als freiberuflicher Berater tätig. Zuvor hatte der geborene Münchner in der FDP Karriere gemacht. Rund um die Jahrtausendwende war er Büroleiter von Guido Westerwelle, danach persönlicher Referent von Wolfgang Gerhardt. Seit dem Jahreswechsel 2005/2006 war Roland Werner als Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag tätig, wo er später zum Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr aufstieg. Die Position, die Werner nun bei Uber übernimmt, wurde neu geschaffen. ZEITREISEN ZUM TAXITARIF Prius? E-Klasse? Touran? Für Matthias Zierau kam keines der gängigen Taxi ­ modelle infrage, als er sich im Jahr 2010 selbstständig machte. Stattdessen fährt er einen Peugeot 404 aus dem Jahr 1963, mit 65 PS und einem 1,6 Liter großen Benzinmotor. Ohne Airbags, ohne CAN-Bus-System, ohne Gurte. Aber mit Standheizung und Hohlraum konservierung. Die hat sich der Berli ner während der dreimonatigen Umrüstphase dazugebaut. „Zeitreisen zum Taxitarif“ steht auf Zieraus Visitenkarte und natürlich seine Webseite www.klassik-taxiberlin.de. Die häufigste Frage der Fahrgäste ist die nach dem Kilometerstand. Doch die lässt sich nicht beantworten. Der Tacho hat nur fünf Stellen und nach 9 999 Kilometern fängt alles wieder von vorne an. Wie sieht es mit Ersatzteilen aus? „Seltene Teile können etwas teurer sein, z. B. der Auspuffendtopf, den gab es so nur bis 1964. Daher kostet er ca. 150 Euro. Verglichen mit Ersatzteilpreisen für die heutige Fahrzeuggeneration, ist das eigentlich günstig. Als Zierau einmal beim Rückwärtsfahren ganz leicht einen Pick-up berührte, musste bei diesem für 3000 Euro gleich die ganze Stoßstange ausgetauscht werden. Er wech selte sein Rücklicht aus, aber nicht das ganze Gehäuse, sondern nur das Teil, in dem der Sprung war. Kostenpunkt: 15 Euro. Das hatte der nostalgische Taxiunternehmer mit der nächsten Tour schon wieder eingefahren. Zuzüglich Trinkgeld, denn für eine solche Zeitreise zahlen viele Fahrgäste freiwillig einen Oldtimerzuschlag. jh DMRZ-CHEF UNTER BESCHUSS Bei einem Oldtimer dieses Jahrgangs sind Sicherheitsgurte nicht vorgeschrieben. René Gelin, Geschäftsführer und Gründer des Deutschen Medizinrechenzentrums (DMRZ), steht derzeit gegenüber Taxiunternehmern und Verbänden unter Rechtfertigungszwang. Sein Unternehmen hat eine Vermittlungsplattform geschaffen, über die Krankenkassen ihre Serienfahrten dem Taxigewerbe anbieten können. Kritiker befürchten, dass diese Plattform den Kassen hilft, bestehende Rahmenverträge zu unterlaufen. Gelin nimmt diese Sorgen sehr ernst. Ende August reiste der Düsseldorfer bis in den Schwarzwald, um sich von den Vertretern der Interessengemeinschaft Taxi Ortenau Anregungen zur Modifikation der Fahrtenvermittlung anzuhören, welche die Situation im Zusammenhang mit bestehenden Verträgen berücksichtigen soll. Gelin versprach, die vorgebrachten Änderungswünsche zu prüfen und bei Machbarkeit in das Vermittlungssystem zu integrie ren. Aus Solida rität zu seinen Lesern hat sich der Taxi Times-Verlag dazu entschlos sen, bis zur einvernehmlichen Klärung der Unstim migkeiten keine Werbeanzeigen des DMRZ zu veröffentlichen. FOTOS: Klassik Taxi, DMRZ, FDP, Tom Buntrock/Taxi Times 4 SEPTEMBER / 2016 TAXI

EINE STADT IM AUSNAHMEZUSTAND München, Hanauer Straße. Auf der einen Seite ein Blumenmeer. Fotos, Briefe, Kuscheltiere, ein Absperrband, dann die Straße. Gedenken an die Opfer eines Amokläufers. Auf der anderen Seite wieder Blumen, Bilder, Kuscheltiere. Dazwischen der Taxistand. Mitten im Geschehen. In den Abendstunden des 22. Juli 2016 wurde eine Stadt paralysiert. U-Bahn, S-Bahn, Bus, Tram, alles stand still – nur das Taxi fuhr weiter. In der Münchner Regionalausgabe der Taxi Times lassen wir Taxifahrer zu Wort kommen, die erzählen, wie sie diese Nacht erlebt haben.

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