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Taxi Times DACH - Dezember 2016

EUROPÄISCHE TAXIMESSE

EUROPÄISCHE TAXIMESSE ZOLL PRÜFT AUF KÖLNER TAXIMESSE... ... den Wissensstand der Unternehmer. Manche von ihnen machten deutlich einen Bogen um den Stand des Zollamtes. Dabei war man nur gekommen, um zu informieren. Je nach „Geschäftsphilosophie“ schlägt der Anblick von Zollbeamten die Einen in die Flucht, während es die Anderen erfreut und die Hoffnung nährt, ein paar der Betrüger könnten aus dem Verkehr gezogen werden. Bisher stand man sich also eher bei Schwerpunktkontrollen gegen Schwarzarbeit gegenüber, jetzt war Gelegenheit für einen kleinen Plausch. Die häufigsten Ergebnisse der Kontrollen der vergangenen Monate waren Verdachtsmomente hinsichtlich des Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen, des Missbrauchs beim Bezug von Sozialleistungen, insbesondere des unrechtmäßigen Bezuges von Arbeitslosengeld und der Verdacht des Verstoßes gegen das Mindestlohngesetz. Auf mögliche Mindestlohnunterschreitungen hatte der Zoll 2015 und 2016 seinen Schwerpunkt gelegt. Ab Januar werden verstärkt Taxameter über- ist aber ein ganz anderes: wie in den meisten Behörden fehlt es auch dem Zoll massiv an Personal. Es könnten ganz andere Ergebnisse erzielt werden, wenn die personellen Möglichkeiten verbessert würden. Wenn kontrolliert wird, werden regelmäßig Erfolge erzielt. Um schneller deutlichere Erfolge gegen prüft. Entsprechen sie nicht den gesetzlichen Bestimmungen oder den Verordnungen Stecken hinter solch sympathischen Gesichtern wirklich knallharte Zoll-Prüfer? organisierten Betrug zu erzielen, müsste viel häufiger kontrolliert werden. Es bleibt örtlicher Behörden, muss der Unter- nehmer mit weiteren Prüfungen durch Finanz- oder Genehmigungsbehörden rechnen. die Hoffnung auf die Einsicht der Politik, dass bei den Einsparungen am Personal der Behörden oftmals am falschen Ende Das Hauptproblem der Zollbehörden gespart wurde. sb CABONLINE WAR GUT BESUCHT Der Auftritt von Cabonline zählte aufgrund seiner Größe und seines dort platzierten Tesla zu den auffälligsten Messeständen. Warum aber präsentiert sich ein schwedisches Taxiunternehmen, das auch in Norwegen und Dänemark unterwegs ist, einem weltweiten Taxipublikum? „Unser Hauptaugenmerk lag auf der Präsentation unseres Vermittlungssystems und unserer App“, erklärt Geschäftsführer Anders Karlsson. „Wir wollten aber auch unsere Marke „Cabonline“ promoten und mit vielen Kollegen netzwerken, schließlich werden wir uns künftig nicht mehr auf den nordischen Markt, sondern auf ganz Europa konzentrieren.“ Dabei möchte Karlsson an verschiedenen Fronten aktiv werden. Zum einen im Verkauf seiner technischen Lösungen, wo sich die Standbesucher (50 % Deutsche, 50 % Internationale) vor allem für die White-Label-Lösung seiner App interessierten. Ein Tesla S als Publikumsmagnet bei Cabonline Zum anderen ist er stets für weitere Zukäufe und Übernahmen offen. Mit der Messe-Resonanz war Karlsson sehr zufrieden. „Ich rechne damit, dass wir uns alle zur nächsten Veranstaltung wiedersehen werden.“ wf FOTOS: Taxi Times, Wim Faber ZU BESUCH AM TAXI TIMES-MESSESTAND Nicole Kaspari und Daniel Starrach von Kienzle Boto Nakis, Taxiverband Zürich Dirk Holl, Vorstand TVD, 40 Taxis und Mietwagen im Landkreis Rastatt 16 DEZEMBER / 2016 TAXI

EUROPÄISCHE TAXIMESSE KRANKENFAHRTEN, SCHWARZARBEIT, MINDESTLOHN Am Messestand von Taxi Times war immer etwas los. Zahlreiche Leser schauten vorbei. Einige von ihnen berichteten uns auch über ihren Taxi-Alltag und über Themen des örtlichen Gewerbes. Stephan und Isabel Kayserling (Foto unten) kamen aus der nordöstlichsten Stadt Deutschlands zur Taximesse. Von Sassnitz auf der Ostseeinsel Rügen sind es über 730 Kilometer nach Köln-Deutz. In dem beliebten Erholungsort mit knapp 10.000 Einwohnern gibt es derzeit nur 11 Taxis. Die sympathischen Eheleute betreiben eines davon und dazu einen Mietwagen. Das Geschäft in einem solchen Urlaubsgebiet sei stark saisonabhängig: Im Sommer machen Touristen einen Großteil der Kundschaft aus. Außerhalb der Saison gibt es hier ungleich weniger Fahrgäste, und das Gewerbe muss sich zum großen Teil mit Krankenfahrten über Wasser halten. „Rügen mit seinen gut 75.000 Einwohnern und 38 Taxiunternehmen ist ja eine typische Erholungsregion. Die Jüngeren wandern ab, die anderen werden älter und gebrechlicher, die Einrichtungen für Betreutes Wohnen schießen aus dem Boden. Wir haben einen Vertrag mit einem Pflegeheim – und damit viele nette, ältere Fahrgäste auch im Winter“, erklärt Isabel Kayserling. Ihr Mann ergänzt: „Es gibt hier Firmen, die wegen der Bauten der Offshore- Anlagen in Mukran ansässig sind und für Taxi-Aufträge sorgen.“ Das Taxi der beiden ist ein VW T5. Sie sind hauptsächlich auf der Messe, um sich den neuen T6 anzusehen. „So was wird in Mecklenburg-Vorpommern nirgends gezeigt. Wir müssen alles online recherchieren.“ Auffällig in grün: Das Taxi-Times-Messeteam Kathrin Hennrich hat ihren Taxibetrieb mit sechs Wagen in Altötting am Inn, 90 Kilometer östlich von München. Sie ist die 620 Kilometer gemeinsam mit ihrem Disponenten und Fahrer Robert Krzyzanowski angereist. Die Kreisstadt hat an die 13.000 Einwohner, der gleichnamige Landkreis nochmal gut 95.000 dazu. Er grenzt an Oberösterreich. DATENSCHUTZ IN OBERBAYERN „Knapp 50 Taxis dürften im Landkreis angemeldet sein“ schätzt die Kollegin. „Ich wollte mich mal mit den anderen Unternehmern vernetzen, damit man sich über eine Tarifänderung und andere Themen austauschen kann, aber das Landratsamt macht aus Datenschutzgründen keine genauen Angaben – über die Zahl nicht, und über die Betriebsstätten schon gar nicht“. Schwarzarbeit sei auch in dieser Grenzregion ein Problem. „Manche Fahrer, die aus anderen Firmen zu uns kommen, erzählen schlimme Sachen.“ Und: „Das Landratsamt unternimmt nichts gegen die illegale Bereitstellung oder Verstöße gegen die Tarifpflicht. Wenn man da fragt, bekommt man in der Amtsstube die Antwort: Ich kann mich doch nicht am Samstagabend da hinstellen und die Taxis kontrollieren!“ EXISTENZSORGEN IN CHEMNITZ Als Michael Zierold seinen Taxischein machte, heiß seine Heimatstadt noch Karl- Marx-Stadt, wurde aber ein Jahr später, 1990, in Chemnitz rückbenannt. Seit 2005 ist er Ein-Wagen-Unternehmer, außerdem Prüfer bei der Chemnitzer IHK. Kollege Stev Wackwitz hat seinen Ein-Wagen-Betrieb seit zehn Jahren und bezeichnet sich humorvoll als „Einzelkämpfer“. Die Einführung des Mindestlohns habe zu einem negativen „Ruck“ geführt. Viele Fahrer wurden entlassen, Unternehmer mussten ihre Betriebszeiten einschränken und sich fragen: „Schick ich meine Autos nachts noch auf die Straße?“ Seitdem sei es in der drittgrößten Stadt Sachsens abends und am Wochenende merklich schwieriger, ein Taxi zu bekommen. Auch hier halte man sich mit Krankenfahrten über Wasser, allerdings hauptsächlich werktags zu normalen Arzt- Sprechzeiten.“ ar Stephan und Isabel Kayserling aus Rügen, 1 Taxi , 1 Mietwagen TAXI DEZEMBER / 2016 Kathrin Hennrich + Robert Krzyzanowski, 6 Taxis in Altötting, Bayern 17 Michael Zierold (links), Prüfer bei der IHK, und Stev Wackwitz aus Chemnitz, je 1 Taxi

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