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Taxi Times DACH - Februar/März 2019

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Taxi Times – DACH ist ein unabhängiges Fachmagazin speziell für die Taxibranche aus dem deutschsprachigem Raum. Taxi Times – DACH erscheint 6 x pro Jahr und greift die aktuellen Taxitrends und Neuigkeiten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie punktuell auch aus der ganzen restlichen Taxiwelt auf. Den Schwerpunkt bilden Berichte über gewerbepolitische Aktivitäten der Branchenverbände sowie über Trends und Neuigkeiten zu branchenrelevanten Produkten und Rechtsprechungen.

ANTRIEB WENN DER STAAT

ANTRIEB WENN DER STAAT DAS TAXI MITBEZAHLT Wer sich heutzutage ein neues Taxi zulegt, sollte sich vorab sehr genau hinsichtlich der Fördermöglichkeiten informieren. Vor allem für Elektro- und Inklusionstaxis gibt es Zugaben vom Staat oder der Kommune. Bei genauer Betrachtung kommen beim Autokauf viele Fördermöglichkeiten infrage und die beginnen bereits meist im Autohaus. So bieten die meisten Hersteller, bei denen ein Taxipaket ab Werk bestellbar ist, eine Förderung in Form einer subventionierten Taxiumrüstung an. Dazu kommen dann noch bei Inzahlungnahme eines Dieselfahrzeugs mit Abgasnorm Euro 5 oder schlechter eine Umtausch- und Wechselprämie und ab und zu auch ein Hausrabatt. Doch wer sich informiert, der kann mit seinem neuen Fahrzeug noch weitere Prämien abschöpfen. In München existiert beispielsweise eine städtische Förderung für E-Taxis, die bis zu 40 % des Fahrzeugnettopreises an den Unternehmer zurückfließen lässt. Und in Berlin kann man bis zu 15.000 Euro vom Senat für eine Umrüstung bzw. Anschaffung eines Taxis mit Rollstuhlumbau erstattet bekommen. Beides ausschließlich für die heimischen Taxibetriebe. Parallel dazu läuft in der Bundeshauptstadt bis zum 31. Dezember 2019 eine Förderung für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge. Die Randbedingungen des Förderprogramms „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ sind ähn- lich wie bei der weiter unten erwähnten Förderung in Nordrhein-Westfalen, allerdings mit zwei kleinen Unterschieden. In Berlin werden mit 3.000 Euro auch Plugin-Hybride gefördert. Wer zudem noch ein Fahrzeug mit einem Diesel oder Benzinmotor mit Euro 4 oder geringer verschrottet, der kann zusätzlich 1.000 Euro Fördergeld beantragen. Kauft man ein kleines elektrisches Nutzfahrzeug ab 2,25 t zulässigem Gesamtgewicht und nimmt die Verschrottungsprämie in Anspruch, unterstützt der Berliner Senat die Anschaffung mit bis zu 9.000 Euro. Das Tolle an der Berliner Förderung ist, dass eine Doppelförderung erlaubt ist, beispielsweise mit der staatlichen Förderung, die beim Kauf eines E-Fahrzeugs bzw. eines Plug-in-Hybrids vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit Beteiligung der Fahrzeughersteller gewährt wird. Dieser auch unter dem Namen Umweltprämie geführte Bonus beträgt für reine E-Fahrzeuge insgesamt 4.000 Euro bzw. für Plugin-Hybride, also Hybridfahrzeuge, die auch von außen aufzuladen sind, 3.000 Euro, wobei sich das BAFA und die Hersteller die Umweltprämie teilen. Alle erwähnten Förderungen sind natürlich an gewisse Voraussetzungen geknüpft. Und erst im Kleingedruckten ist manche Info zu finden, die den Wunschwagen durch das Förderraster fallen lässt. TESLA MODEL S IST ZU TEUER Ein interessantes Beispiel ist die BAFA- Förderung des Tesla Model S. Die E-Limousine kann seit vergangenem Jahr eichrechtlich konform vom Oldenburger Spezialisten INTAX umgerüstet werden, übrigens ohne Unterstützung des Herstellers. Der Wagen wurde zeitweise mit bis zu 4.000 Euro staatlicher E-Fahrzeug-Prämie (Bund und Hersteller) unterstützt, weil es ein Einstiegsmodell für unter 60.000 Euro netto gab. Dann wurde die Förderung ausgesetzt, da die BAFA davon ausgehen musste, dass so ein Fahrzeug nur auf dem Papier existierte und in der Realität nicht bestellbar sei. Nach einigem Hin und Her ist dieses Katz-und-Maus-Spiel nun Geschichte. Das Model S wird Der TX eCity ist Gewinner und Verlierer in Personalunion: als Inklusionstaxi anerkannt, trotz E-Antriebs aber offiziell nur ein Plug-in-Hybrid. FOTOS: Thomas Müller, Taxi Times 20 FEBRUAR / MÄRZ / 2019 TAXI

ANTRIEB Privat oder geschäftlich: Je nach Einsatzzweck gibt es unterschiedliche Förderungen. mit der günstigen 75-kWh-Batterie nicht mehr produziert. An anderer Stelle fällt der Wagen nicht durchs Raster. Ganz neu im Förderdschungel ist das Förderprogramm für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Voraussetzungen zum Erhalt der Prämie sind im Programmbereich Emissionsarme Mobilität (Info siehe Kasten) festgesetzt. Unternehmen, Gewerbetreibende, Vereine und Verbände mit einem Standort in Nordrhein-Westfalen können zusätzlich zur Umweltprämie des Bundes eine weitere Kaufprämie für ein oder mehrere gewerblich genutzte Kraftfahrzeuge erhalten. In Zahlen ausgedrückt werden vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit Brennstoffzelle nochmals mit mindestens 4.000 Euro zusätzlich gefördert. Für Kleintransporter, genauer Fahrzeuge der Klasse N1 ab 2,3 t, können sogar 8.000 Euro NRW-Förderung beantragt werden. Wer zudem sein Fahrzeug finanzieren möchte, dem steht die Möglichkeit offen, eine zinslose Finanzierung über die NRW. Bank in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine gute Bonität. Darüber hinaus gibt es weiterhin Fördergelder für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. FÖRDERUNG IN NRW Wer sich für die Elektromobilität interessiert, aber selbst noch unentschieden ist, der kann in Nordrhein-Westfalen, übrigens genau wie in München, eine finanzielle Beihilfe für Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Unternehmen, die mindestens fünf Fahrzeuge gewerblich nutzen, teilen sich in NRW die Kosten mit der Behörde. Maximal werden die Beratungsleistungen mit 15.000 Euro bezuschusst. Pech haben aber häufig diejenigen, die mit einem elektrischen London-Taxi Förderungen nutzen wollen. Der Wagen wird zwar rein elektrisch fortbewegt, verfügt aber über einen Verbrennungsmotor, der als sogenannter Range-Extender während der Fahrt die Batterie auflädt. Technisch gesehen ist dieser Wagen, obwohl nur der Elektromotor seine Kraft an die Räder abgibt, als Hybrid angesehen. Was ihm jede Förderung, die auf reine E-Fahrzeuge ausgelegt ist, verwehrt. In der Folge kann weder die E-Taxi-Förderung in München noch die zusätzliche Förderung für Elektrofahrzeuge in Nordrhein-Westfalen in Anspruch genommen werden. Das bislang einzige Modell des britischen Traditionsherstellers LEVC ist ohnehin ein Sonderfall, hat es doch grundsätzlich alles an Bord, was ein Taxi zukunftsfähig machen soll. Neben dem E-Antrieb ist der Wagen auch mit einer Rollstuhlrampe für den Sitzendtransport oder einem Schwenksitz ausgestattet. Für Unternehmer, die sich für Inklusionstaxis stark machen, ist der Wagen sicher eine interessante Alternative. Dass der Wagen auch die Berliner Inklusionstaxiförderung in Anspruch nehmen kann, war zunächst unklar. Ist er doch nicht nach der geforderten Norm DIN 75078 zertifiziert. Auf Taxi Times-Nachfrage stellte sich heraus, dass auch die europäische ISO 10542, nach der der Wagen bereits zertifiziert worden ist, anerkannt wird. Förderungen, die dem Taxigewerbe zugutekommen, gibt es auch in anderen Städten und Kommunen. In Mannheim sind 50.000 Euro für die Umrüstung von Inklusionstaxis freigegeben worden. In Frankfurt, bislang eins von Deutschlands dunkelsten Gebieten in Sachen Elektromobilität, denkt man über eine Förderung von E-Taxis nach und schlägt einen ungewöhnlichen Weg ein. Die Stadt wird ein eigenes E-Taxi kaufen und dieses leihweise interessierten Taxiunternehmern zur Verfügung stellen. Die Idee hinter dem Angebot: Die Unternehmer sollen die Elektromobilität selber erfahren können. SCHLAUE SPAREN EINE MENGE Wichtig für die Kaufentscheidung ist also, die Fördermöglichkeiten bereits im Vorfeld eines etwaigen Kaufes zu klären. Eine allgemeine Empfehlung kann leider nicht ausgesprochen werden, da viele Förderungen im Zusammenhang mit der Melde adresse stehen und nur regional verfügbar sind. Wer schlau kauft, kann sicher eine Menge Geld sparen und nebenbei, beispielsweise mit der Rollstuhlbeförderung, sein Geschäftsfeld erweitern. Einzig der Ruf nach E-Fahrzeugen, die als Inklusionstaxi infrage kommen, wurde bislang noch nicht erhört. Hier dürften die Autos auch gerne ein wenig größer sein, denn in NRW und Berlin kann erst ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,25 bzw. ab 2,3 t die maximale Fördersumme in Anspruch genommen werden. sg Eine Übersicht aller Links zu den hier aufgezählten Förderprogrammen finden Sie unter www.taxi-times.com/foerderungen TAXI FEBRUAR / MÄRZ / 2019 21

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