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Taxi Times DACH - Februar/März 2019

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Taxi Times – DACH ist ein unabhängiges Fachmagazin speziell für die Taxibranche aus dem deutschsprachigem Raum. Taxi Times – DACH erscheint 6 x pro Jahr und greift die aktuellen Taxitrends und Neuigkeiten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie punktuell auch aus der ganzen restlichen Taxiwelt auf. Den Schwerpunkt bilden Berichte über gewerbepolitische Aktivitäten der Branchenverbände sowie über Trends und Neuigkeiten zu branchenrelevanten Produkten und Rechtsprechungen.

GASTKOMMENTAR Autonomes

GASTKOMMENTAR Autonomes Fahren wird die Zukunft bestimmen. Das Fahrzeug wird dann als Dienstleistung angeboten. So wie das Taxi schon seit Jahrzehnten. TAXIS ALS ANFÜHRER DER TRANSPORT-REVOLUTION Das Transportmodell der Zukunft entsteht aktuell unter dem Stichwort »TaaS«. Die Taxi-Industrie könnte dabei eine führende Rolle einnehmen. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass in den Nachrichten ein Bericht über die neuesten Entwicklungen autonomer Fahrzeuge erscheint. Die ständigen Innovationen, die von Unternehmen wie Tesla und Ford angekündigt werden, regen unsere Vorstellungskraft an, und gewähren uns einen spannenden Blick in die nicht allzu ferne Zukunft. Aber während wir darüber nachdenken, wie neue Technologien Privatfahrzeuge in den kommenden Jahren revolutionieren könnten, sollten wir uns auch fragen, was mit dem Rest der Transportindustrie passieren wird. Eine wachsende Bevölkerung trägt dazu bei, dass unsere Städte immer überfüllter und verkehrsreicher werden. Mit der Konsequenz, dass wir Zugang zu einer Vielzahl von Mobilitätsangeboten brauchen, anstatt uns auf unsere eigenen Fahrzeuge zu verlassen. Hier kommt das Konzept „Transportation as a Service“ (TaaS) zum Tragen. Das Modell umfasst alle Transportarten, die Reisenden in der Zukunft Bequemlichkeit, Flexibilität und Erschwinglichkeit anbieten. Nutzer können jederzeit auf einen zentralen Mobilitätsdienst zugreifen und Details wie Reisezeiten und Kosten ihrer Reise über eine integrierte App einsehen. Von einem automatisierten Fahrzeug zu Hause abgeholt und am Bahnhof abgesetzt werden, dann in einen Bus in der Stadt einsteigen – die vernetzten Dienste ermöglichen eine nahtlose Reise vom Anfang bis zum Ende. Das ist der Plan. Die Frage ist: Wie erreichen wir den Punkt, an dem die Zukunftsmusik wahr wird? Die ersten Schritte wurden bereits gemacht. Bis zu einem gewissen Grad sind die Grundlagen für dieses künftige „Transpor tation as a Service“-Modell Safa Alkateb bereits geschaffen. Die heutigen Mitfahrund Car-Sharing Dienste bieten der Öffentlichkeit eine bequeme und kostengünstige Alternative zum eigenen Fahrzeug. Technologie verbessert jetzt schon unsere Erfahrung bei der Planung und Durchführung dieser Reisen – in vielen Fällen können wir uns in eine App einloggen, um Fahrzeiten zu überprüfen oder herauszufinden, wo sich das nächstgelegene Fahrzeug befindet. Wir heißen diese neuen Errungenschaften in der Fortbewegung willkommen und erwarten, in der Zukunft noch mehr dieser On-Demand-Dienste zu sehen. In Berlin wurden dieses Jahr zum ersten Mal fahrerlose Busse getestet – dies unterstreicht den allmählichen Wandel, den wir in Richtung eines TaaS-Konzeptes machen. Doch müssen wir weiter an der Vernetzung von allen Arten des Transportes arbeiten, um sicherzustellen, dass der Prozess reibungslos abläuft. Als Hauptakteure im Mobilitätsraum sind Taxiunternehmen gut positioniert, um eine Transportrevolution anzuführen. Sie sind die idealen Vermittler und helfen uns, dort hinzukommen, wo wir in der Zukunft sein wollen. Damit dieses komplexe Zukunftsmodell reibungslos funktioniert, müssen alle Elemente des Transportnetzwerks zusammenkommen und im Einklang arbeiten. Es wird für den Verbraucher leichter, von A nach B zu gelangen, wenn er eine Vielzahl an Transportoptionen auf diese Weise integriert. Alles wird zentral einsehbar sein und eine gesamte Reise kann mittels einer App bezahlt werden. FOTOS: Continental, Autocab 22 FEBRUAR / MÄRZ / 2019 TAXI

GASTKOMMENTAR Die gute Nachricht ist, dass die von Taxis bereits genutzte Technologie wegweisend für ein reibungsloses Transportsystem sein kann. Mit automatisierten Buchungsund Versandsystemen können Taxiunternehmen mit Autovermietungen und Car-Sharing Diensten zusammenarbeiten, um Kosten und Zeit zu sparen. Abholund Bringdienste, z. B. für Urlaubs- und Geschäftsreisen sowie Mietwagenabholungen, werden durch die Zusammenarbeit dieser Transportpartner viel einfacher zu verwalten sein. Das TaaS-Netzwerk der Zukunft wird stark davon abhängen, wie Organisationen unsere Daten nutzen. Wir benötigen aktuelle Informationen zu Fahrzeugstandorten und öffentlichen Verkehrsmitteln, damit Fahrten reibungslos ablaufen können. Da rüber hinaus müssen persönliche Präferenzen zwischen Einzelpersonen und Transportanbietern kommuniziert werden, sodass ihnen die bestmögliche Option für ihre Reise angeboten wird. Wir müssen wissen, wohin die Benutzer gehen und wie oft. Daher wird der Austausch von Informationen für die Reiseplanung unerlässlich. TAXIS SIND DATENQUELLE Für intelligente Stadtplaner, welche sich auf die zukünftige Verkehrsinfrastruktur vorbereiten, sind Taxis eine hervorragende Datenquelle mit der großen Menge an Informationen, die sie über individuelle Touren sammeln. Jeden Tag machen Taxis Millionen von Fahrten, jede davon für den Kunden personalisiert. Taxis sind somit TaaS-Wegbereiter der ersten Stunde – bereits seit Jahrzehnten bieten sie ,,Fahrzeug als Dienstleistung“ an. Sie waren auch die Ersten, die nachweisen konnten, wie und wann Menschen ihre täglichen Wege zur Arbeit, in den Urlaub und in ihrer Freizeit machen. Dank der Taxis kennen wir auch die meistbenutzten Strecken in unseren Städten. Und vor allem wissen wir, wann Menschen sie benutzen und wann nicht. Diejenigen, die jetzt dafür verantwortlich sind, uns in eine ,,intelligente“, reibungslose Zukunft der Mobilität zu transportieren, würden gut daran tun, in die Fußstapfen von Taxis zu treten. Die Taxi-Industrie ist wirklich der beste Freund, von dem die Transportinnovatoren nicht wussten, dass sie ihn haben. Safa Alkateb, Vorsitzender von Autocab »WERDEN SIE BESSER ALS MYTAXI« Der Beitrag über den zweistelligen Millionenverlust von mytaxi hat unter den Taxi Times-Lesern eine kontroverse Diskussion entfacht. Dabei meldete sich auch eine Taxikundin zu Wort. Gerne möchte ich als guter Taxikunde hier mal kurz meine Sicht schildern. Als Fahrgast interessiert mich primär, dass eine Taxivermittlung schnell zu erreichen ist, Aufträge präzise annimmt und sich ebenso bei notwendigen Nachfragen kümmert und gut kommuniziert. Natürlich soll das georderte Taxi pünktlich vor der Tür stehen, der Fahrer freundlich und hilfsbereit sein, die Fahrt angenehm und der StVO entsprechend verlaufen, das Ziel präzise gefunden werden und der Preis tarifgerecht erhoben und mit den gewünschten üblichen Zahlungsmitteln entrichtet werden können. Das habe ich bisher meist so erlebt. Aber ich nutze auch die mytaxi-App. Nicht, weil ich irgendjemandem misstraue, etwas missgönne o. Ä. Sondern, weil ich deren Funktionalität mag. Ich mag sehen, wo der Fahrer ist, ob er unterwegs ist. Ich mag rechtzeitig wissen, was die Fahrt kostet. Ich mag es, wenn meine Tochter mit einem Klick mir mitteilen lassen kann, dass »Apps sind heute ein Bestandteil unseres Nutzerverhaltens.« die Taxe sie gut zu Hause abge- liefert hat etc pp. Ich nutze die mytaxi-App so, wie ich heute die Apps von Post und DHL nutze für die Planung von Lieferungen. Ich nutze die Apps von Bahn, Fluglinien und Airports für Rei- sebuchungen/ -Planungen und die dazugehörige Kommunika- tion. Und vieles Weitere noch. Apps sind heute ein Bestandteil unseres Nutzerverhaltens. Und ich bin kein Computer- nerd. Ich bin 63. Wenn mytaxi so schlecht für das Taxigewerbe ist, dann müssen Taxler und alle zu diesem Gewerbe Gehören- den etwas dagegen tun. Aber den Kampf nur mittels politischer und juristischer Mittel zu führen, geht schief, wenn dabei die Belange und das Nutzerverhalten der Kunden nicht berücksichtigt werden. Alle, die mytaxi nutzen, tun dies NICHT, um Taxlern und deren Zentralen zu schaden. Sondern weil sie einen Nutzen für sich sehen. Und das tun sie so lange, wie sich ihnen keine adäquate Alternative bietet. Und die telefonische Taxenbestellung ist heute evtl. für viele noch die erste Wahl (mit Apps hat es nicht jeder, weiß ich). Aber es werden weniger. Machen Sie, Taxler und Zentralen, sich dazu Ihre eigenen Gedanken und Lösungen. Aber berücksichtigen Sie dabei: Während Sie noch jammern über die Ungerechtigkeit der Welt, des Marktes und Ihrer Kunden, dreht sich die Welt weiter und wartet nicht auf Sie. Machen Sie mit, werden Sie besser als mytaxi. Grüße, Lucie Huber Hinweis: Der Beitrag „mytaxi verkauft Millionenverlust als Erfolg“ kann unter www.taxi-times.taxi nachgelesen werden. Stichwortsuche „Millionenverlust“ 23

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