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Taxi Times DACH - Juni 2018

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SCHWEIZ + ÖSTERREICH

SCHWEIZ + ÖSTERREICH NEWSTICKER BASLER TAXIFAHRER MACHEN UBER-STUNDEN Seit UberPOP nun endlich auch in Basel offiziell eingestellt wurde, setzt der US-Vermittler auch hier auf UberX, wodurch nur noch lizenzierte Fahrzeuge und Fahrer mit Fahrerlaubnis fahren dürfen. Viele von ihnen scheinen Taxifahrer zu sein, die nach Dienstschluss das Dachzeichen entfernen und dann im Auftrage des amerikanischen Unternehmens weiterfahren. Diese Beobachtung machte dem SRF-Regionalprogramm Basel zufolge die Schweizer Gewerkschaft Unia. Roman Künzler von der Unia meint, vielen sei wohl nicht bewusst, dass durch überlange Arbeitszeiten die Sicherheit für Fahrer und Fahrgäste beeinträchtigt sei. prh WIENER TAXILENKER DEMONSTRIEREN EIN ZWEITES MAL Rund zwei Monate nach einer ersten Demo haben Wiens Taxifahrer am 11. Juni erneut gegen Uber protestiert. Diesmal mit der nahezu doppelten Anzahl an Taxis. Rund 2 000 Taxis hatten sich laut übereinstimmenden Medienberichten am Demonstrationszug beteiligt. Veranstalter der Demo war abermals der Global Taxiverein. Diese Gruppierung hatte bereits im April eine Protestfahrt organisiert. Die Forderungen haben sich im Vergleich zu damals nicht geändert. „Faire und klare Verhältnisse in der Personenbeförderung“ und: „Dem Preis-Dumping durch Uber muss ein Ende gesetzt werden“. Alfred Grimann, Sprecher des Global Taxivereins, rief gegenüber „Die Presse“ nach Konsequenzen: „Laut dem geltenden Gesetz ist das, was Uber macht, illegal.“ Jene Konsequenzen kamen schneller als erwartet. Das österreichische Verkehrsministerium reagierte bereits am Tag vor der Demo mit der Ankündigung, das Gelegenheitsverkehrsgesetz ändern zu wollen. „Die Rechtslage ist aktuell nicht so eindeutig“, gibt Hofer zu. „Zudem steht der Verdacht im Raum, dass sich Uber nicht an die Spielregeln des Gelegenheitsverkehrsgesetzes hält.“ Sein Ministerium wolle für eine eindeutige rechtliche Grundlage sorgen. jh Wiener Taxikollegen haben von Uber die Schnauze voll. DIE PLÖTZLICHE ÜBELKEIT Bei einer Schwerpunktkontrolle der Finanzpolizei am Wiener Flughafen Schwechat kam es zu einer kuriosen Begebenheit, die Franz Kurz, Leiter der Finanzpolizei Wien, gegenüber der Zeitung „Kurier“ folgendermaßen schilderte: „Ein Mietwagenfahrer hat sich heimlich vom Acker gemacht, als er uns gesehen hat. Er hat nicht einmal sein Auto abgesperrt. Nach einiger Zeit ist der Unternehmer selbst gekommen, um das Auto abzuholen. Er hat behauptet, seinem Fahrer sei ,urplötzlich übel geworden‘.“ Doch damit nicht genug: Die Finanzpolizei fand schnell heraus, dass der Unternehmer auch noch im Steuerrückstand war. Sein Auto bekam er deshalb erst wieder, als er die Steuerschuld in mehrstelliger Höhe bar beglich. jh STREIT UM WIENER TAXI-DEMOS Können Taxi-Demos etwas bewirken? Innerhalb des Wiener Taxigewerbes gibt es dazu unterschiedliche Ansichten. Die Taxizentrale 40100 hatte sich an beiden bisherigen Wiener Taxidemos nicht beteiligt, gegenüber den Kollegen aber Verständnis gezeigt. 40100 hatte im Mai eine einstweilige Verfügung gegen Uber erwirkt und so ein Totalverbot der App erreicht, was Uber aber nicht davon abhielt, nur zwei Tage später mit veränderten Geschäftsbedingungen weiterzumachen. Auch die Verantwortlichen der Wiener Taxi-Fachgruppe führen eifrig Gespräche hinter denn Kulissen. Im gemeinsamen Kampf gegen Uber finde man „auf der Straße keine Lösungen“, wird der zuständige Spartenobmann der Wirtschaftskammer, Davor Sertic, in den Medien zitiert. Die Wirtschaftskammer hatte den Druck auf den Verkehrsminister bereits rund zwei Wochen vor der Demo verstärkt, als man Norbert Hofer per Pressemeldung aufforderte, „an Tempo zuzulegen und sich endlich der wahren Problemen in Österreich anzunehmen“. Reagiert hatte Hofer darauf zunächst nicht, dafür aber kurz vor der angekündigten Taxi-Demo, was wiederum Irfan Kuna als Erfolg seiner Aktionen verbuchte: „Da soll doch noch mal jemand behaupten, dass unsere Demonstrationen nichts bringen.“ jh FOTOS: Irfan Kuna, BMF-citronenrot 10 JUNI / JULI / 2018 TAXI

ÖSTERREICH DAUMENKINO DER ESKALATION Achtung, Déjà-vu: In Wien lässt Uber den Streit mit der Taxibranche munter weiter eskalieren. An seinem altbewährten Muster hat der Konzern entgegen seinen Versprechungen nichts geändert. Zunächst sah es wie ein Durchbruch aus: Hatte die Taxizentrale 40100 aus Wien es endlich geschafft, nicht nur die Mietwagenunternehmen zur Verantwortung zu ziehen, gelang es deren Rechtsanwalt und Wettbewerbsspezialisten Dieter Heine im April sogar, den eigentlichen Verursacher der Malaise vor den Kadi zu bringen. Das Handelsgericht erließ eine einstweilige Verfügung und zwang Uber, seine Services UberBlack, -Van und UberX abzuschalten. Uber halte sich nicht an die geltenden Gesetze und Verordnungen der Stadt Wien und agiere wettbewerbswidrig, argumentierte die Zentrale, die über eintausend legale Taxis allein in der Hauptstadt Österreichs disponiert. Fahrzeuge im Auftrag des amerikanischen Anbieters verstießen gegen die Rückkehrpflicht und würden Fahrgäste auch außerhalb der Gemeinde des Betriebssitzes aufnehmen. Das Handelsgericht drohte bei Zuwiderhandlung eine Strafe von bis zu 100 000 Euro je Einzelfall an. BRANCHE MUSS QUALITÄT STEIGERN Der Geschäftsführer von 40100, Christian Holzhauser, und Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr, zeigten sich noch am selben Tag „hocherfreut“. Sertic kündigte aber an, dass weiter für faire Rahmenbedingungen gekämpft und an der Qualitätssteigerung der Branche gearbeitet werde. Doch die Freude währte nicht lange: Uber kündigte postwendend an, gegen die Verfügung vorzugehen und „nach einigen Tagen“ den Betrieb wieder aufzunehmen. Es folgten turbulente Stunden: Einige Menschen, darunter wohl etliche Fahrer des Billig-Anbieters, ließen nach der abrupten Notabschaltung der Laien-Taxi-App ihren Emotionen freien Lauf und drückten ihren Ärger auf der Facebook-Seite der Taxizentrale 40100 aus. Holzhauser ließ die Seite kurzfristig vom Netz neh­ u TAXI JUNI / JULI / 2018 Die Fahrtenvermittlung, mit der Sie wirklich mehr Geld verdienen! GÜNSTIG - Kosten der Zentrale reduzieren FAIR - Sie zahlen nur bei Nutzung des Systems FLEXIBEL - Aufträge telefonisch oder per App EFFEKTIV - Fahrer-App mit GPS Tracking Lassen Sie sich jetzt unverbindlich beraten! Tel.: 02403 - 5012750 Weitere Informationen erhalten Sie unter www.taxikomm24.de