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Taxi Times DACH - Juni 2018

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TAXI INTERNATIONAL

TAXI INTERNATIONAL NEWSTICKER SEELENFRIEDEN KOSTET EXTRA Uber wird zusammen mit der Versicherungsgesellschaft Axa den Fahrern in Europa einen Unfall- und Krankenversicherungsschutz bieten. Der angeblich kostenlose Schutz soll Unfälle, Verletzungen, Krankheiten ebenso abdecken wie „Leistungen bei Elternschaft“. Ganz selbst- und kostenlos wird die gemeinsame Plattform offenbar doch nicht sein: Eine „individuelle Anpassung“ sowie „Erweiterungen“ wie „Verdienstausfall- oder Rentenversicherung“ müssen von den Fahrern der Axa abgekauft werden. Uber-Boss Khosrowshahi sprach von einem „bahnbrechenden Schutz“ und „Seelenfrieden für die Fahrer“. prh Bei Taxify sitzt jetzt auch Daimler im Vorstand. TAXIFY ERHÄLT 175 MILLIONEN US-DOLLAR TAXIS BLEIBEN UNVERZICHTBAR Trotz Laien-Taxis und selbstfahrender Fahrzeuge: Taxis wird man immer brauchen, meint Dr. Michael Galvin. Die größte Unbekannte in der Gleichung der neuen Konkurrenten sind nämlich die Fahrgäste mit ihren individuellen Bedürfnissen und Benehmen. Taxis könnten damit am besten umgehen. „Die Personenbeförderung war schon immer ein chaotisches Geschäft – und wird es auch in Zukunft bleiben“, fasste Galvin seine langjährigen Erfahrungen aus London zusammen, wo das Taxi sich immer noch trotz Konkurrenz behaupten könne. Der Chef des operativen Geschäftes der Vermittlungsplattform Karhoo warb dafür, bei den befürchteten Umbrüchen durch Deregulierungen und neuen Konkurrenten aktiv zu werden, Gespräche zu führen und so die eigene gewerbliche Zukunft mitzugestalten. prh Der aus Estland kommende App-Fahrtenvermittler Taxify hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Neben dem Automobilkonzern Daimler als Hauptinvestor beteiligte sich unter anderem auch Didi Chuxing. Daimler bekommt dafür einen Platz im Vorstand des Unternehmens. Daimler baut „Mobilität als Dienstleistung“ als zweites Standbein neben der Automobilproduktion weiter aus und stärkt seine Position als Vermittler in Europa. Über die Beteiligung Didis in unbekannter Höhe ist auch der Transportgigant Softbank ein wesentlicher Teilhaber des Laien-Taxi-Anbieters. Das Geld möchte Taxify, die angeblich weltweit über 500 000 Fahrer und zehn Millionen Kunden verfügen, für die Expansion investieren – insbesondere möchte man nach Deutschland. Taxifys Strategie: dort auftreten, wo das Geschäftskonzept bereits legalisiert wurde. prh UBER: EUROPA STATT ASIEN In Singapur ist Uber nicht mehr verfügbar – das Geschäft wurde gegen Beteiligungen am Konkurrenten Grab verkauft. Die frei werdenden Ressourcen möchte Uber für seine „Kernmärkte“ Europa und USA einsetzen. Trotz Bedenken der Wettbewerbsbehörden ist der Deal vollzogen. Dahinter steckt der japanische Technologiekonzern Softbank, der größter Anteilseigner der beiden Konkurrenten ist. Der möchte sein gesamtes Geschäft weltweit konsolidieren, und das bedeutet, dass Südostasien (über 594 Millionen Einwohner mit hohem Wirtschaftswachstum) in Zukunft von Grab anstatt von Uber beackert werden soll. Sowohl Kunden wie auch Fahrer spüren jetzt die Auswirkungen der Monopolbildung in einem deregulierten Markt. Kurz nach dem Abschalten der Uber- App kam es zu einem rasanten Anstieg der Preise. Go-Jek, Unternehmenswert 5 Mrd. Dollar, ist bislang in Indonesien (240 Millionen Einwohner) der Platzhirsch und möchte mit 500 Millionen Dollar in die Lücke stoßen. Das japanische Softbank, ursprünglich Internet-Anbieter, ist größter Anteilseigner von Uber und vieler ähnlicher Apps. Auch an Herstellern von Komponenten oder Software für autonome Fahrzeuge ist Softbank wesentlich beteiligt. prh FOTOS: Taxify, Taxi & Mobility Update 2018 14 JUNI / JULI / 2018 TAXI

TAXI INTERNATIONAL Internationale Fachleute trafen sich zur Konferenz „Taxi & Mobility Update“ in Brüssel. TAXI-EXPERTEN IM ERFAHRUNGSAUSTAUSCH »Wer hat Zugang zum Mobilitätsmarkt der Zukunft?« »Wer ist dabei, wer ist raus?« – Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer des diesjährigen »Taxi & Mobility Update« in Brüssel. FOTO: Taxi & Mobility Update 2018 Die neuen Plattformen, zusammengefasst unter „Mobilität als Service“ (MaaS, Mobility as a Service), autonome Fahrzeuge und intelligente Transportsysteme waren ebenso unter den von über 20 vortragenden Experten abgehandelten Themen wie auch rechtliche Aspekte, wirtschaftliche Entwicklungsdaten und natürlich der Einfluss von Uber und ähnlichen Anbietern. Über den Stand der Entwicklung autonomer Fahrzeuge und deren tatsächliche Zukunftsfähigkeit wurde aus neutraler, wissenschaftlicher Sicht von Prof. Dr. Lieselot Vanhaverbeke (Universität Brüssel) berichtet. Das fahrerlose Fahrzeug würde noch sehr lange auf seine Einführung warten müssen – hier sei die Rede von Jahrzehnten und nicht von Jahren. Das sieht der Technologieberater Alwin Bakker aus Rotterdam genauso. Warum man trotz der Uber-Urteile des Europäischen Gerichtshofes keine Entwarnung geben konnte, ergab sich aus den Schilderungen über die Auswüchse des Taximarktes der Niederlande nach der Deregulierung (siehe Bericht auf Seite 16). So stellte man aus dem Publikum die naheliegende Frage, ob so etwas auch Deutschland bevorstehen könnte. Einen Überblick über das erfreulicherweise noch gut organisierte deutsche Taxigewerbe gab der Jurist Herwig Kollar (Vorstandsmitglied des BZP). Er ging dann auf die Herausforderungen ein, die sich aus einer möglichen Reform des Personenbeförderungsgesetzes sowie den neu auf den Markt drängenden Verkehrsanbietern ergeben könnten. Auch die Entwicklungen in Großbritannien, den USA oder Russland könnten sich angesichts der Deregulierungswünsche für Mitteleuropa als relevant erweisen. Simon Buggey von der Londoner Genehmigungsbehörde TfL stellte sich einiger Kritik im Umgang mit der Lizenzvergabe für mittlerweile 120000 Fahrzeuge im Taxi- und Mietwagengewerbe der britischen Hauptstadt. Irina Zaripova (Direktorin der Taxibehörde Moskaus) gab einen Einblick in ihre Versuche, den Markt für Fahrer und Kunden gleichermaßen sicher und nachhaltig zu gestalten. Eingeladen hatten – wie jedes Jahr – die Journalisten und Heraus geber Katie Challans und Wim Faber, die unter anderem die unabhängige Informationsplattform „Mobility Intelligence“ und „Taxi Intelligence“ betreiben. Auf dem Podium und den Referentenplätzen saßen Taxibetreiber, Gewerbe- und Behördenvertreter, Forscher und Experten aus der ganzen Welt. Humorvoll moderiert wurde die Veranstaltung von Richard Harris, einem Fachmann für Autonomes Fahren und MaaS. prh Der neue EKO-Umbau zum Rollstuhlbeförderungsfahrzeug Effizient Kostengünstig Original TAXI JUNI / JULI / 2018 im Doorgrund 13 D-26160 Bad Zwischenahn 15 fon +49 4403 58902 fax +49 4403 58903 info@reha-automobile.de www.reha-automobile.de