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Taxi Times DACH - Juni 2018

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SHARING TAXI- SHARING

SHARING TAXI- SHARING Was macht Moia in Hamburg und Hannover? Was setzt das Taxigewerbe dagegen? Welche neuen Anbieter drängen noch auf den Markt? Und wer will nicht gegen, sondern mit dem Taxi agieren? Ein Überblick. ISAR-TIGER IN MÜNCHEN Die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG will ab Mitte Juni einen Sammeltaxi-Dienst erproben, dem man den vielsagenden Namen „Isar-Tiger“ gegeben hat. Der Test beginnt mit einer dreimonatigen, kostenlosen Erprobungsphase mit 20 umweltfreundlichen Pkw. Gefahren wird Samstagnacht von der Innenstadt in Richtung Westen der Stadt. Eventuelle Kapazitätserweiterungen will man in Kooperation mit Taxiunternehmen verwirklichen. Die ersten Gespräche dazu gab es bereits mit den beiden großen Taxi-Anbietern in München: der Taxi München eG und der IsarFunk- Zentrale. prh MYTAXI- MATCH UND CLEVER SHUTTLE EXPANDIEREN Seit Anfang Mai bietet mytaxi seine Sharing- Funktion „match“ auch in Berlin an. Auch in München will man bald an den Start gehen. Der Taxivermittler aus dem Hause Daimler bietet dem Kunden einen Gutschein in Höhe von 30 Prozent des Fahrpreises, wenn keine Mitfahrer gefunden werden. Der Sharing-Anbieter Clever Shuttle ist derweil nach Stuttgart expandiert. „Genehmigt von der Behörde, die gleichzeitig die Anzahl der Taxikonzessionen reduzieren will“, kritisiert Murat Arslan von der Taxizentrale TAZ. jh MOIA 1: HAMBURGER DISKUSSIONSRUNDE Der geplante Moia-Start in Hamburg schlägt hohe Wellen. Grund genug für die Handelskammer, die Beteiligten Ende Mai zu einem „fairen Dialog“ zusammenzuführen. Am Gipfeltreffen nahmen drei Taxi- und zwei Behördenvertreter sowie zwei Moia-Verantwortliche teil. Bei aller Sachlichkeit blieben die Fronten verhärtet, auch wenn ein Taxivertreter Gesprächsbereitschaft bekundete. Wer was zu sagen hatte, kann unter www.taxi-times.taxi nachgelesen werden. Stichwortsuche: Hamburger Handelskammer. jh FOTOS: MVG, Khessrau Asefi, Taxi Times 8 JUNI / JULI / 2018 TAXI

SHARING ECO-BUS Für Mobilitätsverbesserungen müssen nicht unbedingt neue Anbieter als Billigheimer auf den Markt drängen. Vielmehr muss es darum gehen, bestehende Verkehrsträger zu integrieren. Das Max-Planck- Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) Göttingen probiert dies während der nächsten zwei Jahre in vier Gemeinden in Niedersachsen mit der Plattform „EcoBus“. Im Pilotversuch kommen fünf Sprinterbusse zum Einsatz. Bei Mehrbedarf soll die Flotte vorzugsweise von Bus- oder Taxi- bzw. Mietwagenunternehmen betrieben werden. prh TAXI- SHARING IN DEN MILLIONENSTÄDTEN Thomas Lohse von Hansa-Funk in Hamburg und BZP-Vizepräsident Hermann Waldner haben sich eindeutig zum Taxi-Sharing bekannt. „Für unsere Außendarstellung und für unsere Gewerbepolitik ist Taxi-Sharing sehr wichtig, es ist ein Ausweis unserer Bereitschaft und unserer Fähigkeiten“, betont Waldner und kündigte den Start des geteilten Taxis für Berlin, München und Köln an. Lohse, in dessen Hamburger Zentrale Taxi-Sharing bereits angeboten wird, berichtet von bis zu 1 000 Fahrten am Tag, die man zum Start dank einer erfolgreichen Pressekampagne hatte. Danach wurde es wieder weniger. „Dieser Markt ist kein Selbstläufer. Man wird ihn langfristig bewerben müssen.“ jh WUNDER ZUM ZWEITEN MOIA 2: ZEIT GEWONNEN IN HANNOVER Der geplante Moia-Start in Hannover ist zunächst einmal aufgeschoben. Ein bei der Vergabekammer Lüneburg eingereichter Nachprüfungsantrag wurde angenommen. Die Hannoveraner Genehmigungsbehörde unterliegt nun zunächst einem „Zuschlagsverbot“. Gunther Zimmermann, Geschäftsführer der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen im GVN, begrüßte die Lüneburger Entscheidung. Die so gewonnene Zeit müsse genutzt werden, „um den ÖPNV als Einheit aus ÖPNV mit Bussen, Bahnen, Taxis und neuen Konzepten zu begreifen und weiterzuentwickeln“. jh Was Moia kann, will „Wunder“ auch können – in kleineren Städten. Im August will das Unternehmen mit einem Smart-Shuttle- Projekt in einer Stadt mit 50 000 Einwohnern starten. Das größere Geschäftsfeld scheint aber der Vertrieb der Software zu sein. Betreiber von Fahrdiensten, wie Sammeltaxis oder „Rufbusse“, sollen die Software nutzen und pro Fahrt und Fahrgast 30 Cent an das Unternehmen abführen. Für die Firma ist es der zweite Versuch, in Deutschland Fuß zu fassen. 2014 war man mit der Idee, Fahrten an Laien-Taxis zu vermitteln, an der deutschen Gesetzgebung gescheitert. prh TAXI JUNI / JULI / 2018 9