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Taxi Times DACH SPECIAL- August 2019

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PARTNERSCHAFTEN »Sixt

PARTNERSCHAFTEN »Sixt hat sich entschieden, keine eigenen Flotten aufzubauen.« Johannes Boeinghoff, Managing Director Sixt ride management-Organisationen in Form der Taxizentralen gibt. Folglich kooperiert man ausschließlich mit Taxizentralen. Das ist der große Unterschied zu mytaxi / Free Now, die den einzelnen Taxiunternehmer angesprochen und diesen dadurch eine Alternative zu den bestehenden Taxizentralen angeboten haben. Als mytaxi nun zu Free Now wurde und Taxikunden in den Mietwagenbereich überführte, war der einzelne Unternehmer mangels gemeinsamer Organisation nicht in der Lage, den Seitenwechsler schnell und wirksam zu boykottieren. Taxizentralen sind dagegen untereinander gut vernetzt und haben einen schlankeren Organisationsgrad sowie eine andere Marktmacht als die Masse der einzelnen bisherigen mytaxi-Partner. Wenn Sixt irgendwann einmal nach dem mytaxi-Modell die Kunden abziehen will oder aufgrund einer starken Marktmacht die Provisionssätze in die Höhe treibt, wären Taxizentralen organisatorisch innerhalb weniger Stunden in der Lage, Sixt vom Vermittlungsweg „Taxi“ abzuschneiden. Dazu kommt, dass Sixt den Weg, Personenbeförderungen mit Mietwagen unterhalb des Taxipreises anzubieten, bereits ausführlich getestet hat. Neben einem kleinen, exklusiven Chauffeurdienst betreibt das Unternehmen seit vielen Jahren die Vermittlungsplattform „mydriver“. Diese App sei ein Fehler gewesen. „Das Konzept hat nicht funktioniert“, räumte Boeinghoff in Luxemburg ein und entschuldigte sich gleich auch noch für die aggressiven Werbeslogans, mit denen man damals auch das Taxigewerbe verunglimpfte. Bei Sixt ist nach jahrelanger mydriver-Erfahrung die Erkenntnis gereift, dass man seriöse Personenbeförderung mit fairer Bezahlung der Fahrer ohnehin nicht unter den üblichen Taxitarifen anbieten könne. Boeinghoff betont dies bei diversen Informationsveranstaltungen, unter anderem im Juni vor Berliner Taxiunternehmern. Dazu verspricht man, genau jenen internationalen Businesskunden zurückzuholen, den das Taxi mittlerweile an Uber & Co. verloren hat und dessen Erwartungshaltung sich mittlerweile gewandelt hat. Businesskunden wollen heutzutage bargeldlos und zentral abrechnen, weshalb sämtliche Sixt-Taxibestellungen von den Zentralen als bargeldlose Fahrten abgewickelt werden. Der Kunde bezahlt per Rechnung und hinterlegter Kreditkarte an Sixt, Sixt bezahlt an die Taxizentrale und die wiederum an die fahrtausführenden Teilnehmer. TAXI IN DIE REISEKETTE Dazu ist der weltweit größte Autovermieter auch im Zuge seines Leihwagen-Angebots mit zahlreichen Reiseportalen und Reisekostenmanagement-Systemen vernetzt (zum Beispiel Cytric und Onesto), denen TAXI FÜR DIE HÄLFTE Seit Juli verspricht der Mobilitätsanbieter Sixt Taxifahrten mit 50 Prozent Rabatt. Diese Idee ist nicht neu, doch diesmal kommt sie den Taxizentralen zugute. Gleiche Aktion mit anderen Vorzeichen: Wie seit Langem mytaxi animiert nun auch Sixt potenzielle Kunden dazu, die nächste Beförderung über die Sixt-App als Taxifahrt zu buchen und dafür nur die Hälfte des Fahrpreises zahlen zu müssen. Als mytaxi die Aktion damals startete, freuten sich deren Partner (Taxiunternehmer und -fahrer) und ärgerten sich die örtlichen Taxizentralen, denn der Kampf um Marktanteile ging ganz klar auf deren Kosten. Die Taxizentralen klagten und bekamen vor manchen Landgerichten recht – bis schließlich der BGH deren Rechtsprechung ins Gegenteil verkehrte und die Rabattaktionen erlaubte. Nun also Sixt mit der gleichen Masche – und doch sind es diesmal ganz andere Vorzeichen. Jetzt ärgern sich etliche Taxifahrer und freuen sich die Taxizentralen, denn mit Letzteren arbeitet Sixt zusammen. Soll heißen: Jede Taxibestellung über die im Februar gelaunchte Sixt-App landet im System der örtlichen Taxizentrale und wird von dort an die angeschlossenen Taxis übermittelt. Was den Zentralen bei mytaxi also noch ein Dorn im Auge war, kommt ihnen nun zugute – sofern mit der Aktion Fahrgäste angesprochen werden, die ansonsten ihr Taxi nicht bei der Taxizentrale bestellt hätten. Genau diese Nicht-Zentralen-Fahrgäste möchte Sixt ins Taxi locken. Jenes junge Publikum, das sehr preisbewusst bei der Wahl seines individuellen Beförderungsmittels agiert und somit eher zu den mytaxi-Kunden zählt als zu den Zentralenkunden bzw. deren Apps taxi.eu, Taxi Deutschland und Cab4me. Somit versucht Sixt jene Kunden zurückzuholen, die demnächst als mytaxi-Kunden ungefragt in die Free-Now-App überführt werden, wo man ihnen dann neben der Option „Taxi“ auch die Option „Mietwagen“ anzeigen wird. Da Mietwagenfahrten günstiger angeboten werden sollen, kann man sich ausrechnen, für wen sich der bisherige mytaxi-Kunde künftig entscheiden wird. Für die Taxifahrer und Kollegen, die bisher Partner von mytaxi waren, ist dies ein Schlag ins Gesicht. Sie versuchen nun, ihre Kunden in persönlichen Gesprächen von den echten Taxi-Apps zu überzeugen und bieten die Außenflächen ihrer Taxis als kostenlose Werbeflächen für Taxi Deutschland oder taxi.eu an. Sixt ergänzt nun diese Bemühungen, indem man an der Preisschraube dreht. Eine Aktion, die sich Taxizentralen finanziell nicht leisten können, da ansonsten sie die Preisdifferenz zwischen Taxitarif (der bei jeder Fahrt weiterhin an den ausführenden Taxiunternehmer ausbezahlt wird) und Rabattpreis ausgleichen müssten. Diesen finanziellen Ausgleich übernimmt nun Sixt – verbunden mit dem Versprechen, dass man aufgrund der negativen Erfahrungen mit mydriver sicherlich nicht in die Mietwagenvermittlung wechseln will (siehe nebenstehenden Beitrag). Um diesem Versprechen die nötige Nachhaltigkeit zu geben, sollte man den angekündigten Rückzug von mydriver auch mit einem verlässlichen Datum versehen. Das würde manchem Kritiker ein weiteres Argument entziehen. jh FOTOS: Sixt, Taxi Times 20 AUGUST / 2019 TAXI

PARTNERSCHAFTEN Hermann Waldner, Taxi Berlin und taxi.eu können die großen Reiseketten dort jetzt auch das Taxi in Deutschland einkaufen.“ Alles in allem hat die Zusammenarbeit der Taxizentralen mit Sixt also genügend Argumente, von denen sich die Kritiker überzeugen lassen könnten – sofern sie bereit sind, nicht nur dem globalen Mobilitätsanbieter zu vertrauen, sondern auch ihrer regionalen Taxizentrale. Fehlt Letzteres, muss man die eigentliche Ursache und den dringend nötigen Lösungsansatz woanders suchen. Das hat dann mit Sixt nichts mehr zu tun. jh nun auch eine Taxifahrt als On-Demand- Buchung oder als Vorbestellung angeboten werden kann. Das Taxi tauche so als Buchungsoption in Geschäftsbereichen auf, in denen weder eine einzelne Zentrale und erst Recht kein einzelnes Taxiunternehmen als Ansprechpartner wahrgenommen worden wäre, betonen alle Beteiligten. Selbst als Verbund taxi.eu oder Taxi Deutschland wäre das nur mit enormem finanziellen Marketingaufwand denkbar. Um beispielsweise bei einer der größten US-Reisemessen, der Global Business Travel Association in Chicago, vertreten zu sein, müsste man einen Millionenbetrag hinblättern. „Sixt kann sich das für die Autovermietung leisten, kann dann an solchen Messeständen auch das Taxiprodukt mit anbieten“, berichtet Boeinghoff. „Somit KARHOO FÜR TAXIS UND MIETWAGEN Die weltweit tätige Mobilitätsplattform „Karhoo“ intensiviert aktuell seine Bestrebungen, im deutschsprachigen Raum die sogenannte letzte Meile zu bedienen bzw. bestehende Reiseketten zu schließen. In Werbeanzeigen spricht das Unternehmen von 1,8 Millionen weltweit angeschlossenen Fahrzeugen. Diese profitieren von einem dichten Netzwerk, das Karhoo während der letzten Jahre aufgebaut hat. Große Reise- und Freizeitportale arbeiten mit der Buchungsplattform zusammen, sodass deren Kunden zusätzlich zum Hauptprodukt „Reise bzw. Freizeitaktivität“ auch den Personentransfer dazubuchen können. Die Personenbeförderungspartner erhalten so Zugang zu Großfirmen. Da in zahlreichen Ländern keine Unterscheidung zwischen Mietwagen und Taxis besteht, zählen weltweit auch zahlreiche Chauffeurunternehmen zu den Nutzern der Karhoo-Plattform, darunter beispielsweise der Service Carey sowie Moses, ein Anbieter von Sammelbeförderungen. Dementsprechend bietet sich die Plattform auch im deutschsprachigen Raum beiden Verkehrsarten an – sowohl den Taxis als auch den Mietwagen. jh IMMER TOPAKTUELL INFORMIERT BLEIBEN Mit der Taxi Times App, per Newsletter und im Web haben Sie Zugriff auf wichtige Neuigkeiten aus der Taxiwelt. Wir versorgen Sie mit allem Wissenswerten und das topaktuell. Die Nachrichten sind auf Deutsch und Türkisch abrufbar. Die App gibt es zum kostenlosen Download für IOS und Android. UNTER- STÜTZER DES TAXI- GEWERBES www.taxi-times.com www.taxi-times.com/app www.taxi-times.taxi/newsletter

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