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Taxi Times München - 1. Quartal 2020

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E-MOBILITÄT Bis die

E-MOBILITÄT Bis die Batterie mit Wechselstrom vollgeladen ist, vergehen fast neun Stunden. EIN E-TAXI MIT 204 PS Der neue Kia e-Soul liegt voll im Trend überarbeiteter Elektromodelle: Größere Batterien und damit mehr Reichweite machen ihn jetzt auch für den Einsatz als Stadttaxi interessant. Nur die Ladedauer ist in München unzureichend. Anders als manch ein deutscher Autohersteller hat das koreanische Unternehmen Kia mit dem e-Niro und dem e-Soul schon heute zwei vollelektrische Taxis im Portfolio. Das allererste E-Taxi auf Basis des Kia Soul der ersten Generation feierte 2018 auf dem Münchner E-Taxi-Tag seine Premiere. Das Fazit der Taxi Times-Redaktion lautete damals, dass der Einsatz des Kia Soul EV weniger im bedarfsorientierten Stadtverkehr, sondern mehr im ländlich geprägten Bereich liege, da die dort anfallenden Krankenfahrten die Reichweite besser planbar machen. Ein Ansatz, der recht gut zur damaligen Reichweite von maximal 250 Kilometern passte. Jetzt durften wir die zweite Generation des elektrischen Soul testen. Neben der optischen Auffrischung, die dem e-Soul richtig gut steht, hat er auch massiv bei der Reichweite zugelegt. Auf Wunsch kann der e-Soul mit zwei unterschiedlichen Motorisierungen bestellt werden. Daran gekoppelt ist auch der Energiegehalt der Batterie. Die Einstiegsmotorisierung leistet beispielweise 136 PS und wird von einer 39,2-kWh-Batterie gespeist. Die Topmotorisierung fällt mit 204 PS deutlich stärker aus und bezieht ihre Energie aus einer 64-kWh-Batterie. Auffällig ist, dass beide Antriebe mit 15,6 und 15,7 kWh Stromverbrauch auf 100 Kilometern sehr nah beieinanderliegen. Überraschend ist, dass in der Praxis die Werte tatsächlich erreicht wurden. Voraussetzung für den im Vergleich zu anderen E-Fahrzeugen recht geringen Stromverbrauch war allerdings der Verzicht auf die Klimaanlage und die Wahl des sparsamsten Fahrmodus. Der Wagen nutzt dann jede Möglichkeit, um Energie zurückzugewinnen. REICHWEITE WÄHLBAR Die Höchstgeschwindigkeit ist im sparsamen eco+ Modus auf 90 Stundenkilometer beschränkt, weshalb man diesen Modus sicherlich nicht während der Fahrt zum Flughafen einsetzen dürfte. Innerorts, wo der e-Soul sich richtig wohlfühlt, stört das aber nicht. Laut Werksangaben soll so die 64-kWh-Version bis zu 452 Kilometer weit fahren können. Dem e-Soul mit der kleineren Batterie wird eine kombinierte Reichweite von immerhin 276 Kilometer attestiert. Die von uns getestete Version mit 204 PS Leistung ist für den Einsatz als Taxi eigentlich schon übermotorisiert. Eine Beschleunigung von 0 auf 100 in nur 7,9 Sekunden spielt in der Praxis keine Rolle. Das Drehmoment von 395 Newtonmetern liegt bei beiden Motorisierungen an. Einige Monate nach seinem Marktstart im April 2019 ist der neue e-Soul mittlerweile auch mit einem Taxipaket vom Oldenburger Spezialisten Intax erhältlich. Dieses ist ab Werk bestellbar und kostet für alle Kia-Taxis einheitlich 1.200 Euro netto. Darin inbegriffen ist bereits die Folierung in Hellelfenbein. Ohne Folierung zahlt man Guter Schwerpunkt: Die schweren Batterien sind zwischen den beiden Achsen verbaut. FOTOS: Taxi Times, Kia Deutschland 20 1. QUARTAL 2020 TAXI

E-MOBILITÄT Nichts für lange Fahrten, aber für die taxiüblichen Strecken reicht der Platz. Da greift man gerne zu: Das Lenkrad kann beheizt werden. nur die Hälfte. Dafür bekommt man eine Taxametervorrüstung und eine speziell angefertigte Konsole, die im Dachhimmel verbaut ist. Zusätzlich sind alle notwendigen Kabel für die Montage eines Dachzeichens und eines Funkgerätes vorhanden. Weiterhin sind die zentrale Innenlichtschaltung und die Taxi-Notalarmanlage Bestandteil der Umrüstung. Natürlich macht dem e-Soul auch Kälte zu schaffen, aber dank eines ausgeklügelten Vorheizsystems kann die Batterie bereits schon dann auf Temperatur gebracht werden, wenn der Wagen noch an der Ladestation hängt. Gleiches gilt natürlich auch für den Innenraum, der ebenfalls vortemperiert werden kann. Dank einer Wärmepumpe, die das Kühlwasser des Elektroantriebs zur Wärmegewinnung nutzt, wird dazu wenig Energie benötigt. Für das Einstiegsmodell, welches ab 28.563 Euro kostet, sind diese beiden sinnvollen Erweiterungen empfehlenswert, schlagen aber mit 1.084 Euro zu Buche. Ab dem Ausstattungsniveau Vision gehören Vorheizung und Wärmepumpe zum Serienumfang dazu. Die für den Taxibetrieb empfehlenswerte Lederausstattung ist leider erst ab dem Ausstattungsniveau Spirit für 1.252 Euro erhältlich. Sie verfügt bereits über eine Sitzheizung für vier Sitzplätze und über eine Sitzbelüftung für die vorderen Sitze zusätzlich. Wer mit dem Einstiegsmodell liebäugelt, aber nicht auf die Lederausstattung verzichten will, dem kann der Taxiumrüster Intax weiterhelfen. Dort kann man sowohl Kunstleder als auch Teil- bzw. Volllederausstattungen bestellen. Ohne Aufpreis können farbig abgesetzte Ziernähte mitbestellt werden. Bei den Abmessungen entspricht der e-Soul mit seinen knapp 4,20 Metern Länge in etwa dem VW T-Roc. Beim Platzangebot des e-Soul, der sich im Übrigen den Antriebsstrang mit dem größeren e-Niro teilt, muss man einige Abstriche machen. Im Innenraum beispielsweise ist das Platzangebot in der zweiten Reihe, im Vergleich zum gewohnten Taxistandart, eingeschränkt. Auch beim Kofferraum kann man keine Wunder erwarten. Knapp über 300 Liter soll er fassen, allerdings ist der Kofferraum mit einem doppelten Boden ausgestattet. Lässt man den Zwischenboden zu Hause, dann kann man im e-Soul – wie auch schon bei seinem 30 mm kürzeren Vorgänger – ohne Weiteres mehrere Trolleys aufrecht im Gepäckabteil transportieren. SCHALTWIPPEN AM LENKRAD Im Fahrbetrieb macht der kleine Crossover einen sehr guten Eindruck. Gerade was die Leistung angeht, ist man mit der 204-PS- Version mehr als ausreichend motorisiert. Starkes Beschleunigen quittiert der e-Soul mit heftig trampelnden Vorderrädern, bis sie die Elektronik wieder eingefangen hat. Bereits dem Einstiegsmodell hat Kia einen geschwindigkeitsabhängigen Tempomaten inklusive einer Stopp-&-Go-Funktion spendiert. Der Stauassistent folgt bei dichtem Verkehr automatisch dem Vordermann. Gewöhnungsbedürftig hingegen erweist sich der aktive Spurhalteassistent, weil er das Auto gefühlt immer ein wenig zu weit links in der Spur hält. Bei der Bremsenergie-Rekuperation hat Kia ein intelligentes System ausgeklügelt. Neben der manuellen Beeinflussung durch Schaltwippen am Lenkrad gibt es auch eine vorausschauende Rekuperation, die in Abhängigkeit des vorausfahrenden Verkehrs oder dank Informationen des Navigationssystems den Grad der Bremsenergierückgewinnung anpasst. Damit der e-Soul im Taxialltag keine Reichweitenprobleme bekommt, gibt es eine Vielzahl an Lademöglichkeiten. Im serienmäßigen Lieferumfang ist ein Ladegerät enthalten, mit dessen Hilfe die E-Taxis an einer handelsüblichen Haushaltssteckdose aufgeladen werden können. Schneller geht es allerdings an den städtischen Normalladestation, die bis zu 22 kW Wechselstrom zur Verfügung stellen. An diesen Ladesäulen lädt der e-Soul leider nur mit 7,4 kW, was sehr schade ist, denn aktuell ist diese Art von Ladesäule in den Städten noch am weitesten verbreitet. Andere E-Taxis können das deutlich besser und schneller. Richtig gut macht sich der e-Soul allerdings an einer DC-Schnellladesäule. Dank des serienmäßigen CCS-Steckers können beide Varianten des e-Soul mit bis zu 100 kW geladen werden. Laut Kia sind die Lithium-Polymer-Akkus in weniger als einer Stunde von 0 auf 80 % geladen. Einziger Haken: Solche Ladestationen sind in München wirklich rar gesät. Noch rarer dürfte nur der e-Soul an einem Taxistand sein. Am Auto kann es eigentlich nicht liegen, denn bis auf eine Einschränkung beim Innenraum ist er ein durchdachtes und zeitgemäßes Auto. In der Schweiz und in den Niederlanden ist Kias e-Soul auch bereits als Taxi anerkannt. Warum fehlt in Deutschland noch die Akzeptanz? sg Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite Verkehrsmedizinische Untersuchungen in Schwabing Dr. Josef Venczel Dr. Marta Venczel Betriebsärzte Adelheidstraße 23 80798 München Tel.: 2729460 Fax: 27294614 Handy: 0172/8916575 www.arbeits-med.de Alle med. Untersuchungen für den Erwerb und die Verlängerung des P-Scheins TAXI 1. QUARTAL 2020 21

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