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Taxi Times München - April 2016

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ELEKTROMOBILITÄT

ELEKTROMOBILITÄT TAXLERTIP Taxi einst und jetzt: Der Mercedes 240 Diesel hat in 23 Jahren 400 Tonnen CO 2 produziert, der elektrische Tesla S fährt abgasfrei. MAKULA – EIN ECHT AFRIKANISCHES RESTAURANT Ein Koch aus Togo serviert exotische Speisen im Glockenbachviertel. »E-ZAPFT IS’!« Ist die Münchner Taxibranche bereit, von Diesel auf Strom umzusteigen? Der Veranstaltungsort für die IHK- Tagung mit dem Titel „E-Mobilität – Die Zukunft beginnt jetzt“ hätte kaum passender gewählt werden können. Im und vor dem Verkehrsmuseum standen die Vergangenheit des Taxis und seine – mögliche – Zukunft ganz nah beieinander. Im Saal war ein Mercedes 240 Diesel ausgestellt, der es in 23 Jahren auf eineinhalb Millionen Kilometer gebracht hat. Währenddessen hat er rund 400 Tonnen CO 2 in die Luft geblasen. Vor dem Gebäude parkte ein hellelfenbeinfarbener Tesla S, das derzeit einzige ausschließlich mit Strom betriebene Münchner Taxi. Emissionen: null. Ein Elektro-Taxi: Ist das praktikabel? Rechnet sich das? Einerseits scheint die Zeit dafür noch nicht ganz reif. Die Reichweite FÖRDERPROGRAMM E-MOBILITÄT MÜNCHEN Wer und was wird gefördert? • Taxiunternehmen mit Sitz in München sind antragsberechtigt • Gefördert werden nur reine Elektroautos (Neufahrzeuge, Jahreswagen und Leasingfahrzeuge mit einer Vertragsdauer von mindestens 36 Monaten) • Ladestationen mit einem oder mehreren Ladepunkten (Ökostrom) Wie hoch ist die Förderung? • 4 000 Euro pro Fahrzeug • 1 000 Euro zusätzlich, wenn für das E-Auto ein Diesel, Benziner oder mit einer Akkuladung ist bei den meisten Elektroautos heute noch geringer als die durchschnittliche Fahrstrecke einer Schicht, und die Anzahl und Leistungsfähigkeit der Ladestationen ist noch nicht befriedigend. Außerdem ist der Platz für Passagiere und Gepäck, den die aktuellen Stromer – vom Tesla abgesehen – bieten, eher mäßig. NACHHALTIG ENTSPANNEND Andererseits drängt sich der Elektromotor als Antrieb für unsere Droschken geradezu auf. Taxis sind Kilometerfresser. Das heißt: Die Entlastung der Umwelt wäre durch einen Umstieg enorm – natürlich nur, wenn der Strom aus regenerierbaren Quellen gewonnen wird. Außerdem hat ein Stromer rund 70 Prozent weniger Verschleißteile Erdgasfahrzeug stillgelegt wird • 500 Euro zusätzlich, wenn das E-Auto am Betriebssitz mit Ökostrom aufgeladen wird • 20 Prozent für Ladestationen (max. 1 500 Euro pro Ladepunkt) • Die Förderung muss vor Anschaffung des Fahrzeugs bzw. der Ladestation beantragt werden Wo gibt es weitere Informationen? • Internet: www.muenchen.de/emobil • E-Mail: emobil.rgu@muenchen.de • Telefon: +49 (0)89 / 23 34 77 11 als ein Verbrenner; entsprechend niedrig sind die Wartungs- und Reparaturkosten. Nicht zuletzt ist das leise, ruckfreie Fahren höchst entspannend, wie ich mich selbst während mehrerer Tausend Kilometer in einem Forschungs-Elektro-Taxi überzeugen konnte. Trotzdem: Unterm Strich sind die Rahmenbedingungen noch nicht optimal. Wer sein Geschäft jetzt schon auf Elektromobilität umstellt, braucht also auch ein wenig Idealismus. Oder, wie es der Referent Klaus Baumgärtner, Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens mit 18 Elektroautos in der Dienstwagenflotte, formulierte: „Es ist auch eine Geisteshaltung.“ Diese Geisteshaltung zeichnet Peter Köhl aus, der mit seinem Taxi Center Ostbahnhof schon mehrere Umweltpreise gewonnen hat. Er sieht sich nach eigenen Worten in der „Verantwortung für drei Millionen Kilometer im Jahr“. Das heißt konkret: Sein Unternehmen ist seit 2013 „dieselfrei“. Der Fuhrpark besteht aus 50 Hybridfahrzeugen, einem Opel Ampera und dem oben erwähnten Tesla. Seit dem 1. April 2016 ist das Münchner Förderprogramm für E-Mobilität in Kraft, das Dr. Uwe Hera vom Umweltreferat der Landeshauptstadt München mit den Worten „E-zapft is’!“ vorstellte (Einzelheiten dazu im nebenstehenden Kasten). So eine Finanzierungshilfe – gepaart mit der Aussicht auf eine dichtere Ladeinfrastruktur, reichweitenstärkere Akkus und ein bisschen Idealismus – bringt vielleicht auch den einen oder anderen kleineren Unternehmer zum Nach- und Umdenken. rb 24 APRIL / 2016 TAXI TAXI APRIL / 2016 FOTOS: Tom Buntrock/Verkehrszentrum München, Taxi-Center Ostbahnhof FOTO: Makula Veganer stünden heute auf der Speisekarte, informiert ein Schild am Eingang zum afrikanischen Restaurant Makula in der Dreimühlen straße. Erste Sorgen keimen auf, ob das nicht ein wenig zu authentisch ist und ob an so einem Veganer überhaupt genug dran ist, um davon satt zu werden. Aber meine Bedenken sind unbegründet, es handelt sich lediglich um einen verzeihlichen Lapsus des 1994 aus Togo nach Deutschland gekommenen Kochs und Inhabers Robert Ahiagba. Vielmehr sind Veganer als Gäste willkommen und entsprechende Gerichte auf der Karte gekennzeichnet. In West afrika isst man traditionell vorwiegend vegan, das ergebe sich aus dem Speiseplan, den die Natur zusammenstellt, erklärt Ahiagba. Auf der anderen Seite bietet das Makula eingefleischten Karnivoren aber auch nicht gerade alltägliche Genüsse wie Krokodil oder Känguru, wenngleich Letzteres einen ziemlich weiten Sprung auf den Menüplan gemacht haben muss. Mit einfachen, improvisierten Mitteln hat Robert Ahiagba aus einer ehemaligen Metzgerei in der Dreimühlenstraße ein gemütliches Restaurant mit afrikanischem Flair gezaubert und sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt. Bevor er nach München kam, um in der Flughafen gastronomie zu arbeiten, hatte der zum Volksstamm der Ewe gehörende Togolese schon eine Laufbahn als Profi- Rugbyspieler hinter sich. Seit 2007 führt er einen Catering-Service und seit November 2012 das Makula in der Isarvorstadt. Man muss sich nicht in Schale werfen für einen Besuch im Makula. Das kleine Restaurant mit wenigen Tischen lebt von der Stimmung einer dörflichen Volksküche. Die Speisekarte liefert zwar einen ersten Überblick, aber besser ist es, sich vom Chefkoch persönlich beraten zu lassen: Robert Ahiagba ist bewandert in den regionalen Besonderheiten der west afrikanischen Küche und hilft zielsicher durch den Beilagen dschungel aus exotischen Wurzeln und Gemüsen. Außerdem weiß er, welches afrikanische Bier gerade vorrätig ist. Behände zieht Ahiagba seine massige Gestalt schlurfend durch die kleinen, nach afrikanischen Staaten sortierten Tische und hat RESTAURANT MAKULA Dreimühlenstraße 14, 80469 München Telefon 089 / 13 94 12 13 www.restaurant-makula.de Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do., Fr. 17.00–01.00 Uhr Sa. 16.00–01.00 Uhr, So. 14.00–23.00 Uhr Mittagstisch: von Mo. bis Fr. ab 11.00 Uhr für jeden Gast einige freundliche Worte übrig. Er kommuniziert gerne und lacht viel, im Hintergrund pumpt leiser Afro-Beat, das Krokodil-Steak liegt schmucklos ohne Dekor auf dem Teller, mundet aber köstlich. Insbesondere das Süßkartoffelpüree sollte man sich nicht entgehen lassen. Am Ende serviert Robert Ahiagba mit der eindringlichen Warnung „Nicht trinken, viel zu scharf!“ ein Gläs chen mit chili versetztem Spiced Rum. Klar, dass er damit genau an den Richtigen geraten ist. Aber selbst einem hartgesottenen Chili Head wie mir bleibt nach nur ein paar homöopathischen Tröpfchen kurz die Luft weg. Wahrlich höllisches Teufels zeug – nur für die Furchtlosen. hh fotolia © printemps BAYERISCHE SPEZIALITÄTEN URIGE GASTLICHKEIT MIT TRADITION UND ZEITGEIST BIER AUS DEM HOLZFASS Die Wirtsfamilie Wickenhäuser & Egger SERVIERT IHNEN ECHTE BAYERISCHE KÖSTLICHKEITEN IN DER WELTSTADT MIT HERZ UND GESCHMACK. 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