ELEKTRO-TAXIS Drei von vier aktuell geförderten E-Taxis stammen von Jaguar bzw. Tesla. STADT HAT BEREITS 150.000 KILOMETER AUSBEZAHLT Zwei Millionen Euro stecken im Fördertopf für Münchner E-Taxis, abgerufen wurde davon in den ersten beiden Jahren erst ein kleiner Teil. Woran liegt’s? In der Taxiwelt hat die Münchner E-Taxi- Förderung zunächst für mehr Fragen als Antworten gesorgt. Die offenen Fragen waren sicher auch ein Grund dafür, warum das Angebot nur zögerlich angenommen wurde. Fast zwei Jahre nach Einführung der Münchner E-Taxi-Förderung liegen nun die ersten belastbaren Zahlen vor, welche das Referat für Gesundheit und Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite Verkehrsmedizinische Untersuchungen in Schwabing Dr. Josef Venczel Dr. Marta Venczel Betriebsärzte Adelheidstraße 23 80798 München Tel.: 2729460 Fax: 27294614 Handy: 0172/8916575 www.arbeits-med.de Alle med. Untersuchungen für den Erwerb und die Verlängerung des P-Scheins Umwelt der Landeshauptstadt München zur Verfügung gestellt hat. Sie sprechen eine deutliche Sprache und zeigen deutlich, dass bei der Förderung insgesamt noch viel Luft nach oben ist. Der Fördertopf ist noch gut gefüllt, denn nach fast zwei Jahren wurden erst für 24 Fahrzeuge entsprechend Anträge gestellt und bewilligt, darunter zehn Jaguar I-Pace, acht Tesla Model S, vier Nissan Leaf und je ein Hyundai Nexo und Nissan e-NV 200. VIERFACHE STEIGERUNG Die Tendenz ist aber klar zu erkennen. Im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt 170.000 förderfähige Besetztkilometer gezählt. Damit ist das Gesamtjahresergebnis von 2018 bereits um ein Vielfaches überboten worden. Der Zusammenhang erklärt sich durch die deutlich gestiegene Anzahl der geförderten Taxis. Im vergangenen Jahr wurden lediglich drei E-Taxis gefördert, die immerhin 70.000 förderfähige Besetztkilometer zurücklegten. In den ersten Monaten der Förderung, im Jahr 2017, die Förderung startete im August, wurde das Angebot gar nicht angenommen. Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Vor allem dürfte aber neben der Unsicherheit, wie ein E-Taxi im Alltag betrieben werden kann, das eingeschränkte Fahrzeug angebot eine große Rolle gespielt haben. Wie sich die Münchner Taxiunternehmer auf dem von Taxi Times und dem ADAC Südbayern e. V. organisierten E-Taxi-Tag Ende Februar 2018 selbst überzeugen konnten, gab es bereits einige E-Taxi modelle im Angebot. Wer aber auf Reichweite und viel Platz Wert legte, für den war das Angebot doch ziemlich eingeschränkt. Die zum Teil recht hohen Anschaffungskosten schränken die Fahrzeugauswahl auch weiterhin stark ein. Teilweise sind auch extrem lange Lieferfristen ein Grund für die Unsicherheit. Wer das Taxigewerbe kennt, weiß, dass die Taxiunternehmer neue Fahrzeuge am liebsten direkt mitnehmen würden, ein monatelanger Vorlauf macht einen Umstieg auf ein E-Taxi noch unplanbarer. FOTOS: Taxi Times, BayWa 10 SEPTEMBER / 2019 TAXI
ELEKTRO-TAXIS SIEBEN AUF EINEN STREICH Nahezu zeitgleich haben zwei Münchner Unternehmer Ende August insgesamt sieben Schnelllader in Betrieb genommen, die sie auch für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen. Vier davon stehen im Münchner Osten vor der BayWa- Konzernzentrale (Arabellastr. 4). Sie werden von der BayWa, die seit 2018 ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich Elektromobilität anbietet (Planung, Projektierung, Installation und Wartung von Ladeinfrastruktur für Dritte), selbst betrieben und haben eine Ladekapazität von jeweils 150 kW. Allerdings kann diese laut einem Bericht des Branchenmagazins „electrive“ nicht bei allen Modellen ausgeschöpft werden, da aktuell an den Ladesäulen noch die nicht wassergekühlten Kabel mit 200 Ampere Leistung installiert seien. „Diese werden gegen wassergekühlte 400-Ampere-Kabel ausgetauscht, diese können in etwa drei bis vier Monaten vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden“, sagte eine BayWa-Sprecherin gegenüber „electrive“. Getankt wird bei BayWa ausschließlich Ökostrom, akzeptiert werden neben der eigenen Ladekarte auch alle anderen Ladekarten. Die Abrechnung erfolgt zu deren jeweiligen Bedingungen. Der Zugang ist rund um die Uhr gewährleistet. Nur tagsüber sind dagegen jene drei Schnellladesäulen zugänglich, die letzte Woche im Münchner Umland vom Unternehmen Ettenhuber in Betrieb genommen wurden. Sie stammen vom niederländischen Hersteller Allego und haben ebenfalls eine Ladekapazität von 150 kW. Abgerechnet wird nach Kilowattstunden, eine der fairsten und genauesten aller aktuell angebotenen Methoden. Ettenhuber ist ein Busunternehmen, das neben Busreisen auch Linienverkehre im Auftrag des Münchner Verkehrsverbunds MVV betreibt. Seit Neuestem kommen dabei auch reine Elektrobusse zum Einsatz, für die am Firmengelände nun jene drei Schnellladesäulen eingerichtet wurden. Die Busse sollen nachts aufgeladen werden. Die freie Kapazität tagsüber steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Durch den Standort in Feldkirchen bei München ganz in der Nähe der Autobahn rechnen die Betreiber mit einer regen Nutzung durch viele Durchreisende. Aber auch für die Münchner Taxifahrer dürfte der Standort durch die Nähe zum Messegelände sehr interessant sein und könnte damit einen zusätzlichen Anreiz für die Münchner Taxibetriebe sein, die städtische Förderung in Anspruch zu nehmen. Diese vier Schnelllader stehen in der Arabellastraße allen E-Fahrzeugen rund um die Uhr zur Verfügung. Nachts öffnet ein Pförtner die Schranke. Heute sieht die Situation in vielen Bereichen deutlich entspannter aus. Neue Modelle sind hinzugekommen oder erreichen eine deutlich größere Reichweite und finanziell werden die Fahrzeuge immer erschwinglicher, wenn auch keiner der deutschen Hersteller, die traditionell bei Taxiunternehmern beliebt sind, das Geschäft aufmischt. Derzeit ist noch nicht zu erkennen, welches E-Taxi das Rennen machen wird. In München wird der Tesla Model S genauso gefördert wie der Nissan Leaf oder der Kleinbus e-NV 200, um nur drei Beispiele zu nennen. Die Förderung der Landeshauptstadt München ist nicht zeitlich begrenzt, wohl aber das Förderbudget. Sind die zwei Millionen Euro aufgebraucht, wird kein Geld mehr ausgeschüttet. Derzeit sind noch ungefähr 1.500.000 Euro im Fördertopf. Wer sich beeilt, kann jetzt noch in den Genuss der E-Taxi-Förderung kommen. Er wäre damit zweifellos Vorreiter für das Gewerbe und könnte am Flughafen auf kürzere Wartezeiten hoffen. sg Dr. J. Cichon Unfallschadenregulierung Fahrerlaubnisrecht Erbrecht M. Werther* Fachanwalt Verkehrsrecht Zivilrecht Dr. Cichon & Partner* S. v. Kummer* Fachanwalt Familienrecht Sozialrecht Rechtsanwaltskanzlei Tätigkeitsschwerpunkte J. Buchberger* Fachanwalt Strafrecht Bußgeldsachen UNTER STÜTZER DES TAXI GEWERBES N. Nöker Fachanwalt Arbeitsrecht Verwaltungsrecht A. Friedmann Fachgebiet Gewährleistungsrecht Reiserecht M. Wunderlich- Serban Fachanwalt Mietrecht Privatinsolvenzen Johann-von-Werth-Straße 1, 80639 München, Tel. 089-13 99 46-0, Fax 089-16 59 51 cichon2014.indd 1 04.12.14 09:37 TAXI SEPTEMBER / 2019 11
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