ELEKTRO-TAXIS VORFAHRT UND VERPFLICHTUNG Die geplante Bevorzugung der E-Taxis am Münchner Flughafen wird von der Mehrzahl der Kollegen als ungerecht empfunden. Eine Ablehnung wäre allerdings ein fatales Signal in die falsche Richtung. Der Start war für Anfang August geplant und wurde ein paar Tage lang auch tatsächlich bereits umgesetzt: Am Taxistandplatz des Münchner Flughafens im Terminal 2 wurde der vorderste Platz ausschließlich für Elektro-Taxis reserviert. Diese Bevorzugung ist Teil des Projekts „E-Taxi MUC“ , einer Initiative des Flughafens München, der Landeshauptstadt München, des ADAC und der IsarFunk Taxizentrale. Am Terminal 2 sollen Fahrgäste die Möglichkeit haben, ganz vorne in ein elektrisch betriebenes Taxi einzusteigen. Dahinter warten wie bisher auch konventionell betriebene Taxis. Der Flughafen München wird damit der erste deutsche Flughafen mit einer eigenen Haltezone für Elektrotaxis sein. Im Sichtbereich des vordersten Einstiegsplatzes wird ein Wartebereich für zwei weitere E-Fahrzeuge eingerichtet, von dem aus nachgerückt werden kann. Im großen Taxispeicher wurde eine separate E-Taxi- Spur eingerichtet. Dort befinden sich auch zwei exklusiv für das Taxigewerbe reservierte Schnellladesäulen. Die Steuerung zum bedarfsgerechten Vorrücken erfolgt digital. Aktuell am Flughafen verfügbar sind 25 E-Taxis. Das entspricht etwa einem Prozent aller Münchner Flughafentaxis. Damit dürfte sich die Wartezeit für alle anderen Kollegen nicht verlängern. Manche Kollegen sehen das anders und ärgern sich vor allem darüber, dass ein jahrzehntealtes Taxigesetz nicht mehr gelten soll: Am Taxistand sind alle gleich und müssen auch gleich behandelt werden. Wer sich am Flughafen aufstellt, muss sich hinten anstellen. First in, first out. Das Gegenargument zu dieser Auffassung: An jedem Taxistand hat der Kunde die freie Taxiwahl. Er trifft seine Entscheidung unter anderem aufgrund unterschiedlicher Taxi-Typen wie Kombi, Bus. Oder er entscheidet sich für ein E-Taxi. Bei 25 E-Taxis müss- FOTOS: FMG, Taxi Times 4 SEPTEMBER / 2019 TAXI
ELEKTRO-TAXIS Bei einer Infoveranstaltung zum Projekt „E-Taxi MUC“ erläuterten Christian Hess, Peter Bayer, Horst Jahnke und Florian Hördegen (v. l. n. r.) die Notwendigkeit eines solchen Leuchtturmprojekts. »Wir wollen auch zukünftig als Partner des Flughafens weiterarbeiten.« Christian Hess, IsarFunk te der Kunde nach dem „Taxigesetz“ in die Taxispeicher laufen und nach einem solchen Taxi suchen. Deshalb entstand beim Flughafen und der Firma IsarFunk die Idee einer Bevorzugung elektrisch angetriebener Taxis. Während einer Infoveranstaltung haben Vertreter der Initiatoren vor rund 50 anwesenden Taxiunternehmern und -fahrern die Beweggründe erläutert. Den Anfang machte dabei Peter Bayer, am Flughafen für den Bereich Service und Parken zuständig. Bayer betonte, dass es sich bei dem Projekt E-Taxi um ein Gedankengut handle, dass in vielen Köpfen gewachsen sei. Emissionsarme Elektro-Taxis könnten für den Flughafen München ein Leuchtturmprojekt sein, von dem es bereits viele Vorbilder gebe. In Stockholm beispielsweise fahren 6.500 Eco-Taxis, darunter auch Elektro-Fahrzeuge. „Dort wird den Kunden geraten, nur noch bei den Unternehmen Taxis zu buchen, die saubere Autos haben“, berichtet Bayer. AMSTERDAM FÄHRT ELEKTRISCH In Amsterdam hat sich erst vor ein paar Tagen das gesamte Taxigewerbe darauf verständigt, bis 2025 komplett emissionsfrei unterwegs zu sein. Alleine am Flughafen fahren dort bereits 163 Tesla-Taxis mit eigenen Aufstellungsspuren am Flughafen. In London werden aktuell nur noch emissionsfreie E-Taxis für den Innenstadtbereich zugelassen und in Oslo dürfen ab 2023 nur noch Stromtaxis fahren. „Da wird sich München irgendwann fragen lassen müssen: Was ist mit euch?“, wagt Bayer eine Prognose. Was Bayer nicht erwähnte: Die angesprochenen Städte erreichten ihre Ziele durch politische bzw. unternehmerische Zwangsmaßnahmen. In Amsterdam wurden bei der Taxiausschreibung nur Unternehmen berücksichtigt, die ein Konzept und dessen u Der Einzige im originalen Mercedes Benz-Gehäuse! Spiegelwegstreckenzähler-03 Als Einziger ab Werk zulässig für die aktuelle MB E-, B- und S-Klasse! Einfach umflashen. Heute Taxi, morgen Mietwagen − HALE macht’s möglich. Bequeme Preisstufeneingabe − bis zu 20 Preisstufen programmierbar Arbeitszeiterfassung, Stehzeit- und Pausenaufzeichnung (aktiv/passiv), Privatfahrtmarkierung uvm. „Etwas fürs Auge“ − nur bei HALE: Spiegelglas dunkelt bei Blendung automatisch ab − stufenlos Display reguliert Helligkeit selbst ZUGELASSEN! www.hale.at/de/spw-03 Die Zukunft im Taxi. HALE INSIKA® HALE Operations oder kostenloses MB-Basispaket! Jetzt mehr erfahren: www.hale.at/datencenter HALE electronic GmbH | A-5020 Salzburg | Email: vertrieb-d@hale.at www.fiskaltaxameter.expert www.dachzeichen.de www.hale.de TAXI SEPTEMBER / 2019 5
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