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IM BLICK Herbst/Winter 2013

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6 Im Blick Interview

6 Im Blick Interview „Kommentare sind Knochenarbeit.“ Attila Fenyves verhältnis. War man erfolgreich, so war man auch weitgehend unabhängig und hatte keinen Vorgesetzten, dem man trotz besseren Wissens Recht geben musste. Das hat mich gereizt und war mit Sicherheit ein Motiv, mich in diese Richtung zu orientieren. Grundsätzlich möchte ich mich aber dagegen wehren, ausschließlich als Versicherungsrechtler abgestempelt zu werden. In erster Linie bin ich Zivilrechtler mit Spezialgebiet Versicherungsrecht. Das Versicherungsrecht kann man meines Erachtens nicht betreiben, wenn man nicht auch Zivilrechtler ist. Wenn ich einen Vorteil gegenüber anderen haben sollte, ist das der, dass ich kein reiner Spezialist bin, sondern immer versucht habe, Querverbindungen aufzuzeigen. Es stimmt schon, dass ich mich in letzter Zeit vorwiegend mit dem Versicherungsrecht beschäftigt habe, weil der Bedarf dort unglaublich groß ist. Es gibt relativ wenige, die sich damit beschäftigen, und sehr viele Themen, mit denen sich noch gar niemand auseinandergesetzt hat. Im Zivilrecht sind viele Pfade schon ausgetreten, aber im Versicherungsrecht könnte man Tag und Nacht schreiben, wenn man wollte. Sie haben vorhin den Universitätslehrgang in Graz angesprochen, der vorwiegend für Praktiker ausgelegt ist. Wie wichtig war und ist Ihnen diese Verbindung zur Praxis? Sehr wichtig! Einer meiner ersten großen Vorträge vor Praktikern war bei einem versicherungswissenschaftlichen Symposium 1975. Dort habe ich es gewagt, die Angehörigenklausel in der Haftpflichtversicherung anzugreifen und als unzulässig zu bezeichnen. Anschließend wären die rund 300 anwesenden Praktiker fast über mich hergefallen, unter dem Motto „was sich der traut“. Ich habe aber das Glück gehabt, dass sich Hans Möller – das war DER große alte Mann des deutschen Versicherungsrechts – schützend vor mich gestellt und mir beigepflichtet hat. Damals habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, die Praxis mit der Theorie zu verbinden, weil das ja letztendlich auch der Praxis nützt. Diese Einstellung hat sich im Laufe der Jahre auch immer mehr bei vielen Praktikern durchgesetzt. Denn den Kopf in den Sand stecken und dann beim OGH zu verlieren ist ja nicht unbedingt lustig. Insgesamt hat sich also eine gewisse Entkrampfung des Verhältnisses zwischen Wissenschaft und Praxis ergeben, woran ich wahrscheinlich nicht ganz unbeteiligt bin. Der Grazer Lehrgang sowie andere Lehrgänge in diesem Bereich haben das Wissen in der Praxis wesentlich vertieft. Immer mehr Praktiker schreiben durchaus beachtliche Aufsätze oder sogar Bücher. Das gab es früher nicht. Was zeichnet denn Ihrer Meinung nach einen guten Kommentar aus? Was macht dieses Format so reizvoll für den Wissenschaftler? Reizvoll ist es ja nicht unbedingt, weil es tatsächlich eine Knochenarbeit ist. Die meisten pflegen ein sehr zwiespältiges Verhältnis zum Kommentar. Das hängt damit zusammen, dass man sich erst einmal das gesamte Material ansehen muss – also die gesamte Literatur und Judikatur. Dann beginnt man auszuwerten, sollte sich dabei jedoch hüten, allzu persönliche Meinungen zu äußern. Kommentare dienen nicht dazu, Anwälte in die Irre zu führen und auf einen Pfad zu leiten, auf dem sie im Zuge eines Prozesses mit Sicherheit verlieren würden. Man muss schon sehr deutlich den Mainstream herausarbeiten, es wäre falsch, gänzlich subjektiv zu kommentieren. Ein Kommentar dient dazu, dass sich der Praktiker, also der Notar, der Anwalt oder der Richter einen schnellen Überblick über das Wesentliche verschaffen kann. Letztendlich ist er immer ein Hilfsmittel für die Praxis. Sie haben viele organisatorische Tätigkeiten in Ihrer Karriere übernommen, Sie waren Vorstand der Grazer Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Institutsvorstand in Graz, zuletzt in Wien. Hatten Sie je das Gefühl, dass das wissenschaftliche Arbeiten aufgrund dieser Aufgaben zu kurz kommt? An meine Zeit als Dekan erinnere ich mich nicht sehr gerne zurück. Zwar war dies eine sehr ehrenvolle Aufgabe, aber damals zumindest ein Halbtagesjob. Man muss bei vielen Anlässen und Veranstaltungen repräsentative Aufgaben übernehmen und dadurch leidet die Wissenschaft jedenfalls, das lässt sich nicht leugnen. Die Tätigkeit als Institutsvorstand war zwar weniger aufwendig, aber aufgrund der Größe – das Zivilrechtsinstitut hat etwa 50 Mitarbeiter – kommt doch einiges an Verwaltungsaufgaben zusammen. Jetzt bin ich eigentlich ganz froh, dass das nun vorüber ist. Ich hatte während meiner 33 Jahre als Professor mehr als die Hälfte der Zeit zusätzliche akademische Funktionen inne. Die Lehre und Forschung hat mir trotzdem eindeutig mehr Spaß gemacht. Ihr Kollege Kerschner hat in der letzten Ausgabe von IM BLICK Neuerscheinungen Ihre Partnerschaft im Triumvirat der „Klang-Herausgeber“ mit einer sehr langen Reise verglichen, in der es viele Auf und Abs gibt und immer wieder Hindernisse überwunden werden müssen. Wie sehen Sie diese Partnerschaft? Was ist Ihnen bei diesem Projekt wichtig? Meine Herausgeberkollegen Kerschner, Vonkilch und ich pflegen ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Wirkliche Konflikte gab es bei uns eigentlich nie, was nicht selbstverständlich ist. Bis jetzt konnten wir alle kleineren und größeren Probleme einvernehmlich lösen. Besonders schätze ich am „Klang“ die Zusammenarbeit mit dem Verlag Österreich und mit Verlagsleiterin Barbara Raimann, die für das Projekt von großer Bedeutung ist. Immer kooperativ und hilfsbereit, das kann man sich nur wünschen. Das Wichtigste bei diesem Projekt ist natürlich, dass der gesamte Großkommentar möglichst bald fertig wird. Das ist heute nicht mehr ganz so einfach, weil in der Tat die Zeit immer knapper wird. Noch in der 2. Auflage des „Klang“ konnte man einen ganzen Band allein schreiben. Das ist heute nicht mehr möglich, dazu müsste man sich wahrscheinlich drei Jahre aus dem gesamten Geschehen verabschieden. Das kann natürlich niemand machen, daher werden die Teile immer kleiner, die von den Einzelnen kommentiert werden und trotzdem werden diese nicht immer zeitgerecht abgegeben. Das ist eines der Hauptprobleme an dem Projekt – man sagt zwar gerne zu, empfindet das auch als ehrenvolle Aufgabe, aber wenn es ums Abliefern geht, treten die Probleme auf. Mein Kollege Heinz Krejci hat einmal sehr pointiert gemeint: „Viele Autoren glauben, dass Ihre Haupttätigkeit beendet ist, wenn Sie den Verlagsvertrag unterschrieben haben.“ Das ist in der Tat so, man braucht einen ganz schön langen Atem. Wir kündigen neue Bände an, und dann muss man doch wieder länger darauf warten. Insgesamt also hatte mein Kollege Kerschner schon Recht – das Projekt ist wie eine sehr lange Reise.

ZivilrEcht Im BlIck 7 Zur Emeritierung von Attila Fenyves Freunde, Weggefährten und Schüler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz erweisen Attila Fenyves anlässlich seiner Emeritierung die Ehre. Der Jubilar war mehr als drei Jahrzehnte als Ordinarius für Bürgerliches Recht und Versicherungsrecht an den Universitäten Graz und Wien tätig. Die Beiträge der von Stefan Perner, Daniel Rubin, Martin Spitzer und Andreas Vonkilch herausgegebenen Festschrift spannen den Bogen vom Bürgerlichen Recht über das Wirtschaftsrecht bis hin zum Versicherungsrecht, das Attila Fenyves in unvergleichbarer Weise geprägt hat. Eine Biographie, verfasst von Heinz Krejci, rundet das Werk ab. Die hochrangigen Vertreter aus Wissenschaft und Praxis, die an der Festschrift mitgewirkt haben, sind Georg Aichinger, Peter Apathy, Christian Armbrüster, Horst Baumann, Erwin Bernat, Raimund Bollenberger, Peter Bydlinski, Susanne Ferrari, Constanze Fischer-Czermak, Bernd-Christian Funk, Klaus G. Koban, Georg E. Kodek, Irmgard Griss, Michael Gruber, Helmut Heiss, Christian Holzner, Hans Hoyer, Peter Jabornegg, Helga Jesser-Huß, Susanne Kalss, Ernst Karner, Georg Kathrein, Ferdinand Kerschner, Christoph Kietaibl, Robert Koch, Andreas Konecny, Stephan Korinek, Helmut Koziol, Heinz Krejci, Franz Kron steiner, Dirk Looschelders, Peter Mader, Christian Nowotny, Helmut Ofner, Eva Palten, Stefan Perner, Willibald Posch, Robert Rebhahn, Rudolf Reischauer, Wolfgang Reisinger, Olaf Riss, Daniel Rubin, Claudia Rudolf, Martin Schauer, Bernd Schilcher, Alexander Schopper, Peter Schwarzenegger, Hans-Peter Schwintowski, Martin Spitzer, Elisabeth Steiner, Anna-Zoe Steiner, Ulrich Torggler, Bea Verschraegen, Andreas Vonkilch, Manfred Wandt, Rudolf Welser, Manfred Werber, Georg Wilhelm, Gerrit Winter und Brigitta Zöchling-Jud. Perner/rubin/Spitzer/ vonkilch (hrsg) Festschrift für Attila Fenyves festschrift 1111 Seiten, gebunden iSBn 978-3-7046-6474-7 Erscheinungsdatum: 1.10.2013 € 248,– versandkostenfrei bestellen auf: www.verlagoesterreich.at Krejci Attila Fenyves zur Emeritierung 92 Seiten, gebunden iSBn 978-3-7046-6587-4 Erscheinungsdatum: 18.11.2013 € 16,– Laudatio in Reimform Em. o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Krejci hielt anlässlich der Feier zur Emeritierung seines Kollegen und Freundes o. Univ.-Prof. Dr. Attila Fenyves eine gereimte Laudatio. Diese wurde bei den Anwesenden so freundlich aufgenommen, dass sie nun als Buch erscheint.

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