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IM BLICK Sommer 2013

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8 Im Blick Interview

8 Im Blick Interview Lebenslange Reise Ob mit dem Rad nach Rom oder auf dem Weg zum nächsten Band des ABGB-Kommentars – Ferdinand Kerschner ist ein Reisender, der nicht rasten will. Im Gespräch mit Yvonne Sattler vergleicht er seine sportlichen Abenteuer schon gerne mal mit den Auf und Abs im Herausgeber-Triumvirat. Dieses Jahr feierte er seinen 60. Geburtstag. Verlag Österreich: Sie waren und sind in eine Vielzahl von Projekten involviert – allein im Verlag Österreich sind es aktuell drei: die Mitherausgeberschaft des Großkommentars zum ABGB, vor kurzem erschienen ist das Handbuch Schmerzengeld, und außerdem sind Sie noch Autor in der Lehrbuchreihe zum Bürgerlichen Recht. Kerschner: Ja, in der Tat habe ich einiges zu tun! Und dabei liegt mir auch jedes einzelne Projekt sehr am Herzen. Besonders natürlich der Großkommentar zum ABGB, der von Klang begründet worden ist. Diesen weiterzuführen ist ein ambitioniertes Ziel, das ich gemeinsam mit meinen Herausgeber-Partnern Attila Fenyves und Andreas Vonkilch mit viel Anstrengung, aber auch sehr viel Freude verfolge. Wie sind Sie zum Projekt „Großkommentar“ gekommen? Attila Fenyves rief mich eines Tages an, ob ich nicht mitmachen wolle. Ich habe sofort zugesagt, denn ich sehe die Herausgeberschaft des Großkommentars als eine ganz große wissenschaftliche Herausforderung an. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass die Weiterführung dieses Kommentars, auch neben anderen schon bestehenden Kommentaren zum ABGB, sehr bedeutend ist. Als Autor hat man hier die Möglichkeit, wirklich vertieft wissenschaftlich zu arbeiten, weit über die reine deskriptive Darstellung der Judikatur und der bisherigen Literatur hinaus. Selbstverständlich steht unser Herausgeber-Triumvirat immer wieder vor kleinen und größeren Schwierigkeiten. Man könnte diese Aufgabe durchaus mit einer sehr langen Reise vergleichen. Dabei denke ich an unsere letzte Radtour vergangenen Herbst, die ich gemeinsam mit meiner Frau nach Rom unternommen habe. Wir sind über 1000 Kilometer unterwegs gewesen, schon mal auf Umwege gekommen oder haben uns verirrt. Der Vorderreifen des Rades meiner Frau, dem insgesamt fünf Mal die Luft ausging, machte unsere Reise zusätzlich spannend. Wir hatten nur einen Ersatzschlauch dabei, und so musste ich immer wieder flicken und kleben. Schlussendlich sind wir nach fast drei Wochen Fahrt erschöpft, aber überglücklich am Petersplatz in Rom angekommen. Ähnlich sehe ich die Arbeit am Großkommentar, bei dem es von Beginn an das eine oder andere Hindernis gab. Ich bin jedoch sicher, wir werden unser Ziel von 27 geplanten Bänden in Zukunft auch erreichen. Mit den drei neuen Bänden, die noch dieses Jahr erwartet werden, wären wir bereits etwa bei der Hälfte und damit bei einem wichtigen Zwischenschritt angekommen.

Interview Im Blick 9 Kommen wir zum neuen Handbuch Schmerzengeld. Was ist das Besondere an diesem Werk? In erster Linie war es meinen Autoren-Kolleginnen, Martina Schickmair (ehem Kisslinger) und Melanie Schlager und mir wichtig, ein Werk für die Praxis zu schaffen, das bei bisher ungelösten Problemlagen weiterhilft. Frau Dr. Schickmair hat jahrelange praktische, dabei auch große prozessuale Erfahrung in einer Linzer Anwaltskanzlei und liefert die teilweise kritische Dogmatik des Schmerzengeldes in diesem Buch. Es sollen in Österreich keine amerikanischen Verhältnisse entstehen. Das Besondere ist ein neues System, das die aktuelle Rechtsprechung zum Schmerzengeld nach Körperteilen gegliedert sehr übersichtlich darstellt. Damit kann man recht verlässlich die konkrete Höhe des Schmerzengeldanspruchs im eigenen Fall einschätzen. Nehmen wir beispielsweise das Peitschenschlagsyndrom – eine häufige Folge eines Autounfalls. Dann sehen Sie unter W wie Wirbelsäule nach und finden dort in den E 321 ff die neuesten Entscheidungen und Beispiele aus der Judikatur. Zusätzlich werden Art der Verletzung, Höhe des zugesprochenen Schmerzengeldes, Sachverhalt und mögliche Haftungsbesonderheiten angegeben. Aber auch die Folgen der Verletzung, die Schmerzperioden, der Behandlungsverlauf und der eingeklagte Schmerzengeldbeitrag können nachgelesen werden. Wir haben damit einen sehr anwenderorientierten Zugang gewählt, der rasch Orientierung in diesem Schmerzengeld-Dschungel bietet. Nicht umsonst habe ich nach Erscheinen des Buchs einmal – eigentlich auch etwas scherzhaft – gemeint: „Bei Schmerzen – nimm Kerschner“! Im Familienrecht gab es zu Beginn des Jahres eine Reform im Zuge des KindNamRÄG 2013. Ist eine Neuauflage Ihres Lehrbuchs zum Familienrecht in der Bürgerlichen Recht-Reihe in Planung? Grundsätzlich zeichnet sich die gesamte Lehrbuchreihe durch ihre hohe Aktualität und das Bestreben der Autoren, die einzelnen Bände regelmäßig zu überarbeiten, aus. Auch ich plane tatsächlich, mein Lehrbuch noch in diesem Jahr auf den neuesten Stand zu bringen – schauen wir mal, ob ich das schaffe. Bis dahin lässt sich mit der aktuellen vierten Auflage immer noch sehr gut arbeiten. Ich weiß, um diese Reform wird sehr viel Wind gemacht, aber meines Erachtens hat sich im Wesentlichen nicht so viel verändert. Wir werden sehen, wie sich die Neuerungen in der Obsorge und beim Besuchsrecht zukünftig in der Praxis auswirken werden. Eine Herausforderung für Lehre und Praxis stellt vor allem die neue Nummerierung der Paragraphen dar. Deshalb empfehle ich den Studierenden das Gesetzblatt der Novelle samt Materialien Im Bild: Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Kerschner (Leiter d Inst f Zivilrecht und d Inst f Umweltrecht, JKU Linz), Irmgard Kerschner / Fotos: Kerschner hinzuzuziehen. Zusammen mit dem Lehrbuch steht einer optimalen Prüfungsvorbereitung nichts im Wege. Sie haben unlängst Ihren 60. Geburtstag gefeiert – werden Sie in Zukunft etwas leiser treten? Das ist eine gute Frage – noch fühle ich mich geistig und körperlich recht fit. Aber natürlich werde ich mich über kurz oder lang aus der aktiven Lehrtätigkeit zurückziehen. Angst vor dem Ruhestand verspüre ich jedenfalls nicht. Und wenn ich Ihnen ein Geheimnis verraten darf, dann war ich mit 50 wesentlich besorgter! Heute freue ich mich auf alles, das noch kommt! Ich habe in jedem Fall vor, weiterhin wissenschaftlich zu arbeiten. Wie gesagt, ein paar Projekte liegen mir sehr am Herzen und die möchte ich mit viel Engagement weiterführen. Wenn man für etwas brennt, dann kann man es immer schaffen. Auch wenn sich Widerstände auftun – und ich habe in meiner wissenschaftlichen Laufbahn so einige Hindernisse überwinden müssen – so muss man diese lösen, nur so kann man etwas vorantreiben. Das versuche ich auch dem Nachwuchs stets zu vermitteln. Neben meiner Arbeit will ich weiterhin sportlich aktiv sein. Ich fahre ja nicht nur Rad, sondern bin auch ein passionierter Tennis- Spieler. Übrigens gerne auch mal im Doppel gegen ambitionierte Kollegen wie Peter und Michael Bydlinski. Außerdem freue ich mich auf mehr gemeinsame Zeit mit meiner Familie, besonders mit meinen Enkelkindern, die ich sehr genießen werde.

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