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vznews, Deutschland, April 2022, Ausgabe 66

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Seite 4 vz news 66/April 2022 Der richtige Einstiegszeitpunkt am Aktienmarkt ist jetzt Egal, ob die Kurse gerade hoch sind oder niedrig: Langzeitstudien belegen, dass es keinen Sinn ergibt, mit einem Einstieg am Aktienmarkt auf günstige Gelegenheiten zu warten. Die höchsten Renditen erzielen Anleger, wenn sie stetig investieren. MICHAEL MÜLLER Finanz- und Anlageexperte michael.mueller@vzde.com Tel. 069 505 094 80 Wer würde nicht gern stets zum Tiefpunkt am Aktienmarkt einsteigen? Doch Langzeitstudien zeigen überraschend: Wer in den vergangenen 40 Jahren monatlich immer einen festen Betrag vollständig investiert hätte, stünde heute besser da als jemand, der immer zum günstigsten Zeitpunkt gekauft hätte. Wie sich das erklärt? Anleger, die ihr Geld jahrelang auf der Suche nach den günstigsten Einstiegskursen auf dem Konto liegen lassen, verpassen so viel an Kursgewinnen und Dividenden, dass sie diese entgangenen Erträge selbst Stetiges Anlegen bringt auf Dauer am meisten 1’000’000 800’000 600’000 400’000 200’000 0 1981 1991 dann nicht kompensieren können, wenn sie später zu einem extrem günstigen Kurs einsteigen. Ein Beispiel von drei fiktiven Anlegerinnen, die in den breit gefassten US- Aktienindex S&P 500 investieren, belegt das eindrucksvoll: Alle drei haben 1981 die Börse entdeckt. f Steffi Stetig hat sofort damit begonnen, jeden Monat 200 Euro anzulegen. Daraus sind bis Ende 2021 881.000 Euro geworden. f Tanja Tief dagegen hat die 200 Euro so lange auf dem Sparkonto gehortet, bis sich optimale Gelegenheiten ergaben: Jeweils am schwarzen Montag 1987, im Kuwait-Krieg 1990, gegen Ende der Dotcom-Krise 2002, am Ende der Finanzkrise 2009 und nach dem Corona-Kurssturz Ende März 2020 hat sie das angesparte Geld zu extrem günstigen Kursen investiert. Ergebnis: 806.000 Euro. 2001 2011 Helga Hoch Tanja Tief Steffi Stetig Allen drei Anlegerinnen stehen monatlich 200 € zur Verfügung, um in den S&P 500 zu investieren. Berechnung: VZ VermögensZentrum 2021 MERKBLATT ETF-Sparplan Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie automatisch zu günstigen Durchschnittskursen. Erfahren Sie, wie das funktioniert, und bestellen Sie das kostenfreie Merkblatt: www.vzde.com/vznews f Helga Hoch erging es deutlich schlechter: Sie handelte nach demselben Prinzip wie Tanja Tief, investierte aber immer kurz vor Ausbruch dieser Krisen und damit zu Höchstkursen. Ihr Endvermögen: rund 584.000 Euro. Tipp: Machen Sie es wie Steffi Stetig: Zahlen Sie regelmäßig eine bestimmte Summe ein. Am besten geeignet ist hier ein ETF- Sparplan. Damit bauen Sie kostengünstig langfristig Vermögen auf. Seien Sie sich dabei im Klaren, dass an den Aktienmärkten auch Schwankungs- und Verlustrisiken bestehen. Wenden Sie sich an ein VZ Vermögens- Zentrum in Ihrer Nähe und führen Sie ein kostenloses Erstgespräch mit einem Berater. Er zeigt Ihnen Wege zum Einstieg an den Aktienmärkten unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Ziele und individuellen Risikotragfähigkeit auf. Koalition will Rürup-Rente stärker fördern Mit der Basisrente (Rürup- Rente) kann man privat für das Alter vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen. Denn die Beiträge können von der Steuer abgesetzt werden. Künftig wird die Basisrente noch attraktiver. Denn die Beiträge, die steuerlich geltend gemacht werden dürfen, steigen: 2022 sind es bis zu 25.639 Euro. Davon sind 94 Prozent absetzbar. Die Bundesregierung will nun schon ab 2023 und nicht wie geplant ab 2025 den absetzbaren Anteil auf 100 Prozent erhöhen. Auch soll der Termin, ab dem die Rentenzahlungen voll besteuert werden müssen, von 2040 auf 2060 nach hinten geschoben werden. Tipp: Wenden Sie sich für die Rürup-Rente nicht an Versicherer: Dort verschlingen die Provisionen meist einen Großteil der Erträge. Setzen Sie stattdessen auf eine provisionsfreie Lösung, bei der Sie die Basisrente mit einem kostengünstigen ETF-Sparplan kombinieren. MERKBLATT Basisrenten-Check Machen Sie einen kostenfreien Basisrenten-Check beim VZ. Sie erhalten eine Beispielrechnung, mit welchem Alterskapital für die Rentenphase Sie rechnen können und wie viel Steuern Sie dabei sparen. Bestellen Sie das kostenlose Merkblatt: www.vzde.com/vznews

vz news 66/April 2022 Seite 5 MEINUNG „Die Inflation ist wie ein Tanker“ Sparer und Anleger sind wegen der niedrigen Zinsen und der steigenden Preise derzeit nicht zu beneiden, sagt Wirtschaftsprofessor Michael Burda. Doch das sei kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. © Privatfoto Herr Burda, warum ist die Inflation so stark angestiegen? Der wichtigste Grund ist die Rohstoffknappheit als Folge der gestörten Lieferketten wegen der Pandemie: Wenn Sie heute in ein Fahrradgeschäft gehen, haben Sie viel weniger Auswahl als früher, müssen aber deutlich mehr für ein neues Fahrrad bezahlen. Werden diese einmaligen Störungen durch Preisanpassungen an anderer Stelle weitergegeben, entsteht Inflation. „Kleine Zinsschritte bringen nichts. Das haben wir in den 70ern erlebt.“ Wird uns die Teuerung noch lange beschäftigen? Leider ja. Die Inflation ist wie ein Tanker. Einmal in Bewegung gesetzt, ist sie nur mit Leitzinserhöhungen zu bekämpfen. Doch das passiert nicht, denn die EZB meint, dass die Südeuropäer einen deutlichen Zinsanstieg nicht verkraften würden. Kleine Zinsschritte bringen aber gar nichts. Das haben wir in den 70er-Jahren erlebt als die Inflation die Wirtschaft über viele Jahre schwer belastet hat. Welche Schlüsse sollten Sparer und Anleger daraus ziehen? Die sind derzeit nicht zu beneiden. Einerseits bekommen sie aktuell keine Zinsen, andererseits können sie sich auch nicht darauf verlassen, dass die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben. Langfristige Staatsanleihen würde ich jedenfalls meiden. Hier drohen bei steigenden Zinsen erhebliche Kursverluste. Auch die Immobilienpreise dürften unter Druck geraten, wenn die Zinsen wieder steigen. Viele Häuslebauer könnten dann Probleme bekommen, ihre Kredite zu bedienen, und zum Verkauf gezwungen sein. Was raten Sie einem Fünfzigjährigen, der heute 500.000 Euro zur Anlage zur Verfügung hat? Trotz des gestiegenen Risikos würde ich schon einen großen Teil davon auf Aktien setzen. An der Börse rappelt es zwar manchmal gewaltig. Es kann dann dauern, bis sich die Kurse erholen. Doch wenn Sie heute mit 50 Jahren Vermögen für das Alter aufbauen wollen, haben Sie dafür mehr als 15 Jahre Zeit. Das ist perfekt für die Aktienanlage. Sie dürfen aber auch nicht zwischendurch verkaufen, sondern Sie müssen unbedingt durchhalten. Und Sie müssen breit streuen. Aktien haben in Deutschland aber einen schlechten Ruf. Ja, leider. In den USA ist das anders. Da investieren viel mehr Menschen am Aktienmarkt. Die Politik in Deutschland müsste viel mehr tun, um die Aktienanlage und damit die private Altersvorsorge der breiten Masse zu fordern. Die Riester-Rente hat sich als Flop entpuppt. Mit der Rürup-Rente wurde eine aktienbasierte Rente geschaffen, durch die Besserverdienende und Selbstständige eine Menge Steuern sparen können. Man darf aber nicht nur an die gut Situierten denken. Die Regierung muss sich deshalb zu einer ergänzenden kapitalgedeckten Aktienrente durchringen, von der alle profitieren, die in die gesetzliche Rente einzahlen. ZUR PERSON Prof. Michael Burda zählt zu den prominentesten Ökonomen in Deutschland. Der gebürtige USAmerikaner lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Humbold-Universität in Berlin. Zuvor lehrte der Harvard-Absolvent in Berkeley und an der INSEAD bei Paris. Seine Forschungsschwerpunkte sind makroökonomische Themen, der Arbeitsmarkt und die europäische Integration.