Aufrufe
vor 1 Jahr

vznews, Deutschland, August 2021, Ausgabe 63

  • Text
  • Bestellen
  • Basisrente
  • Banken
  • Steuern
  • Ruhestand
  • Fonds
  • Rente
  • Etfs
  • Geld
  • Merkblatt
Die vz news informieren fünfmal jährlich über aktuelle Finanzthemen. Die kostenlose Zeitschrift des VZ VermögensZentrums beantwortet Fragen zu Geldanlagen und Immobilien-Darlehen, zur Ruhestands- oder Nachlassplanung.

Seite 4 vz news

Seite 4 vz news 63/August 2021 Der Traum von der Frührente ist schnell ausgeträumt ... ... wenn man die finanzielle Planung auf die leichte Schulter nimmt. Oft reicht das Geld dann nicht bis ins hohe Alter. Die folgenden Anregungen zeigen, wie Sie alles Wichtige rechtzeitig in die Wege leiten. FABIAN FREY Finanz- und Anlageexperte fabian.frey@vzde.com Tel. 089 288 11 70 Die Aussicht ist verlockend: vorzeitig aufhören und mehr Zeit für die Familie, Hobbys und neue Projekte haben. Viele Berufstätige möchten diesen Schritt wagen, scheuen aber die finanziellen Folgen. Zu Recht, denn die Frührente ist teuer und die Planung alles andere als eine Kleinigkeit. Das Gehalt eines ganzen Jahres oder sogar mehrerer Jahre fällt weg, was eine massive Einkommenseinbuße bedeutet. Zudem fällt die Rente ein Leben lang niedriger aus, weil Beitragszahlungen fehlen und die Rente wegen des Vorbezugs gekürzt wird. Ein Beispiel zeigt: Hört ein Mann mit 64 statt mit 67 auf, muss er unter dem Strich mit Kosten von mehr als 177.000 Euro rechnen (Tabelle unten). Oft gelingt der vorzeitige Ausstieg darum nur, wenn man alles Wichtige früh in die Wege leitet. Diese Anregungen helfen dabei: Richtig rechnen Budgetieren Sie Ihre voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben sorgfältig und lassen Sie dabei nichts aus. Ihr Ruhestandsbudget zeigt Ihnen, wie groß Ihre voraussichtliche Einkommenslücke ist. Diese Lücke müssen Sie aus Ihrem Vermögen schließen. Rente aufschieben Prüfen Sie die Möglichkeit, die Rente erst später zu beziehen. Grund ist, dass die gesetzliche Rente für jeden Monat, den Sie sie früher beziehen, um 0,3 Prozent gekürzt wird. Wer mit 64 in Frührente geht, bekommt dauerhaft also 10,8 Prozent weniger Rente. Alternativen abwägen Informieren Sie sich über Möglichkeiten, um Ihr Alterseinkommen zu sichern. Das können Einmalzahlungen wie Abfindungen sein oder Auszahlungen von Lebensversicherungen. Möglich sind auch Basisrente, Riester-Rente oder Rentenversicherungen. Wägen Sie die Vor- und Nachteile dieser Einkommensquellen ab. Sonst laufen Sie Gefahr, unnötig viel Planen Sie frühzeitig, denn so viel kostet der vorgezogene Ruhestand Beispiel: Alleinstehender Arbeitnehmer, konfessionslos, Bruttogehalt 90.000 Euro, gesetzliche Krankenversicherung, reguläre Rentenerwartung mit Alter 67 26.100 Euro p.a., Kapitalisierungssatz 2 % p.a., netto Rentensteigerung 1 % p.a., Lebenserwartung 90 Jahre, Grundtabelle 2021. Angaben gerundet in Euro, Näherungswerte. Ruhestand vorgezogen um x Jahre 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre Wegfall Bruttogehalt –90.000 –270.000 –450.000 Vorgezogene Rente 1 +24.400 +63.100 +74.900 Ersparnis Sozialabgaben und Steuern +34.100 +105.900 +197.600 Wegfall netto –31.500 –101.000 –177.500 Rentenkürzung netto pro Jahr –1.100 –3.300 –4.900 Rentenkürzung netto gesamt (bis 90) –30.900 –99.000 –158.100 Barwert 2 der Rentenkürzung –24.400 –76.400 –100.700 Kosten des vorzeitigen Ruhestands 55.900 177.400 353.100 1 Maximaler Vorbezug: 4 Jahre 2 Wert der zukünftigen Zahlungen in der Gegenwart Berechnung: VZ VermögensZentrum MERKBLATT Wichtige Tipps zur Frührente So können Sie Einkommenslücken schließen und den Traum vom vorzeitigen Ruhestand verwirklichen. Bestellen Sie das kostenfreie Merkblatt unter: www.vzde.com/vznews Steuern zu zahlen. Lassen Sie sich von einem unabhängigen Experten helfen, wenn Sie Zweifel haben. Sparplan erstellen Berechnen Sie, wie viel Kapital Sie bis zum geplanten Ausstieg zusätzlich zu den anderen Finanzierungsquellen ansparen müssen, damit die Rechnung langfristig aufgeht. Überlegen Sie sich dabei, welchen Teil des Vermögens Sie der Familie vererben und wie viel Sie selbst aufbrauchen wollen. Erstellen Sie auf dieser Basis einen langfristigen Sparplan. Er zeigt, wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen. Je früher Sie beginnen, desto kleiner sind die Sparraten. Tipp: Lassen Sie sich beim Vorsorgesparen nicht auf Experimente mit riskanten Geldanlagen ein. Für die meisten Anleger ist die Marktrendite ein vernünftiges Ziel. Eine marktgerechte Rendite bedeutet, langfristig in etwa gleich viel zu gewinnen und zu verlieren wie der Markt. Sie möchten früher in Rente gehen und finanzielle Einbußen vermeiden? Wir helfen Ihnen gern. Sprechen Sie jetzt mit einem Experten im VZ in Ihrer Nähe (siehe Seite 8).

vz news 63/August 2021 Seite 5 Negativzinsen: Die Ersparnisse jetzt unter die Matratze legen? Es ist eine verkehrte Welt: Viele Banken verlangen Zinsen dafür, dass man ihnen Geld anvertraut. Dazu kommen auch noch Inflation, Steuern und immer höhere Bankgebühren. Handeln Sie jetzt, wenn Sie Ihre Esparnisse schützen wollen. SEBASTIAN ZENDER Finanz- und Anlageexperte sebastian.zender@vzde.com Tel. 069 50 50 94 80 Negativzinsen kosten die Banken Milliarden. Kein Wunder, dass immer mehr dazu übergehen, die Negativzinsen auf ihre Kunden abzuwälzen. Bereits über 300 Banken verlangen heute Minuszinsen. Einige haben (noch) Freibeträge. Andere berechnen hingegen schon ab dem ersten Euro einen Strafzins. Auch wer vorerst verschont bleibt, macht Verluste. Das zeigt ein Beispiel: Wer 125.000 Euro angespart hat, erzielt bei 0,5 Prozent Zinsen 625 Euro Zinsertrag. Zieht man davon aber 165 Euro Kapitalertragssteuern und Solidaritätszuschlag ab und rechnet 1,0 Prozent Inflation ein, entsteht ein Verlust von 790 Euro (siehe Tabelle). Welche Möglichkeiten bleiben Sparern? Vier Optionen im Fakten-Check: Auf Banken aufteilen Weil immer mehr Banken Strafzinsen verlangen, ist das keine gute Idee. Zudem bezahlt man so meist unnötig viel Gebühren. Seit Banken und Sparkassen verlangen immer höhere Gebühren Entwicklung der Gebühren und der Verbraucherpreise seit 2015 (indexiert); verschiedene Kontoführungsgebühren (Grundgebühren, Überweisungen, Barabhebungen, Kreditkarten usw.) sowie Gebühren für Handel und Aufbewahrung von Wertpapieren berücksichtigt 140 130 120 110 100 90 2015 2016 2017 Bank- und Sparkassengebühren Quelle: Statistisches Bundesamt Jahren drehen die Banken eifrig an der Gebührenschraube, um ihre schmelzenden Margen zu retten. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Kosten seit 2015 um über ein Drittel angestiegen sind (siehe Grafik). Faktisch bezahlen schon heute die meisten Kunden Negativzinsen – indirekt durch die Gebühren. Scheine unter die Matratze legen Das ist sehr riskant. Bei einem Brand oder Einbruch ist das Geld weg. Und auch wer das Ersparte im Tresor aufbewahrt, hat weiterhin ein gravierendes Problem: So wirft das Geld nichts ab – und ist schutzlos der Inflation ausgesetzt. In unserem Beispiel braucht es gerade 2018 2019 2020 Verbraucherpreise mal 1,4 Prozent Zinsen, damit das Ersparte nicht schrumpft (siehe Tabelle). In Aktien investieren Je nach Risikofähigkeit und Risikobereitschaft lohnt es sich, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen! Der Wert des Guthabens kann zwar mit dem Auf und Ab an den Aktienmärkten MERKBLATT Anlegen im Niedrigzinsumfeld Erfahren Sie, wie Sie Ihr Vermögen nicht nur erhalten, sondern es mit kalkulierbarem Risiko gezielt und zuverlässig vermehren. Bestellen Sie das kostenfreie Merkblatt unter: www.vzde.com/vznews schwanken. Langfristig rentieren Aktien aber viel besser als das Sparkonto. Wichtig: Behalten Sie die Kosten im Auge, denn hohe Gebühren fressen die Rendite weg. Für viele lohnt es sich, ihr Geld in passive Anlageformen zu investieren, die günstig und transparent sind (siehe Seite 6). Vorsorgen Auch das ist eine gute Idee. Interessant ist die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt (siehe auch Seite 3). Die Beiträge dürfen in beträchtlicher Höhe beim Finanzamt geltend gemacht werden, und es fallen keine Kapitalertragssteuern an. Sie möchten Ihr Vermögen sicher und günstig vermehren? Vereinbaren Sie ein Gespräch im VZ in Ihrer Nähe (Seite 8). Das Sparkonto ist heute ein Verlustgeschäft Basis: Ehepaar mit 400.000 Euro Vermögen, davon 125.000 Euro Spargelder. Angaben in Euro. Verzinsung auf dem Sparkonto –0,90 % –0,50 % 0,50 % 1,00 % 1,40 % Zinsertrag brutto –1.125 –625 625 1.250 1.750 Steuern 1 297 165 –165 –330 –462 Inflation 1 % –1.250 –1.250 –1.250 –1.250 –1.250 Netto-Realertrag –2.078 –1.710 –790 –330 38 1 Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 % zzgl. Soli: 5,5 %. Negative Erträge stellen einen steuerlich wirksamen Verlust dar. Berechnung: VZ VermögensZentrum