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ZT | Sonderausgabe 2015

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zu interessieren und

zu interessieren und über den eigenen Tellerrand hinausschauen zu können. Der Regisseur und Intendant August Everding hat mal gesagt: Humorlosigkeit ist die Unfähigkeit, andere Wirklichkeiten wahrzunehmen als die eigene. »Es geht um Empathie, nicht um Schadenfreude.« Das heißt aber nicht, dass man nur über andere lachen soll? Umsetzung von Jobsharing? Auf keinen Fall! Es geht darum, etwas Neues entstehen zu lassen, Kommunikation zu beleben. Zu sensibilisieren für den wertschätzenden Humor in alltäglichen Gesprächssituationen. Das geht nur, wenn ich neugierig bin auf meine Gegenüber und die Welt drum herum. Es geht um Empathie, nicht um Schadenfreude. Sie hilft, humorvolle Situationen wahrzunehmen und sie aufzugreifen. Das wiederum schafft Vertrauen. Wie setzt man Humor als Anti-Stress-Mittel ein? Es ist wichtig, dass wir Abstand schaffen zu der Situation, die uns stresst. Dass es uns gelingt, die Angespanntheit herauszunehmen, damit der Ärger nicht zu groß wird. Ich mache dazu gerne eine Übung in meinen Vorträgen. Ich lasse die Teilnehmer mit ihren Nachbarn Gespräche führen über Situationen, in denen sie verärgert waren. Dann lenke ich die Gespräche nach einer bestimmten Spielregel. Das Ergebnis ist, dass der Zorn sich in Wohlgefallen auflöst. Diese Übung führt immer wieder zu dem Aha-Erlebnis, wie sehr wir unseren täglichen Frust und Ärger selber beeinflussen können. Ich habe diese Idee aus meiner Zusammenarbeit mit Eckart von Hirschhausen.(Anm. d. Red.: Arzt, Comedian und Autor) Wir standen viele Jahre zusammen auf der Bühne, heute arbeiten wir immer noch zusammen, durch seine Stiftung „HUMOR HILFT HEILEN“. Wir bringen Humor-Trainings in Krankenhäuser und bieten Workshops für Pflegepersonal und Ärzte an. Fast alle Mittel haben Risiken und Nebenwirkungen. Schon. Allein dadurch, dass Menschen einen sehr unterschiedlichen Humorgeschmack haben. Wer sich mit Humor beschäftigt, ihn anwendet und in Alltag und 48 | Zukunft-Training • TAM-Lernkongress Sonderausgabe

»Es ist wichtig, dass wir Abstand schaffen zu der Situation, die uns stresst. Dass es uns gelingt, die Angespanntheit herauszunehmen, damit der Ärger nicht zu groß wird.« Sprache bringt, kann auch mal danebenliegen. Alle kennen diesen Moment: Man hat etwas auf der Zunge liegen, traut sich dann aber doch nicht, es auszusprechen – aus der Angst heraus, es könne falsch verstanden werden. Humor ist also Risiko. Aber eben auch ein kreativer Prozess, und als solcher lebt er vom Üben und Scheitern. Jeder Berufskomiker kennt das übrigens: Man probiert eine Pointe und keiner lacht. Das ist erst einmal unangenehm – aber dann registriert man, dass die Welt davon nicht untergeht. Solche Erfahrungen machen sicherer. Sie vermitteln Humor-Techniken. Das heißt, Humor kann man lernen? Ja, das ist die gute Nachricht. Humor ist tatsächlich eine Kunst, und man kann sie erlernen wie das Klavierspielen. Aber man muss üben. Klavierspielen kann ja auch keiner, nur weil er das Instrument im Wohnzimmer stehen hat. Humorlose Menschen üben nicht – oder haben die Sie einfach noch nicht getroffen? (lacht). Das will ich jetzt nicht behaupten. Klar kann ich Übungen und Angebote an die Hand geben. Aber es gibt auch Leute, die Humor einfach nicht einsetzen. Nicht einsetzen wollen. Die Möglichkeit, humorvoll zu sein, steckt aber in jedem Menschen. »Die Möglichkeit, humorvoll zu sein, steckt in jedem Menschen!« Sie sind bereits vor Mitarbeitern von Audi und AOK aufgetreten, sprechen zu Lehrern, Sozialarbeitern und Hebammen. Braucht jede Berufsgruppe eine andere Humor-Schule? Grundsätzlich nicht. Aber es gibt schon branchenspezifische Sprachen. Da muss man sich erst mal reinfinden. Dazu kommt: Bei manchen Berufsgruppen darf es etwas rauer zugehen, bei anderen muss Humor subtiler funktionieren. Das Training ist aber eigentlich immer das gleiche. Da wir heutzutage ja fast alle unter Druck stehen, tut es jedem gut, zu lernen, wie Humor das Arbeitsleben erleichtert, wie man erfolgreicher wird. Ich bin überzeugt: Humor macht Karriere. Die medizinischen Berufe, der ganze Gesundheitsbereich liegt mir dabei persönlich besonders am Herzen. Zukunft-Training • TAM-Lernkongress Sonderausgabe | 49

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