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ZT | Sonderausgabe 2015

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Warum? Ich bin einmal in

Warum? Ich bin einmal in der Woche wieder als Clown im Krankenhaus aktiv. „Clowndoktoren“ nennt sich der Klinikclown-Verein, für den ich arbeite. Meine Kollegen und ich gehen regelmäßig zu den Kindern auf den Stationen. Ich mache das, weil ich erlebt habe, wie gut ein Clown Kindern tut, als meine Tochter im Krankenhaus war. Kinder fühlen sich oft ausgeliefert und fremdgesteuert in der Situation im Krankenhaus. Da sind sie glücklich, wenn mal einer vorbeischaut, der noch ein bisschen hilfloser ist als sie. Wie ist das eigentlich mit einem Felix Gaudo? Ist der nie gestresst? Ha, das wäre schön, wenn ich sagen könnte, ich wäre die Gelassenheit in Person. Ich bin ein fröhlicher Mensch, und dazu passt auch mein Name. Ich bin aber auch ein Hektiker, der in manchen Situationen in Stress gerät. Und der auch mal Angst davor hat, dass etwas nicht so klappt, beispielsweise ein Witz auf der Bühne nicht sitzt. Aber ich denke, gerade deshalb kann ich besonders gut vermitteln, wie man mit Humor solche Situationen meistert und sich die Freude und den Spaß an seinem Beruf erhält. Geben Sie mir einen Tipp: Ich sitze mit elf zum Teil überarbeiteten Redakteurskollegen in der 16-Uhr-Konferenz, ein zwölfter kritisiert die heutige Ausgabe und nörgelt nur herum – wie ist da noch mit Humor die Kurve zu kriegen? (lacht) Von außen ist es schwer, konkrete Tipps zu geben. Es helfen ja keine auswendig gelernten Texte. Wichtig ist: Nicht abschalten! Beobachten Sie ihren Kollegen. Wie sitzt er da? Wie guckt er? Wie äußert er die Kritik? Vielleicht können Sie in der Situation Komik erkennen – Situationskomik! Reagieren Sie nicht mit einem Gegenangriff. Machen Sie sich lieber über sich selbst lustig. Ergeben sie sich beispielsweise dramatisch und fordern eine Pause. Wer nicht zumacht und zuhört, erlebt vielleicht etwas Neues – auch noch um 16 Uhr. Wer ist eher Ihr Humorfavorit – Mario Barth oder Loriot? Oh, ich lache über beide. Loriot ist ganz klar der große Meister. Da ist sicher niemand böse, wenn ich sage, dass er ein großes Vorbild ist. Es gibt aber in dieser Frage sicher strikt getrennte Lager. Die einen sagen: nur Loriot. Die anderen: nur Barth. Ich lache generell schrecklich gern – über feinen Humor, aber auch, wenn er etwas polternd daherkommt. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gaudo! *** Das Interview führte Britta Willeke. Felix Gaudo - Humortrainer, Moderator, Comedian Felix Gaudo, 1964 in Berlin geboren, hat zunächst Erfahrungen im Straßentheater gesammelt und 1985 seine Schauspielausbildung an der Freien Kleintheaterschule von Frieder Nögge in Stuttgart begonnen. Nach der Ausbildung hat er sich auf Solo-Clown-Programme konzentriert und gastierte als Conférencier in diversen Varietés. Unter anderem war er für drei Jahre mit dem Varieté „Et Cetera“ auf Tournee. Heute wohnt Gaudo in Bensheim, ist Moderator, Humortrainer und Comedian. Er ist Mitbegründer des Comedy-Ensembles „Think-Theatre“ mit Bernhard Wolff und Eckart von Hirschhausen, veranstaltet die regelmäßige Veranstaltungsreihe „Comedy Brunch“ im Hochheimer Hof und ist mit seinem Bühnenpartner Dirk Scheffel mit dem Musik-Comedy-Programm „Kindskoeppe“ unterwegs. Außerdem engagiert sich der Vater zweier Kinder für die „Clown-Doktoren“. 50 | Zukunft-Training • TAM-Lernkongress Sonderausgabe

Mehr über Felix Gaudo auf: www.felixgaudo.de

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