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E_1928_Zeitung_Nr.035

E_1928_Zeitung_Nr.035

n AUTOMOBIL-REVUE 1028

n AUTOMOBIL-REVUE 1028 8ff Vom Bundesgericht (II. zivilrechtilche Abteilung) wurde das kantonsgerichtliche Urteil insoweit bestätigt, als es die Mutter D. betraf. Was die Ansprüche der vier Kinder anbelangt, so wurde die Monatsrente auf 16b Franken monatlich erhöht. Bei dein über die Erwerbsverhältnisse der Ehegatten D, eingeholten Gutachten war nämlich die Ausgabe für Kost und Logis unrichtigerweise vom Reineinkommen abgezogen worden; bei Richtigstellung dieses Rechnungsfehlers erhöhte sich das Einkommen der Ehegatten aus der Bewirtschaftung des Landgutes auf rund Fr. 17,000 und da auch das Bundesgericht von der Annahme ausging, das halbe Einkommen wäre zu gunsten der Kinder verwendet worden, so ergab sich hieraus die erwähnte Erhöhung der Kinderrente.. Anderseits wurde der Betrag von 20.000 Fr. gestrichen, mit welchem die S.B.B, nach dem kant. Urteil die Erben für den beim Verkauf des Gutes erlittenen Verlust hätten entschädigen sollen. Es würde sich hier um einen Schadenersatz für einen Verlust handeln, welcher mit dem Unfall nicht in direktem Zusammenhang steht. Die in Art. S E.H.G. vorgesehenen Beträge sind aber ihrer Natur nach nicht Schadenersatz, sondern Genugtuungszahlungen; das Gesetz, welches die Bahn einer Sonderliaftung unterstellt, hat die von der Bahn zu tragenden Schadenersatzansprüche genau umschrieben und Verluste dieser Art dabei nicht berücksichtigt. Eine erweiternde Auslegung der betreffenden Bestimmungen erscheint aber ausgeschlossen angesichts des Sondercharakters der hier eingeführten Haftung. Die auf Grund von Art. 8 E.H.G. sind auch ohnedies ungewöhnlich hoch, das Gericht war aber der Auffassung, dass das schwere Verschulden von Bahnverwaltung und Personal ungewöhnlich hohe Beträge rechtfertige, dass hier ein wahrer Musterfall für die Anwendung dieser Bestimmung gegeben sei. W. Der Automobilaussenhandei der Schweiz im März 1923. Einfuhr 7,4 Millionen Franken, Ausfuhr 1,8 Millionen Franken. Mit dem Einsetzen des Autotourismus inr Frühling belebt sich auch der Aussenhandei mit Motorfahrzeugen. Während im Februar die ganz unerwartete Erscheinung eintrat, dass der Ausfuhrwert nahezu einen Drittel des Einfuhrwertes erreichte, hat sich für den Monat März die Differenz zwischen Einfuhrund Ausfuhrwert wieder vergrössert. Der Wert der Ausfuhr nähert sich wiederum dem üblichen Viertel des Einfuhrwertes. Die Monatsstatistik der Eidgenössischen Oberzolldirektion verzeichnet für den Monat März für Motorfahrzeuge einen Einfuhrwert von 7 415341 Fr., gegenüber 6 042 228 Fr. im Vorjahre. Es resultiert daraus eine Zunahme der Einfuhren von 1 373 113 Franken. Die Kategorien c, d, f nehmen in erster Linie an dieser Vermehrung teil. Der Ausfuhrwert für den Monat März iiat sich gegenüber demjenigen des entsprechenden Monats im Vorjahr mehr als versiebenfacht. Von 252 698 Fr. stieg derselbe auf 1826 6ol Fr. .m März 1928. Die Zunahme beziffert sich auf 1 573 933 Franken. Zum bessern Verständnis wiederholen wir die Kategorien, die seit dem 1. November 192V in Gebrauch stehen : a) Motorzwei- und -dreiräder ohne Lederüberzug; b) andere (also solche mit Lederüberzug): c) Automobile und Chassis im Stückgewicht von weniger . als SC-0 kg; ä) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 800 bis und mit 1200 kg; 0) Automobile und Chassis im Stückgewicht von 1200 bis und mit 1600 kg; f) Automobile und Chassis im Stückgcwicht von mehr als 1600 kg; g) Karosserien aller Art für Automobile", h) Elektrokarren; 1) Traktoren ohne Karosserie. Eine Zusammenfassung der Gruppen verteilt auf die verschiedenen Länder ergibt folgendes Bild : Einfuhr im März 1928. (Für 1927 müssen die Kategorien von c bis i in eine einzige zusammengefasst werden, da die Einteilng eine andere war.) Stück q kg Wert in Fi Deutschland a 26 50.13 43.252 b 1 2.30 1674 c 4 3180 17 300 d 21 243 44 120 691 c. 4 5655 27.937 f 1 166.09 134 206 h 2 10.70 5.600 J 92 429 Österreich il A 48.99 38.450 f 2 38.18 32.712 Frankreich a 74 89.14 79.852 b 1 1 69 1.995 c 24 .166.72 107 872 (1 94 1.066.40 383.670 21 305.82 165 875 I' 5 273.64. 180.453 14.51 11533 i 2ü 120 Italien a (5 1154 14 912 !) 58 414 c 38 298 24 138.652 d 57 (507.93 273.530 o 29 374.98 179.511 f \ 185.28 129.824 SL

AUTOMOBTL-REVUE 9 Genfer Salon 1929. :-: Die neuen Mitglieder des Organisationskomitees Herr Jenny, in Firma Jenny & Cie., Vertreter der Chrysler-Werke für die deutsche Schweiz. S B T3 Herr Ramseyer, Karossier in Bern. Vom wachsenden Erfolg. Die Tv'eugewählten des Komitees des Genfer Sa- Ions dürfen beim Antritt ihrer neuen Funktionen sicher die freundlichsten Worte vernehmen. Wir wollen von den Resultaten des Salons 1928 reden, die wohl ein glücklicher Auftakt für die sie beschäftigenden Arbeiten des 1929er Salons sein werden Ės ist zu melden, dass man noch nicht im Besitze der Abrechnung ist, da noch verschiedene Rechnungen ausstehend sind. Aber man wird mit einem gleich günstigen finanziellen Ergebnis wie in früheren Jahren rechnen dürfen, trotz grossen Herstellungskosten für den Anbau. Dieser Anbau war eino dringende Notwendigkeit... aber besser als dieser wäre ein neues Ausstellungspalais, in dem noch verschiedene Erfindungen untergebracht werden konnten. Wir geben gerne der Hoffnung Raum, dass dasselbe schon für nächstes Jahr erstellt werden kann. Trotz hierzu nötiger Anstrengungen würden dieselben Genf viel eintragen. — In zirka zwei Wochen wird man wissen, wie der Salon 1928 abgeschlossen hat, sofern dio Lieferanten mit dem Einreichen ihrer Rechnungen nicht weiterhin zögern. Sicher ist, dass dio Einnahmen aus den Standmieten diejenigen des letzten Jahres bedeutend übersteigen werden und dass auch die Eintrittsgelder, trotz der Reduzierung des Preises, mehr ausmachen würden als letztes Jahr, wenn nicht Steueiabgaben dazu kämen. Diesen Faktoren allein ist es zuzuschreiben, wenn die an den Kassen eingelaufenen Gelder um einige hundert Franken niedriger sind als im letzten Jahr. Es sei nochmals Hr. W Steiger, Delegierter der Martini-Werke und Konstrukteur der neuen Martini-Wagen, St. Blaise. festgestellt, dass dio Zahl der Besucher dieses Jahr um ein bedeutendes grösser war als im letzten. Herr Marchand und seine Mitarbeiter werden wohl einen schönen Gewinn den Ausstellern melden und von ihnen für die entgegenkommenden Rückerstattungen den herzlichen Dank und die besten Glückwünsche derselben entgegennehmen können. Wir, als Vertreter der Oeffentlichkeit, schliessen uns diesem Dank und den Glückwünschen an und versichern diese verdienstlichen Arbeiter und Förderer des Salons auch weiterhin unserer Ergebenheit und unserer Unterstützung. fey. Neues zur Naly-Aifäre. Hr. Cbappuis, Buchhalter-Experte, hat am letzten Montagmorgen dem Gericht seinen letzten, 25 Seiten umfassenden Bericht über dio von Naly zum Nachteil des A. C. S. und des Winkelriedfonds begangenen Unterschlagungen eingereicht. Dem Defraudanten Naly wurde durch den Untersuchungsrichter Batard, im Beisein des Advokaten Hrn. Adrien Lachenal, des Verteidigers des Angeschuldigten, dieser Bericht zum Studium übergeben. Dio Affäre kommt vor Schwurgericht. Der Gesamtbetrag der Unterschlagungen zum Nachteil des A. C. S. beträgt nach diesem erstatteten Bericht Fr. 225000 (der Angeschuldigte gab das bisher nicht zu, und man sprach von einem Betrag von Fr. 217 000), die er so unterschlug, dass er die Gelder vom Postscheckkonto und auf Vorschusskonto der Bank cinbezahlto Beträge abhob. Dann stellte er falsche Bilanzen auf. fey. Herr Henri Bachmann, der bekannte Solex- Vertreter, in Biel. Herr Hippolyt Saurer. Delegierter der Sauror A.-G., Arbon. Herr Th. Wieland, in Firma Safia S. A. in Genf. Pietro Bordino beim Training tödlich verunglückt! Der internationale Automobilrennsport hat einen seiner Besten verloren: wio wir bereits in unserer letzten Nummer meldeten, ist der bekannte italienische Automobilrennfahrer Pietro Bordino am letzten Sonntag nachmittag in der Nähe der Mühle von San Michele bei Alessandria, beim Training für den am nächsten Sonntag stattfindenden Circuito di Alessandria verunglückt Bordino fuhr in einem Tempo von zirka 70 Kilometern, als ihm ein grosser Schäferhund in den Wagen rannte, sich im Steuermechanismus der Vorderachse verwickelte und so den Fahrer, trotz verzweifelter Anstrengungen, die Herrschaft über seine Rennmaschine verlieren Hess: er sauste über die Strasse in eine Schlucht hinunter. Beim Sturz wurde der Fahrer vom Wagensitz geschleudert und von der Strömung des Baches noch eino Strecke weit mitgerissen. Er wurde tot • aufgefunden, während der mitfahrende und im Wagen hängen gebliebeno Mechaniker kurze Zeit darauf an den Folgen eines Schädelbruches starb. Bevor er zum Automobilrennsport überging, hatte sich Bordino als Motorradrennfahrer ausgezeichnet. Er war ein erstklassiger Mechaniker, dessen vielseitige Fähigkeiten frühzeitig erkannt wurden, und unter Ralph do Palma und Lancia entwickelte sich der italienische Spoitsmann rasch zu einem tüchtigen Führer. Zuerst kleinere Rennen gewinnend, gelang es ihm im Jahre 1921 sein Können im Grossen Preis Ton Italien zu beweisen. Er gewann das auf der Rundstrecke von Brcscia gefahrene Rennen zwar nacht, aber er führte doch zehn Ruiaden und schlug sämtliche Rundenrekordo mit einem Durchschnitt «on 148 Kilometer, damit den Becher des Königs von Italien gewinnend. tKum-Dipped FÜR EXTRA-QUALITÄT UND EXTRA-LEISTUNG Der Pirestone Gum-Dipping-Prozess ist einer der wichtigsten Faktoren» um die Kosten der Kilometer zu reduzieren. - Jeder Oord-Faden wird in einer Gummi-Lösung getränkt, wodurch jede innerliche Reibung, welche die Cord-Fäden ermüdet, ausgeschaltet wird. Alle Firestone-Händler verkaufen Ihnen diese extra Qualitäts-Pneus, welche Hunderttausenden von Automobilfahrern die Pneu-Kosten reduzieren. - Kaufen Sie das nächstemal: Giiin-Dipped-Piieiis Herr A. Carfani, Direktor der Schweiz. Automobilverkaufsgesellschaft * Fiat». Grosse Triumpho feierte Bordino im Jahre 1922: in der gleichen Woche gewann er zu Monza zwei Grosse Preise von Italien! Auch an dem in Strassburg gefahrenen Grossen Preis von Frankreich hatte er sich beteiligt (in der Fiat-Equipe), hielt über 50 Runden die Spitze, bis er durch Defekt ausser Gefecht gesetzt wurde. Durch seine Schnelligkeit hatte er zwar auf dio Zuschauer einen grossen Eindruck gemacht. Bis zum Herbst 1924 war Bordino in Amerika. In zahlreichen dortigen Rennen zeichnete er sich aus und bekam durch sein unerschrockenes Fahren den Beinamen «der rote Teufel» In der Targa Floria war er, auf Fiat, Erster der 1500 ccm-Klasso und Dritter im Gesamtklassemont geworden Aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt, lieferte er in dem in Lyon ausgefahrenen Grossen Preis von Europa lange Zeit ein glänzendes Rennen gegenüber seinem Landsmann Ascari. Leider musste er dann aber aufgeben. Vor zwei Jahren startete er nochmals mit seinem Fiatwagen im 500 Meilen-Rennen von Indianapolis. Aber auch hier wurde er von Defekten heimgesucht und musste sich mit einem zehnten Preis zufrieden geben. Im letzten Jahr siegte er auf seinem 1J4 Liter-Fiat-Rennwagen im Grossen Preis von Mailand. Als sich dio Firma cntschloss, in diesem Jafcre keine Rennen bestreiten zu lassen, konnte dieser leidenschaftliche Rennfahrrer nicht ohne sportliche Tätigkeit bleiben und so verpflichtete er sieh für Bugatti. Am Circuito di Alessandria, dann aber auch in der bevorstehenden Targa Florio sollte er für diese Marke starten und er lag, um glänzend abschneiden zu können, einem floissigen Training ob! Sein unerwarteter Hinscheid bedeutet für den internationalen Rennsport einen gewaltigen Vorlust! —ey.