Cruiser im September 2012

cruisermagazin

CRUISER Edition September 2012

Dieses Magazin ist schwul

Photographer Karolin Klüppel

Hanna Scheuring in «Love, Marilyn», Ballett-Direktor Christian Spuck, PinkCop-Präsident

Peter Sahli, Tampa/St. Petersburg in Florida, Liebescircus Ohlala , Zürcher Niederdorf,

Michael Steiners «Missen-Massaker», Silvia Seidel, Patrick Hässig, Matthew Mitcham


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CRUISER Edition September 2012

Inhalt

Editorial

Viel zu kurz ist dieser Sommer, umso grösser dafür die Vorfreude auf unsere neue September-

Ausgabe! Wir konzentrieren uns, passend zur neuen Theatersaison 12/13, auf die Bühnen dieser

Welt. Schauspielerin Hanna Scheuring erklärt uns den Zauber von Marilyn Monroe, mit Ohlala

hält ein Liebescircus Einzug in Zürich. Schliesslich wollen wir wissen, weshalb Regisseur Michael

Steiner gerade einige Missen massakriert. Eine weitere Bühne des schwulen Lebens ist das

Zürcher Niederdörfli – Frau Arnold-Korf wagt eine Performance. Umso mystischer die optische

Kunst: Fotografin Karolin Klüppel zeigt in der Fotostrecke hüllenlose Männer in Wald und Nebel.

Stv. Chefredaktor, Daniel Diriwächter

6

Love... wie einst Marilyn

Hanna Scheuring über ihr neues Stück «Love, Marilyn»

10

Liebescircus Ohlala

Exklusive LGBT-Pre-Premiere am 19. September 2012

17

Michael Steiners «Missen-Massaker»

Horror-Komödie in den Kinos

20

Tampa/St. Petersburg

Der neue Hotspot im Sunshine-State Florida

22

Karolin Klüppel

Photographer

32

Schwules Spa im Niederdorf

Eine Tour durch Zürichs Niederdorf

News 4 • Prominent 8 • PinkCop 14 • News Schweiz 15 • Wofür der Penis steht 16

Szene 18 • Kultur 28 • Christian Spuck 30 • Musik 31 • Welcome Big Dick 36 • Hot4You 37

Renos Relax 38 • Hildegard 40 • Dr. Gay 41 • Agenda 42

3


News CRUISER Edition September 2012

Internationale

News

4

Kuala Lumpur

Fortschritt ohne Schwule

Malaysias Premierminister hat im Namen des

Islam dem Liberalismus, Pluralismus und der

Homosexualität eine Absage erteilt. Diese «abartigen

Kulturen» hätten unter seiner Regierung

«keinen Platz in Malaysia», rief der Premierminister

im Juni den Delegierten einer Islamkonferenz

zu. Unter seiner Führung werde Malaysia

eine moderne Nation mit hohem Einkommensniveau,

ohne dafür jedoch in Fragen der Moral

und des Glaubens Kompromisse einzugehen.

Die bei den nächsten Wahlen um ihre Macht

fürchtende Regierungspartei Umno und ihr

nahestehende Medien haben seit dem überraschenden

Freispruch von Oppositionsführer

Anwar Ibrahim vom Vorwurf der Homosexualität

im Januar ihre Rhetorik gegen Schwule und

Lesben verschärft.

Neu Delhi

Eunuch Wahlsieg genommen

Ein Gericht im indischen Madhya Pradesh hat

die Wahl eines Eunuchen zum Bürgermeister

von Sagar für nichtig erklärt. Kamla Bua habe

nicht nachweisen können, dass sie eine Frau sei

und zu den «Scheduled Castes» gehöre, berichteten

indische Medien am Freitag Ortszeit. Kamla

habe jedoch für einen Sitz im Stadtparlament

kandidiert, der für eine Frau aus den aufgelisteten

Kasten reserviert sei. Kamla Bua hatte die

Wahl 2009 mit weit über 40 000 Stimmen Vorsprung

gegenüber dem Gegenkandidaten gewonnen.

Zu den «Scheduled Castes» gehören die

Unberührbaren. Eunuchen werden in Indien

verachtet oder wegen ihrer angeblichen übersinnlichen

Fähigkeiten gefürchtet. Seit 1994

haben Eunuchen das Wahlrecht.

Vientiane

Regenbogen über Laos

In Laos fand in diesem Sommer die erste Gay Pride

seiner Geschichte statt. Weil Homosexualität in

dem kommunistischen Land zwar legal, aber

gesellschaftlich verpönt ist, zog keine bunte,

schrille Parade durch Vientiane. Vielmehr versammelten

sich gut einhundert Schwule und

Lesben zu einem fröhlichen Event mit einem

bunten Programm auf einem Sportplatz der US-

Botschaft. Unter Präsident Barack Obama und

Aussenministerin Hillary Clinton unterstützen

die US-Botschaften im Pride-Monat Juni die Gay

Communities ihrer Gastländer. «Proud to be

Us!» hiess die Gay Pride in Vientiane, zu der sich

Medienberichten zu Folge auch einige ebenso

hochrangige wie neugierige Vertreter der laotischen

Regierung eingefunden haben sollen.

Sydney

Katholischer Priester streitet

gegen «gay panic»-Gesetz

Ausgerechnet ein katholischer Priester im australischen

Föderationsstaat Queensland ist die

treibende Kraft einer Kampagne gegen die «Gay

Panic»-Gesetzgebung. «Bitte unterzeichnet die

Petition und gebt sie weiter, um Campbell Newman

zu zeigen, dass seine Verteidigung des ‚gay

panic’ nicht akzeptabel ist», appelliert Pfarrer

Paul Kelly an die Besucher seiner Webseite.

Queenslands neuer, konservativer Premierminister

Campbell Newman hatte angekündigt,

die von der sozialdemokratischen Vorgängerregierung

eingeleitete Reform der «gay panic»-

Gesetzgebung nicht übernehmen zu wollen. Dabei

geht es um ein Gesetz, das zur Abwehr einer

homosexuellen Annährung Gewalt bis hin zum

Mord rechtfertigt.

London

Geschäftsreisemarkt entdeckt

Schwule

Der World Travel Market (WTM), die führende

internationale Messe für den boomenden Geschäftsreisetourismus,

hat den schwul-lesbischen

Reisemarkt entdeckt. WTM will durch

seine neue B2B (Business-to-Business) Initiative

«Out Now» seinen Kunden und Mitgliedern

den Lesbian-Gay-Bisexual-Transsexual

(LGTB)-Markt erschliessen. «Der LGTB-Reisemarkt

hat sich in bemerkenswerter Weise in

den letzten 20 Jahren entwickelt, aber die organisatorischen

Strukturen der Branche haben

damit nicht Schritt gehalten», sagte Ian

Johnson, CEO von «Out Now». Auf dem nächsten

WTM-Event soll durch Marktanalysen und

Netzwerkveranstaltungen der schwul-lesbi-


CRUISER Edition September 2012

News

sche Reisemarkt damit begonnen werden, die

Defizite der Branche in diesem Segment abzubauen.

Hanoi

Homo-Ehe in Vietnam?

Vietnam könnte das erste Land Asiens mit einer

rechtlichen Würdigung gleichgeschlechtlicher

Beziehungen werden. Das Justizministerium

des kommunistischen Landes hat laut Berichten

schwuler Medien in Asien in einem Änderungsentwurf

zum Eherecht die Ehedefinition durch

die Einbeziehung schwul-lesbischer Beziehungen

erweitert. Justizminister Ha Hung Cuong

habe gesagt, es gebe inzwischen Hunderttausende

Homosexuelle in Vietnam. Viele würden

in Beziehungen leben, ohne aber wie Ehepaare

über Rechte bei Eigentums-, Erb- und Adoptionsfragen

zu verfügen. Etwas merkwürdig mutete

allerdings der Verweis des Ministers auf die

Menschenrechte an. Vietnam verfolgt mit unnachgiebiger

Härte Dissidenten wie kritische

Journalisten und Blogger.

Canberra

Zwei Bundesländer wollen

Homo-Ehe

In Australien haben sich innerhalb einer Woche

die Regierungschefs zweier Bundesstaaten für

die Homo-Ehe ausgesprochen. In Südaustralien

erklärte Premierminister Jay Weatherill seine

Unterstützung eines entsprechenden Antrags

der Grünen. Kurz zuvor hatte die tasmanische

Premierministerin Lara Giddings die Öffnung

der Ehe für Schwule und Lesben befürwortet.

Beide Politiker gehören der Laborpartei an. Die

Partei ist jedoch in dieser Frage gespalten. Australiens

Labor-Premierministerin Julia Gillard

lehnt die Homo-Ehe strikt ab. Gillard hat sich

jedoch bereit erklärt, für die Abstimmung in

dieser Frage den Abgeordneten des nationalen

Parlaments eine Gewissensentscheidung zu erlauben.

Washington

Erste lesbische Generalin in

US-Armee

Tammy Smith ist die erste offen lesbische Generalin

in den amerikanischen Streitkräften.

Die 49-jährige outete sich offiziell bei ihrer Ernennung

zur Brigadegeneralin. Die seit vielen

Jahren mit einer festen Partnerin lebende Smith

ist seit 26 Jahren Mitglied der US Army, war

aber zunächst wegen des gesetzlichen Verbots

des Militärdienstes für Homosexuelle und wegen

der von Präsident Bill Clinton eingeführten

Don’t ask, Don’t tell-Politik gezwungen, ihre

sexuelle Orientierung geheimzuhalten. Nach

dieser Regelung durften Homosexuelle dem Vaterland

als Soldaten dienen, solange sie ihre sexuelle

Neigung verschwiegen. Andererseits war

es Vorgesetzten verboten, ihre Soldaten danach

zu fragen. Obama hatte Don’t ask, Don’t tell im

vergangenen Jahr abgeschafft.

Washington

Antischwule Teeparty mit

Paul Ryan

Der mit martialischem Gepränge als «Running

Mate» des republikanischen Präsidentschaftskandidaten

Mitt Romney präsentierte

Paul Ryan ist ein vehementer Homo-Gegner.

Auf der Score Card der grössten amerikanischen

schwul-lesbischen Organisation Human

Rights Campaign erhält der aktive Katholike

null Prozent. Die Lobbygruppen in Washington

bewerten auf ihren Score Cards, wie empfänglich

jeder der Kongressabgeordneten für ihre

jeweiligen Anliegen ist. Ryan könnte sich für

Romney als Fehlgriff erweisen. Mit der Verbeugung

vor der rechtspopulistischen Tea Party

verprelle Romney die gemässigten Republikaner,

prophezeien politische Beobachter. Inzwischen

gebe es auch unter den republikanischen

Wählern eine Mehrheit gegen die Diskriminierung

von Schwulen und jüngsten Umfragen

zu Folge unterstützen gar schon 35 Prozent die

Homo-Ehe.

Redmond

Microsoft sponsort Homo-Ehe

Je 100 000 Dollar spendeten Microsoft-Gründer

Bill Gates und Vorstandsvorsitzender Steve Ballmer

der Gruppe Washington United Front for

Marriage. Damit unterstützen die beiden IT-Könige

den Kampf um die Öffnung der Ehe für Homosexuelle

in dem Staat an der Westküste der

USA, in dem sich im Örtchen Redmond die Zentrale

des Mircosoft-Imperiums befindet. Zwar

haben bereits beide Kammern des Parlaments

als auch die Gouverneurin der Homo-Ehe ihr Ja-

Wort gegeben. Aber die christliche Rechte will

bei den Wahlen im November durch eine Volksabstimmung

die demokratische Entscheidung

für die Homo-Ehe kippen. Beide Seiten werden

sich bis zum Wahltag eine millionenschwere

Materialschlacht liefern.

Taipeh

Lesbenhochzeit mit Buddhas

Segen

Erstmalig hat in Taiwan ein gleichgeschlechtliches

Paar nach buddhistischem Ritus geheiratet.

Im Kloster Taoyuan, im Norden der Insel,

gaben sich Mitte August die beiden Frauen Fish

Huang und You Ya-ting vor einer Buddha-Statue

das Ja-Wort. Shih Chao-hui, die die Zeremonie

durchführte, sprach anschliessend von einem

«historischen» Ereignis. Taiwan gilt als eines der

liberalsten Länder Asiens und feiert jedes Jahr

im Herbst den grössten CSD des Kontinents. Taiwan

könnte das erste asiatische Land werden,

das die Homo-Ehe legalisiert. Bereits 2003 legte

die Regierung einen Gesetzentwurf zur Einführung

der Ehe für homosexuelle Paare vor. Präsident

Ma Ying-jeou sagte seinerzeit jedoch, die

Gesellschaft sei noch nicht reif genug für eine

solche Reform.

Kuala Lumpur

Hochzeitsbankett als

Provokation

Mit einem traditionellen chinesischen Hochzeitsbankett

ist Ouyang Wen Feng einmal mehr

die religionsübergreifende Provokation der Gesellschaft

Malaysias gelungen. Der in New York

lebende Pastor und Autor hatte in seinem Heimatland

Malaysia mit viel Mediengetöse eine

«private» Hochzeitsfeier in einem Restaurant

in Kuala Lumpur gefeiert. Seinen Partner, den

afro-amerikanischen Musicalproduzenten Phineas

Newborn, hatte Ouyang Wen Feng bereits

im vergangenen Jahr ganz legal in New York geheiratet.

Mit der Dinnerparty hatte sich Ouyang

Wen Feng den Zorn der Muslime als auch der

christlichen Kirchen Malaysias zugezogen. Homosexualität

ist im mehrheitlich islamischen

Malaysia ein Tabu und kann mit bis zu 20 Jahren

Haft bestraft werden.

Berlin

Merkel und Schäuble gegen

Gleichstellung

Das Bundesfinanzministerium lehnt die von

mehreren CDU-Abgeordneten und der FDP geforderte

Gleichbehandlung von eingetragenen

Lebenspartnern im Steuerrecht ab. Finanzminister

Wolfgang Schäuble liess erklären,

es gebe «keine Notwendigkeit, eingetragenen

Lebenspartnern dieselben einkommensteuerlichen

Privilegien wie Eheleuten zu gewähren».

Das wird für Streit im Kabinett sorgen.

Familienministerin Christina Schröder unterstützt

die steuerrechtliche Gleichstellung

von Homo-Paaren, während Kanzlerin Angela

Merkel die Position Schäubles unterstützt.

Letztlich wird das Bundesverfassungsgericht

in Karlsruhe entscheiden müssen. Mit zwei

Urteilen in Einzelfragen der steuerlichen Ungleichbehandlung

von Homo-Paaren hat das

Gericht in jüngster Vergangenheit gezeigt,

wohin die Reise geht: Richtung vollständiger

Gleichstellung.

5


Bühne CRUISER Edition September 2012

Love... wie einst

Marilyn

Hanna Scheuring über ihr

neues Stück «Love, Marilyn».

Von Daniel Diriwächter

Im August jährte sich der

Todestag von Marilyn Monroe

zum 50. Mal. Unzählige

Tribute erinnern an die Filmgöttin.

Eine besondere

Auseinandersetzung mit Marilyn

Monroe verspricht Hanna

Scheuring. In ihrem Stück

«Love, Marilyn» identifiziert

sich die Protagonistin krankhaft

mit der Ikone.

Wir trafen Hanna Scheuring

zum Gespräch.

Es ist beinahe so, als würde Marilyn Monroe

noch leben. Sie thront auf den Covers diverser

Magazine, ihre Filme werden rauf und runter

gezeigt und Foto-Bücher werden veröffentlicht.

Der 50. Todestag der Hollywood-Ikone ist, so

makaber das klingen mag, ein Fest für die Anhänger

der Blondine. Ideal also, Marilyn Monroe

auch ins Theater zu bringen. So wie Hanna

Scheuring mit ihrem Stück «Love, Marilyn»

«Das war so nicht geplant», sagt Hanna Scheuring

in Anspielung auf das Todesjahr. Es hat sich eher

so ergeben. Ihre Motivation für das Stück, welches

ihr erstes eigenes ist, war eine andere. Doch

dazu später. Denn Hanna war früher kein Fan der

Schauspielerin. «Früher hielt ich Marilyn Monroe

für nichts weiter als eine Sex-Bombe im Kino. Genau

das Image, das heute noch viele sehen.»

Wie viele wurde sie auf die Monroe aufmerksam

dank deren erfolgreichstem Film «Some

like it hot». Drei Jahre vor ihrem Tod gab Marilyn

Monroe die bezaubernde wie naive «Sugar

Kane». Eine mittellose Ukulele-Spielerin, deren

beste Freundin ein Mann ist. Eine liebevolle Karikatur

des Images, gegen das Marilyn Monroe

vergeblich ankämpfte.

Mehr als «Sugar»

Hanna Scheurings Interesse begann beim

Schauspielunterricht. «Ich war eine eher scheue

Person. Fast ein Freak. Was meinen Lehrer dazu

brachte, mich aufzufordern, ich solle gefälligst

einmal so wie Marilyn Monroe spielen.» Hanna

Scheuring hat das gefallen. Auf der Bühne. Und

sie hat Blut geleckt. Es gab mehr von Marilyn zu

entdecken als «Sugar».

«Auch wenn sie ihre körperliche Ausstrahlung

ganz natürlich gelebt hat, da war die Sex-Ikone

auf der einen Seite. Die Frau, deren Körper

sprach, und die Männer verführte. Der

Mensch dahinter ist für mich eine total spannende

Frau. Voller Zerrissenheit. Sie war immer

auf der Suche nach Liebe.» Marilyn Monroe

hatte wenig Sicherheit in ihrem Gepäck.

Sie suchte «nach ihrem inneren Kern».

Tapfer lieben

Vor zwei Jahren brachte der Fischer-Verlag das

Buch «Tapfer lieben» mit unveröffentlichten

Hanna Scheuring in «Love, Marilyn»

6


CRUISER Edition September 2012

Bühne

© Caroline Minjolle

Briefen von Marilyn Monroe in den Handel.

Hanna Scheuring war fasziniert, las es aufmerksam

und stellte das Buch sichtbar ins Regal.

«Wenn ich am Schreibtisch sass, konnte ich es

immer ansehen. Und so entstand die Idee, daraus

ein Stück zu entwickeln.».

Hanna Scheuring wirkt gerührt. «In ihren Sätzen

sagte Marilyn, sie wisse nicht, wer sie sei.»

Musste Marilyn eine Schauspielerin werden,

um Anerkennung und Liebe zu finden?

Diese Frage war zentral für Hanna Scheuring.

Mit «Love, Marilyn» hat sie das Vorhaben eines

Theaterstücks nun realisiert. Ein Jahr habe sie

sich extrem mit Marilyn auseinandergesetzt.

Der Titel selbst verweist übrigens auf Marilyns

Briefe. Es war Marilyns Gruss.

Aber einfach so wollte Hanna Scheuring die

Monroe nicht kopieren. «Gegen Marilyn hätte

ich schlichtweg keine Chance, ich habe mir das

nie zugetraut», erzählt sie.

Kritisch sieht sie auch Michelle Williams im

Film «My Week with Marilyn». «Michelle war

sehr gut, doch der Zauber fehlte, nie sah ich

Marilyn». Es war für Hanna Scheuring daher

logisch, die Ikone nicht zu verkörpern. Aber

wie wird Marilyn «ohne» Monroe auf die Bühne

gebracht?

Identifikation

Hanna Scheuring entwarf die Geschichte einer

Frau, die sich krampfhaft mit Marilyn identifiziert.

Ihr Name lautet «Sarah», der jedoch im

Stück nie erwähnt wird. Sarah wird zu Marilyn.

Sie wird hineingezogen in den Monroe-Kosmos

und vergisst so die bittere Realität. Wie einst

ihr Vorbild, ist sie gefangen in einer psychiatrischen

Anstalt.

«Sarah gab mir die Möglichkeit, mit der dunklen

Seite von Marilyn Monroe zu arbeiten, gleichzeitig

aber auch die Träume und den Glamour

sichtbar zu machen», erzählt Hanna Scheuring.

Ein schmaler Grat für eine Schauspielerin?

«Eher der absolute Traum für jeden, der eine

Rolle spielt!» Die Legende zwischen Licht und

Schatten ist dankbares Material.

Das eine Kleid

Die Idee ist verwandt mit der des Films «Poupoupidou»

von Gerald Hustache-Mathieu (2011).

Darin wird ein Krimi-Autor in den Bann einer

Dorfschönheit gezogen, welche glaubt, sie sei

die Reinkarnation von Marilyn Monroe.

«Stimmt, es gibt Parallelen, aber der Film ist ein

Krimi, welchen ich übrigens total gut finde. Meine

Geschichte geht anders mit dem Mythos um»,

sagt Hanna Scheuring bestimmt.

Videomitschnitte (von Sarah als Marilyn) sowie

einige berühmte Songs wie «I wanne be loved

by you» sind ebenfalls Bestandteil des Stücks.

Hanna Scheuring spielt dabei nicht alleine auf

der Bühne. Daniel Fueter wird als Psychiatrie-

Pfleger in die Rolle eines Vertrauten schlüpfen,

der Sarah am Klavier begleitet.

Wird Hanna Scheuring auch in vielen Outfits

der Monroe zu sehen sein? «Es gibt genau ein

Kleid, in das Sarah immer wieder schlüpft.» Es

lag ihr fern, eine «Travestie» zu veranstalten.

Zudem hätten solche Kostüme das Stück und

dessen Aussage stark verändert.

«Es geht um Sarah», so Hanna Scheuring. Wird

eben diese Sarah auch ein tragisches Ende erleiden

müssen wir ihr Vorbild? «Das verrate ich

nicht», lächelt sie. Zu erleben ist dies Ende September

in: «Love, Marilyn».

«Love, Marilyn»

Ein Theaterstück von Hanna Scheuring nach

Texten vonMarilyn Monroe und J. C. Oates.

Premiere: 19. September, Phönix Theater,

Steckborn

Zürcher Premiere: 26. September,

Theater Rigiblick

Alle Daten unter www.hannascheuring.ch

Hanna Scheuring

Hanna Scheuring ist in der Nähe von Zürich

geboren, als Jüngste von 4 Töchtern. Nach der

Ausbildung zur Schauspielerin am Konservatorium

für Musik und Theater in Bern, spielte sie

einige Jahre in Deutschland, am Landestheater

Marburg und am Theater Trier. In der Schweiz

wurde sie vor allem durch ihre Rolle der «Vreni»

in der erfolgreichen Sitcom des Schweizer Fernsehens

«Fascht e Familie» berühmt. Weiter sah

man sie auch in der Soap «Lüthi und Blanc» und

in diversen Filmen.

Hanna Scheuring steht immer wieder auf

der Bühne, z.B. im Stück «Business Class» von

Martin Suter am Casinotheater Winterthur;

in ihrem ersten Solo-Stück: «Grönland« von H.

Schertenleib und in einer Produktion des Freien

Theaters Thurgau: «Spinnen«, von Sabine Wang.

Daneben ist sie auch als Trainerin und Coach

tätig, unterstützt Menschen in Kultur und Wirtschaft

in Auftrittskompetenz. Sie engagiert sich

seit längerem für UNICEF und bereiste Somalia,

um sich vor Ort über das Thema Mädchenbeschneidung

zu informieren. Sie ist Mutter von

zwei Kindern, Rhea und Lou, 14 und 10 Jahre alt.

Quelle: www.hannascheuring.ch

7


Prominent CRUISER Edition September 2012

Silvia Seidel

ZDF-Weihnachtsserien bedeuteten in den 80er-

Jahren beinahe alles. Da war der Junge, der sein

Lachen verkaufte (Timm Thaler), der Junge mit

dem Pferd (Silas) oder der Junge mit der nervenden

Geige (Oliver Maass). Und da war eben dieses

Mädchen, das nach einem schlimmen Unfall

wieder Ballett tanzen wollte: «Anna». «Anna»

wurde zur erfolgreichsten ZDF-Weihnachtsserie

überhaupt. Der Soundtrack hielt sich in

den Hitparaden fest (My Love is a Tango) und es

folgte sogar ein Kinofilm (Anna – der Film). Die

Schauspielerin, die in der Titelrolle glänzte,

war Silvia Seidel. Jedes Mädchen wollte 1987

wegen ihr eine Ballerina werden (und auch einige

Jungs). Und wiederum jedes Mädchen wollte

ihren Serien-Freund Patrick Bach küssen (und

auch einige Jungs). Ein Erfolg, den Silvia Seidel

nie mehr wiederholen konnte. Dabei hatte sie

vieles, was es braucht, um im harten Filmgeschäft

zu bestehen: Talent, Aussehen, Charme.

Patrick Bach etwa tanzt heute noch (wie etwa

bei RTL in «Let’s Dance»). Silvia Seidel litt zunehmend

unter «Anna», wurde immer wieder auf

Patrick Hässig

Sabin Tambrea

«Sabin wer?», fragen sich vielleicht noch einige.

Ende Jahr wird das Kinopublikum aber an

dem charismatischen Newcomer nicht mehr

vorbeikommen. Sabin Tambrea, zarte 18 Jahre

jung, spielt den Märchenkönig Ludwig II.

in der gleichnamigen Neuverfilmung. Das Leben

des Königs, welcher sich besonders als leidenschaftlicher

Schlossbauherr auszeichnete

(Schloss Neuschwanstein geht auf sein Konto),

bot seit jeher fantastischen Stoff für das Lichtspielhaus.

Das wusste schon Luchino Visconti,

der mit seinem «Ludwig II.» 1972 einen Hit landete.

Damals spielte Helmut Berger die Titelrolle

und vermochte etwas Verruchtes ins königliche

Bayern zu bringen. Die weitere Sensation damals:

Romy Schneider spielte die Rolle der Sis(s)i

noch einmal. Ende Jahr kommt nun die neue

Verfilmung in die Kinos. Sie zeigt das Leben und

Wirken Ludwigs II., der mit jungen Jahren von

einem besseren Bayern träumt. Als hochbegabte

Künstlerseele glaubt er an die Veredelung der

Menschen durch Kunst und Musik. Und er will

den Musikunterricht für das Volk an die Stelle

des Waffendienstes setzen. Doch sein Scheitern

ist vorbestimmt. Um all das rein optisch glaubhaft

zu verkaufen, werden satte 17 Millionen

in die Produktion reingesteckt. Peter Sehr und

© pd

diese Rolle reduziert und musste um kleine Rollen

kämpfen. Der Arbeitsmarkt in der Branche

ist hart. So verriet jüngst der Schweizer Soap-

Star Philipp Romann (Wege zum Glück – Spuren

im Sand) im Bluewin-Interview, dass selbst Hunde

besser bezahlt werden. Davon konnte Silvia

Seidel ein Lied singen. Sie soll mit Geldproblemen

gekämpft haben – und mit Depressionen.

1992 nahm sich ihre Mutter wegen Depressionen

das Leben. Silvia Seidel in einem Interview:

«Meine Mutter litt unter einer Krankheit, die

schlimmer ist, als Aids und Krebs zusammen:

Depressionen.». Anfang August wurde Silvia Seidel

mit einem Abschiedsbrief in ihrer Wohnung

tot aufgefunden. Sie hatte sich mit Tabletten das

Leben genommen. Sie wurde nur 42 Jahre alt.

Goodbye Anna Pelzer! (dd)

8

© www.patrickhaessig.ch

Er war die Stimme Zürichs am Morgen: Patrick

Hässig (33). Radio 24, der erfolgreichste Schweizer

Privatsender, hatte mit dem smarten Moderator

einen echten Trumpf am Mikrofon. Auch

wenn der Sender über gefühlte fünf CDs verfügt,

Patrick Hässig vermochte mit seiner Fröhlichkeit

selbst in der Morgenshow über das in

einem Call-Center ermittelte Musikprogramm

hinwegzutrösten. Nun ist bis Ende Februar 2013

vorübergehend Schluss mit der Morgenshow.

Patrick Hässig moderiert ab sofort im Schweizer

Fernsehen «Weniger ist mehr», die Nachfolge-

Show von Sven Epineys «5 gegen 5». Es wurde

Zeit, dass der sympathische Zürcher auf die

Mattschreibe kommt. Für Erwachsene, notabene.

Denn Patrick Hässig war bereits mir der

«Gameshow» im Jugendprogramm zu sehen.

Auch privat läuft’s rund. Wie der «Blick» im

August sensationshungrig mit einer Titelstory

berichtete («Schwuler SF-Star will heiraten!»),

denkt Patrick Hässig über eine Heirat mit seinem

Partner Mikael nach. Im Interview bricht

er auch eine Lanze für Regenbogenfamilien.

Das Paar könne sich ein Adoptivkind durchaus

vorstellen: «Sobald es in der Schweiz erlaubt ist,

könnte das auch bei uns zum Thema werden».

© Stefan Falke

Marie Noëlle inszenieren den Film und warten

mit einer Star-Besetzung auf: So spielen etwa

Uwe Ochsenknecht und Hannah Herzsprung

in diesem Historien-Drama mit. Das wirkliche

Highlight wird aber Sabin Tambrea als Ludwig

II. sein. Der in Berlin lebende Rumäne spielt den

«Märchenkönig» in voller Pracht, wie ein erster

Teaser-Trailer beweist. Kinostart ist der 26. Dezember.

(dd)


CRUISER Edition September 2012

Prominent

Madonna

/Pussy Riot

Entgegen vieler Erwartungen hat Madonna im

Letzigrund nicht ihre Fans enttäuscht, sondern

höchstens ihre zunehmend einfallslosen Kritiker.

Sie zeigte Körper und Herz, auf der Höhe

ihrer Karriere und der Zeit, und sie präsentierte

ihren neusten Hit, mehrmals. Ein echter Ohrwurm.

Provokativ, dem Mainstream, wie gewohnt,

ganz knapp voraus. «Free! Pussy! Riot!»

auf den Körper geschrieben, mit ehrlicher Empörung

in der Stimme vorgetragen. Alle singen

mit. Dass da ein euphorischer Fan hinter einem

den Text in «Free Pussie’s Right» abwandelt, legitimiert

zumindest das «Dies ist kein Scherz!»

der Queen. Bereits in Moskau hatte sich Madonna

lautstark für die Mitglieder der russischen

Punkband eingesetzt. Der Skandal begann mit

einem 40-sekündigen Protest-Auftritt in der orthodoxen

Erlöser-Kirche. Die bunt maskierten

Musikerinnen störten eine Messe mit einem

«Punk-Gebet», das sich gegen Ministerpräsident

Putin richtete. In einem Schauprozess wurden

Matthew

Mitcham

London 2012 war ein einziges Fest. Die von

Slumdog-Millionaire-Regisseur Danny Boyle

oscarwürdig inszenierte Eröffnungsfeier setzte

den Massstab. 62 000 Zuschauer, darunter

Prominente von Angelina Jolie bis Angela Merkel,

von Mr. Bean bis James Bond, von Queen

Elizabeth bis Prinzessin Maxima. 10 500 Athleten

aus über 200 Nationen liefen ein, um die

302 Goldmedaillen unter sich zu verteilen. Von

all diesen Spitzensportlern sind gerade mal 20

bekennend homosexuell, drei davon männlich.

Lesbische Fussballerinnen und schwule Reiter

gibt’s, anderes darf’s nicht geben. Dass der Grindr-Server

während des Einzugs ins Olympiadorf

überlastet zusammenbrach, muss also offiziell

an einer hohen Dunkelziffer liegen oder an

zahlreichen Fans des australischen Turmspringers

Matthew Mitcham. 2008 siegte er mit dem

Motto «out, proud and ready to go for gold» in

Peking, 2010 eröffnete er die Gay Games in Köln.

Er gilt als gros ses Vorbild für schwule Sportler.

In London hielt er seine Verehrer via Twitter bei

Laune (sein freier Oberkörper und seine Ukulele,

was für ein Bild!) und mit einem gewagten

Versprechen: «Bei Gold springe ich nackt

vom 10m-Turm!». Der verpasste Final-Einzug

vermasselte den Traum. Viel Raum für Spekulationen

lassen seine knappen Badeshorts ohnehin

nicht, und allzu skandalträchtig wäre die

Aktion vielleicht gar nicht geworden, während

der antiken olympischen Spiele waren schliesslich

alle Athleten hüllenlos. Spätestens bei der

Schlussfeier gab’s doch noch Aufregendes fürs

schwule Auge, Spice Girls und George Michael

sei Dank. Den Skandal überliess Matthew

galant einem Promi aus der Zuschauerreihe:

Prinz Harry. Da liegt der Gedanke nahe, Strippoker

für Rio 2016 zur olympischen Disziplin

Casper, Mika,

Leo

Jennifer Lopez‘ Toyboy Casper Smart gay? Überraschung!

Für sie jedenfalls, für seine wenig

verschwiegenen (oder aber sehr erfinderischen)

Kumpels, die ihn zu einer «exotischen Massage»

in ein «homosexuelles Etablissement» begleitet

haben wollen, wohl kaum. Smartes Kaspertheater

fürs Boulevard-Sommerloch. Nichts als böse

Gerüchte. Sagt sie – und trennt sich von ihm,

ein bisschen jedenfalls. Mika schwul und doch

nicht bi? Auch das eine echte Offenbarung. Viel

spannender ist die brandneue Platte des Pop-

Paradiesvogels. Leo Ritzmann bi und doch nicht

hetero? Leo wer? Der Musicstar, der Some&Any-

© pd

drei der kritischen Aktionskünstlerinnen dafür

zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Zwei

von ihnen hinterlassen Kinder, die nun möglicherweise

in staatlichen Erziehungsanstalten

landen. Die Empörung ist gross und global. Reykjaviks

Bürgermeister streifte sich anlässlich

der Gay Pride eine Pussy-Riot-Maske über, Paul

McCartney, die Red Hot Chili Peppers, Nina Hagen

und Udo Jürgens bekundeten Sympathie

im Namen der künstlerischen Freiheit, ein Zürcher

Punk-Kollektiv besetzte den Grossmünster-Turm.

Madonnas Kritiker werfen ihr PR in

eigener Sache vor, während ihr in Russland ein

Prozess droht, weil sie in St. Petersburg die Gay

Community unterstützte. Da muss jeder sein

Urteil selbst fällen. Und dieses öffentlich vertreten,

falls er in der glücklichen Lage ist, seine

Meinung unbescholten kundtun zu dürfen. (rg)

© pd

zu erküren. Und die Hoffnung, dass bis dahin

Olympia auch für lesbische Synchronspringerinnen

und schwule Boxer kein Hindernislauf

mehr sein wird. (rg)

© pd

Popstar, der vor seiner Musikkarriere Handyund

danach Kleiderverkäufer war. Er hat zwar

kein neues Casting-Projekt am Start, dennoch

war sein mutiges Coming-out eine Gratiszeitung-Schlagzeile

wert. «Ich bin auf keinen Fall

schwul», sagte er früher, «ich verliebe mich in

Menschen, nicht in Männer oder Frauen» heute.

Er stehe dazu und sei gespannt auf die Reaktionen.

Seine Fans werden damit klar kommen.

Alle drei. Derweil verspricht die neuste Popstars-Staffel

eine wirklich talentierte Band und

Coming-out-Stoff für die nächste Sommersaison.

Auch mit Ritzmann ist weiterhin zu rechnen,

Leo from the Handyshop gibt den Traum

von der grossen Bühne nicht auf, muss sie aber

vorerst Jenny from the Block überlassen. Vielleicht

klappt‘s ja irgendwann als einer ihrer

Tänzer? Oder in einer multisexuellen Boygroup

mit Casper und Mika? Und wenn J. Lo am 10.10.

im Hallenstadion von Casper Smart sexy angetanzt

wird, fällt es ihm bestimmt nicht allzu

schwer, sich bis dahin mit einem Platz auf den

Zuschauerrängen abzufinden… (rg)

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Show CRUISER Edition September 2012

Ohlala –

der Liebescircus

Am 19. September heisst es Vorhang auf für

«Ohlala – der zweite Akt».

Von Martin Ender

Blush © pd

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CRUISER Edition September 2012

Show

Die Vorbereitungen für die

neue Show von Gregory

und Rolf Knie laufen auf

Hochtouren. Das lustvolle

Spektakel nur für Erwachsene

(ab 16 Jahren), geht in

die zweite Runde. Die diesjährige

Show «Ohlala» soll

noch lustvoller, noch sinnlicher,

noch mutiger werden

als im vergangenen Jahr.

CR sprach mit Gregory

Knie und lüftet jetzt schon

etwas den Vorhang.

Gregory ist der Sohn von Rolf Knie, der vor Jahren vom Familiencircus

weggegangen ist und als Maler berühmt wurde. Fredy Knie Junior, der

zusammen mit Franco Knie das Familienunternehmen Circus Knie

führt, ist sein Onkel. Fredy Knie Senior, der damals mit seinen Impulsen

weltweit eine neue, humane Art der «Pferdedressur» auslöste, war sein

Grossvater.

Vor 10 Jahren hat Gregory zusammen mit seinem Vater Rolf den Wintercircus

Salto Natale ins Leben gerufen und letztes Jahr den Liebescircus

Ohlala.

Auf die Frage, warum denn zusätzlich zum Wintercircus Salto Natale

im Spätsommer noch ein weiteres Programm zusammengestellt werde

und erst noch ein gewagtes, antwortete Gregory in einem bereits veröffentlichten

Interview: «Neue Ideen auszuleben, das ist doch reizvoll. Der

Circus muss sich immer wieder neu erfinden, damit er auch in Zukunft

ein Publikum hat. Wir haben bereits mit Salto Natale den Circus modernisiert

und Jahr für Jahr weiterentwickelt. Und unser stetig grösser

werdendes Publikum ermutigt uns, etwas Neues auszuprobieren. Der

Liebescircus ist die Fortsetzung dieses innovativen Weges – mit einem

anderen Thema: Wir werden auch hier alles versuchen, damit unsere Zuschauer

erstklassig unterhalten werden. Und vielleicht gelingt es uns ja,

Menschen in den Circus zu bewegen, die bisher nie da waren.»

Ohlala 2012

Die Liebe hat seit jeher Künstler aller Sparten inspiriert. Komponisten,

Sänger, Maler, Bildhauer oder Schriftsteller haben sich von ihr leiten lassen.

Auch der Circus hat sie entdeckt und Ohlala macht sie – europaweit

einzigartig – zum Hauptthema der Show. Internationale Artisten, Sänger,

Tänzer, Entertainer und skurrile Unikate zelebrieren ihre Auffassung

der Liebe. Mal gewagt und provozierend, dann wieder ganz sinnlich und

verführerisch, werden die Besucher in eine andere Welt voller Magie und

Überraschungen entführt. Eine so viel versprechende und facettenreiche

Inszenierung wie die Liebe selbst.

Leckerbissen auch für das schwule Auge

Gregory Knie betont das hohe Qualitätsniveau aller Artisten, wir picken

hier dennoch zwei Highlights heraus, die insbesondere das schwule Herz

höher schlagen lassen.

Da ist einmal das Duo Iroshnikov aus der Ukraine. Es zeigt Körperbeherrschung,

Ausdruckskraft und Dynamik in Perfektion. Die beiden Brüder

gehören zu den weltbesten Artisten ihres Genres. Mit Leichtigkeit und

blindem Vertrauen wirbeln sie einander durch die Luft und fangen den

anderen im letzten Moment wieder sicher auf. Ihre frische und unbekümmerte

Performance überrascht die Zuschauer immer wieder aufs Neue,

und fesselnde Schreckmomente sind vorprogrammiert.

Ein zweiter Höhepunkt ist natürlich Blush, eine künstlerische Formation

von drei jungen, ambitionierten Artisten aus Holland. Der Act vereint

männliche und weibliche Besonderheiten zu einer lasziven symbiotischen

Performance, wie man sie noch nie gesehen hat. Die Holländer

verschmelzen das Beste aus beiden Welten zu einer energiegeladenen

Choreographie mit Gesang und viel Glamour. Extravagantes Make-up

und Kostüme verleihen der androgynen Darbietung einen theatralischen

und glamourösen Touch.

Das persönliche Gespräch mit Gregory Knie

CR: Gregory Knie, darf ich Sie mit «Du» anreden? In unserem Magazin

für Schwule führen wir die Gespräche persönlich, zudem kenne ich die

Familie Knie, das heisst deinen Onkel und deinen Vater seit Jahren.

GrEGOry: Klar, also «Gregory»

CR: Gregory, bis wann bist du im Circus aufgewachsen? Was hast du

nachher gemacht? Als dein Vater den Circus verliess, warst du ja auch

vom Circus weg.

GrEGOry: Bis ich sieben Jahre alt war. Ich war eine Zeit lang unterwegs mit

einem Theater in der Schweiz, sowie in Deutschland und bin dann in Jona

weiter zur Schule gegangen, bis ich zwölf war. Danach zog ich nach New

York, habe die High School absolviert, da war ich 18.

CR: Und dann bist du in die Schweiz zurückgekehrt?

GrEGOry: Nein, nein, mit 18 ging ich nach Costa Rica, habe da in einer Erdnuss-Farm

gearbeitet. Später bin ich bei Disney in Florida gelandet. Ich

bewarb mich an verschiedenen Universitäten. Ich bekam einen Platz in

Florida und studierte da vier Jahre. Anschliessend habe ich ein Jahr gearbeitet.

Erst dann bin ich in die Schweiz zurückgekommen.

CR: Und nun kannst du wohl besser englisch als schwiizerdütsch?

GrEGOry: (lacht)... kann man so sagen...

CR: Jetzt hat dich der Circus wieder. Oder hat er dich nie losgelassen?

GrEGOry: Ich bin durch die Familie immer mit dem Circus verbunden geblieben.

Aber ich habe nicht wirklich daran gedacht, in das Familienunternehmen

zurückzukommen. Durch den langen Auslandaufenthalt war

ich damals nicht auf die Schweiz fokussiert. Erst als mein Vater mit der

Idee an mich herantrat, zusammen ein Projekt zu starten, überlegte ich,

wieder in die Schweiz zu kommen.

Aber einen Circus Knie gab’s ja schon, ich war der Ansicht, einen zweiten

braucht es nicht. Wir wollten ja nicht den Familiencircus Knie konkurrenzieren.

So konzentrierten wir uns auf ein anderes Konzept und

starteten den Wintercircus Salto Natale. Dieses Jahr feiern wir bereits

das 10-jährige Jubiläum. Und nun kam vor zwei Jahren noch der Liebescircus

Ohlala dazu...

CR: Ohlala spielt einen Monat lang im Herbst, welches Konzept steckt

da dahinter?

GrEGOry: Eine Show wie Ohlala ist für Europa ganz neu und nicht vergleichbar

mit einer sonstigen Schweizer Produktion. Allein die Kostüme, welche

allesamt neu entworfen wurden, und unser wunderschön dekoriertes

Foyerzelt sind einen Besuch wert. Wir freuen uns, die Liebe auf unsere Art

und Weise darzustellen. Von provokativ bis verführerisch und sinnlich

versuchen wir aus allen Facetten der Liebe Geschichten zu erzählen. Den

Zuschauern wird Artistik auf höchstem Niveau geboten, welche mit Ge-

11


Show CRUISER Edition September 2012

sang und Tanz verbunden wird. Aber auch die Lachmuskeln werden nicht

zu kurz kommen. Denn zur Liebe gehört auch eine grosse Portion Humor

CR: Da stellt sich die Frage: Liebescircus, ist das Erotik, nackte Haut.

GrEGOry: Gibt es auch! Aber wir legen Wert darauf, dabei stilvoll zu bleiben.

Es darf nicht billig werden...

CR: Bei euren Produktionen beginnt das Erlebnis nicht erst mit der

Show, sondern bereits im Foyer. Ist das euer Erfolgsgeheimnis?

GrEGOry: Wir möchten bewusst eine Erlebniswelt schaffen. Der Gast soll in

eine sinnliche, aphrodisierende Welt eintauchen und den Alltag für einen

Abend lang vergessen können. Heutzutage gehört zu einem Ausgeherlebnis

mehr als nur eine tolle Show und deshalb bietet Ohlala neben privaten

Lounges, exquisiten Packages wie Limousinen-Service, Love-Apéros oder

After-Showparties auch kulinarische Freudenspender. Denn schliesslich

geht die Liebe ja auch durch den Magen.

CR: Ohlala geht nun ins zweite Jahr. Waren im letzten Jahr die Besucherzahlen

zufriedenstellend?

GrEGOry: In den ersten zwei Wochen haben die Leute etwas abgewartet,

sich rumgehört, was da passieren wird. In der zweiten Hälfte der Spielzeit

waren wir ausgebucht. Für dieses Jahr kann ich nur raten, die Tickets

nicht zu spät zu besorgen.

CR: Am 19. September geht’s los mit der LGBT-Pre-Premiere. Wie weit

sind die Vorbereitungen. Bist du schon voll im Stress.

GrEGOry: Nein, im Stress nicht. Stress ist, wenn man die Arbeit nicht mehr

unter Kontrolle hat... (lacht)...sagen wir es so: Es wird uns nicht langweilig!

CR: Nun nochmals zu deinem Grossvater: Mein Lebenspartner stellte

ihm Ende der 70er-Jahre die mit seinem Bruder einstudierte Luftnummer

vor. Er bekam danach den Bescheid, die Leistung wäre gut, aber er

solle doch besser den Bruder gegen eine Frau auswechseln.

Er war der Ansicht, dass das Schweizer Publikum zwei Männer in der

Luft nicht goutieren würde. Würdest du zwei schwule Männer oder

zwei lesbische Frauen engagieren? Nach welchen Kriterien wählst du

die Nummer aus... speziell für den Liebescirus Ohlala.

GrEGOry: (lacht)... Ach, mittlerweile ist so etwas doch kein Problem mehr,

nicht mal beim Circus Knie! Dieser engagierte ja vor zwei Jahren die

Sorellas und sie wurden vom Publikum gefeiert! Das sind zeitlich bedingte

Veränderungen, welche die Gesellschaft grundsätzlich durchgemacht

hat. Bei Ohlala wäre das sowieso kein Thema. (schmunzelnd) ...an diesem

Punkt fangen wir erst an.

CR: Kannst du schon ein paar artistische Highlights nennen?

GrEGOry: Ich mag keine einzelnen Darbietungen hervorheben. Sie sind alle

super. Nur mal so viel: Es sind Artisten dabei, die man noch nie in der

Schweiz gesehen hat. Wir haben einen guten Humorfaktor – aus London.

Auch Intellektuelles hat Platz – Richtung Theater. Dann natürlich Blush,

ein visueller Genuss, drei Tänzer aus Amsterdam – mit super Bodies.

CR: Da wird also das schwule Auge in der kommenden Produktion voll

auf seine Kosten kommen... dazu muss ich natürlich unweigerlich fragen,

bist auch du in der Vorstellung zu sehen?

GrEGOry: Nur am Schluss, als Schlussbouquet (lacht). Nein, ich setze mich

nicht in Szene, ich bin als Host in der Vorstellung da.

CR: Es ist ja so, schwule Circus-Besucher haben schon immer Vermutungen

angestellt über den einen oder andern Artisten oder Dynastie-

Sprössling: «Der sieht so gut aus, der bewegt sich so toll... der muss

schwul sein!» Franco Knie, ist ein attraktiver Mann. Und viele Schwule

erhofften sich, dass er vielleicht ein bisschen schwul sein könnte. Sie

liessen sich auch nicht durch die Beziehung zur Prinzessin von Monaco

davon abhalten, dies anzunehmen. Du bist genauso ein schöner Mann.

Wie gehst du damit um, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer

dich schön finden und dich verehren? Ein Problem für dich? Bekommst

du das mit?

GrEGOry: Ich bekomme das nicht so mit. Aber egal, ob Frau oder Mann...

(Pause)... oh, danke fürs Kompliment...also, es macht doch einfach Freude,

wenn man spürt, dass man ankommt, egal, ob bei einer Frau oder einem

Mann, und ich kann doch auch einen Mann schön finden. Ich habe kein

Problem, das auch auszusprechen... zudem muss ich ja auch bei der Auswahl

von Artisten aufs Optische schauen...da sag ich durchaus: Ja das ist

ein attraktiver Mann, er ist sexy, er hat eine gute Ausstrahlung... das ist

sehr wichtig im Show-Business...

Unter Künstlern gibt’s ja viele Schwule... sie sind oft musischer veranlagt...

Auch hinter den Kulissen hier bei uns gibt es sie. Die Show-Welt, die

Circus-Welt ist stark verbunden mit der Szene. Wenn man aufgewachsen

ist in dieser Welt, so wie ich, kann man gar nie Probleme haben mit der

Welt der Schwulen.

CR: Gregory, danke für das Gespräch.

Ohlala – der Liebescircus

19. September – 21. Oktober 2012

Air Force Center Dübendorf

Tickets: Telefon 0900 66 77 88 (CHF 1.15/Min., Festnetztarif)

oder info@circusohlala.ch, www.circusohlala.ch

Exklusive LGBT & Friends-Pre-Premiere am 19. September 2012

Ob lesbisch, gay, bi- oder transsexuell (LGBT), Ohlala ruft alle auf, mit

ihren Freunden und Partnern am 19. September den zweiten Akt im

Liebescircus zu zelebrieren. An der LGBT-Pre-Premiere gibt es für die

LGBT-Gemeinde (& friends) vergünstigte Karten.

Direktverkauf im Cranberry, Zürich, oder online auf circusohlala.ch

Verlosung

CR und queer.ch verlosen 2 x 2 Tickets für die LGBT-Pre-Premiere am

19. September 2012!

Mail an info@cruiser.ch mit Stichwort Ohlala

Gregory Knie © pd

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CRUISER Edition September 2012

Kapitel Titel

presents:

Bettag Wochenende

SONNTAG 16. SEPTEMBER

MAD>LAUSANNE

Special Guest Star:

Marco Da Silva - Hollywood

(Circuit, *69, Supermartxé)

Antoine909 - London

(Resident, Circuit Festival)

King of Gospel-Pop

Peyton - London

(Sydney Mardi Gras)

Juiceppe - Zürich

(Jack, Aviator)

Ajaxx - Zürich

(Flexx, Angels)

NIVEA FOR MEN Lounge

Hot & sexy Gaydar Gogo-Boys

Abendessen mit den Künstlern

im «Bedroom» Club-Restaurant

Reservation: 078-736.05.02

© photo: Carlos Arias

MAD club

rue de Genève 23

LAUSANNE

infoline: 021-3406969

www.gay-party.net

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Nachgefragt CRUISER Edition September 2012

Branko trifft ...

Wachtmeister Peter Sahli,

Präsident PinkCop

Branko B. Gabriel hört immer

öfter Geschichten von schwulen

Männern, welche nach dem

Sex ihr blaues Wunder erlebten.

Neulich erfuhr Branko, wie ein

Bekannter seinen Flirt mit nach

Hause nahm. Nach dem Sex

folgte der Tiefschlaf, danach

ein unsanftes Erwachen: Der

Typ hatte ihn voll beklaut: Uhr,

Schmuck, Brille und sogar der

Haartrimmer waren weg.

Was tun in einer solchen Situation? Natürlich

zur Polizei gehen – dein Freund und Helfer! Dort

wird man(n) automatisch auf PinkCop aufmerksam

gemacht. Eine Organisation, die sich explizit

bei Übergriffen gegen Homosexuelle und

Transmenschen einsetzt. Ich sprach anhand des

Beispiels mit dem Präsidenten persönlich, Herr

Wachtmeister Peter Sahli.

BrANKO B. GABriEL: Peter, für was steht PinkCop?

PETEr SAHLi: PinkCop ist ein Netzwerk von schwullesbischen

und Transgender-Polizistinnen und

-Polizisten schweizweit. Wir haben nicht nur

Mitglieder aus dem Corps der Stadt polizei Zürich,

sondern auch aus Genf, Lausanne, Uri,

Bern, Luzern, Basel und viele mehr. Insgesamt

zählen wir bis heute rund 130 Mitglieder.

BrANKO B. GABriEL: Wie entstand PinkCop?

PETEr SAHLi: Wir haben uns gegründet, um ein

Netzwerk für gleichgesinnte Kolleginnen und

Kollegen zu gründen. Wir veranstalten Grill-

Events, regelmässige Höcks oder Weihnachtsessen,

halt ein normaler Verein für normale Leute.

Wir stehen ein für Toleranz und Respekt gegenüber

unserer Lebensphilosophie innerhalb der

Polizeicorps schweizweit. Und wir stehen auch

für die Arbeit und Offenheit der Polizei gegenüber

der Community ein.

BrANKO B. GABriEL: Was kann ich machen, wenn

der One Night Stand mich zu Hause ausraubt?

PETEr SAHLi: Persönlich würde ich empfehlen,

nicht gleich einen Fremden mit nach Hause zu

nehmen. Es kann genau der Fall eintreffen, wie

eingangs erwähnt. Das Austauschen der Handy-

Nummer ist schon mal empfehlenswert. Name

oder Adresse auch. Safety geht vor – wie überall.

BrANKO B. GABriEL: Hilft mir PinkCop auch in

rechtlichen oder strafrechtlichen Situationen?

PETEr SAHLi: Eines unserer Hauptanliegen ist, dass

sich ein Opfer in strafrechtlichen Situationen

auch an uns wenden kann. Wir wissen, dass sich

Opfer einer Straftat oftmals nicht bei der Polizei

melden, aus Scham, Angst oder anderen Gründen.

Hier wollen wir einschreiten und helfen.

Falls sich ein Opfer nicht getraut, von sich aus

die Polizei aufzusuchen, kann es sich jederzeit

mit uns via E-Mail in Verbindung setzen. Wir

wissen dann, wohin sich der oder die Geschädigte

wenden muss, was zu tun ist oder welche

Sofortmassnahmen einzuleiten sind.

BrANKO B. GABriEL: Die Übergriffe finden meistens

in der Nacht statt. Wie bekomme ich am

schnellsten Hilfe? Gibt es eine Hotline?

PETEr SAHLi: Ja, die Hotline ist ganz einfach zu

merken: 117! Bei Notfällen rufst du sofort diese

Nummer der Polizei. Merke dir die Örtlichkeit,

gegebenenfalls ein Signalement der vermeintlichen

Täterschaft wie die Grösse, Alter, oder

Merkmale wie Piercings oder Tattoos, Bart etc.

BrANKO B. GABriEL: Haben in den letzten Jahren

Übergriffe gegen Homosexuelle zugenommen?

PETEr SAHLi: Leider bestehen dazu keine erfassbaren

Daten. Wir versuchen jedoch mittels Flyer die Opfer

zu animieren, sich jederzeit auf einer Polizeiwache

zu melden. Jede Polizistin, jeder Polizist,

ist aufgrund seiner professionellen Ausbildung in

der Lage, jegliche Anzeigen entgegenzunehmen.

Zudem haben wir eine Umfrage zur homophoben

Gewalt gestartet, um endlich Zahlen zu erhalten.

BrANKO B. GABriEL: Hast du selbst Anfeindungen

auf der Wache erlebt?

PETEr SAHLi: Da ich offen mit dem Thema umgehe,

sind auch meine Kolleginnen und Kollegen auf

der Wache mehr oder weniger dem Thema gegenüber

aufgeschlossen. Leider habe ich auch

schon negative Erfahrungen machen müssen.

Insofern kann ich Gleichgesinnte verstehen,

wenn sie sich nicht oder nicht sofort vor den Polizeikumpels

outen.

BrANKO B. GABriEL: Was magst du am liebsten an

deinem Job?

PETEr SAHLi: Ein schöner Teil meiner Arbeit ist das

Zusammentreffen mit verschiedenen Leuten in

diversen Situationen: Mal lustig, mal ernst, mal

gefährlich, mal traurig…

BrANKO B. GABriEL: Was stört dich an deiner Arbeit?

PETEr SAHLi: Die zunehmende Respektlosigkeit

gegenüber der Polizei. Das Partyvolk im Zürcher

Kreis 4 und 5 kennt oftmals keine Grenzen.

Wir werden dort schon mal grundlos angepöbelt

und beschimpft, nur weil wir unseren Job

machen.

PinkCop

Wachtmeister Peter Sahli ist Präsident, Mit-Initiator

und einer der Gründer von PinkCop, dem

schweizweiten Verein homosexueller Polizistinnen

und Polizisten. Sie setzen sich unter anderem

gegen körperliche und verbale Übergriffe

gegen Homosexuelle und Transgenders ein,

halten Vorträge und Schulungen in der Polizei

und suchen weitere Mitglieder oder Gönner für

den Verein.

www.pinkcop.ch oder bei Fragen: info@pinkcop.ch

Umfrage zu homophober Gewalt:

Mach mit bei der Umfrage zur homophoben

Gewalt und hilf PinkCop, Zahlen

zur Situation in der Schweiz zu sammeln

– Auf www.pinkcop.ch!

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CRUISER Edition September 2012

News Schweiz

CVP wirbt mit Homo-Paar

Die CVP lancierte ein Wahlplakat mit zwei

Schwulen. Die Partei erntet dafür nicht nur Lob,

sondern auch Kritik aus der Community.

Mit zwei Homosexuellen wirbt die CVP jüngst in Zürich um neue Wählerschaft,

dies auf ganz unaufgeregte Art und Weise. So auch das Motto

der Kampagne: «Anders als man denkt.» Bei dem Paar handelt es sich um

Markus Hungerbühler und Dominik Mazur. «Wir wollten mit dem gängigen

Klischee aufräumen, CVP-Mitglieder seien im Durchschnitt 70

Jahre alt und regelmässige Kirchgänger», erklärt Markus Hungerbühler

gegenüber der Presse. Er selbst ist seit 1994 in der CVP und Parteipräsident

der Stadt Zürich.

© CVP

Die Gegner meldeten sich bereits im «Blick am Abend» zu Wort. SVP-Nationalrat

Christoph Mörgeli: «Einmal mehr versucht es die CVP mit krampfhaft

pseudomoderner Urbanität.» Die FDP-Frauen, allen voran Generalsekretärin

Claudine Esseiva, sind auch nicht begeistert: «Zwei CVP-Herren.

Und der Slogan: ‹Anders als man denkt› – ja wie denn?». Selbst in der Gay

Community wird Kritik geäussert. «Queerdenker.ch» beispielsweise hält

die Kampagne für «verklemmt» und zweifelt daran, ob es sich «tatsächlich»

um ein echtes Paar handelt.

Aids 2012 mit der Aids-Hilfe

Schweiz

Die Aids 2012-Konferenz in Washington ist

Geschichte. Mit dabei war eine Delegation

der Aids-Hilfe Schweiz. Ein Vortrag über MSM

wurde viel beachtet.

In einer laut Aids-Hilfe Schweiz eindrücklichen Präsentation mit dem

Titel «Turning the Tide for MSM and HIV» wurde die globale Situation

für MSM gezeigt. Die HIV-Prävalenzen unter MSM sind überall auf

der Welt um ein Vielfaches höher als in anderen von HIV betroffenen

Bevölkerungsgruppen. In den USA beispielsweise hat ein schwuler Mann

afro-amerikanischer Herkunft eine 72-mal höhere Wahrscheinlichkeit,

sich mit HIV zu infizieren als der Rest der Bevölkerung. In Kanada ist die

Wahrscheinlichkeit 73-mal höher und in England sogar 111-mal. Die HIV-

Epidemie unter MSM ist 2012 gravierend und nimmt stark zu.

Experten sind sich über die wirksamsten Präventionsmassnahmen im

MSM-Bereich einig. Aber oftmals verhindert Diskriminierung und Stigmatisierung,

dass diese Massnahmen vollständig umgesetzt werden

können.

Kein weiterer Titel für

Stephan Bitterlin

Miguel Ortiz aus Spanien gewann den Titel

MrGay Europe. «Unser» Stephan Bitterlin hatte

das Nachsehen.

Die MrGay-Europe-Wahlen fanden Mitte August in Rom statt. Die Veranstaltung

wurde hierzulande beinahe totgeschwiegen. Trotzdem, MrGay

Switzerland 2011 Stephan Bitterlin machte sich auf den Weg in die ewige

Stadt, um für die Krone des MrGay Europe zu kämpfen. Es war sein letzter

Auftritt in dieser Funktion.

Der Titel ging jedoch zum dritten Mal nach Spanien: an Miguel Ortiz. Laut

Pressetext war er einer der Favoriten. Der Verleihung selber gingen 11 verschiedene

«Prüfungen» voraus. Darunter ein Interview mit den Juroren,

eine Fotosession sowie der obligate Auftritt in der Badehose.

Aus FKK resultierte Sex

Diesen Sommer war Schluss mit lustig auf

dem «Tuntengrill»: Das Männerdeck der

Zürcher Badi Tiefenbrunnen durfte nicht mehr

für Sex genutzt werden.

Die Zürcher-Badi «Tiefenbrunnen» ist vielleicht das schönste Seebad der

Schweiz. Besonders die FKK-Zone war offenbar ein Knüller. Auf dem Männerdeck

wurde nicht nur der Freikörper-Kultur gefrönt, sondern immer

öfter auch dem puren Sex. Dies wurde den Verantwortlichen der Stadt-

Zürcher Badeanlagen zu wild.

Seit dieser Badesaison werden die Badegäste im Tiefenbrunnen mit einem

Aushang darauf hingewiesen, dass unsittliches Verhalten nicht geduldet

wird. Rebellen fliegen sofort raus. Seither soll es merklich ruhiger geworden

sein, so die Verantwortlichen gegenüber «20 Minuten».

Anzeige

eine Gregory und

rolf Knie Produktion

Der Liebescircus

19. september – 21. Oktober 2012, Air Force center Dübendorf

LGbT & Friends Pre-Premiere 19. september 2012

Tickets 0900 66 77 88 (cHF 1.15 / Min., Festnetztarif)

oder circusohlala.ch

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Kolumne CRUISER Edition September 2012

Wofür der Penis

steht

Von Michi Rüegg

Der Mann in der Badi war weder schön noch

hässlich, auffällig hingegen war seine Badehose:

Der mittelknappe Slip trug das Design

der brasilianischen Landesflagge. Dort, wo der

Pimmel eine Beule bildet, war die blaue Erdkugel,

auf der steht: «Ordem e Progreso» – Auf dem

Penis stand also «Ordnung und Fortschritt». Das

ist bemerkenswert, weil Penisse in letzter Zeit

meist mit Unordnung und kulturellem Rückschritt

in Verbindung gebracht wurden.

Der Penis ist das letzte Wilde am gezähmten

Mann. Einzig der Penis bäumt sich dann und

wann auf und fordert sein archaisches Penetrationsrecht

in die weiblichen Untiefen. Der

Mann, der am Schwanz dranhängt, würde sich

das selber nie getrauen, nur unter dem Druck

des Hormonschubs aus der unteren Etage wagt

er sich in den persönlichen Intimbereich seiner

Sexualpartnerin vor. Das Hirn des Mannes

denkt leise «Entschuldigung», während der

harte Mocken sich genüsslich in den Körper

hineinarbeitet.

Genau diese Rolle des Eindringlings macht dem

Penis das Leben so schwer. Kein Wunder, denn

frau hat bei den Katzen gelernt, was sie auf den

Mann überträgt: Wer einen Schmusekater will,

muss dem Vieh die Eier abschneiden. Erst das

kastrierte Büsi ist frei von hormonellem Stress

und einfach nur lieb. Und was beim Kater geht,

muss doch verdammtnochmal auch beim Partner

möglich sein.

Bloss hat sie dabei die Rechnung ohne ihren eigenen

Hormonhaushalt gemacht. An besonders

guten Tagen fühlt sie etwas in sich drin. Dieses

Etwas ist paradoxerweise eine Leere. Auf der

Suche nach körperlicher und geistiger Erfüllung,

entsinnt sie sich des Menschen, der am

Nachmittag davor noch mit dem Staubsauger in

der Hand durch die Wohnung getigert war, ihr

heute Morgen frische Gipfeli brachte und letzte

Woche das Bild vom Flohmi an die Wand genagelt

hatte. Dieser Mann wäre doch sicherlich zu

noch etwas zu gebrauchen.

Das ist sie, die Stunde des Penis’. Er darf aus seinem

Gehege, darf raus auf die Wiese, darf sich

austoben und seine kurze Freiheit geniessen.

Bis er sich ausgekotzt hat und wieder in der Versenkung

verschwindet. Wo er einstweilen bleiben

muss, weil er ja bekanntermassen für alles

Böse dieser Welt verantwortlich ist. Für Gewalt,

Krieg, Lug und Trug. Für Alkoholexzesse und

Ohrfeigen. Für Urinflecken auf dem Kloring

genauso wie für den Stapel leerer Bierflaschen

auf dem Balkon.

Ordnung und Fortschritt ist das nicht. Fortschritt

entsteht, wenn das Archaische überwunden

ist. Kultur ist das Gegenteil von Natur.

Nieder mit dem Penis, denken die Feministinnen

der Welt.

Uns Schwule kümmert das wenig. Wir haben

längst gelernt, unser Pimmel zu unseren Gunsten

und unserem Vergnügen einzusetzen. Gewalt

ersetzen wir durch Gefummel. Krieg durch

Rimming. Alkoholexzesse sehen wir als Vorspiel

und statt Ohrfeigen gibts Feigwarzen. Der

Dildo in der Schublade ersetzt das Kruzifix an

der Wand. Wir vergöttern Penisse geradezu.

Aber eben. Bei den Heten dreht sich die Welt in

die andere Richtung. Und auf der Welt, dieser

blauen Kugel, die das Gemächt umrundet, steht

noch immer «Ordem e Progreso». Wahrlich, der

Spruch auf der Badehose will so gar nicht dorthin

passen. Doch Alternativen gibt es für die

brasilianische Flagge keine. Schliesslich kann

man das südamerikanische Land kaum zwingen,

sein nationales Motto in etwas Idealeres

umzuändern. In «Vorsprung durch Technik»,

zum Beispiel.

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Shop: partime.ch

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CRUISER Edition September 2012

Kino

«Die besten

Missen fürchten

um ihr Leben!»

Interview Michael Steiner

Von Daniel Dirriwächter

Regisseur Michael Steiner ist

mit seinem «Missen-Massaker»

wieder in aller Munde. Ende

August startete die Horror-

Komödie in den Kinos. Die

CR-Filmredaktion hatte natürlich

auch einige Fragen zum

meistdiskutierten Schweizer-

Film des Jahres an den Filmemacher

von Sennetuntschi

und Grounding.

CR: Nach dem «Sennentuntschi» nun wieder ein

Horrorfilm, magst du dieses Genre?

MiCHAEL STEiNEr: Das «Missen-Massaker» ist kein

eigentlicher Horrorfilm, sondern eine Horrorkomödie

für die Jugend. Ich wollte unbedingt

einen Film für dieses Publikum drehen, denn

«Mein Name ist Eugen» ist ein Film für Kinder

und Familien, «Sennentuntschi» und «Grounding»

sind Filme für Erwachsene.

CR: «Das Missen-Massaker» erinnert an Filme

wie «Scream» und besonders auch an «I still

know what you did last summer»...

MiCHAEL STEiNEr: Wir haben uns klar von Filmen

wie «Scream» inspirieren lassen, aber auch die

Genre-Klassiker aus den 80ern wie «Halloween»

oder «Nightmare on Elm Street» werden zitiert.

Unser Killer benutzt die Masken der Mörder,

welche in amerikanischen Horrorklassikern

zu sehen sind.

CR: War es einfach, die Produzenten mit dem

«Missen-Massaker» zu überzeugen?

MiCHAEL STEiNEr: Wir hatten die Idee des Films

schon zehn Jahre in der Schublade liegen. Als

Constantin Film uns übernommen hatte, zeigte

unser Produzent Bernhard Burgener Interesse

am «Missen-Massaker». Und auch wir hatten

nach dem schweren «Sennentuntschi» Lust auf

lockere und derbe Unterhaltung.

CR: An einer Dreh-Location wie Thailand war

das sicher nicht schwer, oder?

MiCHAEL STEiNEr: Es war teilweise schwierig wegen

der Hitze und all den Viechern, aber ansonsten

war es toll, dort zu drehen.

CR: Standen die «Missen» eigentlich Schlange,

um mit dir zu drehen?

MiCHAEL STEiNEr: Es wurde ein Casting veranstaltet,

bei welchem wir 250 junge Damen angeschaut

haben. Die besten fürchten nun im «Missen-

Massaker» um ihr Leben.

CR: Die deutsche Schauspielerin Anuschka

Renzi spielt die «Missen-Mutti», wie bist du auf

sie aufmerksam geworden?

MiCHAEL STEiNEr: Meine Casting-Agentin hat mir

Anuschka Renzi empfohlen. Nach einem gemeinsamen

Gespräch war ich begeistert und

sie hatte die Rolle.

CR: Moderator Sven Epiney wird in deinem

Film persifliert, weshalb?

MiCHAEL STEiNEr: Das war keine Absicht. Wir haben

für die Story einfach einen überkandidelten Moderator

gebraucht, den wir mangels einer besseren

Idee kurzerhand «Ken Epinay» getauft haben.

CR: Du drehst oft mit Schauspielern wie Joel

Basman oder Mike Müller. Ist es angenehmer

mit Kollegen zu arbeiten, welche man bereits

kennt?

MiCHAEL STEiNEr: Auf alle Fälle, ich arbeite gerne

mit Menschen zusammen, die ich schon kenne.

Und wenn das Timing stimmt, umso besser. Gerade

bei Mike Müller war es wichtig, er hat eine

grosse Rolle im Film. Müller spielt den Missen-

Manager, ein typischer Kreis 4–Charakter, der

es nach oben geschafft hat.

CR: Die Kritiken waren bislang eher verhalten.

Wie gehst du als Regisseur damit um?

MiCHAEL STEiNEr: Es gibt zwei Arten von Kritikern.

Da sind diejenigen, die den Film als das betrachten,

was er ist: Eine ironische Horror-Komödie

just for fun. Daneben gibt es auch Kritiker, denen

der Film wirklich nicht gefällt und «Kulturstalinisten»,

welche finden, dass jeder Film

die Zuschauer erziehen muss. Das tun wir beim

Missen Massaker eben nicht.

CR: Wie nahm das Publikum bei der Premiere

in Locarno den Film auf?

MiCHAEL STEiNEr: Super, wir bekamen sogar Szenen-Applaus!

Der Kinozuschauer ist vielleicht

etwas erstaunt, da diese Art von Film hierzulande

neu ist. Das «Missen-Massaker» soll Spass

machen, unterhalten und ist auch ein bisschen

hysterisch (lacht)! Zum Totlachen!

CR: Vielen Dank für das Gespräch!

Aktuell im Kino

www.missenmassaker.ch

17


Szene CRUISER Edition September 2012

Parties und

Events

Aron

Café im Chreis Cheib

Seit kurzem hat Zürich endlich wieder ein schönes

und gemütliches Café für Gays, Lesbians and

Friends – das Aron, an der Rolandstrasse, nähe

Langstrasse. Die Macher dahinter sind die Kerle

von der Männerzone. Von Dienstag bis Sonntag

können hier Mann und Freunde entspannt Kaffee

und Kuchen geniessen. Wer es ruhig mag,

macht es sich im Garten bequem, wer eher Lust

auf das bunte Treiben des Quartiers hat, setzt

sich an die Tische auf dem Boulevard. Die Einrichtung

der Café-Lounge ist angenehm und

freundlich gestaltet – man wollte den 70er-Jahre-Touch

beibehalten, ohne grossen Schnickschnack,

eben wie ein echtes Kaffeehaus.

Neben den feinen Torten und der Glace-Bar gibt

es auch eine kleine Karte für den Hunger zwischendurch.

Die Bedienung ist äusserst zuvorkommend

und äusserst sympathisch! Der Name

Aron wurde übrigens abgeleitet von der Pflanze

Aronstab, wenn das nicht perfekt passt!

Aron, Lounge-Café, Rolandstrasse 9,

8004 Zürich, www.aroncafe.ch

Petra und Lady

Gaga

Geburtstagsfeier und

Themaparty

Petra, die charmante Gastgeberin aus der Pigalle

Bar, lässt die Korken knallen! An ihrem Geburtstag

am 5. September begrüsst sie bereits

um 20.30 die Gäste mit einem Welcome Drink

im T&M. Um 22 Uhr heisst es dann Showtime.

Petra präsentiert eine kleine Show mit Überraschungsgästen.

Anschliessend startet die Schlagerparty

mit DJ Q-Bass.

oder «Marry the Night», DJ Marc S. wird an diesem

Abend alle Gaga-Klassiker spielen! Und wer

noch keine Tickets für das Konzert hat, sollte

diese Party sowieso auf keinen Fall verpassen:

Unter allen Besuchern werden zwei Tickets für

das Konzert verlost.

Petras Geburtstag, 5.September 2012,

Lady Gaga-Party, 14. September 2012,

T&M, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.tundm.ch

Jack – The Pick

Me Up Issue

Das Highlight zum

Sommerende

Zwei Wochen vor dem Konzert von Lady Gaga

in Zürich lässt das T&M die Ausnahmekünstlerin

bereits hochleben! Egal, ob «Just Dance»

Gerade mal ein paar Monate ist es her, dass

sich die «Scissor Sisters» mit einem neuen, vor

Club-Nostalgie strotzenden Album zurückgemeldet

haben. Sammy Jo, umtriebiger Tour-DJ

der wohl weltweit brandheissesten Gute-Laune-

Band überhaupt, reist mit ihnen derzeit rund

um die Welt: Mit seinen Club-Mixes bringt er in

angesagten Locations zwischen Paris, New York

und Barcelona partyhungrige Meuten gleichermassen

zum Kochen. Partyfieber garantiert; so

auch bei Jack! Am 15. September schüttelt er

seinen Hintern mit den Gästen im Festsaal in

Zürich. Seine Sets, eine Mischung aus Electro-

House, Club-House und Artverwandtem, rufen

letzte Sommergefühle hervor. An der Seite

des New Yorkers Sammy Jo wird der Zürcher

DJ Juiceppe der Jack-Community einmal mehr

beweisen, dass er in Sachen international ge-

18


CRUISER Edition September 2012

Szene

färbtem Club- Appeal seinem Gegenüber in rein

gar nichts nachsteht. DJ Angelo, die Nummer

1 auf dem 2nd floor, sorgt währenddessen für

durchaus erwünschte musikalische Verwirrung.

JACK - The Pick Me Up Issue

Samstag, 15. September 2012

Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich.

www.jackcompany.com

www.twitter.com/jackcompany

Celestial Late

Afterhour

Explizit schwule Afterhour

im AAAH!.

Nach einem verheissungsvollen Start während

der Streetparade folgt am 16. September (nach

der Jack-Party) die zweite Auflage der explizit

schwulen Afterhour in Zürich. Celestial Late

Afterhour im Club AAAH! mit den DJs Thomi B

& May Chay. Für die heisse Atmosphäre sorgen

die Besucher und die erotische Umgebung des

Club AAAH!. Where naked cocks and gay sex

is welcome! – provokativ formuliert. Den Kern

einer schwulen Party bilden neben dem ausschliesslich

schwulen Publikum die Musik, Farben

und die Freude, an einem schwulen Ort zu

sein. Einem Ort, wo das schwule Motto «erlaubt

ist, was nicht stört» gilt. Einem schwulen Ort,

wo man sich treiben lassen und der Musik, ungeachtet

der Veranlagung der Erotik, hingeben

kann, bis zum süssen Ende – wahlweise direkt

auf dem Dancefloor, dem Töggelikasten oder im

Darkraum. Die Celestial Late Afterhour ist eine

Co-Produktion von androphil.ch, celestial.ch,

aaah.ch und gaymeboys.com.

Celestial Late Afterhour

Sonntag, 16. September. 4.00 – 12.00 Uhr

Club AAAH!., Marktgasse 14, 8001 Zürich

Jungle Party

Mit Star Marco Da Silva

© Foto: Carlos Arias

Die Jungle-Parties in Lausanne überraschen immer

wieder mit ganz besonderen Star-DJs. Im

September ist es Marco Da Silva, erfolgreicher

Tänzer und Choreograf. Ihm ist die Musik in

die Wiege gelegt. Seine portugiesischen Eltern

waren bekannte Fado-Sänger. Marco selber war

mehrere Jahre lang Mitglied einer portugiesischen

Folklore-Gruppe. In seiner Jugend begann

da Silva, sich allerdings mehr für die moderne

Musik und vor allem für das Tanzen zu interessieren.

Was zunächst mit Auftritten als Gogo-

Tänzer in Clubs begann, wurde für Marco da

Silva schon bald zum Beruf. Und inzwischen arbeitete

er als Tänzer und Choreograf mit den grossen

Stars zusammen, wie etwa Britney Spears,

Kylie Minogue, Avril Lavigne, Mariah Carey und

George Michael. 2009 begann dank seinem Förderer

Peter Rauhofer die Karriere als DJ. Er legte

an der Matinee Circuit Party in Barcelone oder

auch an der White Party in Miami Beach auf.

Man holte ihn nach Rio de Janiero, Sydney sowie

an die Gay Pride in New York. Am 16. September

ist er nun im MAD in Lausanne an der Jungle

Party. Ein doppeltes Vergnügen, einmal für die

Ohren und einmal für die Augen.

Jungle Party, 16. September 2012

Mad Club, Rue de Genève 23, 1003 Lausanne

20 Jahre

Tolerdance

Party für Schwule, Lesben

und FreundInnen

Im September 1992 fand im Konzert- und Disco-

Club ISC (Internationaler Studentenclub), hinter

der Berner Reithalle, zum ersten Mal eine

Party für Schwule und Lesben statt. Vor 20 Jahren

war für schwule und lesbische Disco-Fans

und -Tänzer nicht viel los in Bern. Eine Disco gab

es nur im Schwulen-Lokal Ursus Club. Dieses

schloss aber bald seine Türen für immer. Aber es

herrschte Aufbruchstimmung bei den Schwulen

und Lesben in Bern. Die HAB (Homosexuellen

Arbeitsgruppen Bern) eröffneten das Kulturund

Begegnungszentrum anderLand und in der

Reitschule wurde ein grosses Homofest gefeiert.

Das Tolerdance ist heute aus der Berner Gay-

Szene nicht mehr wegzudenken. Einige Gäste

sind dem Tolderdance seit 20 Jahren treu, aber

es kommen auch immer neue Gäste dazu. Für

viele junge Schwule und Lesben ist das Tolerdance

oft der erste Schritt in die Gay-Szene und

eine Hilfe beim Coming-out. Da das Tolerdance

niemanden ausschliesst, fällt es unerfahrenen

Gays leichter, Neuland zu betreten. Diese kommen

beim ersten Mal meistens mit ihrer besten

Freundin – «rein zufällig». Beim zweiten Mal

wagen sie es alleine. Beim dritten Mal gehen sie

nicht mehr alleine nach Hause.

Das Konzept der offenen Gay-Party hat sich bewährt.

Der vierte Samstag im Monat ist heute

und bestimmt auch morgen ein fixes Datum im

Berner Party-Kalender. Dabei bleibt Tolerdance

am Puls der Zeit.

DJs Ludwig, PCB & Matz bringen Hits aus 20 Jahren

Tolerdance, es gibt eine Live- und Playbackshow

um Mitternacht und eine Openair Bar.

Tolerdance – 20 YEARS – B-Day Party

Samstag, 22. September 2012

ISC, Neubrückstrasse 10, 3012 Bern

Rollkoffer

Pyjama-Party inkl.

Kissenschlacht

Wie der Name es schon verrät, handelt es sich

hier tatsächlich um eine echt fette Pyjama-Party

mit allem drum und dran. Neben der obligaten

Kissenschlacht gibt es natürlich auch ein

Guetnachtgschichtli und jede Menge geile

Beats und das bis in den späten Morgen! Natürlich

ist der Name auch Programm. Deshalb

werden die Besucher gebeten, sich dem Thema

anzupassen. Dress-Code: Pyjama, Nachthemd,

Morgenmantel, Baby Doll, sexy Dessous

oder als süsses Sandmännchen. Wie immer

erwartet die Rollkoffer-Crew ein schrilles

und kunterbuntes Publikum. Und wer Irena

de la Boom und Krizzi Boop, die Macher

von Rollkoffer, kennt, weiss, dass es ihnen

ernst ist. Deshalb gilt es, sich cool zu stylen und

natürlich das Kissen nicht zu vergessen!

DJs Sabaka (Pussy Power), Styro 0915, Playlove,

Marc (Pantoffelheld) Bach.

Rollkoffer, Samstag, 22. September 2012

23.00 Uhr – Openend

Pfingstweide-Klub

Pfingstweidstrasse 12, 8005 Zürich

www.facebook.com/rollkoffer.crew

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Reisen CRUISER Edition September 2012

Tampa/

St. Petersburg

Der neue Hotspot im Sunshine

State Florida

Von Branko B. Gabriel

Die USA, insbesondere Florida

mit Miami und Key West,

gehörten schon immer zu den

beliebtesten Gay-Destinationen.

Neu kommt nun auch

Tampa und St. Petersburg

dazu, dank der Schweizer

Fluggesellschaft Edelweiss Air,

denn die fliegt seit kurzem notstop

von Zürich nach Tampa.

Seit Edelweiss Air direkt Tampa in Florida bedient,

ist diese wunderbare Ferienregion neu zu

entdecken. Binnen acht Stunden hat man sein

Ziel erreicht und kann sich auf einen spannenden

und doch erholsamen Urlaub freuen.

© pd

Tampa

Am besten bucht man schon in der Schweiz

einen geeigneten Leihwagen (z.B Hertz), denn

ohne Auto ist man hier ziemlich schnell aufgeschmissen.

Der Grossraum Tampa / St. Petersburg

verteilt sich nämlich auf mehrere Inseln,

die mit riesigen Brücken verbunden sind. Der

Tampa International Airport liegt etwas ausserhalb

und so ist man dann in ca. 30 Minuten

in der ultramodernen City. In den letzten Jahren

hat man hier viel für den Tourismus getan.

Neben der imposanten und sehr sauberen Stadt,

lockt vor allem Tampa Bay die Besucher mit faszinierenden

Sehenswürdigkeiten wie z.B. die

Tampa University und das neue Kunstmuseum,

das in einem kühlen, grauen, – nachts farbigen

– Neubau untergebracht ist. Unbedingt eine

Bootsfahrt buchen! Da hat man einen herrlichen

Blick auf die Skyline, Tampa Bay und die

luxuriösen Anwesen der Stars und Sternchen.

Tampa bietet vor allem für Gays ein schillerndes

Nachtleben. In Ybor, oder besser gesagt Gaybor

City, gibt es unzählige Restaurants, Bars und

Klubs (da darf man sogar rauchen). Unbedingt

bei Mary – coole Drag Shows – und im Liquid –

geile Gogo Boys – reinschauen! Eine sympathische

Erscheinung ist der etwas in die Jahre gekommene

Marc (Gay-Reiseleiter, siehe Infobox).

Bei Fragen oder einer privaten Führung durch

Gaybor ist er der richtige Mann. Ein echtes Unikat

und ein wandelndes Lexikon.

In Tampa checken wir im gediegenen Marriott

Westshore Hotel ein (ideal gelegen, zwischen

Airport und Zentrum). Was wäre ein Urlaub

ohne Shopping! Und Dollar sei dank, profitiert

man gleich doppelt. Eine spektakuläre Auswahl

findet man in der riesigen Shopping Mall International

Plaza. Das Marriott bietet seinen

Gästen gar einen Gratis-Shuttlebus-Service an.

Die Mall ist typisch amerikanisch mit den typischen

US Labels wie: Abercrombie & Fitch,

Hollister, Footlocker, UrbanOutfitters, Victoria

Secret und wie sie alle heissen.

St. Petersburg

Über eine riesige Brücke erreicht man in rund

30 Minuten St. Petersburg. Neben einem gros sen

und bunten Gaylife bietet St. Petersburg auch

weitläufige und sehr saubere Strände mit glasklarem

Wasser. Hier kann man ordentlich entspannen,

und wer Lust auf etwas Gay Beach hat

ist bei Treasure Island (nähe Sunset Beach), dem

offiziellen Gay Beach, bestens aufgehoben. Ein

weiteres Highlight sind die berühmt berüchtigten

Pool Parties im Flamingo Resort (34th St.

South, St Petersburg). Ja, da sind sie denn auch

alle, die hübschen und leckeren Kerle. Ausgelas-

20


CRUISER Edition September 2012

Reisen

sen wird hier getanzt und getrunken, als gäbe

es kein Morgen!

Jedes Jahr feiert die riesige Community im

Juli die St. Pete Pride. Dieses Jahr waren rund

100 000 Besucher zu verzeichnen, ein neuer Rekord.

Die Parade findet im Grand Central District

von St. Petersburg statt. Da es in Tampa

/ St.Petersburg heiss – und ich meine wirklich

heiss – ist, startet der farbenfrohe Umzug bereits

um neun Uhr in der Früh, alles andere

wäre töricht, der Hitze wegen. Hier trifft sich

alles, was Rang und Namen hat in Florida. Ein

Spektakel der Extraklasse. Viel nackte Haut,

gepaart mit bunten Stoffresten, geilen Latinos,

alten Säcken, fetten Drag Queens und Lederlesben

und sogar ein Pfarrer gesellt sich

in seinem Chevi mit der Aufschrift: «Yes, we

can» dazu!

St. Petersburg ist aber nicht nur Sonne und

Strand pur, auch die Kultur kommt hier nicht

zu kurz. Ein Besuch im berühmten und grössten

Dali-Museum der Welt ist ein Muss. Das Museum

ist in einem spektakulären Bau untergebracht.

Ein angenehmes und cooles Hotel in

St. Petersburg direkt am Beach ist das schmucke

Surf-Style Hotel Postcard Inn (6300 Gulf Blvd, St.

Pete Beach). Die Zimmer sind gross und sauber

und die Anlage bietet den Gästen auch einen

grossen Pool an.

Fazit

Tampa Bay und St. Petersburg sind ein toller

und interessanter Hotspot, mit wunderschönen

Sandstränden! Da Edelweiss Air zweimal

wöchentlich von Zürich nonstop nach Tampa

fliegt, reicht es auch schon für einen Kurzurlaub.

Grosse und spannende Gay Community

trifft auf Beach, Kultur, Nightlife und Shopping.

Absolut sehenswert!

www.visitpeteclearwater.com

www.visittampabay.com

www.edelweissair.com

www.mcfilm.com

Mit freundlicher Unterstützung von

© pd

Anzeige

W I L D Z E I T

Rehrücken “Gnüsserei“

Auf zwei Teller serviert

ein doppelter Genuss

Rehrückenfilet vom Grill

mit Wildrahmsauce / Trüffelsauce

und Herbstpilzen

serviert mit

Rotkraut, Maronen, Rosenkohl,

gefülltem Apfel,

Birne mit Preiselbeeren,

Spätzli und Risotto

. . . und andere Wildgerichte

www.gnuesserei.ch

21


Fotostrecke CRUISER Edition September 2012

Karolin Klüppel

Photographer

Die Fotografien von Karolin Klüppel zeichnen

sich durch eine bewusste Inszenierung und Arrangierung

der einzelnen Personen und Orte

aus. Wie ein Regisseur und Drehbuchautor setzt

Karolin Klüppel die dem Bild zugrunde liegende

Idee und Konzeption schrittweise um und bedient

sich einer Art von Fotografie, deren Inhalt

bewusst vor der Aufnahme konstruiert ist. In

der Serie «I never promised you a rose garden»,

die im Kontext ihrer diesjährigen Abschlussarbeit

entstanden ist, setzt sie nackte junge Männer

in der freien Natur in Szene und lässt sie

verträumt auf einem Baumstamm liegend ins

Wasser blicken, in sich gekehrt zwischen frühlingshaft

blühenden Obstbäumen stehen oder

als «Petit Julien» («Manneken Pis») in eine einsame,

romantische Seenlandschaft pinkeln.

Die Foto-Künstlerin Karolin Klüppel wurde 1985

in Kassel geboren und studierte an der dortigen

Kunsthochschule sowie an der Faculdade de Belas

Artes in Lissabon. Im Rahmen ihrer ersten

Einzelausstellung «I never promised you a rose

garden» präsentierte Karolin Klüppel im Winter

diesen Jahres eine Auswahl ihrer Arbeiten in der

«Galerie für Moderne Fotografie» in Berlin.

(Text: Carolin Leistenschneider/dd)

www.karolinklueppel.de

22


CRUISER Edition September 2012

Fotostrecke

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Kultur CRUISER Edition September 2012

Stepdad

Die Misshandlung eines

Kindes und die Folgen – das

englische Drama «Stepdad»

ist nichts für schwache Nerven.

Der Film von Mark

Moraghan beruht auf wahren

Begebenheiten.

Billy ist während seiner gesamten Kinder- und

Schulzeit den brutalsten physischen und psychischen

Misshandlungen seines Stiefvaters

ausgesetzt. Dieser schlägt ihn, sperrt ihn ein,

zwingt ihn, Hundefutter zu essen oder schiesst

mit dem Luftgewehr auf ihn. Zwanzig Jahre

später hat Billy selbst eine Familie und einen

Freundeskreis, zu dem auch ein Polizist gehört.

In Gesprächen ermuntert ihn dieser, seine Vergangenheit

aufzuarbeiten.

Der wiedergefundene

Freund

Fred Uhlmans bewegende Erzählung

hat nichts an Intensität

verloren. Die Geschichte

um einen jungen Juden, dessen

bester Freund aus einer

Nazi-Familie stammt, vermag

zu fesseln.

Zwei 16-jährige Jungen besuchen die gleiche exklusive

Schule. Der eine, Hans Schwarz, ist der

Sohn eines Arztes, der andere, Konradin von Hohenfels,

entstammt einer reichen Adelsfamilie.

Zwischen den beiden entspinnt sich eine innige

Freundschaft, die auf einem tiefen, magischen

Einverständnis beruht. Bis ein Jahr später die

Beziehung zerbricht. Die Geschichte spielt in

Deutschland. Wir schreiben das Jahr 1933...

Fred Uhlmans bewegende Erzählung erforscht

mit ungewohnter Zartheit und suggestiver

Kraft die Gesetze der Freundschaft, die Widrigkeiten,

die ihr gefährlich werden und sie

zerstören können, sowie jene anderen Kräfte,

die unzerstörbar Trennung, Enttäuschung,

Verzweiflung und sogar den Tod überdauern.

«Der wiedergefundene Freund» erschien 1971

in den USA, wurde begeistert aufgenommen

und auch in England, Holland, Italien, Schweden,

Norwegen, Dänemark, Spanien, Portugal,

Deutschland und Israel publiziert und ist in

diesen Ländern längst zum Klassiker geworden;

1985 war es das bestverkaufte Taschenbuch in

Frankreich.

Filmmusik-

Wettbewerb

Die Tonhalle wird im September

einen Preis für den ersten

internationalen Filmmusik-

Wettbewerb vergeben. Auch

die TonhalleLATE steht im

Zeichen von Soundtracks.

Erstmals findet in Zürich der Internationale Filmmusik-Wettbewerb

statt, eine Co-Produktion

mit Zurich Film Festival und Forum Filmmusik.

Im Vorfeld galt es, eine Filmmusik für Orchester

Besetzung zum Kurzfilm «Evermore» von Philip

Hofmänner zu komponieren.

Billy entscheidet sich, seine Eltern für ihren

Missbrauch vor Gericht zu bringen. Doch die

geben sich keineswegs reumütig, sondern versuchen,

Billys Anschuldigungen offensiv zu

widerlegen. Die Einzigen, die ihm jetzt Gerechtigkeit

für all seine Qualen widerfahren lassen

können, sind die Geschworenen. Werden sie

ihm oder seinen Eltern glauben? Ein erschütterndes

Drama nach einer wahren Begebenheit.

CMV Laservision

Ab sofort auf DVD

28

Fred Uhlmann

Der wiedergefundene Freund

Diogenes Verlag

Am 27. September findet das Preisträger-Konzert

statt, in dem die fünf besten Kompositionen

mit dem Film vorgestellt werden. Dem

Sieger, der am Konzert gekürt wird, winkt das

«Goldene Auge», ein mit 10 000 Franken dotierter

Preis. Im zweiten Teil des Konzertes wird

Filmmusik aufgeführt, die ihren Durchbruch

weltweit schon erlangt hat. Durch den Abend

führt Sandra Studer.

Eine Nacht später findet die TonhalleLATE statt.

David Zinman stellt fünf populäre Musikalische

Weke aus der Filmgeschichte vor. Anschliessend

geht die Party ab: Techno am Flügel mit

Francesco Tristano, dem smarten Grenzgänger

zwischen den Stilen.

Donnerstag, 27. September, 19.30 Uhr

Tonhalle-Orchester Zürich

Freitag, 28. September, 22 Uhr

TonhalleLATE

www.tonhalle-orchester.ch


CRUISER Edition September 2012

Kultur

Zurich Film

Festival

Vom 20. bis 30. September

findet an der Limmat das 8.

Zurich Film Festival statt. Neben

dem Kino glänzen Stars

wie Herbert Grönemeyer,

Oliver Stone und John Travolta.

Bereits zum achten Mal wird in Zürich das

«Goldene Auge» an Filme verliehen. Das Zurich

Film Festival, kurz ZFF, wurde zu Beginn in der

Schweiz eher belächelt. Heute kommt es dem

Locarno-Film-Festival gefährlich nahe. Und spätestens,

als Roman Polanski vor drei Jahren verhaftet

wurde, wissen nun die Film-Fans aus aller

Welt, dass das ZFF nicht zu unterschätzen ist.

Prominente Namen locken auch diesen Herbst:

Der deutsche Sänger und Schauspieler Herbert

Grönemeyer wird die deutschsprachige Spielfilmjury

leiten. Mit ihm beehrt einer der bekanntesten

und erfolgreichsten Musiker Europas

das ZFF. Grönemeyer hat sich aber auch

als Filmmusik-Komponist und als Schauspieler

einen Namen gemacht.

Image Problem

Das Image der Schweiz im

Ausland war selten so desolat

wie in jüngster Zeit. Simon

Baumann und Andreas

Pfiffner machen daraus einen

Dokumentarfilm.

Steuerstreit, Bankgeheimnis und ausbeuterische

Rohstofffirmen: Die Schweiz hat ein Imageproblem.

Doch keine Sorge. Simon und Andreas

kümmern sich darum. Die beiden furchtlosen

Filmemacher begeben sich auf eine einjährige

Lady Gaga

Die derzeit erfolgreichste

Pop-Künstlerin kommt nach

Zürich. Wegen grosser Nachfrage

singt Lady Gaga für

ihre «Little Monsters» gleich

zweimal.

Sie kam aus dem Nichts und ihre Botschaften

sind lobenswert, aber beliebig: Lady Gaga. Vor

zwei Jahren noch als Eintagsfliege gebrandmarkt,

ist sie heute dank perfekter Pop-Musik

beinahe die «Queen of Pop». Beinahe. Im Internet

liefern sich die Fans von Gaga und Madonna

heftige Wortgefechte.

Es sind die «Little Monsters», die sich für nichts

zu schade sind und von Lady Gaga sogar eine

eigene Internetplattform erhalten haben:

www.littlemonsters.com. Diese Monster sorgen

für den weltweiten Erfolg einer Sängerin, die so

cool ist, dass man in ihrer Gegenwart erschaudert.

Dennoch gilt die fünffache Grammy-Gewinnerin

als «hot». Innert kürzester Zeit war die

Show vom Mittwoch, 26. September, im Hallenstadion

Zürich ausverkauft. Aufgrund der grossen

Nachfrage hat Lady Gaga beschlossen, ein

Weiter werden Oliver Stone und John Travolta

ihren neuen Film «Savages» vorstellen. Letzterer

erhält auch gleich einen Preis für sein Lebenswerk.

Doch die Seele des Festivals bleiben die

zahlreichen Filme; das Programm wird am 6.

September bekanntgegeben.

Zurich Film Festival

20. bis 30. September

Tour de Suisse, um das ramponierte Ansehen

ihres Heimatlandes zurechtzurücken. Dabei

treffen Simon und Andreas auf Sennen und

Schrebergärtner, Journalisten und Touristen,

Goldküsten-Villenbesitzer und zahlreiche irritierte

Ausländer.

«Image Problem» nimmt das aktuelle Image der

Schweiz – und den ganzen Rest –gehörig auf die

Schippe. Ein satirischer Dokumentarfilm, der

amüsant und mit eigenwilligen Mitteln den

Mangel an Solidarität und die zunehmende

Fremdenfeindlichkeit im Kleinstaat Schweiz

entlarvt.

www.imageproblemthemovie.com

Ab 20. September im Kino

Zusatzkonzert in Zürich zu geben. Dieses findet

am Folgetag der ersten Show, am Donnerstag,

27. September, ebenfalls im Hallenstadion statt.

Lady Gaga, Hallenstadion Zürich

The Born This Way Ball

26. & 27. September

29


Bühne CRUISER Edition September 2012

Ein Mann fürs

Auge

Christian Spuck tritt die

Nachfolge von Heinz Spoerli

im Zürcher Opernhaus an.

von Daniel Diriwächter

Alles neu im Zürcher Opernhaus.

Die nun beginnende

Saison 2012/13 wird von vielen

Liebhabern der E-Musik

mit Spannung erwartet. Besonders

der Weggang des

Ballett-Direktors Heinz Spoerli

schmerzt. Ein schweres Erbe

für Nachfolger Andreas

Homoki, aber ein verheissungsvolles.

Heinz Spoerli bricht auf zu neuen Ufern. Die

Liebhaber des Zürcher Balletts sind darüber bestürzt.

Der Nachfolger des so legendären Ballettmeisters

wird Christian Spuck sein. Sozusagen

der neue Mann fürs Auge im Opernhaus. Nicht,

dass bei Ballettproduktionen die Musik zweitrangig

wäre, doch diese Kunst ist nun mal ein

wahrer Augenschmaus. Wird Christian Spuck

die hohen Anforderungen erfüllen? Er wird.

Der aus Marburg stammende Christian Spuck

(42) absolvierte seine Ausbildung an der John-

Cranko-Schule in Stuttgart. Tanzen war und

ist sein Leben. «Auch wenn Bewegungen immer

flüchtig sind und bereits im Moment ihres

Entstehens wieder vergehen, vermitteln sie

Sinnlichkeit und rühren uns an», erzählt er in

seinem Vorwort des Saisonbuchs.

1995 wurde Christian Spuck Mitglied des Stuttgarter

Balletts. Seine erste eigene Choreographie

erarbeitete er bereits 1996, ein «Pas de

deux / Towards The Night», das kurz darauf

ins Repertoire des Stuttgarter Balletts und der

Deutschen Oper Berlin aufgenommen wurde.

Nur drei Jahre später folgte seine erste Uraufführung

beim Stuttgarter Ballett: «Passacaglia».

Als späterer Haus-Choreograph hat er 15

Premieren für die Compagnie erschaffen, darunter

drei abendfüllende Handlungsballette.

Das Zürcher Opernhaus bescheinigt Christian

Spuck eine «hohe Musikalität, einen souveränen

Umgang mit dem Raum sowie eine stilsichere

Inszenierungskunst».

2006 wurde Spuck für eine Spielzeit zum Resident

Choreographer der Compagnie «Hubbard

Street Dance 2 Chicago» ernannt und erhielt

den Deutschen Tanzpreis «Zukunft» für Choreographie.

Film & Musiktheater

Seit 2005 tritt Christian Spuck auch im Bereich

Film- und Musiktheater in Erscheinung: Am

Theater Heidelberg inszenierte er erstmals eine

Oper: «Berenice» von Johannes Maria Staud. Ein

25-minutiger Tanzfilm mit Marcia Haydée und

Robert Tewsley wurde 2006 von ARTE ausgestrahlt.

Jüngste Projekte waren Woyzeck für das

norwegische Nationalballett Oslo (2011) und die

Uraufführung «Das Fräulein von S.» beim Stuttgarter

Ballett (2012).

Mit seinem Engagement beim Zürcher Opernhaus

kommt nun eine weitere Station hinzu.

Die Zürcher Ballett-Liebhaber dürfen sich auf

Christian Spuck freuen. Seine Premiere findet

am 13. Oktober mit «Romeo und Julia» statt.

Die Choreographie zur Shakespeare-Tragödie

und der Musik von Sergej Prokofjew wird mit

Spannung erwartet. «Ich versuche, bekannte

und unbekannte Geschichten mit neuen choreographischen

Mitteln zu erzählen und sie

gleichzeitig in den Kontext der klassischen

Ballett-Tradition zu stellen», sagt Christian

Spuck.

Opernhaus – Saison 2012/13

Beim Opernhaus wird in der neuen Saison

2012/13 vieles neu und alles bleibt spannend.

Wie der neue Direktor Andreas Homoki bekanntgab,

lautet das Motto der neuen Saison «Öffnung».

So finden sich in der Saison 2012/13 eine

Fülle von Debüts bei Regisseuren, Dirigenten

und Sängern. Mozart, Wagner und Verdi werden

dabei den Ton angeben. Weiter wird Daniele

Gatti in der Rolle des Chefdirigenten von Fabio

Luisi abgelöst. Eine weitere Neuerung sorgt für

Aufsehen: Das Orchester der Oper Zürich nennt

sich künftig Philharmonia Zürich.

Christian Spuck © Opernhaus

30


CRUISER Edition September 2012

Musik

Frank Ocean

Channel Orange

*****

Werk auf, muss es sofort eingeordnet werden. Der Y

Musikkritiker sind eine höchst ordnungsliebende Spezies.

Kaum taucht ein vielversprechendes Newcomer-

ist der neue X, steht als B 2.0 ganz in der Tradition der

alten A-Schule und prägt das soeben erfundene Genre

C. Frank Ocean ist da eine Knacknuss. Als nächster

Marvin Gaye gehandelt, als Erbe von Mary J. Blige, beschreiben den Star

der Stunde doch nur folgende Buchstaben: Frank Ocean. Er befreit den Rap

von der platten Gangster-Schablone, den tiefen Soul von triefender Nostalgie,

die Musikindustrie vom Schubladendenken, die Videoclips von veralteten

plakativen Geschlechterbildern. Süsse Melodien, bittere Geschichten,

progressive Rhythmen, verschmolzen zu funkig-melancholischen

Songs. «Thinkin bout you», die bezaubernd kitschfreie R’n’B-Liebeshymne

oder «Forrest Gump», ein meisterhaftes Stück Soulpop, das einen in Gedanken

gleichzeitig meilenweit rennen und andächtig stillstehen lässt.

Er erzählt von gebrochenen Illusionen und Herzen, in schönsten Tönen.

Echtes Herzblut kurz vor dem Gefrierpunkt statt halbwegs aufgewärmte

Klischees, da muss man mindestens zweimal hinhören, um nicht auf der

heissen Oberfläche auszurutschen.

Hier steht Frank Ocean, geboren als Christopher Breaux in New Orleans,

mitten auf seinem Weg. Er schrieb Songs für Brandy, Justin Bieber und

John Legend, machte mit einem Mixtape Grössen wie Kanye West, Beyoncé

und Jay-Z auf sich aufmerksam. Kurz vor der Veröffentlichung seines Debüts

sorgte sein Coming-out für Aufsehen. Seine erste Liebe habe er mit

einem Mann erlebt. Ein Hip-Hop-Star, der mit Männern schläft. Und es

dann schafft, dass in erster Linie über seine Musik geschrieben und gesprochen

wird. Musik, die mindestens ebenso unkonventionell ist wie seine

Lebensgeschichte. Schwarz, pink und Blues, live übertragen auf Channel

Orange. Orange ist der neue Regenbogen. Dahinter Songs in allen Farben,

die es auch jenen Kritikern sehr einfach machen, die es mit der Ordnung

nicht so genau nehmen: Sie gehören ganz einfach auf die A-Playlist. (rg)

Universal

Cat Power *****

Sun

Längst angekündigt, mehrmals verschoben,

lässt Cat Power mit ihren ersten eigenen Songs

seit sechs Jahren die Sonne wieder aufgehen.

Das grandiose «The Greatest» ist noch längst

nicht verleidet, aber eine der neben Feist und

Fiona Apple aufregendsten und schönsten Stimmen

der Songwriter-Landschaft in neuen Facetten

zu entdecken, dafür war es höchste Zeit.

Anspruchsvoll und vielschichtig präsentiert

sich das Material, von Cat Power komplett selbst

geschrieben und produziert, aber auch verspielt

und frisch. Bisweilen ist der Hang zum Neuerfinden

etwas überlastig, werden die Experimente

leicht übermütig. So sticht inmitten von

Latin-Beats, 70er-Gitarren und 90er-Loops das

komplett reduzierte «Always on my own» besonders

hervor. Ein Gesamtkunstwerk aus starken

Texten und innovativen

Kompositionen, das auch in

schwächeren Momenten mit

einem der vielen Aspekte zu

überzeugen vermag. (rg)

Matador (Musikvertrieb)

Bloc Party *****

Four

Der kometenhafte Aufstieg startete 2003, als

Kele Okereke dem Franz Ferdinand-Sänger und

einem BBC-Journalisten während eines Konzerts

ein Demo in die Hand drückte. Es folgte

eine Einladung ins Radiostudio, bald der gefeierte

Erstling «Silent Alarm». Als das nächste

ganz grosse Ding gefeiert, etablierten sich Bloc

Party mit einem einzigartigen Sound aus Rock,

Elektronik, hartem Punk und zartschmelzenden

Melodien zu einer der einflussreichsten

britischen Indie-Bands der letzten Dekade. Nach

zwei weiteren überaus erfolgreichen Alben folgte

eine längere Pause. Kele, von einer Musikseite

übrigens nach seinem Coming-out 2010 im Butt-

Magazin zum «Sexiest Out Gay Male Artist» gewählt,

war solo unterwegs, Fans bangten um

die Zukunft der Band. Nun sind die vier Jungs

zurück, mit ihrem vierten

Album, mit ihrem kompromisslosen

Klang, mit allen

alten Qualitäten und vielen

neuen Ideen. (rg)

Universal

Lunik *****

What Is Next?

Was kommt als Nächstes? Das hat man sich bei

Lunik immer mal wieder gefragt, hat Jaël den

internationalen Durchbruch zugetraut, als sie

mit ihrer Band feinste Trip-Hop-Klänge zauberte.

Wirklich laut wurde es nie um Lunik, und

das ist vielleicht gut so. Neu als Trio unterwegs,

gibt’s weiterhin keine grossen Sprünge, sondern

angenehm unaufgeregten Pop, sorgfältig

arrangiert. Zurückhaltend akustisch instrumentiert,

aber voller Raffinessen. Eine Tuba, ein

Chor, eine Chipstüte als Perkussion, Cello, Xylophon…

Ein lobens- und hoffentlich lohnenswerter

Schachzug, dass sich Lunik von der ausländischen

Plattenfirma getrennt haben, um endlich

wieder Musik ganz nach ihrem Geschmack zu

machen. Auf einem Fuss leichtfüssig tänzelnd,

mit dem andern melancholisch schleichend.

Der letzte Sommer-Sonnenstrahl

küsst das erste fallende

Blatt. What is next? Egal,

erst mal den Moment geniessen.

(rg)

Sony

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Dossier CRUISER Edition September 2012

Schwules Spa im

Niederdorf

Schlemmen, schlürfen, lecken und schlecken in Zürichs

Altstadt – mit Trendscout Petra aus der Bar Pigalle

Von Lola Sara Arnold-Korf

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CRUISER Edition September 2012

Dossier

Seit Jahrzehnten ist das

Zürcher Niederdorf Zentrum

schwulen Treibens –

ohne Sicherheitsgurt und

Schwimmweste. Und: Nicht

nur Stadtzürcher selbst

wissen die Vorzüge diverser

Amüsier-Stübchen zu

schätzen. Denn: Die

schwule Hautevolee strömt

aus allen Teilen der

Schweiz, ja ganz Europas

und aus Übersee in Zürichs

Altstadt – früher noch vermummt,

heute ganz offen.

Mit Szene-Scout Petra

aus der Bar Pigalle streifte

Lola Sara Arnold-Korf für

den CR durch das schwule

Altstadt-Revier.

Sieben Tage die Woche verspricht das schwule Partydorf Abwechslung

und sensationelle Anbahnungsmöglichkeiten in kommunikativer und

sexueller Güte – für jungfräuliches Männergemüse bis zum schwulen

Opa. Gleichwohl beklagen vor allem Barbesitzer einen deutlichen Rückgang

an schwulen Gästen. «Ob alt oder jung – früher sind die Leute mehr

in den Ausgang gegangen. Letztlich war auch der Zusammenhalt unter

den Schwulen viel besser gewesen. Alles war weitaus familiärer und man

konnte Gott und die Welt antreffen», resümiert Institution Petra, die sich

bis zur völligen Erschöpfung seit 1985 in diversen Niederdorf-Locations

hinter und vor Bars abrackert. Ursachen sieht die Diva, die sich auch als

glanzvolle Drag Queen in Szene zu setzen weiss, vor allem an den neuen

Möglichkeiten des Internet und, dank gesellschaftlicher Tolerierung, in

der zunehmenden Vermischung des Partyvolks. Ob schwul oder hetero

spielt heute oft keine Rolle mehr in Bars und Clubs – und so sinkt der

Stern rein schwuler Örtlichkeiten zugunsten von Gemischtwarenläden.

Das schwule Niederdorf schreibt Geschichte

Nach einem Vierteljahrhundert weiss Petra viele Geschichten zu berichten:

«Das schwule Leben in den 80er-Jahren war weitaus konzentrierter

und längst nicht so offen wie heute. Nachts um zwei Uhr war damals spätestens

Feierabend – oft auch schon um Mitternacht. Danach gings auf

private Homeparties oder in diverse Klappen und Parks.» Die Hotspots des

alten schwulen Niederdorfs nannten sich: Tiptop-Bar, Bagpiper (heutiges

Dynasty), Predigerhof, Babaloo, Barfüsser, Odeon, T&M und Karussell.

Und, so weiss Niederdorf-Prinzessin Petra aus der Schlagerbar Pigalle

aus dem Nähkästchen zu erzählen: «Früher waren die Lokale eher noch

verdunkelt, viel kleiner als heutzutage und oft einzige Kontaktbörse für

Schwule.» Aus Mangel an Alternativen waren die Bars im Niederdorf

Kontakt-Anlaufstelle Nummer eins. «Daneben fluteten seitenweise Kontaktannoncen

die wenigen Schwulengazetten wie Cruiser oder Kontakt.

Manchmal füllten die Kontaktanzeigen die halbe Zeitung.» Mit diversen

Internetportalen wie Gayromeo sind die goldenen Zeiten schwuler Zeitungskontaktbörsen,

aber auch schwuler Barkultur, nahezu passé.

Barfüsser, neu und trendy

Die Zeiten abgedunkelter, blickdichter Bars sind heutzutage im Niederdorf

ein Auslaufmodell. Mann passt sich dem Trend der Zeit geschäftstüchtig

an. «Der Barfüsser ist ein krasses Beispiel von einer Leder-Bar hin

zum neuen Niederdorf-Schick», so Scout Petra über ein Urgestein sexueller

Toleranz im Niederdorf, das bereits 1956 gegründet wurde. Die einstige

reine Schwulen- und Lesbenbar kredenzt heute neben Cocktails und

Longdrinks auch leckeres Sushi aus Bio-Zucht. «Wir geben täglich alles,

um Ihnen die bestmögliche Qualität direkt frisch auf den Teller zu bringen»,

darf man auf der Webseite des Barfüssers lesen. Gleich vier Star-Köche

aus Malaysia und zwei Japaner bewirten den Gourmet von Welt. Nicht

nur die Speise- und Cocktailkarte ist bunt gemischt: auch das Publikum.

So versammeln sich nicht ohne Grund am längsten Tresen der Stadt in

Mischkultur Schwule, Lesben und Heteros betont zeitgemäss. «Die ganze

Bandbreite sexueller Orientierung harmoniert sehr gut miteinander.

Entscheidend ist die Hausphilosophie nach den Idealen von Offenheit,

Freundlichkeit und Toleranz», weiss der stellvertretende Geschäftsführer

Marcel Morgenrot zu berichten. Und Mitinhaber Patrick verweist auf

das «Kulturprogramm» im Barfüsser: «In der Lounge kann man kleine

Events mit DJs und allem drum und dran buchen – egal, ob Geburtstagsoder

Singleparties. Die gemischte Partybowle aus Hochprozentigem mit

Früchtchen ist der absolute Renner!»

Cranberry feiert das 15. Jubiläum

Trendsicher und dennoch ur-schwul präsentiert sich im Niederdorf das

neu ausstaffierte und mit den besten Cocktails der Stadt bestückte Cranberry,

das am 19. Oktober sein 15-jähriges Jubiläum feiert. Mit Standfestigkeit

und Zielsicherheit hat sich das Cranberry dem modernen schwulen

Niederdorfleben angepasst. Und, so findet Petra: «Nach dem schicken

Umbau ist das Cranberry in den letzten Jahren zur Nummer eins der noch

existierenden Schwulenbars im Niederdorf mutiert. Es ist das Trendlokal

vor allem auch bei jungen Schwulen ab 18 Jahren.» Neidlos schwärmt

Scout Petra vor allem von der reichhaltigen Auswahl an exotischen Cocktails

die unter Namen wie «Schlampe» firmieren. «Egal, ob schwul oder

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Dossier CRUISER Edition September 2012

hetero – das Cranberry ist für mich die beste Cocktail-Location der Stadt!»

Auch im Cranberry kann der schwule Mann kleine Events buchen. In der

frisch renovierten oberen Etage lassen sich perfekt feine Umtrünke orgasmisieren.

Und in Bezug auf schwules Amüsement bietet das Cranberry

ohnehin neben aktueller Musik auch jede Menge visueller Reize – von der

nie.» Angefeuert von Musikklassikern aus der Jukebox, die einst Thommy

Schallenberger Anfang 2000 – wahrscheinlich aus irgendeinem Brockenhaus

– ergattert hat, steppt hier der Tanzbär. Aber auch prominentes

schwules Volk lässt sich hier gerne verwöhnen und kommt ganz ohne

Bodyguards in den Laden. Gute Laune ist Programm – angefangen beim

Wand bis unter den Tresen.

Der schwule Supergau?

Ein Sorgenkind des Niederdorfs ist ausgerechnet deren schwuler Mittelpunkt

– das Grossprojekt an der Marktgasse 14 – ein Haus mit Disco, Club,

Bar und Hotel – eine Art schwules Disneyland. Die drei Inhaber suchen

seit einigen Monaten nach einer neuen Immobilie. Das Haus wird aber,

wie wir aus bestens informierten Kreisen erfahren haben, dem Niederdorf

so lange erhalten bleiben, bis im März 2013 die neue Location eröffnet

wird. Ein Weggang dieses ganzheitlich schwulen Projektes aus dem

Niederdorf wäre wohl der grösste anzunehmende schwule Unfall, der

schwule Super-Gau im Niederdorf. Mit T&M, Club AAAH, Pigalle Bar und

Hotel ist nämlich die Marktgasse 14 das schwule Aushängeschild für Besucher

aus ganz Europa und Übersee. Noch herrscht eine Informationssperre

über den neuen Standort. So viel ist aber sicher: die Location wird

wiederum im Niederdorf beheimatet sein!

T&M und AAAH! – eine 7-tägige Partylocation

Am 22. November wird das T&M seine 25-jährige Niederkunft im Niederdorf

feiern. Es war und ist die Location schwuler Dramen, Kontaktbörse,

Partyexplosion pur und nicht zuletzt ein Treffpunkt, in dem schwule Geschichte

geschrieben wird und wurde. «Früher gab es im T&M nur einen

Personal bis zum bunt durchmischten Publikum. Wer einmal entspannen

und den Alltag hinter sich lassen will, der findet, wonach er sucht.

Die Alternative zum Mainstream

Wer nicht ganz frisch, nicht ganz jung, traditionell und vielleicht auch

nicht so experimentierfreudig ist, der muss im schwulen Niederdorf auch

nicht traurig sein: Gleich zwei Locations, gespickt mit blutjungen Boys,

findet man im Niederdorf: Club Dynasty und Predigerhof. Sie gehören

zu den Urgesteinen schwuler Ausgehkultur und gleich vis-a-vis findet

sich eines der besten schwulen Restaurants im Zürcher Niederdorf: das

Restaurant Marion, in dem man sich schon früh (samstags und sonntags

ab 5.00 Uhr morgens! – über die Woche ab 7.30 Uhr) satt essen kann, und

den einen oder anderen Schwulen trifft.

Club und Bar Dynasty

In der Clubbar Dynasty gibt’s nach Sonnenuntergang ein kleines Champagner-Stösschen

und -Prösterchen und knackige junge Oberkörper.

Floor und er war das Partyzentrum für Schwule, die auch nach Ladenschluss

der schwulen Bars im Niederdorf noch nicht nach Hause gehen

wollten. Das Personal mischte damals multi-talentiert mit. Der Barmann

war auch gleichzeitig Drag Queen oder wahlweise Türsteher. Wenn die

Barcrew oder der Einlasser nachts auf die Bühne gingen, wurde unten die

Tür abgeschlossen», so Scout Petra, Intimkenner der T&M-Szenerie. Heute

ist das T&M vor allem am Wochenende das sprichwörtliche «schwarze

Loch», in dem sich die schwule Materie nicht nur aus der Schweiz sammelt.

Eine Etage höher lädt der AAAH! Club die gesamte Woche zum Rund-

Um-Sorglos-Nachtprogramm ein. «Ganz tolle Sache, vor allem auch für

schwule Partydauergänger mit Stehergarantie, denn neben Tanzfläche

und Bar gibt es auch einen Darkroom!», so Petra, die unten im Hause ihre

Schlagerbar Pigalle betreibt und nach Dienstschluss nur kurz raufhuschen

muss. Wobei wir schon beim dritten Highlight des Hauses an der

Marktgasse 14 angekommen wären.

Bar Pigalle – die Schlagerbar für

Hochprozentiges

Seit 61 Jahren existiert die Bar Pigalle. «Früher hat sich hier alles getroffen

– vom Bankdirektor, der Nutte, dem Stricher, dem «normalen» Schwulen

bis hin zum neugierigen Bisexuellen.», weiss Scout und Barschlampe Petra

zu referieren. Und: «Ein gewisser Exhibitionismus schadet im Laden

Auch hier kann geflirtet werden, weniger «cool», dafür eine Spur gemütlicher.

Die gut sortierte Bar samt kleinen Snacks, Törtchen und Sandwiches

hält derweil alles bereit, was das schwule Herz begehrt. Besonders

auch das riesige Angebot an verschiedenen Shots (insgesamt über 35 Variationen)

welche man einzeln oder gleich meterweise auf dem Holzbrett

bestellen kann, lässt die Herzen der jüngeren Generation höher schlagen.

Insofern sollte man den Laden sehen als das, was er ist: Eine wahre Szenebar

mit gemischtem Multikulti-Publikum! Und das liebt man entweder

oder geht woanders hin. Den zahlreichen Gästen, vor allem am Wochenende,

scheint es zu gefallen.

Der Predigerhof – schwule Heimstatt

Es ist erfrischend und gut, wenn es auch schwule Locations im Niederdorf

gibt, die sich nicht ausschliesslich auf das schwule Publikum fixiert

haben und stattdessen alles Menschenvolk zum Eintritt verführen. Und

zwar nicht schlechtgelaunte Irrtümer der Geschichte, sondern Menschen,

die noch, trotz aller Wirren der Zeit, eine gewisse Lust auf Konversation

– auf überschaubarem Niveau – verspüren. Im Predigerhof muss

man nicht gleich seine Nase in die Tabakdose stecken, um in konversative

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CRUISER Edition September 2012

Kapitel Titel

Fahrt zu kommen. Ein Prosecco, ein zartes Räuspern, ein kleiner Hauch

von Sternenstaub – im Predigerhof darf M.A.N.N. oder F.R.A.U. seinen/ihren

Gefühlen freien Lauf lassen. Es ist kein Hotel und auch keine Weichspülereinrichtung

– denn auch den Schleudergang der äusserst witzigen

Barbedienung muss man vertragen können.

Petras Plan für einen ausgewogenen

schwulen Niederdorf-Tag

Scout Petra empfiehlt für einen ausgewogenen schwulen Tag im Niederdorf

folgendes Programm: «Ich empfehle Schwulen nachmittags einen Kaffee im

Rathaus-Café an der Limmat, danach einen Apéro im Cranberry, Predigerhof

oder Dynasty und das Restaurant Marion oder den Barfüsser zum Nachtessen,

die Pigalle Bar zum Aufheizen und anschliessend einen Tanz im T&M

oder im AAAH-Club.» Na bitte: Das ist doch endlich mal ein Programm!

Fotos: © Stefan Büchi, www.stefanbuechi.ch

Täglich geöffnet

von 14:00 bis 02:00 h

Daily open 2 p.m. to 2 a.m.

Mühlegasse 15 · 8001 Zürich

www.predigerhof.ch

Anzeige

Das geschichtsträchtige Lokal

im Herzen des Zürcher Niederdorfs

mit zwei Terrassen, dem

längsten Bar-Tresen und einem

der besten Sushi der Stadt!

Montag 11:30 bis 22:30

Dienstag 11:30 bis 23:30

Mittwoch 11:30 bis 23:30

Donnerstag 11:30 bis 23:30

Freitag 11:30 bis 02:00

Samstag 13:00 bis 02:00

Sonntag 15:30 bis 22:30

Mittag - Special Sushi Menüs

für CHF 23.-/25.- inkl Suppe oder Salat

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Prävention CRUISER Edition September 2012

Welcome Big Dick

«Wenn der Freier glaubt, dass

ich sein Ding gross finde,

zahlt er besser.»

von Michael Lenz

Fehlende Aufklärungsprojekte,

schlechter Zugang zu Gesundheitsdiensten

und Aids-Medikamenten,

ein durch Diskriminierung

und Ausgrenzung

bedingter riskanter Lebensstil

hat die HIV-Infektionszahlen

unter Asiens Transsexuellen

auf einen «kritischen Level» getrieben.

Eine ehemalige Sexarbeiterin

geht auf nächtliche

Aids-Aufklärungstour über

den Strassenstrich.

May ist eine schöne Frau. In dem grauen Kostüm,

über das sie zu dem rosaroten T-Shirt ein

silbriges Spitzenjäckchen trägt, wirkt sie eher

wie eine junge Dame als eine ehemalige Sexarbeiterin

auf nächtlicher Aids-Aufklärungstour

über den Strassenstrich auf der Walking Street

in Pattaya.

Die jungen Frauen sind nicht besonders aufgedonnert,

sehen eher aus wie jemand, der auf

eine Verabredung wartet. Das ist eine dürftige

Tarnung ihres Gewerbes, denn Prostitution ist

illegal in Thailand. Was auf den ersten Blick

nicht zu erkennen ist: Die meisten Mädels sind

Katois oder Ladyboys, wie man Transsexuelle in

Thailand nennt.

Von der Anschafferin zur Aufklärerin

May ist eine Katoi. Auch sie hat angeschafft.

Jetzt arbeitet die 26-Jährige für die Transsexuellenorganisation

Sisters, die sich der Aids-Aufklärung

ihrer «Schwestern» verschrieben hat.

Mit der Unterstützung der Gesundheitsorganisation

Population Services International (PSI)

betreibt Sisters ein Zentrum in Pattaya, in dem

Katois zu Gesundheitsfragen sowie bei rechtlichen

oder sozialen Problemen Hilfe finden oder

sich auf HIV testen lassen können.

Bis zu 50 Prozent der geschätzten 9.5 Millionen

Transsexuellen Asiens sind HIV-positiv. Fehlende

Aufklärungsprojekte, schlechter Zugang zu

Gesundheitsdiensten und Aids-Medikamenten

sowie ein durch Diskriminierung und Ausgrenzung

bedingter riskanter Lebensstil hat die HIV-

Infektionszahlen unter Asiens Transsexuellen

auf einen «kritischen Level» getrieben, warnt

das UN Development Program in einer im Mai

dieses Jahres veröffentlichten Studie.

Die Studie enthält aber auch eine gute Nachricht.

Asiens Transsexuelle werden selbstbewusster,

gründen – oft mit Hilfe internationaler

Nichtregierungsorganisationen – Selbsthilfegruppen

und Interessenvertretungen wie die

Sisters im Sextourismus-Hotspot Pattaya.

May ist Mitglied der Outreach-Gruppe, die vor

Ort in den Bars und auf dem Strich die Katois

anspricht und über Aids aufklärt. «Wir sehen

jede Nacht neue Gesichter. Sie kommen aus ganz

Thailand, aber auch aus Laos und Kambodscha.

Manche arbeiten hier nur während der Hauptsaison,

andere sind das ganze Jahr hier», weiss

26-Jährige, die selbst vor sieben Jahren auf der

Suche nach einem Verdienst aus Kambodscha

nach Pattaya gekommen ist.

R & R als Anfang des Sextourismus

Pattaya hat kein Rotlichtviertel. Pattaya ist

ein Rotlichtviertel. Am Anfang von Pattaya als

Sextouristen-Destination standen zwei Buchstaben:

R & R, Rest & Recreation, etwa «Entspannung

& Erholung» als Fronturlaub für die

US-Soldaten im Vietnamkrieg. Bei Sex, Bier und

Rock’n Roll konnten sich die GIs austoben, Krieg

und Tod für ein paar Tage vergessen.

Nach Ende des Vietnamkriegs 1975 begannen,

statt der amerikanischen B 52 die Bumsbomber

aus Europa zu landen, voll mit lüsternen

Herren aus Deutschland, der Schweiz oder

Skandinavien. Manche dieser Männer kommen

nur zum Urlaub, andere bilden jene gewaltige

Armee der Single-Senioren aus Gerolstein

und Göteborg, Birmingham und Berlin,

die in Pattaya ihren bumsfidelen Ruhestand

geniessen.

Immer noch das gute Geschäft

Die meisten Moneyboys und Ladyboys kommen

aus dem Isan, dem armen Nordosten Thailands.

Sie kennen die Wünsche der Freier. Pum, ein

Bargirl aus Nong Khai, hält ein selbstgemaltes

Schild hoch: «Welcome Big Dick.» Die 26-Jährige

lacht sich darüber tot. «Mir ist das egal, ob

der Schwanz gross oder klein ist. Aber wenn

der Freier glaubt, dass ich sein Ding gross finde,

zahlt er besser.»

Allerdings sitzt den Freiern das Geld durch Eurokrise

und schlechte Wechselkurse nicht mehr

so locker. «Ich komme jedes Jahr nach Pattaya»,

erzählt ein Klaus, der seinen richtigen Namen

nicht nennen mag. Der 52-jährige Niederrheiner

sagt: «Die Mädels hier sind einfach süss und

nicht so kompliziert wie die deutschen Frauen.

Früher konnte ich allerdings jeden Tag ausgehen,

jetzt aber nur noch zwei- oder dreimal in

der Woche.»

Somsak «Maew» Thongbot ist nach zwei Jahrzehnten

aus dem Rotlichtleben ausgestiegen.

«Ich war gut. Aber es hat mir nicht gefallen.

Man hatte mit vielen Männern Sex, aber keinen

für die Liebe. Ich habe dann mein Leben umgekrempelt

und Public Health studiert, um hier

in Pattaya HIV-Patienten und Katois zu helfen»,

sagt die Leiterin des Sisters-Zentrums.

Diskriminierung auch in Pattaya

Ausgrenzung, Diskriminierung und Polizeiwillkür

sind Alltag für Katois in Thailand, auch

im Sündenbabel Pattaya. Maew findet das ungerecht

und wünscht sich mehr Anerkennung.

«Die Katois tragen doch zur Volkswirtschaft

bei. Was wäre der Thailand Tourismus ohne die

vielen Ladyboy-Shows und die Katois als Sexworker?

Die Ausländer kommen doch nicht wegen

Sonne und Strand, sondern wegen Sex hierher

nach Pattaya.»

Sisters wird seit vielen Jahren von PSI unterstützt.

Das ist ein Glücksfall. Zwar sind in vielen

asiatischen Ländern die Zahlen neuer HIV-Infektionen

rückläufig, aber sie steigen unter sexuellen

Minderheiten, weil es wegen allerlei politischen

und religiösen Tabus nicht genügend

Mittel für Aufklärungsprojekte für Schwule

und Transsexuelle gibt.

Die Katois auf der Walking Street plaudern gerne

mit den Sisters. Aber der Job geht vor. Wanida

unterhält sich mit May, als plötzlich ein dünner

Araber auftaucht, die Frau im knallengen

blauen, Fummel am Arm packt und wortlos

mit sich zieht. Vielleicht ist er ein Stammfreier,

vielleicht ein Mann ohne Worte. May kann

ihr gerade noch verstohlen ein Kondom in die

Hand drücken.

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CRUISER Edition September 2012

Lifestyle

HOT 4 YOU!

1Fan de Fendi

Ein neuer und elektrisierender Duft hat das italienische Luxuslabel Fendi lanciert.

Fan de Fendi pour Homme ist ein eleganter und moderner Duft, der perfekt zum

heutigen Dandy passt. Eine vollkommene Kombination aus Frische, aromatischen

Hölzern und betörenden Ledernoten. Marc Ronson, der Topseller der Musikwelt

und eine Fashion-Ikone ist der neue Fan-de-Fendi-Botschafter. Mit Sicherheit einer

der spektakulärsten Düfte der Saison, inkl. italienischem Charme und Sexappeal!


Der Duft ist ab Mitte September exklusiv in den Marionnaud Parfümerien ab

CHF 83.70 50ml erhältlich

2perfekte Bilder

Jawohl, man glaubt es kaum, aber das hier ist tatsächlich eine Kamera.

Aber nicht irgendeine, sondern das Meisterwerk des US Labels Lytro. Die

Lytro-Kamera funktioniert anders als normale Digitalkameras, denn

hier werden die Bilder über sogenannte Lichtfelder gespeichert. Wenn

man also ein unscharfes Bild geschossen hat, kann man es nachträglich

scharf stellen. Auf der Rückseite befindet sich ein kleiner Touchscreen

und vorne am Gehäuse sitzt die grosse Objektivlinse, die über ein

8-faches Zoom verfügt. Am Anfang ist diese Neuheit sehr gewöhnungsbedürftig

und erfordert einiges an Geduld und Geschick. Leider funktioniert

die notwendige Software derzeit nur mit Mac-Rechnern, trotzdem

ein Muss für alle, die auf die neusten Gadgets abfahren!

Die bunten Dinger sind ab sofort um die CHF 500.– bei Digitec zu kaufen.

Weitere Infos unter: www.lytro.com, www.digitec.ch

3exzentrischer Duft

Mit dem neuen Duft «To be the Illusionist» hat das bekannte Trendlabel Police einen coolen

und starken Duft für selbstbewusste und exzentrische Männer geschaffen. Neben kalabrischer

Bergamotte, Efeublättern und Salbei, dominieren vor allem Moos, Moschus und edles

Kaschmirholz dieses verführerische Eau de Toilette und garantieren so einen unnachahmlich

starken Auftritt. Besonders das Design des Flacons – der glänzende, in Stahl gekleidete

Totenkopf – zeigt den raffinierten Aspekt dieses neuen Duftes. Neben dem Eau de Toilette gibt

es auch ein erfrischendes Shower Gel und ein Deostick. Wann wirst du zum Illusionisten?

Ab sofort im Fachhandel, um die CHF 40.– 75ml erhältlich.

4Blow Dry Bar

Am 30. August fand in Zürich die Eröffnung der ersten Blow Dry Bar der Schweiz

statt. Nach New York, London und Berlin kann man sich also auch bei uns ohne

Voranmeldung kurz vor einem Galaabend oder einer rauschenden Party die

Haare stylen lassen. Aber Achtung, das Konzept von Blow Dry ist so simpel wie

genial. Denn hier kann man sich weder die Haare schneiden noch färben lassen,

hier wird der Friseur nur kurz ein Refreshing verpasst. Immer noch keine Ahnung

wie es funktioniert? Kein Problem, einfach ein Mail an vip@blowdry.ch senden,

CR und die Blowdry Bar verlosen 3 Gutscheine zum Testen! Viel Glück!

Blowdry by eleven, Talacker 41, 8001 Zürich, www.blowdry.ch

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Unternehmen CRUISER Edition September 2012

Renos Relax

Sauna

Die Sauna hat sich zum

15-jährigen Jubiläum

eine umfassende Renovation

gegönnt.

Von Martin Ender

Es ist eine ungewöhnliche Geschichte,

wie Dominic Bachl

vor gut 15 Jahren zur Sauna

Renos Relax kam. Als einer,

der in jungen Jahren mit Sex

Geld verdiente, weiss er haargenau,

was Männer mögen,

und dass sie nicht nur zum

Schwitzen in die Sauna kommen.

Unterschiedlich ausgestattete

Spiel-Ecken und -Zimmer

gehören zum Inventar.

Renos Relax wurde 1993 eröffnet. Da gab es einen

«Herrn Doktor», wie Dominic ihn nennt,

der hatte einen Partner und ausserdem noch

einen jungen Liebhaber. Dem Liebhaber wollte

er zu einem Job verhelfen. Also richtete er kurzerhand

eine Sauna ein, taufte sie Renos Relax

und übergab dem Liebhaber die Geschäftsleitung.

Der aber war schon nach drei Monaten

wieder weg, da er sich sein Leben angenehmer

vorgestellt hatte. Nun sass der Herr Doktor auf

einer Sauna. Vorübergehend leitete er sie selber,

später setzte er einen Pächter ein, wurde damit

aber auch nicht glücklich.

In dieser Zeit verkehrte Dominic oft im Renos.

Er kam mit seinen Männern her, denen er als

junger, gut aussehender Mann zu Diensten war.

Da erfuhr er, dass die Sauna zu kaufen sei. Und

er griff zu.

Wer nun glaubt, dass die Sauna deshalb eine

Stricher-Sauna geworden ist, liegt völlig falsch.

«Wir haben eine ähnliche Klientel wie die nahe

gelegene Sauna Moustache. Wir dulden keine

Männer, die an der Theke auf Herren warten

und sie anbaggern, weil sich unsere Kundschaft

dadurch belästigt fühlen würde. Wenn der

Mann und der Junge zusammen kommen ist

das ok», sagt der ehemalige Anschaffer.

Dominics Vergangenheit ist sein grosses Plus. Er

kennt sich aus, wenn es um Lustbereitung geht. So

hat er denn auch beim Umbau der Sauna einiges

neu gemacht, was zum Spielen verleitet und vieles

erleichtert. Der Empfang wurde verkleinert, dafür

das Dampfbad vergrössert, das recht verwinkelt

und abgedunkelt ist. Stolz zeigt Dominic einige

Details wie die Analdusche, Gitterstäbe, viele

Trennwände mit Schlitzen und Löchern oder den

Fickbock, um «bequem genagelt» zu werden, wie

er sich ausdrückt. Es ist eine fest installierte Liege,

die man mit dem zur Verfügung stehenden Desinfektionsmittel

abspritzen kann. Auf Sauberkeit

wird Wert gelegt. Zwei neue zusätzliche Duschen

mit Regenbrausen sind auch da. Dennoch wurde

auch die Nasszelle nicht unnötig gross gehalten.

Dominic will lieber mehr Fläche für Ruheräume

und Kabinen, die eingerichtet sind für die verschiedenen

Spiele. Da gibt’s z.B. einen Bumsbock,

zwei Slings oder einen Gynostuhl.

Renos Relax ist eine Sauna für Schwule. Aber

nicht nur. Dienstags und freitags ist sie offen

für ein gemischtes Publikum. Und das hat sich

bewährt. «An diesen Tagen ist die Atmosphäre

recht offen und es herrscht einfach eine andere

Stimmung als an den reinen Gay-Tagen. Es ist

für gewisse Gays eine Herausforderung, mal einen

Heti rumzukriegen. Und ein Heti lässt sich–

wenn aus seiner Sicht nichts los ist – auch mal

von einem Gay verführen. Die Konstellationen,

die sich da ergeben, sind oft recht witzig – bis

hin zum reinen Schwulen der mal bei einem

Paar Voyeur sein kann», so Dominic. Als Gründe,

warum man seine Sauna besuchen soll, nennt

er: «warme Ambiance, freundlicher Staff, Sauberkeit,

sehr durchmischtes Publikum und ein

cooler Sound».

Neue Öffnungszeiten

Ab September 2012 öffnet die Renos Relax Sauna

sonntags jeweils zwei Stunden früher als bisher,

nämlich bereits um 12.00 Uhr

Spezialpreise:

Teenies bis 20 Jahre zahlen Fr. 15.–

Youngsters bis 25 Jahre nur Fr. 22.–

Studenten Fr. 25.–

Weekend Card Fr, Sa, So für nur 65.–

Jubiläumangebot

Zum Jubiläum gibt es im September und Oktober

günstigere Preise:

Sonntags: Wer zwischen 12.00 und 14.00

kommt, bezahlt nur Fr. 20.–.

Freitags und samstags: Nachtsauna ab 23.00

Uhr Fr. 25.–

Mehr Infos unter: www.renosrelax.ch

Renos Relax, Kernstrasse 57, 8004 Zürich

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Gesundheit CRUISER Edition September 2012

Pia

Sparen mit einem

hohen Selbstbehalt

ist fragwürdig.

Es gibt ja immer wieder diese Momente, wo man

quasi aus Versehen etwas lernen kann. Wenn

man zum Beispiel mit 40 Jahren in der Badi wieder

mal aufs 10-Meter-Brett steigt und erstaunt

feststellt, dass sich eine Höhe von 10 Metern

total verändern kann im Lauf der Jahre. Mit 20

war der 10-Meter-Sprungturm 10 Meter hoch.

Mit 40 ist er ungefähr 70 Meter hoch und unten

wartet entweder der Tod oder eine schwere Körperverletzung

– egal, welches Körperteil zuerst

auf dem betonharten Wasserspiegel aufschlägt.

Erstaunlich. Denselben Effekt stellt man übrigens

fest, wenn man aufs 5-Meter-Brett hinunter

steigt: grausam hoch.

War das immer so hoch? Vielleicht sind die

Mass-Einheiten auch Kursschwankungen unterworfen?

Weil man selten in der Badi ganz

alleine ist, verbietet sich aus Gründen der sozialen

Kontrolle ein weiterer Abstieg zum 3-Meter-

Brett oder der Vernunftentscheid, den Scheiss

gleich ganz bleiben zu lassen – wodurch der

Satz «l’enfer c’est les autres» wieder eine neue

Aktualität gewinnt.

Nur so viel: Auch vom 5-Meter brennen die Fusssohlen,

wenn man vergisst, die Zehen zu strecken.

Und: Ich kenne angenehmere Möglichkeiten,

zu einer rektalen Spülung zu kommen.

Nun gut. Sommer ist ja immer auch die Jahreszeit

sich einbrennender Erinnerungen, die einen

ein Leben lang begleiten. Zum Glück gab‘s

an der Streetparade ausreichend Gelegenheit,

Trost im Vergessen zu finden. Mein neues Loretta-

Lynn-Styling trug massgebend zu sommerlichem

Frohsinn bei, aber andere waren auch

recht hübsch.

Apropos «neues Styling»: Jeder weiss es, nach

der Streetparade kommt das Theaterspektakel

und nach dem Theaterspektakel kommt die

Zeit, wo man sich gerade noch schnell entscheiden

kann, ob man seine Krankenversicherung

neu stylen sollte. Das ist der natürliche Lauf des

Jahres, und bevor die Frist am 30. November abläuft,

möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch

etwas Wichtiges ans Männerherz zu legen.

Es gibt ja Möglichkeiten, Geld zu sparen, die

sind ganz einfach und liegen auf der Hand. Zum

Beispiel Prix-Garantie-Camembert kaufen und

merken, dass er genauso gut schmeckt wie seine

exaltierten französischen Kollegen im Goldpapierli.

Und dann gibt es Dinge, die sind ein

bisschen komplexer und der Benefit erschliesst

sich einem erst zwei Minuten später.

Männer, die Überlegung, Krankenkassenprämien

zu sparen, indem ihr die Franchise (den

Selbstbehalt) auf 2500 setzt, ist zwar naheliegend,

und ich weiss schon, wie die Endorphine

einschiessen, wenn man zum ersten Mal eine

Prämienrechnung für Fr. 100.– im Monat bekommt.

Freiheit! Allerdings lässt sich ein sexuell

aktiver Mann bei Verstand einmal im Jahr

auf die «Big 5» (Tripper, Syphilis, HIV, Hepatitis

und Chlamydien) testen, kostet Fr 400.–.

Vielleicht kommt noch irgendwann eine Pilzinfektion

dazu, oder eine Grippe. Ein PEP (Post-

Expositions-Prophylaxe) nach einer Risikosituation

schlägt mit etwa Fr. 2 500.– zu Buche. Mit

einem hohen Selbstbehalt zahlt ihr das meiste

selber. Und weil ich ja weiss, dass einen dann

der Stutz reut, ist mir schon klar, dass einer mit

einer hohen Franchise die medizinischen Kosten

natürlich klein halten will. Sonst geht der

Bargain ja nicht auf. Also geht Mann dann so

selten wie möglich zum Arzt.

Ein solches Tun kann ich als Hygiene- und Präventionsfachfrau

nicht akzeptieren. Es ist auch

einfach nicht mehr zeitgemäss. Etwa wie in den

Jeans skifahren. Wer sexuell aktiv ist, sollte sich

keinen Selbstbehalt von Fr. 2 500.– leisten: Bis

zum 30. November könnt ihr bei der Krankenkasse

die Franchise ändern lassen. Ich empfehle

den Selbstbehalt von Fr. 300.–. Mit dem Geld,

das Ihr damit spart, dürft Ihr mich im 2013 zu

einem Eierlikör einladen, wann immer ich am

Tresen auftauche.

Pröschtli und eine gute Zeit!

Eure Pia

Checkpoint

Zürich

Neue Öffnungszeiten

– neue Angebote

Um die medizinische Versorgung von schwulen,

bisexuellen Männern und Trans menschen

zu verbessern, erweitert Checkpoint Zürich ab

September die Öffnungszeiten. Nun stellt er

seine Dienstleistungen von Sonntag bis Freitag

zur Verfügung.

Neue Öffnungszeiten:

Sonntag: 16.00 Uhr – 20.00 Uhr

Montag: 14.00 Uhr – 20.00 Uhr

Dienstag: 9.00 Uhr – 17.00 Uhr

Mittwoch: 12.00 Uhr – 20.00 Uhr

Donnerstag: 9.00 Uhr – 17.00 Uhr

Freitag: 12.00 Uhr – 20.00 Uhr

Der Besuch ist mit oder ohne Voranmeldung

möglich. Voranmeldung: Telefon: 044 455 59 10

Neue Angebote:

Queer-KISS

Drogen, ob legale oder illegale, sind in der

schwulen Szene allgegenwärtig. Ob in Bars, Saunas,

auf Sexparties oder in Diskotheken – Alkohol

gibt es mindestens überall.

Drogen sind in vielen Fällen und für viele Männer

selbstverständlicher Bestanteil einer ge-

lungen Party, eines entspannten Abends oder

eines geilen Sexdates. Einige Männer haben

damit überhaupt keine Probleme, bei anderen

kann der Konsum zu schweren sozialen,

psychischen, körperlichen oder finanziellen

Schwierigkeiten führen. Queer-KISS ist ein

Gruppenangebot für Männer, welche ihren

Konsum überdenken, halten oder vielleicht

einschränken möchten. Das Angebot startet

im Oktober – jetzt anmelden.

Checkpoint goes China

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist

eine ganzheitliche Naturheilkunde, die auf Erfahrungen

von Jahrtausenden basiert.

TCM eignet sich zur Behandlung von Schlafstörungen,

Depressionen, Angstgefühlen,

Verdauungsstörungen, Suchtproblemen, Nebenwirkungen

einer HIV-Therapie oder bei

Errektionsschwierigkeiten. Verschiedenen

Verfahren wie Akupunktur, Schröpfen, Wärmetherapie

oder Heilkräuter werden angewendet.

Ab September werden diese Verfahren von

einem ausgebildetem TCM-Arzt angeboten.

Interesse: www.checkpoint-zh.ch

40


CRUISER Edition September 2012

Gesundheit

Geschlechteridentität

Hallo Dr. Gay

Ich bin Christian. Also eigentlich bin ich ein Mädchen, aber ich fühle

mich wie ein Junge. Ich weiss auch nicht. Meinen Eltern habe ich es schon

gesagt. Bin ich jetzt schwul, weil ich mich als Mann sehe? Ich schaue mir

auch gerne schwule Spielfilme an, aber keine Pornos. Ich weiss echt nicht,

was ich tun soll. Kannst du mir helfen?

Christian, 17 Jahre

Haarige Sache

Hallo Dr. Gay

Ich bin 16 Jahre alt und sehr behaart. Zurzeit bekomme ich richtig stark

Brusthaare. Ist das in meinem Alter normal? Ich schäme mich für meine

Körperbehaarung. Auch mein Intimbereich ist sehr behaart. Wie kann ich

mir die Haare am besten entfernen? Gibt es einen Tipp?

Giuseppe, 16 Jahre

Hallo Christian

Menschen, die sich als Junge in einem Mädchenkörper fühlen oder umgekehrt,

nennt man Transmenschen. Der Überbegriff dazu heisst Transgender.

Mit Schwulsein oder generell sexueller Orientierung hat das nichts

zu tun. Ein Transmensch kann genauso lesbisch, schwul, bi- oder heterosexuell

sein wie jeder andere auch. Die Schweizer Organisation von und

für Transmenschen nennt sich Transgender

Network Switzerland (TGNS) und wurde 2010

ins Leben gerufen. Weitere Informationen, Hilfe,

Beratung und vieles mehr findest du hier:

www.transgender-network.ch

Vor kurzem hat im Gesundheitszentrum Checkpoint

in Zürich die erste Fachstelle für Transmenschen

in der Deutschschweiz ihre Türen

geöffnet. Die persönliche Beratung ohne Voranmeldung

gibt es an jedem zweiten Donnerstag

des Monats zwischen 18 und 21 Uhr im Checkpoint Zürich, Konradstrasse 1

in 8005 Zürich (gleich beim Hauptbahnhof). Termine für eine Beratung

ausserhalb dieser Zeiten können per e-Mail über fachstelle-zh@transgender-network.ch

vereinbart werden. Das Angebot wurde vom Checkpoint

Zürich in Zusammenarbeit mit dem Verein Transgender Network Switzerland

(TGNS) geschaffen.

Alles Gute, Dr Gay

Hallo Giuseppe

Eines vorweg: Für deine Körperbehaarung brauchst du dich nicht zu

schämen! Männer können nun mal stark behaart sein, das ist ganz normal.

Zudem stehen viele auf stark behaarte Partner. Oft wünschen sich

Männer mit wenig oder keiner Behaarung sogar, behaarter zu sein. Einige

Männer stehen zu ihrer Behaarung, andere wiederum stutzen die Haare

je nach Vorlieben mit einem

Barttrimmer oder

rasieren sie mit Rasierschaum

und Rasierklinge

ganz weg. Aber Vorsicht:

Du kannst dich

damit verletzen. Von

Enthaarungscremes

würde ich dir eher abraten,

weil es je nach

Hauttyp zu Hautirritationen kommen kann. Wenn du dich trotzdem für

eine Creme entscheidest, probiere sie zuerst an einer kleinen Hautstelle

aus, halte dich strikt an die Gebrauchsanweisung und verhindere den

Kontakt mit den Schleimhäuten. Ob du deine Körperhaare nun stutzt,

rasierst oder einfach dazu stehst. Ein Grund, dich zu schämen, sind sie

jedenfalls nicht.

Alles Gute, Dr. Gay

Anzeige

41


Agenda CRUISER Edition September 2012

FR 31. August

Luzern

22.00 Frigay Night: happy sound for happy

people@The Loft Haldenstr. 21. Mykonos

Special Edition. DJs Whiteside & C-Side.

Boys ab 18 und Girls ab 21 Jahre.

Winterthur

19.00 G O !:GayOstschweiz hat ein Festzelt mit

60 Sitzplätzen mit Getränken und Speisen

und Musik ab CD am Dorffest «Seemer

Dorfet 2012», Stand 118, Buslinie 2 ab Bahnhof

Richtung Seen bis Hinterdorf Seen

Zürich

20.00 Queertango Queer: Milonga für Schwule,

Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos

Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23

Heute mit Cocktails. Tomás mixt für dich

die coolsten Drinks

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14.

Uncut Friday. DJ Gaetano mit Vocal-, 90ties

und Deep House

22.00 Lollipop Party mit 3 Tanzpisten! Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118. Infos www.lollipopparty.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Erection.

Cruise Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Pop on Top.

DJ Marc S. Bumpin Charts &T Delicious RnB

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 70er/80er Party

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Erection. Full fetish

Anzeige

September 2012

SA 01. Sept.

Bern

21.00 A n k la ng: Opus Gay ganz undogmatisch,

bis das Firmament hell erleuchte! DJs

Playlove, Xylophee & Sybille Jeans. Im

Frauenraum der Reitschule. Fr. 16.-

Thurgau

19.30 HOT: Spezialanlass im HOT, Wilerstrasse

5, 9545 Wängi Schlagerparty 2012. DJ, Bar

mit tollen Drinks und Snacks. Komm in

deinem Schlageroutfit.

Winterthur

10.00 G O !:GayOstschweiz hat ein Festzelt mit

60 Sitzplätzen mit Getränken und Speisen

und Musik ab CD am Dorffest «Seemer

Dorfet 2012», Stand 118, Buslinie 2 ab Bahnhof

Richtung Seen bis Hinterdorf Seen

Zürich

21.30 AAAH!: und T&M Disco Marktgasse 14. 2

Dancefloors, Live DJs. Infos auf

www.facebook.com/t&m.club. Gratiseintritt

bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Cum,

Cruise & enjoy

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Gangbang. Heute kein Dresscode

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty

SO 02. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Roj.r - Alles

in Deutsch

Winterthur

11.00 G O ! é:GayOstschweiz hat ein Festzelt mit

60 Sitzplätzen mit Getränken und Speisen

und Musik ab CD am Dorffest «Seemer

Dorfet 2012», Stand 118, Buslinie 2 ab Bahnhof

Richtung Seen bis Hinterdorf Seen

Zürich

19.00 Tanzleila@Exil: Party von Frauen für Frauen.

Ab 19h Standard, ab 21h DJ Elif Erisik (Pop),

ab 23h DJ Miss Brownsugar (Urban Groove)

20.00 Sprit Bar: - Erfrischend anders auf der

Innenhof-Terrasse Talacker 34. Nur bei

schönem Wetter. Infos www.spritbar.ch

oder über Newsletter

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Technoparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end, Gartiseintritt

MO 03. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y, Gratiseintritt

DI 04. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Dance, Game &

Cruise. Gratiseintritt

Dr. med. dent.

Martin Lehner

Limmattalstrasse 25

8049 Zürich

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CRUISER Edition September 2012

MI 05. Sept.

Bern

18.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse

11. Essen und Kultur. Treffpunkt für das

translesbischwule Bern. Apéro Bar. Abendessen

ab 19.30h

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

DJ Garçon Sauvage

21.00 Petra lässt die Korken knallen: Petra aus

dem Pigalle wird 45. Grosse feucht-fröhliches

Geburtstagsfest mit Show um 22h.

T&M & Pigalle, Marktgasse 14. Alle sind

eingeladen. Gratiseintritt

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

(nur Schuhe)

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Live DJ. Gratiseintritt

DO 06. Sept.

Winterthur

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im

Lokal Badgasse 8

Zürich

19.00 Bi-Treffpunkt: offener Treff für bisexuelle

Männer und Frauen 19h Treff im Café Rathaus,

Limmatquai 61 zum Apéro, dann ab

20.15h im HAZ-Centro, Sihlquai 67 zu geleiteten

Gesprächen zum Thema Bi-Sexualität

und Polyamory

20.00 Sector c; Fetish Club: Wagistrasse 13,

Schlieren. Mega Nackt-Party

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Technoparty

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Gratiseintritt

FR 07. Sept.

Zürich

20.00 Gay Bikers Zürich: Höck im Restaurant

Marion, Mühlegasse 22

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation,

Live DJ. Infos www.facebook.com/t&m.club.

Gratiseintritt bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren bad

boyz friday

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Infos auf www.facebook.com/t&m.club

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Sportswear &

Sneakers

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB. Sportswear only

SA 08. Sept.

Aarau

08.00 Aa rglo s: Lesbengruppe Ganztägige Wanderung.

Details folgen nach Anmeldung bei

pkamer@hotmail.com. Ersatzdatum bei

schlechtem Wetter ist der 15.9.

Basel

23.00 QueerPlanet Party: The hot house & electro

house party for gays, lesbians and friends.

DJs Taylor Cruz & Tonträger. Im Singerhaus,

Marktplatz 34. Infos www.queerplanet.ch

Bern

20.30 TanzBar im Frauenraum der Reitschule:

Das ultimative Tanzerlebnis in einem heterofriendly

Ambiente für Gays & Lesbians

mit DJ Zardas. 20.30h - 22.30h Standardund

Lateinmusik. 22.30h - 02.00h:

Discotime. Dazwischen 23.30h - 00.30h

Special-Set Motto Bella Italia.

Luzern

22.30 United - Vol. 3: Gay, Lesbian & Friends

Party. Mainfloor: DJs Loyce & Peeza. Diva

Floor: DJs Groovemaster & Dynam!ke. Tunnel

Club, Inseliquai 12c, direkt hinter dem

Hauptbahnhof. Eintritt Fr. 20.–

Winterthur

17.00 WILSCH: Winterthurer Lesben und Schwule

We are family! Essen, Geniesserabend

für die LesBiSchwule Community im Lokal

Badgasse 8 Anmeldung über

www.badgasse8.ch

20.00 Gay Revolution: Gay, Lesbian & Friends

Party mit DJs Micky Friedmann, Ajaxx, Pravos,

+db-, Pink Lady Deejay & Luce Le Grand.

Dragqueen Jazzmin Dian More & TänzerInnen.

Garden Club, Archstrasse 8. Fr. 25.–.

Mit einem roten Kleidungsstück gibt es ein

Welcome-Cüpli

Zürich

08.00 LMZ: der Schwule Schweizer Motorradclub

Wochentour nach Südfrankreich bis 15.9.

Villa Jaume in Argelès-Plage. Genaue Infos

und Anmeldung www.lmz.ch

10.00 HAZ Outdoor: Zweitägige Bergwanderung

Garzonera. Mit Zug bis Airolo. Dann zu Fuss

nach Nante über Alpe di Ravina zum Rifugio

Garzonera. Am 2. Tag über Alpe di Rato, Lago

di Cara, Valle dei Cani zum Lago Tremoro

zurück nach Airolo. Genaue Infos & Anmeldung

über www.haz.ch/outdoor/aktuell

19.00 come together: Lesbian & Gay Party 30+. Ab

19h Kulturbar; Cha Cha Cha-Crashkurs mit

time2dance. Ab 21h Party mit DJ Matteo.

Marquee Club, Weinbergstrasse 68 (Tram

7 & 15, N6, Sonneggstrasse). Infos www.

party4lesandgay.ch

21.30 AAAH!: und T&M Disco Marktgasse 14. 2

Dancefloors, Live DJs. Infos auf

www.facebook.com/t&m.club. Gratiseintritt

bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren cruising

unlimited

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Open sector. Heute kein Dresscode

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Disco-Party

SO 09. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ High Heels

on Speed - Disco Cruise

Zürich

14.00 EntreNous: Sunday Tea Dance Treff für

tanzbegeisterte Lesben und Schwule zu

Standard- und lateinamerikanischen Tänzen

oder einfach zum plaudern.

Club Silbando (Swisscom Gebäude),

Förrlibuckstr. 62

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end,

Gartiseintritt

MO 10. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. MondAAAH!y,

Gratiseintritt

DI 11. Sept.

Bern

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «Männer zum Knutschen», D

2012, Digital 84 Min. D/E/d. Bar ab 20h, Film

um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Agenda

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Dance, Game &

Cruise. Gratiseintritt

MI 12. Sept.

Bern

18.30 3gang in der Villa Stucki:

Seftigenstrasse 11. Essen und Kultur.

Treffpunkt für das translesbischwule Bern.

Apéro Bar. Abendessen ab 19.30h

Winterthur

19.30 Badgasse 8: Lesbenbar

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ

Team The Dramaqueens. Partytunes, Disco

und Indiedance

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

(freiwillig)

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Live DJ. Gratiseintritt

DO 13. Sept.

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Underwear &

oben ohne

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Live DJ. Gratiseintritt

FR 14. Sept.

Ganze Schweiz

17.00 Les lacets roses: Wanderwochenende bis

16.9. im Kanton Uri. Infos & Anmeldung

www.lacetsroses.ch

Zürich

19.30 H A Z - C ent ro: Sihlquai 67. Freitags-Centro

mit speziellem kulinarischem Angebot

präsentiert von Dänu, Zäsi & Marco

20.00 gay: my way: Schwule Männer im

Coming-out Treff im HAZ-Centro, Sihlquai 67.

Coming-out Gespräche in Kleingruppen

20.00 LMZ - der Schwule Schweizer Motorradclub:

Stamm im Restaurant Moléson,

Grüngasse 7, 8004 Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation,

Live DJ. Infos www.facebook.com/t&m.club.

Gratiseintritt bis 22.30h

22.00 Lollipop Party mit 3 Tanzpisten!: Lollipop

Floor: Schlager, Schweizerhits, Mallorca,

Klassiker & Canzoni; Wannabe Floor:

80er/90er Party Hits; Après Suisse Floor:

Die grössten Pistenheuler und Hitparaden

Knaller. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118. Infos www.lollipopparty.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren cum,

cruise & enjoy

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Infos auf www.facebook.com/t&m.club

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Underwear, Jocks, nacked

SA 15. Sept.

Winterthur

21.00 WILSCH-tanze Ü18 Party: für LesBiGay &

Friends. DJs SBajra & Surprise DJ. Lightfire,

Harzachstr. 2, 8404 Winterthur (Fussweg

vom Bahnhof Seen, Gratisparkplätze)

Zürich

21.30 AAAH!: und T&M Disco Marktgasse 14. 2

Dancefloors, Live DJs. Infos auf www.facebook.com/t&m.club.

Gratiseintritt bis 22.30h

43


Agenda CRUISER Edition September 2012

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren cruising

unlimited

23.00 Jack Party: Be proud, we are

DJs Sammy Jo aus New York - Scissor Sisters

Tour DJ, Juiceppe & Angel O.

Kaufleuten, Festsaal, Pelikanplatz.

Infos www.jackcompany.com

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Ultraleather

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

Neumond-Party

SO 16. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Superhomo

- Oldschool Electro, Pop, Rock

Lausanne

22.00 Jungle: the gay party Level 00:

DJs Antoine909, Peyton und Special Guest

Star DJ Marco Da Silva. Hot & sexy Gaydar

Gogo-Boys. Level +01: Mezzanine VIP table

overlooking dance floor. Level +02: 20h

Abendessen mit den Künstlern im Bedroom

Club-Restaurant Res. 078 736 05 02 Fr. 69.–

inkl. Partyeintritt. Le Bedroom late cocktail

bar ab 23h mit DJ Ajaxx. Level +03: Nivea for

men Lounge mit DJ Juiceppe. Im MAD Club,

rue de Genève 23. Fr. 25.– im Vorverkauf,

Abendkasse Fr. 30.–. Infos www.gay-party.

net

Zürich

04.00 Celestial late afterhours@Aaah!: Marktgasse

14. DJs Thomi B & May Chay. Explizit

schwule Afterhour nach der Jack Party. Progressive

Goa. Specials, Darkroom, Fumoir.

Naked cocks & gay sex welcome - to make

you smile! Koproduktion von androphil.ch,

celestial.ch und Aaah.ch sowie gaymeboys.

com. Eintritt welcher schon vorher im

Aaah! gelöst wurde sowie Member-Eintritte

bleiben auch für die Afterhour gültig

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

Bartmänner-Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end,

Gartiseintritt

MO 17. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y, Gratiseintritt

DI 18. Sept.

Aarau

20.00 Aa rglo s: Lesbengruppe Treff Pizza essen.

Details folgen nach Anmeldung bis 4.9. bei

pkamer@hotmail.com

Bern

20.00 Uncut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «Joe & Belle», Israel 2011, digital

80 Min., Hebräisch/d. Bar ab 20h, Film

um 20.30h. Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Dance,

Game & Cruise. Gratiseintritt

MI 19. Sept.

Bern

18.30 3gang in der Villa Stucki: Seftigenstrasse

11. Essen und Kultur. Treffpunkt für das

translesbischwule Bern. (Herbstferien

26.9. & 3.10.) Apéro Bar. Abendessen ab

19.30h. Zudem Jassabend

Zürich

19.30 Geschlecht, was ist das überhaupt?:

homo-sapiens und TGNS (Transgender

Network Switzerland) präsentieren eine

Podiumsdiskussion. Mit Eveline Yv Nay,

Niklaus Flütsch, Martina Flütsch, Sivliva

Müri, Martina Fritschy, Martina Buchen.

Moderation Bettina Dyttrich (WOZ). Zentrum

Karl der Grosse, Kirchgasse 14.

Infos über weare.homo-sapiens.ch

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240

DJ siehe www.heldenbar.ch

20.30 Circus ohlala - der zweite Akt!:

Spezial LGBT-Vorstellung im Air Force Center

Dübendorf. Infos www.circusohlala.ch.

Weitere Vorstellungen bis 21.10. siehe ebenfalls

unter der Webseite

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

(nur Schuhe)

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Gratiseintritt

DO 20. Sept.

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Gratiseintritt

FR 21. Sept.

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation,

Live DJ. Infos www.facebook.com/t&m.club.

Gratiseintritt bis 22.30h

22.00 Offstream - The alternative Gay Party:

im Club Pfingstweide, Pfingstweidstr. 12.

Offstream DJ Crew. Infos www.offstream.ch

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Kick-off!

Nasty Sports Lads

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Infos auf www.facebook.com/t&m.club

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Technoparty

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Kick-off! Sports & Sneaks only

SA 22. Sept.

Bern

22.00 ISC Club: Neubrückstr. 10. Tolerdance für

Schwule, Lesben und FreundInnen 20 Jahre

Tolerdance! Jubiläumsparty mit DJs Ludwig,

PCB & Matz. Midnight-Show, Openair-Bar

Zürich

19.05 Gay-Schiff: auf dem Zürichsee Chillen,

tanzen, Nachtessen, feiern. DJ Q Bass. Der

schwullesbische Event. Fr. 34.- Schifffahrt

inkl. Fr. 6.– Getränke-Gutschein. Ticket-

Vorverkauf 044 487 13 33, www.zsg.ch

21.30 AAAH!: und T&M Disco Marktgasse 14. 2

Dancefloors, Live DJs. Infos auf

www.facebook.com/t&m.club. Gratiseintritt

bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Erection.

Sexparty

23.00 Rollkoffer goes Pyjamaparty: Irena de la

Boom und Krizzi Boop laden euch dazu ein.

Eine schrille, sexy Party für ein kunterbuntes

Publikum. Dresscode: Pyjama, Nachthemd,

Morgenmantel, Baby Doll, sexy Dessous

etc. Kissen für Kissenschlacht. Dazu

gibt es nebem dem Guetnachtgschichtli

natürlich auch geile Beats. Im Pfingstweide

Club, Pfingstweidestr. 12

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Erection. Full fetish

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Schlagerparty

SO 23. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23

DJ Süess – Aargauer Musik

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29

70ies & 80ies-Party

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end,

Gartiseintritt

MO 24. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

MondAAAH!y, Gratiseintritt

DI 25. Sept.

Winterthur

20.15 10 Jahre Das Zelt:

Jubiläumstour mit Stars u.a. mit Kay Yanar,

Marco Rima, I Quattro, Florian Ast &

Francine Jordi, Oropax, DJs Antoine & Ötzi

etc. Vom 25.9. bis 6.10 in Wiesendangen bei

Winterthur, S8 & S30. Infos www.daszelt.ch,

Tickets über Ticketcorner

Zürich

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:

Trinken, essen, kennenlernen.

Im Huusmaa, Badenerstr. 138

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Dance, Game &

Cruise. Gratiseintritt

MI 26. Sept.

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff:

Sihlquai 240 DJ Branko B. Gabriel presents

the trashed and smashed 80ies

22.00 Magnusbar:

Magnusstr. 29 Leder, Gummi, Uniform

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Live DJ. Gratiseintritt

DO 27. Sept.

Zürich

19.30 z&h Schwule:

Studis an Uni & ETH z&h Nachtessen im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 H A Z - C ent ro:

Schwubliothek, Schwule Bücher- und ausgewählte

Videoausleihe, Sihlquai 67

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Nacktparty

(freiwillig)

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Gratiseintritt

FR 28. Sept.

Zürich

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Chartstation, Live DJ. Infos

www.facebook.com/t&m.club. Gratiseintritt

bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren cruising4men

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Live DJ.

Infos auf www.facebook.com/t&m.club

23.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Disco-Party

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Friday naked

44


C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

NEu

ab 14. sEptEmbEr 2012

Immer von Freitag auf Samstag

und von Samstag auf Sonntag

Nachtsauna bis 7 Uhr in der Früh.

Chill-Out Lounge Music. Men only.

EiNführuNgsaNgEbot

Im September und Oktober

nur CHF 25.00 statt CHF 35.00

für Eintritte ab 23 Uhr.

Nacht

sauNa

Engelstrasse 4, 8004 Zürich, Tel. +41 44 241 10 80, www.moustache.ch


ZURICH PLACES // gaycity.ch

15

11

4

13

PLATZSPITZ

SEEBAHNSTRASSE

STAUFFACHERSTRASSE

KALKBREITENSTRASSE

12

BÄCKERANLAGE

ENGELSTRASSE

13

BADENERSTRASSE

HOHLSTRASSE

LANGSTRASSE

BIRMENSDORFERSTRASSE

14

LANGSTRASSE

HELVETIAPLATZ

STAUFFACHERSTRASSE

MILITÄRSTRASSE

KASERNENAREAL

Rudolf-Brun-

Brücke

Stauffacherbrücke

LAGERSTRASSE

KASERNENSTR.

Sihlbrücke

Sihl

GESSNERALLEE

MUSEUMSSTRASSE

15

9 14

2 3

8

9 14

2 3

8

9 14

STAUFFACHER

2 3 9 14

8

8

3 14 3 14

2 9

HAUPTBAHNHOF

13

BAHNHOFSTRASSE

PARADEPLATZ

2 9 6 7

8 13 11

3 14

13

LINDENHOF

Walche-Brücke

4

13

Bahnhofbrücke

Rathausbrücke

1

Münsterbrücke

4

15

LIMMATQUAI

4

15

2

10

4

15

CENTRAL

4 3 5 6

15 7 10

NIEDERDORFSTRASSE

9

5 7

6

8

SEILERGRABEN

4 3

BAHNHOFSTRASSE

Limmat

8 13

BELLEVUE

4 15 5

2 9 8 11

A1

2 9 8

Quaibrücke

12 Moustache

DIE SAUnA FÜR MÄnnER

Engelstrasse 4

www.moustache.ch

1 Rathaus caFÉ

BAR – CAFé

Limmatquai 61

www.rathauscafe.ch

7 the dynasty club

3 BARS – 1 EnTRAnCE

Zähringerstrasse 11

www.dynastyclub.ch

13 huusMaa

KAFI – MITTAGSTISCH – BAR

Badenerstrasse 138

www.huusmaa.ch

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RUNTERLADEN

2 cRanbeRRy

BAR

Metzgergasse 3

www.cranberry.ch

8 Macho

CITY SHoP

Häringstrasse 16

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14 Renos Relax

CLUB SAUnA

Kernstrasse 57

www.renosrelax.ch

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SCHLAGER – DRInK – TREFF

Seilergraben13

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9 johannIteR

RAUCHER LoUnGE

Zähringerstrasse 33

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15 Route 39

B&B AnD APARTMEnTS

Winzerstrasse 39

www.route39.ch

4 baRFüsseR

CAFé – BAR – SUSHI

Spitalgasse 14

www.barfuesser.ch

10 leonhaRdsaPotheke

Stampfenbachstr. 7

www.leonhardsapotheke.ch

Interesse in diesem Inserat

aufgeführt zu sein?

Anfrage bitte an: info@zbiro.ch

Design: bicorne.ch

APRIL 2012

.CH

5 PaRagonya

WELLnESS CLUB

Mühlegasse 11

www.paragonya.ch

6 PRedIgeRhoF

BISTRo – BAR

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www.predigerhof.ch

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Konradstrasse 1

www.checkpoint-zh.ch

044 455 59 10


CRUISER Edition September 2012

SA 29. Sept.

Bern

23.00 Julius Party: im Schichtwechsel,

Waldeggstrasse 47, 3097 Liebefeld (S6, Linie 10, 17 & 29 ab Bern HB).

Neue junge DJs

Chur

14.00 Schlagerparade 2012: Der Umzug der 16. Schlagerparade startet

um 14h auf dem Parkplatz der Stadthalle Chur. Die genaue Streckenführung

ist von der Stadthalle durch das Welschdörfli, über die

Grabenstrasse, über den Postplatz und Poststrasse zum Martinsplatz.

Livekonzerte u.a. mit dem Kultstar Gitte Haenning auf der Schlagerbühne

Arcas ab 16h. Ab 23h Schlagerparties in diversen Lokalen bis in

den frühen Morgen. Infos www.schlagerparade.ch

Zürich

08.00 Gay Bikers Zürich: Deutschland Tour bis 30.9. Genaue Infos und Anmeldung

über www.gaybikers.ch

16.00 GayAqua: Hertistr. 24, Wallisellen. U-30 Special. Youngster haben

reduzierten Eintritt zu Fr. 9.–. Über 30 Jahre normaler Eintritt von Fr.

30.–

21.30 AAAH!: und T&M Disco Marktgasse 14. 2 Dancefloors, Live DJs. Infos

auf

www.facebook.com/t&m.club. Gratiseintritt bis 22.30h

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren cruising unlimited. Bierpass 3 für 2

22.30 Av ia tor: Layover Party: Tokyo DJs Juiceppe & Micke Hi. Animation Gogo

Robots. Im Papiersaal, Kalanderplatz (Sihlcity, Bus 33, Tram 13, S4 &

Nachtbus & -zug).

Infos www.itraveller.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-Anlass Ultrarubber. Bierpass

3 für 2

23.00 Magnusbar:

Magnusstr. 29 Vollmond-Party

SO 30. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar am Sonntag im Keller des

Restaurants Hirscheneck, Lindenberg 23 Das Komplott Soundsystem -

Catwalk Tunes

Zürich

22.00 Magnusbar: Magnusstr. 29 Cruisen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end,

Gartiseintritt

Impressum

Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender

Redaktion und Verlagsadresse:

AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich,

Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch

Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch

Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch

Redaktionelle Mitarbeit: Lola Sara Arnold-Korf, Thomas Borgmann,

Charly Büchi, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel,

René Gerber, Oliver Hölcke, Hanspeter Künzler, Michael Lenz,

Alex Rudolf

Grafik / Layout: Deny Fousek, Bertastrasse 1, 8003 Zürich

Litho: Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich

Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich,

Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch

Druck: Neue Luzerner Zeitung AG,

Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich

Open daily from 11.30am to 11pm

FREE WIFI INTERNET

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Kapitel Titel

The pictures represents the original surounding at Paragonya

47


Photography - STEFAN HEINRICHS

JACK

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N o 18

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15.09.12

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