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NEUE MOBILITÄT 03

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www.bem-ev.de | 5,00 €<br />

ISSN 2191-5636 Frühlingsausgabe 2011<br />

April 2011<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App-Store.<br />

Hannover Messe 04. - 08. April 2011<br />

Internationale Leitmesse MobiliTec<br />

Historische eFahrzeuge<br />

Geschichte der eMobilität<br />

Erste Flotten<br />

Die Neue Mobilität auf<br />

der Straße<br />

Status Quo<br />

Ein echter und nachhaltiger<br />

Systemwechsel<br />

Forschung &Entwicklung<br />

Batterie. Ladeinfrastruktur.<br />

eMotoren, Fahrzeugkonzepte<br />

Neue Mobilität<br />

1


gruSSwort<br />

U2<br />

Solar World<br />

Die postfossile Chance<br />

Eine nachhaltige Neue Mobilität macht langfristig nur auf<br />

Basis Erneuerbarer Energien tatsächlich Sinn. Da sind sich<br />

Politik, Wirtschaft und Medien einig. Unklarheit herrscht jedoch<br />

noch in dem Punkt ab wann, in welchem Umfang und<br />

mit welchen Rahmenbedingungen wir künftig elektrisch<br />

unterwegs sein werden. Das Ziel der Bundesregierung: Leitmarkt<br />

mit einer Million Elektrofahrzeugen auf deutschen<br />

Straßen bis 2020. Dieser Zielsetzung schließt sich der BEM<br />

an, erwartet aber einen deutlich ambitionierteren Elektrifizierungsgrad<br />

von 4,5 Millionen.<br />

Zu hohe Erwartungen? Ich denke nicht. Die Potentiale der<br />

eMobilität werden zunehmend erkannt und in ersten Unternehmensflotten<br />

sichtbar. Diese Berührungspunkte mit einer<br />

emissionsfreien und im Alltagsbetrieb funktionierenden<br />

Neuen Mobilität führen nach und nach zu den gewünschten<br />

eigendynamischen Prozessen, die wir für eine weitere Marktdurchdringung<br />

benötigen. Und genau deshalb sind diese<br />

Ersten Flotten so entscheidend - nicht nur um Elektrofahrzeuge<br />

innerhalb der Gesellschaft zu verankern, sondern insbesondere<br />

auch um im globalen Wettbewerb um Marktanteile<br />

zu bestehen. Der inkrementelle Zusammenhang zwischen<br />

unserer heimischen Wertschöpfung und deutschen und europäischen<br />

Arbeitsplätzen sollte hierbei ein ausdrücklicher<br />

Beschleunigungsfaktor sein.<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

Bei anfänglich relativ hohen Anschaffungskosten, sind zwar<br />

die Betriebs- und Wartungskosten sehr gering; wartungsanfällige<br />

Komponenten fossiler Fahrzeuge entfallen und<br />

die niedrigen Verbrauchskosten eines Elektroautos sind unschlagbar;<br />

aber: Allein das Engagement der Early Adopters<br />

wird nicht ausreichen die monetäre Differenz bis zur Serienfertigung<br />

zu überbrücken. Daher fordern wir als wichtigen<br />

Impuls für eine realistische Marktentwicklung intelligente<br />

Kaufanreize für Käufer und Hersteller von Elektrofahrzeugen.<br />

Der Anspruch eines Leitmarktes passt überhaupt nicht<br />

zur derzeitigen deutschen Förderungsablehnung.<br />

Zumindest die Elektrofahrzeughersteller haben sich bereits<br />

aufgestellt und kommen 2011 und 2012 mit ersten Stückzahlen<br />

auf den Markt. Um hier die Produktionskapazitäten aller<br />

Marktteilnehmer merkbar zu erhöhen und das Engagement in<br />

einen elektromobilen Zukunftsmarkt zu attraktivieren, ist ein<br />

Umdenken in der politischen Förderbereitschaft erforderlich.<br />

Dieser Systemwechsel geht einher mit der Entwicklung gänzlich<br />

neuer Fahrzeugkonzepte, die sich in Design und Technologie<br />

signifikant von konventionellen Fahrzeugen unterscheiden.<br />

Eines dieser innovativen, neuen Elektrofahrzeuge<br />

zeigen wir Ihnen auf dem aktuellen Cover:<br />

Das Elektroauto mia. Steigen Sie ein. Denn nur durch Erfahrbarkeit<br />

gelingt es, die Menschen für die postfossile Alternative<br />

zu begeistern.<br />

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Neue Mobilität<br />

3


INHALTS-<br />

ANGABE<br />

Cover: mia electric GmbH<br />

www.mia-electric.com<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> »<br />

DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />

ausgabe April 2011<br />

Messen &<br />

EVents<br />

Historische<br />

eFahrzeuge<br />

Status Quo<br />

eMobilität<br />

Forschung &<br />

Entwicklung<br />

14 Challenge Bibendum<br />

16 Hannover Messe 2011<br />

»smart efficIency«<br />

18 fESTIVAL of Lights<br />

Energie und eMobilität<br />

19 electric avenue<br />

INTerview Roland Bosch<br />

BEM<br />

3 GruSSwort<br />

Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />

6 Reichts denn..?<br />

Editorial, Christian heep<br />

8 rückblick E-world 2011<br />

12 BEM 2.0<br />

13 BEM TV<br />

72 BEm-Roundtable<br />

BEM-Landes-<br />

VERTRETUNG<br />

68 Nordrhein-Westfalen<br />

69 Hessen<br />

122 Buchvorstellungen<br />

124 vorschau<br />

125 abo neue mobilität<br />

126 Mitgliedschaft<br />

IM Bundesverband eMobilität<br />

128 Firmenverzeichnis<br />

130 Impressum<br />

22 130 Jahre eAuto<br />

24 Vergangenheit HAT<br />

Eine zukunFt<br />

David Nanni<br />

26 Electricität auf<br />

Landwegen<br />

Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />

28 Vorweg fahren<br />

RWE AG<br />

30 Back to the Future<br />

BEM Oldtimer<br />

Erste<br />

Flotten<br />

32 eAutos Marktübersicht<br />

pLUGIn-Hybrid-autos<br />

Range Extender<br />

34 Siemens fährt<br />

ELEKTRISCH<br />

36 Future Fleet<br />

SAP<br />

38 Die Elektrische Zukunft<br />

Hat begonnen<br />

UPS<br />

40 Flottenmanagement<br />

Interview Kai Schönenberg<br />

42 Kesselbergrennen<br />

Interview Helmut renner<br />

44 eCarSharing 2.0 Hamburg<br />

pARKpOD & Carsharer<br />

46 Ready for take-off<br />

EBG<br />

48 e-miglia 2011<br />

52 ECHTER Systemwechsel<br />

DR.-Ing. JAN TRAENCKNER<br />

Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

56 eMobilität im Jahr 2025<br />

PHILIPP Grosse KLEIMANN<br />

WOLFGANG Bernhart<br />

57 Masterplan Marktreife<br />

Elektromobilität.NRW<br />

58 NUTZERAKZEPTANZ<br />

Interview Dr. Bernhard Schlag<br />

60 Mobilität im Wandel<br />

Matthias Bentenrieder<br />

62 Mit SpaSS und Gefühl<br />

Dr. Jutta Deffner<br />

Dr. Konrad Götz<br />

63 Vortrieb für eMobilität<br />

Uwe Hahner<br />

64 Legal Corner<br />

Dr. Peter Bachmann<br />

Christian Alexander Mayer<br />

66 emobile talk<br />

Interview Markus emmert<br />

Dr. Christian Andrelang<br />

70 emobilität in hessen<br />

Prof. Dr.-Ing. Petra K. Schäfer<br />

74 Zukunft & Machbarkeit<br />

Dr. Jürgen Kieschoweit<br />

75 Batteriefortschritt<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

76 wECHSEL & Verzögerung<br />

Matthias Groher<br />

pROf. Dr. Robert Pelzel<br />

78 Marktmodell eMobilität<br />

Michael Holtermann<br />

Jens Weinmann<br />

79 Strukturwandel<br />

Dr. Heinz-Rudolf MeiSSner<br />

80 BGI 8686 - Wie sinnvoll?<br />

Mario Hofmann<br />

84 BEM-Forschungsatlas<br />

120 Energie aus der Erde<br />

Anja GleisSl<br />

Batterieforschung<br />

86 Schweflige zukunft<br />

fraunhofer ICT<br />

88 batteriemodul als<br />

systemgrundlage<br />

Sven Schulz<br />

90 Recyclingverfahren<br />

Frank Treffer<br />

91 Elektrochemie für die<br />

emobilität<br />

prof. dr. maRtin winter<br />

92 Chemie auf der<br />

Überholspur<br />

Dr. Thomas Giesenberg<br />

93 Lithium-ionen-batterien<br />

Dr. Axel Thielmann<br />

Ladeinfrastruktur<br />

94 Shine, baby, shine!<br />

Interview Milan Nitzschke<br />

95 Tankstrom laden<br />

Dr.-Ing. Andreas Berg<br />

96 Induktiv-Ladung<br />

Prof. Dr. Ing. J. Meins<br />

98 energiezähler<br />

michael buckentin<br />

100 preis für wampfler<br />

Samuel Kiefer<br />

101 ePlanet<br />

Thomas Frey<br />

Elektromotoren<br />

102 Elektroantriebe<br />

Christian Ziegler<br />

1<strong>03</strong> BOmobil<br />

Prof. Dr. Wolf Ritschel<br />

104 Elektrotraktion<br />

Hans-JÜrgen Esch<br />

Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />

Erstmal ein herzliches Dankeschön für das tolle Feedback<br />

unserer vielen Leser, die interessanten Beiträge, die weiter<br />

zunehmenden Abonnenten und insbesondere an mein<br />

hochmotiviertes Team, das mit besonders viel Engagement<br />

und Einsatz die nunmehr schon dritte Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N<br />

<strong>MOBILITÄT</strong> überhaupt erst ermöglicht hat..!<br />

Neben unserem tagesaktuellen BEM eMobile Ticker, der<br />

Webseite, der interaktiven XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

und dem alle zwei Wochen erscheinenden eNewsletter mit<br />

inzwischen über 5.000 Empfängern, informiert Sie unser<br />

Fachmagazin im Drei-Monats-Rhythmus über aktuelle Fragestellungen,<br />

Entwicklungen, Kooperationen und vielversprechende<br />

Projekte des BEM und der eMobilitätsbranche.<br />

Fahrzeugkonzepte<br />

106 mute<br />

Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp<br />

108 streetscooter<br />

Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker<br />

110 benziner zum stromer<br />

münch Racing<br />

111 Nur mit Erneuerbaren<br />

interview Schott Solar<br />

113 Derby Cycle<br />

Inteview Rainer brinkmann<br />

114 evelotaxi<br />

Interview Dr. Anselm Franz<br />

116 Kunde ist Unsicherheit<br />

Gernot Rainer<br />

118 Elefant Racing team<br />

Interview Florian Reichert<br />

119 Formula Student Electric<br />

Julien van Campen<br />

Johanna Scheider<br />

Diesmal nehmen wir Sie mit zu den historischen Anfängen<br />

elektrisch basierter Mobilität. Knapp 150 Jahre weiter geht<br />

es um Erste Flotten, interessante Berichte zum Status Quo<br />

der Elektromobilität und einen Überblick über unsere Forschungs-<br />

und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Batterie,<br />

Ladeinfrastruktur, Elektromotoren und Fahrzeugkonzepte.<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> will informieren und animieren. Unterstützen<br />

Sie uns auch weiterhin mit Ihren Kommentaren und<br />

Anregungen, Fachbeiträgen und Anzeigenschaltungen, um<br />

den Systemwechsel in die postfossile Phase zunehmend<br />

sichtbar in der Gesellschaft zu verankern.<br />

Christian Heep, Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing<br />

81 Tendenz steigend<br />

Interview HolGer Tholl


Editorial - Christian Heep<br />

Editorial - Christian Heep<br />

Reicht‘s denn..?<br />

Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />

Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

© photocase.com/Wollerich<br />

Carlos, 31 aus Berlin fährt an 254 Tagen im Jahr morgens 7,8<br />

km zur Arbeit. Wenn er mal krank ist natürlich etwas weniger.<br />

Mittags geht Tanja in der Kantine essen und abends fährt<br />

sie die 11 km wieder nach Hause. Manchmal, ungefähr an<br />

26 Tagen im Jahr, fährt Susan mittags schon mal 2,8 km ins<br />

Stadtzentrum und an 12 Tagen fährt Holger im Auto seines<br />

Kollegen Heinz mit in das 3,6 km entfernte etwas bessere<br />

Restaurant am Stadtrand. Manchmal fährt Janine mit einem<br />

Umweg von ca. 2,7 km abends noch beim Supermarkt vorbei.<br />

Am Wochenende fährt Maurice mit seiner Familie meist<br />

ins benachbarte Dorf oder an den See. Der ist recht weit weg,<br />

ganze 21,8 km. Vier bis fünf mal im Jahr besuchen Martina<br />

und Kai seine Eltern in dem 26,2 km entfernten Landhaus.<br />

Meist kommen ihre Eltern aber zu ihm in die Stadt gefahren,<br />

weil Steffis Tante abends gern mal ins Theater geht. Jens fährt<br />

lange Strecken gern mit der Bahn und im Urlaub fliegt Kristin<br />

gern nach Spanien. Pascal plant ca. 32 Arbeitstage im Jahr<br />

für seinen Arbeitsweg ein. Der nervige Weg morgens über<br />

den Stadtring dauert manchmal über 21,2 Minuten, obwohl<br />

es im Durchschnitt gerade einmal 9 km sind. Jeden Morgen<br />

fährt Emma 24 km in die Stadt, genießt dafür aber am Wochenende<br />

die schöne Landluft. Kleinere Ausflüge machen<br />

Doreen und Alex fast jedes Wochenende. Mal geht‘s mit den<br />

Kindern ins Schwimmbad (1,8 km) oder in die Stadt (4,3 km).<br />

Ganz selten fährt Aydin mal mehr als 31 Kilometer in das Erlebnisbad.<br />

Seit Julias Mann seine eigene Praxis in der Stadt<br />

hat, fährt Jenny die Kinder morgens in die Schule, holt Max<br />

vom Fußball ab und geht zwei bis drei mal pro Woche in der<br />

Stadt einkaufen. Da kommt er schnell mal auf 12 bis 15 km<br />

am Tag. Die meiste Zeit steht Monas Auto aber in der Garage,<br />

auf dem Hof oder wartet auf dem Firmenparkplatz..<br />

Fazit: Meine Statisten fahren fast jeden Tag mit dem Auto,<br />

je nach Studie meist so um die 20 bis 60 km, die meisten<br />

unter einer Stunde. Manchmal ist es auch ein bisschen<br />

mehr, vielleicht 80 km. Also ganz normal, so wie ca. 80%<br />

der europäischen Bevölkerung - was allein in Deutschland<br />

einem Fahrzeugbestand von 34 Millionen PKW entspricht.<br />

Wenn es ein umweltschonendes und nachhaltiges Fahrzeugkonzept<br />

gäbe, das 80 bis 120 km Reichweite am Tag hätte,<br />

wäre das doch mehr als ausreichend, oder..? Wäre dieses<br />

Konzept zusätzlich auch noch emissionsfrei, sauber und<br />

leise, z.B. mit Erneuerbaren Energien aus dem eigenen Solar-<br />

Carport ressourcenschonend und CO 2-neutral zu laden, würde<br />

Abhängigkeiten von der Tankstelle und instabilen Regionen<br />

mindern und dann im Laufe der Zeit auch noch jedes<br />

Jahr, der Innovationskraft unserer Unternehmen sei Dank,<br />

eine immer größere Reichweite haben, sowie zu guter Letzt<br />

in der Anschaffung günstiger werden..?<br />

Das wäre dann wohl der Punkt, an dem viele wieder anfangen<br />

an den Weihnachtsmann zu glauben..<br />

So könnte man zumindest meinen, wenn man die Medienberichterstattung<br />

und politischen Debatten verfolgt, die von<br />

einer Verunsicherung großer Bevölkerungsteile sprechen<br />

und meist mangels Erfahrung und aus Unwissenheit die teils<br />

protektionistische Meinungsmache annehmen. Nicht nur,<br />

dass sie viel zu teuer wären, sondern auch, dass die Reichweiten<br />

überhaupt nicht ausreichen. Das ist schwer zu verstehen,<br />

haben wir doch gerade das Gegenteil festgestellt. Die<br />

wenigen Ausnahmen längerer Fahrstrecken lassen sich ohne<br />

Probleme auch anders organisieren. Im Falle eines elektrifizierten<br />

Zweitwagens, wir sprechen von ca. 10 Millionen PKW,<br />

zum Beispiel auch mit dem für geraume Zeit noch fossilen<br />

Erstwagen, der dem selbständigen Handelsvertreter gehört,<br />

der zugegebenermaßen in naher Zukunft mit einem eFahrzeug<br />

noch nicht weit kommt. Das sind aber die wenigsten.<br />

Die vom Bundesverband eMobilität avisierten 4,5 Millionen<br />

Elektroautos bis 2020 sind demnach reichweitentechnisch<br />

überhaupt kein Problem, entsprechen sie doch noch nicht<br />

einmal der Hälfte der Zweitwagen.<br />

Die Renaissance der Elektromobilität steht am Anfang. In<br />

einigen Jahren sehen die Rahmenbedingungen in puncto Anschaffungspreis<br />

und Reichweite viel besser aus. Nicht dass<br />

das Thema Reichweite so wichtig wäre, aber im Rahmen<br />

des zu erwartenden technologischen Fortschritts ein Effekt,<br />

der zusätzliche Akzeptanz und Sicherheit bringt. Zudem erschließen<br />

sich mit sagen wir 20 km mehr Reichweite pro Jahr<br />

bei sinkenden Batteriekosten, kürzeren Ladezeiten, einer<br />

flächendeckenderen Ladeinfrastruktur und einem insgesamt<br />

geringeren Anschaffungspreis von anfänglich ca. 5 bis 10%<br />

pro Jahr permanent neue Nutzergruppen, die die Vorteile einer<br />

nachhaltigen Mobilität in Kombination mit günstigeren<br />

Verbrauchs- und Unterhaltskosten zu schätzen wissen. Spekulationen<br />

über einen steigenden Ölpreis braucht man an<br />

dieser Stelle für eine wirtschaftliche Betrachtung noch nicht<br />

einmal bemühen.<br />

Zum Glück gibt es bereits heute genügend Early Adopters,<br />

die aus verschiedenen Gründen gewillt sind, Erste Flotten<br />

zu elektrifizieren und sich an dem derzeit noch höheren Anschaffungspreis<br />

nicht stören. Sie wollen Vorreiter, Vorbild<br />

und Wegbereiter einer Neuen Mobilität zugleich sein. Wissend,<br />

dass sich ihr grünes Invest vielfach auszahlen wird.<br />

Diese Elektromobilisierung wird immer sichtbarer und umso<br />

realistischer, wie geeignete Fördermöglichkeiten initiiert<br />

werden, die die monetäre Differenz zwischen fossilen und<br />

postfossilen Fahrzeugen immer kleiner werden lässt. Erst<br />

mit der Serienproduktion wird Elektromobilität wirklich den<br />

erwünschten Durchbruch erzielen.<br />

Wenn wir also wirklich wollen, dass unsere Mobilität zeitnah<br />

nachhaltig wird, Klima- und Umweltschutzpotentiale im<br />

Verkehr weltweit effektiv nutzbar gemacht werden, unsere<br />

Städte leiser und sauberer werden, die Ressourcen unserer<br />

Welt geschont werden und wir durch den weiteren Ausbau<br />

zusätzlicher Erneuerbarer Energien unabhängiger werden,<br />

dann gilt es nun, uns gemeinsam und entschieden für eine<br />

Neue Mobilität einzusetzen. Es gilt, unsere Automobilwirtschaft<br />

und die Politik davon in Kenntnis zu setzen, dass wir<br />

nicht länger gewillt sind uns der Verzögerung und dem Protektorat<br />

einer fossilen Elite unterzuordnen.<br />

Da wir wissen, dass viele andere Länder ebenfalls die Vorteile<br />

und die Zukunft der eMobilität erkannt haben, bedeutet der<br />

Einsatz für Elektromobilität auch, heimische Wertschöpfungspotenziale<br />

und deutsche, bzw. europäische Arbeitsplätze<br />

zu schützen. Der Wettlauf um marktbeherrschende<br />

Positionen hat bereits begonnen und ist in vollem Gange.<br />

Sicherlich stehen wir jetzt auch nicht ganz schlecht da, aber<br />

Vorreiter oder gar Leitmarkt, wie die Bundesregierung es<br />

wünscht, sind wir derzeit nicht mehr. Gut, dass es zahlreiche<br />

Forschungsinitiativen auch in Deutschland gibt, die recht<br />

vielversprechende Ansätze zeigen. Dennoch ist seitens der<br />

Politik ein viel größeres Engagement für Elektromobilität<br />

dringend gefordert. Einerseits natürlich weiterhin im Bereich<br />

Forschung und Entwicklung, andererseits müssen aber auch<br />

Kaufanreize gegeben werden.<br />

Wir müssen jetzt Elektrofahrzeuge in großen Stückzahlen<br />

auf die Straße bringen, um den Anschluss an einen gigantischen<br />

Wachstumsmarkt nicht zu verlieren. Dieser Systemwechsel<br />

muss aktiv unterstützt und gefördert werden. Die<br />

politische Ausrede auf die technische Bereitschaft und Verfügbarkeit<br />

der deutschen Automobilhersteller zu warten,<br />

kann hier nicht länger zielführend sein.<br />

Einen intelligenten Förderansatz haben wir bereits mehrfach<br />

gefordert. 10.000 Euro je zur Hälfte an den Hersteller und an<br />

den Käufer - initiativ für die ersten 250.000 Elektroautos. Als<br />

Marktanreizprogramm werden Käufer und Hersteller damit<br />

gleichermaßen unterstützt. Hier im übrigen auch die kleineren<br />

Mittelständler, die in der Regel von den großen Fördersummen<br />

gar nicht profitieren - aber erstaunlicherweise<br />

gerade die ersten Fahrzeuge auf den Markt bringen.<br />

An dieser Stelle möchte ich auch auf die bestürzende Situation<br />

in Japan eingehen und im Namen des gesamten BEM<br />

unserer tief empfundenen Anteilnahme Ausdruck verleihen.<br />

Die katastrophalen Naturereignisse und das atomare Desaster<br />

sind ein viel zu hoher Preis für einen Kurswechsel<br />

in der Atompolitik. Ich hoffe, diese furchtbare Tragödie gedenkt<br />

der unzähligen Opfer zumindest damit, dass sich alle<br />

Staaten dieser Erde für den zügigen, weiteren Ausbau nachhaltiger<br />

Energien aussprechen und ihre Atomambitionen<br />

grundlegend überdenken.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7


E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />

E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />

Rückblick E-world 2011<br />

Essen war drei Tage lang die zentrale Networking Plattform für die<br />

europäische Energiebranche<br />

E-world energy & water 2011<br />

Thema smart energy sorgte für weiteren außerordentlichen<br />

Wachstumsschub der E-world energy & water 2011<br />

Die Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft hat alle<br />

Erwartungen übertroffen. Sie verzeichnete ein deutliches<br />

Wachstum in allen Bereichen. 544 Aussteller der Energieund<br />

Wasserwirtschaft aus 20 Ländern präsentierten auf<br />

41.000 Quadratmetern 19.700 Fachbesuchern aus über 40<br />

Ländern ihre Neuheiten und Dienstleistungen: Das bedeutet<br />

ein Plus bei der Zahl der Aussteller um 8%, bei der Fläche<br />

sowie den Besuchern um rund 10%. Auch am Kongress nahmen<br />

mit 2.800 Tagesbesuchern rund 30% mehr Fachleute<br />

teil als im Vorjahr.<br />

»Die E-world hat nicht nur in den klassischen Themenbereichen<br />

der Energiewirtschaft die etablierte Networking-<br />

Plattform ersten Ranges geboten. Sie hat auch wieder Innovationen<br />

und aktuelle Fragestellungen der Energie- und<br />

Wasserwirtschaft in den Fokus gerückt«, freuen sich die<br />

beiden Gesellschafter der E-world Niels Ellwanger, Vorstand<br />

der con|energy AG, und Frank Thorwirth, Vorsitzender der<br />

Geschäftsführung der Messe Essen, über den großen Erfolg<br />

der gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung.<br />

Megatrend smart energy in Messe und Kongress<br />

Wegen der großen Nachfrage war für die E-world 2011 eine<br />

zusätzliche Messehalle geöffnet worden, die fast vollständig<br />

im Zeichen von smart energy stand. Energieeffizienz, Smart<br />

Metering, Erneuerbare Energien und Elektromobilität waren<br />

dort die bestimmenden, zukunftsweisenden Themen. Auf<br />

einem Gemeinschaftsstand präsentierten 25 Unternehmen<br />

ihre neuesten Entwicklungen in diesem Marktfeld. Auch im<br />

messe-begleitenden Kongress war die Integration von smart<br />

energy in die künftige Energieversorgung ein thematischer<br />

Schwerpunkt.<br />

Ausgesprochen zufriedene Besucher und eine sehr positive<br />

Branchenstimmung<br />

Die E-world bietet beste Möglichkeiten zum Networking für<br />

alle Marktteilnehmer rund um die Energie- und Wasserwirtschaft.<br />

Denn die Pflege bestehender und die Anbahnung<br />

neuer Geschäftskontakte sowie Erfahrungs- und Informationsaustausch<br />

sind für die Besucher laut repräsentativer Befragung<br />

am wichtigsten. Nahezu alle zeigten sich sowohl mit<br />

dem Gesamtangebot der E-world als auch mit deren Internationalität<br />

sehr zufrieden. Am stärksten waren die Besucher<br />

an den Bereichen Erneuerbare Energien, Energiehandel,<br />

Energieeffizienz und Smart Metering interessiert. Über 70%<br />

der E-world-Besucher sind maßgeblich an Beschaffungsentscheidungen<br />

ihrer Unternehmen beteiligt. Die Stimmung in<br />

der Branche ist sehr gut: 94% der Besucher beurteilen die<br />

derzeitige Konjunktur positiv und 75% erwarten eine weiter<br />

steigende Konjunkturentwicklung ihrer Branche.<br />

eMobilität war ein großes Thema auf der E-world 2011<br />

Sehr großen Anklang fand auch die Sonderschau »future<br />

of mobility«, in der die Möglichkeiten der Neuen Mobilität<br />

aufgezeigt und mit einem Testparcours erfahrbar wurden. In<br />

der Galeria der Messe Essen präsentierten einige Fahrzeughersteller<br />

und Infrastruktur-Dienstleister sowie der Bundesverband<br />

eMobilität ihre Produkte und Ideen im Bereich der<br />

Neuen Mobilität. Auch an den Ständen der Aussteller in den<br />

weiteren Messehallen waren vielfach Fahrzeuge mit alternativen<br />

Antrieben wie etwa Kleinbus, PKW, Motorrad, Roller<br />

oder Elektrofahrrad zu sehen. Im Kongress war dem Thema<br />

eine eigene Konferenz unter dem Titel »smart mobility« gewidmet.<br />

Zufriedene Aussteller wollen zur nächsten E-world 2012<br />

wieder kommen<br />

Die Aussteller sprachen einhellig ihre Zufriedenheit über die<br />

große Zahl der Besucher und über deren hohe Qualität aus.<br />

92% von ihnen sagten schon jetzt - ebenso wie 95% der Besucher<br />

- dass sie bei der nächsten E-world energy & water,<br />

die vom 07. bis 09. Februar 2012 in der Messe Essen stattfindet,<br />

wieder dabei sein wollen.<br />

Weitere Informationen zur E-world 2011 finden Sie hier:<br />

www.e-world-2011.com.<br />

Aussteller auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App-Store.<br />

8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9


E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />

Tim Baack, E-Mobility Partners GmbH, BEM-Beirat<br />

»Die E-world ist die Leitmesse der Energiewirtschaft in Deutschland. Alle entscheidenden Branchenteilnehmer der Stromund<br />

Gasindustrie waren vor Ort, eine ideale Möglichkeit zum Austausch und zur Kontaktpflege. Das Thema Neue Mobilität<br />

war dieses Jahr deutlich stärker vertreten, was auch auf den Gemeinschaftsstand des BEM zurückzuführen ist. Ich hoffe,<br />

dass sich die E-world in Zukunft noch deutlich stärker den Bereichen eMobilität und Smart-Grid zuwenden wird. Es sind<br />

die Zukunftsmärkte der Branche und sie werden immer stärker zusammenwachsen.«<br />

BEM-Gemeinschaftsstand<br />

Elektromobilität als Zukunftsmarkt der Energieversorger<br />

BEM-Gemeinschaftsstand auf der e-world energy & water in Essen<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

Juliane Girke und Sandrine Frideres im eVelotaxi<br />

Ladeinfrastruktur<br />

• Interoperabilität<br />

• Sicherheit durch<br />

verfahrbare Steckdosen<br />

• Autorisierung per<br />

Mobiltelefon oder RFID<br />

• Vandalismusgeschützte<br />

Bauweise<br />

• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />

Kunststoffgehäuse<br />

Ulrich Prediger, Geschäftsführer LeaseRad<br />

»Energieversorger, Stadtwerke und viele weitere Akteure<br />

aus der Energiebranche konnten sich über umweltfreundliche<br />

Mobilitätslösungen informieren. Das große Interesse an<br />

innovativen und ganzheitlichen Mobilitätsdienstleistungen,<br />

vom individualisierten Pedelec bis hin zu Induktionsladesäulen<br />

und Abstellanlagen aus einer Hand, verdeutlichte<br />

den Bedarf nach multiplizierbaren eMobilitätslösungen für<br />

die Energiebranche. Für LeaseRad eine erfolgreiche Premiere<br />

auf dem Gemeinschaftsstand des BEM und der E-world!«<br />

Rachid Ait Bohou, Geschäftsführer e8energy<br />

»Die E-world 2011 empfanden wir als sehr intensive Bühne<br />

zum Austausch mit den Marktteilnehmern sowie potentiellen<br />

Kunden wie beispielsweise den Stadtwerken. Die Gespräche<br />

waren, da es sich fast ausschließlich um Fachbesucher handelte,<br />

auf einem sehr interessierten und hohen Niveau. Besonderes<br />

Interesse hatten die Gesprächspartner am Aufbau<br />

der unabhängigen, überregionalen Ladeinfrastruktur, die<br />

ausschließlich aus Erneuerbaren Energien gespeist wird. Vor<br />

allem das ganzheitliche Konzept, das regenerativer Strom<br />

und gut zugängliche Ladestationen den Betrieb von sauberen<br />

Autos sichern, fand hohen Zuspruch.«<br />

Andreas Gräwingholt, Geschäftsführer German E-Cars<br />

»German E-Cars war in diesem Jahr zum ersten Mal auf der<br />

E-world energy & water vertreten und war insbesondere von<br />

dem Fachpublikum, dem Ambiente und der reibungslosen<br />

Organisation begeistert. Die Besucherkontakte waren von<br />

bester Qualität. Wir hatten dezidierte Anfragen und viele<br />

fachliche Diskussionen. Es freut uns, dass sich Energie- und<br />

Wasserwirtschaft zusammen mit der eMobilität so gut präsentieren<br />

konnten. Gerne sind wir nächstes Jahr wieder auf<br />

dem BEM-Gemeinschaftsstand dabei.«<br />

Uwe Hahner, General Manager Swarco Traffic Systems<br />

»Als aktives Mitglied im Bundesverband eMobilität ist es für<br />

uns selbstverständlich, auch auf der E-world mit dabei zu<br />

sein. Nützlich ist es aber auch: Wir hatten reichlich Gelegenheit,<br />

unsere Entwicklung bei Fachbesuchern aus der Energiewirtschaft<br />

vorzustellen. Insbesondere die Anbieteroffenheit<br />

des EnergieParken-Systems und die Möglichkeit, Investitionskosten<br />

durch Parkgebühren zu refinanzieren, begeisterte<br />

die Experten. Wir waren sehr zufrieden. Der BEM-Gemeinschaftsstand<br />

hat viele Fachbesucher angezogen, so dass wir<br />

eine ganze Reihe guter Gespräche über EnergieParken ® führen<br />

konnten. Nächstes Frühjahr gerne wieder!«<br />

Stephan Rauterberg, Geschäftsführer Scooter Skillz<br />

»Als Mitglied im Bundesverband eMobilität haben wir die<br />

Gelegenheit genutzt, uns erstmals auf der E-world energy<br />

& water 2011 in Essen auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />

zu präsentieren. Wir konnten viele interessante Gespräche<br />

mit Ausstellern und Besuchern führen. Unser Konzept,<br />

ein breites Angebot von preiswerten Elektrorollern<br />

mit guter Qualität zu offerieren und mit einem umfassenden<br />

After-Sales-Service zu kombinieren, wurde sehr gut<br />

angenommen.«<br />

Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer Veloform Media<br />

»Auf der E-world 2011 hatten wir mit dem neuen eVelotaxi<br />

hervorragende Möglichkeiten, die Gäste der Messe mit<br />

der Werbewirkung und Strahlkraft unseres Produktes zu<br />

begeistern. Gerade mit seinem voll elektrischen Antrieb<br />

ist das eVelotaxi ein verlässliches Fahrzeug mit hohem<br />

Nutzen für den urbanen Verkehr, das auch in den Gängen<br />

der Messehallen für großes Aufsehen gesorgt hat. Durch<br />

die häufige Nutzung des eVelotaxis durch vor Ort anwesende<br />

BEM-Verteter wurde das Fahrzeug zu einer wahren<br />

Kommunikations- und Promotionplattform in Sachen<br />

Elektromobilität.«<br />

Informations- &<br />

Kommunikationstechnik<br />

• Einbindung in<br />

Smart-Grid-Konzepte<br />

• Vernetzung via Internet<br />

mit Backend-System<br />

• Kommunikation<br />

mit dem Fahrzeug<br />

www.ebg-compleo.de<br />

artwork: www.exprim.de<br />

EBG complEo GmbH info@ebg-compleo.de<br />

Part of the An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 06 - 923-3<br />

10 Neue Mobilität Neue Mobilität 11<br />

D-44536 Lünen fax +49 (0) 23 06 - 29 20


Bundesverband eMobilität - BEM 2.0<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Jetzt im App Store.<br />

Bundesverband eMobilität - BEM TV<br />

Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Der BEM diskutiert auf der Online-Plattform XING aktuelle<br />

Fragestellungen zum Status Quo der Elektromobilität. Treffen<br />

Sie die interessanten Köpfe der Branche und unterstützen<br />

Sie uns gleichzeitig mit Ihrem Engagement und Ihren Ideen<br />

auf dem Weg in die postfossile Phase unserer Gesellschaft.<br />

BEM eMobile Ticker<br />

Der BEM eMobile Ticker bringt alle relevanten Neuigkeiten<br />

aus dem Bereich Elektromobilität einfach und bequem via<br />

Blog, abonnierbarem RSS-Feed, Twitter sowie via iPhone<br />

App auf Ihr mobiles Endgerät: aufs Wesentliche reduziert,<br />

schnell zu erfassen und stets up to date.<br />

TV<br />

»Wir haben mit der XING-Gruppe ein interaktives Forum<br />

für eMobilität geschaffen und freuen uns auch weiterhin<br />

auf Ihre Beiträge und Kommentare. Stellen wir uns gemeinsam<br />

den vielfältigen Herausforderungen, um Elektromobilität<br />

serienfähig, nachhaltig und zunehmend erneuerbar<br />

auf die Straße zu bringen«, betont Christian Heep,<br />

BEM-Vorstand Marketing, der gemeinsam mit Juliane Girke<br />

und Sandrine Frideres die Gruppe moderiert. »Bereits über<br />

1.000 Mitglieder haben in den ersten 3 Monaten den hohen<br />

Stellenwert der Elektromobilität und ein deutliches Interesse<br />

an Kommunikation und Austausch gezeigt. Insbesondere<br />

die Branchenvielfalt und Unternehmensherkunft<br />

der Mitglieder zeichnet eine vielversprechende Landkarte<br />

der elektromobilen Entwicklung in Deutschland.«<br />

www.xing.com/group-61578.616d2f<br />

Der innovative eMobile Ticker beleuchtet aktuelle Entwicklungen<br />

auf dem Markt und im Technologiebereich, stellt die<br />

Köpfe der Branche vor und informiert über heute bereits erhältliche<br />

Elektro-Fahrzeuge. Eine regelmäßig aktualisierte<br />

Link-Liste führt überdies wichtige Informationsquellen zur<br />

vertiefenden Recherche auf.<br />

www.eMobileTicker.de und www.bem-ev.de<br />

Die Energielandkarte ehoche - Das Online-Branchenbuch<br />

www.ehoche.de<br />

CleanEnergy Exhibition - Virtuelle Fachmesse für Erneuerbare<br />

Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit<br />

www.cleanenergy-exhibition.de<br />

BEM TV geht auf Sendung<br />

Wir Das bewegen.. Bewegtbild Medium<br />

TV<br />

etecmo<br />

Die erste Online-Jobbörse im Bereich eMobilität<br />

Die etecmo GmbH mit Sitz in Fürth ist die erste Online-Jobbörse<br />

in Europa, die sich speziell auf das Thema Elektromobilität<br />

konzentriert. »Wir sind Spezialisten, wenn es um<br />

die Vermittlung von Fach- und Führungskräften im Bereich<br />

Elektromobilität geht«, so Sibylle Lingner, Geschäftsführerin<br />

von etecmo.<br />

Durch die Kooperation mit der Leitmesse eCarTec erreicht<br />

etecmo europaweit über 40.000 Interessenten im Bereich<br />

Elektromobilität. Der stetige Kontakt mit potentiellen Fachkräften<br />

über soziale job Netzwerke, expert wie for electromobility<br />

XING oder Facebook,<br />

trägt außerdem zu einem kontinuierlich steigenden Pool an<br />

qualifizierten Bewerbern aus dem In- und Ausland bei, auf<br />

den jederzeit zugegriffen werden kann.<br />

Seit November 2010 kooperiert etecmo mit dem Bundesverband<br />

eMobilität. »Unternehmen und Bewerbern soll im Rahmen<br />

der Kooperation ein schneller und effizienter Zugriff auf<br />

OFFICIAL<br />

den Job-Zukunftsmarkt Elektromobilität ermöglicht werden. PARTNER<br />

Insbesondere auch unsere Mitglieder können wir so bei der<br />

Suche nach adäquaten Mitarbeitern effektiv unterstützen«,<br />

so Christian Heep, Vorstand Marketing beim BEM.<br />

www.etecmo.com<br />

„Wir sind die Spezialisten, wenn es um die<br />

Vermittlung von Fach- und Führungskräften<br />

im Bereich Elektromobilität geht.“<br />

Sibylle Lingner, Geschäftsführung<br />

etecmo ist die erste Online Jobbörse in Europa, die sich speziell auf das Thema Elektromobilität konzentriert.<br />

»Aus der Idee, sendefähige Bewegtbildinhalte für Medien<br />

und Fernsehanstalten zur Verfügung stellen zu können, ist in<br />

diesem ersten Schritt BEM TV geworden«, erläutert Christian<br />

Heep, Vorstand Marketing beim BEM, die Geburtsstunde für<br />

den neuen Informationskanal. »Nicht zuletzt ist es natürlich<br />

auch eine gute Möglichkeit unsere Aktivitäten, Projekte,<br />

Messeauftritte und das Engagement unserer Mitglieder einem<br />

immer grösseren Publikum vorzustellen.«<br />

»Langfristig ist geplant daraus ein eigenes Sendeformat für<br />

Elektromobilität zu entwickeln. Ein abwechslungsreicher Mix<br />

aus Dokumentationen, Reportagen, Interviews und Statements<br />

unserer Experten, Beiräte und Mitglieder sowie interessanten<br />

Fahrstrecken soll dazu beitragen die Neue Mobilität<br />

in der Bevölkerung zu verankern und Wissenslücken zu<br />

schließen. Mit bewegten Bildern wollen wir eine Idee in die<br />

Welt hinaustragen, von der wir meinen, dass sie unsere Gesellschaft<br />

grundlegend verändern wird.<br />

Saubere und leise Städte, eine nachhaltige Energieversorgung<br />

auf Basis Erneuerbarer Energien, Ressourcenschonung<br />

und weniger Ölimport-Abhängigkeiten aus meist instabilen<br />

Regionen sind dabei nur einige Vorzüge, die es gilt, einem<br />

breiten Publikum zu veranschaulichen. Die technologischen<br />

Möglichkeiten und die Chancen zur Veränderung sind da und<br />

wollen entsprechend kommuniziert werden.«<br />

©2011 BEM / BEM TV powered by Marko Kirchner www.filmkomplize.de<br />

Mit Marko Kirchner haben wir einen vielseitig versierten<br />

Filmkomplizen für BEM TV begeistern können. Jahrelange<br />

Industrie, Film- und Fernseherfahrung im Bereich Motorjournalismus<br />

und Automobilformate als Filmemacher, Fernsehautor<br />

und Formatentwickler haben auch ihn erkennen lassen,<br />

welches Potential im Bereich Elektromobilität liegt.<br />

Mit Begeisterung und Faszination für die Neue Mobilität wollen<br />

wir nun gemeinsam die nächsten Schritte angehen und<br />

hoffen dabei auf die ideele, inhaltliche und finanzielle Unterstützung<br />

der Branche und unserer Mitglieder. Bei Interesse<br />

freue ich mich sehr über weiterführende Gespräche.<br />

• Sternekoch Johann Lafer beim BEM auf der eCarTec 2010<br />

zum Thema Schirmherschaft eat&charge<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2010<br />

• BEM-Geschäftsführer Frank Müller auf der E-world 2011 in<br />

der Reihe Interviews zum Status Quo der Elektromobilität<br />

• Bundesverband eMobilität auf der E-world 2011<br />

weitere Informationen unter<br />

www.bem-ev.de/enews/bem-tv<br />

oder auch auf unserem YouTube-Kanal<br />

www.youtube.com/<strong>NEUE</strong>MOBILITAET<br />

12 Neue Mobilität Neue Mobilität 13


Michelin Challenge Bibendum Berlin 2011 Michelin Challenge Bibendum Berlin 2011<br />

BEM-Gemeinschaftsstand auf der Michelin Challenge Bibendum<br />

Eine nachhaltige Neue Mobilität ist sowohl Ziel der Challenge Bibendum als auch<br />

des Bundesverbands eMobilität. Deshalb wird der BEM gemeinsam mit seinen Mitgliedern<br />

und Partnern aktiv auf einer der spannendsten Ausstellungsflächen der<br />

Welt präsent sein. Bitte kontaktieren Sie BEM-Geschäftsführer Frank Müller, falls<br />

Sie Interesse an der Teilnahme am BEM-Gemeinschaftsstand haben.<br />

Challenge Bibendum 2011<br />

Besuchen Sie uns vom 21. bis 22. Mai auf dem Tempelhofer Feld.<br />

Wir freuen uns auf interessante Gespräche..!<br />

Mobilitätsgipfel kommt im Mai 2011 nach Berlin<br />

Tempelhofer FELD BERLIN<br />

Über 5.000 internationale Fachbesucher und Medienvertreter<br />

und 1.000 Studenten werden zur elften Auflage der<br />

Michelin Challenge Bibendum vom 18. bis 22. Mai 2011 in<br />

Berlin-Tempelhof erwartet. Automobilhersteller, Zulieferer,<br />

Energieversorger sowie Entscheidungsträger aus Politik und<br />

Wirtschaft werden zukunftsweisende technische Lösungen<br />

rund um das Thema »nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr«<br />

präsentieren.<br />

Taufpate der Veranstaltung ist das bekannte Michelin-Männchen.<br />

Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens initiierte<br />

Michelin 1998 die Challenge Bibendum, die sich mit dem<br />

nachhaltigen Straßenverkehr für die Zukunft auseinandersetzt.<br />

Die als Non-Profit-Plattform konzipierte Veranstaltung<br />

wird seither vom französischen Reifenhersteller zusammen<br />

mit Partnern aus der Automobilindustrie und der Energieversorgung<br />

organisiert. Auch Forschungseinrichtungen sowie<br />

zahlreiche nationale und internationale Organisationen<br />

unterstützen die Veranstaltung, die zwischenzeitlich in verschiedenen<br />

Teilen der Welt Station gemacht hat. Nach 2002<br />

kommt die Challenge Bibendum jetzt ein zweites Mal nach<br />

Deutschland und erstmals in die Hauptstadt.<br />

www.michelin.de<br />

Veranstaltungsmotto »sauber, sicher, vernetzt«<br />

Auch die diesjährige Veranstaltung findet unter dem Motto<br />

»sauber, sicher, vernetzt« statt. Die Überschrift definiert die<br />

wichtigsten Anforderungen an die Mobilität von morgen.<br />

Heute verbrauchen Kraftfahrzeuge täglich weltweit 85 Millionen<br />

Barrel Erdöl und belasten die Umwelt jedes Jahr mit<br />

fünf Milliarden Tonnen CO2. Die saubere Mobilität setzt auf<br />

effizientere Antriebstechnologien und umweltschonende<br />

Kraftstoffe, die nicht in erster Linie auf Erdöl, sondern auf<br />

verschiedenen Energieträgern basiert.<br />

Ein zweiter wichtiger Aspekt der Mobilität der Zukunft ist<br />

die Sicherheit. Dies betrifft sowohl die Fahrzeuge selbst als<br />

auch den gesamten Straßenverkehr mit seinen unterschiedlichen<br />

Teilnehmern. Fahrzeugentwickler stehen heute vor der<br />

Herausforderung, aus Gründen der Effizienz das Fahrzeuggewicht<br />

zu verringern, ohne dabei Abstriche beim Insassenschutz<br />

zu machen.<br />

Ideale Bedingungen am ehemaligen Flughafen Tempelhof<br />

Veranstaltungsort ist der frühere Flughafen Tempelhof. Er<br />

bietet aufgrund seiner Möglichkeiten und Weitläufigkeit<br />

ideale Bedingungen für die Teilnehmer, ihre Fahrzeuge und<br />

Zukunftstechnologien zu präsentieren. Rund 200 Fahrzeuge<br />

mit innovativen Antriebstechnologien werden in Berlin vorgestellt.<br />

Dazu gehören Zweiräder, Elektroroller, PKW, Transporter<br />

sowie Busse und schwere Nutzfahrzeuge. Die meisten<br />

Fahrzeuge können von den Besuchern in Testfahrten auf<br />

dem Gelände selbst gefahren werden.<br />

Workshops und Konferenzen<br />

An den ersten drei Tagen richtet sich die Challenge Bibendum<br />

in erster Linie an das internationale Fachpublikum und<br />

die Medienvertreter. Es werden über 500 Journalisten aus<br />

allen Teilen der Welt erwartet. Breiten Raum bei der Challenge<br />

Bibendum nehmen Workshops und Konferenzen zu<br />

den Schlüsselthemen »sauber, sicher, vernetzt« ein. In über<br />

einem Dutzend Arbeitsgruppen diskutieren Experten unter<br />

Ausschluss der Öffentlichkeit die relevanten Themen im<br />

Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität. Die Ergebnisse<br />

werden allen Teilnehmern im Anschluss präsentiert und im<br />

Rahmen eines halbtägigen Forums am 20. Mai mit Entscheidungsträgern<br />

aus Politik und Wirtschaft sowie Verkehrsund<br />

Umweltexperten erörtert.<br />

Die Elektromobilität ist bei den Workshops und Konferenzen<br />

ein Schwerpunktthema. Einerseits geht es um den ökonomisch<br />

und ökologisch richtigen Weg in Richtung einer nachhaltigen<br />

Mobilität. Andererseits interessiert das Thema Batterien,<br />

technische Innovationen, Sicherheitsfragen, Kosten,<br />

Verfügbarkeit, Schnellladesysteme, Lebensdauer usw. Eine<br />

Konferenz befasst sich mit den Problemen der Großstädte.<br />

Wohin entwickeln sich die Transportsysteme? Wie sieht es<br />

in Sachen Infrastruktur aus? Ist die emissionsfreie Stadt<br />

eine Utopie?<br />

Rallye und Fahrzeugdemonstrationen<br />

Bei der Challenge Bibendum steht neben der Theorie die<br />

praktische Anwendung im Mittelpunkt. Im Rahmen einer<br />

300 Kilometer langen Rallye auf öffentlichen Straßen rund<br />

um Berlin müssen die teilnehmenden Serien- und Prototypen-Fahrzeuge<br />

ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.<br />

Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg<br />

stehen verschiedene Fahrtests zur Manövrierfähigkeit auf<br />

dem Programm. Bei den Fahrtests werden Geräuschentwicklung,<br />

Beschleunigung, Bremsweg und Handlingeigenschaften<br />

geprüft. Für Elektrofahrzeuge mit einer geringeren<br />

Reichweite wird auf dem Flughafenvorfeld ein 30 Kilometer<br />

langer Rundkurs eingerichtet, auf dem die typischen Anforderungen<br />

innerstädtischen Fahrens abgebildet werden.<br />

Abgerundet werden die Testaktivitäten mit einer Bewertung<br />

der Fahrzeugdesigns.<br />

Nähere Infos unter www.challengebibendum.de<br />

14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15


Hannover Messe 2011<br />

Hannover Messe 2011<br />

Mobilität der Zukunft<br />

Leitmesse MobiliTec auf der Hannover Messe vom 04. bis 08. April 2011<br />

Int. Leitmesse für hybride & elektrische Antriebstechnologien, mobile Energiespeicher und alternative Mobilitätstechnologien<br />

Industriekonsortium an der Kommerzialisierung dieses<br />

Fahrzeugs, einschließlich der Produktion einer Kleinserie.<br />

Speichertechnologien sind gefragt<br />

Ein wichtiger Bestandteil und Kostentreiber aller E-Prototypen<br />

ist das Batteriesystem. Bei Fraunhofer arbeiten allein elf<br />

Institute daran, die Sicherheit, Langlebigkeit und die Effizienz<br />

von Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern. Ein Fokus<br />

liegt beispielsweise auf dem Energiemanagementsystem,<br />

das anhand von verschiedenen Parametern den Lade- und<br />

Alterungszustand jeder einzelnen Batteriezelle misst und einem<br />

möglichen Ausfall der Batterie gegensteuert.<br />

Ob der Werkstoff Lithium überhaupt künftig in ausreichender<br />

Menge vorhanden sein wird, untersucht eine Metastudie des<br />

Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung<br />

Baden-Württemberg (ZSW). Sie kommt zu dem Schluss, dass<br />

ausreichend identifizierte Lithium-Quellen vorhanden oder<br />

geplant sind, um in den nächsten Jahren genügend Batterien<br />

zu erzeugen, weist aber auch auf Unsicherheiten durch den<br />

überwiegenden Abbau in politisch instabilen Ländern hin.<br />

Alle noch zu klärenden Fragen rund um das Thema Elektromobilität<br />

werden im Rahmen der MobiliTec vom 04. bis 08.<br />

April 2011 auf der HANNOVER MESSE diskutiert.<br />

Hubertus von Monschaw<br />

verantwortlich für die Energiethemen der Hannover Messe<br />

www.hannovermesse.de<br />

Um Menschen und Güter auch in Zukunft schnell, sicher und<br />

komfortabel, gleichzeitig aber auch effizient und ressourcenschonend<br />

befördern zu können, brauchen wir neue Formen<br />

der Mobilität. Zu den wichtigsten Forschungsschwerpunkten<br />

zählt die Entwicklung neuer Antriebssysteme, Kraftstoffe und<br />

Speichertechnologien. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung,<br />

so soll Deutschland in den nächsten zehn Jahren<br />

zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Eine komplexe<br />

Aufgabe angesichts der Tatsache, dass dafür gleich zwei<br />

komplette Wertschöpfungsketten - einerseits die des Automobilbaus,<br />

andererseits die des Energiesektors - auf den<br />

Kopf gestellt werden müssen. Das kann nur funktionieren,<br />

wenn Hersteller, Zulieferer und wissenschaftliche Einrichtungen<br />

in einen engen Dialog treten und gemeinsam vorgehen.<br />

Die HANNOVER MESSE bietet dafür mit der Leitmesse<br />

MobiliTec den idealen Rahmen und begleitet die Technologietrends<br />

und Spannungsfelder der Elektromobilität.<br />

berücksichtigen, dass das Fahrzeug der Zukunft nur erfolgreich<br />

sein kann, wenn es zum »elektromobilen Gadget« wird,<br />

neugierig macht und den Konsumenten einen deutlichen<br />

Mehrwert in Form von neuen Erfahrungswelten bietet.<br />

Die Chancen, das Elektroauto attraktiv zu machen und<br />

ein neues Mobilitätsgefühl zu erzeugen, stehen gar nicht<br />

schlecht: So erlauben stufenlose Regelbarkeit und rasche<br />

Reaktionszeit des elektrischen Antriebs schon heute ein<br />

neues Fahrgefühl. Außerdem eröffnet die Neuanordnung<br />

des Antriebsstrangs Raum für visionäres Karosserie-Design<br />

sowie zusätzliche Sicherheitsfunktionen. Denkt man Elektromobilität<br />

konsequent neu, darf man auch Carsharing- und<br />

Infrastruktur-Konzepte, die gleich mehrere unterschiedliche<br />

Fortbewegungsmittel einbeziehen, nicht außer Acht lassen.<br />

Anstatt ein komplettes Fahrzeug zu kaufen, bezahlt der künftige<br />

Verkehrsteilnehmer nur noch für die nötige Mobilität.<br />

Der Bundesverband eMobilität auf der Hannover Messe<br />

Die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe bietet mit der Leitmesse MobiliTec eine ideale Plattform für den Bundesverband<br />

eMobilität, um die Vernetzung der unterschiedlichen Elektromobilitätsplayer weiter zu beschleunigen. Auf dem Stand<br />

des BEM-Mitglieds Veloform Media haben Sie die Möglichkeit BEM-Geschäftsführer Frank Müller vor Ort zu treffen. Für<br />

vorherige Terminabsprachen wenden Sie sich bitte direkt an klaus.bergerfurth@bem-ev.de<br />

Besuchen Sie uns am Veloform-Stand G17 in Halle 8 - wir freuen uns auf gute Gespräche!<br />

2000 Projekte pro Jahr sprechen für sich<br />

Elektromobilität beschränkt sich nicht auf die Entwicklung<br />

von elektrisch angetriebenen Autos. Vielmehr entsteht zurzeit<br />

ein ganzer Markt mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen,<br />

die von der Entwicklung des Antriebsstrangs über<br />

neue Speicher bis zur Ökostromtankstelle und von der Bordelektronik<br />

über Rohstoffverfügbarkeit bis zur Einbindung von<br />

Mobilitätskonzepten in das Smart Grid reichen. Dieser neu<br />

entstehende Wirtschaftszweig verlangt plötzlich neue Allianzen<br />

zwischen Energie, IKT, Chemie, Automobil-, Zuliefererindustrie,<br />

Forschung, Infrastruktur und Politik. Nach anfänglichen<br />

Schwierigkeiten ziehen nun alle an einem Strang, um<br />

Konzepte, Prototypen und Feldversuche rasch umzusetzen.<br />

In der neuesten E-Mobility-Studie des VDE geben 64% der<br />

Deutschen an, dass sie bereit wären, sich ein Elektroauto<br />

anzuschaffen. Die Studie bescheinigt Deutschland zudem<br />

eine gute Technologieposition bei elektrischen Antrieben,<br />

Energietechnik, Mikroelektronik/Embedded Systems sowie<br />

generellem Systemwissen und Sicherheit. Dagegen hat der<br />

Bereich Batterien, der mit 70% der Wertschöpfung besonders<br />

lukrativ ist, großen Nachholbedarf gegenüber der internationalen<br />

Konkurrenz. Neuentwicklungen müssen zudem<br />

Elektromobilität ganzheitlich denken<br />

Bevor die Elektromobilität in dieser Form auf allen Ebenen<br />

umgesetzt werden kann, bleibt jedoch noch viel zu tun. Förderungen<br />

für Projekte werden in Deutschland bis dato eher<br />

spärlich und nur punktuell getätigt. Die Nationale Plattform<br />

für Elektromobilität warnt bereits, dass das Land im globalen<br />

Wettbewerb den Kürzeren ziehen könnte, wenn nicht schleunigst<br />

Milliardeninvestitionen fließen. Nichtsdestotrotz bilden<br />

sich immer mehr Kooperationen im Forschungs- und Industriebereich,<br />

die bereits begonnen haben, die Zukunft der<br />

Mobilität zu gestalten. Nach anfänglichen Nischenentwicklungen<br />

gehen immer mehr Akteure dazu über, sich zu vernetzen<br />

und ein ganzheitliches Elektromobilitätskonzept zur Basis<br />

ihrer Arbeit zu machen. So koordiniert die RWTH Aachen<br />

über ihre Geschäftsstelle Elektromobilität die Forschung von<br />

mehr als 30 Hochschulinstituten. Ein Ziel dieser Zusammenarbeit,<br />

die auch die Industrie mit einbindet, ist die Entwicklung<br />

und Vermarktung des eFahrzeugs Streetscooter. Dieses<br />

kompakte, urbane Elektroauto wird an der Hochschule als<br />

Innovationsplattform konzipiert, auf der anwendungsnahe<br />

Forschungsaktivitäten der verschiedenen Institute abgebildet<br />

werden können. Parallel arbeitet ein kooperierendes<br />

Akkreditiertes Prüflabor<br />

Zertifizierungsstelle<br />

16 Neue Mobilität Tel. 09424 9481-0 www.mikes-testing-partners.com<br />

Neue Mobilität 17<br />

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mikes-testingpartners gmbh<br />

Fahrzeuge<br />

Fahrzeugkomponenten<br />

Hochvoltsicherheit<br />

Prüfung nach OEM Standards<br />

und richtlinienkonforme<br />

Zulassungsprüfungen.<br />

Unser Dienstleistungsspektrum<br />

umfasst zusätzlich:<br />

EMV, Funk, Sicherheit, Umwelt<br />

und Metrologie


Festival of Lights<br />

The Electric Avenue<br />

7. Festival of Lights setzt 2011<br />

Themenschwerpunkt auf<br />

Energie und eMobilität<br />

Vergangenheit trifft Zukunft<br />

Interview mit Roland Bosch, Messe Friedrichshafen<br />

Berliner Dom und Fernsehturm während des Festival of lights vom 12. bis 23. Oktober 2011<br />

Das Festival of Lights Berlin wird 2011 einen Schwerpunkt<br />

auf die Themen Energie und eMobilität setzen. Dazu ist eine<br />

enge Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Bundesverband<br />

eMobilität vereinbart.<br />

Einzigartige Präsentationen von Energie und Mobilität im<br />

Festival of Lights möglich<br />

Die Kooperation ermöglicht dem Bundesverband und seinen<br />

Mitgliedern und Unterstützern sich selbst umfassend<br />

und einzigartig im Festival zu präsentieren. Zum Beispiel<br />

mit Patenschaften von Illuminationen Berliner Wahrzeichen,<br />

Präsentationen von eCars auf den bekanntesten Plätzen Berlins,<br />

LightRallyes mit eCars, einer Präsenz bei der Festivaleröffnung<br />

mit dem Regierenden Bürgermeister, der erneut<br />

die Schirmherrschaft über das Festival übernommen hat,<br />

inkl. TV-Liveübertragung direkt vom Festival-Zentrum am<br />

Potsdamer Platz oder redaktionell auf mehreren Seiten in<br />

der 20-seitigen Sonderbeilage der Berliner Morgenpost.<br />

Das weltweit größte Illuminationsfestival hat sich zu einem<br />

der bedeutendsten internationalen Public Events der Stadt<br />

entwickelt. Für knapp zwei Wochen, vom 12. bis 23. Oktober,<br />

verwandeln nationale und internationale Lichtkünstler und<br />

Designer die deutsche Hauptstadt in eine einzigartige Ausstellungsfläche.<br />

Weltberühmte Wahrzeichen, Kulturdenkmäler,<br />

Gebäude und Plätze werden völlig neu in Szene gesetzt.<br />

Alle Illuminationen sind öffentlich und kostenfrei zu besuchen.<br />

Die Lichtkunst-Ausstellungen und viele außergewöhnliche<br />

Veranstaltungskonzepte wie z.B. das Grand Opening, der<br />

GourmetZauber, die Nacht der offenen Türen und erstmalig<br />

der Festival-of-Lights-Ball bis hin zum City LightRun runden<br />

das Programm des Festivals ab. Vom Festival-Zentrum starten<br />

viele der attraktiven LightSeeing-Touren. Neben den Festivalbesuchern<br />

nutzen auch viele Firmen die Touren mit den<br />

LightLinern, LightShips, LightVelos, LightSegways u.v.a. für<br />

Kundenveranstaltungen und Incentives.<br />

Seit 2005 ist das Festival ein Publikumsmagnet für Millionen<br />

von Menschen aus der ganzen Welt. Mit jährlich über einer<br />

Million Besuchern, über 528 Mio. Medienkontakten und mehr<br />

als 450.000 Übernachtungen stellt das Festival einen wichtigen<br />

Tourismusmagnet und Wirtschaftsfaktor für Berlin dar.<br />

Werden auch Sie Teil des Festivals of Light und machen Sie<br />

Elektromobilität für alle sichtbar!<br />

Holger Meyer<br />

Projektmanagement Festival of Lights<br />

holger.meyer@festival-of-lights.de<br />

www.festival-of-lights.de<br />

Was erwartet die Besucher und Aussteller auf der diesjährigen<br />

»the electric avenue«? Wo liegen die Schwerpunkte?<br />

Die Messe wird auch in diesem Jahr parallel zur Oldtimermesse<br />

KLASSIKWELT BODENSEE stattfinden. Nach dem Motto:<br />

»Vergangenheit trifft Zukunft« hat sich diese Kombination<br />

bei den 42.000 Besuchern mehr als bewährt.<br />

Ein besonderes Highlight dieser B2C-Messe ist auch in diesem<br />

Jahr der große Messerundkurs, bei dem leistungsstarke<br />

Elektroautos wie der Tesla ihr unglaubliches Leistungsspektrum<br />

demonstrieren können. Wir hoffen, dass es in diesem<br />

Jahr zu einem Kräftemessen mit dem e-WOLF kommen wird.<br />

Spannend wird auch die Vergabe des e-car-awards, der von<br />

der Zeitschrift Auto Test als Leserwahl durchgeführt und<br />

final auf der Messe vergeben wird. Die Auszeichnung wird<br />

in den drei Kategorien »Fahrzeug«, »Technik« und »Person«<br />

verliehen. Im B2B-Bereich findet der zweite INCOVison Fachkongress<br />

mit neuesten Erkenntnissen rund um das Thema<br />

Neue Mobilität statt.<br />

Als primäres Ziel der Messe »the electric avenue« sehen wir<br />

die umfassende Information potentieller Käufer von Elektrofahrzeugen.<br />

Im Gegensatz zur eCarTec München, die den B2B-<br />

Bereich bedient, soll die Messe am Bodensee automobilaffine<br />

Menschen davon überzeugen, dass es bereits heute<br />

technisch ausgereifte und kaufbare Elektrofahrzeuge gibt.<br />

Wann rechnen Sie mit dem eAuto als Massenprodukt?<br />

Ab 2012 sehen wir Licht am Horizont. Es wird aber sicherlich<br />

noch mehrere Jahre dauern bis die Elektromobilität sich<br />

flächendeckend etabliert. Die Prognose von einer Million<br />

Elektrofahrzeuge bis 2020 halten wir für optimistisch, aber<br />

machbar.<br />

Die Messe Friedrichshafen war übrigens bereits vor rund<br />

20 Jahren bei der damaligen Automesse RMF (Rennsport-<br />

Motor-Freizeit) mit Sonderschauen zum Thema Elektromobilität<br />

aktiv mit dabei. Die große Begeisterung damals<br />

wich aber einer baldigen Resignation. Über nahezu zwei Dekaden<br />

verschwand das Thema Elektromobilität von einem<br />

Tag zum anderen aus dem Bewusstsein der Menschen. Vor<br />

rund drei Jahren ist das Thema nun wieder massiv ins Bewusstsein<br />

der Menschen gerückt. Von einer »Goldgräberstimmung«<br />

kann man aber zumindest in Deutschland aufgrund<br />

unklarer politischer Rahmenbedingungen derzeit<br />

nicht sprechen. Aktuelle Aussagen von Audi-Chef Rupert<br />

Stadler lassen jedoch die Hoffnung zu, dass der »Point of no<br />

return« überwunden ist.<br />

Roland Bosch<br />

Messe Friedrichshafen GmbH<br />

www.messe-friedrichshafen.de<br />

18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19


Sie wollen die Energie der Sonne nutzen?<br />

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Neue Mobilität 21


Historische ElektroFahrzeuge - 130 Jahre eAuto<br />

Historische ElektroFahrzeuge - 130 Jahre eAuto<br />

130 Jahre eAuto<br />

1888 Flockenwagen, erstes deutsches eAuto, ca. 1 PS, erstes eAuto auf 4 Rädern, vermutlich bis zu 15 km/h, ca. 40 km Reichweite<br />

Quelle: Franz Haag<br />

1905 Siemens Elektrische Viktoria, 4,2 PS, 30 km/h Spitze, 80 - 100 km Reichweite; Quelle: Siemens AG<br />

Elektromobilität ist in aller Munde. Das war bereits vor 130<br />

Jahren so. 1881 feierte das erste Elektroauto von Gustave<br />

Trouvé seine Straßenpremiere. Fünf Jahre bevor an fossil<br />

betriebene Automobile überhaupt zu denken war. In diesem<br />

Jahr feiern wir demnach nicht nur den 125. Geburtstag des<br />

ersten fossil betriebenen Automobils von Carl Benz sondern<br />

auch 130 Jahre eAutomobil.<br />

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erlebten Elektroautos<br />

ihre erste Blütezeit. Damals waren weit mehr elektrisch<br />

angetriebene Fahrzeuge auf Europas und Amerikas Straßen<br />

zu finden als solche mit Verbrennungsmotoren. Auch wenn<br />

in der Folgezeit der Verbrennungsmotor durch Fließbandfertigung,<br />

höhere Reichweiten und nicht zuletzt durch die<br />

Einführung des elektrischen Starters mehr und mehr zur dominierenden<br />

Antriebsart wurde, gab es immer wieder neue<br />

Modelle, Prototypen oder Kleinserien mit einem rein- oder<br />

teilelektrischen Antriebsstrang.<br />

Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stehen die Zeichen<br />

für eine Renaissance der Elektromobilität nun erstmals<br />

wieder gut. Fuhrparkmanager erkennen das Potential der<br />

elektrisch basierten Mobilitätsalternative, erste Firmen- und<br />

Taxiflotten werden mit eAutos bestückt und damit die Sicht-<br />

barkeit von Elektromobilität in der Gesellschaft signifikant<br />

erhöht. So wie schon vor 130 Jahren.<br />

Elektromobilität ist die Zukunft. Aber nur, wenn wir aus den<br />

Entwicklungen und Hindernissen der Vergangenheit lernen.<br />

Welche Ereignisse haben die erste Hochphase der Elektromobilität<br />

begünstig? Welche Entwicklungen und äußeren<br />

Umstände haben letztendlich dazu geführt, dass sich fossile<br />

Antriebe durchgesetzt haben? Welche technischen Entwicklungen<br />

lassen sich noch heute sinnvoll umsetzen bzw. weiter<br />

entwickeln? Und aus welchen vergangenen Erfahrungen<br />

lässt sich heute noch lernen?<br />

Diesen und anderen Fragen gehen wir im folgenden Themenschwerpunkt<br />

nach. Neben den historischen Meilensteinen<br />

stellen wir Ihnen die interessantesten eAutos der letzten<br />

Jahrzehnte vor. In verschiedenen Artikeln erfahren Sie außerdem<br />

mehr über die elektrischen Anfängen der Automobilhersteller,<br />

die ersten Versuche der Energieversorger das Thema<br />

erfolgreich zu besetzen und über technische Entwicklungen,<br />

die heute wieder zum Einsatz kommen.<br />

Lassen Sie sich von uns in die Vergangenheit der Elektromobilität<br />

entführen.<br />

1899<br />

La Jamais Contente<br />

1900<br />

Lohner-Porsche<br />

1904<br />

Columbia<br />

1907<br />

Detroit Electric<br />

1908<br />

Mercedes Electrique<br />

1919<br />

Electric Chesterfield<br />

Brougham<br />

1941<br />

Peugeot VLV<br />

1947<br />

Nissan Tama<br />

Electric Car<br />

1969<br />

BMW 1602<br />

1972<br />

Mercedes Elektrobus<br />

22 Neue Mobilität Quellen: v.l. La Jamais Contente: Michelin AG; Lohner Porsche: Porsche AG; Columbia: Technikmuseum Sinsheim;<br />

Quellen: v.l. Rauch und Lang: Kurt SigL; Peugeot VLV: Peugeot Deutschland GmbH;<br />

Neue Mobilität 23<br />

Detroit Electric: Automuseum Melle; Mercedes Electrique: Daimler AG<br />

Nissan Tama: Nissan Europe GmbH; BMW 1602: BMW AG; Mercedes Elektrobus: Daimler AG


Historische ElektroFahrzeuge - David Nanni<br />

Historische ElektroFahrzeuge - David Nanni<br />

Nur wer die Vergangenheit<br />

kennt, hat eine Zukunft.<br />

Zitat Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), von David Nanni<br />

Als Wilhelm von Humboldt im Jahr 1789 zu einer Bildungsreise<br />

nach Paris aufbricht, ahnt er bereits, dass er Augenzeuge<br />

revolutionärer Veränderungen werden wird. Nur wenige<br />

Wochen zuvor fand der Sturm auf die Bastille durch das<br />

französische Volk statt. Doch was verbindet uns heute mit<br />

Humboldts Paris des endenden 18ten Jahrhunderts?<br />

Es ist nicht weniger, als die elektrische Revolution der automobilen<br />

Massen, deren Augenzeuge und Gestalter wir gerade<br />

werden. Doch der Reihe nach.<br />

Genau 110 Jahre später, am 29. April 1899, wird Paris erneut<br />

zum Schauplatz einer kleinen Revolution. Camille Jenatzy,<br />

belgischer Rennfahrer und Taxi-Unternehmer, durchbricht<br />

mit seinem zigarrenförmigen Gefährt »La Jamais Contente«<br />

erstmals die Rekordmarke von 100 km/h - und zwar in einem<br />

Elektromobil. Ein Jahr später, am 14. April 1900, öffnet die<br />

Weltausstellung in Paris ihre Pforten. Dem staunenden Publikum<br />

präsentiert die Firma k.u.k.-Hofwagen-Fabrik Jakob<br />

Lohner & Co. aus Wien, später besser bekannt durch ihren<br />

damals erst 25-jährigen Cheftechniker Ferdinand Porsche,<br />

ein durch zwei Radnabenmotoren angetriebenes Elektrofahrzeug.<br />

Im selben Jahr wird auf Basis dieses Fahrzeugs<br />

das erste allradangetriebene Fahrzeug der Welt entwickelt.<br />

Der Lohner-Porsche, wie er auch genannt wird, verfügt in der<br />

Rennversion bereits über vier Radnabenmotoren mit je 2,5<br />

PS Leistung. Der Vorläufer moderner Radnabenboliden, wie<br />

zum Beispiel des Lightning GT, ist geboren. Ferdinand Porsche<br />

überführt den Wagen, der eigens für den passionierten<br />

Hobbyrennfahrer E.W. Hart aus England gebaut wurde, übrigens<br />

höchst persönlich nach Luton, nördlich von London.<br />

Die Ehre, das erste eAuto erfunden zu haben, gebührt jedoch<br />

einem Franzosen. Der Physiker M. Gustave Trouvé stellte<br />

bereits 1881 auf der Exposition d’Electricité sein dreirädriges<br />

Gefährt vor, das mit sechs Blei-Akkus und zwei Elektromotoren<br />

bestückt war und eine Geschwindigkeit von 12 km/h<br />

erreichte. Also gut vier Jahre bevor Daimler und Maybach<br />

ihren benzingetriebenen Reitwagen, und fünf Jahre bevor<br />

Karl Benz seinen »Patentmotorwagen« mit Verbrennungsmotor<br />

vorstellten. Möglich war das durch die Tatsache, dass<br />

im Jahre 1880 der Blei-Akku Serienreife erlangte und somit<br />

industriell herstellbar war.<br />

An dieser Stelle zeigt uns die Geschichte bereits, dass die<br />

Entwicklung des Elektromobils nicht losgelöst von der Entwicklung<br />

der Batterietechnologie betrachtet werden kann.<br />

Weder damals noch heute und erst recht nicht in Zukunft.<br />

Der Italiener Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Volta<br />

erfindet um das Jahr 1800 die erste Batterie der Welt, die<br />

später als sogenannte Volta’sche Säule Einzug in die Lehrbücher<br />

halten wird. Durch übereinander gestapelte Zink- und<br />

Kupferplatten, die durch in Salzlösung getränkte Pappe voneinander<br />

getrennt waren, liefert dieses elektrochemische<br />

Kraftwerk den ersten Strom aus einer Batteriequelle. Im<br />

Jahre 1801 spielt dann auch diese Erfindung wieder vor französischer<br />

Kulisse eine Hauptrolle. Volta reist, wie Jahre vor<br />

ihm Wilhelm von Humboldt, nach Paris und stellt Napoleon<br />

Bonarparte seine Erfindung vor. Hierfür wird er vom Institute<br />

de France mit der Ehrenmedaille in Gold ausgezeichnet und<br />

erhält zudem von Napoleon eine üppige Pension.<br />

Was danach in Bezug auf die Weiterentwicklung der Batterietechnik<br />

folgt, geschieht allerdings eher nach dem Prinzip<br />

Evolution statt Revolution. Und die Evolution hat eines im<br />

Überfluss: Zeit! Über viele Entwicklungsstufen der letzten<br />

200 Jahre hinweg müssen wir heute feststellen, dass auch<br />

die aktuellste Batterietechnik in der Praxis weniger als 1/100<br />

der Energiedichte (gemessen in Wh/kg) fossiler Brennstoffe<br />

wie Benzin oder Diesel besitzt.<br />

Diese Erkenntnis schlägt sich zwangsläufig in einer Reichweitenbegrenzung<br />

nieder, von der Experten sagen, dass diese<br />

im Durchschnitt bei 200 km, bei zugrunde gelegten 150<br />

Wh/kg, liegen wird. Für einen Großteil der Fahrstrecken im<br />

Alltag ist dieser Wert jedoch völlig ausreichend und daher<br />

massenmarkttauglich - ein entscheidender Faktor, um zukünftig<br />

die Herstellkosten der Batterien zu senken.<br />

Wirft man einen Blick auf einige der heutigen Geschäftsmodelle<br />

entlang der Wertschöpfungskette elektrischer Mobilität,<br />

so wecken diese bei genauerer Betrachtungsweise Erinnerungen<br />

an bereits Dagewesenes.<br />

Nimmt man nur zum Beispiel das Wechsel-Akku-Konzept von<br />

BETTER PLACE Gründer Shai Agassi, so haben bereits Erfinder<br />

im 19. Jahrhundert mit Wechsel-Deichseln an Kutschen experimentiert.<br />

Für die Kurzstrecke gab es eine Version mit Elektroantrieb,<br />

für die längeren Überlandfahrten stand eine benzingetriebene<br />

Variante zur Verfügung. Der Umbau soll dabei<br />

ebenfalls nur wenige Minuten gedauert haben.<br />

Zugegeben, auch wenn dieser Vergleich etwas hinkt, so<br />

sind es im Kern doch die selben Erfolgsfaktoren geblieben<br />

- damals wie heute - die auch darüber entscheiden, wie wir<br />

uns zukünftig von A nach B bewegen werden: Reichweite,<br />

Alltagsnutzen, Kosten und Infrastruktur stellen, zusammen<br />

mit einem modernen Umweltverständnis, die Leitplanken<br />

dar. Politischer und institutioneller Wille, sowie die nicht zu<br />

unterschätzende, plötzlich auftretende Nachfrage-Dynamik<br />

in modernen Märkten, werden mit über die Geschwindigkeit<br />

entscheiden, mit der wir diesen Weg zurücklegen.<br />

Den Fokus bei der Erschließung der elektromobilen Massenmärkte<br />

auf Flottenkunden zu legen, klingt vor dem historischen<br />

Hintergrund, dass die Mehrheit der Taxen in New York<br />

und Paris um das Jahr 1900 schon einmal elektrisch fuhren,<br />

konsequent und folgerichtig. Sogar Busse und Lieferfahrzeuge<br />

waren soweit alltagstauglich elektrifiziert, dass zu jener<br />

Zeit bereits eine große Anzahl von Gütern und Personen<br />

zuverlässig befördert werden konnte.<br />

Um künftig jedoch breite Bevölkerungsschichten zu erreichen,<br />

muss das Erlebnis von Elektromobiliät flächendeckend,<br />

sozusagen als emotionale »Selbst-Erfahrung« und<br />

als zielgruppenspezifisches Angebot zur Verfügung gestellt<br />

werden. Sei es der Elektromietwagen für den modernen Geschäftsreisenden,<br />

das Carsharing-Angebot in der Großstadt<br />

oder die Elektro-Enduro für den Hobby Moto Crosser, der<br />

am Wochenende auf der Rennstrecke Ausgleich zum Alltag<br />

sucht: Allen ist gemeinsam, dass sie als Multiplikatoren und<br />

Botschafter der elektrischen Idee fungieren werden. Ihre<br />

Begeisterung teilen sie in sozialen Netzwerken und wecken<br />

Interesse durch persönliche Empfehlung.<br />

So bleibt es spannend zu beobachten, welche Automobile<br />

es in Zukunft schaffen, in Comics oder Computerspielen verewigt<br />

zu werden. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt,<br />

der Detroit Electric, hat es schon geschafft und wurde dabei<br />

von niemand geringerem als Oma Duck aus Entenhausen<br />

gefahren. Manchmal hat man eben schon in Kindertagen die<br />

Zukunft vor Augen und erkennt die wahre Bedeutung doch<br />

erst Jahre später.<br />

David Nanni / david@nanni.de / www.nanni.de<br />

24 Neue Mobilität


Historische ElektroFahrzeuge - Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />

Historische ElektroFahrzeuge - Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />

Über die Elektricität auf<br />

Landwegen<br />

Dipl.-Ing. (FH) Erik Eckermann<br />

Zitat aus dem MOTORWAGEN (1898)<br />

»Die Elektricität«, so prophezeite DER MOTORWAGEN 1898,<br />

»wird im kommenden Jahrhundert die bewegende Kraft sein<br />

für elegante Fiaker und für Luxuswagen in Städten..«, der<br />

Benzinwagen hingegen sei prädestiniert »für schnelle Fahrten,<br />

große Reisen und weite Ausflüge über Land«.<br />

Mit Prognosen sollte man vorsichtig sein, und so griff auch<br />

Deutschlands älteste Motorzeitschrift um mehr als 100 Jahre<br />

daneben. Hellsichtig dagegen die Aufgabenteilung: Elektroautos<br />

für die Stadt, Verbrennungsmotoren für Mittel- und<br />

Langstrecken. Der Vorschlag wird auch heute wieder von klugen<br />

Köpfen vorgebracht, nur dass wir für »weite Ausflüge«<br />

gern einen Hybrid als Beruhigungspille und Reichweitenverlängerer<br />

an Bord hätten. Damit sprach der MOTORWAGEN<br />

schon damals einen Systemwechsel an, der uns demnächst<br />

ins Haus stehen wird: Mit nur einem Auto, mit nur einem Antriebssystem<br />

Stadt- und Fern-, Berufs- und Urlaubsverkehr<br />

bewältigen zu wollen, ist unwirtschaftlich. In Zukunft also<br />

Diversifizierung der Verkehrsmittel und -antriebe je nach<br />

Einsatzzweck statt Monopolstellung des Verbrennungsmotors<br />

als Universalantrieb.<br />

Das hatten die Amerikaner vor langer Zeit verinnerlicht. Den<br />

Verkehr zwischen den im weiten Kontinent isoliert liegenden<br />

Kommunen übernahm die Eisenbahn, in den Ortschaften<br />

selbst spielten Elektro- und Dampfwagen, beide mit einem<br />

begrenzten Aktionsradius, ihre Vorteile aus. Die Electric<br />

Vehicle Co. eröffnete 1898 in New York die weltweit größte<br />

Ladestation, in der dank hydraulischer Hebezeuge und<br />

elektrisch angetriebener Förderbänder der Batteriesatz ihrer<br />

Taxen innerhalb von 75 Sekunden ausgetauscht werden<br />

konnte - Vorläufer und Vorbild für das Better Place-Wechselsystem,<br />

mit dem uns Shai Agassi heute, über ein Jahrhundert<br />

später, aufs Neue beglücken möchte. Entlang der<br />

Atlantikküste entstanden Ladestationen auch für gewerbliche<br />

und Privat-Elektroautos. Die eAuto-Industrie wuchs<br />

zu einem Wirtschaftsfaktor heran: Eine Bestandsaufnahme<br />

ergab 4.192 Straßenfahrzeuge im Jahr 1900, davon 37,6%<br />

mit elektrischem, 40,1% mit Dampf- und nur 22,3% mit Benzinantrieb.<br />

Um diese Zeit hatte sich Europa bereits für den Benzinmotor<br />

entschieden, obwohl hier die Anfänge des eAntriebs liegen. In<br />

den Niederlanden hatten Becker und Stratingh den »Elektromagnetismus<br />

zur Hervorbringung einer fortschreitenden<br />

Bewegung« genutzt, indem die Rotation von Stab (Anker)<br />

und Hufeisen (Hülse) über »ein Kronrad auf die horizontale<br />

Axe eines Wagens übertragen wird« (Poggendorfs Annalen<br />

1839). Von dem kleinen Wagen ging keine kontinuierliche<br />

Entwicklung aus, wohl aber vom elektrisch angetriebenen<br />

Tilbury, mit dem der Pariser Wagenbauer Charles Jeantaud<br />

1881, fünf Jahre vor Benz’ Motorwagen, ein paar Meter zurücklegte.<br />

Später lieferte sich Jeantaud mit stets verbesserten<br />

eWagen heiße Duelle mit dem Belgier Camille Jenatzy,<br />

bis dieser am 29. April 1899 mit 105,8 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord<br />

mit einem eWagen aufstellte.<br />

Die erste elektrische Eisenbahn von Werner Siemens 1879,<br />

die erste batterie-elektrische Straßenbahn von Nicolas-Jules<br />

Raffard 1881 und die Versuche von Siemens & Halske 1882,<br />

Max Schiemann 1901 und der Dresdner Wagenbauanstalt<br />

Stoll 1902 mit Oberleitungs-Omnibussen regten den Bau<br />

von Elektromobilen an. Seit 1881 entstanden hauptsächlich<br />

in Frankreich eine ganze Anzahl von Bi- und Tricycles mit<br />

Elektroantrieb. Der französische Wagenbauer Louis Antoine<br />

Kriéger führte 1894 mit einem umgebauten Viktoria die<br />

so genannte Vorspann-Technik ein. Dabei handelte es sich<br />

um ein unter den Kutschen-Vorderwagen geschobenes<br />

eAntriebsaggregat, das Vorderachse, Deichsel und Pferd<br />

überflüssig machte. 1896 ersetzte Kriéger den kippfreudigen,<br />

weil Drehgestell voraussetzenden Antrieb durch Achsschenkellenkung<br />

und je einem pro Rad zugeteilten eMotor,<br />

der neben der Serien- eine Parallel- oder Erregerwicklung<br />

aufwies. Sie ließ den Motor beim Bremsen als Generator<br />

arbeiten, die kinetische wurde in elektrische Energie umgewandelt<br />

und lud die Batterie - Rekuperation anno 1896.<br />

Die zukunftsträchtige französische Fahrzeugtechnik fand<br />

Nachahmer in den USA, wo um 1896 die ersten eTaxis in<br />

Dienst gingen, gefolgt von England 1897, Deutschland 1898<br />

und Österreich 1900. Die Berliner Wagenbaufirmen Kühlstein<br />

und Kliemt bauten Elektro-Kutschen und Vorspann-<br />

Briefkarriols, gefolgt von E-Mylords der Kölner Wagenbaufirma<br />

Heinrich Scheele 1899 sowie Vorspann-Lieferwagen<br />

der Vulkan-Automobil-Gesellschaft in Berlin und der Sächsischen<br />

Akkumulatorenwerke in Dresden. Die Wiener Hofwagenfabrik<br />

Jakob Lohner bot ab 1900 Personenwagen, ab<br />

19<strong>03</strong>/04 Nutzfahrzeuge mit batterie-elektrischem Antrieb<br />

an, die als Besonderheit von Ferdinand Porsche entwickelte<br />

Radkörpermotoren aufwiesen.<br />

Die Nachteile der Stromspeicher - geringe Energiedichte, hohes<br />

Gewicht, teure Herstellung, kurze Lebensdauer, anfällig<br />

gegen Erschütterungen - veranlassten den spanischen Artillerie-Offizier<br />

Emilio de la Cuadra zum Bau des wohl ersten<br />

Hybrid-Antriebs 1899. Aus demselben Jahr stammen benzinelektrische<br />

Leichtfahrzeuge der Gebrüder Henri und Nicolas<br />

Pieper in Lüttich, gefolgt von Lohner-Hybrids ab 1901 nach<br />

Konstruktion Porsche.<br />

In Europa war die Begeisterung für das Elektroauto kurz<br />

nach 1900 verflogen, Ernüchterung machte sich breit: Die<br />

Bleiakkus waren den Anforderungen nicht gewachsen, hinzu<br />

kamen Probleme mit den Reifen: Vollgummireifen gaben<br />

die Fahrbahnstöße nahezu ungefedert an die Batterien weiter,<br />

die allmählich zerbröselten. Waren Luftreifen montiert,<br />

drückte das Gewicht der Akkus die Laufleistung der Reifen,<br />

die um diese Zeit ohnehin nur 2.000 bis 4.000 km betrug,<br />

weiter nach unten. So scheiterte das Elektroauto der Generation<br />

vor 1900 nicht nur an der Batterietechnik, sondern<br />

auch an den damit verbundenen zusätzlichen Kosten und<br />

an der fehlenden Zusammenarbeit der drei beteiligten Wirtschaftszweige<br />

Wagenbau, Elektromotorenindustrie und Batterieherstellung.<br />

In Deutschland mit seiner Vorliebe für Sonderwege verlief<br />

die Entwicklung anders - und verspätet, so wie heute. Abgesehen<br />

von den schon erwähnten Pionierfirmen begünstigten<br />

lokale Verwaltungsvorschriften eine Elektrifizierung der<br />

Taxiflotten in Berlin, Köln, Hamburg und Bremen ab 1904.<br />

AEG und Siemens folgten NAMAG/Bremen und Hagen/Köln<br />

mit der Produktion von eTaxis ab 1905 und 1906 und beteiligten<br />

sich an Droschken-Gesellschaften. Sie verfügten, wie<br />

auch gewerbliche Großkunden (Kaufhäuser) und Post, über<br />

eigene Ladestationen. Die AEG-gesteuerte ABAG betrieb<br />

1912 mit 100 Elektro- und 140 Benzinautos Deutschlands<br />

größte Taxiflotte.<br />

Siemens baute bis 1911, AEG bis 1915 eTaxis, Luxuswagen<br />

und Nutzfahrzeuge. Nach dem Ersten Weltkrieg verdrängte<br />

das mit Verbrennungsmotor angetriebene Automobil das<br />

Elektroauto. Die Industrie setzt heute dort wieder an, wo<br />

einst die Entwicklung unterbrochen wurde, allerdings mit<br />

neuen Möglichkeiten und Herausforderungen.<br />

1908 Mercedes Electrique Kaiserwagen, 100 Km Reichweite,<br />

20 PS, 35 km/h Spitze<br />

Dipl.-Ing. (FH) Erik Eckermann<br />

autohistorica@t-online.de<br />

26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27


Historische ElektroFahrzeuge - RWE<br />

Historische ElektroFahrzeuge - RWE<br />

»Pöhlmann EL«: Motiv aus der Werbebroschüre für den Pöhlmann El, 1983<br />

»CityStromer«: 1982 startete die GES die Erprobung der ersten CitySTROMer. Hier an den Ladesäulen der GES in Essen<br />

Seit über 40 Jahren<br />

voRWEg fahren<br />

Was heute noch kaum jemand weiß: Die Renaissance der<br />

Elektroautos in den 1970er Jahren ist eng mit RWE verbunden.<br />

Mit seiner Tochter GES war der Energieversorger<br />

zwischen 1970 und 1985 federführend bei der Entwicklung<br />

und Erprobung von Elektrostraßenfahrzeugen.<br />

Bereits Mitte der 1960er Jahre stellte RWE erste Überlegungen<br />

zum Thema Elektromobilität an. Die Fortschritte<br />

bei Motoren und Leistungselektronik ließen alltagstaugliche<br />

Elektroautos in nicht allzu ferner Zukunft möglich<br />

erscheinen. Ein interessanter Absatzmarkt für den<br />

Stromversorger, aber die Autohersteller zeigten wenig<br />

Interesse. RWE übernahm daher die Initiative und schob<br />

in Kooperation mit Unternehmen der Elektrotechnik und<br />

Automobilindustrie erste Projekte an.<br />

Ab 1971 trieb die eigens gegründete »Gesellschaft für<br />

elektrischen Straßenverkehr« (GES) das Thema Elektromobilität<br />

bei RWE kräftig voran. In den ersten Jahren<br />

konzentrierte sich das junge Unternehmen auf die Entwicklung<br />

und Erprobung von Transportern und Bussen.<br />

Hier war das Gewicht und die geringe Reichweite der<br />

Speicherbatterien nicht so hinderlich.<br />

Die ersten Erfolge konnte die GES 1974 vermelden: In<br />

Mönchengladbach nahm die erste batteriegetriebene<br />

Elektrobuslinie der Welt den Fahrplanbetrieb auf und bei<br />

RWE gingen 50 Elektrotransporter (20 VW Transporter<br />

und Mercedes-Benz LE 306) in die Erprobung.<br />

Typisch für die Arbeitsweise der GES war der Ablauf des<br />

Transporter-Programms. Das Unternehmen entwickelte<br />

mit der Industrie eine Kleinserie von Elektrotransportern<br />

und erprobte sie im Alltagseinsatz der RWE-Betriebsstellen.<br />

Erst als man die dort aufgetretenen Kinderkrankheiten<br />

im Griff hatte, wurde eine überarbeitete Fahrzeuggeneration<br />

anderen Elektrizitätsversorgern zur Erprobung<br />

angeboten. In der Spitze rollten so 140 von der GES betreute<br />

Transporter bei rund 45 Partnern.<br />

Als sich die GES 1982 an die Entwicklung des ersten alltagstauglichen<br />

Elektro-PKW in Deutschland heranwagte,<br />

ging man nach dem gleichen Muster vor. Vier Prototypen<br />

und die 24 Exemplare der Vorserie des CitySTROMer auf<br />

Basis des VW Golf I wurden im Alltagseinsatz erprobt.<br />

Die darauf folgende Kleinserie von 50 CitySTROMern<br />

aus dem Jahr 1985, nun auf Basis des VW Golf II, wurde<br />

auch an interessierte Unternehmen wie Heag, Bewag und<br />

Badenwerk zur Erprobung abgegeben.<br />

Parallel dazu verfolgte die Muttergesellschaft RWE einen<br />

weiteren Weg: Sie unterstütze die Entwicklung eines rund<br />

um den Elektroantrieb neu konstruierten Autos. Der Pöhlmann<br />

EL wurde 1982 auf der RWE-Hauptversammlung<br />

vorgestellt und stieß auf riesiges Interesse. Nicht jedoch<br />

bei der Fahrzeugindustrie, die nach dem Willen von RWE<br />

das Modell für eine Serienproduktion übernehmen sollte.<br />

Anfang der 1980er Jahre begann RWE mit dem schrittweisen<br />

Rückzug aus der Entwicklung und Erprobung<br />

von Elektroautos. Die grundlegenden technischen Fragen<br />

- abgesehen von der unbefriedigenden Kapazität der<br />

Speicherbatterien - seien geklärt, die Weiterentwicklung<br />

der Elektroautos daher nun Sache der Hersteller, so das<br />

Unternehmen. 1985 löste RWE die GES auf, bot deren<br />

Know How den Entwicklungspartnern an und übertrug<br />

die deutlich verringerten Elektroauto-Aktivitäten auf eine<br />

Arbeitsgruppe im Unternehmen.<br />

Die Bilanz der GES kann sich sehen lassen: Die von ihr<br />

(mit-)entwickelten und betreuten Elektrofahrzeuge legten<br />

insgesamt 15 Millionen Kilometer zurück, zeitweilig<br />

waren rund 200 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Das waren<br />

1990 immer noch mehr als drei Viertel der bis dahin erreichten<br />

Erprobungsleistung in Deutschland. Besonders<br />

deutlich wurde die Vorrangstellung von RWE/GES beim<br />

ersten internationalen Elektroauto-Grand Prix 1986: Auf<br />

den ersten acht Plätzen landeten sieben von RWE bzw.<br />

GES entwickelte Fahrzeuge.<br />

Bildquellen: Historisches Konzernarchiv RWE<br />

Hans-Georg Thomas<br />

RWE AG<br />

Historisches Konzernarchiv<br />

www.rwe-mobility.com<br />

28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29


Historische ElektroFahrzeuge - BEM Oldtimer<br />

ERSTE<br />

ELEKTRO<br />

FLOTTEN<br />

Rauch&Lang Electric Chesterfield Brougham aus dem Jahr 1919<br />

Back to the future<br />

BEM Oldtimer - eMobilität gestern, heute & morgen<br />

Der eMobilität gehört die Zukunft. Eine Aussage, die heute<br />

hohe mediale Aufmerksamkeit genießt und darüber fast<br />

vergessen lässt, dass die Aussage vor über 100 Jahren<br />

bereits einmal den gleichen Stellenwert hatte. Bedenkt<br />

man die Tatsache, dass 1899 bereits 90% aller Taxen in<br />

New York elektrisch waren und in London bereits welche<br />

mit Wechselakku fuhren, erscheinen die Bemühungen,<br />

eine Renaissance der Elektromobilität herbeizuführen in<br />

einem anderen Licht.<br />

»Auf der Suche nach einem echten Zeitzeugen und Vorreiter<br />

der Frühphase nachhaltiger Entwicklung sind wir<br />

nun fündig geworden und konnten einen echten Oldtimer<br />

verpflichten sich uns anzuschliessen. Fahrbereit und mit<br />

Straßenverkehrszulassung«, so BEM-Präsident Kurt Sigl.<br />

»Für BEM-Mitglieder gibt es natürlich Sonderkonditionen<br />

für die Anmietungen des legendären Rauch&Lang Electric<br />

Chesterfield Brougham aus dem Jahr 1919. Weitere Informationen,<br />

Konditionen und Einsatzmöglichkeiten für<br />

Messen, Events und Veranstaltungen senden wir interessierten<br />

Unternehmen gern auf Anfrage zu. Zögern Sie<br />

nicht, auch individuelle Projekte mit uns zu besprechen<br />

und positionieren Sie sich extrem aufmerksamkeitsstark<br />

einmal ganz anders. Natürlich auf Wunsch auch gebrandet<br />

und mit dem entsprechenden Begleitmaterial in historischer<br />

Optik. Logistik und Betreuung vor Ort kommt<br />

selbstverständlich mit. Allerdings etwas jünger und in der<br />

gewohnten BEM-Dynamik..«<br />

Ansprechpartner Fahrzeugverleih BEM eRoadshow Oldtimer<br />

Kurt Sigl / kurt.sigl@bem-ev.de<br />

Nutzen Sie die Möglichkeit einer elektromobilen Erlebnisfahrt<br />

mit dem Präsidenten vom Bundesverband eMobilität.<br />

Fahren Sie mit einem Oldtimer in die elektromobile Zukunft<br />

und lassen Sie sich aus erster Hand zu diesem brandaktuellen<br />

Thema informieren.<br />

www.bem-ev.de<br />

Elektroautos 2011. Fuhrparks. Erfahrungsberichte.<br />

30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31


Neue Mobilität<br />

auf der StraSSe<br />

eMobilität ist keine Zukunftsvision mehr<br />

Elektroautos<br />

Reine eAutos werden direkt von einem Elektromotor angetrieben, d.h. dass für den Vortrieb elektrisch erzeugte Energie genutzt<br />

wird - das Auto fährt also mit Strom. Bei den meisten aktuellen Konzepten wird dazu eine Batterie genutzt, die mit Energie aus dem<br />

öffentlichen Stromnetz beladen wird und diese dann bei Bedarf wieder abgibt. Die elektrische Antriebsenergie wird also nicht direkt<br />

im Fahrzeug, sondern in Kraftwerken erzeugt. Das Auto ist quasi nur ein Zwischenspeicher. Die (Wieder-) Aufladung kann dabei -<br />

die passende Ladetechnik und Stecker vorausgesetzt - an jeder Stromquelle vorgenommen werden. Übliche Quellen sind dabei im<br />

Regelfall die normale Haushaltssteckdose oder auch öffentliche und semiöffentliche Ladepunkte, die mit Starkstrom arbeiten und<br />

so die Ladezeiten erheblich verringern können. Für die mobile Nutzung der Fahrzeuge ist die Batterie damit die alleinige Energiequelle.<br />

Eine mögliche alternative Form des Elektroautos ist die Kombination eines elektrischen Antriebs mit einer Brennstoffzelle.<br />

Hierbei wird ähnlich wie bei einem Range Extender der Strom direkt an Bord gewonnen, jedoch durch eine chemische Reaktion von<br />

Sauerstoff und Wasserstoff und ohne auf fossile Kraftstoffe zurückgreifen zu müssen. Allerdings sind alle bis heute erhältlichen<br />

Serien-Elektrofahrzeuge batteriegetrieben, Brennstoffzellenautos haben noch keine Marktreife erreicht.<br />

Range Extender<br />

Kombinationsantriebe, bei denen<br />

im Unterschied zum Hybridmotor<br />

die Räder ständig elektromotorisch<br />

angetrieben werden. Durch Einbau<br />

großer Batterien, die über die Steckdose<br />

wieder aufladbar sind, können<br />

durchschnittl. Alltagsstrecken rein<br />

elektrisch bewältigt werden. Der zusätzlich<br />

verbaute kleine und hocheffiziente<br />

Verbrennungsmotor dient<br />

nur als Generator.<br />

PlugIn-Hybrid-Autos<br />

Als Antrieb dienen ein Verbrennungs-<br />

und zusätzlich ein eMotor.<br />

Die Batterie kann anders als beim<br />

»konventionellen« Hybrid ebenfalls<br />

an der Steckdose geladen werden.<br />

Dies und die im Vergleich größere<br />

Batteriekapazität erlauben höhere<br />

rein elektrisch gefahrene Reichweiten.<br />

Der Verbrennungsmotor bleibt<br />

aber Hauptantrieb.<br />

Obwohl der Stellenwert der elektromobilen<br />

Medienberichterstattung zusehend an<br />

Wichtigkeit gewinnt, sind bis dato weit weniger<br />

als ein Drittel der Deutschen schon<br />

einmal selbst mit einem eAuto gefahren.<br />

Dabei gibt es bereits heute eine Reihe an<br />

verfügbaren eFahrzeugen, die problemlos<br />

im Alltag eingesetzt werden können.<br />

Aber nur durch Erfahrbarkeit gelingt es<br />

uns, die Menschen für die Neue Mobilität<br />

zu begeistern und damit die elektrisch basierte<br />

Individualmobilität langfristig und<br />

nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern.<br />

Denn eines ist sicher: Wer einmal<br />

selbst Strom gegeben hat, ist fasziniert<br />

von der neuen Form der Fortbewegung.<br />

bereits<br />

verfügbar<br />

2011<br />

2012<br />

Citroën C-Zero<br />

BYD E6<br />

Audi e-tron<br />

e-Wolf Delta 2<br />

e-WOLF DELTA 1<br />

Renault Kangoo Z.E.<br />

Fiat 500 ev<br />

e-Wolf Alpha 2<br />

Heuliez Mia<br />

Nissan Leaf<br />

Ford Focus Elektro<br />

German e Cars stromos<br />

Think CIty<br />

Mitsubishi i-Miev<br />

Renault Twizy Z.E.<br />

Renault Fluence Z.E.<br />

Peugeot iOn<br />

Tesla Roadster<br />

Smart ed<br />

Luis 4U green<br />

Renault Zoe Z.E.<br />

Buddy<br />

Volvo C30 BEV<br />

Reva i<br />

Toyota iQ EV<br />

TAzzari Zero<br />

MK Group CaRe 500<br />

REva NXR<br />

Artega SE<br />

CHevrolet Volt<br />

Opel Ampera<br />

Audi A1 e-tron<br />

Fisker Karma<br />

Peugeot 3008 Hybrid<br />

Toyota Prius Plug-In<br />

Volvo V60 Diesel-Hybrid<br />

Wir haben für Sie einmal zusammen gestellt,<br />

welche eAutos bereits heute in<br />

Deutschland im Handel erhältlich sind<br />

und was uns bis 2013 in den Autohäusern<br />

erwartet. Dabei haben wir uns explizit<br />

auf reine Elektroautos, Elektroautos mit<br />

Range Extender und Plug-In-Hybride konzentriert.<br />

»Konventionelle« Hybrid-Autos<br />

werden in der Grafik nicht berücksichtigt,<br />

da sie nicht direkt an der Steckdose oder<br />

der Ladesäule mit Erneuerbaren Energien<br />

geladen werden können.<br />

Bei der Betrachtung der Grafik wird deutlich:<br />

bereits jetzt produzieren innovative<br />

Hersteller - darunter deutsche mittelständische<br />

Unternehmen wie German E-Cars<br />

und e-WOLF, serientaugliche eFahrzeuge.<br />

Diese müssen jetzt in der Gesellschaft deutlich<br />

sichtbar werden. Kurze Fahrstrecken<br />

sowie Park- und Lademöglichkeiten auf firmeneigenen<br />

Parkplätzen machen kommunale<br />

Fuhrparks und Flotten kommunalnaher<br />

Dienstleister zum optimalen Einsatzort für<br />

die bereits heute erhältlichen Fahrzeuge.<br />

2013<br />

BMW i3<br />

VW Golf blue e-motion<br />

Tesla Model S<br />

Ford C-Max<br />

Lesen Sie auf den kommenden Seiten mehr<br />

über den Einsatz der dargestellten eAutos<br />

in den Ersten Flotten. Erfahrungsberichte<br />

machen deutlich, dass Elektromobilität<br />

keine Zukunftsvision mehr ist, sondern<br />

bereits jetzt eine realistische Mobilitätsalternative<br />

darstellt. Steigen Sie ein und<br />

erleben Sie puren Fahrspaß.<br />

Daimler E-Cell<br />

VW e-Up<br />

Porsche 918 Spyder<br />

© 2011 BEM Bundesverband eMobilität<br />

32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33


Erste Flotten - Siemens<br />

Erste Flotten - Siemens<br />

Siemens fährt elektrisch<br />

Drei Fragen an den Testfahrer Gerhard Lengtat aus Erlangen:<br />

Wie fährt sich das Elektrofahrzeug im Alltag?<br />

Der Fahrkomfort ist durch das leise Fahren sehr hoch und die Reichweite von circa 100 Kilometern reicht für den täglichen<br />

Bedarf leicht aus. Das Laden zu Hause oder in der Arbeit macht Spaß und ist durch den gerade steigenden Ölpreis konkurrenzlos<br />

günstig.<br />

Was sagt Ihre Umgebung zu Ihrem movE?<br />

Das Interesse ist riesig! Kollegen, Freunde und Verwandte haben sich schon für Mitfahrten angemeldet. Besonders bei den<br />

Schulkameraden meiner Kinder ist es immer ein großes Hallo, wenn sie das Elektroauto sehen. Die jungen Leute scheinen zu<br />

spüren, wie wichtig das Thema für die Umwelt ist und wie viele ihrer zukünftigen Arbeitsplätze da entstehen werden.<br />

Können sie sich vorstellen, dauerhaft ein Elektrofahrzeug zu fahren?<br />

Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Alltag zu fahren.<br />

In dem Projekt 4-Sustainelectromobility (4-S) testen Siemens-<br />

Mitarbeiter in München, Erlangen und Berlin eine Flotte von<br />

Elektrofahrzeugen. Ihre Erfahrungen sollen direkt in die<br />

Entwicklung von zukünftigen Elektromobilitätslösungen<br />

einfließen.<br />

Das Projekt gliedert sich in mehrere Phasen, die jeweils<br />

unterschiedliche Forschungsschwerpunkte haben. Seit<br />

November 2010 fahren in Erlangen und München jeweils zehn<br />

Mitarbeiter der Firma Siemens mit Elektrofahrzeugen. Diese<br />

Firmenflotte soll sukzessive auf bis zu 100 Fahrzeuge ausgeweitet<br />

werden.<br />

Die Fahrzeuge mit dem Namen movE auf Basis des Suzuki<br />

Splash wurden von German E-Cars, einem Mitglied der<br />

FRÄGER-Gruppe, zum Elektroauto umgebaut.<br />

Auf speziell gekennzeichneten Parkplätzen an den<br />

Standorten der Testfahrer hat Siemens eine Infrastruktur mit<br />

Ladesäulen geschaffen und stellt dort kostenlosen Strom aus<br />

Erneuerbaren Energien zur Verfügung. Zusätzlich wird bei<br />

den Testfahrern in der Garage eine Heimladestation, eine so<br />

genannte Wallbox, installiert. Die Testfahrer leasen dabei ihr<br />

Fahrzeug bei der Sixt AG, die den Betrieb der Flotte zusammen<br />

mit einem Full-Service-Paket und einer Mobilitätsgarantie<br />

übernimmt.<br />

Im Frühjahr 2011 werden zwei Prototypen mit einem 800<br />

Volt Antriebsstrang von Siemens dazukommen. Die hohe<br />

Spannung ermöglicht eine Gewichtsreduktion durch geringere<br />

Kabelquerschnitte und eine Ladefunktion über den Umrichter<br />

in Verbindung mit einer Netzanschlussbox. Dadurch können<br />

sehr hohe Ladeleistungen ohne zusätzliches Ladegerät realisiert<br />

werden.<br />

Ab Sommer 2011 werden Siemens-Abteilungen in Berlin<br />

die Gelegenheit haben, Carsharing mit einer Flotte von 15<br />

Elektrofahrzeugen zu testen. Der Kern dieses Teilprojekts ist<br />

eine zentrale Leitwarte mit eCarsharing Managementsoftware.<br />

Sie verwaltet die Fahrzeugflotte und ermöglicht die<br />

Reservierung von Fahrzeugen im Intranet. Eine Onboard<br />

Unit im Fahrzeug identifiziert dabei den Fahrer anhand seines<br />

Mitarbeiterausweises, entriegelt das Auto und deaktiviert die<br />

Wegfahrsperre. Während der Fahrt zeigt sie freie Ladesäulen<br />

an und bietet die Möglichkeit, diese zu reservieren. Nach<br />

der Fahrt werden die Abrechnungsdaten nach Zeitdauer und<br />

Strecke per Funk an die Leitwarte übermittelt.<br />

In der Phase, die im Herbst 2011 startet, steht der Test von<br />

Schnellladesystemen im Mittelpunkt. Ziel soll sein, das<br />

Elektroauto ähnlich schnell laden zu können, wie Autofahrer<br />

es heute von einem normalen Verbrennungsmotor ge-<br />

wohnt sind, also in ca. 15 Minuten. »In dem Projekt setzen<br />

wir verschiedene Ladeszenarien ein, um unsere Produkte<br />

weiterzuentwickeln und zu testen. Bei unseren Produkten<br />

ist es uns besonders wichtig, einfache, sichere und schnelle<br />

Ladevorgänge zu ermöglichen«, sagt Dr. Richard Hausmann<br />

CEO des Konzern Projektes »Smart Grid Applikationen«.<br />

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt in dieser Phase ist<br />

der bidirektionale Anschluss der Elektroautos an das intelligente<br />

Stromnetz, das sogenannte Smart Grid, bei dem<br />

die Fahrzeugbatterien bei Bedarf auch Strom in das öffentliche<br />

Netz einspeisen können. Damit wird das Elektroauto<br />

zum mobilen Stromspeicher. Weitere Prototypen mit Radnabenmotoren<br />

auf der Hinterachse werden in dieser Phase<br />

aufgebaut, wobei die Rekuperation der Motoren zum rein<br />

elektromotorischen Bremsen verwendet wird.<br />

Anhand der Erfahrungen aus dem Projekt sollen der elektrische<br />

Antrieb, die Ladestationen, die Netzsteuerung und<br />

das Flottenmanagement optimiert und weiterentwickelt<br />

werden. Zudem können verschiedene Geschäftsmodelle<br />

getestet und deren Auswirkungen auf die Anforderungen an<br />

die Lösungen der Elektromobilität untersucht werden. Der<br />

Leiter Konzeptentwicklung Elektromobilität bei der zentralen<br />

Siemens-Forschung, Professor Gernot Spiegelberg, erklärt:<br />

»Für die Siemens AG ist das Projekt eine Gelegenheit,<br />

potenziellen Kunden ihr komplettes Angebotsportfolio im<br />

Bereich der Elektromobilität vorzustellen. Siemens bietet<br />

Lösungen und Produkte entlang der gesamten Prozesskette<br />

an - von der Energieerzeugung und -verteilung, über die Ladeund<br />

Antriebstechnologie bis hin zur Ladeinfrastruktur.«<br />

Im Laufe des Projekts werden die Erfahrungen der Testfahrer<br />

wissenschaftlich ausgewertet. Dazu werden mit Fragebögen<br />

Themen wie z.B. das Ladeverhalten abgefragt und später in<br />

Tiefeninterviews ausführlich diskutiert. Zusätzlich führen<br />

die Fahrer in sogenannten »Mobility Booklets« Tagebuch<br />

über die Nutzung von Elektroauto, Fahrrad und öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln vor und während des Projekts, um die<br />

Veränderung des Mobilitätsverhaltens zu untersuchen.<br />

Eine Aussage gibt es bereits: Für die Mehrheit der Testfahrer<br />

ist das Elektroauto für den Stadtverkehr schon heute völlig<br />

ausreichend.<br />

Weitere Informationen zur Elektroflotte erhalten Sie unter<br />

elektroflotte.ct@siemens.com<br />

34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35


Erste Flotten - SAP<br />

Mit Tante Paula<br />

in die Elektromobilität einsteigen<br />

Elektroroller spielen nicht nur im Stadtverkehr<br />

ihre ganze Stärke aus<br />

Über 400 Mitarbeiter testen<br />

die Future Fleet<br />

Der Softwarekonzern SAP setzt seit Januar erstmals Elektroautos als Firmenwagen ein.<br />

Firmenwagen Stromos vor dem SAP-Gebäude<br />

Ende Dezember 2010 war es endlich soweit: Ein Sattelzug<br />

brachte die Mobilität der Zukunft zum Softwarekonzern<br />

SAP. Mittlerweile sind 27 Stromos an den SAP-Standorten<br />

rund um Walldorf im Einsatz. »Ziel des Projekts »Future<br />

Fleet« ist es, die Alltagstauglichkeit der Elektrofahrzeuge<br />

zu untersuchen«, sagt Projektleiter Joachim Marx von der<br />

SAP-Forschung, der die Fäden in dem vom Bundesumweltministerium<br />

geförderten Projekt zusammenhält. »Gerade als<br />

Dienstwagen sind Elektrofahrzeuge für Unternehmen interessant,<br />

da sie trotz begrenzter Reichweite mehr als 90 % der<br />

Fahraufgaben abdecken können.«<br />

Einer der Projektpartner ist der Energieversorger MVV Energie,<br />

der das Projekt mit Ökostrom versorgt, selbst Elektrofahrzeuge<br />

testet und die Ladeinfrastruktur installiert. Hier<br />

wurde echtes Neuland betreten: Eine durchgängige Kommunikation<br />

zwischen Fahrzeug, Ladesäule und Software-<br />

Prototyp macht es möglich, die Autos gezielt und intelligent<br />

zu laden. Zudem sind das Öko-Institut, die Hochschule<br />

Mannheim und das Institut für sozial-ökologische Forschung<br />

(ISOE) beteiligt. Sie untersuchen unter anderem die Ökobilanz<br />

der Fahrzeuge sowie die Akzeptanz und Anforderungen<br />

der Testfahrer und -fahrerinnen.<br />

Die ersten Reaktionen der SAP-Mitarbeiter sind positiv: »Zunächst<br />

einmal macht es Spaß, eine neue Technologie auszuprobieren«,<br />

sagt Daphne Salzmann, Produktmanagerin<br />

für die SAP-Lösung »SAP Business All-in-One«. »Angenehm<br />

ist das wirklich sehr leise Summen des Motors«, sagt Joachim<br />

Mette, Manager im Global Controlling bei SAP, der Mitte<br />

Februar 2011 einen Stromos über mehrere Tage fuhr. Als<br />

Schwachstelle sehe er die geringe Reichweite an. »Sie sollte<br />

schon bei 200 bis 250 km liegen«, erklärt Mette. »Ich kann<br />

mir dennoch vorstellen - bei einem akzeptablen Anschaffungspreis<br />

- eines der beiden Fahrzeuge in der Familie sofort<br />

durch ein Elektroauto zu ersetzen.«<br />

Neben der geringen Reichweite ist auch das Laden der<br />

Fahrzeuge ungewohnt - dauert es doch länger als das Tanken<br />

eines Benzin- oder Dieselautos. »Man muss sich genau<br />

überlegen, was man vor hat und ob eine Autofahrt wirklich<br />

notwendig ist«, erklärt Daphne Salzmann. Auch sie könne<br />

sich ein Elektroauto als Firmenwagen vorstellen - allerdings<br />

nur »in Kombination mit einer guten Lösung für längere Wegstrecken,<br />

zum Beispiel über Mietwagenangebote.«<br />

Eine moderne IT wird bei solchen Lösungen eine wichtige<br />

Rolle spielen, ist sich Projektleiter Joachim Marx sicher. So<br />

entwickelt SAP für das Projekt Future Fleet einen Prototypen,<br />

der die Verfügbarkeit der Fahrzeuge und der Ladesäulen<br />

plant sowie mit den Mobilitätsanfragen der Mitarbeiter<br />

abgleicht.<br />

Joachim Marx<br />

Projektleiter »Future Fleet«<br />

futurefleet@sap.com<br />

Mit der Elektromobilität deutet sich eine technologische<br />

Zeitenwende an. Die Automobilindustrie arbeitet mit<br />

Hochdruck am Elektroauto, um auch zukünftig wettbewerbsfähig<br />

sein zu können. Ein sofortiger Einstieg in die<br />

Elektromobilität ist mit den kultigen Tante Paula Elektrorollern<br />

möglich, die es problemlos mit den angesagten<br />

eBikes aufnehmen können. Die umweltschonenden und<br />

handlichen Modelle »Ferdinand II« und »Maximilian II«<br />

sind bis zu 32 km/h schnell, surren leise an jeder Tankstelle<br />

vorbei und haben gerade einmal einen Stromverbrauch<br />

von 50 Cent auf 100 km. Eine Akkuladung reicht<br />

für rund dreißig Kilometer umweltschonenden Fahrspaß.<br />

Nach drei Stunden ist die Batterie wieder voll und für<br />

die nächste Fahrt bereit. Selbst Steigungen schaffen die<br />

leistungsstarken Elektromotoren ohne große Anstrengung.<br />

Hochwertige Komponenten, wie ein komfortables<br />

Federungssystem, ein Dual-Disc-Scheibenbremssystem,<br />

moderne Elipsoid-Scheinwerfer oder geländegängige<br />

Motorrad-Reifen garantieren langlebiges Fahrvergnügen.<br />

In der Stadt ist der kultige Scooter um ein Vielfaches<br />

schneller als herkömmliche Fortbewegungsmittel und<br />

Parkplatzsorgen sind passé. Die ausgeklügelte Bauweise<br />

des Rollers erlaubt ein sekundenschnelles Zusammenklappen,<br />

so dass Tante Paula in fast jedem Kofferraum für<br />

die nächste Spritztour verstaut werden kann.<br />

HENI Helmut Niemeyer GmbH<br />

Walter-Freitag-Straße 9a<br />

42899 Remscheid<br />

Fon 02191 95 58 0<br />

www.tante-paula.eu<br />

36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37


Erste Flotten - UPS<br />

Erste Flotten - UPS<br />

Bei UPS hat die elektrische<br />

Zukunft bereits begonnen<br />

Der Umbau des P80 - Vom Diesel zum Stromer<br />

Durch die Elektrifizierung eines klassischen UPS Zustellfahrzeugs P80 entstand ein umweltfreundliches Fahrzeug für den<br />

Einsatz in Innenstädten. Die Umrüstung erfolgte durch das mittelständische Unternehmen EFA-S (ElektroFahrzeuge Schwaben<br />

GmbH). Die Ergonomie des UPS Zustellfahrzeugs konnte vollständig gewahrt werden.<br />

P80-E mit Zusteller<br />

www.ups.com<br />

Der Einsatz von alternativen Antrieben hat bei UPS eine<br />

lange Tradition. Seit gut 70 Jahren testet das Unternehmen<br />

innovative Technologien und nutzt alternativ betriebene<br />

Fahrzeuge als rollende Labore. Denn die Erkenntnisse aus<br />

dem Alltagseinsatz tragen dazu bei, neue Technologien<br />

voranzubringen.<br />

Die jüngste Generation fahrender Labore bei UPS in<br />

Deutschland besteht aus sechs Elektrofahrzeugen der britischen<br />

Firma Modec. Das erste dieser Fahrzeuge nahm UPS<br />

bereits im November 2008 in Betrieb, weitere fünf etwa ein<br />

Jahr später. Die sechs Modecs sind derzeit in Düsseldorf,<br />

Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Nürnberg unterwegs.<br />

Zusätzlich hat UPS Ende 2010 eines der klassischen<br />

UPS-Zustellfahrzeuge des Typs P80 zu einem Elektrofahrzeug<br />

umrüsten lassen.<br />

Für UPS haben sich die Elektrofahrzeuge im Praxistest bewährt.<br />

Im Falle des P80-E ist gerade unter dem Gesichtspunkt<br />

der Nachhaltigkeit die Umrüstung von einem 15 Jahre<br />

alten Dieselfahrzeug zu einem Elektrozustellfahrzeug interessant.<br />

Und der P80-E zeigt in der Paketzustellung die gleiche<br />

Leistungsfähigkeit wie ein herkömmlicher Diesel - jedoch mit<br />

einer geringstmöglichen Belastung für die Umwelt. Ein Manko<br />

ist jedoch, dass die Elektrofahrzeuge mit einer Akkuleistung<br />

von bis zu 100 Kilometern eine relativ geringe Reichweite<br />

haben und sich daher nur für kürzere Strecken eignen. UPS<br />

setzt die Fahrzeuge daher für die Zustellung in Innenstädten<br />

ein. Bei einer hohen Stoppzahl ist hier die Kilometerleistung<br />

eher gering.<br />

Bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts testete<br />

UPS erstmals Elektrofahrzeuge. Doch Faktoren wie Kosten,<br />

Gewicht, Größe und geringe Haltbarkeit der Batterien verhinderten,<br />

dass sich diese Antriebsart seinerzeit durchsetzen<br />

konnte. Damals glich das Fahrzeug eher einer motorisierten<br />

Batterie. Dank der technischen Weiterentwicklung spricht<br />

heute vieles dafür, die Anzahl der Elektrofahrzeuge schrittweise<br />

auszubauen. Auch die Kunden honorieren und fordern<br />

heute mehr denn je den Einsatz von umweltfreundlichen<br />

Technologien. So kamen in London, wo UPS ebenfalls sechs<br />

Elektrofahrzeuge im Einsatz hatte, kürzlich 14 weitere hinzu.<br />

UPS sieht im Einsatz alternativer Antriebe eine Investition<br />

in die Zukunft, die dazu beiträgt, Technologien zu verbessern<br />

und solche Fahrzeuge auch ökonomisch interessanter<br />

zu machen.<br />

Klaus Stodick<br />

Supervisor Externe Kommunikation UPS Deutschland<br />

kstodick@ups.com<br />

Motor<br />

Hubraum<br />

Leistung<br />

Höchstgeschwindigkeit<br />

Laufleistung bisher<br />

Laderaumkapazität<br />

Nutzlast<br />

Betriebszeit<br />

Emissionsstandard<br />

Reichweite<br />

Batterie<br />

Betriebsspannung<br />

Ladeszeit<br />

Sitz der Batterie<br />

Verbrauch (Strom)<br />

Weitere Details<br />

ursprüngl. Zustellfahrzeug P80<br />

Diesel-Vierzylinder<br />

4,0 Liter<br />

105 PS<br />

80 km/h<br />

UPS Zustellfahrzeuge in Europa sind auf diese<br />

Geschwindigkeit gedrosselt<br />

481.147 km<br />

23 m 3<br />

3.990 kg<br />

1995 - 2010 (vor dem Umbau)<br />

Euro 2<br />

ca. 450 km<br />

Änderungen beim P80<br />

Elektro (Synchronmotor von AMK<br />

Arnold Müller GmbH & Co. KG)<br />

122 PS<br />

80 km/h<br />

elektronisch begrenzt<br />

ca. 6000 km 11/2010 - <strong>03</strong>/2011<br />

23 m 3<br />

3.450 kg<br />

seit 11/2010 im Einsatz<br />

keine Fahrzeugemissionen<br />

80 - 100 km max. 150 km leer<br />

160 Ah - Li-FeYPO4 mit 62 kWh<br />

400 Volt<br />

8 - 10 Stunden<br />

unterm Fahrzeug und im Motorraum<br />

ca. 50 kWh/100km<br />

Bremsenergierückgewinnung KERS<br />

Start-/Stopp-Automatik<br />

38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39


Erste flotten - e-wolf<br />

Erste flotten - e-wolf<br />

Effizientes Flottenmanagement<br />

mit Elektrofahrzeugen<br />

Interview mit Kai Schönenberg von e-WOLF<br />

e-Wolf Delta - 2 Shuttle e-Wolf Omega 1.4<br />

Was unterscheidet e-WOLF auf dem Wachstumsmarkt der<br />

Elektromobilität von anderen?<br />

Wir setzen neue Maßstäbe. Bei Technik und Integrationsdesign,<br />

ebenso wie in Sachen Effizienz, Sicherheit und Fahrleistung.<br />

Unser Entwicklungs-Team arbeitet gemeinsam mit<br />

führenden Zulieferern und Instituten. Die hohen Qualitätsund<br />

Sicherheitsstandards gewährleisten wir durch Kooperationen<br />

z.B. mit dem TÜV Rheinland in Köln.<br />

Durch die einzigartige keramische Speichertechnologie können<br />

wir eine Garantie auf Motor, Inverter und Batterie von 3<br />

Jahren/150.000 km anbieten. Bei Qualität machen wir keine<br />

Kompromisse. Im e-WOLF CENTER KÖLN fertigen wir hochwertigste<br />

Elektrofahrzeuge, die die Zukunft bewegen.<br />

Wo sehen Sie aktuell den idealen Einsatzort von Elektrofahrzeugen?<br />

Vom Sonderfahrzeug bis zur innovativen Flottenlösung ermöglichen<br />

wir bereits heute Mobilität in vielfältigen Bereichen.<br />

Insbesondere in Fuhrparks lassen sich besonders<br />

Elektronutzfahrzeuge jetzt schon ohne Probleme effizient<br />

einsetzen.<br />

Mit dem leisen und emissionsfreien Elektroantrieb erobern<br />

die e-WOLF-Fahrzeuge sogar Bereiche, die Fahrzeugen mit<br />

Verbrennungsmotor bislang verwehrt blieben. Dazu zählen<br />

der Indoor-Betrieb in Hallen und Gebäuden, der Einsatz in<br />

sensiblen Naturschutzgebieten oder in Fußgängerzonen.<br />

Erhöhte Flexibilität, von der die Umwelt und unsere Kunden<br />

gleichermaßen profitieren.<br />

Ein Einsatz im Bereich Flottenmanagement liegt da nahe,<br />

oder?<br />

Völlig richtig. Wirtschaftliches Fahren beginnt lange bevor<br />

man am Steuer sitzt. Während viele noch abwägen, ob Benzin<br />

oder Diesel, machen wir uns weit nachhaltigere Gedanken:<br />

Wie kann die Flexibilität von Flottenfahrzeugen erhöht<br />

werden? Wie die Zuverlässigkeit gesteigert? Die Antwort ist<br />

ebenso einfach wie genial: Die effiziente Nutzung der Vorteile,<br />

die die Elektromobilität von Hause aus mit sich bringt.<br />

Dazu zählt natürlich auch die ausgesprochene Wartungsarmut<br />

der Fahrzeugkomponenten.<br />

Nur in Verbindung mit intelligenter Ladetechnologie und<br />

durchdachter Infrastruktur entsteht jedoch ein schlüssiges<br />

Gesamtpaket.<br />

Deutlich macht das beispielsweise aktuell das eMobilitäts-<br />

Projekt CEMOBIL in Klagenfurt, in dem Fahrzeuge von uns<br />

zum Einsatz kommen. Aber auch Unternehmen in Deutschland<br />

haben erkannt, dass die Versuchsphase längst abgeschlossen<br />

ist und elektrisch betriebene Nutz- und Flotten-<br />

fahrzeuge innerhalb ihres Anwendungsprofiles und Life-Cycles<br />

wesentlich effizienter mit erheblich weniger Wartungskosten<br />

in die bestehende Flotte integrierbar sind.<br />

Kai Schönenberg<br />

Marketingleiter und Projektmanager<br />

e-WOLF CENTER KÖLN<br />

flotte@ewolf-car.com<br />

www.ewolf-car.com<br />

CEMOBIL<br />

Neues eMobilitäts-Projekt in Klagenfurt am Wörthersee<br />

Die Stadt Klagenfurt am Wörthersee hat im September 2010<br />

ein neues eMobilitäts-Projekt gestartet. Mit diesem Projekt<br />

wird demonstriert, dass Elektromobilität funktioniert und<br />

dadurch eine effektive und nachhaltige Verbesserung der<br />

Umweltqualität möglich ist, ohne die individuelle Mobilität<br />

gravierend einschränken zu müssen. Gleichzeitig wird gezeigt,<br />

dass dadurch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz<br />

und zur Erreichung des Kyoto-Ziels geleistet wird, indem der<br />

für die eFahrzeuge benötigte Strom zur Gänze aus erneuerbaren<br />

Energiequellen kommt.<br />

Es werden insgesamt 64 Elektrofahrzeuge (44 PKW, 10 Pedelecs,<br />

10 Scooter), 1 eBus und 1 Solarschiff für den Lendkanal<br />

angeschafft und getestet sowie die dafür notwendige Infrastruktur<br />

aufgebaut. 50 Elektroladestationen werden vom<br />

Projektpartner Land Kärnten im Raum Klagenfurt am Wörthersee<br />

errichtet. Weitere 50 Elektroladestationen sollen<br />

durch Privatinitiativen (z.B.: Wohnbauträger, Einkaufszentren<br />

etc.) errichtet werden. Die eFahrzeuge werden Privaten,<br />

öffentlichen Einrichtungen, Fahrschulen und Taxiunternehmern<br />

zu Testzwecken zur Verfügung stehen.<br />

Im Rahmen des Projektes wurden bereits fünf eTaxis der<br />

Firma e-WOLF bestellt, wobei ein eTaxi ein Behindertentaxi<br />

sein wird. In diesem Rahmen werden auch zukunftsweisende<br />

Schnellladesysteme und in weiterer Folge Induktionsladesysteme<br />

getestet. Die Fahrzeuge werden im Herbst 2011<br />

den Taxiunternehmern in Klagenfurt am Wörthersee zur Verfügung<br />

gestellt.<br />

»In Zukunft soll es in keiner Region Europas komfortabler,<br />

einfacher und attraktiver sein, ein Elektrofahrzeug zu fahren,<br />

als in Kärnten«, so Gerald Miklin von der Landesregierung<br />

Kärnten.<br />

Weitere Informationen finden Sie unter:<br />

www.cemobil.eu<br />

40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41


Erste Flotten - Kesselbergrennen<br />

Erste Flotten - Kesselbergrennen<br />

Das Kesselbergrennen<br />

Erstes europäisches Rennen für Rennräder und Elektroautos<br />

vom 06. bis 08. Mai 2011<br />

Quelle: Friedhelm Oriwol Museum<br />

Die Vorbereitungen für das etwas andere Kesselbergrennen laufen auf Hochtouren.<br />

Vom 06. bis 08. Mai gehen hier die schnellsten und modernsten Elektroautos an den<br />

Start. BEM-Präsident Kurt Sigl konnte als Schirmherr der Veranstaltung gewonnen<br />

werden.<br />

Veranstalter Helmut Renner erzählt im Gespräch mit der<br />

<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>, auf was sich die Besucher schon jetzt<br />

freuen können und warum der Bundesverband eMobilität<br />

genau der richtige Partner für die Veranstaltung ist.<br />

Was erwartet die Besucher an den drei Renntagen?<br />

Das Kesselbergrennen bietet in diesem Jahr gleich drei Highlights.<br />

Erstens ein Bergrennen für Rennradfahrer, die in unterschiedlichen<br />

Klassen starten, bei der der Kesselbergmeister<br />

ermittelt wird. Zweitens werden Elektroautos in Demonstrationsläufen<br />

ihre Leistungsfähigkeit zeigen. Außerdem werden<br />

auf dem Ausstellungsgelände E-Mobilty am Fuß des Kesselbergs<br />

alle alternativen Antriebsmöglichkeiten ausgestellt.<br />

Vom Serienelektrofahrzeug bis hin zum Elektrorad kann sich<br />

der Besucher umfassend informieren. Am Sonntag können<br />

die verschiedenen eFahrzeuge dann auch Probe gefahren<br />

werden. Der Ökostrom für die Fahrzeuge kommt im übrigen<br />

direkt vom Walchenseekraftwerkt des Energiepartners E.ON.<br />

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?<br />

Prinz Leopold von Bayern wird mit einem Mini E an den Start<br />

gehen. Dieser Wagen hat mit 9 Minuten und 15 Sekunden<br />

den Streckenrekord für Elektroautos auf der anspruchsvollen<br />

Nürburgring Nordschleife aufgestellt. Für Nichtfachleute<br />

sei so viel erklärt: vergleichbare Rundenzeiten haben bis<br />

dato nur Bugatti, Porsche oder Ferrari geschafft.<br />

Aber beim Elektroauto-Rennen geht es ja nicht vorrangig<br />

um die Geschwindigkeit, oder?<br />

Stimmt, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeiten sind<br />

eher nebensächlich. Bei der Gleichmäßigkeitsfahrt siegt der<br />

Teilnehmer, der zwei nahezu zeitgleiche Durchgänge absolviert.<br />

Da ist Köpfchen gefragt.<br />

Dieser Prüfung stellt sich auch das BEM-Mitgliedsunternehmen<br />

Tesla Motors, das seinen Firmenevent auf das Kesselbergrennen<br />

verlegt hat. Sie werden mit 25 bis 30 Fahrzeugen<br />

am Rennen teilnehmen.<br />

Aber auch kleinere Firmen wie Lautlos durch Deutschland<br />

und Twike gehen an den Start. Es wird also spannend.<br />

Was hat Sie dazu bewogen den Bundesverband eMobilität<br />

als Schirmherr mit ins Boot zu holen?<br />

Ganz einfach: der Bundesverband eMobilität ist der Verband<br />

in Deutschland, wenn es darum geht, branchenübergreifend<br />

alle wichtigen Akteure miteinander zu vernetzen, um Elektromobilität<br />

als realistische Mobilitätsalternative auf die Straße<br />

zu bringen. Ich freue mich sehr, das BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

spontan zugesagt hat und der Verband nun aktiver Partner<br />

der Veranstaltung ist.<br />

Helmut Renner<br />

ruth.helmut.renner@t-online.de<br />

www.kesselberg-rennen.com<br />

42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43


Erste Flotten - ParkPod & Cambio<br />

Erste Flotten - Parkpod & Cambio<br />

eCarSharing 2.0<br />

in Hamburg<br />

Miete von Elektrofahrzeugen wird benutzerfreundlicher<br />

und zuverlässiger<br />

»Wir haben ParkPod als Partner für die Ladeinfrastruktur<br />

gewählt, weil die Bereitschaft bestand mit uns gemeinsam<br />

nach dem optimalen Konzept zu suchen«, sagte cambio Geschäftsführer<br />

Joachim Schwarz. »Nun haben wir als erster<br />

Anbieter eine Ladestation, die man im Zweifel auch in Abendgarderobe<br />

bedienen kann. Das Kabel liegt zu keinem Zeitpunkt<br />

im Schmutz und muss nicht erst aufwändig aus dem<br />

Kofferraum geholt werden.«<br />

Auch ParkPod Geschäftsführer und Mitgründer, Ralf Schneiderat,<br />

zeigt sich erfreut über die Zusammenarbeit und sagte:<br />

»cambio ist einer der größten CarSharing Anbieter Europas<br />

und sehr kundenorientiert. cambio konnte genau formulieren,<br />

welche Ansprüche seine Kunden an die Ladesäulen haben.<br />

Dies hat uns geholfen ein Gerät zu entwickeln, welches<br />

optimal für CarSharing-Anbieter geeignet ist. Wir freuen uns,<br />

dieses kundenfreundliche Modell ab sofort auch in weiteren<br />

Märkten anbieten zu können.«<br />

Das Karlsruher Unternehmen ParkPod ist auf Kunden aus der<br />

Privatwirtschaft fokussiert und sieht in solchen, schon heute<br />

wirtschaftlich umsetzbaren, Projekten, die Möglichkeit<br />

eMobilität zügig voranzutreiben. ParkPod verfügt über ein<br />

starkes Team mit Erfahrungen aus der Automobil-, Identifikations-<br />

und Messtechnik, das insbesondere in dem Umfeld<br />

geschäftskritischer Systemintegrationen seine Kompetenz<br />

zeigen kann. ParkPod setzte die Anforderungen in enger<br />

Zusammenarbeit mit cambio in nur wenigen Wochen um.<br />

Vom Design zum finalen Produkt verging dabei nur rund ein<br />

Monat, die Software-Integration wurde durch das erfahrene<br />

Team in nur wenigen Wochen umgesetzt.<br />

Für cambio steht neben der Umweltbilanz in den nächsten<br />

Monaten auch die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen<br />

im CarSharing-Betrieb auf dem Prüfstand. Mehr als einhundert<br />

cambio-Kunden haben sich bereits auf Probefahrten mit<br />

den Besonderheiten des Mitsubishi i-MiEV vertraut gemacht.<br />

Nun startet der Realbetrieb. Joachim Schwarz, Geschäftsführer<br />

von cambio Hamburg: »Für die kurzen Strecken in der<br />

Stadt ist das Elektroauto ideal. Es ist leise, klimafreundlich<br />

und auch der Spaß beim Fahren kommt nicht zu kurz. Wir<br />

sind gespannt, wie unsere Kunden das Angebot bewerten.«<br />

www.cambio-carsharing.de<br />

www.parkpod.de<br />

Seit dem 01. März bietet cambio CarSharing in Hamburg<br />

insgesamt sieben eFahrzeuge des Typs Mitsubishi i-MiEV<br />

an. Die Erkenntnisse aus bisherigen Versuchen zum eCar-<br />

Sharing sind hierbei zum Nutzen des Verbrauchers eingeflossen:<br />

Kunden können die eFahrzeuge ganz unkompliziert<br />

entleihen, erfahren die Reichweite schon vorab, und profitieren<br />

von einer einfach zu handhabenden Ladeinfrastruktur.<br />

Realisiert wurden das Pilot-Projekt von cambio CarSharing,<br />

Greenpeace Energy und ParkPod.<br />

Gerade in den Ballungsräumen ergänzen umweltfreundliche<br />

eFahrzeuge auf ideale Weise den öffentlichen Nahverkehr.<br />

Die bisherige Umsetzung krankte jedoch oft im Detail: Die<br />

Fahrzeuge waren »konvertiert« und noch nicht vollständig<br />

ausgereift, die Ladetechnik erforderte umständliches und<br />

oft unangenehmes Handling des Ladekabels und die Reichweite<br />

ließ sich nicht realistisch vorab abschätzen.<br />

Dies ändert sich mit der zweiten Generation des eCarSharing:<br />

Mit dem Mitsubishi i-MiEV steht eines der ersten elektrischen<br />

Großserienfahrzeuge zur Verfügung. Es basiert auf<br />

einer ausgereiften Plattform und bietet ein alltagstaugliches<br />

Raum- und Reichweitenangebot. Einen weiteren Bonus stellt<br />

die Ladeinfrastruktur dar. Die eingesetzte Wandladestation<br />

»Modell 46« von ParkPod, bringt kundenfreundliche Features<br />

und eine Echtzeit-Anbindung an das Buchungssystem<br />

von cambio.<br />

Die neuartige Ladestation verfügt über eine optimierte Kabelführung<br />

für eFahrzeuge: Das spiralisierte Ladekabel ist fest<br />

mit der Ladestation verbunden und kommt von oben. Damit<br />

ist es stets »aufgeräumt« und der Nutzer muss nicht den<br />

Kofferraum öffnen, ein schmutziges und schweres Kabel herausholen,<br />

um dann eFahrzeug und Ladestation zu verbinden.<br />

Stattdessen identifiziert er sich mit dem Schlüsselbund<br />

am Lesegerät, entnimmt den Ladestecker aus der Säule und<br />

steckt ihn in das Fahrzeug. Das Kabel ist bis auf vier Meter<br />

ausziehbar, so dass der Anschlusspunkt am Fahrzeug in jeder<br />

Parkposition bequem erreicht werden kann.<br />

Die Reservierungssoftware erfährt von den ParkPod Ladesäulen<br />

in Echtzeit, wann ein Auto zum »Auftanken« angeschlossen<br />

wurde, ob der Ladevorgang noch andauert oder<br />

ob die Batterien bereits voll sind.<br />

Mithilfe dieser Online-Information kann cambio die Reichweite<br />

zuverlässig abschätzen und die Fahrzeuge entsprechend<br />

den Buchungsanfragen optimal zuordnen.<br />

„Mehr Wert<br />

aus E-Mobilität“<br />

Nutzen Sie Ihren Kundenparkplatz<br />

als Tankstelle<br />

für Elektroautos<br />

ParkPod TM bietet Ladestationen<br />

für Unternehmen und Parkplatzbetreiber<br />

zur Kundenbindung<br />

und Renditesteigerung.<br />

ParkPod GmbH<br />

Siemensallee 84<br />

76187 Karlsruhe<br />

Tel: +49 (0) 721-570 38 32<br />

Fax: +49 (0) 721-964 36 36<br />

email: info@parkpod.com<br />

www.parkpod.com<br />

44 Neue Mobilität


Erste Flotten - EBG<br />

www.peugeot.de<br />

complEo ® - ready for Take-off<br />

Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, und Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova<br />

AG, nehmen am 09. November 2010 gemeinsam die erste Ladestation am Flughafen Frankfurt/Main in Betrieb<br />

Mit über 50 Millionen Passagieren jährlich ist der Flughafen<br />

Frankfurt/Main eins der wichtigsten Drehkreuze in Europa.<br />

Das führt natürlich auch zu einem hohen Verkehrsaufkommen<br />

durch Fluggäste und den notwendigen Servicebetrieb -<br />

und zu entsprechend hohen Umweltbelastungen. Durch den<br />

Einsatz einer Ladestation im Terminal-nahen Parkhaus P4 ist<br />

ein erster Schritt zu umweltfreundlicherer Mobilität getan,<br />

denn an der schlanken complEo ® -Säule im neu geschaffenen<br />

Bereich »Business-Parken« der Parkschotte 222 können die<br />

Nutzer von Elektrofahrzeugen Öko-Strom der Mainova AG<br />

laden. Zwei Mainwasser-Kraftwerke liefern die Energie, die<br />

Schritt für Schritt durch weitere Ladesäulen auch in ganz<br />

Frankfurt an zentralen Punkten abrufbar sein soll, z.B. vor<br />

der Oper oder der Börse.<br />

Mit einer Schuko-Steckdose und einem Anschlusspunkt für<br />

den 7-poligen OEM-Stecker ermöglicht die Mainova in ihrem<br />

Pilotprojekt der elektromobilen Bevölkerung das kostenlose<br />

Aufladen. Man muss nur mit dem Handy die im Display der<br />

Säule angezeigte Nummer anrufen, und die im Inneren verfahrbare<br />

Steckdose wird für den Ladevorgang freigegeben.<br />

Aber complEo ® ist auch jetzt schon auf Bezahlsysteme der<br />

Zukunft ausgerichtet, weil die durch einen Mikro-Controller<br />

erfassten Verbrauchsdaten ebenso wie eventuelle Störmeldungen<br />

per Mobilfunk weitergegeben werden können. Das<br />

ermöglicht eine Vernetzung in komplexen Kommunikationssystemen<br />

bis hin zu Smart-Grid-Konzepten, die das Abgeben<br />

von Strom in beide Richtungen vorsehen und das Fahrzeug<br />

damit zu einem fahrbaren Stromaggregat machen.<br />

Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung mit Energieverteilung<br />

im Freien legt das Herstellerunternehmen, die EBG<br />

complEo GmbH in Lünen, besonders viel Wert auf eine robuste<br />

Bauweise. Weil sich die Steckdosen erst nach Autorisierung<br />

öffnen, sind sie vor Manipulationsversuchen und<br />

Vandalismus gesichert; auch das Gehäuse aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff widersteht nicht nur den Unbilden der<br />

Witterung, sondern kann durch eine Sonderbeschichtung<br />

gegen Graffiti geschützt werden. Auch Antennen für Mobilfunkverbindungen,<br />

mit denen die Abrechnungs- und Ablesekommunikation<br />

durchgeführt werden kann, lassen sich im<br />

Inneren des Gehäuses platzieren, das werkstoffbedingt<br />

nicht wie Metall abgeschirmt ist. All das macht die Geräte<br />

besonders zuverlässig und gleichzeitig für den Verbraucher<br />

einfach zu bedienen. Und so sollte eine zukunftsorientierte<br />

Lösung ja sein.<br />

EBG complEo GmbH<br />

www.ebg-luenen.de<br />

1. Preisträger des ersten<br />

Öko-Awards für Autos<br />

in der Kategorie<br />

Elektro- und Hybridantrieb<br />

www.oekoglobe.de<br />

100 % ELEKTRISCH. 100 % REAL.<br />

Ausgezeichnet<br />

mit dem<br />

Grünen Lenkrad<br />

2010 von<br />

Bild am Sonntag<br />

und Auto Bild<br />

eCar Tec Award 2010 –<br />

bayerischer Staatspreis<br />

für Elektromobilität<br />

46 Neue Mobilität<br />

PEUGEOT iOn


Erste flotten - e-miglia 2011<br />

e-miglia 2011<br />

Zweite Auflage der internationalen Rallye für Elektrofahrzeuge<br />

• Der Termin: 01. bis 05. August 2011<br />

• Anmeldung für jeden offen, gültiger Führerschein und eMobil vorausgesetzt<br />

• Teilnehmerfeld auf 30 Startplätze maximiert<br />

• Höher hinaus: Großglockner Hochalpenstrasse<br />

• Weitere Strecke: Die e-miglia erstmalig in der Schweiz<br />

• Finale am 05. August 2011 in St. Moritz<br />

125 Jahre Automobil, wohin hat es geführt? Zu weltweit fast<br />

einer Milliarde Fahrzeugen. Doch die Fahrzeuge benötigten<br />

meist fossile Brennstoffe, der Vorrat ist nicht unerschöpflich.<br />

Ein Lösungsweg ist unbestritten die elektrische Mobilität.<br />

Hier setzt die e-miglia an.<br />

Die erste internationale eRallye nur für Elektrofahrzeuge verfolgt<br />

auch im zweiten Jahr das Ziel, der Welt zu zeigen, wie<br />

attraktiv und leistungsstark eMobile schon heute sind.<br />

Die Premiere der e-miglia 2010 forderte den 25 teilnehmenden<br />

Fahrzeugen schon viel ab. Klarer Sieger: Die eMobilität.<br />

Das spornt zu höheren Zielen an. Und diese wird es vom 01.<br />

bis 05. August 2011 geben, wenn sich die e-migliaisti wieder<br />

e-missionsfrei auf die Straße begeben.<br />

Höher, das nimmt Ralleyleiter Richard Schalber wörtlich:<br />

»Der Jaufenpass mit 2.094 Metern war schon ganz ordentlich,<br />

aber heuer müssen die Teilnehmer über die Großglockner<br />

Hochalpenstrasse. Das sind rund 500 Höhenmeter obendrauf.«<br />

Die Großglockner Hochalpenstraße liegt im Herzen Österreichs<br />

und des Nationalparks Hohe Tauern. Eine Region mit<br />

viel Geschichte, Tradition, Natur und Blick in die Zukunft.<br />

Aber nicht nur höher, sondern auch weiter geht es 2011:<br />

Noch ist alles weiß im ganzen Engadin und besonders in St.<br />

Moritz, dem berühmtesten Alpentreffpunkt. Doch St. Moritz<br />

ist auch grün. Wenn die e-miglia am 5. August dort einrollt,<br />

werden die Zuschauer im Ziel staunen. Die weltweit erste<br />

»leise« und saubere internationale Straßenrallye mit innovativen<br />

Fahrzeugkonzepten passt zu Engadin St. Moritz: umweltbewusst<br />

und doch sportlich und lebendig. »Wir freuen<br />

uns sehr, dass wir als Schlussetappenort der e-miglia dabei<br />

sind. Somit können wir die zahlreichen Anforderungen, die<br />

St. Moritz als 101. Energiestadt der Schweiz zu erfüllen hat<br />

und die Bemühungen im ganzen Oberengadin wertvoll ergänzen«,<br />

so Ariane Ehrat, CEO der Tourismusorganisation<br />

Engadin St. Moritz.<br />

Mit diesem Finalort der e-miglia werden 2011 erstmalig vier<br />

Länder bereist und ein grandioses Ereignis in einmaliger<br />

Landschaft ist ebenso sicher wie ein unvergesslicher Abschluss.<br />

Eine höhere und weitere Herausforderung.<br />

Die Anmeldung ist eröffnet auf www.e-miglia.com<br />

48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49


STATUS<br />

QUO<br />

»Es ist Zeit zu handeln.<br />

Die Probezeit ist vorbei.«<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />

neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />

Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />

Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />

tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />

Bundesverband eMobile Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />

wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />

angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />

und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />

Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />

Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />

Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />

Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />

so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />

www.bem-ev.de<br />

Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen,<br />

BEM eMobile<br />

unser Fachbeirat<br />

Ticker<br />

und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />

Jetzt im App Store<br />

desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />

und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />

für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />

haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />

all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />

schnell so gut aufgestellt.<br />

Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />

und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />

und medialen Aufgaben.<br />

DER<br />

ELEKTRO-<br />

<strong>MOBILITÄT</strong><br />

Fachbeiträge. Stand der Technik. Kommentare. Was kommt 2011?<br />

50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

Warum Elektromobilität<br />

ein echter und nachhaltiger<br />

Systemwechsel ist<br />

»Auch die Elektromobilität ist ein Systemwechsel, bei<br />

dem gleich mehrere Quantensprünge bei der Nutzung<br />

von Mobilität festzustellen sind.«<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner und Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

Viele Automobilhersteller bewerten das Elektroauto lediglich<br />

als eine von vielen Varianten in ihrem Produktportfolio.<br />

Betrachtet man die Elektromobilität jedoch ganzheitlich, so<br />

zeigen sich deutlich Elemente eines echten Systemwechsels,<br />

dessen Auswirkungen alle Stufen in der Wertschöpfungskette<br />

der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer betreffen.<br />

Systemwechsel in Industrien sind dadurch gekennzeichnet,<br />

dass sich der Kundennutzen nicht nur inkrementell verändert,<br />

sondern in Quantensprüngen. So wurde zum Beispiel<br />

das iPhone 2007 von der Mobilfunkindustrie zunächst nur<br />

als eine weitere Variante des mobilen Telefonierens gesehen.<br />

In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass die Kunden mit<br />

diesem Produkt in ganz neue Dimensionen des einfachen<br />

Umgangs mit komplexen, aber nützlichen Applikationen vorstoßen<br />

konnten. Apple schaffte diesen Quantensprung im<br />

Kundennutzen im Wesentlichen durch die Adaption seines<br />

seit Jahrzehnten bewährten Betriebssystems auf ein mobiles<br />

Smartphone. Solche Quantensprünge können ganze<br />

Industrien in relativ kurzer Zeit radikal verändern. Auch die<br />

Elektromobilität ist ein Systemwechsel, bei dem gleich mehrere<br />

Quantensprünge bei der Nutzung von Mobilität festzustellen<br />

sind:<br />

Quantensprung 1: Weg vom Öl<br />

Durch den elektrischen Antrieb sind Autobauer wie Fahrer<br />

nicht mehr nur von einer einzigen Energiequelle, dem Erdöl,<br />

abhängig. Elektrischer Strom kann auf viele verschiedene<br />

Arten hergestellt werden - immer mehr auch völlig emissionsfrei.<br />

Das führt auch zu einen Systemwechsel in der Energiepolitik.<br />

So wenden die USA beispielsweise jährlich 260<br />

Milliarden US-Dollar dafür auf, kostbares Erdöl zu importieren,<br />

von dem etwa 70% in der eigenen »durstigen« Pkw-<br />

Flotte verbraucht werden.<br />

Stellt man dem gegenüber, dass 70% der US-Autos täglich<br />

weniger als 40 Meilen bewegt werden und das zumeist auf<br />

Kurzstrecken, so ist es bereits mit dem heutigen Stand der<br />

eAntriebs- und Batterietechnologie problemlos möglich, den<br />

größten Teil dieser Strecken mit Strom aus dem Netz zu fahren.<br />

Simuliert man ein solches Szenario für die deutschen Verhältnisse,<br />

so könnten rund 70% der jährlich gefahrenen<br />

etwa 550 Milliarden PKW-Kilometer elektrisch zurückgelegt<br />

werden. Volkswirtschaftlich wäre das eine enorme Einsparung,<br />

denn Deutschland müsste dann rund 40% weniger<br />

Erdöl importieren, was einem Wert von 21 Milliarden Euro<br />

zu heutigen Preisen entspräche. Der Mehrbedarf an Strom<br />

von etwa 10% würde in seiner Erzeugung nur etwa 1,5 bis<br />

2,5 Milliarden Euro kosten und könnte zur Hälfte aus dem<br />

bestehenden Netz kommen, denn Elektroautos laden meist<br />

nachts, wenn ohnehin Überkapazitäten vorhanden sind. Die<br />

restlichen 5% des zusätzlichen Strombedarfs wären bereits<br />

heute mit erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen.<br />

Gerade dieses volkswirtschaftliche Potential der Elektromobilität<br />

veranlasst derzeit viele Staaten (z.B. USA, China,<br />

Frankreich) den Systemwechsel stark zu subventionieren.<br />

Quantensprung 2: 60% weniger Energiekosten fürs Fahren<br />

Der Elektroantrieb ist deutlich effizienter als der eines<br />

Benziners oder Diesels. Beim Verbrennungsmotor werden<br />

nur 25 bis 30% des Energieinhalts im Tank in Bewegungsenergie<br />

umgewandelt, beim Elektroantrieb sind es hingegen<br />

80%. Ein Fortschritt in der Energieeffizienz, der<br />

dazu führt, dass die Energiekosten pro gefahrenen Kilometer<br />

drastisch sinken. Ein Elektroautobesitzer kann bis zu 60%<br />

seiner Energiekosten sparen.<br />

Auf die Energiebranche hat das Elektroauto dramatische<br />

Auswirkungen. Jeder elektrisch gefahrene Kilometer geht<br />

der Mineralölwirtschaft gänzlich verloren. Für die Stromerzeuger<br />

ist das Elektroauto zwar ein vergleichsweise kleiner<br />

Markt, jedoch ein sehr willkommener, da die zumeist nächtlichen<br />

Batterieladungen die Netze antizyklisch belasten und<br />

zusätzliche Erträge bei geringen Investitionen erzeugen.<br />

Quantensprung 3: 100% besseres Fahren<br />

Wer schon ein reines Elektroauto gefahren ist, stellt schnell<br />

fest, dass der Unterschied zum Benziner gewaltig ist. Nicht<br />

nur das nahezu geräuschlose Dahingleiten verblüfft. Vielmehr<br />

besitzt das eAuto gerade in der Stadt eine deutlich<br />

bessere Fahrdynamik, die höchstens mit einem Sportwagen<br />

vergleichbar ist. Das volle Drehmoment steht zu 100% und<br />

von Anfang an zur Verfügung und die Beschleunigung erfolgt<br />

ohne Schaltunterbrechungen.<br />

Darüber hinaus verursacht das eAuto 100% weniger lokale<br />

Emissionen. Für den Fahrer bedeutet das, seine Haltung<br />

zum Umweltschutz zeigen und einen aktiven Beitrag hierfür<br />

leisten zu können. Gerade die wachsende Bevölkerung in<br />

den großen Städten sucht nach individueller Mobilität, die<br />

nicht durch gesundheitsschädliche Schadstoffe belastet ist.<br />

Ein inkrementell effizienteres Dieselfahrzeug reicht diesen<br />

Kunden nicht; sie wollen den 100%-igen Systemwechsel.<br />

Quantensprung 4: 100% bezahlbar<br />

Mit der Einführung der Fließbandserienproduktion 1913 bei<br />

Ford wurde seinerzeit das Autofahren für jedermann bezahlbar.<br />

Wie sieht jedoch die Perspektive aus, wenn die Alternativen<br />

zur bestehenden Antriebstechnologie nicht schnell<br />

entwickelt werden? Ein Taxifahrer beispielsweise, der in<br />

Berlin einen Toyota Prius anstelle einer Mercedes E-Klasse<br />

betreibt, spart monatlich Spritkosten in Höhe seiner halben<br />

Wohnungsmiete. Dieses Beispiel soll zeigen, dass »Bezahlbarkeit«<br />

immer eine sehr relative Größe ist, in seiner Relevanz<br />

jedoch zunimmt.<br />

Ziel muss es sein, individuelle Mobilität auch in Zukunft für<br />

alle Bürger zu vertretbaren Kosten zu ermöglichen - auch bei<br />

Ölpreisen von 200 US-Dollar je Barrel (Prognose für 2020)<br />

und deutlich höheren CO 2-Steuern. Elektromobilität ist<br />

durch den Systemwechsel Öl zu Strom bezüglich Kosten und<br />

Umweltschutz eine grundsätzlich neue Option. Nahezu alle<br />

Zukunftsszenarien gehen davon aus, dass langfristig die individuelle<br />

Mobilität nur durch Elektrifizierung für alle Bürger<br />

zugänglich und bezahlbar bleiben wird.<br />

Bereits heute möchten schon viele Kunden ein eAuto kaufen.<br />

Im Moment scheitert das allerdings noch an verfügbaren<br />

und vor allem preiswerten Elektrofahrzeugen. Hierbei<br />

werden jedoch zwei wesentliche Entwicklungssprünge zeitnah<br />

helfen:<br />

1. Die Batterien, die benötigt werden, um eine sinnvolle tägliche<br />

Reichweite von rund 150 Kilometern zu ermöglichen,<br />

sind durch die Lithium-Ionen-Technologie nun 70% leichter<br />

als zum Beispiel Blei-Akkus. Dieses deutlich geringere<br />

Leistungsgewicht macht das Elektroauto endlich massentauglich.<br />

Denn auch die Material- und Produktionskosten<br />

verringern sich mit der deutlichen Gewichtsreduzierung, so<br />

dass durch die Massenfertigung die Produktionskosten mittelfristig<br />

dramatisch sinken werden.<br />

2. Ein weiterer Aspekt bei den Kosten ist die relative Einfachheit<br />

des elektrischen Antriebsstrangs, die zu geringeren<br />

Investitionen in Produktionsanlagen führt. So liegen zum<br />

Beispiel die Investitionskosten für den Aufbau einer hoch<br />

automatisierten Dieselmotoren-Fertigungsstraße bei rund<br />

200 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen für eine Fertigungsanlage<br />

für gleich starke Elektromotoren beträgt dagegen<br />

kaum mehr als fünf Millionen Euro.<br />

Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />

52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

..Fortsetzung von vorheriger Seite<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

Quantensprung 5: 100% nachhaltig<br />

Ein Auto wird in Deutschland bis zu 15 Jahre lang genutzt.<br />

Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge liegt hierzulande bei<br />

fast zehn Jahren. Alle Verbesserungen zum Beispiel beim<br />

CO2-Ausstoß brauchen deshalb sehr lange Zeit, bis sie sich<br />

nachhaltig in der PKW-Flotte durchgesetzt haben. Die Elektromobilität<br />

ist dahingegen ein Quantensprung in punkto echter<br />

Nachhaltigkeit, denn das Elektroauto ist in seiner CO2-<br />

Bilanz »lediglich« davon abhängig, auf welche Weise der<br />

elektrische Strom hergestellt wird. Deshalb verbessert sich<br />

mit dem Erzeugungsmix »automatisch« auch die CO2-Bilanz<br />

jedes eFahrzeugs, das bereits im Betrieb ist, egal wie alt es<br />

ist. Damit ist der Kauf eines Elektroautos in Bezug auf Umweltschutz<br />

eine wirklich nachhaltige Investition.<br />

Das mag für viele Autofahrer zunächst »nur« einen ideellen<br />

Wert haben. Wenn sich die Steuergesetzgebung jedoch weiterhin<br />

und zunehmend am Zwei-Grad-Klimaziel ausrichtet,<br />

hat das unmittelbare positive finanzielle Auswirkungen für<br />

eAutobesitzer, denn seine CO2-Kosten sinken kontinuierlich.<br />

Das beeinflusst damit auch den Wiederverkaufswert eines<br />

eFahrzeugs, was bereits heute schon viele Flottenbetreiber<br />

zur Umstellung auf eAutos motiviert. Allein General Electric<br />

plant schon bis 2015 bis zu 25.000 Elektroautos in seine<br />

Flotte zu integrieren.<br />

Fahrzeuge stehen 90% ihrer Zeit still und legen täglich nur<br />

geringe Wegstrecken zurück.<br />

Die Möglichkeit, spontan quasi unbegrenzte Strecken fahren<br />

zu können, ist vielen Autokäufern jedoch wichtig, auch<br />

wenn dies realitär nur sehr selten vorkommt. Auch bei der<br />

Elektromobilität muss der Autofahrer auf diese Flexibilität<br />

nicht verzichten. Der Elektroantrieb deckt 65 bis 70% der so<br />

genannten Routinekilometer ab. Für die Flexibilität darüber<br />

hinaus kann ein mitgeführter so genannter Range Extender<br />

zuständig sein - zum Beispiel ein kleiner Benzinmotor, der<br />

hocheffizient die Antriebsenergie jenseits der Batteriereichweite<br />

erzeugt. So hat der Kunde die 100%-ige Flexibilität,<br />

wie er sein Auto betreibt. Erste, so ausgestattete Serienfahrzeuge<br />

wie der Chevrolet Volt zeigen, dass bei diesem<br />

Konzept im Nutzungszyklus etwa 80% weniger Benzin getankt<br />

werden muss.<br />

Soll das Auto auch bei seiner Fahrleistungen auf Langstrecken<br />

voll flexibel sein, so bietet sich das Prinzip des Plug-in-<br />

Hybrids an: Auf Kurzstrecken und in der Stadt rein elektrisch<br />

fahren und auf der Langstrecke quasi nicht von einem gewöhnlichen<br />

Auto zu unterscheiden.<br />

FAZIT<br />

dieses Systemwechsels als strategisches Ziel erkannt haben<br />

und für entsprechende Rahmenbedingungen (z.B. Subventionen)<br />

sorgen. Andere müssen diesen Nachteil durch<br />

mehr Innovationen ausgleichen. Denn am Ende wird auch im<br />

Markt für Elektromobilität das überlegene technische Konzept,<br />

gepaart mit intelligenter Vermarktung den Unterschied<br />

machen. Verändern sich Märkte durch technologische Quantensprünge,<br />

bieten sich durchaus auch dem »Fast Follower«<br />

noch Chancen zur Differenzierung. Insbesondere weil der<br />

deutlich größere Teil der eInnovationen auch (wieder) durch<br />

Exzellenz in der Großserienherstellung geprägt sein wird.<br />

Die europäischen und hier vor allem die deutschen Automobilhersteller<br />

geraten somit stärker unter Zugzwang, neben<br />

ihren Flottenversuchen und Pilotserien erste echte Serienfahrzeuge<br />

auf die Straße zu bringen und an - private wie geschäftliche<br />

- Endkunden zu vermarkten. Dazu wird es stärker<br />

notwendig sein, in bestimmten Technologien, wie den Batterien,<br />

auch herstellerübergreifend zu kooperieren, um schnell<br />

die nötigen Skaleneffekte zu erzielen und gleichzeitig die Investitionen<br />

in Entwicklung und Produktion wirtschaftlich zu<br />

gestalten. Ob dies möglich ist oder die Industrie ihre Technologieführerschaft<br />

zu verlieren droht, werden die nächsten 12<br />

bis 18 Monate zeigen.<br />

Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />

Partner<br />

Bain & Company<br />

BEM-Beirat<br />

www.bain.de<br />

Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />

VentureCheck Company<br />

BEM-Beiratsvorsitzender<br />

www.venturecheck.com<br />

Quantensprung 6: 100% flexibel<br />

Elektromobilität ist, anders als im Moment oft dargestellt,<br />

kein Dogma. Autofahrer sind heute oft noch unsicher, ob sie<br />

ein Fahrzeug kaufen sollen, dass eine Batteriekapazität für<br />

lediglich 150 Kilometer Reichweite hat. Auf den ersten Blick<br />

scheint dies zunächst ein erheblicher Rückschritt zu sein. Genau<br />

betrachtet, ist es jedoch nicht die begrenzte Reichweite,<br />

die ein eAuto limitiert, sondern vielmehr die Geschwindigkeit<br />

mit der die Batterie wieder aufgeladen werden kann.<br />

Dieser »Nachteil« ist jedoch heute bereits technisch dadurch<br />

gelöst, in dem man den eAntrieb mit dem klassischen<br />

Verbrenner sinnvoll kombiniert und damit Ladezeit und Nutzungsflexibilität<br />

quasi »entzerrt«. Bei Range Extender oder<br />

Plug-in-Hybriden kann der Fahrer bei leerer Batterie auf das<br />

ihm bekannte System des Verbrenners zurückgreifen und<br />

behält somit die volle Flexibilität.<br />

Bei der Elektrifizierung des PKW geht es nicht darum, möglichst<br />

schnell möglichst viele reine Elektrofahrzeuge auf den<br />

Markt zu bringen. Ziel muss es sein, die Elektrifizierung so<br />

einzusetzen, dass möglichst viele der täglichen Routinekilometer<br />

mit Strom vom Netz gefahren werden können.<br />

Legt man die typischen Nutzungsprofile von Autos zugrunde,<br />

stellt sich heraus, dass fast jedes Auto einen elektrischen<br />

oder teilelektrischen Antrieb haben könnte. Denn die meisten<br />

Der Systemwechsel hin zur Elektromobilität steht bevor. Die<br />

damit verbundenen skizzierten Quantensprünge können<br />

unter bestimmten Rahmenbedingungen eine lawinenartige<br />

Entwicklung der Nachfrage nach sich ziehen. Die große Unbekannte<br />

dabei ist die Rolle der Automobilindustrie und die<br />

Geschwindigkeit, mit der diese den Systemwechsel umsetzt.<br />

Hier gibt es Vorreiter wie Renault/Nissan, Mitsubishi/PSA<br />

oder GM/Opel, die der deutschen Automobilindustrie bei<br />

der Vermarktung erster Serienfahrzeuge momentan zwei bis<br />

drei Jahre voraus sind.<br />

Von bedeutenden staatlichen Hilfen kann in Deutschland<br />

zurzeit nicht ausgegangen werden. Auch ein potenter externer<br />

Newcomer, wie es 2007 Apple für die Mobilfunkindustrie<br />

war, ist nicht in Sicht. Neue Ansätze wie Better Place,<br />

die in mehreren Ländern flächendeckend den Aufbau von<br />

Batteriewechselstationen vorantreiben wollen, werden sich<br />

vor allem nur in lokalen Nischen entwickeln. Denn dort sind<br />

die nötigen Investitionen überschaubar und es besteht die<br />

Möglichkeit, baugleiche Fahrzeuge mit standardisierten Batterien<br />

in Flotten zu betreiben.<br />

Somit wird die Automobilindustrie aus ihrer eigenen globalen<br />

Wettbewerbsdynamik heraus den Systemwechsel<br />

vorantreiben müssen. Dabei sind die Hersteller im Vorteil,<br />

deren Ursprungsländer die volkswirtschaftliche Bedeutung<br />

„Lassen Sie die<br />

Anwohner doch mal<br />

länger schlafen“<br />

Elektrisieren Sie schon heute Ihren Fuhrpark auf Basis modernster<br />

deutscher Antriebs- und Batterietechnologie.<br />

Nutzen Sie die Vorteile unserer Elektronutzfahrzeuge, verbessern Sie<br />

nachhaltig Ihre CO2 Bilanz und unterstützen Sie Ihre Unternehmenskommunikation<br />

bei der verantwortungsbewußten Außendarstellung.<br />

Lärmbelästigung, hohe Dieselkosten und wartungsintensive Fahrzeuge<br />

sind Vergangenheit. Unsere Schnellladetechnik erlaubt schon heute<br />

alltagstaugliche Reichweiten.<br />

Ob Kauf, Leasing oder Probefahrt - wir beraten Sie gerne.<br />

e-WOLF CENTER KÖLN | Ernst-Heinrich-Geist Straße 5 | 50226 Frechen | Mail: flotte@ewolf-car.com | Web: www.ewolf-car.com<br />

54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Roland Berger Strategy Consultants<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Elektromobilität.NRW<br />

eMobilität im Jahr 2025<br />

Roland-Berger-Studie zur Entwicklung der Automobilbranche<br />

Leitmarkt Elektromobilität -<br />

Masterplan zur Marktreife<br />

Frühzeitig hat NRW die Elektromobilität als zukünftigen Leitmarkt erkannt<br />

In ihrer Anfang März vorgestellten Studie »Automotive Landscape<br />

2025« kommt die internationale Strategieberatung<br />

Roland Berger zu dem Ergebnis, dass die Automobilbranche<br />

in den kommenden 15 Jahren die wohl größte Transformation<br />

ihrer Geschichte erleben wird. Dies betrifft insbesondere die<br />

Entwicklung der eMobilität: Nur noch die Hälfte aller Autos<br />

weltweit werden im Jahr 2025 von einem herkömmlichen<br />

Verbrennungsmotor angetrieben werden. Dies bedeutet jedoch<br />

nicht, dass den Herstellern von Autos mit Hybrid- oder<br />

Elektro-Antrieb ein ungebrochener Siegeszug ins Haus steht,<br />

denn gleichzeitig mit dem Vormarsch alternativer Antriebstechnologien<br />

wird es auch um die Vorherrschaft alternativer<br />

Geschäftsmodelle gehen.<br />

Stellen Sie sich vor, Sie schließen mit Ihrem Energie-Lieferanten<br />

einen Vertrag über Ihre Stromversorgung für die nächsten<br />

24 Monate und erhalten im Gegenzug ein subventioniertes<br />

Auto. Warum eigentlich nicht? Schließlich funktioniert<br />

dieses Geschäfts- und Vertriebsmodell bei Handys seit fast<br />

zwei Jahrzehnten bestens.<br />

Tatsächlich denken die großen Energiekonzerne derzeit über<br />

solche Szenarien nach. Getrieben werden diese Überlegungen<br />

von denselben Megatrends, die auch die Entwicklung<br />

der Automobilbranche treiben: Mit dem volkswirtschaftlichen<br />

Wachstum verlagern sich auch die automobilen Absatzmärkte<br />

und Produktionskapazitäten in Schwellenländer wie<br />

Brasilien, Russland, Indien oder China (BRIC-Staaten). Hier<br />

müssen sich die Autobauer völlig neuen Herausforderungen<br />

stellen. Dabei geht es nicht allein um die Entwicklung neuer<br />

Automodelle - vielmehr entstehen neue Ökosysteme der<br />

Mobilität.<br />

Der demographische Wandel führt zu weiterer Urbanisierung:<br />

Im Jahr 2025 werden 57% aller Menschen in Großstädten<br />

leben - in den Industrienationen sogar über 80%.<br />

Dadurch werden weltweit legislative Initiativen zum Emissions-<br />

und Klimaschutz absehbar; zudem wird sich die Nachfrage<br />

zunehmend auf kleinere Fahrzeuge richten. Schon jetzt<br />

zeichnet sich darüber hinaus ein nachhaltiger Wertewandel<br />

ab: Das Automobil verliert zunehmend seine Rolle als Statussymbol<br />

und wird zum Mittel, um von A nach B zu gelangen,<br />

was alternativen Mobilitätskonzepten wie CarSharing zu<br />

wachsender Bedeutung verhilft.<br />

Schließlich ändern sich auch die Erwartungen der Kundschaft<br />

an ein Fahrzeug. Immer wichtiger wird etwa die Konnektivität<br />

zu mobilen Endgeräten: Ein Smart lässt sich mit<br />

einem iPhone zu einer Multimediazentrale aufrüsten, die<br />

Sync-Technologie von Ford liefert eine neue interaktive<br />

Schnittstelle zwischen Fahrer und Auto und im aktuellen<br />

Audi A8L stecken Doppelkernprozessoren des Herstellers<br />

Nvidia. Automobil-Hersteller sind also gefordert, sich neuen,<br />

auch branchenfremden Partnern zu öffnen. Dies heißt nicht<br />

allein, dass sie sich auf die Innovationszyklen anderer Märkte<br />

- etwa der IT-Branche - einstellen müssen. Es wirft auch<br />

die Frage auf, wer schließlich die unterschiedlichen System-<br />

Module integriert.<br />

Damit geht es um nichts anderes als die Frage, wem der Kunde<br />

letzten Endes »gehören« wird. Erinnern wir uns an den<br />

Vergleich mit der Mobiltelefonie: Waren es hier ursprünglich<br />

die OEM, deren Vertrieb den direkten Kundenkontakt hatte,<br />

sind es heute Provider wie die Telekom oder Vodafone - die<br />

Hardware-Hersteller wurden zu Zulieferern degradiert. Um<br />

sich diesen Herausforderungen erfolgreich stellen zu können,<br />

müssen Automobilhersteller schon heute damit beginnen,<br />

ihre Geschäftsmodelle grundsätzlich zu überprüfen,<br />

neu auszurichten und sich flexibel auf alternative Entwicklungen<br />

einzustellen.<br />

Philipp Grosse Kleimann & Wolfgang Bernhart<br />

Partner bei Roland Berger Strategy Consultants<br />

www.rolandberger.com<br />

Masterplan Elektromobilität<br />

Der Masterplan Elektromobilität, entwickelt vom AutoCluster.NRW<br />

und der EnergieRegion.NRW, ist das strategische<br />

Dach für die Landesaktivitäten. Ziel ist, Nordrhein-Westfalen<br />

als bedeutenden Innovations- und Produktionsstandort für<br />

Elektrofahrzeuge zu entwickeln. 250.000 Elektrofahrzeuge<br />

will die Landesregierung bis zum Jahr 2020 auf die Straße<br />

bringen und wird bis 2015 eigene Förderprogramme in Höhe<br />

von mehr als 100 Mio. EUR bereitstellen. Dazu werden drei<br />

Kompetenzzentren errichtet:<br />

• Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik, Fokus Aachen<br />

(ika-RWTH Aachen, Prof. Lutz Eckstein)<br />

• ganzheitliche Betrachtung neuer Mobilitäts- und Fahrzeugkonzepte<br />

• Anforderungen an die Integration von neuen<br />

Komponenten<br />

• Weiterentwicklung des elektrischen Antriebsstrangs<br />

sowie der Leistungselektronik<br />

• Karosserie-Leichtbau und Aerodynamik.<br />

• Kompetenzzentrum Batterietechnik, Fokus Münster<br />

(WWU Münster, Prof. Martin Winter)<br />

Mit dem Aufbau des MEET (Münster Eletrochemical Energy<br />

Technology) werden die Forschungszweige der physikalischen<br />

Chemie, der Stromrichtungstechnik und der elektrischen<br />

Antriebe in Kooperation gebracht. Forschungsbedarf<br />

besteht u.a. bei der Enegiedichte, Temperaturempfindlichkeit<br />

und Recyclefähigkeit von Batterietechnologie.<br />

• Kompetenzzentrum Infrastruktur und Netze, Fokus Rhein-<br />

Ruhr (TU Dortmund, Prof. Christian Rehtanz)<br />

• Betrachtung der Anforderungen der Netze und der<br />

Elektromobilität im Systemansatz<br />

• Netzintegration dezentraler Einspeisungen und des<br />

Smart Meterings im Kontext der Entwicklung der<br />

Niederspannungsnetze.<br />

Modellregion Rhein-Ruhr<br />

Als eine von acht Modellregionen erhielt NRW den Zuschlag<br />

für acht Starterprojekte im Raum Rhein-Ruhr. Die Projektleitstelle<br />

ist bei der EnergieAgentur.NRW angesiedelt. In die<br />

Gesamtkosten von über 42 Mio. EUR fließen rund 21 Mio.<br />

EUR aus Bundesförderung ein. Die Projekte umfassen die<br />

gesamte Bandbreite der Elektromobilität. Schwerpunkte bilden<br />

die Themenbereiche Nutzfahrzeuge, ÖPNV und Nutzerverhalten.<br />

In der Modellregion ist es gelungen, mehrere Fahrzeughersteller<br />

einzubinden und bei der Entwicklung der<br />

Fahrzeugtechnik auf Synergien zu setzen. So nehmen etwa<br />

Ford, Renault, MAN, Evobus, Volvo, Vossloh-Kiepe-Hess und<br />

Solaris an den Tests und Messreihen teil. Energieversorger,<br />

NRW-Kommunen und Stadtwerke koppeln dies mit ihren Anforderungen<br />

bei Citylogistik und Mobilitätskonzepten rück.<br />

Wettbewerb Elektromobilität<br />

2009 fand unter der Federführung des Projektträgers Energie,<br />

Technologie, Nachhaltigkeit (ETN) im Forschungszentrum<br />

Jülich erstmals der Wettbewerb ElektroMobil.NRW statt.<br />

Aus 54 Vorschlägen schlug die Jury 22 Projekte mit einem<br />

Fördervolumen von fast 47 Mio. EUR zur Förderung vor. Die<br />

thematische Spannbreite reicht von<br />

• Range-Extender-Modulen über<br />

• Separatorfolien für von Lithium-Ionen Akkumulatoren,<br />

• die Entwicklung von Zink-Luft-Batterietechnologie,<br />

• bis zur Konzeption eines neuartigen eKleintransporters.<br />

Aktuell läuft die zweite Runde des Wettbewerbs ElektroMobil.NRW<br />

2010.<br />

Mit den drei Säulen AutoCluster.NRW, EnergieAgentur.NRW<br />

und dem Projektträger ETN verzahnt die Landesregierung<br />

über ihren Masterplan drei Institutionen, die die Branchen<br />

Fahrzeugbau und Energie eng mit dem Forschungssektor<br />

verbinden und die für eine breite Einbindung der regionalen<br />

Akteure im Bereich der zukunftsfähigen Mobilität stehen.<br />

Weitere Informationen unter: info@energieagentur.nrw.de<br />

olschewski@autocluster.nrw.de<br />

56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Interview Prof. Dr. Bernhard Schlag<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Interview Prof. Dr. Bernhard Schlag<br />

Nutzerakzeptanz und<br />

künftige Wertvorstellungen<br />

»Für die Zukunft wird entscheidend sein, frühzeitig zu erkennen,<br />

was der Nutzer will. Genau in diese Richtung muss eine<br />

vorausschauende Akzeptanzforschung gehen.«<br />

Interview mit Prof. Dr. Bernhard Schlag, Technische Universität Dresden<br />

Elektromobilität wird in der Öffentlichkeit zunehmend präsenter.<br />

Viele reden über die Autos von morgen. Zugleich belegen<br />

Studien, dass die Nutzerakzeptanz von Elektromobilität<br />

steigt und die Skepsis vor der neuen Technik abnimmt.<br />

Keiner weiß jedoch, wie das Auto der Zukunft tatsächlich<br />

aussehen wird. Prof. Dr. Bernhard Schlag von der TU Dresden<br />

wählt eine andere Perspektive und rät, alternativ zu<br />

fragen: Wie sieht der Nutzer der Zukunft aus? Zu Nutzerakzeptanz<br />

und künftigen Wertvorstellungen nimmt der Verkehrspsychologe,<br />

der u.a. dem wissenschaftlichen Beirat<br />

des Verkehrsministeriums angehört, im Interview mit Jürgen<br />

Hüpohl Stellung.<br />

Fast jeder, der einmal ein Elektrofahrzeug gefahren hat,<br />

äußert sich danach positiv über das Fahrgefühl. Was macht<br />

das Erlebnis aus?<br />

Beim Fahrradfahren erleichtert der Motor das Fahren erheblich.<br />

Das ist ein ganz anderes Gefühl. Und im Zweiradbereich<br />

ist die Nachfrage ja auch bereits gegeben. Beim Auto hat<br />

man gegenüber einem konventionellen Fahrzeug vor allem<br />

bei der Beschleunigung Vorteile, man ist erstaunt, wie sich<br />

die Kraft kurzfristig entwickelt. Es ist zudem leiser, das ist zunächst<br />

mal sehr angenehm. Es gibt also ein paar Vorteile, die<br />

man benennen kann. Darüber hinaus erleben es viele Menschen<br />

anders: Man bewegt sich sozusagen auf der besseren<br />

Seite der Welt, sie bewegen sich ökologischer fort und das<br />

ist ein nicht unerheblicher Nutzen.<br />

Umfragen und Studien zeigen, dass immer mehr Menschen<br />

Elektromobilität gegenüber positiv eingestellt sind. Die<br />

Skepsis sinkt. Worauf führen Sie das zurück?<br />

Nach anfänglicher Skepsis scheint es so zu sein, dass man<br />

inzwischen daran glaubt, dass das geht. Und dieser Effekt<br />

des »daran-Glaubens« führt zu einer positiveren Wendung<br />

hin zur Akzeptanz. Trotz allem: Entscheidender Faktor für<br />

eine breite Akzeptanz sind die Kosten und da herrscht nach<br />

wie vor Skepsis vor. Die Vorteile der Elektromobilität werden<br />

von den Nachteilen noch überlagert. Für ganz wichtig halte<br />

ich, wenn man auf den Faktor Umweltbewusstsein setzt,<br />

dass ein eFahrzeug auch definitiv umweltverträglicher sein<br />

muss als ein konventionelles Fahrzeug und der Strom ökologisch<br />

erzeugt worden ist. Sonst wird ein wichtiger Pluspunkt<br />

der Elektromobilität untergraben, dann läuft das auch der<br />

Akzeptanz zuwider.<br />

Das Auto von morgen wird anders sein als das von heute.<br />

Welche Eigenschaften schreiben Sie dem Fahrzeug der Zukunft<br />

zu?<br />

Man hatte immer die Philosophie, dass das technisch Mögliche<br />

sich irgendwann durchsetzen wird. Man wird nun einen<br />

Schritt weiter gehen müssen. Heute ist eher ein Paradigmenwechsel<br />

im Gange, sehr viel stärker auf Nutzer zu achten.<br />

Was will der Nutzer eigentlich, was will er kaufen, wie will<br />

er sich bewegen? Dann hat man andere Perspektiven. Traditionell<br />

herrschte die Auffassung vor: Wenn das Angebot da<br />

ist, wird sich auch Nutzerakzeptanz entwickeln. Für die Zukunft<br />

wird jedoch entscheidend sein, frühzeitig zu erkennen,<br />

was der Nutzer will. Genau in diese Richtung muss eine vorausschauende<br />

Akzeptanzforschung durch die Industrie und<br />

durch die Wissenschaft weiter entwickelt werden.<br />

Dann bleiben wir doch bei der Verbraucherperspektive. Was<br />

will der in Zukunft in Bezug auf Mobilität?<br />

Das ist in gewisser Weise spekulativ, aber ich sehe den<br />

Trend, dass die hohe Wertschätzung des Autos vor allem in<br />

Städten ein wenig in Frage gestellt wird und der Besitz im<br />

Vergleich zu anderen Optionen etwas zurückgedrängt wird.<br />

Mobilitätskonzepte wie car2go oder Autolib‘ in Paris zielen<br />

bereits auf diese Leute ab. Der Nutzer verzichtet sozusagen<br />

ein Stück weit auf die soziale Komponente, den Selbstdarstellungsvorteil,<br />

der mit dem Besitz verbunden ist. Das Angebot<br />

muss natürlich jederzeit verfügbar und flexibel sein.<br />

Der zweite Trend ist eine höhere Flexibilität und zwar auch in<br />

der Wahl der Verkehrsmittel. Man wird vielleicht dahin kom-<br />

men, sehr viel rationaler vorzugehen und überlegen, welches<br />

Verkehrsmittel gut für mich ist und im Moment passt.<br />

Dem Trend spielt auch in die Karten, dass wir sehr viel mehr<br />

ältere Fahrzeugführer haben. Es sind ja gerade die Älteren,<br />

und ich spreche hier vom Alter 70 plus, die bereits ihr Leben<br />

lang Auto fahren. Diese Menschen geben das Fahren nicht<br />

gerne auf, sehen aber auch, dass bei der Fahrt in die Innenstadt<br />

das Auto gar nicht das beste Verkehrsmittel sein muss<br />

und werden flexibler in der Wahl der Verkehrsmittel.<br />

Im Klartext heißt das, es ist zunächst nicht entscheidend,<br />

was kann mein Auto, sondern wie will ich mich bewegen?<br />

Ja, ich optimiere sozusagen meine Mobilitätsmuster und optimiere<br />

nicht das Auto, das ich besitze. Der soziale Aufstieg<br />

wird nicht mehr unbedingt durch den Besitz des Autos signalisiert<br />

und dann wird es vielleicht noch funktionaler.<br />

Worin sehen Sie Hemmnisse einer Marktdurchdringung von<br />

Elektrofahrzeugen, wenn man mal von technischen Hindernissen<br />

wie Reichweite und Batterieladung absieht? Angst<br />

vor dem Liegenbleiben, Angst vor mangelnder Sicherheit?<br />

Elektromobilität ist in erster Linie noch zu teuer und wegen<br />

der zu geringen Reichweite taugt das Fahrzeug bisher nur für<br />

geringere Distanzen. Sie haben damit eine Selektion drin,<br />

weil manche Leute darin ein entscheidendes Hindernis sehen,<br />

an einen Kauf zu denken. Andere Themen wie etwa die<br />

Sicherheit sind in den Griff zu bekommen.<br />

Elektromobile könnten wegen fehlender Motorengeräusche<br />

auch eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen,<br />

oder wird das Thema überbewertet?<br />

Es ist ja zunächst einmal ein großer Vorteil, dass das Elektroauto<br />

so geräuscharm ist. Das Problem ist unterhalb von 30<br />

km/h gegeben, bei höherem Tempo haben Sie dann Windgeräusche<br />

und Rollgeräusche. Im niedrigen Bereich kann es<br />

Probleme geben, etwa im Stadtverkehr oder bei Ausfahrten<br />

oder auch beim Rangieren auf Parkplätzen. Wir werden wohl<br />

in naher Zukunft Regelungen haben, die vorschreiben, wie<br />

Elektrofahrzeuge auch bei niedrigen Geschwindigkeiten für<br />

die anderen Verkehrsteilnehmer wahrnehmbar zu machen<br />

sind. Ich denke, man wird wohl nicht darum herumkommen,<br />

unterhalb von 30 km/h irgendetwas zu installieren, was für<br />

andere Verkehrsteilnehmer hörbar ist.<br />

Deutschland will Leitmarkt werden, aber noch sind kaum<br />

Fahrzeuge auf der Straße. Wäre eine Kaufprämie als Anreiz<br />

eine Idee, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen?<br />

Wie man bei der Abwrackprämie gesehen hat, wurde die<br />

Kaufbereitschaft eine Zeitlang gefördert. Ich halte eine Kaufprämie<br />

vorübergehend für ein wirksames Mittel. Doch es<br />

bleibt die Frage, ob man es wirklich braucht und ob es längerfristig<br />

Sinn macht. Ich halte mehr davon, dass auf diesem<br />

Weg auch ein neues Mobilitätskonzept mit kommuniziert<br />

wird und möchte erneut Beispiele wie car2go in Ulm oder<br />

auch das Hamburger Modell erwähnen, wo die Leute erfahren,<br />

dass Elektromobilität sinnvoll ist. Wenn man das breiter<br />

aufstellen würde und vermittelt, dass gerade auch für gemeinschaftlich<br />

genutzte Autos elektrische Antriebe sinnvoll<br />

sind, dann würde das die Einführung fördern.<br />

Also ist noch mehr Aufklärung vonnöten?<br />

Man muss mehr aufklären, aber vor allem die Möglichkeiten<br />

mehr erfahrbar machen. Solche persönlichen Erfahrungen<br />

können über die Nutzung eines Elektroautos in kollektiv geteilten<br />

Flotten sehr gut gemacht werden.<br />

Autor: Jürgen Hüpohl<br />

Journalist und PR-Berater für<br />

Umwelt, Energie und Elektromobilität<br />

huepohl@terramunda.de / www.terramunda.de<br />

Prof. Dr. Bernhard Schlag, TU Dresden<br />

schlag@verkehrspsychologie-dresden.de<br />

58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Bentenrieder<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Bentenrieder<br />

Mobilität im Wandel<br />

Matthias Bentenrieder, Mobilitätsexperte und<br />

Partner der Managementberatung Oliver Wyman<br />

»Für die Automobilhersteller gilt:<br />

Nur wem der Schritt zum Mobilitätsanbieter gelingt, wird in<br />

Zukunft erfolgreich sein.«<br />

Brennstoffzellen-, Hybrid- oder Elektroautos?<br />

Die Automobilindustrie steht heute vor tiefgreifenden Umwälzungen.<br />

Doch das Rennen um den Antrieb der Zukunft<br />

wird sich nicht gleich morgen sondern frühestens in den<br />

nächsten zwei bis drei Jahrzehnten entscheiden. Mittelfristig<br />

spielt sich die wahre Revolution auf dem innovativen Feld der<br />

neuen Mobilitätskonzepte ab. Die Frage der Stunde lautet<br />

deshalb vielmehr: Eigenes Auto kaufen, Carsharing nutzen<br />

oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel kommen?<br />

Neue Formen der Mobilität kristallisieren sich schon heute<br />

heraus. Die Generation der unter 30-jährigen treibt diese<br />

Entwicklung voran. Junge Erwachsene wenden sich mehr<br />

und mehr vom Eigentum an einem Fahrzeug ab und investieren<br />

stattdessen lieber in Smartphones und Laptops. Zwar<br />

bleibt Mobilität auch weiterhin ein gefragtes Gut, für das<br />

die Verbraucher weltweit betrachtet mehr Geld ausgeben<br />

werden, die Lösungen werden in Zukunft jedoch wesentlich<br />

heterogener ausfallen als heute, denn in den urbanen Räumen<br />

ist das Auto schon lange nicht mehr das schnellste und<br />

bequemste Fortbewegungsmittel.<br />

Während die Haushalte heute noch 40% ihrer Ausgaben<br />

für Mobilität in die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs<br />

sowie weitere 50% in dessen Betrieb und Wartung investieren,<br />

werden sich diese Ausgaben nach Schätzungen des<br />

World Business Council for Sustainable Development bis<br />

zum Jahr 2040 um mehr als die Hälfte verringern. Das Geld<br />

wird verstärkt in die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs<br />

sowie vor allem in Carsharing und Autoanmietung fließen:<br />

30% der Mobilitätsausgaben könnten in 30 Jahren dorthin<br />

fließen, bis 2060 sogar 50%. Der Mobilitätsmarkt eröffnet<br />

insbesondere in den großen und stark wachsenden Städten<br />

lukrative Chancen. Zahlreiche Akteure besetzen diese Marktnischen<br />

bereits heute.<br />

Bei herstellerunabhängigen CarSharing-Konzepten wie Zipcar<br />

in den USA oder in UK leihen die Nutzer Fahrzeuge an<br />

festen Stationen aus und bringen sie dorthin wieder zurück.<br />

Die Deutsche Bahn weitet ihr Geschäftsmodell als Mobilitätsprovider<br />

ebenfalls weiter in den Stadtbereich aus. Unter<br />

dem neuen Namen »Flinkster - mein CarSharing« sollen<br />

künftig unabhängig von festen Servicestationen die Fahrzeuge<br />

abgeholt und wieder abgegeben werden können.<br />

Neben dem CarSharing von Mobilitätsprovidern treten auch<br />

von Automobilherstellern entwickelte Konzepte, etwa car2-<br />

go von Daimler oder Mu by Peugeot auf den Plan. Mit einer<br />

Chipkarte, vergleichbar einer Prepaid-Karte im Mobilfunk,<br />

kann der Inhaber bei jedem Peugeothändler die gewünschte<br />

Mobilität buchen - vom Fahrrad bis zum Dachgepäckträger<br />

fürs Auto. Mit car2gether, einer Mitfahr-Community im Internet,<br />

geht Daimler im Großraum Ulm und in der Städteregion<br />

Aachen sogar einen Schritt weiter: Alle Bürger können auf<br />

der car2gether-Website Mitfahrgelegenheiten suchen oder<br />

anbieten.<br />

Zwei Trends im Technologiebereich fördern die neuen Mobilitätskonzepte:<br />

die Elektromobilität sowie die Informationsund<br />

Kommunikationstechnologie. Den Mobilitätsmarkt der<br />

Zukunft können daher neben den klassischen Herstellern<br />

auch die Mobilitätsprovider sowie Energiekonzerne und IT-<br />

Unternehmen besetzen. Die Stromkonzerne sind hier in einer<br />

Schlüsselposition. Geht man davon aus, dass bis 2040<br />

voraussichtlich jedes dritte und bis 2060 jedes zweite Fahrzeug<br />

elektrisch angetrieben wird, dann kommt es künftig<br />

nicht mehr auf die Benzinpreise, sondern auf die günstige<br />

und umweltfreundliche Stromversorgung für den Betrieb der<br />

Fahrzeuge an. Wer diese Versorgung über einfach zu bedienende<br />

Ladestationen und ein intelligentes Energiemanagement<br />

anbieten kann, bei dem die Fahrzeuge immer zu den<br />

günstigsten Tarifen geladen werden, sitzt praktisch in der<br />

Poleposition. So startete bereits RWE gemeinsam mit Microsoft<br />

das Projekt SmartHome, das für mehr Energieeffizienz<br />

in den eigenen vier Wänden sorgen soll.<br />

Internetbasierte Dienstleistungen - schon heute die Grundlage<br />

für die meisten CarSharing-Konzepte - werden den Mobilitätsmarkt<br />

revolutionieren. Denn über das Internet oder<br />

Smartphone können CarSharing-Kunden jederzeit sehen,<br />

wann und wo ein Fahrzeug frei ist, es buchen und abholen.<br />

Langfristig betrachtet wird der Fahrer auch im Auto nicht länger<br />

nur ein Nutzer sein, der einen Motor steuert, sondern<br />

hauptsächlich Elektronik bedienen. Durch den Einsatz intelligenter<br />

Fahrerassistenzsysteme erhält der Fahrer den Freiraum,<br />

nicht nur im Auto zu telefonieren, sondern auch Mails<br />

empfangen und schreiben und im Internet surfen zu können.<br />

Da dies die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen darf,<br />

wird das Auto immer mehr Aufgaben ohne den Fahrer erledigen<br />

müssen. Ein Schritt in diese Richtung ist das von der<br />

Deutschen Telekom und dem Automobilzulieferer Continental<br />

initiierte Kommunikationsnetzwerk AutoLinq mit einem<br />

Applikationsmarktplatz. Mit ihm können Fahrzeuge über<br />

eine Mobilfunkverbindung mit dem Handy, dem heimischen<br />

Computer- und Entertainmentsystem, Onlinedatenbanken<br />

und vielfältigsten internetbasierten Mehrwertdiensten vernetzt<br />

werden.<br />

Neben der Telekom gilt Apple als das Unternehmen der IT-<br />

Branche, dem am ehesten der Sprung in den Automobilmarkt<br />

zugetraut wird. Seit sich im Sommer 2007 Apple-<br />

Gründer Steve Jobs und VW-Chef Martin Winterkorn zu einem<br />

Sondierungsgespräch trafen, reißen die Spekulationen<br />

über ein »iCar« nicht ab. Doch Apple geht seinen Weg lieber<br />

allein: Auftragsgefertigte iCars mit dem Apple-Logo auf der<br />

Motorhaube, dem entsprechenden Design und der technischen<br />

Ausstattung dürften eher auf den Markt kommen als<br />

eine Sonderedition »Apple« eines etablierten Herstellers.<br />

Konkurrent Microsoft hat den Schritt Richtung Automobilindustrie<br />

bereits getan und arbeitet mit Ford und RWE zusammen,<br />

um Hybrid- und Elektroautos, private Stromanschlüsse<br />

und die bestehende Energieversorgung effektiv aufeinander<br />

abzustimmen. Unter Verwendung der kostenfreien Anwendung<br />

Microsoft Hohm sollen die Besitzer ihre Elektroautos<br />

immer dann laden können, wenn der Strom am günstigsten<br />

ist. Gleichzeitig soll damit eine Entlastung der Stromnetze<br />

erreicht werden. Microsoft würde die Schnittstelle zwischen<br />

den Fahrzeugherstellern und den Energieversorgern bilden,<br />

als technische Plattform für ein ganzheitliches Energiemanagement.<br />

Für die Markenpolitik der Hersteller jedoch stellen all diese<br />

Entwicklungen eine ernst zu nehmende Herausforderung dar.<br />

Früher ließ sich eine Marke noch über gigantische Werbe-<br />

Spendings kaufen. Doch das vorwiegend werblich erzeugte<br />

Konzept der Markenwelt wird an Bedeutung verlieren: In der<br />

neuen, digital komplett vernetzten Welt werden gute Produkte<br />

und Services in der Community praktisch kostenlos<br />

weiterempfohlen. Bezahlbare Bequemlichkeit wird bei der<br />

Mobilität zum entscheidenden Erfolgsfaktor.<br />

Die Schnittstelle zum Kunden weiterhin zu besetzen, wird für<br />

die Automobilhersteller die größte Herausforderung sein.<br />

Die etablierten Hersteller müssen deshalb insbesondere in<br />

den Ballungsräumen den Bekanntheitsgrad ihrer Marke mit<br />

einem Erfolg versprechenden Mobilitätskonzept koppeln.<br />

Mittel- bis langfristig werden solche Services zum Kerngeschäft<br />

gehören müssen.<br />

Matthias Bentenrieder<br />

matthias.bentenrieder@oliverwyman.com<br />

www.oliverwyman.de<br />

60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ISOE<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Energieparken<br />

Mit Spaß und Gefühl<br />

elektrisch mobil<br />

Wie kommt Elektromobilität in der Gesellschaft an?<br />

Dr. Jutta Deffner und Dr. Konrad Götz<br />

Vortrieb für eMobilität<br />

Ladesäulen auf dem Firmenparkplatz<br />

Unsere Mobilität ist zu 90% abhängig vom Öl, davon müssen<br />

wir weg. Die Abkehr gelingt nur dann, wenn die zukünftigen<br />

Alternativen attraktiv sind. Das Institut für sozial-ökologische<br />

Forschung (ISOE) arbeitet in mehreren Projekten daran,<br />

eine differenzierte Sicht auf Akzeptanz und sozio-technische<br />

Gestaltung von Elektromobilität zu gewinnen. Denn Elektromobilität<br />

ist nicht automatisch zukunftsfähig. Sie muss neben<br />

allem anderen gesellschaftlich innovativ gestaltet werden.<br />

Es geht um den Wandel unseres Mobilitätssystem hin<br />

zu mehr Nachhaltigkeit. Ein multioptionales System, das zunächst<br />

auf Nullemissionsmobilität (zu Fuß gehen und Rad<br />

fahren) setzt, aber auch auf einem guten ÖPNV, kann optimal<br />

mit Elektrofahrzeugen ergänzt werden.<br />

In Future Fleet fahren in den betrieblichen Fahrzeugflotten<br />

der SAP und der MVV Energie seit Februar auch Elektroautos<br />

(siehe auch Artikel S. 36). Das ISOE befragt, mit dem Öko-<br />

Institut und der Hochschule Mannheim, die Nutzerinnen und<br />

Nutzer zu ihren alltäglichen Erfahrungen. Bisher gibt es nämlich<br />

kaum empirische Studien zu DienstwagenfahrerInnen,<br />

die in Zukunft Elektroautos buchen. Es geht um praktische<br />

Fragen zum Fahren, Laden oder Buchen von Fahrzeug und<br />

Ladestation. Aber auch um Image und symbolische Aspekte.<br />

Für die Ökologisierung des Verkehrs sind Dienstwagenflotten<br />

äußerst wichtig, da sie das bedeutendste Neuwagensegment<br />

sind. In dem EU-Projekt REZIPE untersucht das ISOE<br />

zusammen mit der Forschungsgesellschaft Mobilität FGM in<br />

Graz, mit welchen Politikinstrumenten Elektromobilitätskonzepte<br />

unter Einbezug Erneuerbarer Energien attraktiv gemacht<br />

werden können. Mit dem Projekt soll in Mitteleuropa<br />

eine breitere Akzeptanz für Fahrzeuge ohne Emissionen geschaffen<br />

werden. In Bozen, Györ, Linz, Ljubljana, Klagenfurt<br />

und Reggio Emilia werden eBikes, Elektroroller und -autos<br />

sowie PV-Anlagen und Ladestationen erprobt. Das Angebot<br />

richtet sich je nach Modellversuch an städtische und Firmenbeschäftigte,<br />

die auf dienstlichen Wegen die Fahrzeuge<br />

nutzen. Aber auch an die Stadtbevölkerung, die Fahrzeuge<br />

testen kann. Das ISOE untersucht in dem Projekt, welche<br />

Meinungen, Erwartungen und Einstellungen die zukünftigen<br />

Nutzer haben und welche Folgen das für die Gestaltung der<br />

Angebote haben sollte.<br />

Im Projekt OPTUM geht es darum, herauszufinden, unter welchen<br />

Bedingungen eMobilität tatsächlich ein Fortschritt für<br />

die Umwelt ist. Das setzt voraus, dass die Fahrzeuge gekauft<br />

und gemocht werden. Das ISOE untersucht sozialempirisch,<br />

welche Eigenschaften Elektroautos attraktiv machen und<br />

welches Marktpotenzial sie haben. Dabei wird deutlich,<br />

dass es wie bei anderen gesellschaftlich-technischen Innovationen,<br />

unterschiedliche Zielgruppen und Mobilitätsstile<br />

gibt: diejenigen, die jetzt schon bereit sind, zum Teil<br />

noch experimentelle, teure Fahrzeuge zu nutzen und dafür<br />

Vorreiter sind. Und die Nachzügler, die glauben, Elektroautos<br />

seien noch nicht ausgereift und abwarten, bis sich<br />

andere Fahrzeuge als Mainstream durchgesetzt haben. Die<br />

Ergebnisse der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Öko-<br />

Institut entsteht, werden im Laufe des Jahres veröffentlicht.<br />

Eines steht aber jetzt schon fest: Elektromobilität kommt<br />

nur dann in der Gesellschaft an, wenn sie alltagstauglich ist<br />

und wir nicht ständig an leere Akkus denken müssen. Und,<br />

wenn das Gefühl stimmt, es einfach angesagt und stylish<br />

ist, mit einem ZeroEmissionVehicle zu fahren.<br />

Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt<br />

Dr. Jutta Deffner<br />

deffner@isoe.de<br />

Dr. Konrad Götz<br />

goetz@isoe.de<br />

www.isoe.de<br />

Die eFahrzeug-Ladeinfrastruktur hierzulande ist nach wie<br />

vor unterentwickelt. Es gibt zwar bereits zahlreiche Ladeanschlüsse<br />

und -säulen, doch das Netz ist alles andere als<br />

flächendeckend. Ein Hemmschuh für die eMobilität:<br />

Studien zeigen, wie verunsichert die Verbraucher bisher<br />

sind; die meisten wollen erst dann ein eFahrzeug kaufen,<br />

wenn eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zur Verfügung<br />

steht. So lange das nicht der Fall ist, besteht die Gefahr, dass<br />

die deutsche Fahrzeugindustrie ihre ehrgeizigen Verkaufsziele<br />

für die nächsten Jahre verfehlt - und das trotz beachtlicher<br />

Fortschritte bei Batterie-, Werkstoff- und Fahrzeugentwicklung.<br />

Damit das nicht passiert, sollten eFahrzeug-Fahrer<br />

schnellstmöglich überall da einen Ladeanschluss vorfinden,<br />

wo sie ihre Fahrzeuge für längere Zeit abstellen: zu Hause, in<br />

der Stadt und am Arbeitsplatz.<br />

Entscheidend sind vor allem die beiden letztgenannten Orte.<br />

In Städten, dem Haupt-Einsatzgebiet für eFahrzeuge, haben<br />

schließlich nur wenige Verbraucher einen Zugang zu einer eigenen<br />

Garage oder einem Stellplatz mit Stromanschluss - sie<br />

parken entweder am Bordstein oder eben auf den Parkplätzen<br />

von Unternehmen, Einkaufszentren, Flughäfen oder Hotels.<br />

Und deshalb sind beim Infrastrukturaufbau eben nicht<br />

nur Städte und Gemeinden, sondern auch die Unternehmen<br />

gefragt und gefordert.<br />

Es spricht sogar einiges dafür, dass Unternehmen den Infrastrukturaufbau<br />

erheblich beschleunigen können. Denn erstens<br />

verfügen viele Firmen über große, gut ausgelastete<br />

Parkplätze an verschiedenen Standorten - man denke nur<br />

an die Kundenparkplätze der Einzelhandelskonzerne. Das<br />

bedeutet: Schon die Entscheidung einiger weniger, großer<br />

Konzerne für eine Elektrifizierung der eigenen Parkplätze<br />

würde im Handumdrehen ein dichtes Infrastrukturnetz entstehen<br />

lassen. Dessen »Knotenpunkte« lägen an für den<br />

Alltag wichtigen Orten des Arbeitens, Einkaufens oder der<br />

Freizeitgestaltung.<br />

Zweitens sind Unternehmen in der Lage, Vorhaben wie die<br />

beschriebene Parkplatz-Elektrifizierung wenigstens ebenso<br />

schnell zu beschließen und umzusetzen wie die öffentliche<br />

Hand: Sie verfügen über geeignete Strukturen und über das<br />

nötige Kapital; außerdem sind sie nicht im gleichen Maße an<br />

bürokratische Planungs- und Berichtsvorschriften gebunden<br />

wie die öffentliche Verwaltung.<br />

Für die Unternehmen wäre der Aufbau einer eFahrzeug-Ladeinfrastruktur<br />

eine Investition, die sich auszahlt. Sie könnten<br />

damit zeigen, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber<br />

Umwelt und Gesellschaft nachkommen, und entsprechende<br />

Vorbild- und Imagewirkung erreichen. Und sie könnten<br />

sich sogar ein Zusatzgeschäft erschließen: Die Förderung<br />

von eFahrzeugen ist ein Beitrag zur Verringerung von CO 2-<br />

Ausstoß, Lärm- und Feinstaubbelastung - und damit eine<br />

ernst zu nehmende Nachhaltigkeitsmaßnahme, die förderungswürdig<br />

sein sollte. Und überall da, wo Verbraucher für<br />

das Parken auf einem Firmenplatz ohnehin Geld bezahlen<br />

müssen, ließe sich ein Zusatzgeschäft mit dem Verkauf von<br />

Ladestrom entwickeln: Am Markt gibt es bereits Geräte, mit<br />

denen sich entsprechende Geschäftsmodelle ohne großen<br />

Aufwand umsetzen lassen. »EnergieParken« von Swarco<br />

Traffic Systems, Schroff, ABB, Dambach Werke, telmasol<br />

consult und stadtraum beispielsweise ist eine Verbindung<br />

aus Parkscheinautomat und Ladesäule, die eine Vielzahl von<br />

Bezahlverfahren beherrscht, schon mit 230 Volt betrieben<br />

werden kann und per Satelliten-Säulen eine nahezu beliebige<br />

Anzahl von Parkplätzen versorgt. Das System lässt sich<br />

bereits heute wirtschaftlich betreiben.<br />

Mit solcher Hardware und entsprechenden Geschäftsmodellen<br />

wird die Elektrifizierung von Firmenparkplätzen zu<br />

einem Win-Win-Geschäft, das einerseits die eMobilität voran<br />

bringt und andererseits den Unternehmen nützt. Beides<br />

gereicht der Umwelt, dem Wirtschaftsstandort Deutschland<br />

und damit unserer Gesellschaft zum Vorteil - genügend<br />

Gründe für die Unternehmen, sich am großen Vorhaben<br />

eMobilität zu beteiligen.<br />

Uwe Hahner / General Manager Parking und E-Mobility<br />

Swarco Traffic Systems GmbH<br />

www.swarco.com/sts<br />

62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63


Status Quo der Elektromobilität - Legal corner<br />

Status Quo der Elektromobilität - Legal Corner<br />

Stromtanken als geldwerter Vorteil<br />

Anforderungen an eine<br />

intelligente öffentliche<br />

Ladeinfrastruktur<br />

Nutzt ein Arbeitnehmer ein Dienstfahrzeug und lädt dieses bei dem Arbeitgeber mit Strom auf, so ist der in dem verbrauchten<br />

»Kraftstoff« zu erblickende geldwerte Vorteil steuer- und sozialversicherungsrechtlich mit der Bewertung nach der<br />

1%-Regelung abgegolten. Anders hingegen, wenn ein Arbeitnehmer sein Privatfahrzeug beim Arbeitgeber auftankt. In diesem<br />

Fall hat der Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil grundsätzlich mit seinem individuellen Steuersatz (bis zu 47,475%)<br />

zu versteuern. Allerdings gilt dies nur, wenn der von dem Arbeitnehmer in Anspruch genommene Strom im Monat den Endpreis<br />

von EUR 44,00 übersteigt; bis zu dieser Freigrenze kann der Arbeitnehmer sein Fahrzeug also monatlich steuerfrei<br />

aufladen. Angesichts der steuerlichen Behandlung bei privat genutzten Elektrofahrzeugen wird ein Arbeitgeber nicht umhin<br />

kommen, den Stromverbrauch beim Aufladen der Elektrofahrzeuge aufzuzeichnen und gegebenenfalls für den Arbeitnehmer<br />

im Rahmen der Lohnabrechnung zu versteuern.<br />

Rechtsanwältin Julia Wirges, Noerr LLP, München<br />

Der flächendeckende Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur schreitet Schritt für<br />

Schritt voran. Nach den ersten »Modellsäulen« in den großen deutschen Städten,<br />

insbesondere im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität, breitet sich die öffentliche<br />

Ladeinfrastruktur nun auch in der Fläche aus. Neue rechtliche Rahmenbedingungen<br />

und die Praxis bei Errichtung und Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />

zeigen dabei auf, welche Anforderungen in Zukunft an eine öffentliche Ladeinfrastruktur<br />

gestellt werden. Es wird deutlich, dass nicht jede Säule für den Betrieb als<br />

öffentliche Ladeinfrastruktur geeignet ist. Für diese spezielle Anwendung bedarf es<br />

einer intelligenten Ladesäule.<br />

Beispiele für rechtliche Vorgaben<br />

Zuvorderst sind - schon aus aktuellem Anlass - die neuen<br />

Verkehrszeichen zur Vorhaltung von Parkflächen für Elektrofahrzeuge<br />

anzuführen. Hiermit können Parkplätze für Elektrofahrzeuge<br />

reserviert oder Elektrofahrzeuge von einem<br />

Halteverbot ausgenommen werden. Zwei der vier Zeichen<br />

begünstigen jedoch nur solche Elektrofahrzeuge, die an der<br />

jeweiligen Säule laden. Deshalb muss für die Parkraumüberwachung<br />

künftig klar erkennbar sein, ob an der Säule gerade<br />

geladen wird oder nicht. Daneben möchte aber auch der jeweilige<br />

Nutzer der Ladeinfrastruktur wissen, wann sein Ladevorgang<br />

beendet ist. Er sollte rechtzeitig zu seinem Fahrzeug<br />

zurückkehren können, um das Fahrzeug nach Abschluss des<br />

Ladevorgangs aus dem dann auch für ihn bestehenden Halteverbot<br />

zu entfernen.<br />

Für die Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur bedarf<br />

es regelmäßig zumindest einer Sondernutzungserlaubnis, da<br />

der Verkauf von Strom über die Säule als »Warenautomat«<br />

keinen Gemeingebrauch des öffentlichen Straßenraums darstellt.<br />

Etwas anderes könnte für eine Kombination von Parkscheinautomat<br />

und Ladesäule gelten. In diesem Fall dient<br />

die Straßenbenutzung mehreren Zwecken und dann ist auf<br />

den überwiegenden Zweck abzustellen. Da die Parkscheinfunktion<br />

im Unterschied zur Ladesäule grundsätzlich jedem<br />

Nutzer des öffentlichen Straßenraums offen steht, könnte<br />

sie den vorrangigen Zweck des Kombigerätes darstellen.<br />

Wegen des damit überwiegenden Gemeingebrauchs bedarf<br />

es keiner Sondernutzungserlaubnis. Eine Kombination von<br />

Parkscheinautomat und Ladesäule bietet sich bei öffentlicher<br />

Ladeinfrastruktur schon deshalb an.<br />

Beispiele für Vorgaben aus der Praxis<br />

Von Seiten der Kommunen werden regelmäßig erhebliche<br />

- teilweise sehr berechtigte - Bedenken gegen einen umfangreichen<br />

Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur vorgebracht.<br />

Ohne dabei den Nutzen und die großen Vorteile<br />

von Elektromobilität in Frage zu stellen, wird darauf verwiesen,<br />

dass öffentliche Ladeinfrastruktur zuvorderst weitere<br />

»Stadtmöbel« sind, die es in den öffentlichen Raum zu integrieren<br />

gilt. Dabei ist es auch nicht von Vorteil, wenn viele<br />

Ladesäulen heute überwiegend Werbeflächen des jeweiligen<br />

Energieversorgungsunternehmens darstellen. Da die meisten<br />

Kommunen jedoch ohnehin bereits Parkscheinautomaten<br />

im öffentlichen Straßenraum errichtet haben, bietet sich<br />

auch vor diesem Hintergrund ein Kombigerät als öffentliche<br />

Ladeinfrastruktur an. Hierdurch wird die Errichtung zusätzlicher<br />

»Stadtmöbel« verhindert.<br />

Auch wenn die rechtliche Verpflichtung zur Gewährleistung<br />

eines diskriminierungsfreien Zugangs zur öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />

noch nicht endgültig geklärt ist, so wird dies<br />

gleichwohl bereits heute in der Praxis zunehmend gefordert.<br />

Dabei ist sowohl der diskriminierungsfreie Zugang der<br />

Nutzer als auch der Stromanbieter zu berücksichtigen. Eine<br />

moderne öffentliche Ladeinfrastruktur sollte daher gewährleisten,<br />

dass die Nutzer unterschiedlicher Elektrofahrzeuge<br />

die Säule ebenso verwenden können wie die Kunden unterschiedlicher<br />

Energieversorgungsunternehmen. Zugleich<br />

sollte gewährleistet sein, dass über die Ladeinfrastruktur<br />

der Strom unterschiedlicher Stromanbieter vertrieben werden<br />

kann. Wobei auch die jeweilige Stromerzeugung berücksichtigt<br />

werden muss. Hier soll der Nutzer wie zuhause auch<br />

entscheiden können, welche Art der Stromerzeugung er für<br />

sich auswählt.<br />

Schließlich hat die Praxis gezeigt, dass insbesondere der<br />

Einsatz in Großstädten erhebliche Anforderungen an Gestaltung<br />

und Bauweise der öffentlichen Ladeinfrastruktur stellt.<br />

Hier müssen zuvorderst die Gefahren von Vandalismus berücksichtigt<br />

werden, der sich dabei sowohl gegen die Ladeinfrastruktur<br />

selbst als auch gegen deren Nutzer richten<br />

kann. Eine geeignete Ladeinfrastruktur zeichnet sich deshalb<br />

dadurch aus, dass sie großen physischen Belastungen<br />

widersteht und außerdem sicher stellt, dass der Ladevorgang<br />

nicht von äußeren Einflüssen (etwa durch ein Abziehen<br />

des Steckers) beeinträchtigt wird.<br />

Fazit<br />

Diese Vorgaben zeigen, dass es im öffentlichen Raum einer<br />

intelligenten Ladeinfrastruktur bedarf - jedenfalls solange,<br />

bis die Zukunftsvision vom induktiven Laden Wirklichkeit<br />

geworden ist.<br />

Dr. Peter Bachmann & Christian Alexander Mayer<br />

Rechtsanwälte, Noerr LLP, München<br />

peter.bachmann@noerr.com<br />

christian.mayer@noerr.com<br />

NEW MOBILITY<br />

Noerr ist eine führende europäische Wirtschaftskanzlei – mit 450 Rechtsanwälten,<br />

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64 Neue Mobilität


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - eMobile Talk<br />

eFlexibility - Smart Grid<br />

Markus Emmert, BEM-Beirat und Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA Osborne Clarke<br />

In regelmäßigen Abständen laden wir Vertreter aus Wirtschaft, Industrie, Politik,<br />

Forschung und Entwicklung zum eMobile-Talk. Auf der Agenda stehen jeweils aktuelle<br />

Themen rund um die Neue Mobilität. Moderator der Gesprächsrunde ist Thomas<br />

Aulenbacher. Seine Gesprächspartner sind: Dr. Christian Andrelang, LL.M., Rechtsanwalt<br />

in den Sektoren Energy und Automotive in der Kanzlei Osborne Clarke und<br />

Markus Emmert, BEM-Beirat und Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH.<br />

Herr Andrelang, Sie berichteten im Vorfeld von eFlexibility,<br />

was müssen sich unsere Leser darunter vorstellen?<br />

Andrelang: eFlexibility steht für eine flexible, dezentrale,<br />

nachfrageorientierte Stromversorgung und -einspeisung<br />

durch Stromversorger und Stromverbraucher. Im Vordergrund<br />

steht nicht mehr die angebotsorientierte, sondern<br />

eine an ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten<br />

orientierte Effizienz in der Stromversorgung. eFlexibility<br />

ist daher eine direkte Konsequenz und ein Muss für Smart<br />

Grid.<br />

Wie gelingt es, eine gesellschaftliche Konsensfindung über<br />

eFlexibility anzustoßen?<br />

Andrelang: Alle Beteiligten müssen gehört werden. Das gilt<br />

für die Stromversorger gleichermaßen wie für die Stromverbraucher,<br />

Kommunen und die Industrie, die durch innovative<br />

Technologien die Grundlage für Einführung von Smart Grid<br />

und eFlexibility schafft. Jede Konsensfindung muss sich dabei<br />

an der Win-Win-Situation für alle Beteiligten orientieren.<br />

Was sind die wesentlichen Eckpfeiler dieses Konsens?<br />

Andrelang: Zum einen die ehrliche Bereitschaft aller Beteiligten,<br />

den Mehrwert zu erkennen und aktiv an der Umsetzung<br />

mitzuwirken. Zum anderen die Schaffung der notwendigen<br />

rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um<br />

Investitionen nachhaltig zu fördern.<br />

Emmert: In der Konsequenz bedeutet das für alle Betroffenen,<br />

inkl. der Umwelt, eine Win-Win-Situation zu schaffen.<br />

Dies leitet gleich zur nächsten Frage über. Welchen Mehrwert<br />

und welche Win-Win-Situation schafft eFlexibility?<br />

Andrelang: Von eFlexibility können alle profitieren, die an der<br />

Stromversorgung und -nutzung beteiligt sind. Der Mehrwert<br />

liegt in der Flexibilität der Stromverteilung und damit einer<br />

Kosten- und Ressourcen sparenden Nutzung von Strom.<br />

Die Anwendung von Smart Grid und eFlexibility ist ein<br />

Schritt in die »richtige« Zukunft. Was bedeutet das für die<br />

eMobilität?<br />

Andrelang: eMobilität ist ein wichtiger Bestandteil von eFlexibility.<br />

Elektrofahrzeuge stehen nicht nur für ein neues Mobilitätsbewusstsein,<br />

sondern setzen auch voraus, dass der<br />

Strom aus »sauberen« Quellen gewonnen wird. Der Einsatz<br />

von Elektrofahrzeugen hat unmittelbaren Einfluss auf eine<br />

dezentrale Stromversorgung. Elektrofahrzeuge werden als<br />

Stromspeicher fungieren und daher einen maßgeblichen<br />

Beitrag zu eFlexibility leisten. Dementsprechend müssen<br />

sich eMobilitäts-Konzepte auch an ihrer Kompatibilität mit<br />

intelligenten Stromnetzen messen lassen.<br />

Emmert: In Verbindung mit flexiblen Speichermedien kann<br />

eMobilität einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der<br />

Netze liefern und stellt damit einen extremen Mehrwert für<br />

die Energieversorger da. Aktuell werden solche Praktiken ja<br />

bereits in Pumpspeicherkraftwerken umgesetzt.<br />

Dezentrale Energieversorgung: Wird damit die Rolle der<br />

Kommunen, Gemeinden oder Städte gestärkt?<br />

Emmert: Ich würde es mir wünschen. Eine dezentrale Versorgung<br />

hat ja nicht nur eine deutlich höhere Effizienz zur<br />

Folge, sondern schafft weitere Vorteile für die Gemeinden<br />

und Städte. Regionen können sich damit teilweise energieautonom<br />

aufstellen. Das kann sich sehr positiv auf die<br />

Standort-Attraktivität auswirken. Falsch wäre es jedoch,<br />

die großen Player verdrängen zu wollen. Es geht eher darum,<br />

dass einzelne Kommunen dazu beitragen können, die<br />

großen Energieversorger zu entlasten.<br />

Andrelang: Kommunen sind und werden zu wichtigen<br />

Playern, ohne die Smart Grid, eFlexibility und eMobilität<br />

kaum möglich sind. Die Kommunen sind maßgeblich an<br />

der Schaffung von notwendigen Infrastrukturen beteiligt,<br />

insbesondere über ihre Stadtwerke an der Einführung von<br />

Elektrofahrzeugen und der Installation von Ladesäulen.<br />

Inwieweit müssen die Stromnetze für Smart Grid und eFlexibility<br />

modernisiert werden?<br />

Andrelang: Die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze<br />

ist eine Kernvoraussetzung für Smart Grid und eFlexibility.<br />

Die dezentrale Stromversorgung erfordert moderne<br />

und leistungseffiziente Leitungssysteme schon beim Endverbraucher.<br />

Die DENA-Studien belegen deutlich den aktuellen<br />

Bedarf in Deutschland. Hier ist die Politik aufgerufen,<br />

Anreize für Investoren zu schaffen.<br />

Welche Organisationen, Gruppierungen oder Vertreter sehen<br />

sie in erster Linie in der Vorreiterrolle?<br />

Andrelang: Die Einführung von Smart Grid setzt einen gesamtgesellschaftlichen<br />

Konsens voraus. Jeder ist daher<br />

eingeladen, sich an der Konsensfindung konstruktiv zu<br />

beteiligen. Vorreiterrollen werden die Stromversorger, Verbände,<br />

die Politik, die Städte und Kommunen und die Industrie<br />

einnehmen.<br />

Emmert: Gerne laden wir alle aus der Branche zum eMobile<br />

Talk ein: EVU, Kommunen, Wirtschaft, Kommunikationsunternehmen,<br />

Vertreter der einzelnen Verbände, Vertreter<br />

der Regierung und Opposition für Umwelt, Energie und Verkehr.<br />

Ausschlaggebend wird jedoch sein, dass die Verbraucher<br />

eFlexibility verstehen und fordern.<br />

Dr. Christian Andrelang, LL.M. / Osborne Clarke<br />

www.osborneclarke.de<br />

christian.andrelang@osborneclarke.de<br />

Markus Emmert / BEM-Beirat<br />

markus.emmert@bem-ev.de<br />

Leserfragen und Teilnahmeanfragen zum nächsten<br />

eMobile-Talk richten Sie bitte an die Redaktion der<br />

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Erneuerbar<br />

66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67<br />

mobil


BEM-Landesvertretung NRW<br />

BEM-Landesvertretung Hessen<br />

BEM-Landesvertretung<br />

NRW<br />

BEM-Landesvertretung<br />

Hessen<br />

Sabine Hannert setzt sich seit vielen Jahren erfolgreich für Erneuerbare Energien und der damit verbundenen Ressourcenschonung<br />

fossiler Brennstoffe ein. Diese natürliche Partnerschaft führte sie 2010 zum Bundesverband eMobilität, den sie<br />

seit 2011 als Repräsentantin und Leiterin der BEM-Landesvertretung NRW regional verortet. Sie setzt sich für die Verbreitung<br />

sinnvoller Mobilitätskonzepte ein, um Elektromobilität als Baustein einer nachhaltigen Zukunft voran zu bringen.<br />

Susanne Weiß setzt sich als Leiterin der BEM-Landesvertretung Hessen dafür ein, die dort ansässigen eMobilitäts-Akteure<br />

auf regionaler und lokaler Ebene aktiv miteinander zu vernetzen. Mit mehr als 13 Jahren beruflicher Erfahrung in den Bereichen<br />

Autobank, Autovermietung und Fahrzeuglogistik liegt ihr Fokus unter anderem auf der Betrachtung der gesamten<br />

logistischen Prozesskette bei der Vermarktung von eFahrzeugen: vom Erstverkauf bis zur Wiedervermarktung.<br />

Der Bundesverband eMobilität hat sich im letzten Jahr erfolgreich<br />

auf Bundesebene positioniert, um Elektromobilität als<br />

realistische Mobilitätsalternative auf die Straße zu bringen.<br />

Inzwischen ist der BEM für Politik und Unternehmen erster<br />

Ansprechpartner, wenn es darum geht, das Thema Elektromobilität<br />

über alle Facetten und über alle involvierten Branchen<br />

hinweg im Dialog zu betrachten.<br />

»Gerade auch auf Landesebene werden innovative Foren<br />

und Plattformen für einen interdisziplinären Austausch und<br />

Kooperationen immer wichtiger, daher wollen wir nun den<br />

konsequenten nächsten Schritt gehen und uns stärker regional<br />

aufstellen«, so BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann.<br />

Mit der bereits im September 2010 im e-WOLF CENTER KÖLN,<br />

in Kooperation mit dem Stadtwerke-Verbund Trianel, gegründeten<br />

Landesvertretung NRW setzt der BEM im bevölkerungsreichsten<br />

Bundesland Zeichen. Hier kann die<br />

Begeisterung für Elektromobilität nicht nur in Gesprächen<br />

vermittelt, sondern direkt anhand marktreifer Fahrzeuge erfahrbar<br />

gemacht werden.<br />

Gemeinsam mit Sabine Hannert, der neuen Leiterin der Landesvertretung,<br />

will der Bundesverband künftig an die vielfältigen<br />

emobilen Aktivitäten in NRW anknüpfen und diese<br />

durch Vernetzung, Information und Engagement weiter beschleunigen.<br />

Es gilt, den zahlreichen Industrieunternehmen<br />

die wirtschaftlichen Chancen und heimischen Wertschöpfungspotenziale<br />

im Bereich der Neuen Mobilität aufzuzeigen<br />

und andererseits auch um die Möglichkeit eine lebenswertere<br />

Zukunft für die Bevölkerung in diesem hochverdichteten<br />

Bundesland zu schaffen.<br />

»Durch die Elektromobilität ergibt sich die faszinierende<br />

Möglichkeit, die Erneuerbaren Energien auch im Verkehrssektor<br />

flächendeckend einzusetzen und so endlich den<br />

Energiebedarf unabhängig von fossilen Brennstoffen decken<br />

zu können«, erklärt Sabine Hannert und macht damit klar,<br />

warum sie sich für die Kooperation mit dem Bundesverband<br />

eMobilität entschlossen hat. »Zudem bietet Elektromobilität<br />

die Chance, über bestehende Mobilitätsstrukturen nachzudenken<br />

und neue, effiziente und nachhaltige Lösungen zu<br />

entwickeln«, so Hannert weiter.<br />

Sabine Hannert<br />

BEM-Landesvertretung im e-WOLF CENTER KÖLN<br />

Ernst-Heinrich-Geist-Strasse 5<br />

50226 Frechen<br />

Fon 0202 7017 10<br />

sabine.hannert@bem-ev.de<br />

In Kooperation mit<br />

Nach den BEM-Landesvertretungen in Bayern und NRW<br />

wurde in Hessen im März 2011 die dritte regionale Repräsentanz<br />

vom Bundesverband eMobilität initiiert. Mit dem Autobauer<br />

Opel, den europäischen Forschungs- und Entwicklungszentren<br />

mehrerer ausländischer Fahrzeughersteller,<br />

zahlreichen Automobilzulieferern, internationalen Autovermietungen,<br />

der Tätigkeit innovativer Logistikunternehmen<br />

sowie den insbesondere in Südhessen starken Chemieunternehmen<br />

verfügt Hessen dabei über optimale Ausgangsbedingungen<br />

zur Realisierung eines nachhaltigen Wachstums<br />

im Bereich Elektromobilität.<br />

In enger Zusammenarbeit mit der Bundesgeschäftsstelle in<br />

Berlin wird Susanne Weiß als Leiterin der Landesvertretung<br />

die vorhandenen Potentiale bündeln und Elektromobilität in<br />

Hessen als realistische und nachhaltige Mobilitätsalternative<br />

etablieren.<br />

In einem ersten Schritt werden nun engagierte Kooperationspartner<br />

für den weiteren Aufbau der Landesvertretung<br />

gesucht. Mittelfristig ist die Einrichtung einer Geschäftsstelle,<br />

eines Kompetenzzentrums und eines Showrooms in<br />

Fulda, der Heimat des Fahrzeug-Komplettentwicklers und<br />

BEM-Mitglieds EDAG, geplant, um von diesem Standort aus<br />

das Interesse und die Begeisterung für Elektromobilität innerhalb<br />

der hessischen Gesellschaft zu verankern.<br />

»Wir freuen uns, mit unserem Mitgliedsunternehmen EDAG<br />

einen so kompetenten und vielseitig vernetzten Partner in<br />

Hessen an unserer Seite zu haben«, erklärt BEM-Geschäftsführer<br />

Frank Müller.<br />

»Die Elektromobilität wird die herkömmliche Autolandschaft<br />

Schritt für Schritt verändern und damit ein vollkommen neues<br />

Verständnis von Mobilität schaffen. Weg vom Auto als<br />

Statussymbol, hin zu einem innovativen Mobilitätskonzept<br />

in dem Auto, CarSharing, Bahn und ÖPNV sowie Zweiräder<br />

miteinander verknüpft werden«, so Susanne Weiß. »Die<br />

Entwicklung dazu passender integrativer Geschäftsmodelle<br />

jenseits von bisherigen Branchengrenzen steht noch am Anfang.<br />

Lassen Sie uns im fortlaufenden Dialog Anknüpfungspunkte<br />

für eine Zusammenarbeit finden und gemeinsam<br />

spannende Ideen, Konzepte und Projekte entwickeln«, fasst<br />

Susanne Weiß die künftigen Ziele Ihrer Arbeit als Leiterin der<br />

BEM-Landesvertretung zusammen.<br />

Susanne Weiß<br />

BEM-Landesvertretung Hessen<br />

Fon 0170 1806057<br />

susanne.weiss@bem-ev.de<br />

68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - FH Frankfurt am Main<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - FH Frankfurt am main<br />

Dies sind der Ballungsraum Rhein-Main (Frankfurt), das<br />

Monozentrum Kassel und der ländliche Raum am Beispiel<br />

der Stadt Lauterbach (Vogelsbergkreis). Dies geschieht<br />

durch Analyse der vorhandenen Befragungen »Mobilität in<br />

Deutschland« (MiD) und »System repräsentativer Verkehrsbefragungen«<br />

(SrV) sowie durch eigene Erhebungen.<br />

Kernfrage der Forschung ist, ob die derzeit und in Zukunft<br />

vorhandenen Elektrofahrzeuge bereits jetzt das Verkehrsbedürfnis<br />

der hessischen Bevölkerung befriedigen können.<br />

Modellregion<br />

Elektromobilität<br />

Nachhaltigkeitsstrategie<br />

Hessen<br />

ZEBRA<br />

Zukunft Elektromobilität<br />

Beispielhafte Regionale Anwendungen<br />

Anhand der ermittelten Mobilitätsmuster und der Recherche<br />

der mittelfristig verfügbaren Technik sollen die Substitutionspotenziale<br />

für Elektromobilität aufgedeckt und somit<br />

auch gezielt Hemmnisse der Bevölkerung beim Umstieg auf<br />

die neue Technologie identifiziert werden.<br />

Modellregion<br />

Elektromobilität<br />

Rhein - Main<br />

Bundesministerium für Verkehr,<br />

Bau und Stadtentwicklung<br />

Modellland zur<br />

nachhaltigen Nutzung von<br />

Elektroautos<br />

Hessisches Ministerium für<br />

Umwelt, Energie, Landwirtschaft und<br />

Verbraucherschutz<br />

Elektromobilität in Hessen<br />

Prof. Dr.-Ing. Petra K. Schäfer<br />

Professorin für Verkehrsplanung und Öffentlichen Verkehr<br />

Fachhochschule Frankfurt am Main<br />

petra.schaefer@fb1.fh-frankfurt.de<br />

Zwei Projekte, eine gemeinsame Zielsetzung ><br />

Sozialwissenschaftliche<br />

Begleitforschung<br />

Technische<br />

Begleitforschung<br />

Städte und<br />

Gemeinden<br />

Elektrolöwe 2010<br />

Der hessische<br />

Elektroautofahrer<br />

Hessen bietet durch die zentrale Lage, die verschiedenen<br />

Strukturräume und die unterschiedlichsten Nutzergruppen<br />

ein ideales Testfeld für emobile Anwendungen. Die Kernelemente<br />

der hessischen Elektromobilitätsforschung sind<br />

die vom Bund (BMVBS) geförderte »Modellregion Elektromobilität<br />

Rhein-Main« und das Projekt »Modellland zur<br />

nachhaltigen Nutzung von Elektroautos« als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie<br />

Hessen.<br />

Um die Aktivitäten zwischen Bund und Land zu koordinieren<br />

und Synergieeffekte zu nutzen, wurde »Zukunft Elektromobilität<br />

- Beispielhafte Regionale Anwendungen« (ZEBRA)<br />

ins Leben gerufen. ZEBRA verbindet die Projekte miteinander,<br />

steuert die Aktivitäten und erleichtert den Austausch<br />

zwischen den Akteuren.<br />

In der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main wird in<br />

zahlreichen Demonstrationsvorhaben die Elektromobilität<br />

ausprobiert. Dabei reicht das Angebot von Pedelecs über<br />

Elektroautos bis hin zu Lieferfahrzeugen und Bussen, die im<br />

Wirtschafts- bzw. Linienverkehr eingesetzt werden.<br />

Eine Besonderheit der hessischen Elektromobilitätsforschung<br />

ist die umfassende sozialwissenschaftliche Begleitung<br />

der Demonstrationsvorhaben in der Modellregion, um<br />

die Akzeptanz der Elektrofahrzeuge zu ermitteln und die<br />

Änderung des Mobilitätsverhaltens und des Umweltbewusstseins<br />

festzustellen.<br />

Das »Sozialwissenschaftliche Forschungskonzept zur Elektromobilität<br />

in der Modellregion Rhein-Main« wird von der<br />

Fachgruppe Verkehrsplanung und Öffentlicher Verkehr (Prof.<br />

Schäfer) im Fachbereich 1 der Fachhochschule Frankfurt am<br />

Main federführend durchgeführt. Zusammen mit der Goethe-<br />

Universität und der e-hoch-3 GbR werden anhand von umfangreichen<br />

Befragungen, Tiefeninterviews und Workshops<br />

das Nutzerverhalten und die Erfahrungen der Nutzer in den<br />

Demonstrationsvorhaben aufgenommen und analysiert.<br />

Durch diesen umfassenden Ansatz wird ein breites Spektrum<br />

abgedeckt, was eine Übertragung der Erkenntnisse auf<br />

weitere Anwendungen in Zukunft, sowohl in Hessen als auch<br />

in Deutschland erleichtert.<br />

Im Modellland-Projekt, das Teil der Nachhaltigkeitsstrategie<br />

Hessen ist, wird ein theoretischer Ansatz durch die Fachhochschule<br />

Frankfurt am Main verfolgt. In diesem Projekt<br />

werden das derzeitige Mobilitätsverhalten und das Umweltbewusstsein<br />

der hessischen Bevölkerung in den für das<br />

Land typischen Strukturräumen untersucht.<br />

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BEM-Roundtable - Presse & Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Elektromobilität<br />

BEM-Roundtable - Presse & Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Elektromobilität<br />

BEM-Roundtable<br />

5. BEM-Roundtable: Elektromobilität in den Medien<br />

5. BEM-Roundtable in der EWE-Repräsentanz berlin / Links im Bild: Anja Wieben, EWE AG<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

Auf Einladung vom Bundesverband eMobilität kamen am 15.<br />

März zahlreiche Presse- und Medienvertreter in der Berliner<br />

Repräsentanz der EWE AG zu einem konstruktiven Austausch<br />

mit verschiedenen Experten aus der Elektromobilitätsbranche<br />

zusammen. Als Ansprechpartner standen neben Fachleuten<br />

aus Wirtschaft, Politik und Forschung auch die BEM-<br />

Vorstände Kurt Sigl, Frank Müller und Christian Heep zu<br />

einem intensiven Austausch über eine Neue Mobilität bereit.<br />

Ziel des Roundtables war die Entkräftung von Vorbehalten<br />

und Berührungsängsten gegenüber der eMobilität. Vorhandene<br />

Wissenslücken wurden durch Vorträge sowie durch<br />

zwanglosen Austausch mit den anwesenden Experten abgebaut.<br />

Zudem wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten,<br />

elektromobile Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln,<br />

da u.a. ein Tesla Roadster, der EWE E 3, ein Smart ed, ein<br />

iBullit und ein ELMOTO zur Verfügung standen, die vor der<br />

herrlichen Kulisse des Brandenburger Tors gefahren werden<br />

konnten. Auch der notwendige Aufbau von Ladeinfrastruktur<br />

wurde thematisiert: Die Experten von Swarco Traffic Systems<br />

erläuterten und demonstrierten anhand eigens aufgestellter<br />

Ladesäulen des EnergieParken-Systems, wie innovative und<br />

anbieteroffene Ladetechnik aussehen kann.<br />

Dass Elektromobilität nicht nur ein Thema für Fahrzeughersteller<br />

ist, bestätigte auch Gastgeberin Anja Wieben von der<br />

EWE AG. »Uns geht es um die intelligente Integration von<br />

Erneuerbaren Energien ins Gesamtsystem. Die Batterien<br />

von Elektrofahrzeugen können als mobile Stromspeicher<br />

einen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele<br />

leisten«, erläutert Anja Wieben das Engagement der EWE,<br />

das etwa auch in der gemeinsam mit Karmann vorangetriebenen<br />

Entwicklung des Elektroautos E3 Ausdruck fand.<br />

BEM-Präsident Kurt Sigl betonte in seiner Einführung, dass<br />

eine Umstellung der Individualmobilität bereits heute zu<br />

großen Teilen möglich wäre: »Alle weltweiten Versuchsprojekte<br />

mit Elektroautos haben ergeben, dass die Nutzer<br />

Ihre Alltagsmobilität problemlos bewältigen können. Die oft<br />

geführte Reichweitendiskussion ist daher völlig überflüssig,<br />

die Menschen sind schon heute bereit für die Elektromobilität.<br />

Daher glauben wir auch, dass bis 2020 nicht nur<br />

eine, sondern vier bis fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf<br />

Deutschlands Straßen zu sehen sein werden.“<br />

Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Elektromobilitätsagentur<br />

eMO, verdeutlichte daraufhin die Berliner Perspektive:<br />

»Die Etablierung der Elektromobilität bietet für die Region<br />

Berlin/Brandenburg unglaubliche wirtschaftliche Chancen,<br />

sowohl bei der Ansiedlung von Industrie und der Schaffung<br />

von Arbeitsplätzen als auch im touristischen Bereich. Zudem<br />

kann die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen<br />

entscheidend zur Verminderung klassischer urbaner Probleme<br />

wie hoher Schadstoff- und Lärmbelastung beitragen.«<br />

Der Vortrag von Christian Förster vom TÜV NORD Institut für<br />

Fahrzeugtechnik und Mobilität thematisierte die Messung<br />

von Energieverbräuchen beim Elektroauto. Er machte deutlich,<br />

dass das Elektroauto selbst bei Zugrundelegung des<br />

durchschnittlichen deutschen Strommixes insbesondere<br />

im Stadtverkehr erheblich weniger Schadstoff- und Treibhausgasemissionen<br />

verursacht. Allerdings verwies er auch<br />

auf das Problem, dass heutige Elektroautos im Winter mehr<br />

Energie als in wärmeren Jahreszeiten verbrauchen. Sein<br />

Schluss: »Analog zu Passivhäusern brauchen wir besser gedämmte<br />

Fahrzeuge, quasi Niedrigenergieautos.«<br />

»Wenn Elektrofahrzeuge mit Strom aus Erneuerbaren Energien<br />

beladen werden, liegen die Emissionen der Fahrzeuge<br />

sogar bei quasi Null. Damit bietet sich uns auf Dauer die<br />

Chance zu einer wirklich nachhaltigen Erfüllung unserer Mobilitätsbedürfnisse«<br />

ergänzte Frank Müller, Geschäftsführer<br />

des BEM, die vorangegangen Beiträge. »Insbesondere im<br />

urbanen Raum sollte Elektromobilität stark forciert werden.<br />

Die Reichweiten der aktuellen Fahrzeuge sind dort schon<br />

heute problemlos ausreichend, zudem kann in leisen und<br />

sauberen Städten ein deutliches Stück Lebensqualität dazugewonnen<br />

werden.«<br />

Bei der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmer<br />

zahlreiche weitere Aspekte der Elektromobilität,<br />

von Standardisierungsfragen über mögliche Sicherheitsprobleme<br />

durch Geräuscharmut, über die im Vergleich zum Gesamtverbrauch<br />

geringen erforderlichen Strommengen von<br />

gerade einmal 0,3% der Gesamtstromproduktion bei 1 Mio.<br />

Elektrofahrzeuge bis hin zur Frage nach möglichen Förderungen<br />

und die Entwicklungen in China und dem Rest der Welt.<br />

Mit dem 5. BEM-Roundtable gelang es, eine offene und<br />

sachliche Diskussion und einen konstruktiven Austausch<br />

zwischen Medien- und Expertenwelt in Gang zu setzen und<br />

zu einer realistischen Darstellung der schon heute umsetzbaren<br />

Möglichkeiten der eMobilität in den Medien beizutragen.<br />

Anja Wieben, EWE und BEM-Präsident Kurt Sigl<br />

72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73


Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Jürgen Kieschoweit<br />

status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Elektromobilität - Zukunft<br />

und aktuelle Machbarkeit<br />

Dr. Jürgen Kieschoweit<br />

Die Batterie macht<br />

rasche Fortschritte<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser, BEM-Beirat<br />

Das Thema Elektromobilität erfreut sich derzeit einer hohen<br />

öffentlichen Aufmerksamkeit. Die große Diskrepanz zwischen<br />

den Erwartungen in die Angebote für die Nutzer und<br />

den tatsächlichen aktuellen Möglichkeiten wird dabei kaum<br />

wahrgenommen. Elektrofahrzeuge als Serienfahrzeuge zu<br />

wettbewerbsfähigen Preisen sind noch rar am Markt. Nur<br />

wenige Ansätze verfolgen bisher auch technische Alternativen<br />

zum sogenannten »Conversions Design«, um Elektrofahrzeuge<br />

preislich attraktiver in den Markt zu bringen.<br />

Eine weitere offene Problemstellung ist die der Energieversorgung<br />

und -speicherung, also Elektrotankstellen in Verbindung<br />

mit intelligenten Netzlösungen sowie die Frage nach<br />

der hinreichenden Batterietechnik. Die Umweltfreundlichkeit<br />

eines eMobils ist zudem begrenzt, wenn der Antriebsstrom<br />

überwiegend mit fossilen Energieträgern gewonnen wird.<br />

Die Frage ist, was der Kunde tatsächlich zukünftig benötigt.<br />

Kunden sind in diesem Fall zu einem der einzelne Fahrzeugnutzer<br />

mit seinem individuellen Mobilitätsbedarf, aber auch<br />

Unternehmen mit ihren Fahrzeugflotten oder auch Städte,<br />

die nach neuen Lösungen für ihr Mobilitätsangebot suchen<br />

müssen. Bei den letztgenannten sind neben bereits elektrifizierten<br />

Straßenbahnen oder Elektrobussen zukünftig Sharingansätze<br />

mit eRollern und eFahrrädern wie z.B. Pedelecs<br />

ebenso wie eAutos in CarSharingmodellen wie z.B. car2go/<br />

car2gether zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann ohnehin<br />

eine Eins-zu-Eins-Ablösung der bisherigen Autoflotte durch<br />

Elektrofahrzeuge nicht das Ziel sein. Elektrofahrzeuge aller<br />

Art sind vielmehr Teil eines modularen Mobilitätsangebotes.<br />

Zukünftig wird es zunehmend sowohl im Personenverkehr<br />

wie auch beim Gütertransport darauf ankommen, für den<br />

jeweiligen Fahrzweck das richtige Mobilitätsmodul zur richtigen<br />

Zeit zur Verfügung zu stellen und diese Verfügbarkeit<br />

mit IT-gestützten, telematischen Kommunikationsmitteln<br />

virtuell zu vernetzen und so ihre Nutzung nahezu spielerisch<br />

zu ermöglichen. Im ländlichen Raum erscheint dies deutlich<br />

schwieriger als im urbanen Umfeld.<br />

Dies vor Augen stellt sich abschließend die Frage, was wird<br />

aktuell und in absehbarer Zeit bereits möglich sein?<br />

Möglich sind alle Formen von Vorhaben mit Pilotcharakter<br />

sowohl für Städte wie auch für betriebliche Fuhrparks oder<br />

auch große Gewerbegebiete mit Unternehmen im Verbund<br />

und unter Einbeziehung der Mitarbeitermobilität z.B. bei<br />

Pendlern. Im klassischen Kurzstrecken- oder Stop-and-Go-<br />

Verkehr lassen sich auch bei einem höheren Einkaufspreis<br />

für Elektrofahrzeuge Vorteile erwirtschaften. Dazu paart sich<br />

die Möglichkeit in einem definierten Raum in begrenztem<br />

Umfang hinreichend »Tankplätze« verfügbar zu machen. Gerade<br />

Stadtwerke sind hier bereits umfangreich unterwegs.<br />

Bei Kleintransportverkehren z.B. den Kurier-, Express- und<br />

Paketdiensten oder Pendelverkehren, die stets wieder zu einem<br />

Ausgangspunkt z.B. Beladeplatz zurückkehren, ist die<br />

Tankoption besonders einfach zu gestalten und rasch amortisierbar.<br />

Kombinationsangebote mit Elektrofahrzeugen z.B. im<br />

CarSharing und anderen Elementen wie eBikes oder Elektroroller<br />

sind ebenfalls schon jetzt umsetzbar. Es müssen nur<br />

sehr rasch genügend Kunden begeistert werden.<br />

Mit dem zugegeben noch Wenigen, was heute wirklich<br />

geht, sollte man dennoch konsequent beginnen. Nur so<br />

wird das Thema auch greifbar für die Nutzer. Dort wo sich<br />

auch das allgemeine Mobilitätsverhalten ändern muss, um<br />

Elektromobilität in jedweder Form wirtschaftlich nutzen zu<br />

können, ist diese tägliche Erlebbarkeit von beispielhaften<br />

Angeboten ein förderliches Element.<br />

Dr. Jürgen Kieschoweit<br />

Geschäftsführer BwFuhrparkService GmbH<br />

Mitgründer der EcoLibro GmbH<br />

juergen.kieschoweit@gmx.de<br />

Herzstück der Elektromobilität ist der wiederaufladbare<br />

elektrochemische Energiespeicher - der Akkumulator. Er<br />

muss den harten Einsatzbedingungen der Mobilität genügen,<br />

muss vor allem mechanisch, thermisch und elektrisch<br />

stabil sein, auch rüttelfest und explosionssicher. Das (Nach-)<br />

Laden muss unkompliziert und gefahrlos möglich sein.<br />

Fieberhaft werden derzeit altbekannte Akkumulatorsysteme<br />

verbessert und völlig neue Systeme entwickelt. Angriffspunkte<br />

sind sowohl die Materialien für die Elektrodenoberflächen<br />

und -matrizen, für die Elektrolyten als auch für die<br />

Separatoren sowie deren Herstellungsverfahren. Das betrifft<br />

sowohl die langerprobte Bleibatterie, die Systeme Nickel-<br />

Cadmium (NiCd), Nickel-Zink (NiZn) und Nickel-Metallhydrid<br />

(NiMH) als auch die »Zebra«-Batterie, eine breite Palette<br />

von Lithium-(Li)-Ionen-Akkumulatoren, darunter neuere Entwicklungen,<br />

wie Li-Titanat-, Li-Eisenphosphat- und Li-Polymer-Batterien<br />

sowie neuere Entwicklungen wie den Li-Luft-<br />

Akkumulator.<br />

Lithium-Systeme bieten aus physikochemischer Sicht unschlagbare<br />

Vorteile. An ihnen geht kein Weg vorbei.<br />

Li-Ionen-Systeme stehen für höchste Energiedichten (bis<br />

über 160 Wh/kg), sehr hohe Wirkungsgrade, sehr hohe spezifische<br />

Energie (1.800 W/kg), geringe Selbstentladung und<br />

weisen bei entsprechendem Zellmanagement eine hohe Zuverlässigkeit<br />

aus. Ihre Standfestigkeit wird bereits bei über<br />

10.000 Zyklen angegeben. Allerdings sind sie immer noch<br />

vergleichsweise teuer. Werden sehr hohe Leistungsdichten<br />

(1.400 kW/kg) gebraucht, bieten sich Li-Eisen-Phosphat-Systeme<br />

(120 Wh/kg) an. Sie punkten durch die Schnellladung<br />

auf 90% der Kapazität innerhalb von fünf Minuten. Wenn sowohl<br />

das Li-Metalloxid als auch die andere Elektrode sowie<br />

der Elektrolyt/Separator als Folien auf Polymermatrizen hergestellt<br />

werden, spricht man vom Li-Polymer-System, das<br />

leicht formbar und sehr preiswert ist. Seine spezifische Energie<br />

liegen um 3.000 W/kg, seine Energiedichte pro Volumen<br />

erreicht Spitzenwerte (300 Wh/l), allerdings belaufen sie<br />

sich pro Masse nur im mittleren Bereich (130-200 Wh/kg).<br />

Eifrig wird an der Lithium-Luft-Batterie geforscht, weist sie<br />

doch die beste Performance für den mobilen Einsatz auf.<br />

Die künftige Entwicklung bestimmen Metall-Luft-Systeme.<br />

Durch den Wegfall einer Elektrode (und deren Ersatz durch<br />

Luftsauerstoff ) lässt sich nochmals Gewicht sparen. Bereits<br />

die Zink-Luft-Batterie erreicht Energiedichten, die dreimal<br />

größer sind als von herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien.<br />

Mit dem Markteintritt dieser preiswerten und leistungsfähigen<br />

Batterie wird in drei bis fünf Jahren gerechnet. Am<br />

attraktivsten erscheint jedoch die Lithium-Luft-Batterie. Sie<br />

erreicht die höchsten Energie- (über 450 Wh/kg) und Leistungsdichten.<br />

Die bislang erreichten Wirkungsgrade (über<br />

80%) geben Anlass zur Hoffnung, dass es in den nächsten 5<br />

bis 10 Jahren gelingt, das System als leistungsfähigste, wenngleich<br />

auch nicht billigste Lösung auf den Markt zu bringen.<br />

Doch der Preis wird weiter fallen. Innerhalb des Jahres 2010<br />

reduzierte sich der Preis von Lithium-Ionen-Batterien bereits<br />

um fast zwei Drittel auf 300 EUR/kWh!<br />

Im Wettbewerb um die besten Lösungen werden weitere<br />

Kostenreduzierungen eintreten, neue Recyclingverfahren<br />

werden das ihre dazu beitragen. Dennoch: Stets werden verschiedene<br />

Typen von Akkumulatoren zum Einsatz kommen,<br />

je nachdem, welcher Aspekt die wichtigste Rolle spielt:<br />

Energiegehalt, Energiedichte, Leistungsdichte, Zyklenzahl,<br />

Schnell-Ladung, Umweltverträglichkeit oder Sicherheit -<br />

oder aber der Preis, so wie man es heute auch vom Otto-,<br />

Diesel- oder Erdgasmotor kennt.<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

BEM-Beirat<br />

reinhard.loeser@t-online.de<br />

74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75


Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Groher & Prof. Dr. Robert Pelzel<br />

Systemwechsel und<br />

Systemverzögerung<br />

Matthias Groher und Prof. Dr. Robert Pelzel<br />

Woran liegt es, dass die Medien voll sind mit Berichten über<br />

Elektromobilität, während man auf den Straßen Europas<br />

kaum ein elektrisch betriebenes Fahrzeug findet? Allein Hybridfahrzeuge,<br />

also primär von einem Verbrennungsmotor<br />

angetriebene Autos mit einer ergänzenden eMotor-Batterieeinheit,<br />

werden schon vereinzelt gesichtet.<br />

Irgendwie verzwickt. Aber was muss getan werden, damit<br />

es endlich los geht im Bereich der Elektromobilität? Ist es<br />

die Politik, die die steuerliche Bevorzugung der eFahrzeuge<br />

blockiert, ist es die Lobby der Mineralölkonzerne, die Angst<br />

vor einem Absatzrückgang haben oder sind es einfach die<br />

fehlenden Steckdosen in öffentlichen Bereichen?<br />

Wir haben diese Themen im ISM-Institut schon mehrfach<br />

strukturiert und nachhaltig wissenschaftlich untersucht,<br />

u.a. durch die Durchführung eigener Primär- und Sekundär-<br />

Studien, durch die Auswertung vorhandener Erkenntnisse<br />

oder durch Befragungen von repräsentativen oder Fokusgruppen.<br />

Ziel sind realistische und realisierbare Konzepte in<br />

den nächsten 15 Jahren.<br />

Der eMobilitäts-Markt ist momentan ein Zweit- und Drittfahrzeugmarkt.<br />

Das heißt, die Einsatzzwecke liegen vor<br />

allem in folgenden Bereichen: tägliche Einkaufs-, Hol- und<br />

Bring-Dienste, Arbeitswege unter 40 km sowie Fun- und Freizeitthemen.<br />

In weiteren Untersuchungen, beispielsweise zu den Bedürfnissen<br />

der (End-)Kunden, zur Funktion von Ballungsräumen,<br />

zu Wegeanalysen oder zu potentiellen Fahrzeugkonzepten<br />

kamen wir zu folgenden Ergebnissen:<br />

• 1 Der Umweltgedanke ist zur sozialen Norm geworden<br />

und hat seinen Preis.<br />

• 2 Weniger als 20% werden bei der nächsten Fahrzeuganschaffung<br />

die Umweltfreundlichkeit außer acht lassen.<br />

• 3 Der Zuwachs an Wegen geschieht vor allem im Umland:<br />

+ 18% in den nächsten fünf Jahren.<br />

• 4 Die Kunden werden zwar verstärkt den ÖPNV nutzen, der<br />

Individualverkehr wird jedoch auch ansteigen.<br />

• 5 Nicht der Arbeitsweg ist der Hauptweg, sondern vielmehr<br />

Freizeit (31% der Wege) und Einkauf (19% der Wege).<br />

Daraus ergeben sich zwingend folgende Schlussfolgerungen,<br />

die für eine erfolgreiche Einführung von eMobilität notwendig<br />

sind und bei Nicht-Beachtung eine wesentliche und<br />

unüberwindliche Hürde darstellen:<br />

• Das Fahrzeug muss für den Stadtbetrieb ausgelegt sein.<br />

• Eine intelligente Einbindung des Fahrzeuges in ein<br />

»System« - Kommunikation/Steuerung ist notwendig.<br />

• Es muss autoähnlich sein (Zweirad reicht nicht).<br />

• Zuladung muss ausreichend vorhanden sein.<br />

• Es muss gleichzeitig junge Menschen und Senioren ansprechen<br />

und: die Frau ist oftmals der Kauf-Entscheider.<br />

Wir haben in unseren Studien bei Kunden strukturiert Wichtigkeits-Kriterien<br />

der unterschiedlichen Antriebskonzepte<br />

abgefragt. Das Ergebnis überrascht: der Elektroantrieb geht<br />

am Besten auf die Kundenanforderungen ein, v.a. in Sachen<br />

Verbrauch, Unterhalt, Wartung und Fahrdynamik. Hybrid und<br />

Verbrenner verlieren hier; dies wird aber parallel durch die<br />

bekannten Ängste kompensiert.<br />

Unsere Untersuchungen zeigen deutlich, dass der Hybridantrieb<br />

aktuell als ideale »Zwischenlösung« fungiert, um<br />

bestehende Reichweitenängste zu minimieren.<br />

Um Elektromobilität allerdings langfristig innerhalb der Gesellschaft<br />

zu verankern, bedarf es einer klaren Kommunikation<br />

über Vor- und Nachteile der Technik.<br />

Matthias Groher, BEM-Beirat / Prof. Dr. Robert Pelzel<br />

BayTech-Institut für Strategisches Management<br />

matthias.groher@baytech.de<br />

robert.pelzel@baytech.de<br />

www.ism.baytech.de<br />

76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ESMT European School of Management and Technology<br />

Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Fast e.V.<br />

Marktmodell Elektromobilität<br />

Michael Holtermann und Jens Weinmann<br />

Strukturwandel der<br />

deutschen Automobilindustrie<br />

Dr. Heinz-Rudolf Meißner, FAST e.V.<br />

Schon in wenigen Jahren kann die Elektromobilität im Individualverkehr<br />

eine wichtige Rolle spielen; vorausgesetzt,<br />

sie wird von den geeigneten politischen Rahmenbedingungen<br />

begleitet.<br />

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederum bedeutet<br />

Elektromobilität die Chance, durch Umweltinnovationen<br />

global zu einem der Leitanbieter von Elektroautos zu werden.<br />

Welche Maßnahmen die Elektroautos schnell marktfähig<br />

machen und am effektivsten fördern, untersucht das Marktmodell<br />

Elektromobilität, ein Prognosemodell, das zurzeit an<br />

der ESMT European School of Management and Technology<br />

in Berlin entsteht. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium<br />

im Rahmen der Begleitforschung zur Elektromobilität<br />

gefördert und hat zum Ziel, eine Kosten-Nutzen-Analyse<br />

verschiedener Politikinstrumente zu erstellen, einschließlich<br />

der durch elektromobiles Fahren vermiedenen Emissionen.<br />

Im Zentrum des Modells steht die individuelle Kaufentscheidung<br />

für oder gegen ein Elektroauto. Neuwagenkäufer wägen<br />

Vorteile und Nachteile verschiedener Antriebstechnologien<br />

und Fahrzeugcharakteristika gegeneinander ab. Neben<br />

den Anschaffungskosten und dem Treibstoffverbrauch interessiert<br />

die potentiellen Käufer der Elektroautos natürlich<br />

auch, wie weit sie mit einer Batterieladung kommen und<br />

welche Ersparnisse sich bei der Kfz-Steuer ergeben. Für eine<br />

Entscheidung zugunsten eines Elektroautos ist zudem relevant,<br />

ob ein privater Stellplatz verfügbar ist, um das Elektroauto<br />

jede Nacht ohne größeren Aufwand aufzuladen, oder<br />

ob das Auto auf der Straße geparkt werden muss, wo öffentliche<br />

Ladesäulen bisher noch rar sind.<br />

Im Modell wird die Entscheidung mit einer Nutzenfunktion simuliert,<br />

die die Präferenzen der Neuwagenkäufer widerspiegelt.<br />

Sie beruht auf Umfrageergebnissen zur Bereitschaft,<br />

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu kaufen, und wird<br />

mit Daten zum deutschen Autobestand kalibriert. Bei den<br />

gewerblichen Autokäufen wird ein Entscheidungsmodell<br />

unterstellt, das die Gesamtkosten über die Haltedauer des<br />

Fahrzeugs bei konventionellen und alternativen Antriebstechnologien<br />

vergleicht.<br />

Der Markthochlauf der Elektroautos wird nur langsam an Dynamik<br />

gewinnen. Noch werden nicht viele Elektroautos zum<br />

Kauf angeboten. Selbst technologieaffine Autoliebhaber<br />

stehen der neuen Technologie skeptisch gegenüber. Erst in<br />

der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts wird Elektromobilität<br />

den Massenmarkt in größeren Stückzahlen erreichen. Dies<br />

wird in der Simulation durch eine Markthochlaufkurve aus<br />

der Marketing-Theorie, dem Bass-Modell, berücksichtigt.<br />

Das Marktmodell Elektromobilität bezieht jedoch nicht nur<br />

den Kaufwunsch in die Prognose ein, sondern bildet auch<br />

die erwarteten technologischen Entwicklungen bei Verbrennungsmotoren<br />

und alternativen Antrieben ab, speziell bei<br />

der Batterietechnologie. Neben den prognostizierten Innovationen<br />

hat die europäische Regulierung zu Flotten-Emissionsgrenzwerten,<br />

die sogenannten CAFE (Corporate Average<br />

Fleet Emission)-Standards, Einfluss auf die Strategie der<br />

Automobilhersteller. Bei der Überschreitung der Standards<br />

müssen die Hersteller ab 2020 Strafzahlungen leisten. Im<br />

Modell optimieren sie ihre durchschnittlichen Emissionen<br />

durch eine Mischung aus Verkäufen von effizienteren - wenn<br />

auch teureren - Verbrennungsmotoren und einem wachsenden<br />

Angebot an Elektrofahrzeugen.<br />

Fahrzeugbestand<br />

Markthochlaufkurve alternativer Technologien im deutschen Kraftfahrzeugbestand<br />

2010<br />

2015<br />

2020<br />

Michael Holtermann<br />

ESMT European School of Management and Technology<br />

michael.holtermann@esmt.org<br />

www.esmt.org/info/mmem<br />

2025<br />

2<strong>03</strong>0<br />

Benzin<br />

Diesel<br />

Plug-In Hybrid<br />

rein elektr. Antrieb<br />

Mild Hybrid<br />

Erdgas<br />

Wasserstoff<br />

Range-Extender<br />

Beim Thema eMobilität geht es um die Elektrifizierung des<br />

Antriebsstrangs. Der bislang dominierende Verbrennungsmotor<br />

wird entweder über elektrische Elemente (Hybrid-<br />

Varianten) ergänzt, als zusätzlicher Reichweitenverlängerer<br />

eingesetzt, oder wird bei batterieelektrischen oder Brennstoffzellenfahrzeugen<br />

vollständig ersetzt. Damit wird nicht<br />

nur ein Strukturwandel, sondern ein politisch gewollter<br />

Systemwechsel eingeleitet, der große Teile der industriellen<br />

Wertschöpfungskette durcheinanderwirbeln wird. Verbrennungsmotorische<br />

Komponenten werden verändert oder fallen<br />

ganz weg - sie werden durch elektrische Antriebskomponenten<br />

ersetzt, die - so der Stand der Erkenntnis - in der<br />

Herstellung wie Montage deutlich weniger komplex sein<br />

werden.<br />

Um die EU-Regulierung zur CO2-Reduzierung im Jahr 2020<br />

(95 g/km) zu erreichen, wird der Verbrennungsmotor weiterhin<br />

optimiert. Die Industrieexperten gehen zur Zeit davon<br />

aus, dass mit weiteren Optimierungsschritten das EU-Ziel<br />

aber nicht erreicht werden kann, so dass Fahrzeuge mit elektrifizierten<br />

Antrieben die Flotten ergänzen müssen.<br />

Aus industriepolitischer Perspektive ist zu berücksichtigen,<br />

dass die deutsche Automobilindustrie eine Schlüsselbranche<br />

der deutschen Volkswirtschaft ist. Sie steht für ein Drittel<br />

aller industriellen FuE-Aufwendungen und spielt damit<br />

für das deutsche Innovationssystem eine herausragende<br />

Rolle; sie trägt etwa ein Drittel zum Außenhandelsüberschuss<br />

Deutschlands bei und beschäftigt direkt 709.000<br />

und indirekt weitere 1 Mio. Menschen.<br />

Das beschäftigungspolitische Problem des Systemwechsels<br />

wird greifbarer, wenn berücksichtigt wird, dass etwa ein<br />

Viertel der gesamten Wertschöpfung und Beschäftigung am<br />

klassischen Antriebsstrang hängt, der sich nun mehr oder<br />

weniger schnell und mehr oder weniger tiefgreifend verändern<br />

wird.<br />

Weitere Veränderung über den unmittelbaren Antriebsstrang<br />

hinaus betreffen vor allem die eingesetzten Materialen.<br />

eMobilität braucht leichtere Werkstoffe, so dass hier durch<br />

die Elektrifizierung des Antriebsstrangs weitere Veränderungen<br />

der Wertschöpfungskette mit dem Ziel des Leichtbaus<br />

ausgelöst werden.<br />

Die beschäftigungspolitischen Auswirkungen werden in den<br />

vorliegenden Prognosen bis 2020/30 in Summe durch die<br />

parallele Optimierung und Entwicklung an verschiedenen<br />

alternativen Antriebssträngen in etwa 60 bis 80.000 zusätzlichen<br />

Arbeitsplätzen am Standort Deutschland gesehen.<br />

Dahinter verbergen sich jedoch auf der betrieblichen und<br />

Unternehmensebene gewaltige Verschiebungen.<br />

Für die stark auf den verbrennungsmotorischen Antriebsstrang<br />

ausgerichteten Zulieferer kann es zu zum Teil dramatischen<br />

Verlusten an Arbeitsplätzen, zur Entwertung von<br />

vorhandenen Qualifikationen und Kompetenzen führen.<br />

Diese Unternehmen müssen sich frühzeitig auf den Systemwechsel<br />

einstellen und in neue Produktfelder gegebenenfalls<br />

auch außerhalb der Automobilindustrie investieren.<br />

Andererseits werden neue Akteure wie Batteriehersteller<br />

und Energieversorger in der Wertschöpfungskette der Automobilproduktion<br />

Beschäftigung schaffen.<br />

Dabei kann die von der Bundesregierung eingesetzte Nationale<br />

Plattform Elektromobilität - und soll aus Sicht der an<br />

ihr beteiligten IG Metall - eine Arena zur Gestaltung dieses<br />

Systemwechsels sein, da hier ein nationaler Branchendialog<br />

etabliert wurde, wie er auf der Automobilkonferenz im<br />

Krisenjahr 2009 auf dem Hintergrund anderer Voraussetzungen<br />

gefordert wurde.<br />

Dr. Heinz-Rudolf Meißner<br />

FAST - Forschungsgemeinschaft für Außenwirtschaft,<br />

Struktur- und Technologiepolitik e.V.<br />

www.fastev-berlin.org<br />

78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79


status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Mario Hofmann<br />

Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Holger Tholl<br />

BGI 8686:<br />

Wie sinnvoll damit umgehen?<br />

Mario Hofmann<br />

Tendenz weiterhin steigend<br />

Interview mit Versicherungsmakler Holger Tholl<br />

In den letzten Jahren wurden in Unternehmen der Automobilbranche<br />

erhebliche Anstrengungen in Sachen Forschung<br />

und Entwicklung alternativer Antriebstechnologien unternommen.<br />

Und das erfolgreich! Servicewerkstätten sehen sich<br />

deshalb nun in zunehmendem Maße mit Elektro- und Hybridfahrzeugen<br />

konfrontiert. Mitarbeiter aus Forschung und<br />

Entwicklung sowie Servicetechniker müssen nun mit Spannungen<br />

umgehen, die oberhalb der Kleinspannungsgrenze<br />

liegen, obwohl dies nicht ins eigentliche Berufs- und Ausbildungsfeld<br />

fällt. Diese Grenze ist bei DC 120 Volt gezogen. In<br />

der Informationsschrift der Berufsgenossenschaft wird sogar<br />

schon ab DC 60 Volt von Hochvoltsystemen gesprochen. Laut<br />

Betriebssicherheitsverordnung § 3(3) hat ein Unternehmer<br />

jedoch die Pflicht - im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung<br />

- alle die Anforderungen zu benennen, die seine Mitarbeiter<br />

bei Erprobung und Prüfung der jeweiligen Arbeitsmittel erfüllen<br />

müssen.<br />

Diese beiden Komponenten führten zu einer zunehmenden<br />

Verunsicherung über die rechtlichen Grundlagen hinsichtlich<br />

der Anforderungen an Mitarbeiter, die mit Arbeiten an<br />

Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen beauftragt sind. Deshalb<br />

wurde im Juni vergangenen Jahres die BGI 8686 »Qualifizierung<br />

für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen« veröffentlicht.<br />

Sie enthält für Unternehmer und Vorgesetzte eine Zusammenfassung<br />

von relevanten Informationen zur Gefährdungsbeurteilung<br />

sowie ein Muster davon. Ergänzend wird das in<br />

diesem Kontext geltende Regelwerk zusammengefasst aufgezählt.<br />

Zusätzlich definiert die Informationsschrift relevante<br />

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Mitarbeitern aus den<br />

Bereichen Forschung und Entwicklung sowie aus der Sparte<br />

Service wird dabei aber ein regelrechter Ausbildungskanon<br />

mit einer Fülle von Inhalten vorgeschrieben. Diese zeitintensiven<br />

Weiterbildungen sollen nun immer mehr Mitarbeiter<br />

absolvieren.<br />

Überraschend ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass<br />

es sich lediglich um eine berufsgenossenschaftliche Information<br />

handelt, die die versicherungsrechtliche Seite abdeckt.<br />

Das Maß der Dinge ist und bleibt für alle Handelnden aber<br />

die Betriebssicherheitsverordnung. Schwer einzusehen ist<br />

deshalb beispielsweise, dass laut BGI 8686 einfache Grundlagen<br />

der Elektrotechnik in erheblichem Umfang erlernt werden<br />

sollen. Mit diesen wird der geschulte Mitarbeiter später,<br />

wenn überhaupt, nur am Rande konfrontiert werden. Dagegen<br />

fehlt aber das Kennenlernen von Methoden, wie mit<br />

der Problematik fehlender VDE-Bestimmungen in Bezug auf<br />

Elektro- und Hybridfahrzeuge umgegangen werden kann.<br />

In dieser Situation ergibt sich vor allem für Unternehmer die<br />

Frage, wie sie die berufsgenossenschaftliche Information<br />

sinnvoll umsetzen können:<br />

Am Anfang steht sicherlich die Gefährdungsbeurteilung der<br />

Arbeiten an HV-Systemen. In diesem Rahmen sollen bereits<br />

auch Qualifizierungsumfang und -inhalte festgehalten werden.<br />

Die daraus resultierenden Ausbildungsmaßnahmen<br />

müssen sich aber an den Bedingungen im Unternehmen<br />

orientieren. Am Schluss der Weiterbildung steht immer die<br />

Berechtigung der Mitarbeiter für Arbeiten an HV-Systemen<br />

durch ihr Unternehmen. Um den Versicherungsschutz der<br />

gesetzlichen Unfallversicherung weiterhin nicht zu gefährden,<br />

kann die Schulung vorab mit der für das Unternehmen<br />

zuständigen Berufsgenossenschaft abgestimmt werden.<br />

Auf dem Markt gibt es bereits<br />

verschiedene Schulungsmöglichkeiten<br />

jenseits der BGI<br />

8686. Eine Beratung zu diesem<br />

Thema lohnt in jedem Fall.<br />

Mario Hofmann<br />

f-engineers<br />

www.fengineers.de<br />

Wie sind Sie als Versicherungsfachmann zu dem Thema<br />

Elektromobilität gekommen?<br />

Im Sommer 2009 wurde ich erstmalig auf die Versicherung<br />

eines eFahrzeugs angesprochen. Der Hersteller war völlig<br />

unbekannt und einen Typenschlüssel gab es erst recht nicht.<br />

Es musste also eine rein individuelle Tarifierung vorgenommen<br />

werden. Völlig unklar war zu dem Zeitpunkt, wie die<br />

Versicherer darauf reagieren würden. Erste Telefonate ließen<br />

erkennen: Weder lagen die für den Versicherer wichtigen<br />

Schadensverläufe vor, noch waren die Ersatzteilkosten<br />

bekannt. Hinzu kam das alles überragende Thema der Batterie.<br />

Das eAuto war bei Weitem noch nicht in Deutschland<br />

»angekommen«! Die normale Haftpflichtversicherung wäre<br />

zu diesem Zeitpunkt bei den meisten Versicherern das Maximum<br />

gewesen. Aber ein Fahrzeug mit Wert jenseits 20.000<br />

Euro ohne Kaskoschutz auf die Strasse lassen? Pure Fahrlässigkeit.<br />

Wochen und Monate der Tarifausarbeitungen gingen<br />

ins Land. Aufgabenstellung war, einen transparenten Tarif<br />

zu schaffen, ohne die üblichen Einschränkungen wie Fahrer,<br />

Garage, Wohneigentum, Schadensfreiheitsklassen, etc. Zudem<br />

sollte die Prämie die Anschaffung eines Elektroautos<br />

attraktiver machen und nicht das Gegenteil bewirken. Selbst<br />

die beste Ausarbeitung und Risikodarstellung fand damals<br />

wenig Anhänger. Es war befremdlich, wie wenig Augenmerk<br />

man einem der Top-Themen der Medien widmete. Subjektiv<br />

betrachtet mangelnde Verkaufspsychologie, verspricht doch<br />

dieser Markt künftiges Potential.<br />

Haben Sie diese anfänglichen Schwierigkeiten überwinden<br />

können?<br />

Am Ende fand sich dann doch ein Versicherer, der sich auf<br />

das Thema einlassen wollte. Verhandlungsgegenstand waren<br />

damals ausschließlich Fahrzeuge eines französischen<br />

Herstellers. Der seit Anfang 2010 bestehende Vertrag beinhaltet<br />

alles Grundsätzliche und darüber hinaus noch spezielle<br />

Erweiterungen, die über die Leistungen der üblichen<br />

»Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung«<br />

hinausgehen. So sind wir heute in der Lage, eine einheitlich<br />

gültige Prämie für eFahrzeuge verschiedener Hersteller für<br />

Privat- und Geschäftskunden anzubieten. Das sprach sich<br />

schnell herum und wir erhielten Anfragen vieler Elektrofahrzeug-Händler,<br />

die alle mit den Unzulänglichkeiten im bestehenden<br />

Versicherungsschutz zu kämpfen hatten. Inzwischen<br />

zählt ein grosses Händlernetz zu unseren Kunden, Tendenz<br />

weiterhin steigend. Nach über einem Jahr Versicherungshistorie<br />

können wir ein sehr erfreuliches Fazit ziehen: eAutos<br />

fahren vorsichtig. Folglich bewegt sich die Schadenshäufigkeit<br />

in einem nicht nennenswerten Bereich und wir können<br />

die Prämien stabil halten.<br />

Was wird sich künftig im Bereich Versicherungsschutz für<br />

Elektrofahrzeuge tun?<br />

In der Zukunft wird sicher auch das Thema Wechselkennzeichen<br />

sehr interessant werden. Handelt es sich doch bei Elektrofahrzeugen<br />

in der Regel um Zweitwagen - von daher läge<br />

das Thema nahe. Auch die Entwicklung weiterer Produkte<br />

rund um das Thema Neue Mobilität beschäftigt uns. So arbeiten<br />

wir aktuell mit einem der marktführenden deutschen<br />

Versicherer an einer Lösung für solarbetriebene Strassenlaternen<br />

und Ladestationen.<br />

Das macht eines klar: im Bereich Elektromobilität geht es<br />

immer auch um innovative Geschäftsmodelle und -ideen.<br />

Die Versicherer erkennen zunehmend, dass es sich hier<br />

nicht mehr nur um Visionen handelt, sondern eine stetige<br />

Entwicklung stattfindet. Man ist nun bereit, diesem Trend zu<br />

entsprechen. Es ist abzusehen, dass die ersten »grünen Tarife«<br />

bald auf den Markt kommen. Davon ausgehend, dass<br />

mittelfristig jedes zehnte Fahrzeug ein eAuto ist, kann man<br />

sich leicht vorstellen, welch enormer Markt hier auf die Versicherer<br />

wartet. Wir werden diesen spannenden wachsenden<br />

Markt weiterhin mit innovativen Produkten begleiten.<br />

Holger Tholl<br />

4 your fleet Versicherungsmakler<br />

www.4yourfleet.de<br />

© Bild Cathrin Bach<br />

80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81


Forschung<br />

UND<br />

ENTWICKLUNG<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Batterie. Ladeinfrastruktur. eAntrieb. Fahrzeugkonzepte.<br />

82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83


FORSCHUNGSATLAS<br />

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND AUF EINEN BLICK<br />

Der Zukunftsmarkt Elektromobilität ist vielfältig. Genauso vielfältig sind Forschung und Entwicklung in diesem Bereich: von<br />

der Batterietechnologie über Infrastruktur-Lösungen und elektrische Antriebssysteme bis hin zur Entwicklung innovativer<br />

Fahrzeugkonzepte haben Universitäten, Unternehmen und private Forschungseinrichtungen die unterschiedlichsten Aufgaben<br />

zu bewältigen. Der Forschungsatlas gibt Ihnen einen kompakten Überblick über die derzeit in den einzelnen Bundesländern<br />

durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsinitiativen.<br />

Schleswig-Holstein<br />

• Kompetenzzentrum für Elektromobilität (KESH) an<br />

der Fachhochschule Kiel seit Anfang 2009<br />

• Kompetenzzentrum Leistungselektronik am Fraunhofer<br />

Institut für Siliziumtechnologie seit 04/2008<br />

• Institutionalisierter »Dialog Elektromobilität« unter<br />

Federführung des Wirtschaftsministeriums<br />

Mecklenburg-Vorpommern<br />

• Bericht zu den Potentialen von Elektromobilität in<br />

Mecklenburg-Vorpommern von Ende 2010<br />

• Technologieorientiertes Netzwerk Elektromobilität<br />

im Dezember 2010 etabliert<br />

• Fokus auf Integration von Elektromobilität in<br />

touristische Angebote<br />

Niedersachsen<br />

• Landesinitiative Brennstoffzelle und Elektromobilität<br />

als Koordinator der niedersächsischen<br />

Forschungs- und Förderaktivitäten, technologieneutraler<br />

Ansatz<br />

• Forschungsförderung für Batterietechnologie und<br />

Elektromobilität über die Landesinitiative in Höhe<br />

von 10 Mio. EUR (2009-2012)<br />

• Roadmap »Elektromobilität für Niedersachsen« in<br />

der Entwicklung<br />

• Forschungsaktivitäten in 3 Kompetenzknoten<br />

aufgeteilt: »Mobile Anwendungen«, »stationäre<br />

Anwendungen« und »Wissenschaft«<br />

Rheinland-Pfalz<br />

• Netzwerk Elektromobilität seit Mai 2010, gefördert<br />

mit 2,5 Mio. EUR<br />

• Förderung verschiedener Demonstrationsprojekte<br />

wie ein Test der Anwendung von Elektroautos am<br />

ländlich gelegenen Umweltcampus Birkenfeld<br />

©2011 BEM<br />

84 Neue Mobilität<br />

Hamburg<br />

• Forschungsförderung über bestehende Technologieförderprogramme,<br />

kein eigenes Förderprogramm<br />

für Elektromobilität<br />

• Innovationsstiftung Hamburg als Ansprechpartner<br />

und Koordinator der Technologieförderung<br />

Bremen<br />

• Potenzialanalyse zur Elektromobilität in Arbeit<br />

• Wirtschaftsförderung Bremen als Ansprechpartner /<br />

Koordinator verschiedener Forschungsaktivitäten<br />

• Personal Mobility Center als Koordinator des<br />

Modellprojekts soll verstetigt werden und als<br />

Landesagentur für Elektromobilität fungieren<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

• Ziel 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsstrang<br />

bis 2020<br />

• Masterplan Elektromobilität NRW seit September<br />

2009<br />

• Aufbau von Kompetenzzentren zur Elektromobilität:<br />

Batterieforschung in Münster, Fahrzeugtechnik<br />

in Aachen und Infrastruktur/Netze in Dortmund<br />

• Wettbewerb ElektroMobil.NRW mit einem Fördervolumen<br />

von 46,6 Mio EUR 2009/10 bzw. 30 Mio.<br />

EUR 2010/11<br />

• Teilnahme an der Modellregion mit Teilprojekten<br />

über nahezu alle Bereiche der Elektromobilität<br />

Saarland<br />

• Vernetzungsmodell Elektromobilität zur intelligenten<br />

Verknüpfung des ÖPNV mit dem Individualverkehr<br />

von April 2010<br />

• bis Mitte 2011 soll ein Masterplan »Neue Mobilität«,<br />

in dem das Vernetzungsmodell integriert sein soll,<br />

präsentiert werden<br />

Hessen<br />

• Projekt ZEBRA (Zukunft Elektromobilität - Beispielhafte<br />

Regionale Anwendungen) zur Erforschung<br />

der Substituierbarkeit hessischer Mobilität durch<br />

elektromobile Konzepte<br />

• Hessisches Ministerium für Wissenschaft und<br />

Kunst als Ansprechpartner und Koordinator der<br />

Forschung an batterieelektrischer Mobilität<br />

• Forschungsfinanzierung über bestehende Technologieförderprogramme,<br />

bspw. das Programm<br />

LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung<br />

Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz mit<br />

einem Umfang von 90 Mio. EUR / Jahr<br />

Berlin<br />

• Aktionsprogramm Elektromobilität Berlin-<br />

Brandenburg im März 2011<br />

• Landesagentur für Elektromobilität eMo im Herbst<br />

2010 durch Senatsbeschluss gegründet<br />

• Ziel: Region Berlin-Brandenburg als herstellerneutraler<br />

Leitmarkt und -anbieter für Elektromobilität<br />

innerhalb Deutschlands etablieren<br />

• Keine eigene Forschungsförderprogramme für<br />

Elektromobilität, jedoch verschiedene nutzbare<br />

Technologie- und Innovationsprogramme<br />

Sachsen-Anhalt<br />

• Eröffnung des IKAM (Institutes für Kompetenz in<br />

Automobilität) im November 2011 zur Erforschung<br />

zukünftiger Automobilkonzepte und zur Verzahnung<br />

von Wirtschaft und Wissenschaft, Förderung<br />

durch das Land in Höhe von insgesamt 34,5 Mio<br />

EUR, davon 10 Mio. aus dem KoPa II<br />

• Gut ausgebaute Forschungslandschaft zur Verknüpfung<br />

der Elektromobiität mit Erneuerbaren Energien<br />

Thüringen<br />

• Pilotprojekt »Elektromobilität in Erfurt« zur Entwicklung<br />

und Erprobung von Elektrofahrzeugen<br />

und zur Integration von Elektrofahrzeugen in den<br />

ÖPNV<br />

• Förderung über bestehende Innovationsprogramme<br />

insb. das Programm »GreenTech« mit einem<br />

Gesamtvolumen von 280 Mio. EUR bis 2013<br />

Baden-Württemberg<br />

• Seit 2009 Landesinitiative Elektromobilität mit den<br />

5 Schwerpunkten Forschungsinfrastruktur, Projektförderung,<br />

Landesagentur, Aus- und Weiterbildung<br />

sowie verkehrliche Aspekte<br />

• Landesagentur BW e-mobil seit März 2010<br />

• Investitionen von rund 15 Mio. Euro in Strukturund<br />

Projektmaßnahmen im Rahmen der<br />

Landesinitiative Elektromobilität 2009 -2014<br />

• Unterstützung von 3 Modellkommunen (Ludwigsburg,<br />

Schwäbisch Gmünd und Offenburg) mit dem<br />

Ziel der Einrichtung eines KommunalClusters<br />

• Aufbau eines Leichtbau-Centers<br />

Brandenburg<br />

• Aktionsprogramm Elektromobilität Berlin-<br />

Brandenburg im März 2011<br />

• eMo als Landesagentur für Elektromobilität für die<br />

Region Berlin-Brandenburg<br />

• Ziel: Region Berlin-Brandenburg als herstellerneutraler<br />

Leitmarkt und -anbieter für Elektromobilität<br />

innerhalb Deutschlands etablieren<br />

• Schwerpunkt auf Integration und Entwicklung der<br />

Ladeinfrastruktur<br />

Sachsen<br />

• Förderung der Elektromobilität durch die etablierten<br />

Programme der Technologie-, Investitionsund<br />

der Kooperationsförderung, keine speziellen<br />

Forschungsprogramme<br />

• Beispielhafte vom Land Sachsen unterstützte<br />

Projekte: »ALIEN - Hochleistungselektrofahrzeuge<br />

in Ultra-Leichtbauweise« an der Leichtbauzentrum<br />

Sachsen GmbH mit dem Institut für Leichtbau und<br />

Kunststofftechnik (ILK) an der TU Dresden, »AUTO<br />

MOBIL« (sub-100nm embedded-Flash Logiktechnologie)<br />

bei Infinion Technologies AG Dresden, »ZINA<br />

-Zellchemie großer Li-Ionen-Batteriezellen« bei der<br />

Hoppecke Technologies GmbH & Co. KG, Zwickau.<br />

• Unterstützung der Anschaffung von Elektroautos<br />

und Bussen in verschiedenen Projekten<br />

• Vernetzung und Koordination im Bereich Elektromobilität<br />

insbesondere durch die Verbundinitiative<br />

»Automobilzulieferer Sachsen (AMZ)« und die<br />

Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH<br />

Bayern<br />

• 5-Punkte Strategie zur Etablierung Bayerns als<br />

Leitanbieter und -markt für Elektromobilität seit<br />

Mai 2010<br />

• Bayerisches Förderprogramm Elektromobilität seit<br />

August 2009 mit einem Volumen von 2,5 Mio.<br />

EUR / Jahr, daneben weitere Technologieförderprogrammen<br />

• Kompetenzatlas e-Mobilität Bayern zur Vernetzung<br />

der relevanten Akteure<br />

• Unterstützung der kommunalen Modellprojekte<br />

Stadt Bad Neustadt a.d. Saale, und Markt<br />

Garmisch-Partenkirchen sowie des gemeinde- bzw.<br />

landkreisübergreifenden Projekts E-WALD


Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ICT<br />

Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ICT<br />

Schweflige Zukunft für<br />

größere Reichweiten<br />

Markus Hagen, Fraunhofer ICT<br />

Susanne Doerfler, Holger Althues, Fraunhofer IWS<br />

»Mit Kathoden aus Schwefel kombiniert mit Anoden aus<br />

Lithiummetall kann die Energiedichte von Batterien perspektivisch<br />

um den Faktor 2 bis 3 erhöht werden.«<br />

Ein großer Nachteil bei Elektroautos ist die bislang geringe<br />

Reichweite von ungefähr 100 km und der hohe Preis für Lithium-Ionen-Batterien<br />

(LIB). Konventionelle LIB haben eine<br />

Graphitanode und eine Kathode aus LiCoO2, LiFePO4, LiMn2O4,<br />

NCM oder NCA. Diese weisen mit Co oder Ni Bestandteile<br />

auf, die teuer und umweltschädlich sind. Zellen mit LiFePO4<br />

sind sehr sicher, erreichen jedoch geringere Kapazitäten<br />

und Spannungen. Insgesamt lassen sich mit Lithium-Ionen-<br />

Zellen Energiedichten von 150-200 Wh/kg erreichen. Diese<br />

Werte können aus physikalischen Gründen nur noch schwer<br />

erhöht werden, da die theoretischen Kapazitäten der Elektroden<br />

nahezu erreicht sind.<br />

Mit Kathoden aus Schwefel (in einer leitfähigen Matrix) kombiniert<br />

mit Anoden aus Lithiummetall kann die Energiedichte<br />

perspektivisch um den Faktor 2 -3 erhöht werden. Zusätzlich<br />

ist Schwefel weltweit in großen Mengen vorhanden, extrem<br />

günstig und nicht toxisch.<br />

Um die Einführung dieser Batteriezellen der nächsten Generation<br />

zu beschleunigen, kooperieren das Fraunhofer<br />

ICT und das Fraunhofer IWS und setzen auf ein revolutionäres<br />

neues Elektrodenkonzept. Konventionelle LIB-Kathoden<br />

bestehen aus ungefähr 80% Aktivmaterial, 10%<br />

Leitruß und 10% Binder, der die Elektrode zusammenhält.<br />

Beim Fraunhofer Ansatz kann auf den elektrochemisch inaktiven<br />

Leitruß und Binder komplett verzichtet werden.<br />

Die Elektroden bestehen ausschließlich aus Schwefel und<br />

Kohlenstoffnanoröhren (CNT), die direkt auf das Ableiterblech<br />

synthetisiert wurden.<br />

Die große Oberfläche und die sehr gute Leitfähigkeit der CNT<br />

sorgen für einen hervorragenden Kontakt zum elektrisch<br />

nichtleitenden Schwefel. Im Ergebnis werden Flächenkapazitäten<br />

von 5 mAh/cm² (und höher!) erreicht. Dies entspricht<br />

ungefähr dem doppelten Wert von LIB. Zusätzlich wiegen die<br />

Fraunhofer-CNT-Schwefel-Elektroden nur halb so viel wie<br />

Hochenergie-LIB-Elektroden.<br />

Abbildung 1: Schwefelbeschichtete Kohlenstoffnanoröhren<br />

(Rasterelektronenmikrospop)<br />

Ein Grund warum es Lithium-Schwefel-Batterien noch nicht<br />

zu kaufen gibt, ist ein parasitärer Shuttle-Mechanismus, der<br />

neben der erwünschten chemischen Reaktion abläuft. Er<br />

führt zu einer hohen Selbstentladung der Zelle und zu einer<br />

schlechten Effizienz. Bei der regulär erwünschten Reaktion<br />

bilden sich beim Entladen und Laden aus Lithium und Schwefel<br />

Lithiumpolysulfide. Diese sind im Elektrolyten gut löslich.<br />

Der Schwefel wird praktisch aus der CNT-Elektrode herausgewaschen<br />

und setzt sich am Ende des Entladevorgangs<br />

wieder als fester Li 2S auf die CNT. Beim Laden bilden sich aus<br />

dem Li2S in einem Zwischenschritt wieder die gut löslichen<br />

Polysulfide bis schließlich ab einer Spannung von ca. 2,5 V<br />

wieder elementarer Schwefel auf der CNT-Elektrode aufgetragen<br />

ist. Der Shuttle-Mechanismus sorgt parallel für eine<br />

ständige Oxidation und Reduktion der Lithiumpolysulfide.<br />

Dabei geht Energie verloren.<br />

Ansatzpunkte diesen Shuttle-Mechanismus zu beheben<br />

bestehen insbesondere bei der Wahl des Elektrolyten. So<br />

werden den flüssigen, organischen Elektrolyten Additive<br />

beigemischt, die den Shuttle-Mechanismus für einige Zeit<br />

blockieren können. Alternativ können Polymerelektrolyten,<br />

Gelelektrolyten oder Lithium-Ionen leitende Glaskeramiken<br />

den Shuttle unterbrechen, da sie für die Lithiumpolysulfide<br />

nicht durchlässig sind.<br />

Schwerpunkt unser momentanen Arbeiten besteht in der<br />

6<br />

Abbildung 2: Kapazität einer CNT-Schwefel-Elektrode. Die erreichten<br />

Werte 600liegen deutlich höher als bei LIB<br />

5<br />

Optimierung der CNT-Elektroden und der Elektrolyten. Ziel<br />

ist es in den nächsten zwei bis drei Jahren Pouch-Zellen mit<br />

4<br />

einer Energiedichte von 400 Wh/kg herzustellen und diese<br />

400<br />

3<br />

auf Ihre Sicherheit zu untersuchen.<br />

Wir möchten uns herzlich beim Bundesministerium für Bildung<br />

und Forschung (BMBF) für die finanzielle Förderung<br />

dieser Arbeit im Rahmen des Projekts FSEM - SP3 »Energiespeichertechnik«<br />

bedanken.<br />

Markus Hagen<br />

Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT<br />

markus.hagen@ict.fraunhofer.de<br />

www.ict.fraunhofer.de<br />

Dieses Heft ist von uns..<br />

Konzept, Redaktion, Grafik, Satz, Layout & Druck<br />

Kapazität in mAh/g Entladekapazität /g Schwefel<br />

Kapazität in mAh/cm 2<br />

Ladekapazität /g Schwefel<br />

Elektrode<br />

1000<br />

Endladekapazität /g Elektrode<br />

8<br />

800<br />

200<br />

0<br />

Kapazitätskorridor Hochenergie LIB<br />

2 4 6 8 10 12 14 16 18 20<br />

Zyklenzahl<br />

5,6 mg S; 0,6 mg CNT auf 0,78 cm 2 Elektrode = 7,9 mg/cm 2<br />

7<br />

2<br />

1<br />

www.cymage-media.com<br />

86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87


Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Akasol<br />

Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Akasol<br />

Batteriemodul als<br />

Systemgrundlage<br />

Sven Schulz<br />

AIBAS 16M - Systemgruppierung mit 16 AIBAM Batteriemodulen<br />

Batteriemodul AIBAM<br />

Batteriemodul als Systemgrundlage<br />

Die Fertigung von großen Stückzahlen bei gleichzeitiger und<br />

stetiger Optimierung der Energiedichte in Verbindung mit der<br />

kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit und der Zuverlässigkeit<br />

sind die Parameter an denen Batteriesysteme für<br />

mobile Anwendungen gemessen werden. Eine Aufgabe, der<br />

sich die Akasol Engineering GmbH bereits erfolgreich stellt.<br />

Das Unternehmen nutzt dabei die 20-jährige Erfahrung im<br />

Bereich von Forschung und Elektrofahrzeugentwicklung, die<br />

am Anfang im Akasol e.V. und im damaligen Forschungsverbund<br />

mit der TU Darmstadt erarbeitet wurde. Neben der<br />

Ausrüstung einer Testflotte für einen großen internationalen<br />

Automobilhersteller seit Anfang 2011, ist bereits für das gleiche<br />

Jahr die Ausstattung des Elektro-Sportwagens Artega SE<br />

mit dem AIBAS beauftragt worden. Am Stammsitz in Darmstadt<br />

steht den Batterieentwicklern von Akasol Engineering<br />

auch eine der modernsten Testumgebungen in Europa für<br />

Analyse- und Prüfverfahren für Batterietechnologie zur Verfügung.<br />

Das Testcenter umfasst insgesamt sechs Prüf- und<br />

Technikräume, in denen Batteriezellen und -module sowie<br />

komplette Batteriesysteme und Antriebsstränge umfangreichen<br />

Testverfahren unterzogen werden können.<br />

Die Batteriezelle<br />

Grundsätzlich werden heute in Neuentwicklungen von Antriebsbatterien<br />

Zellen auf Lithium-Ionen-Basis verwendet.<br />

Die Basis eines Batteriesystems stellt immer die Einzelzelle<br />

mit der zugrunde liegenden Elektrochemie und dem Zelldesign.<br />

Mit einer Vielzahl an Parametern kann gestaltet werden:<br />

die Zusammensetzung der Aktivmaterialien auf Anoden<br />

und Kathodenseite, die Wahl des Elektrolyten und dessen<br />

Zusatzstoffe, der Separator-Typ oder die Stärke der metallischen<br />

Trägerfolien. Hier ist eine auf die jeweiligen Fahrzeuganforderungen<br />

optimal zugeschnittene Balance zu wählen.<br />

Bereits hier berücksichtigen die Batterieentwickler auch<br />

Sicherheitsaspekte und setzen bevorzugt inhärent sichere<br />

Materialien ein. Ein Sicherheitstestkriterium, das bereits auf<br />

Zellebene erfüllt wird, muss günstigstenfalls nicht mehr auf<br />

Modul- oder Systemebene konstruktiv berücksichtigt werden<br />

und erleichtert somit das Design und die Validierung<br />

in den übergeordneten Bereichen. An die Sicherheit von<br />

Antriebsbatterien stellt die Fahrzeugindustrie hohe Anforderungen,<br />

denn zweifelsfrei hängt die Akzeptanz der Endkunden<br />

für Elektrofahrzeuge maßgeblich von einem dauerhaft<br />

störungsfreien Betrieb ab.<br />

Das Batteriemodul AIBAM<br />

Batteriezellen in Module zu integrieren, die einfach handhabbar<br />

sind, eine niedrige Spannung aufweisen (< 60 V DC),<br />

einen hohen Funktionsanteil des Systems abdecken und<br />

dabei volumetrisch und gravimetrisch nur geringfügig belastet<br />

werden, ist insbesondere vorteilhaft hinsichtlich der<br />

Energiedichte in Verbindung mit Sicherheitsaspekten und<br />

der Fertigung von großen Stückzahlen. Damit wird der Systemaufbau<br />

extrem vereinfacht. Statt »hunderte von Zellen«<br />

erst in einem Gesamtsystemgehäuse mechanisch, elektrisch,<br />

thermisch zu verbinden, stehen dem Systemdesigner<br />

validierte und im Fertigungsprozess vorgetestete Module<br />

zur Verfügung, die mit wenigen Schritten in der Systemherstellung<br />

verbunden werden können. Trotz der extrem hohen<br />

Funktionsintegration auf Modulebene erreicht das AIBAM<br />

eine Energiedichte von bis zu 140 Wh/kg und bietet gleichzeitig<br />

sehr hohe Leistungswerte. Das komplette Modul kann<br />

von Standardbedingungen ausgehend mit einer 5C-Rate<br />

komplett entladen werden, ohne irgendwo zu überhitzen.<br />

Das AIBAM integriert typischerweise zwölf Einzelzellen in<br />

variabler, interner elektrischer Verschaltung (seriell/parallel).<br />

Die relativ empfindlichen Pouch-Zellen werden mechanisch<br />

geschützt und vibrationssicher gehalten, elektrisch<br />

isoliert und thermisch an ein Kühlfluid angebunden (Wasser/Glykol,<br />

wie im Automobilbau üblich). Die Fluidkühlung<br />

bietet im Vergleich zur Luftkühlung erhebliche volumetrische<br />

Vorteile und kann einfach an übliche fahrzeugseitige<br />

Kühlsysteme angebunden werden. Außerdem verlangsamt<br />

sie den Alterungsprozess der Batteriechemie und erhöht damit<br />

die Lebensdauer und Zyklenfestigkeit der Batteriezelle.<br />

Ein im AIBAM integrierter Batteriemanagement-Slave (BMS)<br />

überwacht die Zellspannungen und Temperaturen an den kritischen<br />

Stellen. Die Genauigkeit der Spannungsmessung ist<br />

so hoch, dass der Ladezustand jeder einzelnen Zelle im Ruhezustand<br />

mit weniger als 1% Unsicherheit ermittelt werden<br />

kann, während sich durch die Impedanzanalyse Zellfehler<br />

und Zellalterung frühzeitig detektieren lassen. Diese Daten<br />

werden über einen CAN-Bus (oder alternativ über LIN) an<br />

einen übergeordneten Batteriemanagement-Master (BMM)<br />

weitergeben. Auf Anforderung von diesem Master werden<br />

Ladungsunterschiede der Zellen innerhalb eines Systems<br />

ausgeglichen. Nach außen hat das AIBAM nur noch den elektrischen<br />

Leistungsanschluss (Pluspol und Minuspol), einen<br />

Datenstecker (CAN/LIN) und Anschlüsse zur Verbindung mit<br />

Kühlschläuchen. Außerdem ist im AIBAM der dezentrale Teil<br />

des Batteriemanagements zur Überwachung integriert. Im<br />

Gesamtsystem stellt die Überwachung jeder einzelnen Zelle<br />

einen zentralen Sicherheitsaspekt dar: Das Batteriemanagement<br />

kennt zu jedem Zeitpunkt Werte wie Stromstärke,<br />

Spannungen sowie Temperaturen und Ladezustand. Das ist<br />

nicht nur ein wichtiger Baustein zum Ausschluss einer gravierenden<br />

Störung, sondern auch entscheidend für eine lange<br />

Lebensdauer.<br />

Das Batteriesystem AIBAS<br />

Je umfangreicher die im Batteriemodul vorintegrierten Funktionalitäten<br />

sind, desto einfacher gestalten sich Design und<br />

Fertigung des ins Fahrzeug zu integrierenden Batteriesystems.<br />

Der Batteriesystemtrog muss entsprechend der Vorgaben<br />

aus dem Fahrzeugpackage entworfen werden. Ein<br />

crashgeschütztes und robustes Systempackage sorgt dafür,<br />

dass die bereits robusten Module und Zellen selbst einen<br />

Unfall in der Regel unbeschadet überstehen. Außerdem entkoppelt<br />

der Batteriesystemtrog die Module thermisch von<br />

der Umgebungstemperatur. Ein BMM-Steuergerät wertet die<br />

batterie- und fahrzeugseitigen Daten aus und aktiviert zum<br />

Beispiel bei Störfällen Trennschütze an den elektrischen Systempolen.<br />

Außerdem steuert dieses Batteriemanagement<br />

die Aktuatoren (Pumpen, Ventile, Lüfter) des thermischen<br />

Systems. Im einfachsten Fall befindet sich im Fahrzeug ein<br />

Radiator mit Lüfter, der überschüssige Wärme der Batterie<br />

an die Umgebung abgeben kann. Beim Einsatz in sehr kalter<br />

Umgebung kann ein zusätzliches Heizelement für die Batterie<br />

erforderlich sein, das die Batterietemperatur über einem<br />

Mindestwert hält und so eine Verfügbarkeit auch im Winterbetrieb<br />

sicherstellt. Sicherheitsrelevante Komponenten wie<br />

Trennstecker für den Servicetechniker oder Sicherungen im<br />

Strompfad vervollständigen das Systemdesign.<br />

Mit dem AIBAS kann Akasol Engineering also bereits heute<br />

seinem strategischen Ziel gerecht werden und eines der<br />

weltweit besten Batteriesysteme »Made in Germany« anbieten.<br />

Der kürzlich von der Artega Automobil GmbH & Co.<br />

KG vorgestellte Elektro-Sportwagen Artega SE ist mit einem<br />

38 kWh AIBAS ausgestattet. Der Serienstart für das Fahrzeug<br />

wird bereits im Jahr 2012 sein.<br />

Literaturhinweise<br />

[1] Conte, F.V.: Sicherheitsrelevantes Design von<br />

Lithium - Ionen - Batterien. In: ATZelektronik 4<br />

(2009), Nr. 1, S. 12-1<br />

Sven Schulz / Geschäftsführer<br />

Schulz Group GmbH & Akasol Engineering GmbH<br />

sven.schulz@akasol-engineering.com<br />

88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89


Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Umicore<br />

Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Kompetenzverbund Nord<br />

Batterie-Recyclingverfahren<br />

Versorgungsengpässe auf dem Rohstoffmarkt können durch moderne<br />

Recyclingverfahren deutlich entspannt werden<br />

Elektrochemie für die<br />

Elektromobilität<br />

Dr. Miriam Kunze, Dr. Hans-Peter Buchkremer, Prof. Dr. Martin Winter<br />

Die Rückgewinnung von Wertmaterialien durch effiziente<br />

Recyclingverfahren wird deutlich an Bedeutung und Wert<br />

gewinnen. Moderne Recyclingverfahren leisten schon heute<br />

einen wesentlichen Beitrag die bereits im Wirtschaftskreislauf<br />

befindlichen Materialien dem Kreislauf direkt wieder<br />

zurückzuführen. Wodurch ein wichtiges Instrument zur Verfügung<br />

steht, um die zukünftige Situation bezüglich der Rohstoff-/<br />

Materialversorgung deutlich zu entspannen. Denn ein<br />

nicht unerheblicher Teil des Bedarfes kann alleine durch recyceltes<br />

Material gedeckt werden, ohne auf die natürlichen<br />

Ressourcen alleine zurückgreifen zu müssen.<br />

Dieses bereits heute bestehende ökonomische und ökologische<br />

Potential wird noch nicht ausreichend verstanden,<br />

geschweige denn effektiv genutzt - es fehlt der ganzheitliche<br />

Ansatz. Wir müssen umdenken lernen und zunächst<br />

verinnerlichen, dass das Recycling bereits im Entwicklungsstadium<br />

zukünftiger Produkte beginnt. Wobei nicht nur die<br />

Konstruktion, sondern auch die Materialauswahl und Materialkonzentrationen<br />

im Hinblick auf ein effizientes Recycling<br />

zu optimieren sind. Zusätzlich müssen ganzheitliche, industrieübergreifende<br />

Konzepte erarbeitet werden, um die wertvollen<br />

Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf zu halten.<br />

Umicore hat bereits eine vertikal integrierte Recyclingstruktur<br />

aufgebaut, ausgehend von der Sammlung und Vorbehandlung<br />

der »End of life«-Produkte, bis hin zur metallurgischen<br />

Verarbeitung und der abschließenden Rückgewinnung<br />

einzelner (Edel-) Metalle mit hohen Reinheiten. Die hierbei<br />

gewonnenen langjährigen Erfahrungen bei Umicore bilden<br />

die Basis für die Realisierung zukünftiger Recyclingkonzepte.<br />

So erarbeitet Umicore gemeinsam mit den Partnern (Daimler<br />

AG, TU-Clausthal (IFAD) und dem Öko-Institut) derzeit eine<br />

vollständige Recyclinglösung für die Rückgewinnung von<br />

Schlüsselmaterialien/Batteriematerialien aus gebrauchten<br />

Batterien und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge. Dieses<br />

Vorhaben trägt den Projektnamen LiBRi (Lithium Batterierecycling<br />

Initiative) und wird durch das Bundesministerium für<br />

Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.<br />

Auf Basis von Elementanalysen werden gezielt Materialien<br />

zusammengestellt und Schmelzchargen für die pyrometallurgische<br />

Weiterverarbeitung gebildet, um zum Beispiel die<br />

Recyclingeffizienz von bevorzugten Elementen zu erhöhen.<br />

Der pyrometallurgische Prozess dient der ersten Sammlung/<br />

Aufkonzentration der Wertmaterialien in der Schlacke, bzw.<br />

in der Schmelzlegierung. Die Schlacke wird hydrometallurgisch<br />

weiterbehandelt, um die Metalle zumeist in oxidischer<br />

Form chemisch aufzukonzentrieren und zurückzugewinnen.<br />

Alternativ kann die Schlacke direkt auch als Einsatzstoff in<br />

der Zementherstellung eingesetzt werden - also wiederverwendet<br />

werden. Die Legierung wird zerkleinert und in Aufbereitungsanlagen<br />

über chemische Trennverfahren verarbeitet,<br />

mit dem Ziel auch dort einzelne Elemente (z. B. Cobalt<br />

und Nickel) ebenfalls aufzukonzentrieren und zurückzugewinnen.<br />

Der dritte Stoffstrom ist der Flugstaub aus der<br />

Abgasbehandlungsanlage, der ebenfalls noch kleine Reste<br />

von Wertmetallen enthält. Hierfür besteht grundsätzlich<br />

die Möglichkeit den Flugstaub, entweder dem thermischen<br />

Prozess (im Kreislauf ) wieder zurück zu führen, oder über<br />

hydrometallurgische Verfahren weiter aufbereitet zu werden<br />

- dies ist von den jeweiligen Bedingungen abhängig.<br />

Die so zurück gewonnenen Metalle werden bei Umicore in<br />

(Vor-)Produkte überführt und für die Herstellung neuer Endprodukte<br />

verwendet - damit wird der Metall-/Materialkreislauf<br />

geschlossen. Im Rahmen dieser Entwicklungen der<br />

letzen Jahre wurde neben der eigentlichen Metallrückgewinnung<br />

auch viel Erfahrung in den Bereichen Sicherheit,<br />

Logistik und Metallmanagement generiert, was eine notwendige<br />

Basis für ein modernes, effizientes Recycling darstellt.<br />

Frank Treffer<br />

Umicore Battery Recycling<br />

www.umicore.de<br />

Unter dem Leitspruch »Elektrochemie für die Elektromobilität«<br />

wird im Kompetenzverbund Nord (KVN) die Forschung<br />

und Ausbildung der Elektrochemie-Kompetenzen<br />

für die Elektromobilität in Deutschland gestärkt. Im Rahmen<br />

des KVN haben sich die Westfälische Wilhelms-Universität<br />

Münster (WWU), die Rheinisch-Westfälische Technische<br />

Hochschule Aachen (RWTH), das Max-Planck-Institut für Eisenforschung<br />

in Düsseldorf (MPIE), die Leibniz Universität<br />

Hannover (LUH), die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und<br />

das Forschungszentrum Jülich (FZJ) zusammengeschlossen.<br />

Innerhalb dieses Zusammenschlusses haben sich die<br />

Partner mit ihren unterschiedlichen Kernkompetenzen der<br />

Grundlagenforschung und dem Anwendungsbezug der<br />

Lithium-Batterie sowie der Förderung und dem Aufbau des<br />

elektrochemischen Nachwuchses verschrieben. Das Ziel aus<br />

dieser Bündelung von Fachkompetenzen, Wissen und Methoden<br />

ist ein wichtiger Schritt in der Forschungslandschaft<br />

»Elektromobilität in Deutschland« auf dem Weg zur angestrebten<br />

Technologieführerschaft.<br />

Die Forschung ist unter den einzelnen Partnern vom Material<br />

bis hin zur fertigen Batterie gestaffelt. Die Synthese von<br />

unterschiedlichsten Materialkomponenten für Lithium- und<br />

Lithium-Ionen-Batterien wird im Forschungszentrum Jülich<br />

durchgeführt. Diese Materialien werden an der LUH mit Hilfe<br />

der kernmagnetischen Resonanz-Spektroskopie grundlegend<br />

untersucht. Weitere fundamentale Materialcharakterisierungen<br />

werden am MPIE und der RUB vorgenommen.<br />

Hier stehen die Analysen von Grenzflächenaktivitäten und<br />

Korrosionsexperimenten im Fokus der Forscher. An der<br />

WWU werden sowohl die im Rahmen des Verbundes synthetisierten<br />

wie auch kommerziell erhältliche Materialien in<br />

Batterie-Testzellen eingebaut und elektrochemisch geprüft.<br />

Da sich die Materialien in Testzellen außerdem nicht immer<br />

so verhalten wie in den deutlich anders dimensionierten<br />

kommerziellen Zellen werden vielversprechende Materialien<br />

anschließend in solche Realzellen eingebaut und weiter untersucht.<br />

Die Prüfung solcher realen Lithium- und Lithium-<br />

Ionen-Batterien auf Alterungsverhalten und Lebensdauervorhersage<br />

wird intensiv an der RWTH vorgenommen.<br />

Die grundlagenorientierte und anwendungsbezogene Forschung<br />

allein reicht bei diesem hochgradig aktuellen Thema<br />

jedoch nicht aus. Damit auch der zu erwartenden, steigenden<br />

Nachfrage an Fachkräften mit elektrochemischen Know-how<br />

Rechnung getragen werden kann, unterstützt der KVN intensiv<br />

die Förderung und den Aufbau des elektrochemischen<br />

Nachwuchses. Dieses wird an den Universitäten und Forschungszentren<br />

durch neu eingerichtete Masterstudiengänge,<br />

eigens geschaffene Sommerschulen und ein erweitertes<br />

Vorlesungsangebot aus dem Bereich der Elektrochemie erreicht.<br />

Mit der Erarbeitung dieser weitgefächerten Strategien<br />

für Fortschritt und Umsetzung von eMobilität in Deutschland<br />

trägt der KVN maßgeblich zum Verständnis der Gesamteinheit<br />

»Batterie« bei, widmet sich der Entwicklung der nächsten<br />

Batterie-Generation und bildet zudem qualifizierten wissenschaftlichen<br />

Nachwuchs für die unterschiedlichste Aspekte<br />

der Elektrochemie und Batterietechnologie aus.<br />

Quelle: WWU / Grewer<br />

Prof. Dr. Martin Winter<br />

Batterieforschungszentrum MEET<br />

martin.winter@uni-muenster.de<br />

90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91


Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - BASF<br />

Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ISI<br />

Mit innovativer Chemie<br />

auf der Überholspur<br />

Lithium-Ionen-Batterien<br />

Roadmap für Schlüsseltechnologien der Elektromobilität<br />

VergröSSerung von nano- bis mikrometer groSSen Metalloxidpartikeln, die als Energiespeicher in Batterien und Akkus dienen<br />

Neue innovative Materialien und funktionale Komponenten<br />

werden sichere, leistungsfähige und günstige Elektromobilität<br />

möglich machen. Die BASF arbeitet sowohl an Batterie-<br />

Materialien der nächsten Generation als auch an zukünftigen<br />

Technologien von Lithiumbatterien. Ein Schwerpunkt der<br />

Forschung liegt auf der Weiterentwicklung der Materialien<br />

für die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien und<br />

neuen Batterie-Konzepten auf der Basis der Post-Lithium-<br />

Ionen-Technologie wie Lithium-Schwefel oder Lithium-Luft.<br />

In verschiedenen Allianzen und Kooperationen stellen wir<br />

uns den Herausforderungen bei der Batterie-Entwicklung.<br />

Zur Entwicklung der nächsten Generation Lithium-Ionen-<br />

Batterien leiten wir die vom BMBF geförderte Innovations-<br />

Allianz HE-Lion (High Energy Lithium Ion Battery). Unsere<br />

Partner sind Bosch, SGL Carbon, Freudenberg, VW, EnBW,<br />

Gaja und Leclanche sowie zehn Universitäten und Institute.<br />

Ziel ist es, dass die Batterie eines Elektroautos erst nach 250<br />

Kilometern statt wie heute nach etwa 120 Kilometern aufgeladen<br />

werden muss. Um die Lebensdauer und Energiedichte<br />

von Lithium-Schwefel-Batterien zu erhöhen haben wir eine<br />

Entwicklungspartnerschaft mit Sion Power, Tucson/Arizona,<br />

geschlossen. Gemeinsam wollen wir die Kommerzialisierung<br />

der Lithium-Schwefel-Batterie-Technologie für Elektroautos<br />

beschleunigen.<br />

Im 2010 gegründeten Forschungsnetzwerk Batterien und<br />

Elektrochemie bearbeiten wir gemeinsam mit akademischen<br />

Partnern von der Universität Gießen, der TU München, vom<br />

Paul-Scherrer-Institut in Villigen (Schweiz) und der Bar-Ilan<br />

University in Israel grundlegende Fragestellungen zu Materialien,<br />

Komponenten und Systemen für die Elektromobilität<br />

und Stromspeicherung. Einen Schwerpunkt der Arbeiten<br />

bilden neue Materialien und funktionale Komponenten für<br />

künftige Batterietypen wie zum Beispiel Lithium-Schwefelund<br />

Lithium-Luft-Batterien.<br />

Im Januar 2011 haben die BASF und das Karlsruher Institut<br />

für Technologie (KIT) ein gemeinsames Labor für die Entwicklung<br />

neuer Batteriematerialien gegründet. Innerhalb<br />

der nächsten fünf Jahre wollen beide Partner etwa 12 Millionen<br />

Euro investieren. BELLA (Batterie- und Elektrochemie-<br />

Labor) kombiniert das elektrochemische Know-how der<br />

BASF in industriellen Anwendungen mit der Grundlagenforschung<br />

am KIT.<br />

Neben den Batterien spielen Kunststoffe für Leichtbau und<br />

Dämmstoffe sowie IR-reflektierende Lacke für ein besseres<br />

Wärmemanagement eine wichtige Rolle. Hier bietet die BASF<br />

viele Lösungen an.<br />

Dr. Thomas Giesenberg<br />

thomas.giesenberg@basf.com<br />

Lithium-Ionen-Batterien gelten als Schlüsseltechnologie für<br />

die Einführung und den Marktdurchbruch der Elektromobilität.<br />

Um künftige Generationen dieser Technik anwendungsnah<br />

zu erforschen und zu entwickeln, hat das Bundesministerium<br />

für Bildung und Forschung BMBF im November 2007<br />

die Innovationsallianz »Lithium-Ionen-Batterie (LIB 2015)«<br />

initiiert, in der mehr als 60 Partner aus Industrie und akademischer<br />

Forschung eng zusammenarbeiten. Ein Industriekonsortium<br />

mit führenden Unternehmen wie BASF, Bosch,<br />

Evonik, Li-Tec und VW hat sich verpflichtet, in den kommenden<br />

Jahren 360 Mio. Euro in die Erforschung und Entwicklung<br />

von Lithium-Ionen-Batterien zu investieren, hinzu kommen<br />

Fördermittel des BMBF in Höhe von 60 Mio. Euro.<br />

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung<br />

ISI begleitet die Partner der Innovationsallianz mit<br />

einem Roadmapping. Das Spektrum der Untersuchungen<br />

reicht von der Betrachtung rohstofflicher Aspekte über Anwendungsszenarien<br />

in verschiedenen Einsatzfeldern bis hin<br />

zu einem »integrierten Roadmapping«, mit dem die technologischen<br />

Entwicklungen und die Anforderungen der Märkte<br />

erfasst und bis 2<strong>03</strong>0 abgeschätzt werden. In der Roadmap<br />

des Fraunhofer ISI werden einzelne Zellkomponenten, Zelltypen<br />

und deren Eigenschaften sowie sich ergänzende und<br />

konkurrierende Technologien untersucht. Sie zeigt, dass<br />

die Batterieentwicklung vielfältig ist und mehrere Batteriesysteme<br />

denkbar sind. Es wird nicht die eine Batterie für<br />

die Elektromobilität geben, sondern unterschiedliche anwendungsspezifische<br />

Batterien. Vor der Markteinführung<br />

und serienmäßigen Massenproduktion sind jedoch einige<br />

Herausforderungen zu bewältigen, da die Batterien z.B. hinsichtlich<br />

Kosten und Lebensdauer deutlich verbessert werden<br />

müssen. Die Entwicklung der Elektromobilität ist besonders<br />

durch die Erhöhung der Energiedichte getrieben, wobei<br />

Sicherheit die Voraussetzung für den künftigen Einsatz sein<br />

wird. Die Roadmap zeigt Meilensteine in der Entwicklung der<br />

Lithium-Ionen-Batterien auf all diesen Gebieten. Die Roadmap<br />

identifiziert beispielsweise Li-Hochvolt, Li-Schwefel<br />

und Li-Feststoff (bes. Polymer) Batterien als besonders aussichtsreiche<br />

Kandidaten. Mit radikal neuen Ansätzen und<br />

Konzepten, z.B. Li-Luft, sind aus heutiger Sicht jedoch noch<br />

enorme Unsicherheiten und Herausforderungen verbunden.<br />

Ihre Potenziale, wie eine deutliche Verbesserung der Energiedichte,<br />

liegen aber auf der Hand. Nähere Informationen,<br />

die Roadmap zum Download und Aktualisierungen gibt es<br />

unter<br />

www.isi.fraunhofer.de/libroad.php.<br />

Dr. Axel Thielmann<br />

Fraunhofer-Institut für<br />

System- und Innovationsforschung<br />

ISI<br />

92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93


Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Solarworld<br />

Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Voltaris<br />

Shine, baby, shine!<br />

Interview Milan Nitzschke, SolarWorld AG<br />

Überall Tankstrom laden<br />

VOLTARIS realisiert mit Partnern ein Infrastrukturprojekt zum On-Board Metering<br />

SolarWorld SunCarport<br />

Einfach überall Tankstrom laden: Das innovative Infrastrukturkonzept basiert auf mobiler Mess- und Kommunikationstechnik.<br />

Die SolarWorld AG hat sich in nur wenigen Jahren zu einem<br />

Solarkonzern entwickelt, der die gesamte solare Wertschöpfungskette<br />

abdeckt. Im sächsischen Freiberg werden<br />

die weltweiten Forschungsaktivitäten des Konzerns gebündelt.<br />

Welche Schwerpunkte werden dort im Bereich Forschung<br />

& Entwicklung gesetzt?<br />

Unser Ziel ist es, schnellstmöglich mit unseren Kosten soweit<br />

runterzukommen, dass der Strom vom Dach billiger<br />

ist als der Strom aus der Steckdose. Gleichzeitig gilt, ein<br />

Solarstrommodul mit einer Lebensdauer von deutlich über<br />

25 Jahren zu produzieren, das über Jahrzehnte hinweg Top-<br />

Leistung bringt. Die Qualität ist unser Wettbewerbsvorteil<br />

»Made in Germany«. Den sichert unsere konzernübergreifende<br />

Forschung und Entwicklung mit der Maxime: Sauber,<br />

sicher und kostengünstig.<br />

Eines der neuesten Projekte ist ein Solar-Carport für eAutos.<br />

Wie kommt ein Unternehmen wie SolarWorld dazu, sich<br />

mit Elektromobilität zu beschäftigen?<br />

Zu nachhaltiger Energie gehört auch nachhaltige Mobilität.<br />

Denn Elektromobilität hat keinen Mehrwert für die Umwelt,<br />

solange nicht der Strom aus Erneuerbaren Energiequellen<br />

stammt. Was ist naheliegender, als ihn da zu erzeugen, wo<br />

das Auto parkt. Unser SunCarport ist die saubere Stromtankstelle<br />

für Zuhause.<br />

Erneuerbare Energien & Elektromobilität als ideale Partner<br />

einer Neuen Mobilität? Welche Voraussetzungen müssen<br />

Ihrer Meinung nach für ein erfolgreiches Zusammenspiel<br />

geschaffen werden?<br />

Ideal ist, wenn das Elektroauto fahrbarer Speicher für<br />

Strom aus Sonne und Wind ist. Im Umkehrschluss muss es<br />

eine Möglichkeit geben, die mit Solarstrom geladene Autobatterie<br />

auch teilweise wieder zu entladen. Zum Beispiel<br />

wenn das Elektroauto vor der Tür steht und der Strom im<br />

Haus genutzt werden kann.<br />

Milan Nitzschke<br />

SolarWorld AG<br />

www.solarworld.de<br />

Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Damit Nutzer von<br />

Elektrofahrzeugen uneingeschränkt mobil sein können,<br />

muss eine bezahlbare Infrastruktur verfügbar sein, die es<br />

ermöglicht, die Fahrzeuge überall zu laden. Der Experte für<br />

Zähler- und Energiedatendienstleistungen VOLTARIS, der<br />

Leitstellenspezialist ITF-EDV Fröschl und der Tankstrom-<br />

Dienstleister ubitricity realisieren hierzu in Zusammenarbeit<br />

mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ein<br />

neues Infrastrukturkonzept. In dem von ubitricity initiierten<br />

Verbundvorhaben implementieren die Projektpartner eine<br />

innovative Gesamtlösung für die Bereitstellung sowie das<br />

Messen und Abrechnen von elektrischer Energie für Elektrofahrzeuge.<br />

Dabei wird die Infrastruktur von vorne herein so flexibel<br />

ausgelegt, dass zukünftige Anforderungen der Energieversorgung,<br />

z.B. eine mögliche Nutzung der Elektrofahrzeuge<br />

als Energiespeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes, berücksichtigt<br />

werden. Für den Verbraucher wird damit Tankstrom<br />

überall verfügbar. Zentrales Element der neuen Infrastruktur<br />

ist das mobile Messen, vorzugsweise im Auto. Das<br />

Konzept strebt damit einen Paradigmenwechsel an: Wesentliche<br />

Komponenten der Infrastruktur (vor allem der geeichte<br />

Stromzähler und die Kommunikationseinheit) werden nicht<br />

stationär in Ladesäulen, sondern mobil im Elektrofahrzeug<br />

angeordnet (On-Board Metering). Die Messdaten werden<br />

per Mobilfunk erfasst. Wesentlicher Vorteil dieses Konzeptes<br />

sind die geringeren Kosten für die Ladeinfrastruktur, da<br />

die erforderlichen Komponenten der Mess- und Kommunikationstechnik<br />

zur Erfassung und Weitergabe des bezogenen<br />

Tankstroms nur einmal im Auto und nicht an jeder möglichen<br />

Ladestelle im Stromnetz benötigt werden.<br />

Im Gegensatz zu den bisher verbreiteten Konzepten mit stationärer<br />

Erfassung des Tankstrombezugs, bei denen an jeder<br />

Anschlussstelle ein separater Zähler benötigt wird, bringt der<br />

Teilnehmer beim On-Board Metering seinen Zähler zu allen<br />

möglichen Anschlussstellen mit: zur Arbeit, zum Einkaufszentrum,<br />

zum Park & Ride Parkplatz oder auch nach Hause.<br />

Die geringen Kosten für die neue Infrastruktur ermöglichen<br />

einen schnellen und wirtschaftlichen Ausbau von Anschlussstellen<br />

zum Laden von Elektrofahrzeugen. Damit wird eine<br />

zeitnahe Umsetzung der Infrastruktur für Elektromobilität<br />

möglich.<br />

VOLTARIS GmbH<br />

Dr.-Ing. Andreas Berg<br />

Referent Sonderprojekte<br />

andreas.berg@voltaris.de<br />

www.voltaris.de<br />

94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95


Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Prof. Dr.-ING. J. Meins<br />

Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Prof. Dr.-ING. J. Meins<br />

Induktiv-Ladung von<br />

Elektrofahrzeugen<br />

Prof. Dr.-Ing. J. Meins<br />

Der Betrieb zukünftiger eFahrzeuge bildet eine neue und große<br />

Herausforderung an die Erzeugung und Verteilung elektrischer<br />

Energie, ihrer Übertragung auf das Fahrzeug, sowie<br />

der Erfassung und Abrechnung der ausgetauschten Energiemengen.<br />

Hierbei kommt der Fahrzeugbatterie eine entscheidende<br />

Bedeutung zu. Einerseits dient sie als Energiespeicher<br />

zur Bereitstellung der Antriebsenergie, andererseits ist sie<br />

aber auch in der Lage die beim Bremsen anfallende kinetische<br />

Energie teilweise wieder aufzunehmen und damit dem nachfolgenden<br />

Beschleunigungsvorgang wieder zur Verfügung zu<br />

stellen. Der Antriebsmotor dient hierbei als bidirektionaler<br />

Energiewandler zwischen elektrischer und mechanischer<br />

Energieform. Mit zunehmender Elektromobilität ergeben sich<br />

neuen Aufgabenstellungen zur Erzeugung und Verteilung der<br />

zusätzlich benötigten elektrischen Energie. Die Ladeinfrastruktur<br />

als Kopplung zwischen Netzanschluss und Energiespeicher<br />

des eFahrzeuges ist neu zu entwickeln und entsprechend<br />

der erforderlichen Funktionalität und der Anforderungen<br />

an Sicherheit und Handhabung zu gestalten.<br />

Die zunehmende regenerative Erzeugung elektrischer Energie<br />

aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen macht den Gedanken<br />

interessant die Energiespeicher der Elektrofahrzeuge<br />

auch zur Regulierung der Schwankungen zwischen Energieverbrauch<br />

und Energieerzeugung im Energieverteilungsnetz<br />

zu nutzen. So kann durch geeignete Steuerung der Ladevorgang<br />

in belastungsarme Zeiträume gelegt werden, um eine<br />

gleichmäßigere Netzbelastung zu erreichen. Sind genügend<br />

viele parkende Elektrofahrzeuge mit dem Netz verbunden,<br />

können die Energiespeicher der Elektrofahrzeuge auch als<br />

Netzpuffer genutzt werden.<br />

Bei Bedarf wird Energie vom Fahrzeug in das Netz gespeist.<br />

Mit diesem »V2G« - (Vehicle to Grid) Ansatz ist das Netzenergiemanagement<br />

effektiver und Lastspitzen können besser<br />

ausgeglichen werden.<br />

Für diese Einsatzgebiete ist ein bidirektionaler Austausch<br />

elektrischer Energie zwischen Fahrzeugbatterie (DC) und<br />

Netzeinspeisung (AC) erforderlich.<br />

Die Ladeleistung, welche aus der ortsfesten Ladestation<br />

an die Fahrzeugbatterie zu übertragen ist, orientiert sich<br />

an dem an der Einspeisestelle verfügbaren Netz des Energieversorgers,<br />

der Speicherkapazität des Energiespeichers<br />

und der technischen Ausbildung des Ladeverfahrens. Für<br />

PKW werden Ladeleistungen von 3kW - 50kW zugrunde gelegt,<br />

für große Fahrzeuge wie Busse ergeben sich Übertragungsleistungen<br />

bis 200kW. Beide Angaben sind abhängig<br />

von der zukünftigen technologischen Weiterentwicklung<br />

der Energiespeicher in Bezug auf die Fähigkeit zur Schnellladung.<br />

Die Spannungen weisen Werte zwischen 300V bis<br />

700V Gleichspannung auf.<br />

Beim konduktiven Laden von Elektrofahrzeugen erfolgt die<br />

elektrische Verbindung zwischen ortsfester Ladestelle (Ladesäule)<br />

und Elektrofahrzeug über ein Kabel und eine elektrische<br />

Steckverbindung. Bis zu einer Ladeleistung von etwa<br />

3kW wird Einphasen-Wechselstrom, bis 22kW Dreiphasen-<br />

Wechselstrom übertragen (AC-Ladung), das Ladegerät befindet<br />

sich im Fahrzeug. Dies führt mit zunehmender Ladeleistung<br />

zu einer entsprechenden Erhöhung der Fahrzeugmasse<br />

und damit letztendlich zu einem höheren Leistungsbedarf<br />

des Antriebes und einem zunehmenden Energiebedarf bei<br />

gleicher Fahrleistung. Bei höheren Ladeleistungen werden<br />

Kabel mit Gleichstromübertragung (DC-Ladung) genutzt um<br />

das Fahrzeug von der Masse des Ladegerätes zu befreien,<br />

das Fahrzeug führt lediglich Einrichtungen zum Schutz und<br />

zur Überwachung seines Energiespeichers mit.<br />

Die an ein Kabel gebundenen konduktiven Lademöglichkeiten<br />

stellen technisch eine einfache Lösung dar. Die Eigenschaften<br />

dieser Lösung in Bezug auf Anwender-Freundlichkeit<br />

und Alltagstauglichkeit müssen in Praxistests überprüft<br />

werden. Hierzu sind weltweit bereits eine Vielzahl unterschiedlicher<br />

Ladeeinrichtungen installiert, um Erfahrungen<br />

aus dem praktischen Einsatz zu sammeln.<br />

Ein weiteres Konzept zur Bereitstellung geladener Energiespeicher<br />

von Elektroautos beruht auf dem Tausch der kompletten<br />

Batterie. Dieser Lösungsansatzes der Firma Better<br />

Place bietet kurze Wechselzeiten und die Beibehaltung des<br />

Tankstellen-Konzeptes. Es sind jedoch standardisierte Einheitsbatterien<br />

verbunden mit einer Einschränkung individueller<br />

Fahrzeugkonzeptionen erforderlich. Die Tankstellen<br />

müssten zu Wechselstationen mit entsprechenden Investitionen<br />

für Handhabungsgeräte aus- bzw. umgerüstet werden.<br />

Bei der kabellosen Induktiv-Ladetechnik ist keine elektrische<br />

Verbindung zwischen ortsfester Ladestelle und Elektrofahrzeug<br />

erforderlich, es entfällt das Hantieren mit Kabel,<br />

Stecker und Steckdose. Es ergeben sich deutliche Vorteile in<br />

Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit. Die Ladung kann automatisch<br />

erfolgen sowie das Fahrzeug über dem Ladepunkt<br />

platziert ist.<br />

Da keine Strom führenden Kontakte berührt werden können,<br />

erfüllt die Induktivlösung auch höchste Sicherheitsaforderungen.<br />

Selbst die von einer Verletzung der Kabelisolierung<br />

ausgehende Unfallgefahr ist nicht vorhanden.<br />

Das Prinzip der Induktivladung beruht auf der Wirkungsweise<br />

eines Transformators. Der Unterschied zu bekannten<br />

Netztransformator-Bauformen besteht in einem großen Luftspalt<br />

(5 - 15cm) zwischen ortsfester Primärwicklung und fahrzeugseitiger<br />

Sekundärwicklung und in der Nutzung höherer<br />

Frequenzen (kHz-Bereich) zur Energieübertragung über ein<br />

sich im Luftspalt einstellendes Wechsel-Magnetfeld. Das zur<br />

Übertragung der Ladeleistung genutzte Wechsel-Magnetfeld<br />

ist sehr schwach ausgeprägt und nur im Bereich zwischen<br />

der Primärwicklung und der Sekundärwicklung vorhanden.<br />

Die Emission des Magnetfeldes entspricht den gesetzlichen<br />

Vorschriften, eine gesundheitliche Gefährdung ist ausgeschlossen.<br />

Ein im Fahrzeug angeordnetes Ladegerät wandelt die in die<br />

Sekundärwicklung induzierte Wechselspannung in einen<br />

Batterieladestrom um. Die induktive Ladetechnik ist gegenüber<br />

der Kabellösung technisch zwar aufwendiger, bietet<br />

aber große Vorteile im Hinblick auf Komfort, Sicherheit und<br />

Gestaltung der Ladestellen. Die Induktiv-Ladestellen erfordern<br />

keine sichtbaren Boxen oder Säulen, sondern lassen<br />

sich unscheinbar in den Boden integrieren.<br />

Die induktive Übertragung von elektrischer Energie ist auch<br />

während der Fahrt möglich, dies wurde bereits sowohl im<br />

Modell als auch in der Anwendung demonstriert. Die Modell-<br />

Elektrofahrzeuge sind mit einem Energiespeicher (Superkondensator)<br />

ausgerüstet der jeweils von einer ebenfalls<br />

installierten Sekundärwicklung geladen wird.<br />

Die ortsfeste Primärwicklung ist in Fahrtrichtung ausgedehnt<br />

und kann somit auch dynamisch während der Fahrt<br />

induktiv Leistung auf das Elektrofahrzeug übertragen. Die<br />

auf das Elektrofahrzeug übertragene Leistung deckt hierbei<br />

den Leistungsbedarf des Antriebes und dient darüber hinaus<br />

zur Ladung des Energiespeichers.<br />

Mit dieser Ausführung der induktiven Übertragungstechnik<br />

ist die Reichweite von Elektrofahrzeugen prinzipiell nicht<br />

beschränkt. Aus der möglichen Auslegung des Energiespeichers<br />

für ein geringeres Speichervermögen ergeben sich<br />

hierbei Vorteile hinsichtlich Volumenbedarf, Gewicht und<br />

Kosten. Voraussetzung ist allerdings die Schaffung der fahrwegseitigen<br />

Infrastruktur. Dieses Konzept wurde bereits in<br />

einem Modell von den Firmen Vahle und IAV in Zusammenarbeit<br />

mit der TU Braunschweig eindrucksvoll vorgestellt.<br />

Dieser Ansatz zur dynamischen induktiven Energieübertragung<br />

während der Fahrt mag zunächst sehr futuristisch erscheinen,<br />

wird aber bereits in innerbetrieblichen industriellen<br />

Transporteinrichtungen, sowie für Straßenbahnen ohne<br />

Oberleitung eingesetzt. Das von Bombardier entwickelte<br />

PRIMOVE-System nutzt eine zwischen den Schienen angeordnete<br />

Primärwicklung zur Übertragung elektrischer Energie<br />

auf Straßenbahnen.<br />

Zu den Eigenschaften des oberleitungsfreien PRIMOVE-Systems<br />

zählen die Verbesserung des optischen Erscheinungsbildes<br />

durch die im Boden verborgene und damit nicht sichtbare<br />

Installation der Energieversorgung, die Unabhängigkeit<br />

von Witterungsbedingungen und die absolute Verschleißfreiheit.<br />

Nach entsprechender Anpassung kann diese Technik<br />

auch für Elektrofahrzeuge genutzt werden. Aufgrund der<br />

erforderlichen Infrastrukturaufwendungen im Fahrweg ist<br />

diese Technik jedoch zunächst lediglich dem Betrieb von Linienbussen<br />

mit fest zugeordneter Fahrspur vorbehalten.<br />

Energieversorger, Zulieferer und Hersteller werden durch die<br />

Elektromobilität vor große Herausforderungen gestellt. Die<br />

Elektrotechnik bietet eine Vielzahl von Lösungen, die auch in<br />

Kombination Anwendung finden können. Die Induktiv-Ladetechnik<br />

wird derzeit von der Industrie zur Anwendungsreife<br />

entwickelt und mit der breiten Einführung von Elektrofahrzeugen<br />

verfügbar sein.<br />

Prof. Dr.-Ing. J. Meins<br />

Institut für elektrische<br />

Maschinen, Antriebe und<br />

Bahnen IMAB,<br />

TU Braunschweig<br />

j.meins@tu-braunschweig.de<br />

96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97


Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Michael Buckentin<br />

Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Michael Buckentin<br />

Welche Anforderungen stellt die<br />

eMobilität an Energiezähler?<br />

Allen genannten Anwendungen von Zählern ist gemein, dass<br />

eine verlässliche Erreichbarkeit der Messdaten für die Auswertung<br />

und Abrechnung unter der Berücksichtigung von<br />

Datensicherheits- und Schutzaspekten benötigt wird. Auch<br />

für diesen Bereich der Kommunikationstechnik bietet der<br />

Markt Lösungen für die unterschiedlichen Anwendungsfälle.<br />

Reicht für eine Anwendung ein zweiadriger M-Bus mit Level<br />

Konverter zur Auslesung aus, wird bei der nächsten Anwendung<br />

ein besonders EMV-unempfindliches GPRS Modem benötigt,<br />

oder eine kostengünstige Kommunikation über das<br />

Energienetz mittels Power Line Communication (PLC) erforderlich.<br />

Die Kommunikationseinheit VARIOMUC sammelt zudem<br />

von allen eingetragenen Zählern spartenübergreifend<br />

die Messwerte und bietet diese für einen Kunden-Frontend<br />

mit Zählerstandsverlaufsanzeige an.<br />

Modularität, Kompatibilität und die durchgängige Einbindung<br />

in die Leitstellentechnik für die Rechnungsstellung und<br />

Netzanalyse sind weitere wichtige Anforderungen.<br />

Energie für die »Betankung« von Elektrofahrzeugen über<br />

Tanksäulen von Energieversorgern bzw. Netzbetreibern wird<br />

heute kaum verrechnet. Zukünftig kommt der Erfassung der<br />

Energiemengen, auch vor dem Hintergrund der steigenden<br />

Ölpreise, eine immer stärkere Bedeutung zu. Energiemessung<br />

findet heute in den unterschiedlichsten Bereichen und<br />

Ebenen statt, aus denen unterschiedliche Anforderungen resultieren.<br />

Hier kommen Messwandlerzähler der Klasse 0,2s<br />

ggf. mit zusätzlichen Netzanalysefunktionen oder der neue<br />

SyM-Zähler zum Einsatz.<br />

Um besondere Widerstandsfähigkeit geht es, wenn der Zähler<br />

in beweglichen Systemen montiert wird. So werden auf<br />

eLokomotiven und Triebfahrzeugen Zähler und entsprechende<br />

Kommunikationstechnik installiert, welche während der<br />

Fahrt die Traktionsenergie messen, monitoren und Betriebsdaten<br />

bereitstellen.<br />

Umgebungstemperatur und Luftdruck dürfen die Messung<br />

nicht verändern. Daher werden elektronische Zähler, die entsprechend<br />

widerstandsfähig sind, z.B. auf der neuen Monte<br />

Rosa Hütte in den Walliser Alpen, im Iglodorf auf der Zugspitze,<br />

aber auch tief in Bergwerken eingesetzt und sind dort<br />

seit Jahren fehlerfrei in Betrieb.<br />

98 Neue Mobilität<br />

In der chemischen Industrie, z.B. in Raffinerien, werden<br />

leicht entzündliche Stoffe verarbeitet. Ein Funke kann dort<br />

einen vernichtenden Schaden anrichten. Für Zähler gelten<br />

dort die höchsten Sicherheitsanforderungen.<br />

Besondere technische Anforderungen, z.B. hinsichtlich der<br />

Nennspannung werden im Bereich der Erneuerbaren Energien<br />

für Windkraftanlagen von Zählern erwartet. Andere Anforderungen<br />

bestehen auch für Zähler in Photovoltaik-Anlagen,<br />

insbesondere im Zusammenspiel mit Wechselrichtern sind<br />

entsprechende »Festigkeiten« nachzuweisen.<br />

In der Massenanwendung, dem Haushaltsbereich, wird zukunftsweisende<br />

Funktionalität mit einem optimalen Preis-<br />

Leistungsverhältnis benötigt. Gleichzeitig sind die Zähler vor<br />

Manipulationen zu schützen. In Smart Metering-Anwendungen<br />

wird durch die Signierung der Zählerstände eine flexible<br />

Tarifierung nach Last, Volumen und Zeit ermöglicht. Zudem<br />

ist diese Technologie in der kompakten Bauform als steckbarer<br />

Zähler (EDL eHZ), service-freundlich und schnell auf einer<br />

Adapterplatte montier- und austauschbar. Um diese bereits<br />

heute vielfach eingesetzte Technik weiter zu entwickeln<br />

und voran zu treiben, arbeiten Anwender und Hersteller in<br />

diversen Gremien, u.a. im Forum Netztechnik/Netzbetrieb<br />

(FNN) des VDE zusammen.<br />

Für die Elektromobilität bietet sich ein Massenzähler mit<br />

der Datenauthentizität durch Signatur an. Das standardisierte<br />

und IP optimierte Protokoll ermöglicht eine einfache<br />

Verwendung der Daten bis in die internen Prozesse des<br />

Messstellenbetriebs hinein. Durch die Push-Technologie<br />

können alle ein bis vier Sekunden der aktuelle Zustand<br />

und Messwerte des Zählers übertragen werden, jeweils für<br />

die Bezugs- wie auch die Lieferrichtung. Einer Anwendung<br />

»Vehicle2Grid« steht somit schon heute ein leistungsfähiger<br />

Zähler zur Verfügung. Das SML Protokoll (Smart Message<br />

Languages) nach DIN EN 62056-21, das im neuen Spezialzähler<br />

SyM - und im EDL-Zähler mit signierten Messwerten<br />

aufwartet, ist ein selbstsprechendes, einfaches und zugleich<br />

vollständiges Kommunikationsprotokoll, das die ideale Basis<br />

für die Anforderungen der Kommunikation im Bereich der<br />

Elektromobilität von morgen darstellt.<br />

EMH metering<br />

GmbH & Co. KG<br />

Südring 5<br />

19243 Wittenburg<br />

GERMANY<br />

Tel. +49 38852 645-0<br />

info@emh-metering.com<br />

www.emh-metering.com<br />

Niederlassung Weinheim:<br />

Höhnerweg 2-4<br />

69469 Weinheim<br />

Tel. +49 6201 98986-0<br />

Michael Buckentin<br />

EMH metering GmbH & Co. KG<br />

www.emh-metering.com<br />

Zähler von EMH – mit uns die Zukunft gestalten


Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Conductix<br />

Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Thomas Frey<br />

Preis für Conductix Wampfler<br />

Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen<br />

ePlanet ® - Steckdosen werden<br />

zu Stromtankstellen<br />

Induktives Laden über einen Luftspalt unterhalb des Fahrzeugbodens<br />

Frost und Sullivan hat Conductix Wampfler den »New Product<br />

Innovation Award« in der Kategorie »Ladeinfrastruktur<br />

für Elektrofahrzeuge« verliehen. Damit rücken die Berater<br />

die Bedeutung der Ladetechnik für den Erfolg von Elektrofahrzeugen<br />

in den Fokus und stufen das kabellose Laden als<br />

einen »Treiber der Elektromobilität« ein.<br />

Verschiedenen Studien zufolge gilt das Laden als Hemmschuh<br />

für die Elektromobilität. Das induktive Laden hingegen<br />

wird vom Autofahrer gar nicht wahrgenommen. Auto parken<br />

genügt. Der Rest läuft automatisch ab. Bei Wind und Wetter<br />

ist das im Freien höchstkomfortabel, aber auch, wenn man<br />

am Stellplatz zu Hause beide Hände beladen hat. Das Laden<br />

beginnt ohne jeglichen Bedienvorgang, berührungslos, über<br />

den Luftspalt unter dem Fahrzeugunterboden. Gesteuert von<br />

Voreinstellungen des Fahrers, die Stromtarife und benötigte<br />

Reichweiten berücksichtigen können. Die Ladefläche am Boden<br />

erkennt das Fahrzeug über induktive Nahfeldkommunikation<br />

und bekommt so auch alle für den Ladevorgang notwendigen<br />

Informationen. Das bedeutet mehr Ladevorgänge<br />

mit gleichzeitig geringerer Ladestrommenge und Ladegeschwindigkeit<br />

und damit eine längere Batterielebensdauer.<br />

Egal wie vergesslich oder wie sehr in Eile der Fahrer ist. Das<br />

induktive Laden ist typischerweise ein Nebenherladen, ein<br />

sogenanntes Gelegenheitsladen.<br />

Induktionsladen läuft auf jeden Fall ohne jedes Zutun und<br />

damit umso regelmäßiger und batterieschonender ab. Ganz<br />

nebenbei verringert es so die Zahl der Schnellladungen und<br />

deren Verlustleistungen. Dies trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit<br />

der gesamten Elektromobilität und einer höheren<br />

Batterielebensdauer bei.<br />

Dass dies alles im harten Alltagsbetrieb funktioniert, hat die<br />

Conductix Wampfler AG schon seit Jahren bei den öffentlichen<br />

Elektrobussen in Genua und Turin bewiesen. Induktive<br />

Ladepunkte lassen sich völlig unsichtbar sowie vandalismusund<br />

unfallsicher in Innenstädte und Parkhäuser integrieren.<br />

Der Wirkungsgrad des kabellosen Ladens ist vergleichbar<br />

mit dem per Kabel und Stecker. Unter optimalen Bedingungen<br />

spart man sogar Strom. So entfallen z. B. Ladeverluste<br />

durch die Erwärmung von Batterie und Kabel oder den Verschleiß<br />

an Steckerkontakten. Das Induktionsladen bringt<br />

aber auch Vorteile für die Automobilhersteller. So weichen<br />

die eben erst verabschiedete nordamerikanische bzw. japanische<br />

und europäische Steckernorm schon wieder von einander<br />

ab. Induktion ist dagegen international, die Gesetze<br />

der Physik sind überall gleich.<br />

Samuel Kiefer<br />

Kiefermedia GmbH / www.kiefermedia.de<br />

Eine schnelle Verbreitung von Elektrofahrzeugen kann nur in<br />

Verbindung mit einer hohen Verfügbarkeit von Ladepunkten<br />

Realität werden. Bei der Konzeption von Ladestationen darf<br />

nicht vergessen werden, dass die Margen der Stromanbieter<br />

die möglichen Investitionen stark beschränken. Gleichzeitig<br />

werden Elektrofahrzeugbesitzer, die eine für sie bekannte<br />

Ware Strom kaufen, kaum zusätzliche hohe Kostenumlagen<br />

akzeptieren. Ein weiteres nicht zu vernachlässigendes Problem<br />

ist der bestehende Netzausbau zu den Hausanschlüssen.<br />

Dieser lässt aktuell ein gleichzeitiges Aufladen vieler<br />

Elektrofahrzeuge gar nicht erst zu. Um die benötigten Strommengen<br />

bereitstellen zu können, wären Investitionen in die<br />

Netzinfrastruktur notwendig oder die Steuerung der Stromlieferung<br />

abhängig von Netzlast und Stromverfügbarkeit.<br />

Für die ersten Käufer ist die Frage »Wo tanke ich dann«<br />

noch nicht so gravierend. Die Mehrheit aber kann sich keine<br />

Zweit- oder Drittfahrzeuge leisten und wohnt zur Miete. Um<br />

Vermieter- und Firmenparkplätze im großen Stil zu elektrifizieren,<br />

müssen die Investitionskosten im Rahmen bleiben.<br />

Genau hier setzt ePlanet ® an. Es berücksichtigt all diese Gegebenheiten<br />

und ermöglicht das Laden überall, mit Hilfe<br />

der vorhandenen 220V-Infrastruktur. Das zum Patent angemeldete<br />

System wurde mit dem Ziel entworfen, einfachste<br />

Handhabung und eine kostengünstige Lösung zu bieten.<br />

Eine Ladestation entsteht ganz einfach. Die Systemkomponente<br />

Basisstation wird in den vorhandenen Hausanschluss<br />

zwischen Sicherungskasten und Steckdose montiert. Danach<br />

kann an der so entstandenen ePlanet ® Steckdose nur noch<br />

durch einen berechtigten Verbraucher Strom entnommen<br />

werden. Missbrauch wird effektiv verhindert. Die Basisstation<br />

steuert die berechtigte Stromlieferung und erfüllt alle Anforderungen<br />

an moderne Smart-Grid-Lösungen. Das bedeutet<br />

zeit- und ortsgenaue Verteilung der Strommenge durch<br />

den Stromanbieter und die Rückspeisung ins Stromnetz.<br />

Eine z.B. im Ladekabel integrierte Elektronik sorgt verbraucherseitig<br />

für Sicherheit und Vertrauen. Basierend auf bewährter<br />

Chipkartentechnologie wird, wie beim Mobiltelefon<br />

gewohnt, die verbrauchs- und identitätsrichtige Abrechnung<br />

garantiert.<br />

Die Idee dahinter ist einfach, aber für die Verbreitung der<br />

Elektromobilität wesentlich: Zu geringen Investitionskosten<br />

werden einfache Steckdosen zu Stromtankstellen.<br />

Thomas Frey<br />

IFS Informationstechnik München<br />

www.eplanet.biz<br />

100 Neue Mobilität Neue Mobilität 101


Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - CPM<br />

Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - Hochschule Bochum<br />

EnBW<br />

Elektroantriebe<br />

Innovationskraft für die Mobilität von morgen<br />

BOmobil<br />

Fahrzeugentwicklung am Institut für Elektromobilität der Hochschule Bochum<br />

Die Zeit der Konzeptstudien ist vorbei: Besonders mit den<br />

Light Electric Vehicles (LEV) wird in den kommenden Jahren<br />

der Umschwung vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb<br />

eingeläutet. Damit entsteht der erste Massenmarkt<br />

für eine vollelektrische Mobilität.<br />

Beispiel Spanien: Hier entwickelte die Firma Rieju (Barcelona)<br />

einen völlig neuen Typus von Elektrorollern. Statt ein bestehendes<br />

Fahrzeugkonzept auf Elektroantrieb umzustellen,<br />

bauten die Katalanen einen Roller, der von Grund auf den<br />

Anforderungen der Elektromobilität gerecht wird. Entscheidend<br />

dabei: eine besondere Leichtbauweise und die maximale<br />

Effizienz sämtlicher Komponenten. Der RIEJU MIUS 4.0<br />

ist für den kommerziellen Liefereinsatz gedacht und geht ab<br />

Mai 2011 in Serie.<br />

Effizienz und Leichtbau: Diese Anforderungen galten vor<br />

allem für den Antrieb. Rieju entschied sich hier für eMotoren<br />

des Münchener Unternehmens CPM. Denn der Antrieb<br />

des MIUS, ein CPM90 Power Pack (bis zu 4W, 15Nm, 48V),<br />

konnte den Hersteller sowohl hinsichtlich Effizienz und Kompaktheit<br />

als auch durch seine Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit<br />

überzeugen. Sein geringes Gewicht (3,3 kg)<br />

und der hohe Wirkungsgrad (bis zu 90%) machten es möglich,<br />

die Batteriekosten für die vorgegebene Reichweite entscheidend<br />

zu senken. Außerdem übernimmt die integrierte<br />

Elektronik des CPM-Aggregats die Steuerung des gesamten<br />

Fahrzeugs. Der Einsatz eines zusätzlichen zentralen Mastercontrollers<br />

ist dadurch nicht mehr nötig.<br />

Für das innovative Unternehmen CPM ist der MIUS ein weiterer<br />

Schritt auf einem erfolgreichen Weg. Die aktuelle Produktpalette<br />

von CPM umfasst elektrische Antriebssysteme<br />

von 1 bis 6 kW, die speziell für den Einsatz als Traktionsantriebe<br />

in kleinen Fahrzeugen und als Hilfsaggregate für PKW<br />

und Nutzfahrzeuge entwickelt wurden. Die sehr hohe Effizienz<br />

und Kompaktheit im Niederspannungsbereich (24-72V)<br />

ermöglicht Energieeinsparungen von bis zu 20% gegenüber<br />

Standardmotoren - sowie neue Konzepte mit besonders hohen<br />

Anforderungen an Bauraum und Gewicht.<br />

Darüber hinaus engagiert sich CPM auch in der Weiterentwicklung<br />

innovativer Antriebslösungen. Einer der aktuellen<br />

Schwerpunkte: das 2-Motoren-Konzept CPM90 TWIN (6 - 12<br />

kW). Beim Beschleunigen, bei Bergfahrten oder bei Höchstgeschwindigkeit<br />

sorgen hier zwei CPM90 Power Packs für<br />

Wirkungsgrade bis 90%. Im Teillastbereich hingegen, z.B.<br />

bei geringer und mittlerer Geschwindigkeit, schaltet das<br />

System zurück auf 1-Motor-Betrieb, um den Antrieb in seinem<br />

optimalen Betriebspunkt zu halten. So lassen sich über<br />

sämtliche Fahrsituationen hinweg sehr hohe Wirkungsgrade<br />

erreichen. Für seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit<br />

erhielt CPM Ende 2010 die von einem unabhängigen, internationalen<br />

Expertengremium vergebene Auszeichnung<br />

»Global Cleantech 100«.<br />

Christian Ziegler / CPM Compact Power Motors GmbH<br />

www.cpmotors.eu<br />

Das Institut für Elektromobilität der Hochschule Bochum hat<br />

sich zur Aufgabe gemacht, die Alltagstauglichkeit von eFahrzeugen<br />

voranzutreiben. Dazu wird an verschiedenen Schwerpunkten<br />

rund um das Thema geforscht, vom Energiemanagement<br />

über Radnabenmotoren bis zur Leistungselektronik.<br />

Der städtische Verkehr mit häufigem Start-Stop-Betrieb und<br />

Fahrten mit moderaten Geschwindigkeiten eignet sich hervorragend<br />

für die Einführung der Elektromobilität im Alltag.<br />

Daher arbeiten derzeit die Ingenieure des Instituts im Projekt<br />

BOmobil an der Entwicklung eines serientauglichen Elektrokleintransporters<br />

für den urbanen Bereich. Die Zielgruppe<br />

reicht von handwerklichen Betrieben über kommunale<br />

Dienstleister bis hin zu Boten- und Transportdiensten.<br />

Das Projekt will eine völlig neue Fahrzeugarchitektur etablieren.<br />

Die Fahrleistung wird durch Radnabenmotoren dort<br />

erzeugt, wo sie benötigt wird. Somit entfallen Differentialgetriebe<br />

und Wellen, das Gewicht des Antriebsstrangs wird verringert<br />

und der Wirkungsgrad gesteigert. Ein weiterer Vorteil<br />

ist, dass es keinen zentralen Motor mehr im Fahrzeug gibt,<br />

der anderweitig nutzbaren Platz beansprucht. Besonders viel<br />

Platz benötigt jedoch der elektrische Energiespeicher samt<br />

der erforderlichen Kühl- und Sicherheitssysteme. Dank der<br />

relativ einfachen Übertragungsmöglichkeit der elektrischen<br />

Energie können die Batterien, ebenso wie die Leistungselektronik<br />

flexibel im Fahrzeugboden untergebracht werden. Das<br />

sogenannte Skateboard-Design, bei dem eine Fahr-Plattform<br />

samt Antriebsstrang entsteht, macht den Aufbau verschiedener<br />

Fahrzeugtypen ohne großen zusätzlichen Entwicklungsaufwand<br />

möglich.<br />

Dieses Design erlaubt es, das Fahrzeug unabhängig von den<br />

Einschränkungen konventioneller PKW und Kleintransporter<br />

aufzubauen. Anders als beim konventionellen Design bildet<br />

der Fahrzeugboden das tragende Element des Fahrzeugs. Für<br />

die Fahrgastzelle reicht als Sicherheitszone eine Überrollstruktur<br />

aus. Die Karosserie kann aus leichten Materialien<br />

wie Faserverbundwerkstoffen hergestellt werden. Die Auswahl<br />

der Werkstoffe lässt sich dadurch dem jeweiligen Einsatzzweck<br />

perfekt anpassen.<br />

Die Entwicklung des Elektrofahrzeugs wird im Rahmen des<br />

Wettbewerbs Elektromobil.NRW gefördert. Als Entwicklungspartner<br />

beteiligen sich die Delphi Deutschland GmbH, die<br />

TÜV Nord Gruppe, die Scienlab electronic systems GmbH, die<br />

Adam Opel GmbH, die Composite Impulse GmbH & Co. und<br />

die Hoppecke Batterien GmbH & Co. KG. Zudem engagieren<br />

sich das Netzwerk ruhrmobil-E und die Stadtwerke Bochum<br />

in diesem Projekt.<br />

Prof. Dr. Wolf Ritschel<br />

Hochschule Bochum<br />

e-mobility@hs-bochum.de<br />

102 Neue Mobilität Neue Mobilität 1<strong>03</strong>


Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - hans-Jürgen Esch<br />

Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - Hans-Jürgen Esch<br />

CAD-Schnittmodell (reduziert) eines Radnabendirektantriebs des Autors<br />

Elektrotraktion -<br />

viele Konzepte, ein Ziel<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

Technologieträger der Autohersteller wie neue Elektrofahrzeuge<br />

benötigen Elektromotoren mit angepassten Eigenschaften.<br />

So unterschiedlich wie die elektrisch unterstützten<br />

oder angetriebenen Fahrzeuge, sind auch die Anforderungen<br />

an diese Maschinen und deren Einbindung in den Antriebsstrang.<br />

Das Wirkprinzip vereint alle Elektromotoren, ob Kollektormotor<br />

älterer Elektroautos oder heute bevorzugte Drehstrommotoren:<br />

Kraft resultiert aus aufeinander wirkenden<br />

Magnetfeldern (Lorentzkraft), wobei ein Magnetfeld sich<br />

verändern muss, damit aus Kraftwirkung Bewegung wird.<br />

Fließt Strom durch eine Spule, entsteht ein Magnetfeld, ändert<br />

sich die Stromrichtung, im einfachsten Fall via Kollektor,<br />

verändert auch dieses Magnetfeld die Polarität. Die Magnetfeldwirkungen<br />

zwischen stehenden und rotierenden Motorteilen<br />

erzeugen die Drehung. Was sich dreht, heißt Rotor,<br />

der feststehende Teil Stator. Eigentlich sind Elektromotoren,<br />

korrekter elektrische Maschinen (das elektrodynamische<br />

Prinzip ist umkehrbar, Generator) leicht zu verstehen!<br />

Das Prinzip wird bei allen Elektromotoren nur variiert. Die<br />

statischen Magnetfelder stammen von Dauer- oder Elektromagneten,<br />

es gibt etliche Möglichkeiten für Anzahl, Anordnung<br />

und Konstruktion der drehfelderzeugenden Elektromagnete<br />

und die Ausführung der Motormechanik. So entstand<br />

eine Vielfalt an Elektromotoren, permanent- oder fremderregt,<br />

für Gleich-, Wechsel- und Drehstrom, kollektorkommutiert,<br />

elektronisch kommutiert, synchron, asynchron, als Innenläufer,<br />

Außenläufer, Scheibenläufer.. Jede Maschine hat<br />

ihre Charakteristik, spezifische Stärken und Schwächen und<br />

bevorzugten Einsatzgebiete. Besonders Drehstromantriebe<br />

lassen sich in Kombination mit digitaler Steuerelektronik als<br />

System für den Fahrbetrieb optimieren.<br />

Worin liegen jedoch die Vorteile elektrischer Antriebe? Zunächst<br />

und für jeden »erfahrbar« ist die spontane und leise<br />

Leistungsentfaltung, die Spaß macht. Ein gewichtiges<br />

Argument, Städte würden leiser, die Fahrfreude gesteigert.<br />

Der Elektroantrieb kann aber mehr. Die eingesetzte Energie<br />

wird mit wesentlich höherem Wirkungsgrad in Antriebsleistung<br />

umgesetzt. Der vergrößerte Arbeitsbereich erübrigt<br />

ein schaltbares Getriebe (Abb.1). Der Elektromotor läuft nur<br />

während der Fahrt und kann beim Bremsen Energie rückgewinnen<br />

(Rekuperation). Er benötigt keine Warmlaufphase;<br />

Kurzsteckenbetrieb mit kaltem Verbrennungsmotor hat Folgen<br />

für Geldbeutel (Verschleiß, Mehrverbrauch) und Umwelt<br />

(erhöhter Schadstoffausstoß). Der Antriebsstrang lässt sich<br />

entrümpeln. Statt Verbrennungsmotor samt Nebenaggregaten,<br />

Kupplung, Getriebe, Differential und Gelenkwellen bleiben<br />

bestenfalls in die Räder integrierte Elektromotoren übrig.<br />

Das ergibt mehr Raum für Passagiere und Gepäck sowie<br />

ungeahnte Designfreiheiten, weit entfernt von klassischen<br />

Karossen, die auch heute noch um den Antriebsstrang herum<br />

gebaut werden.<br />

Wir wollen hier nicht auf die oft recht komplexen Hybridantriebe<br />

mit nur unterstützendem Elektromotor eingehen, sondern<br />

uns ansehen, welche Konstruktionen für reine Elektrotraktion<br />

sinnvoll sind. Betrachten wir eine Umrüstung bestehender<br />

fossiler Fahrzeuge, so bietet sich die Substitution<br />

des Verbrennungsmotors durch einen einzigen Elektromotor<br />

an. Der Antriebsstrang bleibt unverändert. Die Fahrzeuge<br />

erhalten ein zweites, sauberes Leben. Natürlich erschließen<br />

sich so nicht alle Vorzüge des Elektoantriebs. Energetisch<br />

sind Umrüstungen unattraktiv, da klassische Autos nun einmal<br />

schwer und damit energiehungrig sind. Der Autoindustrie<br />

scheint das egal zu sein: sie sieht das Elektoauto noch,<br />

von Showcars abgesehen, als umgerüsteten Kleinwagen.<br />

Neukonstruktionen setzen trotzdem häufig auf einen zentralen<br />

Elektromotor mit fester Getriebeübersetzung (z.B. Tesla<br />

Roadster). Kupplung und Schaltgetriebe entfallen, Differential<br />

und Gelenkwellen bleiben. Eine Rechtfertigung für dieses<br />

Layout liegt im Einsatz preiswerter und trotzdem leistungsfähiger<br />

Motoren und geringer Kosten für die Steuerung.<br />

Einen Schritt weiter gehen Konzepte, die eine Achse mittels<br />

radnaher Elektromotoren antreiben. Beide Motoren nehmen<br />

zusammen mit Leistungsanpassungsgetrieben als kompakte<br />

Einheit die Position des Differentialgetriebes ein, dessen<br />

Funktion nun die Elektronik übernimmt. Neue Features, die<br />

Fahrsicherheit und Dynamik verbessern, werden durch gesteuerte<br />

Momentverteilung (Torque-Vectoring) möglich.<br />

Der Fahrzeugschwerpunkt wird abgesenkt, die dynamische<br />

Masse verringert. Nächster Schritt wäre die Verlagerung<br />

der Motoren direkt in die Räder. Logisch, näher betrachtet<br />

jedoch komplex. Warum? Auf die Räder wirken höchste mechanische<br />

Kräften, sie kommen direkt mit Straßenschmutz<br />

in Berührung und sollten wegen der Fahrdynamik leicht<br />

sein. Zudem ist der Bauraum knapp, eine Wärmeabfuhr nötig<br />

(auch Elektromotoren produzieren Verlustwärme) und<br />

energiereiche Störpulse bedürfen sorgfältiger Schirmung.<br />

Trotzdem gehört Radnabenantrieben sicher die Zukunft, und<br />

eigentlich sind sie nicht einmal neu: 1900 fuhr der Lohner-<br />

Porsche schon damit.<br />

Eine Herausforderung bei Radnabenantrieben sind die geringen<br />

Raddrehzahlen. Unterstellen wir gewöhnliche PKW-<br />

Reifen, so reicht bis 100 km/h der Drehzahlbereich bis etwa<br />

1.000 1/min. Für die meisten Elektromotoren viel zu niedrig!<br />

Eine Lösung: hochdrehender Motor plus einstufiges Getriebe.<br />

Die anspruchsvollere Lösung: Radnabendirektantrieb mit<br />

einem speziell ausgelegten, langsam und kraftvoll drehenden<br />

Motor. Gegenüber einfachen Motoren fällt konstruktiv<br />

einiges anders aus: höhere Polanzahl, anderes Verhältnis<br />

von Dauermagnet- zu Elektromagnetpolen (Drehfelduntersetzung),<br />

größere Luftspaltfläche zwischen diesen Polen<br />

(mehr Drehmoment), Statorgeometrie, Wicklungsschema<br />

und Mechanik. Verlagert man den Rotor nach außen und<br />

führt Rad- und Motorlagerung zusammen, entsteht ein drehmomentstarker<br />

und robuster Direktantrieb.<br />

Die Abbildung zeigt einen Radnabendirektantrieb* als Drehstrom-Synchromaschine<br />

in Außenläuferbauweise. Statorwicklungen<br />

und Magnetstäbe im Rotor zeigen den hochpoligen<br />

Aufbau. Statische und dynamische Kräfte nimmt das<br />

Rotorgehäuse auf und verteilt sie auf zwei Kugellager. Diese<br />

Konstruktion, kombiniert mit Leichtbaustrategien, führt zu<br />

einem hochdynamischen Radantrieb für Elektro-Leichtfahrzeuge.<br />

Der abgebildete Motor leistet max. 5 kW bei nur etwa<br />

3 kg Mehrgewicht pro Rad. Flüssigkeitsgekühlte Varianten<br />

bis ca. 15 kW bringen etwa 5 kg zusätzliches Gewicht.<br />

* Konstruktion des Autors<br />

Abb.1.<br />

Hans-Jürgen Esch<br />

selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur,<br />

Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung,<br />

Geschäftsführender Gesellschafter ELAN Technologie GmbH<br />

office@esch-pro.com<br />

104 Neue Mobilität Neue Mobilität 105


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - TU München MUTE<br />

Die Pole Position der<br />

elektrischen Antriebe<br />

Perfekt abgestimmte Antriebe aus einer Hand = High-End Elektromobilität<br />

Motor<br />

D: 130...440 mm<br />

n1:6000...18000 rpm<br />

T1: 50...600 Nm<br />

Elektronik<br />

50...250 kVA<br />

200...800 V<br />

bis zu 500 A<br />

Getriebe<br />

nach Kundenwunsch<br />

Besuchen Sie uns auf der MobiliTec: Halle 25 · Stand L13/09<br />

WITTENSTEIN – eins sein mit der Zukunft<br />

www.wittenstein.de<br />

MUTE<br />

Das Elektrofahrzeugkonzept der TU München<br />

Aktuelle Fahrzeugkonzepte sind einer stetigen Tendenz zu<br />

steigendem Gewicht, höherer Leistung und zunehmender<br />

Größe unterworfen. Dies hat den Kunden in seiner Erwartungshaltung<br />

gegenüber dem automobilen Fortschritt stark<br />

geprägt. Der sich derzeitig vollziehende Wandel hin zu elektrisch<br />

betriebenen Fahrzeugen setzt dieser größer-stärkerschwerer-Maxime<br />

ein vorläufiges Ende. Die Energiespeicherung<br />

verursacht im Vergleich zu fossilen Energieträgern<br />

deutliche Nachteile im Hinblick auf Energiedichte und Speicherkosten.<br />

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die zwingende Notwendigkeit,<br />

Fahrzeugkonzepte zu entwickeln, die eine deutlich<br />

abgewandelte bzw. reduzierte Funktionalität aufweisen.<br />

In der Wahrnehmung der Mehrheit der Kunden mögen diese<br />

neuen Konzepte im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />

zunächst als unterlegen erscheinen, obwohl sie<br />

es - gemessen am objektiven Mobilitätsbedarf - nicht sind.<br />

Wie bei kaum einem anderen aktuellen Thema liefern Marktumfragen<br />

zur Elektromobilität widersprüchliche Werte:<br />

Je nach Auftraggeber der Studie kämen für bis zu 85% der<br />

Befragten beim nächsten Autokauf ein Elektroauto in Frage.<br />

Die geäußerten Nebenbedingungen sind jedoch sehr rigoros:<br />

So fordern 31% eine Reichweite von 450 bis 1.000 km und<br />

50% der Befragten eine Ladezeit von unter zwei Stunden,<br />

gleichzeitig wollen die potentiellen Kunden mehrheitlich maximal<br />

1.000 EUR mehr ausgeben als für ein herkömmliches<br />

Fahrzeug, was nach derzeitigem Stand der Technik nicht realisierbar<br />

ist. Die Notwendigkeit, Einschränkungen in Kauf<br />

zu nehmen, ist daher besonders stark auf die notwendige<br />

Kundenakzeptanz abzustimmen, um das wirtschaftliche Entwicklungsrisiko<br />

zu minimieren.<br />

An der TU München entsteht derzeit ein eFahrzeug - das<br />

Projekt MUTE - das sich mit den teils widersprüchlichen Kundenanforderungen<br />

kritisch-kreativ auseinandersetzt. Ausgangspunkt<br />

sind dabei die nach wie vor hohen Batteriekosten.<br />

Sollen trotz einer kleinen und damit günstigen Fahrbatterie<br />

die Leistungen des Fahrzeugs den durchschnittlichen<br />

Alltagsanforderungen genügen, muss (a) das gesamte Fahrzeug<br />

auf Energieeffizienz ausgelegt werden, (b) müssen<br />

Einschnitte in Fahrleistungen und bei der universellen Verwendbarkeit<br />

gemacht werden. Durch die polarisiertere Priorisierung<br />

der Fahrzeugeigenschaften wird die Konzeption<br />

des Fahrzeugs in der Klasse L7e ermöglicht. Hierdurch wird<br />

ein wesentlich höherer Spielraum für die technische Entwicklung<br />

aufgespannt, was eine signifikante Erhöhung des<br />

Gestaltungsspielraums erlaubt.<br />

Wesentliches Erfolgskriterium stellt die Forderung der Kunden<br />

nach einem Fahrzeug dar, welches trotz Neuartigkeit<br />

der Antriebstechnologie nach gängigem Empfinden als vollwertiges<br />

Automobil wahrgenommen wird. Dies bezieht sich<br />

insbesondere auf die Themenfelder Exterieurdesign und Anthropometrie,<br />

was Basis der Grundkonzeption war. Ebenso<br />

essentieller Bestandteil der Kaufentscheidung ist die subjektiv<br />

empfundene und die objektive Sicherheit, weswegen die<br />

Entwicklung eines hochentwickelten integralen Sicherheitskonzeptes<br />

ein weiterer Ausgangspunkt der Entwicklung war.<br />

Insgesamt wird MUTE dabei - unter Vollkostenbetrachtung<br />

- dennoch zu identischen Kosten wie heutige City-Car-Konzepte<br />

(z.B. Smart) realisierbar sein. Das Fahrzeug befindet<br />

sich derzeit im Aufbau und wird zur IAA 2011 der Öffentlichkeit<br />

vorgestellt werden.<br />

Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp<br />

Technische Universität München<br />

www.mute-automobile.de<br />

Technische Daten des Konzepts<br />

Minimale Reichweite<br />

Anzahl Passagiere<br />

Zuladung Gepäck<br />

Volumen Zuladung<br />

Leergewicht<br />

Antrieb<br />

Leistung<br />

Energieverbrauch<br />

Hauptenergiespeicher<br />

Range Extender<br />

110km<br />

2<br />

50 kg<br />

420 l hinten, 90 l vorne<br />

400kg + 100kg Energiespeicher<br />

Heckantrieb Zentralmaschine<br />

16.5kW Maschine / 15kW Rad<br />

6,6kWh/100km NEFZ<br />

8,6kWh/100km CADC<br />

Li-Ion 13,8kWh, 145Wh/kg,<br />

fahrzeugfest<br />

ZnO2 9.1kWh, 300Wh/kg<br />

auswechselbar<br />

industriell wiederaufbereitbar<br />

106 Neue Mobilität Neue Mobilität 107


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - RWTH Aachen<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - RWTH Aachen<br />

StreetScooter<br />

Urbane Mobilität zu einem bezahlbaren Preis<br />

Der StreetScooter, ein bezahlbares Elektroauto<br />

5.000 Euro, sicher, zuverlässig, innovativ und zugeschnitten<br />

auf individuelle urbane Mobilität: das sind die Attribute<br />

des Elektrofahrzeugs StreetScooter.<br />

Gemeinsam mit einem Dutzend Zulieferern als Miteigentümer<br />

und weiteren 15 strategischen Partnern entwickelt die<br />

StreetScooter GmbH ein bezahlbares Elektroauto, das nur<br />

5.000 Euro kosten soll - allerdings ohne die Batterie, die von<br />

den künftigen Kunden zusätzlich geleast wird. Das Industriekonsortium<br />

reicht von kleinen Unternehmen mit weniger als<br />

zehn Beschäftigten bis hin zu Konzernen mit mehr als 20.000<br />

Mitarbeitern.<br />

Das »Purpose-Design« des StreetScooter umfasst eine<br />

komplette Neukonstruktion und ermöglicht eine optimale<br />

Anordnung der Komponenten, die an die neuen Anforderungen<br />

angepasst ist. Den Preissprung schafft die StreetScooter<br />

GmbH mit Hilfe einer neuartigen Produktionstechnik, die<br />

auf einem Baukastensystem basiert, und durch den intelligenten<br />

Verzicht auf alles nicht dringend Notwendige - eben<br />

zugeschnitten auf die Anforderungen der urbanen Kurzstreckenmobilität.<br />

Neben der Modularisierung und Skalierbarkeit<br />

wird von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf die<br />

kostengünstige Produzierbarkeit aller Komponenten und<br />

die dazu erforderlichen Produktionstechnologien gelegt. Im<br />

Projekt StreetScooter wird ein Konzept zur Gestaltung von<br />

Elektrofahrzeugen entwickelt, das vor allem die bislang ungenutzten<br />

Vorzüge der elektrischen Antriebstechnologie bei<br />

der Produktgestaltung aufgreift. Der modulare, längs- und<br />

querskalierbare Karosseriebaukasten der StreetScooter-<br />

Produktfamilie ermöglicht ein hohes Maß an Individualisierbarkeit:<br />

Insgesamt sollen bis zu sechs unterschiedliche<br />

Modelle auf den Markt gebracht werden. Der Vorteil: Die für<br />

verschiedenste Nutzungszwecke einsetzbaren Fahrzeuge<br />

sprechen einen breiten Markt an und empfehlen sich somit<br />

unterschiedlichen Kundenkreisen.<br />

Der StreetScooter orientiert sich an dem zentralen Ziel der<br />

Skalierbarkeit auf Ebene einzelner Funktionen. Dadurch<br />

wird es möglich, einzelne Funktionen des Fahrzeugs zum<br />

einen in verschiedenen Konfigurationen und Derivaten des<br />

StreetScooter zu verwenden, aber auch in Fahrzeugen anderer<br />

Hersteller. Dadurch werden Skalen- und Verbundeffekte<br />

realisierbar, die sich in der günstigeren Produzierbarkeit<br />

auf Funktionsebene einzelner Sub-Lieferanten auswirken.<br />

Durch die Möglichkeit zur funktionalen Leistungsskalierung<br />

werden die »horizontale Wiederverwendbarkeit« durch andere<br />

Fahrzeughersteller und die »vertikale Wiederverwendbarkeit«<br />

in anderen Fahrzeugklassen begünstigt.<br />

Konzipiert ist der Wagen vor allem für die Innenstadt. Es wird<br />

eine Effizienzlücke im Stadtverkehr ausgenutzt, denn da ist<br />

der StreetScooter günstiger als Autos mit Verbrennungsmotor.<br />

Der neuen Stadt-Klasse wird langfristig das Potenzial eines<br />

Volksautos eingeräumt, das sich weltweit millionenfach<br />

verkaufen lässt. Das Geld für die Entwicklungsphase kommt<br />

zum großen Teil von den beteiligten Mittelständlern - Automobilzulieferer<br />

und Maschinenbauer. Das große Kapital<br />

spielt bei der Streetscooter GmbH jedoch keine ausschlaggebende<br />

Rolle. Jedes der beteiligten Unternehmen bringt<br />

statt Geld seine Expertise und Know-how auf einem bestimmten<br />

Gebiet in das Elektrofahrzeugprojekt ein. Um die<br />

künftigen Vertriebskonzepte kümmert sich zum Beispiel die<br />

holländische Leasinggesellschaft Athlon.<br />

Wie in jedem Elektroauto wird auch beim Streetscooter die<br />

Batterie die wichtigste - und mit bis zu 8.000 Euro auch<br />

teuerste - Komponente sein. Die Batterie wird nicht bei einer<br />

der Branchengrößen wie Panasonic, LG oder Johnson<br />

Controls bestellt, sondern bei einem kleinen Unternehmen<br />

aus Lübeck, das Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Zellen<br />

produziert: Der Energietechnikspezialist O.M.T. wird einen<br />

Stromspeicher liefern, der mindestens 100 Kilometer Reichweite<br />

ermöglicht.<br />

Um das Auto günstig zu halten wird auch auf einige Extras<br />

verzichtet. So wird statt einer Klimaanlage eine neuartige<br />

Dämmung zum Einsatz kommen. Das spart auch den kostbaren<br />

Strom, der für das Fahren gebraucht wird. Abgeschaut<br />

wurde das Thermomanagement bei Passivhäusern. Die notwendige<br />

Umlufttechnik, die nur geringe Mengen der kalten<br />

oder warmen Frischluft beimengt, bekommt die StreetScooter<br />

GmbH vom Autozulieferer BHTC.<br />

Zur Automesse IAA im Herbst in Frankfurt wird der aktuelle<br />

Stand der Arbeiten an Hand eines Prototypen dargestellt.<br />

Eine mögliche Serienfertigung ist ab 2013 geplant, zum Beispiel<br />

in einer Fabrik der holländischen Mitsubishi-Tochtergesellschaft<br />

Nedcar, die von Anfang an strategischer Partner<br />

im Projekt ist und Anforderungen aus Sicht der Produzierbarkeit<br />

in die Fahrzeugentwicklung mit einbringt.<br />

Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker<br />

StreetScooter GmbH<br />

kampker@streetscooter.eu<br />

www.streetscooter.eu<br />

108 Neue Mobilität Neue Mobilität 109


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - MÜnch<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Schott SOlar AG<br />

Vom Benziner zum Stromer<br />

60 Jahre MÜNCH<br />

eMobilität nur mit<br />

Erneuerbaren<br />

Erster Elektro-Doppelweltmeister kommt aus Deutschland<br />

Interview Dr. Martin Heming und Thomas Petsch<br />

Im Frühjahr 1948 startete der 19-jährige Friedel Münch mit<br />

seiner überarbeiten Einzylinder-Horex auf dem Hockenheimring.<br />

Was zu diesem Moment noch niemand ahnte: Es war<br />

die Geburtsstunde einer legendären Rennmaschine, denn<br />

der junge Techniker entwarf kurze Zeit später seine eigene<br />

Version der Horex, die 500er MÜNCH Renn-Horex, auf die<br />

am 27. Februar 1966 die berühmte MÜNCH »Mammut« TTS<br />

folgte. Er hatte um den Motor des NSU Prinz Automobiles<br />

herum ein, vor allem für die damalige Zeit, außerordentlich<br />

kraftvolles Motorrad geschaffen. Es war der Grundstein für<br />

die MÜNCH-Geschichte, welche Jahrzehnte lang ihre Fortsetzung<br />

finden sollte.<br />

Ein ähnliches Meisterstück gelang im Jahr 2000 dem Würzburger<br />

Unternehmer Thomas Petsch. 1997 erwarb er alle<br />

Rechte an der Marke MÜNCH und verwirklichte mit der<br />

MÜNCH Mammut 2000 seinen Kindheitstraum. Unter dem<br />

Dach der MÜNCH MOTORRAD TECHNIK GmbH entstanden 15<br />

Exemplare der MÜNCH Mammut 2000. Basierend auf einem<br />

2,0-Liter-Turbomotor wurde die mit 260 PS und einem Drehmoment<br />

von 380 Nm stärkste, aber auch teuerste handgefertigte<br />

Serienmaschine der Neuzeit geschaffen.<br />

Heute, über 60 Jahre nach dem ersten Auftritt von Friedel<br />

Münch auf dem Hockenheimring, beherrscht das MÜNCH<br />

Racing Team um Fahrer Matthias Himmelmann und mit der<br />

Elektro-Rennmaschine TTE das internationale Renngeschehen.<br />

Bereits in der ersten Saison der beiden Elektromotorradserien,<br />

der FIM e-Power International Championship und<br />

dem eGrand Prix der TTXGP, gelangen dem Team aus Lohfelden<br />

bei Kassel zwei Einzelrennerfolge, der Gewinn der Einzelfahrermeisterschaft<br />

der TTXGP sowie in beiden Serien der<br />

Sieg in der technisch bedeutsamen Konstrukteurswertung.<br />

Dies hat am 29. November 2010 auch nationale Beachtung<br />

gefunden, als das gesamte Team bei Bundeswirtschaftsminister<br />

Rainer Brüderle empfangen und für seine hervorragenden<br />

Entwicklungsleistungen im Bereich des elektrisch<br />

angetriebenen Motorradrennsports geehrt wurde.<br />

Mit diesen Erfolgen beweist die Marke MÜNCH erneut, dass<br />

sie zu den Pionieren in der Motorradbranche zählt. Es hat<br />

sich also nicht viel geändert, nur dass heute kein Benzin-,<br />

sondern ein Elektromotor die MÜNCH voran peitscht.<br />

Aktuelle Informationen sowie zahlreiche Impressionen zu<br />

MÜNCH gibt es im stets aktuellen Blog auf<br />

www.muenchmotorbikes.com<br />

Thomas Petsch (Manager MÜNCH Racing GmbH) und Dr.<br />

Martin Heming (CEO SCHOTT Solar AG) geben im Interview<br />

mit Juliane Girke, Redaktionsleiterin der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Auskunft über die gemeinsame Zukunft von eMobilität und<br />

Erneuerbaren Energien. Durch den im März geschlossenen<br />

Kooperationsvertrag zwischen dem Doppelweltmeister im<br />

Elektro-Motorradsport und dem internationalen Produzenten<br />

von Photovoltaikkomponenten wird ein neues Kapitel<br />

der elektrisch betriebenen Fortbewegung eröffnet.<br />

Wie kam es zur Zusammenarbeit von MÜNCH und SCHOTT<br />

Solar?<br />

Heming: Elektromobilität ist ein hoch interessantes Zukunftsthema,<br />

das zu Recht stark ins öffentliche Bewusstsein<br />

getreten ist. Die legendären MÜNCH-Motorräder machen<br />

die Innovationskraft dieses Marktes erlebbar. Dieses Erlebnis<br />

wollen wir als Innovationsmotor der Solarbranche einem<br />

breiten Publikum ermöglichen.<br />

Petsch: Wir sind stolz darauf, SCHOTT Solar als internationalen<br />

Vorreiter für Solarenergie mit im Team zu haben, denn<br />

für mich ist seit der Entwicklung unserer eBikes klar, dass<br />

eMobilität nur Sinn macht, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren<br />

Quellen kommt.<br />

Wo genau sehen Sie die größten Schnittpunkte zwischen<br />

eMobilität und Solarenergie?<br />

Petsch: Elektromobilität sorgt für weniger Lärm und Emissionen<br />

im Verkehr. eFahrzeuge sind zwar im Betrieb grundsätzlich<br />

leise, effizient und kostengünstig, sie sind aber insgesamt<br />

nur so sauber wie der Strom, mit dem sie fahren. Durch<br />

die enge Verknüpfung von Elektromobilität und Solarenergie<br />

entsteht eine Win-Win-Situation für die Energieversorgung.<br />

Heming: Dies gilt auch in technischer Hinsicht. Bislang wird<br />

Solarstrom in das bestehende Stromnetz eingespeist und direkt<br />

verbraucht, wodurch es zu bestimmten Zeiten zu einem<br />

Überangebot kommt. Der Strombedarf von Elektrofahrzeugen<br />

lässt sich durch eine entsprechende Steuerung der Ladezeiten<br />

genau auf diese Angebotsspitzen abstimmen: Sie<br />

nehmen z.B. über Mittag, wenn viel Solarstrom im Netz ist,<br />

Strom aus erneuerbaren Quellen auf und verbrauchen diesen<br />

dann auf der nächsten Fahrt. So werden sie zu mobilen<br />

Puffern der Stromversorgung.<br />

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?<br />

Heming: Es ist eine langjährige Zusammenarbeit vorgesehen.<br />

Geplant sind gemeinsame Projekte und Maßnahmen<br />

zur Förderung der Präsenz solarer Energiegewinnung. Beispielsweise<br />

werden wir mittelfristig dafür sorgen, dass die<br />

MÜNCH-Motorräder ausschließlich solar betrieben werden.<br />

110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111


Sonne rein,<br />

Strom raus.<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Derby Cycle<br />

Wenn die Zukunft nur<br />

immer so sicher wär.<br />

Investitionen in die Forschung<br />

sind unumgänglich<br />

Interview mit Rainer Brinkmann, Produktmanager eBikes bei Derby Cycle<br />

ERSTAUNLICH STABILE AUSSICHTEN.<br />

In Solarmodulen von SCHOTT Solar steckt, was wirklich zählt für langfristig<br />

hohe Stromerträge: hohe Leistungsstabilität*, die Qualität eines renommierten<br />

deutschen Technologieunternehmens und Erfahrung in der Solartechnik<br />

seit 1958.<br />

Alle Infos, wie Sie Solarstrom selber nutzen<br />

können, finden Sie auf<br />

schottsolar.de/solarertrag<br />

Wie wichtig ist eigene Forschung für Derby Cycle bei der<br />

Entwicklung von eBikes?<br />

Inzwischen sehr wichtig. Zunächst hat die Fahrradbranche<br />

darauf gesetzt, fertige Systeme zu kaufen. Dadurch konnten<br />

einige wenige Fahrradhersteller auf die hochwertigen Systeme<br />

weniger Anbieter zurückgreifen. Das wandelt sich jetzt.<br />

Auch aus kaufmännischer Sicht wollen Hersteller unabhängiger<br />

agieren, Innovationen zeigen und treiben Entwicklungen<br />

voran.<br />

Hat dies Auswirkungen auf Ihre Arbeit? Gibt es eine Entwicklungsabteilung?<br />

Natürlich hat die wachsende Bedeutung der eBikes Auswirkungen<br />

auf unsere interne Organisation. Das Produktmanagement<br />

wurde umgestellt, ich beschäftige mich ausschließlich<br />

mit eBikes. Die Technikabteilung ist gewachsen,<br />

eBike-Experten und Ingenieure wurden eingestellt. Im Team<br />

arbeiten wir an der Weiterentwicklung der Produkte und Antriebssysteme.<br />

Wir sind in der glücklichen Lage, in diesem<br />

Frühjahr als Weltneuheit ein neues Antriebssystem vorstellen<br />

zu können.<br />

Wie kam es zu der Entwicklung?<br />

Als Fachhandelspartner sind wir sehr nah am Markt. Wir<br />

stehen stets im Kontakt mit Händlern und Kunden, bekommen<br />

Rückmeldung über Produkte und Bedürfnisse. Vielen<br />

potenziellen eBikern fällt der Umstieg leichter, wenn keine<br />

Umgewöhnung beim Fahren nötig ist oder das eBike für ein<br />

sicheres, komfortables Fahrgefühl sorgt. Wir haben diesen<br />

Kundenwunsch aufgegriffen und präsentieren mit einem<br />

neuen Antriebs-/Brems-Konzept die Lösung.<br />

Wie sehen Sie die Marktentwicklung im eBike-Segment?<br />

Wir erwarten noch einmal ein echtes Wachstum. Außerdem<br />

nimmt die Differenzierung der eBike-Modelle weiter stark<br />

zu. Für unterschiedlichste Einsatzzwecke sind noch mehr<br />

passende Modelle verfügbar.<br />

Die Markteinführung von eAutos verläuft gerade in Deutschland<br />

eher schleppend. Sehen Sie den Stellenwert der eZweiräder<br />

entsprechend gewürdigt?<br />

Trotz Lobby-Arbeit forscht und probiert die Automobilbranche<br />

noch. Es sind aber schon ca. 500.000 eBikes auf<br />

deutschen Straßen, 200.000 davon wurden allein 2010 gekauft.<br />

Die Fahrradbranche fährt seit Jahren mit funktionierenden<br />

und alltagstauglichen Systemen. Der Endverbraucher<br />

würdigt dies mit beeindruckenden Stückzahlen. Alleine<br />

Derby Cycle hat im vergangenen Geschäftsjahr mehr als<br />

40.000 eBikes verkauft.<br />

www.derby-cycle.de / www.kalkhoff-bikes.de<br />

www.raleigh-bikes.de<br />

* In einer Leistungsmessung des Fraunhofer-Instituts erzielten Solarmodule<br />

von SCHOTT Solar im Durchschnitt auch noch nach 25 Jahren über 90 %<br />

ihrer ursprünglichen Leistung.<br />

112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - eVelotaxi<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - eVelotaxi<br />

Das eVelotaxi als Transport-<br />

und Kommunikationsmaschine<br />

Interview mit Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer Veloform Media GmbH<br />

©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />

BEM-Geschäftsführer Frank Müller und Leiter der eMO Gernot Lobenberg im eVelotaxi auf der E-world in Essen eVelotaxi auf der E-world 2011 Mich kann man mieten - weitere Infos beim BEM<br />

Was hat Veloform bewogen neben dem pedalgetriebenen<br />

Velotaxi jetzt das eVelotaxi auf den Markt zu bringen?<br />

Das Thema eMobilität entwickelt sich immer mehr zu einem<br />

realen Absatzmarkt. Veloform hat mit seinen internationalen<br />

Partnern in den letzten zehn Jahren ein weltweites Netzwerk<br />

von 1.800 Fahrzeugen in 120 Städten aufgebaut. Das Velotaxi<br />

als bewährtes Fahrzeug und Werbemittel durch die Umstellung<br />

auf rein elektromobilen Antrieb für diesen Zukunftsmarkt<br />

zu öffnen, schien uns die richtige Entscheidung für 2011.<br />

Sind die Velotaxifahrer faul geworden?<br />

Nachdem 1997 das Velotaxi Konzept in Berlin mit einer ersten<br />

Flotte rein pedalgetriebener Fahrzeuge seinen Start hatte,<br />

verfügen die seit 2000 eingesetzten Fahrzeuge alle über<br />

einen elektrischen Hilfsmotor, der insbesondere beim Anund<br />

Bergauffahren zum Einsatz kommt.<br />

Nur bei der »Velotaxi WM« im letzten Jahr stand der sportliche<br />

Wettkampf ohne Motor unter den teilnehmenden Fahrern<br />

aus 40 Ländern im Vordergrund. Dennoch hat es bei<br />

potentiellen Werbekunden, und Fahrgästen immer einen<br />

Teil gegeben, der das Konzept und die innovative Fahrzeugform<br />

gelobt, wegen des Pedalantriebes dem Thema letztlich<br />

reserviert gegenüber stand. Wir werden das klassische Velotaxi<br />

- zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 2012 in<br />

London - weiterhin anbieten. Mit Blick auf den stark wachsenden<br />

Werbemarkt im Bereich eMobilität verfügen wir mit<br />

dem eVelotaxi über eine zeitgemäße Werbeplattform.<br />

Was unterscheidet das eVelotaxi von anderen Elektrofahrzeugen?<br />

Uns geht es nicht darum dem Segway oder eAutos Konkurrenz<br />

zu machen. Der Mobilitätscharakter vom eVelotaxi<br />

wird dem vom Velotaxi sehr ähneln. Es geht um volle Straßentauglichkeit<br />

bei gleichzeitiger Nutzung von Radwegen, Fußgängerzonen<br />

und Parkwegen. Wir erreichen dies durch die<br />

bewusste Abriegelung der Geschwindigkeit unter 20km/h,<br />

was vollkommen ausreichend ist. Der Erfolg des Velotaxi<br />

Konzeptes, Menschen und Marken zu bewegen, basiert seit<br />

jeher darauf, dass wir mit unseren Fahrzeugen stets im Zentrum<br />

der Aufmerksamkeit sind. Ein entspanntes Tempo ist<br />

hierbei erwünscht.<br />

Kann sich jeder ein eVelotaxi kaufen?<br />

Im ersten Jahr des Einsatzes legen wir den Fokus unserer Vermarktung<br />

auf den Einsatz des eVelotaxi bei Firmenevents,<br />

Messen sowie im Flottenbetrieb. Wir bieten diese Medialeistung<br />

oder Flottenvermietung insbesondere Energieversorgungsunternehmen<br />

an, die ein besonderes Interesse an<br />

Werbemaßnahmen im Bereich eMobilität haben. Bewusst<br />

haben wir das eVelotaxi auf der E-world in Essen das erste<br />

Mal der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt, wo uns mit vergleichsweise<br />

geringem Aufwand die vollste Aufmerksamkeit<br />

des Fachpublikums aus der Gas- und Elektrobranche sicher<br />

war. Ein Verkauf des eVelotaxi an Privatkunden ist ab 2012<br />

geplant.<br />

Welche Rolle spielt die Mitgliedschaft im Bundesverband<br />

eMobilität für Sie?<br />

Die Mitgliedschaft im BEM hat sich für uns im Rahmen der<br />

Markteinführung des eVelotaxi auf lokaler wie nationaler<br />

Ebene bezahlt gemacht. Ob auf dem monatlich stattfindenden<br />

BEM eStammtisch, als Kooperationspartner des BEM<br />

auf Leitmessen der eMobilitäts-Branche oder jetzt auf der<br />

Hannover Messe, der BEM mit seiner stetig wachsenden<br />

Zahl an Firmenmitgliedern bietet uns viele Synergieeffekte<br />

und neue Anknüpfungspunkte.<br />

Welche Chancen sehen Sie für Ihr Unternehmen, angesichts<br />

der aktuellen Anstrengungen von politischer Seite die Themen<br />

rund um eMobilität zu bündeln?<br />

Neben der erfolgreichen Zusammenarbeit mit BerlinPartner,<br />

sehen wir mit der neuen Berliner Agentur für Elektromobilität<br />

eMO auf regionaler Ebene einen interessanten neuen<br />

Partner. Insbesondere in der internationalen Vermarktung<br />

unserer Produkte können wir auf die langjährige Unterstützung<br />

durch den Regierenden Bürgermeister Berlins und des<br />

Senates bauen, welche unser Velotaxi als original Berliner<br />

Marke erkannten und auf internationalen Reisen stets unterstützt<br />

haben.<br />

Wo sehen Sie das eVelotaxi in fünf Jahren?<br />

Gerade in Berlin erleben wir mit der Entwicklung des ehemaligen<br />

Flughafens Tempelhof zum neuen Central Park der<br />

Hauptstadt eine für uns hochinteressante Entwicklung, an<br />

der wir von Anfang an gestaltend mitwirken. Mit dem eVelotaxi<br />

können wir für diese einzigartige 355 Hektar große Fläche<br />

ein ideales Mobilitätskonzept anbieten. Schaut man<br />

noch weiter in die Zukunft, wird insbesondere im touristisch<br />

relevanten Innenstadtbereich zwischen Alexanderplatz und<br />

Brandenburger Tor im Rahmen der Baumaßnahmen auf der<br />

Museumsinsel die Verkehrsplanung leichtere Elektrofahrzeuge<br />

begünstigen. Ein ähnlicher Trend ist auch in anderen<br />

Metropolen zu beobachten. Mit dem eVelotaxi haben wir<br />

einen sinnvollen Baustein für den urbanen Verkehr der Zukunft.<br />

Dr. Anselm Franz<br />

franz@veloform.com<br />

www.veloform.com<br />

114 Neue Mobilität Neue Mobilität 115


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - IGEL AG<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - IGEL AG<br />

Die größte Unsicherheit<br />

ist der Kunde<br />

Gernot Rainer, Leiter Geschäftsentwicklung IGEL AG<br />

Vor welchen Herausforderungen steht die deutsche Industrie<br />

in Sachen Forschung & Entwicklung? Und welche Vorteile<br />

bringt Sie im Gegensatz zu anderen Ländern mit?<br />

Deutschland hat den Trend zur eMobilität verspätet ernst<br />

genommen und somit einiges aufzuholen. Einer fehlenden<br />

Großserienproduktion für Hochvoltspeicher stehen beispielsweise<br />

installierte Überkapazitäten in Fernost gegenüber. Der<br />

Standort Deutschland profitiert von seiner Innovationsleistung,<br />

der sicheren Infrastruktur sowie vom Fachpersonal.<br />

Dennoch ist es meinem Erachten nach sehr wichtig, nicht nur<br />

im Bereich Verbrennungsmotoren »das Gute noch besser zu<br />

machen«, sondern die eMobilität mit Schrittmachertechnologien<br />

voranzutreiben. Als Entwicklungspartner für die deutschen<br />

OEM leistet die IGEL AG in aktuellen Projekten bereits<br />

einen wertvollen Beitrag. Die aufkommende »eMobilitätsernüchterung«,<br />

also das fehlende Gefühl für den Markt basierend<br />

auf wenigen Nischenprodukten der ersten Generation,<br />

sehe ich als große Herausforderung. Kunden können<br />

für den Kaufentscheid die Frage nach hohem Kaufpreis<br />

vs. Mehrwert im Alltag vs. Lifestyle nicht eindeutig beantworten.<br />

Mein abschließendes Fazit aus heutiger Sicht: die<br />

größte Unsicherheit ist der Kunde.<br />

Gernot Rainer, MBM<br />

IGEL AG, München<br />

www.igel.ag<br />

Forschung & Entwicklung im Bereich der Elektromobilität:<br />

Was passiert hier aktuell bei den deutschen OEM?<br />

In nahezu allen Fachbereichen wird entwickelt - jegliche<br />

denkbare Kombination von eAntrieben dargestellt. Als Berater<br />

habe ich in den letzten Jahren einen spezifischen Wissensaufbau<br />

beobachtet, Beurteilungskompetenz ist das<br />

Gebot der Stunde, sowohl bei den OEM als auch bei Systemlieferanten.<br />

Aus technischer Sicht steht der Hochvoltspeicher im Fokus:<br />

Ladezeiten, Reichweite, Herstellkosten etc. sind noch nicht<br />

im Zielkorridor - die Großserienfertigung noch nicht angelaufen.<br />

Komponenten wie Leistungselektronik, Ladetechnik,<br />

eMaschinen usw. müssen Automotive-tauglich gemacht<br />

werden - die 1:1 Übernahme aus dem Industriebaukasten<br />

genügt vielfach nicht. Ein herstellerübergreifendes deutschjapanisches<br />

Konsortium befasst sich aktuell mit der PEM<br />

(FC) Niedertemperaturbrennstoffzelle.<br />

Eine weitere Schlüsselkomponente bei der OEM-internes<br />

Know-how gefragt ist, denn nur wenige der ca. 200 weltweiten<br />

Lieferanten haben relevante Automotive Erfahrung. Mein<br />

Favorit: Das neu gegründete Joint Venture von Peugeot Citroen<br />

und BMW zur Komponentenentwicklung am Standort<br />

München - Skaleneffekte in der gemeinsamen Produktion<br />

schaffen hier Wettbewerbsvorteile.<br />

Welche serientauglichen Lösungen sehen Sie aktuell in diesem<br />

Bereich?<br />

Wie Genf gezeigt hat, stehen Fahrzeuge zur Kundenauslieferung<br />

bereit - hier gebe ich dem Plug-in-Hybrid die größten<br />

Marktchancen. Die Varianz bei Einsparungen im Fahrzyklus<br />

erschwert aktuell dem potentiellen Kunden eine solide Kostenbewertung<br />

und so den Kaufentscheid.Reine eAutos inkl.<br />

serienmäßigem Range-Extender lassen noch auf sich warten.<br />

Meiner Ansicht nach ist nun der Zeitpunkt gekommen,<br />

wo mit bisherigen Entwicklungen, z.B. Li-Ion-Hochvoltspeicher<br />

oder Hybridsynchronmotoren, Geld verdient werden<br />

muss. Ob sich die Technologien bewähren, oder weitere<br />

Meilensteine in der Technologie-Roadmap notwendig sind,<br />

wird sich zeigen. Baukastenlösungen, Miniaturisierung,<br />

Economies of Scale - das sind weitere Schritte in der Industrialisierung.<br />

Am Beispiel Better Place sieht man deutlich<br />

den Cross-Selling-Ansatz bei Mobilitätskonzepten. Dieser<br />

Datenverwertungsplattform werden sich auch die OEM nicht<br />

verschließen - markenspezifische Mobilitätsdienstleistungen<br />

werden folgen.<br />

Meine Einschätzung für Deutschlands eMobilität in 2020: Es<br />

wird ein Mix aus wenigen reinen Elektroautos, vielen unterschiedlichen<br />

Hybridkonzepten sowie eBikes.<br />

Stanztechnik elektrisiert<br />

Wir stanzen und verarbeiten Stromschienen, Schnappscheiben, Federn,<br />

Stanzgitter, Steckkontakte, Mikrostanzteile und viele andere Produktgruppen<br />

und Technologien.<br />

116 Neue Mobilität<br />

Kleiner GmbH . Stanztechnik . 75179 Pforzheim . www.kleiner-gmbh.de . Wir denken Lösungen.<br />

KLEINER


Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Team Bayreuth<br />

Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Formula Student Electric<br />

In diesem Jahr wenden wir<br />

uns der Zukunft zu<br />

Interview mit Florian Reichert, 1. Vorstand des Elefant Racing Teams Bayreuth<br />

Formula Student Electric<br />

Zukunftssicherung durch Nachwuchsförderung<br />

Schleifarbeiten an der Negativform des CFK Monocoque<br />

Montagearbeit am Batteriemanagement-System (Fotograf: Ole Kröger; Quelle: Formula Student)<br />

Wer steckt hinter dem Projekt Elefant Racing?<br />

Wir sind jedes Jahr ein Team aus etwa 25 Studenten. Der<br />

Großteil sind Ingenieure, aber auch Wirtschafts- und<br />

Medienwissenschaftler sind dabei. Elefant Racing wurde 2004<br />

gegründet und ist 2005 mit dem ersten Rennwagen an den<br />

Start gegangen. In diesem Jahr haben wir uns entschlossen<br />

vom Verbrennungsfahrzeug wegzugehen und uns der Zukunft<br />

zuzuwenden, indem wir ein voll elektrisches Fahrzeug bauen.<br />

Damit wollen wir in Hockenheim und in Italien an der Formula<br />

Student teilnehmen.<br />

Was motiviert dazu, an der Formula Student teilzunehmen?<br />

Die Formula Student ist eine exzellente Plattform, um das<br />

Studium in die Praxis umzusetzen und um Einblicke ins unternehmerische<br />

Handeln zu bekommen. Wir sprechen immerhin<br />

von einem Projekt, das mit einem Jahr Laufzeit und einer<br />

horrenden Geld- und Materialsumme zu einem bestimmten<br />

Ziel führen soll. Man bewegt sich jedes Jahr auf absolutem<br />

Neuland, versucht, das Vorjahr noch zu toppen, was die<br />

Cleverness der eigenen Konstruktion angeht. Es ist eine<br />

absolut gute Verbindung zwischen Theorie und Forschung.<br />

Worin bestehen die Herausforderungen?<br />

Die Herausforderungen sind vielfältig. Das Engagement, das<br />

man da reinsteckt geht ab von der eigenen Freizeit und von<br />

der Zeit, die man ins Studium investiert. Zeitmanagement ist<br />

ein großes Thema, wenn es darum geht, in einem Jahr ein<br />

komplexes Gebiet zu bearbeiten und abzuschließen. Am<br />

Anfang der Saison braucht es einen Plan, um ein Projekt<br />

zum Erfolg zu bringen, welches das Fachpublikum am Ende<br />

umhaut.<br />

Worin liegen die größten Schwierigkeiten bei der Entwicklung<br />

des neuen eRennwagens?<br />

Da liegen ganz andere Anforderungen am Fahrzeug als<br />

an einem Verbrennerauto. Das fängt bei der Auswahl der<br />

Akkus an, der Wahl der Motoren, ob Gleichstrom oder<br />

Wechselstrom. Man muss sich mit den Vor- und Nachteilen<br />

verschiedener Systeme auseinandersetzen. Dazu kommt<br />

der Sicherheitsaspekt. Das Reglement, das speziell für die<br />

Elektrofahrzeuge kreiert worden ist, hält einige Features<br />

bereit. Der Beregnungstest z. B. darf keinen Kurzschluss verursachen.<br />

Ohne diese Voraussetzungen zu bestehen darf das<br />

Fahrzeug nicht an den Start. Wir müssen unser Augenmerk<br />

auf ein gutes Sicherheitskonzept richten, wir fahren immerhin<br />

mit 400 Volt.<br />

Florian Reichert<br />

florian.reichert@elefantracing.de<br />

www.elefantracing.de<br />

Im August 2010 fand der weltweit erste Hochschulwettbewerb<br />

für elektrische Rennwagen statt, die Formula Student Electric<br />

(FSE). Die FSE ist Teil der Formula Student Germany (FSG), die<br />

seit 2006 jährlich auf dem Hockenheimring stattfindet. Ziel<br />

der Organisatoren ist es, engagierte Studierende zu fördern,<br />

ihr Know-How zu schulen und Innovationen zu unterstützen.<br />

Nur so können die angehenden Ingenieure umfassend auf<br />

zukünftige berufliche Herausforderungen vorbereitet werden<br />

und sich kreativ und - anhand der FSE - mit viel Spaß in das<br />

Thema Elektromobilität einarbeiten.<br />

Die FSG hat den Ruf, der professionellste, anspruchsvollste<br />

und fairste Formula Student Wettbewerb der Welt zu sein. Es<br />

wird versucht die angehenden Ingenieure vor allem in den<br />

Bereichen zu fördern, in denen die aktuellen Entwicklungen<br />

in Forschung und Industrie stattfinden. Derzeit entwickeln<br />

Automobilhersteller mit Hochdruck Hybrid- und Elektroautos,<br />

da der hohe Emissionsausstoß und die knapper werdenden<br />

fossilen Rohstoffe die Hersteller dazu zwingen nach alternativen<br />

Antriebsmöglichkeiten zu suchen. Diesen Trend haben<br />

auch die Organisatoren der FSG erkannt und im August<br />

2009 bekannt gegeben, dass die FSG im Jahr 2010 zu einem<br />

Event mit zwei Wettbewerben ausgeweitet wird: der Formula<br />

Student Combustion für Verbrennungsmotoren und der<br />

Formula Student Electric für Elektromotoren.<br />

Mit der Einführung der FSE haben die Organisatoren der FSG<br />

den Teams die Aufgabe gestellt einen einsitzigen Formelrennwagen<br />

mit vollelektrischem Antrieb unter wirtschaftlichen<br />

Gesichtspunkten zu konstruieren. Auf diese Weise erwerben<br />

die Studierenden das Know-how über elektrische Antriebe<br />

und werden praktisch und umfassend auf eine der größten<br />

Herausforderungen der Automobilindustrie der kommenden<br />

Jahre vorbereitet.<br />

Bei der FSE sind ausschließlich vollelektrische Antriebe<br />

erlaubt, da hybride Antriebe nur eine eingeschränkte Unabhängigkeit<br />

von fossilen Kraftstoffen bieten und dadurch nur<br />

als Zwischenlösung angesehen werden. Darüber hinaus würde<br />

die Zulassung hybrider Antriebe größere finanzielle und infrastrukturelle<br />

Herausforderungen an die teilnehmenden Teams<br />

stellen. Der große Erfolg des weltweit ersten FSE Wettbewerbs<br />

bei Studierenden, Fachleuten, Sponsoren, Zuschauern sowie<br />

der Presse hat die Organisatoren dazu ermutigt 2011 die<br />

Anzahl der Startplätze auf 30 zu verdoppeln. Das immense<br />

Interesse und das Wachstum an neuen Teams, die sich auf<br />

den Elektroantrieb konzentrieren, zeigen deutlich, dass die<br />

Macher der FSE den aktuellen Trend zur richtigen Zeit aufgegriffen<br />

haben und so nicht nur mit den Entwicklungen der<br />

Automobilindustrie Schritt halten, sondern auch den Nerv<br />

der Studierenden getroffen haben.<br />

Julien van Campen / Johanna Scheider<br />

Formula Student Germany<br />

www.formulastudent.de<br />

118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119


Forschung & Entwicklung - Fröschl Geothermie<br />

Forschung & Entwicklung - Fröschl Geothermie<br />

3D-seismischen Untersuchungen wird z.B. vorab geprüft, ob<br />

das im Boden vorhandene Wasser die notwendige Mindesttemperatur<br />

von 130°C erreicht. Restrisiken in punkto Fündigkeit<br />

werden durch ein spezielles Versicherungskonzept<br />

abgedeckt. Darüber hinaus verfügen Geschäftsführer, Mitarbeiter<br />

und Partner der Fröschl Geothermie GmbH über eine<br />

außergewöhnlich hohe fachliche Kompetenz und langjährige<br />

Erfahrung in den Bereichen Erneuerbare Energien, Kraftwerksbau<br />

und intelligente Stromnetze. Genau diese sind<br />

nämlich notwendig, um die beispielsweise durch Erdwärme<br />

gewonnene Energie bedarfsgerecht zu verteilen.<br />

Energie aus der Erde<br />

Geothermische Quellen liefern den Strom für Elektrofahrzeuge<br />

Besonders wichtig wird dies zukünftig sein, wenn immer<br />

mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.<br />

Eine Million sollen es bis zum Jahr 2020 werden, die dann<br />

knapp 2 TWh Strom verbrauchen. Dies entspricht etwa 0,3%<br />

der gesamten Energieproduktion. Aktuelle Studien belegen,<br />

dass hierfür keine neuen Kraftwerke gebaut werden müssen<br />

und der Bedarf sogar komplett mit Strom aus Erneuerbaren<br />

Energien gedeckt werden kann. Die Geothermie wird hierzu<br />

sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten.<br />

Anja Gleißl<br />

Fröschl Geothermie GmbH<br />

www.froeschl-geothermie.de<br />

Dass Fahren mit Strom die Fortbewegung der Zukunft ist,<br />

das ist vielen von uns mittlerweile klar geworden. Nicht nur<br />

deshalb, weil die Vorräte von Rohstoffen für herkömmliche<br />

Antriebe zur Neige gehen oder Elektrofahrzeuge mit ihren<br />

unvergleichlichen Beschleunigungswerten einfach nur Spaß<br />

machen. Nein - wir haben in den letzten Jahren ein stärkeres<br />

Umweltbewusstsein entwickelt und fast jeder möchte nun<br />

seinen eigenen kleinen oder gerne auch größeren Beitrag<br />

zum Klimaschutz leisten.<br />

durchwegs gleichbleibende Menge an Energie, sind also<br />

»grundlastfähig«. Genau dies ist der ausschlaggebende Unterschied<br />

zu anderen Formen der Erneuerbaren Energien, die<br />

fast ausnahmslos abhängig sind von nicht beeinflussbaren<br />

Faktoren wie z.B. der Intensität und Dauer von Wind oder<br />

Sonneneinstrahlung. Außerdem kann bei Geothermie-Kraftwerken,<br />

neben der üblichen Stromerzeugung und -einspeisung,<br />

die zusätzliche Heizleistung über ein Fernwärmenetz<br />

entsprechend verteilt werden.<br />

AKTUELLE RATING-ANALYSE 01/2011<br />

„Sehr gut“ (1-)<br />

Das emissionsfreie Fahren ist hierfür ein guter Ansatz, denn<br />

pro Kilometer stößt ein PKW, je nach Größe, Leistung, Fahrweise<br />

etc., zwischen 100 und 300g CO2 aus. Die Folgen, wie<br />

etwa starke Temperaturschwankungen, die Veränderung der<br />

Niederschlagsmuster und der Anstieg des Meeresspiegels,<br />

sind bekannt.<br />

Betankt man sein Auto mit Strom, werden die schädlichen<br />

Ausstöße und somit die negativen Auswirkungen auf die<br />

Umwelt erheblich reduziert. Nahezu komplett vermeiden<br />

kann man sie dann, wenn man seinen Strom aus erneuerbaren<br />

Energiequellen bezieht. Eine besonders vorteilhafte<br />

Form der Erneuerbaren Energie stellt die Tiefengeothermie<br />

dar. Geothermische Quellen sind nicht nur autark und nahezu<br />

unerschöpflich, sie produzieren sogar Tag und Nacht eine<br />

Die Fröschl Geothermie GmbH errichtet derzeit, gemeinsam<br />

mit Branchenexperten wie Projektierern, Bohrunternehmen,<br />

Investoren und Banken, in Kirchweidach/Oberbayern das<br />

bisher größte Geothermie-Kraftwerk Deutschlands. 2012<br />

wird das Kraftwerk ans Netz gehen und etwa 10 Megawatt<br />

Strom sowie circa 80 Megawatt Wärme erzeugen. Damit<br />

sollen ein Industriebetrieb und mehr als 3.500 Haushalte<br />

versorgt werden. Einige weitere Projekte in ähnlicher Größenordnung<br />

befinden sich momentan bereits in der Planungs-<br />

und Explorationsphase.<br />

Die Technik im Bereich Tiefengeothermie ist mittlerweile so<br />

ausgereift, dass viele Risiken weitgehend ausgeschlossen<br />

werden können, schon bevor mit der Bohrung in drei bis<br />

vier Kilometer tiefe Schichten begonnen wird. Mit Hilfe von<br />

Geothermie –<br />

die Zeit ist reif.<br />

Geothermie bedeutet Erdwärme.<br />

Ziel ist die Nutzung zur Strom- und<br />

Wärmeerzeugung. Energie aus<br />

Erdwärme bietet Vorteile, die auf der<br />

Hand liegen:<br />

Geothermiekraftwerke produzieren<br />

Tag und Nacht Energie.<br />

Die Abwärme kann für eine autarke<br />

Wärmeversorgung genutzt werden.<br />

Große Teile Deutschlands eignen<br />

sich für die Gewinnung von Energie<br />

aus Erdwärme.<br />

Im Betrieb entstehen praktisch<br />

keine schädlichen Emissionen.<br />

Kraftwerke Portfolio 2011 Nr. 1<br />

Fester Basiszins von 7,25 % jährlich zzgl. Überschusszins<br />

Zeichnung bereits ab EUR 1.000<br />

Jährliche Auszahlung der Zinsen<br />

GEOKRAFTWERKE<br />

FRÖSCHL GeoKraftWerke GmbH<br />

Bruderwöhrdstraße 29<br />

D-93055 Regensburg<br />

Tel.: +49 941 20 00 0-990<br />

Fax: +49 941 20 00 0-991<br />

FRÖSCHL Geothermie ist Mitglied beim<br />

E-Mail: info@geokraftwerke.de<br />

120 Neue Mobilität<br />

www.geokraftwerke.de


Buchvorstellungen<br />

Buchvorstellungen<br />

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Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />

können Sie auf der BEM-Homepage unkompliziert und schnell<br />

bestellen. www.bem-ev.de<br />

Dr. Reiner Korthauer (Hrsg.)<br />

Handbuch Elektromobilität<br />

EW Medien und Kongresse GmbH<br />

Frankfurt a.M. 2010<br />

Preis 29,80 Euro<br />

Mehmet Yay<br />

Elektromobilität<br />

Theoretische Grundlagen,<br />

Herausforderungen sowie Chancen<br />

und Risiken der Elektromobilität<br />

Preis 31,80 Euro<br />

Sonja und Konrad Metz<br />

Sie könnten, wenn sie wollten..<br />

Elektroautos und die<br />

Lippenbekenntisse der<br />

Autoindustrie<br />

Preis 20,00 Euro<br />

Dr. Thomas Becks u.a. (Hrsg.)<br />

Wegweiser Elektromobilität<br />

VDE Verlag GmbH, Berlin 2010<br />

Preis 29,00 Euro<br />

Differenziertes Bild der Elektromobilität<br />

Passend zur allgemeinen Diskussion um Elektromobilität<br />

hat Dr. Reiner Korthauer in Kooperation mit dem Zentralverband<br />

Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)<br />

ein strukturierendes Handbuch zum Thema herausgegeben.<br />

Der Sammelband vereinigt Aufsätze verschiedener Autoren<br />

und zeichnet ein multiperspektivisches und differenziertes<br />

Bild vom aktuellen Stand der Elektromobilität sowie von den<br />

zukünftigen Potenzialen dieser Technik. Die Themenpalette<br />

reicht dabei von der historischen Entwicklung über wirtschaftliche<br />

Analysen und technische Erläuterungen bis hin<br />

zu Diskussionsbeiträgen über künftige Designs von Elektrofahrzeugen<br />

und deren Recyclingmöglichkeiten. Leider verengt<br />

der Sammelband die Diskussion um die Elektromobilität<br />

größtenteils auf das eAuto, so dass das gewaltige<br />

Potenzial, das die Elektromobilität im Zweiradbereich wie<br />

auch im öffentlichen Verkehr hat, zu kurz kommt. Nichtsdestotrotz<br />

bietet das Handbuch Elektromobilität eine Vielzahl<br />

detaillierter Informationen zum Thema. Wer in der aktuellen<br />

Debatte fundiert mitreden will, sollte dieses Handbuch<br />

gründlich studiert haben.<br />

Elektromobilität aus der Vogelperspektive<br />

Der schlichte Titel »Elektromobilität« hält, was er verspricht:<br />

Mit dieser Arbeit ist Mehmet Yay ein sehr guter Überblick<br />

über das diskutierte Themenfeld gelungen. Einsteiger bekommen<br />

ein hervorragendes Bild über die aktuellen Diskussionen<br />

rund um das Thema elektrische Fahrzeuge, von der<br />

Technik über die Rahmenbedingungen bis hin zur politischen<br />

Begleitung und zu potentiellen Anwendungsmöglichkeiten.<br />

Besonders interessant ist dabei der detaillierte Teil über<br />

Chancen und Risiken der elektromobilen Entwicklung, hier<br />

lohnt sich auch für den Fachmann der ein oder andere Blick<br />

in das Buch. Die gute und themenübergreifende Zusammenfassung<br />

des Status Quo der Elektromobilität ist leider auch<br />

die größte Schwäche der Publikation: Es werden vor allem<br />

bisherige Erkenntnisse zusammengetragen ohne große eigene<br />

Ergebnisse, und an manchen Stellen fehlt es dem Fachleser<br />

etwas an Tiefe. Wer sich jedoch neu ins Themenfeld<br />

Elektromobilität einlesen möchte oder sich die elektromobile<br />

Debatte einmal aus der Vogelperspektive betrachten<br />

will, dem ist die Arbeit von Mehmet Yay sehr zu empfehlen.<br />

Pioniergeist in Buchform<br />

Die beiden österreichischen Autoren sind Pioniere der emobilen<br />

Fortbewegung und fahren selbst seit mehreren Jahren<br />

eAuto. In ihrem Buch machen sie ihre persönlichen Erfahrungen<br />

der Öffentlichkeit zugänglich und nehmen zugleich<br />

kritisch die bisherigen elektromobilen Entwicklungsbemühungen<br />

der Autohersteller unter die Lupe. Sie zeigen dabei<br />

deutlich auf, dass Elektroauto-Fahren bislang mit sehr viel<br />

Mühen verbunden war und man dazu erhebliche Widerstände,<br />

auch und gerade von Seiten der Hersteller überwinden<br />

musste. Dieser Erfahrungsbericht ist verbunden mit einer<br />

ausführlichen historischen Darstellung der eAuto-Entwicklungen<br />

und -Angebote. Wobei die Autoren zu dem Schluss<br />

kommen, dass die prinzipielle technologische Umsetzbarkeit<br />

von eMobilität schon lange gegeben ist, dass sich die<br />

etablierten OEM aber auch ebenso lange gegen eine alternative<br />

Mobilität gesträubt haben. Das Buch vermittelt sowohl<br />

die Begeisterung für Elektromobilität als auch die Enttäuschung<br />

über den bis dato sehr schleppenden Wandel unserer<br />

Mobilitäts-Gewohnheiten.<br />

Der Projektführer<br />

Elektromobilität wird zwar überall diskutiert, findet aber bislang<br />

zum überwiegenden Teil nur in Projekten statt. Diesen<br />

Umstand haben die Herausgeber des Wegweisers Elektromobilität<br />

aufgegriffen und mit dem vorliegenden Werk einen<br />

überaus informativen Überblick geschaffen. Nachdem<br />

die Herausgeber das Werk mit einigen kurzen, aber sehr<br />

lesenswerten Artikeln einleiten, folgt auf über 300 Seiten<br />

eine Darstellung der Vielzahl unterschiedlicher aktueller<br />

Elektromobilitätsprojekte, im Regelfall mit genauen Angaben<br />

zu Projektinhalt und Laufzeit, Konsortialpartnern sowie<br />

Kontaktangaben. Für die Elektromobilitätsbranche mit ihrem<br />

großen Vernetzungs- und Informationsbedarf ist dieses<br />

Büchlein damit eine wahre Fundgrube und leistet dem erforderlichen<br />

Wissenstransfer nötigen Vorschub. Der Wegweiser<br />

Elektromobilität kann durch die ausführliche Projektübersicht,<br />

die übrigens auch internationale Projekte mit einschließt,<br />

erhebliche Synergien schaffen und ist damit ein<br />

unverzichtbares Tool für alle Entscheider und Netzwerker<br />

der Branche.<br />

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World will change ... e-mobility<br />

Walther-Werke<br />

Ferdinand Walther GmbH<br />

Ramsener Straße 6<br />

67304 Eisenberg/Pfalz<br />

Telefon + (49) 6351 / 475-0<br />

Fax + (49) 6351 / 475-227<br />

www.walther-werke.de<br />

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Hybridautos und eCars werden während<br />

des Parkens aufgeladen – beim Einkaufen,<br />

Kino- oder Restaurantbesuch. Der Nutzer<br />

kann zwischen verschiedenen Stromanbietern<br />

und -arten wählen. Ein modulares,<br />

weltweit einzigartiges Konzept, das der<br />

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10. und 11. Mai 2011 in Stuttgart – Leinfelden-Echterdingen<br />

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<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> 04 <strong>03</strong><br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />

Tagungsleitung<br />

Themenschwerpunkte<br />

· Betriebsfestigkeit – Bewertung, Auslegung und<br />

Prüfung<br />

· Systemzuverlässigkeit – Funktionale Sicherheit<br />

und Fehler- bzw. Risikoanalyse<br />

· Aktive Sicherheit – Fahrdynamik, Fahrerassistenz<br />

und Bremsregelung<br />

· Passive Sicherheit – Sicheres Crashverhalten<br />

· Wartungs- & Reparaturkonzepte<br />

· Normung und Standardisierung<br />

Veranstalter<br />

Mit freundlicher<br />

Unterstützung<br />

Kontakt<br />

Dr.-Ing. Michael Jöckel<br />

» Fraunhofer-Institut für<br />

Betriebs festigkeit und System -<br />

zuverlässigkeit LBF<br />

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG<br />

Sylvia Hahn, Lucia Femerling / Projektleitung<br />

Kolbergerstr. 22 · DE 81679 München<br />

Tel.: +49/89/998 30-674<br />

Fax: +49/89/998 30-157<br />

tagungen@hanser.de · www.safeemobility.de<br />

© Fraunhofer LBF © Fraunhofer LBF<br />

Vorschau<br />

Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband eMobilität,<br />

informiert vierteljährlich über Projekte und Veranstaltungen der emobilen<br />

Branche, die Arbeit seiner Mitglieder und über relevante News im<br />

Bereich Elektromobilität.<br />

In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren wir Fragen<br />

zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem geben Interviews mit verschiedenen<br />

eMobilitätsplayern interessante Einblicke in die Branche. In<br />

wechselnden Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />

regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte, Innovationen und<br />

vielversprechende Geschäftsmodelle.<br />

In der Sommer-Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> beschäftigen wir uns<br />

ausführlich mit der Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />

Sowohl der angekündigte Zwischenbericht, als auch die beteiligten Akteure<br />

stehen im Fokus des Magazins und werden von unseren Experten<br />

unter die Lupe genommen. Im Rahmen unserer politischen Arbeit stellen<br />

wir unseren parlamentarischen Beirat vor. Wir schauen erneut auf<br />

die eMobilität in Europa und beleuchten die natürliche Partnerschaft<br />

zwischen Elektromobilität & Erneuerbaren Energien als Grundlage nachhaltiger<br />

Mobilitätskonzepte. Branchenübergreifende und europaweite<br />

Kooperationen und innovative Ideen stehen daher im Mittelpunkt der<br />

Berichterstattung in der Ausgabe 04.<br />

Der Themenschwerpunkt Erste Flotten wird um eine Marktübersicht<br />

vom eBike über eScooter bis hin zum Elektroauto erweitert. Welche<br />

eFahrzeuge sind wann und zu welchen Kosten tatsächlich erhältlich? In<br />

Fahrberichten erfahren Sie außerdem, wie sich welcher Stromer auf der<br />

Straße macht. Fahrspaß und Straßentauglichkeit spielen bei der eFahrzeug-Rallye<br />

e-miglia ebenfalls eine große Rolle. Im nächsten Magazin<br />

erfahren Sie mehr zu diesem Veranstaltungshighlight.<br />

Für eine erfolgreiche Unternehmensdarstellung als Innovationsträger,<br />

Vorreiter und aktiver eMobilitätsplayer, wenden Sie sich bitte für Anzeigenschaltungen<br />

und Einträge ins Firmenverzeichnis direkt an:<br />

Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion / Abo-Service<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen, Termine, innovative<br />

Projekte, Feedback und natürlich über Anregungen freut sich:<br />

Juliane Girke, Redaktionsleitung / juliane.girke@bem-ev.de<br />

Abonnement Fax an <strong>03</strong>0 8638 0866<br />

JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 26,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />

zum Bezugspreis von 18,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />

Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />

Förder-abo / 4 Ausgaben<br />

Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />

eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />

auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 45,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />

zzgl. Porto*).<br />

firmen-ABO / 4 Ausgaben<br />

Speziell für Unternehmen, die das Magazin für mehrere Personen bestellen möchten, gibt es reduzierte<br />

Konditionen. Inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />

5 Stück (85,00 €) 10 Stück (145,00 €) 25 Stück (265,00 €)<br />

oder per email an<br />

abo@neue-mobilitaet.info<br />

Unser Fachmagazin wird Sie nun viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />

und Projekte der eMobilitätsbranche informieren.<br />

* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige<br />

Lieferung der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um<br />

ein weiteres Jahr. Bei einer evtl. Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2012 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann<br />

innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung<br />

des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />

liefer- und Rechnungsadresse<br />

Unternehmen<br />

Vorname, name<br />

straSSe, nr.<br />

PLZ, Ort<br />

email<br />

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Name der Bank<br />

BLZ<br />

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Hiermit ermächtige/n ich/wir den Bundesverband eMobilität e.V. den von mir/uns zu entrichtenden Abonnementpreis bis auf Widerruf jeweils im Voraus zu<br />

Lasten meines/unseres Girokontos mittels Lastschrift einzuziehen. Die Einzugsermächtigung erlischt automatisch bei Kündigung des Abonnements.<br />

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*nur im Inland möglich<br />

Kontonr.<br />

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Neue Mobilität<br />

125


Effizienz durch Intelligenz<br />

eBike & eScooter Shop Berlin<br />

BEM-<br />

MITGLIEDER<br />

Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />

Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />

Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />

Der Bundesverband eMobilität vernetzt die Akteure aus<br />

Wirtschaft, Politik und Medien miteinander, fördert die öffentliche<br />

Wahrnehmung für Elektromobilität durch zahlreiche<br />

Veranstaltungen und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />

Veränderungen ein. Von Beginn an sind die<br />

Mitglieder das wichtigste Potential des Verbands.<br />

»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />

BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />

Projekte ist deshalb eines unserer wichtigsten Aufgaben im<br />

tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />

dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />

um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />

Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />

Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />

Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />

Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />

als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />

und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />

bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />

www.bem-ev.de<br />

www.eMobileTicker.de<br />

Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />

Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />

starken Wachstumsbranchen in Deutschland gehören.<br />

Es ist unverzichtbar, sich gemeinsam und verstärkt den<br />

Herausforderungen der eMobilität zu stellen, um einen<br />

nachhaltigen Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu<br />

sichern. Diese Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme<br />

der innovativsten Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten<br />

und das kooperative Zusammenwirken aller<br />

beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft,<br />

Politik, Medien, den Verbänden und Institutionen, sowie das<br />

Engagement jedes einzelnen Bürgers, der sich für eine Neue<br />

Mobilität einsetzen möchte.<br />

Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />

und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />

eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />

diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />

Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />

endlich sauber und leise wird. Elektromobilität muss jetzt in<br />

Ersten Flotten und Fuhrparks sichtbar werden.<br />

Dafür ist Ihr Engagement und Ihre Unterstützung<br />

notwendig..!<br />

»Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische<br />

Mobilitätsalternative auf die Straße bringen.«<br />

Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />

ComInMarket<br />

CpM<br />

Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />

• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />

Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />

• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />

der relevanten Player der Branche<br />

• Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />

Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität zur Steigerung<br />

urbaner Lebensqualität<br />

• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />

• Bezug des BEM-Fachmagazins »<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>« 4x im Jahr<br />

• Einbindung in Kampagnen, Filme, Interviews, gemeinsame<br />

Pressemitteilungen und Beiträge im BEM-Magazin / BEM TV<br />

• Imagefördernde Positionierung als Innovationsträger und<br />

aktiver eMobilitätsplayer<br />

• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />

• Präsentation auf Veranstaltungen, Symposien, Konferenzen<br />

eShowroom & Kompetenzzentrum, BEM eRoadshow<br />

• Nutzung des Partnerlogos auf Medien und der Webseite<br />

»Mitglied im Bundesverband eMobilität«<br />

• Zugang zu Landesvertretungen und Partnerverbänden<br />

• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, anderen Verbänden und<br />

Instituten<br />

• Event-Einladungen zu Mitgliedskonditionen, bundesweite<br />

eStammtische, Teilnahme am BEM-Roundtable<br />

• Redaktions- und Nachrichtendienst<br />

• eNewsletter, BEM eMobile Ticker als iPhone App, Pressezugang,<br />

Veröffentlichungen<br />

• Professionelle Beratung bei der Umsetzung von ersten<br />

Elektrofahrzeug-Flotten<br />

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126 Neue Mobilität Neue Mobilität 127


firmen-<br />

VERZEICHNIS<br />

Für Einträge in das Firmenverzeichnis wenden Sie sich bitte<br />

an Sandrine Frideres vom BEM sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

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Tel.: +49 228 - 559 20-0<br />

Fax: +49 228 - 559 20-99<br />

service@solarworld.de<br />

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Dr. Peter Bachmann<br />

Leiter des Teams New Mobility<br />

Noerr LLP<br />

Brienner Straße 28<br />

D-8<strong>03</strong>33 München<br />

Peter.Bachmann@noerr.com<br />

T +49 89 28628277<br />

BERLIN<br />

BRATISLAVA<br />

BUDAPEST<br />

BUKAREST<br />

DRESDEN<br />

DÜSSELDORF<br />

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128 Neue Mobilität Neue Mobilität 129


<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber<br />

Bundesverband eMobilität e.V.<br />

Wallstr. 16<br />

10179 Berlin<br />

Fon <strong>03</strong>0 8638 1874<br />

Fax <strong>03</strong>0 8638 0866<br />

www.bem-ev.de<br />

magazin@bem-ev.de<br />

Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />

Christian Heep<br />

christian.heep@bem-ev.de<br />

Redaktionsleitung<br />

Juliane Girke<br />

juliane.girke@bem-ev.de<br />

Fon <strong>03</strong>0 8961 0800<br />

Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />

Sandrine Frideres<br />

sandrine.frideres@bem-ev.de<br />

Fon <strong>03</strong>0 8638 1874<br />

Mitarbeit<br />

Sven Kirrmann<br />

Klaus Bergerfurth<br />

Benjamin Carl Franke<br />

Konzept, Layout & Druck<br />

CYMAGE MEDIA BERLIN<br />

Oranienplatz 5<br />

10999 Berlin<br />

Fon <strong>03</strong>0 616 58 511<br />

Fax <strong>03</strong>0 616 58 526<br />

www.cymage-media.com<br />

agentur@cymage-media.com<br />

Layout, Satz, DTP, Grafik<br />

Christian Heep<br />

Monika Czerminska<br />

Kristin Spiess<br />

Falk Bege<br />

BEM-Photograf<br />

Sebastian Knoth<br />

www.sebastian-knoth.com<br />

Titelbild / Cover<br />

mia electric GmbH<br />

Druckerei<br />

primeline.print Berlin<br />

Auflage<br />

10.000 Stück<br />

Diese Ausgabe:<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>03</strong><br />

Erscheinung April 2011<br />

ISSN 2191-5636<br />

Ausgabe Juli 2011<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 04<br />

Anzeigenschluss 01.06.2011<br />

Ausgabe Oktober 2011<br />

<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 05 zur eCarTec<br />

Anzeigenschluss 21.09.2011<br />

Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />

ins Firmenverzeichnis der NM<br />

gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />

Mediadaten, Stand Januar 2011.<br />

www.neue-mobilitaet.info<br />

www.eMobileTicker.de<br />

BEM-Vorstand<br />

Kurt Sigl, Präsident<br />

Frank Müller, Geschäftsführer<br />

Michael Hofmann, Finanzen<br />

Christian Heep, Marketing<br />

BEM-Beirat<br />

Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />

Dr. Dr. Reinhard Löser<br />

Dr. Jan Peter Korthals<br />

Prof. Dr. Frank Behrendt<br />

Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />

Matthias Groher<br />

Markus Emmert<br />

Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />

Josef Maier<br />

Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />

Johann Georg Friedrich<br />

Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />

Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />

Dr. Gregor Matthies<br />

Das Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> vom Bundesverband eMobilität erscheint<br />

alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen,<br />

Interviews, Termine, Nachrichten und Kommentare zum Themenspektrum<br />

Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft,<br />

Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />

Lieferzeit<br />

8 Wochen<br />

© 2010 -2011 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen<br />

Beiträgen liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die<br />

Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen, Preise, etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und<br />

Gewährleistung übernehmen. Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch<br />

auszugsweise, nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />

Neue Mobilität<br />

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Konzept für die Mobilität der Zukunft<br />

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Umweltfreundlich, zukunftsorientiert, innovativ: EnergieParken ® ist die<br />

Symbiose aus Ladesäule und Parkscheinautomat. Hybridautos und eCars<br />

werden während des Parkens aufgeladen – beim Einkaufen, Kino- oder<br />

Restaurantbesuch. Der Nutzer kann zwischen verschiedenen Stromanbietern<br />

und -arten wählen. Ein modulares, weltweit einzigartiges Konzept, das der<br />

e-Mobility den Weg ebnet.<br />

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