NEUE MOBILITÄT 03
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ISSN 2191-5636 Frühlingsausgabe 2011<br />
April 2011<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App-Store.<br />
Hannover Messe 04. - 08. April 2011<br />
Internationale Leitmesse MobiliTec<br />
Historische eFahrzeuge<br />
Geschichte der eMobilität<br />
Erste Flotten<br />
Die Neue Mobilität auf<br />
der Straße<br />
Status Quo<br />
Ein echter und nachhaltiger<br />
Systemwechsel<br />
Forschung &Entwicklung<br />
Batterie. Ladeinfrastruktur.<br />
eMotoren, Fahrzeugkonzepte<br />
Neue Mobilität<br />
1
gruSSwort<br />
U2<br />
Solar World<br />
Die postfossile Chance<br />
Eine nachhaltige Neue Mobilität macht langfristig nur auf<br />
Basis Erneuerbarer Energien tatsächlich Sinn. Da sind sich<br />
Politik, Wirtschaft und Medien einig. Unklarheit herrscht jedoch<br />
noch in dem Punkt ab wann, in welchem Umfang und<br />
mit welchen Rahmenbedingungen wir künftig elektrisch<br />
unterwegs sein werden. Das Ziel der Bundesregierung: Leitmarkt<br />
mit einer Million Elektrofahrzeugen auf deutschen<br />
Straßen bis 2020. Dieser Zielsetzung schließt sich der BEM<br />
an, erwartet aber einen deutlich ambitionierteren Elektrifizierungsgrad<br />
von 4,5 Millionen.<br />
Zu hohe Erwartungen? Ich denke nicht. Die Potentiale der<br />
eMobilität werden zunehmend erkannt und in ersten Unternehmensflotten<br />
sichtbar. Diese Berührungspunkte mit einer<br />
emissionsfreien und im Alltagsbetrieb funktionierenden<br />
Neuen Mobilität führen nach und nach zu den gewünschten<br />
eigendynamischen Prozessen, die wir für eine weitere Marktdurchdringung<br />
benötigen. Und genau deshalb sind diese<br />
Ersten Flotten so entscheidend - nicht nur um Elektrofahrzeuge<br />
innerhalb der Gesellschaft zu verankern, sondern insbesondere<br />
auch um im globalen Wettbewerb um Marktanteile<br />
zu bestehen. Der inkrementelle Zusammenhang zwischen<br />
unserer heimischen Wertschöpfung und deutschen und europäischen<br />
Arbeitsplätzen sollte hierbei ein ausdrücklicher<br />
Beschleunigungsfaktor sein.<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
Bei anfänglich relativ hohen Anschaffungskosten, sind zwar<br />
die Betriebs- und Wartungskosten sehr gering; wartungsanfällige<br />
Komponenten fossiler Fahrzeuge entfallen und<br />
die niedrigen Verbrauchskosten eines Elektroautos sind unschlagbar;<br />
aber: Allein das Engagement der Early Adopters<br />
wird nicht ausreichen die monetäre Differenz bis zur Serienfertigung<br />
zu überbrücken. Daher fordern wir als wichtigen<br />
Impuls für eine realistische Marktentwicklung intelligente<br />
Kaufanreize für Käufer und Hersteller von Elektrofahrzeugen.<br />
Der Anspruch eines Leitmarktes passt überhaupt nicht<br />
zur derzeitigen deutschen Förderungsablehnung.<br />
Zumindest die Elektrofahrzeughersteller haben sich bereits<br />
aufgestellt und kommen 2011 und 2012 mit ersten Stückzahlen<br />
auf den Markt. Um hier die Produktionskapazitäten aller<br />
Marktteilnehmer merkbar zu erhöhen und das Engagement in<br />
einen elektromobilen Zukunftsmarkt zu attraktivieren, ist ein<br />
Umdenken in der politischen Förderbereitschaft erforderlich.<br />
Dieser Systemwechsel geht einher mit der Entwicklung gänzlich<br />
neuer Fahrzeugkonzepte, die sich in Design und Technologie<br />
signifikant von konventionellen Fahrzeugen unterscheiden.<br />
Eines dieser innovativen, neuen Elektrofahrzeuge<br />
zeigen wir Ihnen auf dem aktuellen Cover:<br />
Das Elektroauto mia. Steigen Sie ein. Denn nur durch Erfahrbarkeit<br />
gelingt es, die Menschen für die postfossile Alternative<br />
zu begeistern.<br />
Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Neue Mobilität<br />
3
INHALTS-<br />
ANGABE<br />
Cover: mia electric GmbH<br />
www.mia-electric.com<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> »<br />
DAS MAGAZIN VOM BUNDESVERBAND e<strong>MOBILITÄT</strong><br />
ausgabe April 2011<br />
Messen &<br />
EVents<br />
Historische<br />
eFahrzeuge<br />
Status Quo<br />
eMobilität<br />
Forschung &<br />
Entwicklung<br />
14 Challenge Bibendum<br />
16 Hannover Messe 2011<br />
»smart efficIency«<br />
18 fESTIVAL of Lights<br />
Energie und eMobilität<br />
19 electric avenue<br />
INTerview Roland Bosch<br />
BEM<br />
3 GruSSwort<br />
Kurt Sigl, BEM-Präsident<br />
6 Reichts denn..?<br />
Editorial, Christian heep<br />
8 rückblick E-world 2011<br />
12 BEM 2.0<br />
13 BEM TV<br />
72 BEm-Roundtable<br />
BEM-Landes-<br />
VERTRETUNG<br />
68 Nordrhein-Westfalen<br />
69 Hessen<br />
122 Buchvorstellungen<br />
124 vorschau<br />
125 abo neue mobilität<br />
126 Mitgliedschaft<br />
IM Bundesverband eMobilität<br />
128 Firmenverzeichnis<br />
130 Impressum<br />
22 130 Jahre eAuto<br />
24 Vergangenheit HAT<br />
Eine zukunFt<br />
David Nanni<br />
26 Electricität auf<br />
Landwegen<br />
Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />
28 Vorweg fahren<br />
RWE AG<br />
30 Back to the Future<br />
BEM Oldtimer<br />
Erste<br />
Flotten<br />
32 eAutos Marktübersicht<br />
pLUGIn-Hybrid-autos<br />
Range Extender<br />
34 Siemens fährt<br />
ELEKTRISCH<br />
36 Future Fleet<br />
SAP<br />
38 Die Elektrische Zukunft<br />
Hat begonnen<br />
UPS<br />
40 Flottenmanagement<br />
Interview Kai Schönenberg<br />
42 Kesselbergrennen<br />
Interview Helmut renner<br />
44 eCarSharing 2.0 Hamburg<br />
pARKpOD & Carsharer<br />
46 Ready for take-off<br />
EBG<br />
48 e-miglia 2011<br />
52 ECHTER Systemwechsel<br />
DR.-Ing. JAN TRAENCKNER<br />
Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
56 eMobilität im Jahr 2025<br />
PHILIPP Grosse KLEIMANN<br />
WOLFGANG Bernhart<br />
57 Masterplan Marktreife<br />
Elektromobilität.NRW<br />
58 NUTZERAKZEPTANZ<br />
Interview Dr. Bernhard Schlag<br />
60 Mobilität im Wandel<br />
Matthias Bentenrieder<br />
62 Mit SpaSS und Gefühl<br />
Dr. Jutta Deffner<br />
Dr. Konrad Götz<br />
63 Vortrieb für eMobilität<br />
Uwe Hahner<br />
64 Legal Corner<br />
Dr. Peter Bachmann<br />
Christian Alexander Mayer<br />
66 emobile talk<br />
Interview Markus emmert<br />
Dr. Christian Andrelang<br />
70 emobilität in hessen<br />
Prof. Dr.-Ing. Petra K. Schäfer<br />
74 Zukunft & Machbarkeit<br />
Dr. Jürgen Kieschoweit<br />
75 Batteriefortschritt<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
76 wECHSEL & Verzögerung<br />
Matthias Groher<br />
pROf. Dr. Robert Pelzel<br />
78 Marktmodell eMobilität<br />
Michael Holtermann<br />
Jens Weinmann<br />
79 Strukturwandel<br />
Dr. Heinz-Rudolf MeiSSner<br />
80 BGI 8686 - Wie sinnvoll?<br />
Mario Hofmann<br />
84 BEM-Forschungsatlas<br />
120 Energie aus der Erde<br />
Anja GleisSl<br />
Batterieforschung<br />
86 Schweflige zukunft<br />
fraunhofer ICT<br />
88 batteriemodul als<br />
systemgrundlage<br />
Sven Schulz<br />
90 Recyclingverfahren<br />
Frank Treffer<br />
91 Elektrochemie für die<br />
emobilität<br />
prof. dr. maRtin winter<br />
92 Chemie auf der<br />
Überholspur<br />
Dr. Thomas Giesenberg<br />
93 Lithium-ionen-batterien<br />
Dr. Axel Thielmann<br />
Ladeinfrastruktur<br />
94 Shine, baby, shine!<br />
Interview Milan Nitzschke<br />
95 Tankstrom laden<br />
Dr.-Ing. Andreas Berg<br />
96 Induktiv-Ladung<br />
Prof. Dr. Ing. J. Meins<br />
98 energiezähler<br />
michael buckentin<br />
100 preis für wampfler<br />
Samuel Kiefer<br />
101 ePlanet<br />
Thomas Frey<br />
Elektromotoren<br />
102 Elektroantriebe<br />
Christian Ziegler<br />
1<strong>03</strong> BOmobil<br />
Prof. Dr. Wolf Ritschel<br />
104 Elektrotraktion<br />
Hans-JÜrgen Esch<br />
Viel Vergnügen beim Lesen der »Neuen Mobilität.<br />
Erstmal ein herzliches Dankeschön für das tolle Feedback<br />
unserer vielen Leser, die interessanten Beiträge, die weiter<br />
zunehmenden Abonnenten und insbesondere an mein<br />
hochmotiviertes Team, das mit besonders viel Engagement<br />
und Einsatz die nunmehr schon dritte Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N<br />
<strong>MOBILITÄT</strong> überhaupt erst ermöglicht hat..!<br />
Neben unserem tagesaktuellen BEM eMobile Ticker, der<br />
Webseite, der interaktiven XING-Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
und dem alle zwei Wochen erscheinenden eNewsletter mit<br />
inzwischen über 5.000 Empfängern, informiert Sie unser<br />
Fachmagazin im Drei-Monats-Rhythmus über aktuelle Fragestellungen,<br />
Entwicklungen, Kooperationen und vielversprechende<br />
Projekte des BEM und der eMobilitätsbranche.<br />
Fahrzeugkonzepte<br />
106 mute<br />
Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp<br />
108 streetscooter<br />
Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker<br />
110 benziner zum stromer<br />
münch Racing<br />
111 Nur mit Erneuerbaren<br />
interview Schott Solar<br />
113 Derby Cycle<br />
Inteview Rainer brinkmann<br />
114 evelotaxi<br />
Interview Dr. Anselm Franz<br />
116 Kunde ist Unsicherheit<br />
Gernot Rainer<br />
118 Elefant Racing team<br />
Interview Florian Reichert<br />
119 Formula Student Electric<br />
Julien van Campen<br />
Johanna Scheider<br />
Diesmal nehmen wir Sie mit zu den historischen Anfängen<br />
elektrisch basierter Mobilität. Knapp 150 Jahre weiter geht<br />
es um Erste Flotten, interessante Berichte zum Status Quo<br />
der Elektromobilität und einen Überblick über unsere Forschungs-<br />
und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Batterie,<br />
Ladeinfrastruktur, Elektromotoren und Fahrzeugkonzepte.<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> will informieren und animieren. Unterstützen<br />
Sie uns auch weiterhin mit Ihren Kommentaren und<br />
Anregungen, Fachbeiträgen und Anzeigenschaltungen, um<br />
den Systemwechsel in die postfossile Phase zunehmend<br />
sichtbar in der Gesellschaft zu verankern.<br />
Christian Heep, Chefredakteur & BEM-Vorstand Marketing<br />
81 Tendenz steigend<br />
Interview HolGer Tholl
Editorial - Christian Heep<br />
Editorial - Christian Heep<br />
Reicht‘s denn..?<br />
Editorial von Christian Heep, Vorstand Marketing im<br />
Bundesverband eMobilität und Chefredakteur der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
© photocase.com/Wollerich<br />
Carlos, 31 aus Berlin fährt an 254 Tagen im Jahr morgens 7,8<br />
km zur Arbeit. Wenn er mal krank ist natürlich etwas weniger.<br />
Mittags geht Tanja in der Kantine essen und abends fährt<br />
sie die 11 km wieder nach Hause. Manchmal, ungefähr an<br />
26 Tagen im Jahr, fährt Susan mittags schon mal 2,8 km ins<br />
Stadtzentrum und an 12 Tagen fährt Holger im Auto seines<br />
Kollegen Heinz mit in das 3,6 km entfernte etwas bessere<br />
Restaurant am Stadtrand. Manchmal fährt Janine mit einem<br />
Umweg von ca. 2,7 km abends noch beim Supermarkt vorbei.<br />
Am Wochenende fährt Maurice mit seiner Familie meist<br />
ins benachbarte Dorf oder an den See. Der ist recht weit weg,<br />
ganze 21,8 km. Vier bis fünf mal im Jahr besuchen Martina<br />
und Kai seine Eltern in dem 26,2 km entfernten Landhaus.<br />
Meist kommen ihre Eltern aber zu ihm in die Stadt gefahren,<br />
weil Steffis Tante abends gern mal ins Theater geht. Jens fährt<br />
lange Strecken gern mit der Bahn und im Urlaub fliegt Kristin<br />
gern nach Spanien. Pascal plant ca. 32 Arbeitstage im Jahr<br />
für seinen Arbeitsweg ein. Der nervige Weg morgens über<br />
den Stadtring dauert manchmal über 21,2 Minuten, obwohl<br />
es im Durchschnitt gerade einmal 9 km sind. Jeden Morgen<br />
fährt Emma 24 km in die Stadt, genießt dafür aber am Wochenende<br />
die schöne Landluft. Kleinere Ausflüge machen<br />
Doreen und Alex fast jedes Wochenende. Mal geht‘s mit den<br />
Kindern ins Schwimmbad (1,8 km) oder in die Stadt (4,3 km).<br />
Ganz selten fährt Aydin mal mehr als 31 Kilometer in das Erlebnisbad.<br />
Seit Julias Mann seine eigene Praxis in der Stadt<br />
hat, fährt Jenny die Kinder morgens in die Schule, holt Max<br />
vom Fußball ab und geht zwei bis drei mal pro Woche in der<br />
Stadt einkaufen. Da kommt er schnell mal auf 12 bis 15 km<br />
am Tag. Die meiste Zeit steht Monas Auto aber in der Garage,<br />
auf dem Hof oder wartet auf dem Firmenparkplatz..<br />
Fazit: Meine Statisten fahren fast jeden Tag mit dem Auto,<br />
je nach Studie meist so um die 20 bis 60 km, die meisten<br />
unter einer Stunde. Manchmal ist es auch ein bisschen<br />
mehr, vielleicht 80 km. Also ganz normal, so wie ca. 80%<br />
der europäischen Bevölkerung - was allein in Deutschland<br />
einem Fahrzeugbestand von 34 Millionen PKW entspricht.<br />
Wenn es ein umweltschonendes und nachhaltiges Fahrzeugkonzept<br />
gäbe, das 80 bis 120 km Reichweite am Tag hätte,<br />
wäre das doch mehr als ausreichend, oder..? Wäre dieses<br />
Konzept zusätzlich auch noch emissionsfrei, sauber und<br />
leise, z.B. mit Erneuerbaren Energien aus dem eigenen Solar-<br />
Carport ressourcenschonend und CO 2-neutral zu laden, würde<br />
Abhängigkeiten von der Tankstelle und instabilen Regionen<br />
mindern und dann im Laufe der Zeit auch noch jedes<br />
Jahr, der Innovationskraft unserer Unternehmen sei Dank,<br />
eine immer größere Reichweite haben, sowie zu guter Letzt<br />
in der Anschaffung günstiger werden..?<br />
Das wäre dann wohl der Punkt, an dem viele wieder anfangen<br />
an den Weihnachtsmann zu glauben..<br />
So könnte man zumindest meinen, wenn man die Medienberichterstattung<br />
und politischen Debatten verfolgt, die von<br />
einer Verunsicherung großer Bevölkerungsteile sprechen<br />
und meist mangels Erfahrung und aus Unwissenheit die teils<br />
protektionistische Meinungsmache annehmen. Nicht nur,<br />
dass sie viel zu teuer wären, sondern auch, dass die Reichweiten<br />
überhaupt nicht ausreichen. Das ist schwer zu verstehen,<br />
haben wir doch gerade das Gegenteil festgestellt. Die<br />
wenigen Ausnahmen längerer Fahrstrecken lassen sich ohne<br />
Probleme auch anders organisieren. Im Falle eines elektrifizierten<br />
Zweitwagens, wir sprechen von ca. 10 Millionen PKW,<br />
zum Beispiel auch mit dem für geraume Zeit noch fossilen<br />
Erstwagen, der dem selbständigen Handelsvertreter gehört,<br />
der zugegebenermaßen in naher Zukunft mit einem eFahrzeug<br />
noch nicht weit kommt. Das sind aber die wenigsten.<br />
Die vom Bundesverband eMobilität avisierten 4,5 Millionen<br />
Elektroautos bis 2020 sind demnach reichweitentechnisch<br />
überhaupt kein Problem, entsprechen sie doch noch nicht<br />
einmal der Hälfte der Zweitwagen.<br />
Die Renaissance der Elektromobilität steht am Anfang. In<br />
einigen Jahren sehen die Rahmenbedingungen in puncto Anschaffungspreis<br />
und Reichweite viel besser aus. Nicht dass<br />
das Thema Reichweite so wichtig wäre, aber im Rahmen<br />
des zu erwartenden technologischen Fortschritts ein Effekt,<br />
der zusätzliche Akzeptanz und Sicherheit bringt. Zudem erschließen<br />
sich mit sagen wir 20 km mehr Reichweite pro Jahr<br />
bei sinkenden Batteriekosten, kürzeren Ladezeiten, einer<br />
flächendeckenderen Ladeinfrastruktur und einem insgesamt<br />
geringeren Anschaffungspreis von anfänglich ca. 5 bis 10%<br />
pro Jahr permanent neue Nutzergruppen, die die Vorteile einer<br />
nachhaltigen Mobilität in Kombination mit günstigeren<br />
Verbrauchs- und Unterhaltskosten zu schätzen wissen. Spekulationen<br />
über einen steigenden Ölpreis braucht man an<br />
dieser Stelle für eine wirtschaftliche Betrachtung noch nicht<br />
einmal bemühen.<br />
Zum Glück gibt es bereits heute genügend Early Adopters,<br />
die aus verschiedenen Gründen gewillt sind, Erste Flotten<br />
zu elektrifizieren und sich an dem derzeit noch höheren Anschaffungspreis<br />
nicht stören. Sie wollen Vorreiter, Vorbild<br />
und Wegbereiter einer Neuen Mobilität zugleich sein. Wissend,<br />
dass sich ihr grünes Invest vielfach auszahlen wird.<br />
Diese Elektromobilisierung wird immer sichtbarer und umso<br />
realistischer, wie geeignete Fördermöglichkeiten initiiert<br />
werden, die die monetäre Differenz zwischen fossilen und<br />
postfossilen Fahrzeugen immer kleiner werden lässt. Erst<br />
mit der Serienproduktion wird Elektromobilität wirklich den<br />
erwünschten Durchbruch erzielen.<br />
Wenn wir also wirklich wollen, dass unsere Mobilität zeitnah<br />
nachhaltig wird, Klima- und Umweltschutzpotentiale im<br />
Verkehr weltweit effektiv nutzbar gemacht werden, unsere<br />
Städte leiser und sauberer werden, die Ressourcen unserer<br />
Welt geschont werden und wir durch den weiteren Ausbau<br />
zusätzlicher Erneuerbarer Energien unabhängiger werden,<br />
dann gilt es nun, uns gemeinsam und entschieden für eine<br />
Neue Mobilität einzusetzen. Es gilt, unsere Automobilwirtschaft<br />
und die Politik davon in Kenntnis zu setzen, dass wir<br />
nicht länger gewillt sind uns der Verzögerung und dem Protektorat<br />
einer fossilen Elite unterzuordnen.<br />
Da wir wissen, dass viele andere Länder ebenfalls die Vorteile<br />
und die Zukunft der eMobilität erkannt haben, bedeutet der<br />
Einsatz für Elektromobilität auch, heimische Wertschöpfungspotenziale<br />
und deutsche, bzw. europäische Arbeitsplätze<br />
zu schützen. Der Wettlauf um marktbeherrschende<br />
Positionen hat bereits begonnen und ist in vollem Gange.<br />
Sicherlich stehen wir jetzt auch nicht ganz schlecht da, aber<br />
Vorreiter oder gar Leitmarkt, wie die Bundesregierung es<br />
wünscht, sind wir derzeit nicht mehr. Gut, dass es zahlreiche<br />
Forschungsinitiativen auch in Deutschland gibt, die recht<br />
vielversprechende Ansätze zeigen. Dennoch ist seitens der<br />
Politik ein viel größeres Engagement für Elektromobilität<br />
dringend gefordert. Einerseits natürlich weiterhin im Bereich<br />
Forschung und Entwicklung, andererseits müssen aber auch<br />
Kaufanreize gegeben werden.<br />
Wir müssen jetzt Elektrofahrzeuge in großen Stückzahlen<br />
auf die Straße bringen, um den Anschluss an einen gigantischen<br />
Wachstumsmarkt nicht zu verlieren. Dieser Systemwechsel<br />
muss aktiv unterstützt und gefördert werden. Die<br />
politische Ausrede auf die technische Bereitschaft und Verfügbarkeit<br />
der deutschen Automobilhersteller zu warten,<br />
kann hier nicht länger zielführend sein.<br />
Einen intelligenten Förderansatz haben wir bereits mehrfach<br />
gefordert. 10.000 Euro je zur Hälfte an den Hersteller und an<br />
den Käufer - initiativ für die ersten 250.000 Elektroautos. Als<br />
Marktanreizprogramm werden Käufer und Hersteller damit<br />
gleichermaßen unterstützt. Hier im übrigen auch die kleineren<br />
Mittelständler, die in der Regel von den großen Fördersummen<br />
gar nicht profitieren - aber erstaunlicherweise<br />
gerade die ersten Fahrzeuge auf den Markt bringen.<br />
An dieser Stelle möchte ich auch auf die bestürzende Situation<br />
in Japan eingehen und im Namen des gesamten BEM<br />
unserer tief empfundenen Anteilnahme Ausdruck verleihen.<br />
Die katastrophalen Naturereignisse und das atomare Desaster<br />
sind ein viel zu hoher Preis für einen Kurswechsel<br />
in der Atompolitik. Ich hoffe, diese furchtbare Tragödie gedenkt<br />
der unzähligen Opfer zumindest damit, dass sich alle<br />
Staaten dieser Erde für den zügigen, weiteren Ausbau nachhaltiger<br />
Energien aussprechen und ihre Atomambitionen<br />
grundlegend überdenken.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
6 Neue Mobilität Neue Mobilität 7
E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />
E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />
Rückblick E-world 2011<br />
Essen war drei Tage lang die zentrale Networking Plattform für die<br />
europäische Energiebranche<br />
E-world energy & water 2011<br />
Thema smart energy sorgte für weiteren außerordentlichen<br />
Wachstumsschub der E-world energy & water 2011<br />
Die Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft hat alle<br />
Erwartungen übertroffen. Sie verzeichnete ein deutliches<br />
Wachstum in allen Bereichen. 544 Aussteller der Energieund<br />
Wasserwirtschaft aus 20 Ländern präsentierten auf<br />
41.000 Quadratmetern 19.700 Fachbesuchern aus über 40<br />
Ländern ihre Neuheiten und Dienstleistungen: Das bedeutet<br />
ein Plus bei der Zahl der Aussteller um 8%, bei der Fläche<br />
sowie den Besuchern um rund 10%. Auch am Kongress nahmen<br />
mit 2.800 Tagesbesuchern rund 30% mehr Fachleute<br />
teil als im Vorjahr.<br />
»Die E-world hat nicht nur in den klassischen Themenbereichen<br />
der Energiewirtschaft die etablierte Networking-<br />
Plattform ersten Ranges geboten. Sie hat auch wieder Innovationen<br />
und aktuelle Fragestellungen der Energie- und<br />
Wasserwirtschaft in den Fokus gerückt«, freuen sich die<br />
beiden Gesellschafter der E-world Niels Ellwanger, Vorstand<br />
der con|energy AG, und Frank Thorwirth, Vorsitzender der<br />
Geschäftsführung der Messe Essen, über den großen Erfolg<br />
der gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung.<br />
Megatrend smart energy in Messe und Kongress<br />
Wegen der großen Nachfrage war für die E-world 2011 eine<br />
zusätzliche Messehalle geöffnet worden, die fast vollständig<br />
im Zeichen von smart energy stand. Energieeffizienz, Smart<br />
Metering, Erneuerbare Energien und Elektromobilität waren<br />
dort die bestimmenden, zukunftsweisenden Themen. Auf<br />
einem Gemeinschaftsstand präsentierten 25 Unternehmen<br />
ihre neuesten Entwicklungen in diesem Marktfeld. Auch im<br />
messe-begleitenden Kongress war die Integration von smart<br />
energy in die künftige Energieversorgung ein thematischer<br />
Schwerpunkt.<br />
Ausgesprochen zufriedene Besucher und eine sehr positive<br />
Branchenstimmung<br />
Die E-world bietet beste Möglichkeiten zum Networking für<br />
alle Marktteilnehmer rund um die Energie- und Wasserwirtschaft.<br />
Denn die Pflege bestehender und die Anbahnung<br />
neuer Geschäftskontakte sowie Erfahrungs- und Informationsaustausch<br />
sind für die Besucher laut repräsentativer Befragung<br />
am wichtigsten. Nahezu alle zeigten sich sowohl mit<br />
dem Gesamtangebot der E-world als auch mit deren Internationalität<br />
sehr zufrieden. Am stärksten waren die Besucher<br />
an den Bereichen Erneuerbare Energien, Energiehandel,<br />
Energieeffizienz und Smart Metering interessiert. Über 70%<br />
der E-world-Besucher sind maßgeblich an Beschaffungsentscheidungen<br />
ihrer Unternehmen beteiligt. Die Stimmung in<br />
der Branche ist sehr gut: 94% der Besucher beurteilen die<br />
derzeitige Konjunktur positiv und 75% erwarten eine weiter<br />
steigende Konjunkturentwicklung ihrer Branche.<br />
eMobilität war ein großes Thema auf der E-world 2011<br />
Sehr großen Anklang fand auch die Sonderschau »future<br />
of mobility«, in der die Möglichkeiten der Neuen Mobilität<br />
aufgezeigt und mit einem Testparcours erfahrbar wurden. In<br />
der Galeria der Messe Essen präsentierten einige Fahrzeughersteller<br />
und Infrastruktur-Dienstleister sowie der Bundesverband<br />
eMobilität ihre Produkte und Ideen im Bereich der<br />
Neuen Mobilität. Auch an den Ständen der Aussteller in den<br />
weiteren Messehallen waren vielfach Fahrzeuge mit alternativen<br />
Antrieben wie etwa Kleinbus, PKW, Motorrad, Roller<br />
oder Elektrofahrrad zu sehen. Im Kongress war dem Thema<br />
eine eigene Konferenz unter dem Titel »smart mobility« gewidmet.<br />
Zufriedene Aussteller wollen zur nächsten E-world 2012<br />
wieder kommen<br />
Die Aussteller sprachen einhellig ihre Zufriedenheit über die<br />
große Zahl der Besucher und über deren hohe Qualität aus.<br />
92% von ihnen sagten schon jetzt - ebenso wie 95% der Besucher<br />
- dass sie bei der nächsten E-world energy & water,<br />
die vom 07. bis 09. Februar 2012 in der Messe Essen stattfindet,<br />
wieder dabei sein wollen.<br />
Weitere Informationen zur E-world 2011 finden Sie hier:<br />
www.e-world-2011.com.<br />
Aussteller auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App-Store.<br />
8 Neue Mobilität Neue Mobilität 9
E-world ENERGY & WATER 2011 - Rückblick<br />
Tim Baack, E-Mobility Partners GmbH, BEM-Beirat<br />
»Die E-world ist die Leitmesse der Energiewirtschaft in Deutschland. Alle entscheidenden Branchenteilnehmer der Stromund<br />
Gasindustrie waren vor Ort, eine ideale Möglichkeit zum Austausch und zur Kontaktpflege. Das Thema Neue Mobilität<br />
war dieses Jahr deutlich stärker vertreten, was auch auf den Gemeinschaftsstand des BEM zurückzuführen ist. Ich hoffe,<br />
dass sich die E-world in Zukunft noch deutlich stärker den Bereichen eMobilität und Smart-Grid zuwenden wird. Es sind<br />
die Zukunftsmärkte der Branche und sie werden immer stärker zusammenwachsen.«<br />
BEM-Gemeinschaftsstand<br />
Elektromobilität als Zukunftsmarkt der Energieversorger<br />
BEM-Gemeinschaftsstand auf der e-world energy & water in Essen<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
Juliane Girke und Sandrine Frideres im eVelotaxi<br />
Ladeinfrastruktur<br />
• Interoperabilität<br />
• Sicherheit durch<br />
verfahrbare Steckdosen<br />
• Autorisierung per<br />
Mobiltelefon oder RFID<br />
• Vandalismusgeschützte<br />
Bauweise<br />
• Bewährtes glasfaserverstärktes<br />
Kunststoffgehäuse<br />
Ulrich Prediger, Geschäftsführer LeaseRad<br />
»Energieversorger, Stadtwerke und viele weitere Akteure<br />
aus der Energiebranche konnten sich über umweltfreundliche<br />
Mobilitätslösungen informieren. Das große Interesse an<br />
innovativen und ganzheitlichen Mobilitätsdienstleistungen,<br />
vom individualisierten Pedelec bis hin zu Induktionsladesäulen<br />
und Abstellanlagen aus einer Hand, verdeutlichte<br />
den Bedarf nach multiplizierbaren eMobilitätslösungen für<br />
die Energiebranche. Für LeaseRad eine erfolgreiche Premiere<br />
auf dem Gemeinschaftsstand des BEM und der E-world!«<br />
Rachid Ait Bohou, Geschäftsführer e8energy<br />
»Die E-world 2011 empfanden wir als sehr intensive Bühne<br />
zum Austausch mit den Marktteilnehmern sowie potentiellen<br />
Kunden wie beispielsweise den Stadtwerken. Die Gespräche<br />
waren, da es sich fast ausschließlich um Fachbesucher handelte,<br />
auf einem sehr interessierten und hohen Niveau. Besonderes<br />
Interesse hatten die Gesprächspartner am Aufbau<br />
der unabhängigen, überregionalen Ladeinfrastruktur, die<br />
ausschließlich aus Erneuerbaren Energien gespeist wird. Vor<br />
allem das ganzheitliche Konzept, das regenerativer Strom<br />
und gut zugängliche Ladestationen den Betrieb von sauberen<br />
Autos sichern, fand hohen Zuspruch.«<br />
Andreas Gräwingholt, Geschäftsführer German E-Cars<br />
»German E-Cars war in diesem Jahr zum ersten Mal auf der<br />
E-world energy & water vertreten und war insbesondere von<br />
dem Fachpublikum, dem Ambiente und der reibungslosen<br />
Organisation begeistert. Die Besucherkontakte waren von<br />
bester Qualität. Wir hatten dezidierte Anfragen und viele<br />
fachliche Diskussionen. Es freut uns, dass sich Energie- und<br />
Wasserwirtschaft zusammen mit der eMobilität so gut präsentieren<br />
konnten. Gerne sind wir nächstes Jahr wieder auf<br />
dem BEM-Gemeinschaftsstand dabei.«<br />
Uwe Hahner, General Manager Swarco Traffic Systems<br />
»Als aktives Mitglied im Bundesverband eMobilität ist es für<br />
uns selbstverständlich, auch auf der E-world mit dabei zu<br />
sein. Nützlich ist es aber auch: Wir hatten reichlich Gelegenheit,<br />
unsere Entwicklung bei Fachbesuchern aus der Energiewirtschaft<br />
vorzustellen. Insbesondere die Anbieteroffenheit<br />
des EnergieParken-Systems und die Möglichkeit, Investitionskosten<br />
durch Parkgebühren zu refinanzieren, begeisterte<br />
die Experten. Wir waren sehr zufrieden. Der BEM-Gemeinschaftsstand<br />
hat viele Fachbesucher angezogen, so dass wir<br />
eine ganze Reihe guter Gespräche über EnergieParken ® führen<br />
konnten. Nächstes Frühjahr gerne wieder!«<br />
Stephan Rauterberg, Geschäftsführer Scooter Skillz<br />
»Als Mitglied im Bundesverband eMobilität haben wir die<br />
Gelegenheit genutzt, uns erstmals auf der E-world energy<br />
& water 2011 in Essen auf dem BEM-Gemeinschaftsstand<br />
zu präsentieren. Wir konnten viele interessante Gespräche<br />
mit Ausstellern und Besuchern führen. Unser Konzept,<br />
ein breites Angebot von preiswerten Elektrorollern<br />
mit guter Qualität zu offerieren und mit einem umfassenden<br />
After-Sales-Service zu kombinieren, wurde sehr gut<br />
angenommen.«<br />
Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer Veloform Media<br />
»Auf der E-world 2011 hatten wir mit dem neuen eVelotaxi<br />
hervorragende Möglichkeiten, die Gäste der Messe mit<br />
der Werbewirkung und Strahlkraft unseres Produktes zu<br />
begeistern. Gerade mit seinem voll elektrischen Antrieb<br />
ist das eVelotaxi ein verlässliches Fahrzeug mit hohem<br />
Nutzen für den urbanen Verkehr, das auch in den Gängen<br />
der Messehallen für großes Aufsehen gesorgt hat. Durch<br />
die häufige Nutzung des eVelotaxis durch vor Ort anwesende<br />
BEM-Verteter wurde das Fahrzeug zu einer wahren<br />
Kommunikations- und Promotionplattform in Sachen<br />
Elektromobilität.«<br />
Informations- &<br />
Kommunikationstechnik<br />
• Einbindung in<br />
Smart-Grid-Konzepte<br />
• Vernetzung via Internet<br />
mit Backend-System<br />
• Kommunikation<br />
mit dem Fahrzeug<br />
www.ebg-compleo.de<br />
artwork: www.exprim.de<br />
EBG complEo GmbH info@ebg-compleo.de<br />
Part of the An der Wethmarheide 17 fon +49 (0) 23 06 - 923-3<br />
10 Neue Mobilität Neue Mobilität 11<br />
D-44536 Lünen fax +49 (0) 23 06 - 29 20
Bundesverband eMobilität - BEM 2.0<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Jetzt im App Store.<br />
Bundesverband eMobilität - BEM TV<br />
Gruppe <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Der BEM diskutiert auf der Online-Plattform XING aktuelle<br />
Fragestellungen zum Status Quo der Elektromobilität. Treffen<br />
Sie die interessanten Köpfe der Branche und unterstützen<br />
Sie uns gleichzeitig mit Ihrem Engagement und Ihren Ideen<br />
auf dem Weg in die postfossile Phase unserer Gesellschaft.<br />
BEM eMobile Ticker<br />
Der BEM eMobile Ticker bringt alle relevanten Neuigkeiten<br />
aus dem Bereich Elektromobilität einfach und bequem via<br />
Blog, abonnierbarem RSS-Feed, Twitter sowie via iPhone<br />
App auf Ihr mobiles Endgerät: aufs Wesentliche reduziert,<br />
schnell zu erfassen und stets up to date.<br />
TV<br />
»Wir haben mit der XING-Gruppe ein interaktives Forum<br />
für eMobilität geschaffen und freuen uns auch weiterhin<br />
auf Ihre Beiträge und Kommentare. Stellen wir uns gemeinsam<br />
den vielfältigen Herausforderungen, um Elektromobilität<br />
serienfähig, nachhaltig und zunehmend erneuerbar<br />
auf die Straße zu bringen«, betont Christian Heep,<br />
BEM-Vorstand Marketing, der gemeinsam mit Juliane Girke<br />
und Sandrine Frideres die Gruppe moderiert. »Bereits über<br />
1.000 Mitglieder haben in den ersten 3 Monaten den hohen<br />
Stellenwert der Elektromobilität und ein deutliches Interesse<br />
an Kommunikation und Austausch gezeigt. Insbesondere<br />
die Branchenvielfalt und Unternehmensherkunft<br />
der Mitglieder zeichnet eine vielversprechende Landkarte<br />
der elektromobilen Entwicklung in Deutschland.«<br />
www.xing.com/group-61578.616d2f<br />
Der innovative eMobile Ticker beleuchtet aktuelle Entwicklungen<br />
auf dem Markt und im Technologiebereich, stellt die<br />
Köpfe der Branche vor und informiert über heute bereits erhältliche<br />
Elektro-Fahrzeuge. Eine regelmäßig aktualisierte<br />
Link-Liste führt überdies wichtige Informationsquellen zur<br />
vertiefenden Recherche auf.<br />
www.eMobileTicker.de und www.bem-ev.de<br />
Die Energielandkarte ehoche - Das Online-Branchenbuch<br />
www.ehoche.de<br />
CleanEnergy Exhibition - Virtuelle Fachmesse für Erneuerbare<br />
Energien, Cleantech und Nachhaltigkeit<br />
www.cleanenergy-exhibition.de<br />
BEM TV geht auf Sendung<br />
Wir Das bewegen.. Bewegtbild Medium<br />
TV<br />
etecmo<br />
Die erste Online-Jobbörse im Bereich eMobilität<br />
Die etecmo GmbH mit Sitz in Fürth ist die erste Online-Jobbörse<br />
in Europa, die sich speziell auf das Thema Elektromobilität<br />
konzentriert. »Wir sind Spezialisten, wenn es um<br />
die Vermittlung von Fach- und Führungskräften im Bereich<br />
Elektromobilität geht«, so Sibylle Lingner, Geschäftsführerin<br />
von etecmo.<br />
Durch die Kooperation mit der Leitmesse eCarTec erreicht<br />
etecmo europaweit über 40.000 Interessenten im Bereich<br />
Elektromobilität. Der stetige Kontakt mit potentiellen Fachkräften<br />
über soziale job Netzwerke, expert wie for electromobility<br />
XING oder Facebook,<br />
trägt außerdem zu einem kontinuierlich steigenden Pool an<br />
qualifizierten Bewerbern aus dem In- und Ausland bei, auf<br />
den jederzeit zugegriffen werden kann.<br />
Seit November 2010 kooperiert etecmo mit dem Bundesverband<br />
eMobilität. »Unternehmen und Bewerbern soll im Rahmen<br />
der Kooperation ein schneller und effizienter Zugriff auf<br />
OFFICIAL<br />
den Job-Zukunftsmarkt Elektromobilität ermöglicht werden. PARTNER<br />
Insbesondere auch unsere Mitglieder können wir so bei der<br />
Suche nach adäquaten Mitarbeitern effektiv unterstützen«,<br />
so Christian Heep, Vorstand Marketing beim BEM.<br />
www.etecmo.com<br />
„Wir sind die Spezialisten, wenn es um die<br />
Vermittlung von Fach- und Führungskräften<br />
im Bereich Elektromobilität geht.“<br />
Sibylle Lingner, Geschäftsführung<br />
etecmo ist die erste Online Jobbörse in Europa, die sich speziell auf das Thema Elektromobilität konzentriert.<br />
»Aus der Idee, sendefähige Bewegtbildinhalte für Medien<br />
und Fernsehanstalten zur Verfügung stellen zu können, ist in<br />
diesem ersten Schritt BEM TV geworden«, erläutert Christian<br />
Heep, Vorstand Marketing beim BEM, die Geburtsstunde für<br />
den neuen Informationskanal. »Nicht zuletzt ist es natürlich<br />
auch eine gute Möglichkeit unsere Aktivitäten, Projekte,<br />
Messeauftritte und das Engagement unserer Mitglieder einem<br />
immer grösseren Publikum vorzustellen.«<br />
»Langfristig ist geplant daraus ein eigenes Sendeformat für<br />
Elektromobilität zu entwickeln. Ein abwechslungsreicher Mix<br />
aus Dokumentationen, Reportagen, Interviews und Statements<br />
unserer Experten, Beiräte und Mitglieder sowie interessanten<br />
Fahrstrecken soll dazu beitragen die Neue Mobilität<br />
in der Bevölkerung zu verankern und Wissenslücken zu<br />
schließen. Mit bewegten Bildern wollen wir eine Idee in die<br />
Welt hinaustragen, von der wir meinen, dass sie unsere Gesellschaft<br />
grundlegend verändern wird.<br />
Saubere und leise Städte, eine nachhaltige Energieversorgung<br />
auf Basis Erneuerbarer Energien, Ressourcenschonung<br />
und weniger Ölimport-Abhängigkeiten aus meist instabilen<br />
Regionen sind dabei nur einige Vorzüge, die es gilt, einem<br />
breiten Publikum zu veranschaulichen. Die technologischen<br />
Möglichkeiten und die Chancen zur Veränderung sind da und<br />
wollen entsprechend kommuniziert werden.«<br />
©2011 BEM / BEM TV powered by Marko Kirchner www.filmkomplize.de<br />
Mit Marko Kirchner haben wir einen vielseitig versierten<br />
Filmkomplizen für BEM TV begeistern können. Jahrelange<br />
Industrie, Film- und Fernseherfahrung im Bereich Motorjournalismus<br />
und Automobilformate als Filmemacher, Fernsehautor<br />
und Formatentwickler haben auch ihn erkennen lassen,<br />
welches Potential im Bereich Elektromobilität liegt.<br />
Mit Begeisterung und Faszination für die Neue Mobilität wollen<br />
wir nun gemeinsam die nächsten Schritte angehen und<br />
hoffen dabei auf die ideele, inhaltliche und finanzielle Unterstützung<br />
der Branche und unserer Mitglieder. Bei Interesse<br />
freue ich mich sehr über weiterführende Gespräche.<br />
• Sternekoch Johann Lafer beim BEM auf der eCarTec 2010<br />
zum Thema Schirmherschaft eat&charge<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf der eCarTec 2010<br />
• BEM-Geschäftsführer Frank Müller auf der E-world 2011 in<br />
der Reihe Interviews zum Status Quo der Elektromobilität<br />
• Bundesverband eMobilität auf der E-world 2011<br />
weitere Informationen unter<br />
www.bem-ev.de/enews/bem-tv<br />
oder auch auf unserem YouTube-Kanal<br />
www.youtube.com/<strong>NEUE</strong>MOBILITAET<br />
12 Neue Mobilität Neue Mobilität 13
Michelin Challenge Bibendum Berlin 2011 Michelin Challenge Bibendum Berlin 2011<br />
BEM-Gemeinschaftsstand auf der Michelin Challenge Bibendum<br />
Eine nachhaltige Neue Mobilität ist sowohl Ziel der Challenge Bibendum als auch<br />
des Bundesverbands eMobilität. Deshalb wird der BEM gemeinsam mit seinen Mitgliedern<br />
und Partnern aktiv auf einer der spannendsten Ausstellungsflächen der<br />
Welt präsent sein. Bitte kontaktieren Sie BEM-Geschäftsführer Frank Müller, falls<br />
Sie Interesse an der Teilnahme am BEM-Gemeinschaftsstand haben.<br />
Challenge Bibendum 2011<br />
Besuchen Sie uns vom 21. bis 22. Mai auf dem Tempelhofer Feld.<br />
Wir freuen uns auf interessante Gespräche..!<br />
Mobilitätsgipfel kommt im Mai 2011 nach Berlin<br />
Tempelhofer FELD BERLIN<br />
Über 5.000 internationale Fachbesucher und Medienvertreter<br />
und 1.000 Studenten werden zur elften Auflage der<br />
Michelin Challenge Bibendum vom 18. bis 22. Mai 2011 in<br />
Berlin-Tempelhof erwartet. Automobilhersteller, Zulieferer,<br />
Energieversorger sowie Entscheidungsträger aus Politik und<br />
Wirtschaft werden zukunftsweisende technische Lösungen<br />
rund um das Thema »nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr«<br />
präsentieren.<br />
Taufpate der Veranstaltung ist das bekannte Michelin-Männchen.<br />
Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens initiierte<br />
Michelin 1998 die Challenge Bibendum, die sich mit dem<br />
nachhaltigen Straßenverkehr für die Zukunft auseinandersetzt.<br />
Die als Non-Profit-Plattform konzipierte Veranstaltung<br />
wird seither vom französischen Reifenhersteller zusammen<br />
mit Partnern aus der Automobilindustrie und der Energieversorgung<br />
organisiert. Auch Forschungseinrichtungen sowie<br />
zahlreiche nationale und internationale Organisationen<br />
unterstützen die Veranstaltung, die zwischenzeitlich in verschiedenen<br />
Teilen der Welt Station gemacht hat. Nach 2002<br />
kommt die Challenge Bibendum jetzt ein zweites Mal nach<br />
Deutschland und erstmals in die Hauptstadt.<br />
www.michelin.de<br />
Veranstaltungsmotto »sauber, sicher, vernetzt«<br />
Auch die diesjährige Veranstaltung findet unter dem Motto<br />
»sauber, sicher, vernetzt« statt. Die Überschrift definiert die<br />
wichtigsten Anforderungen an die Mobilität von morgen.<br />
Heute verbrauchen Kraftfahrzeuge täglich weltweit 85 Millionen<br />
Barrel Erdöl und belasten die Umwelt jedes Jahr mit<br />
fünf Milliarden Tonnen CO2. Die saubere Mobilität setzt auf<br />
effizientere Antriebstechnologien und umweltschonende<br />
Kraftstoffe, die nicht in erster Linie auf Erdöl, sondern auf<br />
verschiedenen Energieträgern basiert.<br />
Ein zweiter wichtiger Aspekt der Mobilität der Zukunft ist<br />
die Sicherheit. Dies betrifft sowohl die Fahrzeuge selbst als<br />
auch den gesamten Straßenverkehr mit seinen unterschiedlichen<br />
Teilnehmern. Fahrzeugentwickler stehen heute vor der<br />
Herausforderung, aus Gründen der Effizienz das Fahrzeuggewicht<br />
zu verringern, ohne dabei Abstriche beim Insassenschutz<br />
zu machen.<br />
Ideale Bedingungen am ehemaligen Flughafen Tempelhof<br />
Veranstaltungsort ist der frühere Flughafen Tempelhof. Er<br />
bietet aufgrund seiner Möglichkeiten und Weitläufigkeit<br />
ideale Bedingungen für die Teilnehmer, ihre Fahrzeuge und<br />
Zukunftstechnologien zu präsentieren. Rund 200 Fahrzeuge<br />
mit innovativen Antriebstechnologien werden in Berlin vorgestellt.<br />
Dazu gehören Zweiräder, Elektroroller, PKW, Transporter<br />
sowie Busse und schwere Nutzfahrzeuge. Die meisten<br />
Fahrzeuge können von den Besuchern in Testfahrten auf<br />
dem Gelände selbst gefahren werden.<br />
Workshops und Konferenzen<br />
An den ersten drei Tagen richtet sich die Challenge Bibendum<br />
in erster Linie an das internationale Fachpublikum und<br />
die Medienvertreter. Es werden über 500 Journalisten aus<br />
allen Teilen der Welt erwartet. Breiten Raum bei der Challenge<br />
Bibendum nehmen Workshops und Konferenzen zu<br />
den Schlüsselthemen »sauber, sicher, vernetzt« ein. In über<br />
einem Dutzend Arbeitsgruppen diskutieren Experten unter<br />
Ausschluss der Öffentlichkeit die relevanten Themen im<br />
Zusammenhang mit nachhaltiger Mobilität. Die Ergebnisse<br />
werden allen Teilnehmern im Anschluss präsentiert und im<br />
Rahmen eines halbtägigen Forums am 20. Mai mit Entscheidungsträgern<br />
aus Politik und Wirtschaft sowie Verkehrsund<br />
Umweltexperten erörtert.<br />
Die Elektromobilität ist bei den Workshops und Konferenzen<br />
ein Schwerpunktthema. Einerseits geht es um den ökonomisch<br />
und ökologisch richtigen Weg in Richtung einer nachhaltigen<br />
Mobilität. Andererseits interessiert das Thema Batterien,<br />
technische Innovationen, Sicherheitsfragen, Kosten,<br />
Verfügbarkeit, Schnellladesysteme, Lebensdauer usw. Eine<br />
Konferenz befasst sich mit den Problemen der Großstädte.<br />
Wohin entwickeln sich die Transportsysteme? Wie sieht es<br />
in Sachen Infrastruktur aus? Ist die emissionsfreie Stadt<br />
eine Utopie?<br />
Rallye und Fahrzeugdemonstrationen<br />
Bei der Challenge Bibendum steht neben der Theorie die<br />
praktische Anwendung im Mittelpunkt. Im Rahmen einer<br />
300 Kilometer langen Rallye auf öffentlichen Straßen rund<br />
um Berlin müssen die teilnehmenden Serien- und Prototypen-Fahrzeuge<br />
ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.<br />
Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg<br />
stehen verschiedene Fahrtests zur Manövrierfähigkeit auf<br />
dem Programm. Bei den Fahrtests werden Geräuschentwicklung,<br />
Beschleunigung, Bremsweg und Handlingeigenschaften<br />
geprüft. Für Elektrofahrzeuge mit einer geringeren<br />
Reichweite wird auf dem Flughafenvorfeld ein 30 Kilometer<br />
langer Rundkurs eingerichtet, auf dem die typischen Anforderungen<br />
innerstädtischen Fahrens abgebildet werden.<br />
Abgerundet werden die Testaktivitäten mit einer Bewertung<br />
der Fahrzeugdesigns.<br />
Nähere Infos unter www.challengebibendum.de<br />
14 Neue Mobilität Neue Mobilität 15
Hannover Messe 2011<br />
Hannover Messe 2011<br />
Mobilität der Zukunft<br />
Leitmesse MobiliTec auf der Hannover Messe vom 04. bis 08. April 2011<br />
Int. Leitmesse für hybride & elektrische Antriebstechnologien, mobile Energiespeicher und alternative Mobilitätstechnologien<br />
Industriekonsortium an der Kommerzialisierung dieses<br />
Fahrzeugs, einschließlich der Produktion einer Kleinserie.<br />
Speichertechnologien sind gefragt<br />
Ein wichtiger Bestandteil und Kostentreiber aller E-Prototypen<br />
ist das Batteriesystem. Bei Fraunhofer arbeiten allein elf<br />
Institute daran, die Sicherheit, Langlebigkeit und die Effizienz<br />
von Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern. Ein Fokus<br />
liegt beispielsweise auf dem Energiemanagementsystem,<br />
das anhand von verschiedenen Parametern den Lade- und<br />
Alterungszustand jeder einzelnen Batteriezelle misst und einem<br />
möglichen Ausfall der Batterie gegensteuert.<br />
Ob der Werkstoff Lithium überhaupt künftig in ausreichender<br />
Menge vorhanden sein wird, untersucht eine Metastudie des<br />
Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung<br />
Baden-Württemberg (ZSW). Sie kommt zu dem Schluss, dass<br />
ausreichend identifizierte Lithium-Quellen vorhanden oder<br />
geplant sind, um in den nächsten Jahren genügend Batterien<br />
zu erzeugen, weist aber auch auf Unsicherheiten durch den<br />
überwiegenden Abbau in politisch instabilen Ländern hin.<br />
Alle noch zu klärenden Fragen rund um das Thema Elektromobilität<br />
werden im Rahmen der MobiliTec vom 04. bis 08.<br />
April 2011 auf der HANNOVER MESSE diskutiert.<br />
Hubertus von Monschaw<br />
verantwortlich für die Energiethemen der Hannover Messe<br />
www.hannovermesse.de<br />
Um Menschen und Güter auch in Zukunft schnell, sicher und<br />
komfortabel, gleichzeitig aber auch effizient und ressourcenschonend<br />
befördern zu können, brauchen wir neue Formen<br />
der Mobilität. Zu den wichtigsten Forschungsschwerpunkten<br />
zählt die Entwicklung neuer Antriebssysteme, Kraftstoffe und<br />
Speichertechnologien. Geht es nach dem Willen der Bundesregierung,<br />
so soll Deutschland in den nächsten zehn Jahren<br />
zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Eine komplexe<br />
Aufgabe angesichts der Tatsache, dass dafür gleich zwei<br />
komplette Wertschöpfungsketten - einerseits die des Automobilbaus,<br />
andererseits die des Energiesektors - auf den<br />
Kopf gestellt werden müssen. Das kann nur funktionieren,<br />
wenn Hersteller, Zulieferer und wissenschaftliche Einrichtungen<br />
in einen engen Dialog treten und gemeinsam vorgehen.<br />
Die HANNOVER MESSE bietet dafür mit der Leitmesse<br />
MobiliTec den idealen Rahmen und begleitet die Technologietrends<br />
und Spannungsfelder der Elektromobilität.<br />
berücksichtigen, dass das Fahrzeug der Zukunft nur erfolgreich<br />
sein kann, wenn es zum »elektromobilen Gadget« wird,<br />
neugierig macht und den Konsumenten einen deutlichen<br />
Mehrwert in Form von neuen Erfahrungswelten bietet.<br />
Die Chancen, das Elektroauto attraktiv zu machen und<br />
ein neues Mobilitätsgefühl zu erzeugen, stehen gar nicht<br />
schlecht: So erlauben stufenlose Regelbarkeit und rasche<br />
Reaktionszeit des elektrischen Antriebs schon heute ein<br />
neues Fahrgefühl. Außerdem eröffnet die Neuanordnung<br />
des Antriebsstrangs Raum für visionäres Karosserie-Design<br />
sowie zusätzliche Sicherheitsfunktionen. Denkt man Elektromobilität<br />
konsequent neu, darf man auch Carsharing- und<br />
Infrastruktur-Konzepte, die gleich mehrere unterschiedliche<br />
Fortbewegungsmittel einbeziehen, nicht außer Acht lassen.<br />
Anstatt ein komplettes Fahrzeug zu kaufen, bezahlt der künftige<br />
Verkehrsteilnehmer nur noch für die nötige Mobilität.<br />
Der Bundesverband eMobilität auf der Hannover Messe<br />
Die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe bietet mit der Leitmesse MobiliTec eine ideale Plattform für den Bundesverband<br />
eMobilität, um die Vernetzung der unterschiedlichen Elektromobilitätsplayer weiter zu beschleunigen. Auf dem Stand<br />
des BEM-Mitglieds Veloform Media haben Sie die Möglichkeit BEM-Geschäftsführer Frank Müller vor Ort zu treffen. Für<br />
vorherige Terminabsprachen wenden Sie sich bitte direkt an klaus.bergerfurth@bem-ev.de<br />
Besuchen Sie uns am Veloform-Stand G17 in Halle 8 - wir freuen uns auf gute Gespräche!<br />
2000 Projekte pro Jahr sprechen für sich<br />
Elektromobilität beschränkt sich nicht auf die Entwicklung<br />
von elektrisch angetriebenen Autos. Vielmehr entsteht zurzeit<br />
ein ganzer Markt mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen,<br />
die von der Entwicklung des Antriebsstrangs über<br />
neue Speicher bis zur Ökostromtankstelle und von der Bordelektronik<br />
über Rohstoffverfügbarkeit bis zur Einbindung von<br />
Mobilitätskonzepten in das Smart Grid reichen. Dieser neu<br />
entstehende Wirtschaftszweig verlangt plötzlich neue Allianzen<br />
zwischen Energie, IKT, Chemie, Automobil-, Zuliefererindustrie,<br />
Forschung, Infrastruktur und Politik. Nach anfänglichen<br />
Schwierigkeiten ziehen nun alle an einem Strang, um<br />
Konzepte, Prototypen und Feldversuche rasch umzusetzen.<br />
In der neuesten E-Mobility-Studie des VDE geben 64% der<br />
Deutschen an, dass sie bereit wären, sich ein Elektroauto<br />
anzuschaffen. Die Studie bescheinigt Deutschland zudem<br />
eine gute Technologieposition bei elektrischen Antrieben,<br />
Energietechnik, Mikroelektronik/Embedded Systems sowie<br />
generellem Systemwissen und Sicherheit. Dagegen hat der<br />
Bereich Batterien, der mit 70% der Wertschöpfung besonders<br />
lukrativ ist, großen Nachholbedarf gegenüber der internationalen<br />
Konkurrenz. Neuentwicklungen müssen zudem<br />
Elektromobilität ganzheitlich denken<br />
Bevor die Elektromobilität in dieser Form auf allen Ebenen<br />
umgesetzt werden kann, bleibt jedoch noch viel zu tun. Förderungen<br />
für Projekte werden in Deutschland bis dato eher<br />
spärlich und nur punktuell getätigt. Die Nationale Plattform<br />
für Elektromobilität warnt bereits, dass das Land im globalen<br />
Wettbewerb den Kürzeren ziehen könnte, wenn nicht schleunigst<br />
Milliardeninvestitionen fließen. Nichtsdestotrotz bilden<br />
sich immer mehr Kooperationen im Forschungs- und Industriebereich,<br />
die bereits begonnen haben, die Zukunft der<br />
Mobilität zu gestalten. Nach anfänglichen Nischenentwicklungen<br />
gehen immer mehr Akteure dazu über, sich zu vernetzen<br />
und ein ganzheitliches Elektromobilitätskonzept zur Basis<br />
ihrer Arbeit zu machen. So koordiniert die RWTH Aachen<br />
über ihre Geschäftsstelle Elektromobilität die Forschung von<br />
mehr als 30 Hochschulinstituten. Ein Ziel dieser Zusammenarbeit,<br />
die auch die Industrie mit einbindet, ist die Entwicklung<br />
und Vermarktung des eFahrzeugs Streetscooter. Dieses<br />
kompakte, urbane Elektroauto wird an der Hochschule als<br />
Innovationsplattform konzipiert, auf der anwendungsnahe<br />
Forschungsaktivitäten der verschiedenen Institute abgebildet<br />
werden können. Parallel arbeitet ein kooperierendes<br />
Akkreditiertes Prüflabor<br />
Zertifizierungsstelle<br />
16 Neue Mobilität Tel. 09424 9481-0 www.mikes-testing-partners.com<br />
Neue Mobilität 17<br />
<br />
mikes-testingpartners gmbh<br />
Fahrzeuge<br />
Fahrzeugkomponenten<br />
Hochvoltsicherheit<br />
Prüfung nach OEM Standards<br />
und richtlinienkonforme<br />
Zulassungsprüfungen.<br />
Unser Dienstleistungsspektrum<br />
umfasst zusätzlich:<br />
EMV, Funk, Sicherheit, Umwelt<br />
und Metrologie
Festival of Lights<br />
The Electric Avenue<br />
7. Festival of Lights setzt 2011<br />
Themenschwerpunkt auf<br />
Energie und eMobilität<br />
Vergangenheit trifft Zukunft<br />
Interview mit Roland Bosch, Messe Friedrichshafen<br />
Berliner Dom und Fernsehturm während des Festival of lights vom 12. bis 23. Oktober 2011<br />
Das Festival of Lights Berlin wird 2011 einen Schwerpunkt<br />
auf die Themen Energie und eMobilität setzen. Dazu ist eine<br />
enge Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Bundesverband<br />
eMobilität vereinbart.<br />
Einzigartige Präsentationen von Energie und Mobilität im<br />
Festival of Lights möglich<br />
Die Kooperation ermöglicht dem Bundesverband und seinen<br />
Mitgliedern und Unterstützern sich selbst umfassend<br />
und einzigartig im Festival zu präsentieren. Zum Beispiel<br />
mit Patenschaften von Illuminationen Berliner Wahrzeichen,<br />
Präsentationen von eCars auf den bekanntesten Plätzen Berlins,<br />
LightRallyes mit eCars, einer Präsenz bei der Festivaleröffnung<br />
mit dem Regierenden Bürgermeister, der erneut<br />
die Schirmherrschaft über das Festival übernommen hat,<br />
inkl. TV-Liveübertragung direkt vom Festival-Zentrum am<br />
Potsdamer Platz oder redaktionell auf mehreren Seiten in<br />
der 20-seitigen Sonderbeilage der Berliner Morgenpost.<br />
Das weltweit größte Illuminationsfestival hat sich zu einem<br />
der bedeutendsten internationalen Public Events der Stadt<br />
entwickelt. Für knapp zwei Wochen, vom 12. bis 23. Oktober,<br />
verwandeln nationale und internationale Lichtkünstler und<br />
Designer die deutsche Hauptstadt in eine einzigartige Ausstellungsfläche.<br />
Weltberühmte Wahrzeichen, Kulturdenkmäler,<br />
Gebäude und Plätze werden völlig neu in Szene gesetzt.<br />
Alle Illuminationen sind öffentlich und kostenfrei zu besuchen.<br />
Die Lichtkunst-Ausstellungen und viele außergewöhnliche<br />
Veranstaltungskonzepte wie z.B. das Grand Opening, der<br />
GourmetZauber, die Nacht der offenen Türen und erstmalig<br />
der Festival-of-Lights-Ball bis hin zum City LightRun runden<br />
das Programm des Festivals ab. Vom Festival-Zentrum starten<br />
viele der attraktiven LightSeeing-Touren. Neben den Festivalbesuchern<br />
nutzen auch viele Firmen die Touren mit den<br />
LightLinern, LightShips, LightVelos, LightSegways u.v.a. für<br />
Kundenveranstaltungen und Incentives.<br />
Seit 2005 ist das Festival ein Publikumsmagnet für Millionen<br />
von Menschen aus der ganzen Welt. Mit jährlich über einer<br />
Million Besuchern, über 528 Mio. Medienkontakten und mehr<br />
als 450.000 Übernachtungen stellt das Festival einen wichtigen<br />
Tourismusmagnet und Wirtschaftsfaktor für Berlin dar.<br />
Werden auch Sie Teil des Festivals of Light und machen Sie<br />
Elektromobilität für alle sichtbar!<br />
Holger Meyer<br />
Projektmanagement Festival of Lights<br />
holger.meyer@festival-of-lights.de<br />
www.festival-of-lights.de<br />
Was erwartet die Besucher und Aussteller auf der diesjährigen<br />
»the electric avenue«? Wo liegen die Schwerpunkte?<br />
Die Messe wird auch in diesem Jahr parallel zur Oldtimermesse<br />
KLASSIKWELT BODENSEE stattfinden. Nach dem Motto:<br />
»Vergangenheit trifft Zukunft« hat sich diese Kombination<br />
bei den 42.000 Besuchern mehr als bewährt.<br />
Ein besonderes Highlight dieser B2C-Messe ist auch in diesem<br />
Jahr der große Messerundkurs, bei dem leistungsstarke<br />
Elektroautos wie der Tesla ihr unglaubliches Leistungsspektrum<br />
demonstrieren können. Wir hoffen, dass es in diesem<br />
Jahr zu einem Kräftemessen mit dem e-WOLF kommen wird.<br />
Spannend wird auch die Vergabe des e-car-awards, der von<br />
der Zeitschrift Auto Test als Leserwahl durchgeführt und<br />
final auf der Messe vergeben wird. Die Auszeichnung wird<br />
in den drei Kategorien »Fahrzeug«, »Technik« und »Person«<br />
verliehen. Im B2B-Bereich findet der zweite INCOVison Fachkongress<br />
mit neuesten Erkenntnissen rund um das Thema<br />
Neue Mobilität statt.<br />
Als primäres Ziel der Messe »the electric avenue« sehen wir<br />
die umfassende Information potentieller Käufer von Elektrofahrzeugen.<br />
Im Gegensatz zur eCarTec München, die den B2B-<br />
Bereich bedient, soll die Messe am Bodensee automobilaffine<br />
Menschen davon überzeugen, dass es bereits heute<br />
technisch ausgereifte und kaufbare Elektrofahrzeuge gibt.<br />
Wann rechnen Sie mit dem eAuto als Massenprodukt?<br />
Ab 2012 sehen wir Licht am Horizont. Es wird aber sicherlich<br />
noch mehrere Jahre dauern bis die Elektromobilität sich<br />
flächendeckend etabliert. Die Prognose von einer Million<br />
Elektrofahrzeuge bis 2020 halten wir für optimistisch, aber<br />
machbar.<br />
Die Messe Friedrichshafen war übrigens bereits vor rund<br />
20 Jahren bei der damaligen Automesse RMF (Rennsport-<br />
Motor-Freizeit) mit Sonderschauen zum Thema Elektromobilität<br />
aktiv mit dabei. Die große Begeisterung damals<br />
wich aber einer baldigen Resignation. Über nahezu zwei Dekaden<br />
verschwand das Thema Elektromobilität von einem<br />
Tag zum anderen aus dem Bewusstsein der Menschen. Vor<br />
rund drei Jahren ist das Thema nun wieder massiv ins Bewusstsein<br />
der Menschen gerückt. Von einer »Goldgräberstimmung«<br />
kann man aber zumindest in Deutschland aufgrund<br />
unklarer politischer Rahmenbedingungen derzeit<br />
nicht sprechen. Aktuelle Aussagen von Audi-Chef Rupert<br />
Stadler lassen jedoch die Hoffnung zu, dass der »Point of no<br />
return« überwunden ist.<br />
Roland Bosch<br />
Messe Friedrichshafen GmbH<br />
www.messe-friedrichshafen.de<br />
18 Neue Mobilität Neue Mobilität 19
Sie wollen die Energie der Sonne nutzen?<br />
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vor Ort, begleiten unsere Techniker Ihr komplettes Projekt bis zur Inbetriebnahme.<br />
Dabei beraten wir Sie auf Wunsch auch zu Finanzierungskonzepten.<br />
Sie sind gerne mit dem Auto unterwegs?<br />
Auch hier bieten wir Ihnen regenerative Lösungen an. Unsere Elektrofahrzeuge<br />
bieten den gewohnten Komfort moderner Autos kombiniert mit innovativer Tech-<br />
freundlich.<br />
Das genügt Ihnen nicht?<br />
Historische<br />
<br />
gehören ebenso die Bereiche Solarthermie, Windkraft, Biomasse, Umwelttechnik,<br />
Wasserkraft und LED-Technik.<br />
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir dazu beitragen, die Ressourcen unseres Planeten<br />
zu schützen: we renew the world. come and join us.<br />
Mola Solar Systems GmbH <br />
<br />
Fahrzeuge<br />
FROSYS –<br />
Wir definieren Elektromobilität<br />
Folgende Leistungen bieten wir im Bereich E-Mobility an:<br />
FROSYS ist Spezialist in den Bereichen<br />
E-Mobilität, erneuerbare<br />
Energien und Smart Grid.<br />
Durch das umfassende Know-how<br />
kann FROSYS Ihnen innovative und<br />
zukunftsorientierte Produkte und<br />
Dienstleistungen anbieten, die<br />
genau Ihrem Bedarf entsprechen.<br />
Die Aktivitäten konzentrieren sich<br />
in erster Linie auf die Entwicklung<br />
von intelligenten Ladesystemen<br />
für Elektrofahrzeuge sowie auf die<br />
Entwicklung von Stromzählern für<br />
den Smart-Metering-Bereich.<br />
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FROSYS GmbH<br />
Bruderwöhrdstraße 29<br />
D-93055 Regensburg<br />
Tel.: +49 941 20 00 0-90<br />
Fax: +49 941 20 00 0-999<br />
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und Abrechnung<br />
Sicherheits- und<br />
Zugangsverfahren<br />
Clearing und<br />
Abrechnung<br />
Betrieb der Anlagen<br />
FROSYS ist<br />
Mitglied beim<br />
Geschichtlicher Hintergrund der ElektroMobilität<br />
20 Neue Mobilität www.frosys.com<br />
Neue Mobilität 21
Historische ElektroFahrzeuge - 130 Jahre eAuto<br />
Historische ElektroFahrzeuge - 130 Jahre eAuto<br />
130 Jahre eAuto<br />
1888 Flockenwagen, erstes deutsches eAuto, ca. 1 PS, erstes eAuto auf 4 Rädern, vermutlich bis zu 15 km/h, ca. 40 km Reichweite<br />
Quelle: Franz Haag<br />
1905 Siemens Elektrische Viktoria, 4,2 PS, 30 km/h Spitze, 80 - 100 km Reichweite; Quelle: Siemens AG<br />
Elektromobilität ist in aller Munde. Das war bereits vor 130<br />
Jahren so. 1881 feierte das erste Elektroauto von Gustave<br />
Trouvé seine Straßenpremiere. Fünf Jahre bevor an fossil<br />
betriebene Automobile überhaupt zu denken war. In diesem<br />
Jahr feiern wir demnach nicht nur den 125. Geburtstag des<br />
ersten fossil betriebenen Automobils von Carl Benz sondern<br />
auch 130 Jahre eAutomobil.<br />
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erlebten Elektroautos<br />
ihre erste Blütezeit. Damals waren weit mehr elektrisch<br />
angetriebene Fahrzeuge auf Europas und Amerikas Straßen<br />
zu finden als solche mit Verbrennungsmotoren. Auch wenn<br />
in der Folgezeit der Verbrennungsmotor durch Fließbandfertigung,<br />
höhere Reichweiten und nicht zuletzt durch die<br />
Einführung des elektrischen Starters mehr und mehr zur dominierenden<br />
Antriebsart wurde, gab es immer wieder neue<br />
Modelle, Prototypen oder Kleinserien mit einem rein- oder<br />
teilelektrischen Antriebsstrang.<br />
Im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stehen die Zeichen<br />
für eine Renaissance der Elektromobilität nun erstmals<br />
wieder gut. Fuhrparkmanager erkennen das Potential der<br />
elektrisch basierten Mobilitätsalternative, erste Firmen- und<br />
Taxiflotten werden mit eAutos bestückt und damit die Sicht-<br />
barkeit von Elektromobilität in der Gesellschaft signifikant<br />
erhöht. So wie schon vor 130 Jahren.<br />
Elektromobilität ist die Zukunft. Aber nur, wenn wir aus den<br />
Entwicklungen und Hindernissen der Vergangenheit lernen.<br />
Welche Ereignisse haben die erste Hochphase der Elektromobilität<br />
begünstig? Welche Entwicklungen und äußeren<br />
Umstände haben letztendlich dazu geführt, dass sich fossile<br />
Antriebe durchgesetzt haben? Welche technischen Entwicklungen<br />
lassen sich noch heute sinnvoll umsetzen bzw. weiter<br />
entwickeln? Und aus welchen vergangenen Erfahrungen<br />
lässt sich heute noch lernen?<br />
Diesen und anderen Fragen gehen wir im folgenden Themenschwerpunkt<br />
nach. Neben den historischen Meilensteinen<br />
stellen wir Ihnen die interessantesten eAutos der letzten<br />
Jahrzehnte vor. In verschiedenen Artikeln erfahren Sie außerdem<br />
mehr über die elektrischen Anfängen der Automobilhersteller,<br />
die ersten Versuche der Energieversorger das Thema<br />
erfolgreich zu besetzen und über technische Entwicklungen,<br />
die heute wieder zum Einsatz kommen.<br />
Lassen Sie sich von uns in die Vergangenheit der Elektromobilität<br />
entführen.<br />
1899<br />
La Jamais Contente<br />
1900<br />
Lohner-Porsche<br />
1904<br />
Columbia<br />
1907<br />
Detroit Electric<br />
1908<br />
Mercedes Electrique<br />
1919<br />
Electric Chesterfield<br />
Brougham<br />
1941<br />
Peugeot VLV<br />
1947<br />
Nissan Tama<br />
Electric Car<br />
1969<br />
BMW 1602<br />
1972<br />
Mercedes Elektrobus<br />
22 Neue Mobilität Quellen: v.l. La Jamais Contente: Michelin AG; Lohner Porsche: Porsche AG; Columbia: Technikmuseum Sinsheim;<br />
Quellen: v.l. Rauch und Lang: Kurt SigL; Peugeot VLV: Peugeot Deutschland GmbH;<br />
Neue Mobilität 23<br />
Detroit Electric: Automuseum Melle; Mercedes Electrique: Daimler AG<br />
Nissan Tama: Nissan Europe GmbH; BMW 1602: BMW AG; Mercedes Elektrobus: Daimler AG
Historische ElektroFahrzeuge - David Nanni<br />
Historische ElektroFahrzeuge - David Nanni<br />
Nur wer die Vergangenheit<br />
kennt, hat eine Zukunft.<br />
Zitat Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), von David Nanni<br />
Als Wilhelm von Humboldt im Jahr 1789 zu einer Bildungsreise<br />
nach Paris aufbricht, ahnt er bereits, dass er Augenzeuge<br />
revolutionärer Veränderungen werden wird. Nur wenige<br />
Wochen zuvor fand der Sturm auf die Bastille durch das<br />
französische Volk statt. Doch was verbindet uns heute mit<br />
Humboldts Paris des endenden 18ten Jahrhunderts?<br />
Es ist nicht weniger, als die elektrische Revolution der automobilen<br />
Massen, deren Augenzeuge und Gestalter wir gerade<br />
werden. Doch der Reihe nach.<br />
Genau 110 Jahre später, am 29. April 1899, wird Paris erneut<br />
zum Schauplatz einer kleinen Revolution. Camille Jenatzy,<br />
belgischer Rennfahrer und Taxi-Unternehmer, durchbricht<br />
mit seinem zigarrenförmigen Gefährt »La Jamais Contente«<br />
erstmals die Rekordmarke von 100 km/h - und zwar in einem<br />
Elektromobil. Ein Jahr später, am 14. April 1900, öffnet die<br />
Weltausstellung in Paris ihre Pforten. Dem staunenden Publikum<br />
präsentiert die Firma k.u.k.-Hofwagen-Fabrik Jakob<br />
Lohner & Co. aus Wien, später besser bekannt durch ihren<br />
damals erst 25-jährigen Cheftechniker Ferdinand Porsche,<br />
ein durch zwei Radnabenmotoren angetriebenes Elektrofahrzeug.<br />
Im selben Jahr wird auf Basis dieses Fahrzeugs<br />
das erste allradangetriebene Fahrzeug der Welt entwickelt.<br />
Der Lohner-Porsche, wie er auch genannt wird, verfügt in der<br />
Rennversion bereits über vier Radnabenmotoren mit je 2,5<br />
PS Leistung. Der Vorläufer moderner Radnabenboliden, wie<br />
zum Beispiel des Lightning GT, ist geboren. Ferdinand Porsche<br />
überführt den Wagen, der eigens für den passionierten<br />
Hobbyrennfahrer E.W. Hart aus England gebaut wurde, übrigens<br />
höchst persönlich nach Luton, nördlich von London.<br />
Die Ehre, das erste eAuto erfunden zu haben, gebührt jedoch<br />
einem Franzosen. Der Physiker M. Gustave Trouvé stellte<br />
bereits 1881 auf der Exposition d’Electricité sein dreirädriges<br />
Gefährt vor, das mit sechs Blei-Akkus und zwei Elektromotoren<br />
bestückt war und eine Geschwindigkeit von 12 km/h<br />
erreichte. Also gut vier Jahre bevor Daimler und Maybach<br />
ihren benzingetriebenen Reitwagen, und fünf Jahre bevor<br />
Karl Benz seinen »Patentmotorwagen« mit Verbrennungsmotor<br />
vorstellten. Möglich war das durch die Tatsache, dass<br />
im Jahre 1880 der Blei-Akku Serienreife erlangte und somit<br />
industriell herstellbar war.<br />
An dieser Stelle zeigt uns die Geschichte bereits, dass die<br />
Entwicklung des Elektromobils nicht losgelöst von der Entwicklung<br />
der Batterietechnologie betrachtet werden kann.<br />
Weder damals noch heute und erst recht nicht in Zukunft.<br />
Der Italiener Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Volta<br />
erfindet um das Jahr 1800 die erste Batterie der Welt, die<br />
später als sogenannte Volta’sche Säule Einzug in die Lehrbücher<br />
halten wird. Durch übereinander gestapelte Zink- und<br />
Kupferplatten, die durch in Salzlösung getränkte Pappe voneinander<br />
getrennt waren, liefert dieses elektrochemische<br />
Kraftwerk den ersten Strom aus einer Batteriequelle. Im<br />
Jahre 1801 spielt dann auch diese Erfindung wieder vor französischer<br />
Kulisse eine Hauptrolle. Volta reist, wie Jahre vor<br />
ihm Wilhelm von Humboldt, nach Paris und stellt Napoleon<br />
Bonarparte seine Erfindung vor. Hierfür wird er vom Institute<br />
de France mit der Ehrenmedaille in Gold ausgezeichnet und<br />
erhält zudem von Napoleon eine üppige Pension.<br />
Was danach in Bezug auf die Weiterentwicklung der Batterietechnik<br />
folgt, geschieht allerdings eher nach dem Prinzip<br />
Evolution statt Revolution. Und die Evolution hat eines im<br />
Überfluss: Zeit! Über viele Entwicklungsstufen der letzten<br />
200 Jahre hinweg müssen wir heute feststellen, dass auch<br />
die aktuellste Batterietechnik in der Praxis weniger als 1/100<br />
der Energiedichte (gemessen in Wh/kg) fossiler Brennstoffe<br />
wie Benzin oder Diesel besitzt.<br />
Diese Erkenntnis schlägt sich zwangsläufig in einer Reichweitenbegrenzung<br />
nieder, von der Experten sagen, dass diese<br />
im Durchschnitt bei 200 km, bei zugrunde gelegten 150<br />
Wh/kg, liegen wird. Für einen Großteil der Fahrstrecken im<br />
Alltag ist dieser Wert jedoch völlig ausreichend und daher<br />
massenmarkttauglich - ein entscheidender Faktor, um zukünftig<br />
die Herstellkosten der Batterien zu senken.<br />
Wirft man einen Blick auf einige der heutigen Geschäftsmodelle<br />
entlang der Wertschöpfungskette elektrischer Mobilität,<br />
so wecken diese bei genauerer Betrachtungsweise Erinnerungen<br />
an bereits Dagewesenes.<br />
Nimmt man nur zum Beispiel das Wechsel-Akku-Konzept von<br />
BETTER PLACE Gründer Shai Agassi, so haben bereits Erfinder<br />
im 19. Jahrhundert mit Wechsel-Deichseln an Kutschen experimentiert.<br />
Für die Kurzstrecke gab es eine Version mit Elektroantrieb,<br />
für die längeren Überlandfahrten stand eine benzingetriebene<br />
Variante zur Verfügung. Der Umbau soll dabei<br />
ebenfalls nur wenige Minuten gedauert haben.<br />
Zugegeben, auch wenn dieser Vergleich etwas hinkt, so<br />
sind es im Kern doch die selben Erfolgsfaktoren geblieben<br />
- damals wie heute - die auch darüber entscheiden, wie wir<br />
uns zukünftig von A nach B bewegen werden: Reichweite,<br />
Alltagsnutzen, Kosten und Infrastruktur stellen, zusammen<br />
mit einem modernen Umweltverständnis, die Leitplanken<br />
dar. Politischer und institutioneller Wille, sowie die nicht zu<br />
unterschätzende, plötzlich auftretende Nachfrage-Dynamik<br />
in modernen Märkten, werden mit über die Geschwindigkeit<br />
entscheiden, mit der wir diesen Weg zurücklegen.<br />
Den Fokus bei der Erschließung der elektromobilen Massenmärkte<br />
auf Flottenkunden zu legen, klingt vor dem historischen<br />
Hintergrund, dass die Mehrheit der Taxen in New York<br />
und Paris um das Jahr 1900 schon einmal elektrisch fuhren,<br />
konsequent und folgerichtig. Sogar Busse und Lieferfahrzeuge<br />
waren soweit alltagstauglich elektrifiziert, dass zu jener<br />
Zeit bereits eine große Anzahl von Gütern und Personen<br />
zuverlässig befördert werden konnte.<br />
Um künftig jedoch breite Bevölkerungsschichten zu erreichen,<br />
muss das Erlebnis von Elektromobiliät flächendeckend,<br />
sozusagen als emotionale »Selbst-Erfahrung« und<br />
als zielgruppenspezifisches Angebot zur Verfügung gestellt<br />
werden. Sei es der Elektromietwagen für den modernen Geschäftsreisenden,<br />
das Carsharing-Angebot in der Großstadt<br />
oder die Elektro-Enduro für den Hobby Moto Crosser, der<br />
am Wochenende auf der Rennstrecke Ausgleich zum Alltag<br />
sucht: Allen ist gemeinsam, dass sie als Multiplikatoren und<br />
Botschafter der elektrischen Idee fungieren werden. Ihre<br />
Begeisterung teilen sie in sozialen Netzwerken und wecken<br />
Interesse durch persönliche Empfehlung.<br />
So bleibt es spannend zu beobachten, welche Automobile<br />
es in Zukunft schaffen, in Comics oder Computerspielen verewigt<br />
zu werden. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt,<br />
der Detroit Electric, hat es schon geschafft und wurde dabei<br />
von niemand geringerem als Oma Duck aus Entenhausen<br />
gefahren. Manchmal hat man eben schon in Kindertagen die<br />
Zukunft vor Augen und erkennt die wahre Bedeutung doch<br />
erst Jahre später.<br />
David Nanni / david@nanni.de / www.nanni.de<br />
24 Neue Mobilität
Historische ElektroFahrzeuge - Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />
Historische ElektroFahrzeuge - Dipl.-Ing. Erik Eckermann<br />
Über die Elektricität auf<br />
Landwegen<br />
Dipl.-Ing. (FH) Erik Eckermann<br />
Zitat aus dem MOTORWAGEN (1898)<br />
»Die Elektricität«, so prophezeite DER MOTORWAGEN 1898,<br />
»wird im kommenden Jahrhundert die bewegende Kraft sein<br />
für elegante Fiaker und für Luxuswagen in Städten..«, der<br />
Benzinwagen hingegen sei prädestiniert »für schnelle Fahrten,<br />
große Reisen und weite Ausflüge über Land«.<br />
Mit Prognosen sollte man vorsichtig sein, und so griff auch<br />
Deutschlands älteste Motorzeitschrift um mehr als 100 Jahre<br />
daneben. Hellsichtig dagegen die Aufgabenteilung: Elektroautos<br />
für die Stadt, Verbrennungsmotoren für Mittel- und<br />
Langstrecken. Der Vorschlag wird auch heute wieder von klugen<br />
Köpfen vorgebracht, nur dass wir für »weite Ausflüge«<br />
gern einen Hybrid als Beruhigungspille und Reichweitenverlängerer<br />
an Bord hätten. Damit sprach der MOTORWAGEN<br />
schon damals einen Systemwechsel an, der uns demnächst<br />
ins Haus stehen wird: Mit nur einem Auto, mit nur einem Antriebssystem<br />
Stadt- und Fern-, Berufs- und Urlaubsverkehr<br />
bewältigen zu wollen, ist unwirtschaftlich. In Zukunft also<br />
Diversifizierung der Verkehrsmittel und -antriebe je nach<br />
Einsatzzweck statt Monopolstellung des Verbrennungsmotors<br />
als Universalantrieb.<br />
Das hatten die Amerikaner vor langer Zeit verinnerlicht. Den<br />
Verkehr zwischen den im weiten Kontinent isoliert liegenden<br />
Kommunen übernahm die Eisenbahn, in den Ortschaften<br />
selbst spielten Elektro- und Dampfwagen, beide mit einem<br />
begrenzten Aktionsradius, ihre Vorteile aus. Die Electric<br />
Vehicle Co. eröffnete 1898 in New York die weltweit größte<br />
Ladestation, in der dank hydraulischer Hebezeuge und<br />
elektrisch angetriebener Förderbänder der Batteriesatz ihrer<br />
Taxen innerhalb von 75 Sekunden ausgetauscht werden<br />
konnte - Vorläufer und Vorbild für das Better Place-Wechselsystem,<br />
mit dem uns Shai Agassi heute, über ein Jahrhundert<br />
später, aufs Neue beglücken möchte. Entlang der<br />
Atlantikküste entstanden Ladestationen auch für gewerbliche<br />
und Privat-Elektroautos. Die eAuto-Industrie wuchs<br />
zu einem Wirtschaftsfaktor heran: Eine Bestandsaufnahme<br />
ergab 4.192 Straßenfahrzeuge im Jahr 1900, davon 37,6%<br />
mit elektrischem, 40,1% mit Dampf- und nur 22,3% mit Benzinantrieb.<br />
Um diese Zeit hatte sich Europa bereits für den Benzinmotor<br />
entschieden, obwohl hier die Anfänge des eAntriebs liegen. In<br />
den Niederlanden hatten Becker und Stratingh den »Elektromagnetismus<br />
zur Hervorbringung einer fortschreitenden<br />
Bewegung« genutzt, indem die Rotation von Stab (Anker)<br />
und Hufeisen (Hülse) über »ein Kronrad auf die horizontale<br />
Axe eines Wagens übertragen wird« (Poggendorfs Annalen<br />
1839). Von dem kleinen Wagen ging keine kontinuierliche<br />
Entwicklung aus, wohl aber vom elektrisch angetriebenen<br />
Tilbury, mit dem der Pariser Wagenbauer Charles Jeantaud<br />
1881, fünf Jahre vor Benz’ Motorwagen, ein paar Meter zurücklegte.<br />
Später lieferte sich Jeantaud mit stets verbesserten<br />
eWagen heiße Duelle mit dem Belgier Camille Jenatzy,<br />
bis dieser am 29. April 1899 mit 105,8 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord<br />
mit einem eWagen aufstellte.<br />
Die erste elektrische Eisenbahn von Werner Siemens 1879,<br />
die erste batterie-elektrische Straßenbahn von Nicolas-Jules<br />
Raffard 1881 und die Versuche von Siemens & Halske 1882,<br />
Max Schiemann 1901 und der Dresdner Wagenbauanstalt<br />
Stoll 1902 mit Oberleitungs-Omnibussen regten den Bau<br />
von Elektromobilen an. Seit 1881 entstanden hauptsächlich<br />
in Frankreich eine ganze Anzahl von Bi- und Tricycles mit<br />
Elektroantrieb. Der französische Wagenbauer Louis Antoine<br />
Kriéger führte 1894 mit einem umgebauten Viktoria die<br />
so genannte Vorspann-Technik ein. Dabei handelte es sich<br />
um ein unter den Kutschen-Vorderwagen geschobenes<br />
eAntriebsaggregat, das Vorderachse, Deichsel und Pferd<br />
überflüssig machte. 1896 ersetzte Kriéger den kippfreudigen,<br />
weil Drehgestell voraussetzenden Antrieb durch Achsschenkellenkung<br />
und je einem pro Rad zugeteilten eMotor,<br />
der neben der Serien- eine Parallel- oder Erregerwicklung<br />
aufwies. Sie ließ den Motor beim Bremsen als Generator<br />
arbeiten, die kinetische wurde in elektrische Energie umgewandelt<br />
und lud die Batterie - Rekuperation anno 1896.<br />
Die zukunftsträchtige französische Fahrzeugtechnik fand<br />
Nachahmer in den USA, wo um 1896 die ersten eTaxis in<br />
Dienst gingen, gefolgt von England 1897, Deutschland 1898<br />
und Österreich 1900. Die Berliner Wagenbaufirmen Kühlstein<br />
und Kliemt bauten Elektro-Kutschen und Vorspann-<br />
Briefkarriols, gefolgt von E-Mylords der Kölner Wagenbaufirma<br />
Heinrich Scheele 1899 sowie Vorspann-Lieferwagen<br />
der Vulkan-Automobil-Gesellschaft in Berlin und der Sächsischen<br />
Akkumulatorenwerke in Dresden. Die Wiener Hofwagenfabrik<br />
Jakob Lohner bot ab 1900 Personenwagen, ab<br />
19<strong>03</strong>/04 Nutzfahrzeuge mit batterie-elektrischem Antrieb<br />
an, die als Besonderheit von Ferdinand Porsche entwickelte<br />
Radkörpermotoren aufwiesen.<br />
Die Nachteile der Stromspeicher - geringe Energiedichte, hohes<br />
Gewicht, teure Herstellung, kurze Lebensdauer, anfällig<br />
gegen Erschütterungen - veranlassten den spanischen Artillerie-Offizier<br />
Emilio de la Cuadra zum Bau des wohl ersten<br />
Hybrid-Antriebs 1899. Aus demselben Jahr stammen benzinelektrische<br />
Leichtfahrzeuge der Gebrüder Henri und Nicolas<br />
Pieper in Lüttich, gefolgt von Lohner-Hybrids ab 1901 nach<br />
Konstruktion Porsche.<br />
In Europa war die Begeisterung für das Elektroauto kurz<br />
nach 1900 verflogen, Ernüchterung machte sich breit: Die<br />
Bleiakkus waren den Anforderungen nicht gewachsen, hinzu<br />
kamen Probleme mit den Reifen: Vollgummireifen gaben<br />
die Fahrbahnstöße nahezu ungefedert an die Batterien weiter,<br />
die allmählich zerbröselten. Waren Luftreifen montiert,<br />
drückte das Gewicht der Akkus die Laufleistung der Reifen,<br />
die um diese Zeit ohnehin nur 2.000 bis 4.000 km betrug,<br />
weiter nach unten. So scheiterte das Elektroauto der Generation<br />
vor 1900 nicht nur an der Batterietechnik, sondern<br />
auch an den damit verbundenen zusätzlichen Kosten und<br />
an der fehlenden Zusammenarbeit der drei beteiligten Wirtschaftszweige<br />
Wagenbau, Elektromotorenindustrie und Batterieherstellung.<br />
In Deutschland mit seiner Vorliebe für Sonderwege verlief<br />
die Entwicklung anders - und verspätet, so wie heute. Abgesehen<br />
von den schon erwähnten Pionierfirmen begünstigten<br />
lokale Verwaltungsvorschriften eine Elektrifizierung der<br />
Taxiflotten in Berlin, Köln, Hamburg und Bremen ab 1904.<br />
AEG und Siemens folgten NAMAG/Bremen und Hagen/Köln<br />
mit der Produktion von eTaxis ab 1905 und 1906 und beteiligten<br />
sich an Droschken-Gesellschaften. Sie verfügten, wie<br />
auch gewerbliche Großkunden (Kaufhäuser) und Post, über<br />
eigene Ladestationen. Die AEG-gesteuerte ABAG betrieb<br />
1912 mit 100 Elektro- und 140 Benzinautos Deutschlands<br />
größte Taxiflotte.<br />
Siemens baute bis 1911, AEG bis 1915 eTaxis, Luxuswagen<br />
und Nutzfahrzeuge. Nach dem Ersten Weltkrieg verdrängte<br />
das mit Verbrennungsmotor angetriebene Automobil das<br />
Elektroauto. Die Industrie setzt heute dort wieder an, wo<br />
einst die Entwicklung unterbrochen wurde, allerdings mit<br />
neuen Möglichkeiten und Herausforderungen.<br />
1908 Mercedes Electrique Kaiserwagen, 100 Km Reichweite,<br />
20 PS, 35 km/h Spitze<br />
Dipl.-Ing. (FH) Erik Eckermann<br />
autohistorica@t-online.de<br />
26 Neue Mobilität Neue Mobilität 27
Historische ElektroFahrzeuge - RWE<br />
Historische ElektroFahrzeuge - RWE<br />
»Pöhlmann EL«: Motiv aus der Werbebroschüre für den Pöhlmann El, 1983<br />
»CityStromer«: 1982 startete die GES die Erprobung der ersten CitySTROMer. Hier an den Ladesäulen der GES in Essen<br />
Seit über 40 Jahren<br />
voRWEg fahren<br />
Was heute noch kaum jemand weiß: Die Renaissance der<br />
Elektroautos in den 1970er Jahren ist eng mit RWE verbunden.<br />
Mit seiner Tochter GES war der Energieversorger<br />
zwischen 1970 und 1985 federführend bei der Entwicklung<br />
und Erprobung von Elektrostraßenfahrzeugen.<br />
Bereits Mitte der 1960er Jahre stellte RWE erste Überlegungen<br />
zum Thema Elektromobilität an. Die Fortschritte<br />
bei Motoren und Leistungselektronik ließen alltagstaugliche<br />
Elektroautos in nicht allzu ferner Zukunft möglich<br />
erscheinen. Ein interessanter Absatzmarkt für den<br />
Stromversorger, aber die Autohersteller zeigten wenig<br />
Interesse. RWE übernahm daher die Initiative und schob<br />
in Kooperation mit Unternehmen der Elektrotechnik und<br />
Automobilindustrie erste Projekte an.<br />
Ab 1971 trieb die eigens gegründete »Gesellschaft für<br />
elektrischen Straßenverkehr« (GES) das Thema Elektromobilität<br />
bei RWE kräftig voran. In den ersten Jahren<br />
konzentrierte sich das junge Unternehmen auf die Entwicklung<br />
und Erprobung von Transportern und Bussen.<br />
Hier war das Gewicht und die geringe Reichweite der<br />
Speicherbatterien nicht so hinderlich.<br />
Die ersten Erfolge konnte die GES 1974 vermelden: In<br />
Mönchengladbach nahm die erste batteriegetriebene<br />
Elektrobuslinie der Welt den Fahrplanbetrieb auf und bei<br />
RWE gingen 50 Elektrotransporter (20 VW Transporter<br />
und Mercedes-Benz LE 306) in die Erprobung.<br />
Typisch für die Arbeitsweise der GES war der Ablauf des<br />
Transporter-Programms. Das Unternehmen entwickelte<br />
mit der Industrie eine Kleinserie von Elektrotransportern<br />
und erprobte sie im Alltagseinsatz der RWE-Betriebsstellen.<br />
Erst als man die dort aufgetretenen Kinderkrankheiten<br />
im Griff hatte, wurde eine überarbeitete Fahrzeuggeneration<br />
anderen Elektrizitätsversorgern zur Erprobung<br />
angeboten. In der Spitze rollten so 140 von der GES betreute<br />
Transporter bei rund 45 Partnern.<br />
Als sich die GES 1982 an die Entwicklung des ersten alltagstauglichen<br />
Elektro-PKW in Deutschland heranwagte,<br />
ging man nach dem gleichen Muster vor. Vier Prototypen<br />
und die 24 Exemplare der Vorserie des CitySTROMer auf<br />
Basis des VW Golf I wurden im Alltagseinsatz erprobt.<br />
Die darauf folgende Kleinserie von 50 CitySTROMern<br />
aus dem Jahr 1985, nun auf Basis des VW Golf II, wurde<br />
auch an interessierte Unternehmen wie Heag, Bewag und<br />
Badenwerk zur Erprobung abgegeben.<br />
Parallel dazu verfolgte die Muttergesellschaft RWE einen<br />
weiteren Weg: Sie unterstütze die Entwicklung eines rund<br />
um den Elektroantrieb neu konstruierten Autos. Der Pöhlmann<br />
EL wurde 1982 auf der RWE-Hauptversammlung<br />
vorgestellt und stieß auf riesiges Interesse. Nicht jedoch<br />
bei der Fahrzeugindustrie, die nach dem Willen von RWE<br />
das Modell für eine Serienproduktion übernehmen sollte.<br />
Anfang der 1980er Jahre begann RWE mit dem schrittweisen<br />
Rückzug aus der Entwicklung und Erprobung<br />
von Elektroautos. Die grundlegenden technischen Fragen<br />
- abgesehen von der unbefriedigenden Kapazität der<br />
Speicherbatterien - seien geklärt, die Weiterentwicklung<br />
der Elektroautos daher nun Sache der Hersteller, so das<br />
Unternehmen. 1985 löste RWE die GES auf, bot deren<br />
Know How den Entwicklungspartnern an und übertrug<br />
die deutlich verringerten Elektroauto-Aktivitäten auf eine<br />
Arbeitsgruppe im Unternehmen.<br />
Die Bilanz der GES kann sich sehen lassen: Die von ihr<br />
(mit-)entwickelten und betreuten Elektrofahrzeuge legten<br />
insgesamt 15 Millionen Kilometer zurück, zeitweilig<br />
waren rund 200 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Das waren<br />
1990 immer noch mehr als drei Viertel der bis dahin erreichten<br />
Erprobungsleistung in Deutschland. Besonders<br />
deutlich wurde die Vorrangstellung von RWE/GES beim<br />
ersten internationalen Elektroauto-Grand Prix 1986: Auf<br />
den ersten acht Plätzen landeten sieben von RWE bzw.<br />
GES entwickelte Fahrzeuge.<br />
Bildquellen: Historisches Konzernarchiv RWE<br />
Hans-Georg Thomas<br />
RWE AG<br />
Historisches Konzernarchiv<br />
www.rwe-mobility.com<br />
28 Neue Mobilität Neue Mobilität 29
Historische ElektroFahrzeuge - BEM Oldtimer<br />
ERSTE<br />
ELEKTRO<br />
FLOTTEN<br />
Rauch&Lang Electric Chesterfield Brougham aus dem Jahr 1919<br />
Back to the future<br />
BEM Oldtimer - eMobilität gestern, heute & morgen<br />
Der eMobilität gehört die Zukunft. Eine Aussage, die heute<br />
hohe mediale Aufmerksamkeit genießt und darüber fast<br />
vergessen lässt, dass die Aussage vor über 100 Jahren<br />
bereits einmal den gleichen Stellenwert hatte. Bedenkt<br />
man die Tatsache, dass 1899 bereits 90% aller Taxen in<br />
New York elektrisch waren und in London bereits welche<br />
mit Wechselakku fuhren, erscheinen die Bemühungen,<br />
eine Renaissance der Elektromobilität herbeizuführen in<br />
einem anderen Licht.<br />
»Auf der Suche nach einem echten Zeitzeugen und Vorreiter<br />
der Frühphase nachhaltiger Entwicklung sind wir<br />
nun fündig geworden und konnten einen echten Oldtimer<br />
verpflichten sich uns anzuschliessen. Fahrbereit und mit<br />
Straßenverkehrszulassung«, so BEM-Präsident Kurt Sigl.<br />
»Für BEM-Mitglieder gibt es natürlich Sonderkonditionen<br />
für die Anmietungen des legendären Rauch&Lang Electric<br />
Chesterfield Brougham aus dem Jahr 1919. Weitere Informationen,<br />
Konditionen und Einsatzmöglichkeiten für<br />
Messen, Events und Veranstaltungen senden wir interessierten<br />
Unternehmen gern auf Anfrage zu. Zögern Sie<br />
nicht, auch individuelle Projekte mit uns zu besprechen<br />
und positionieren Sie sich extrem aufmerksamkeitsstark<br />
einmal ganz anders. Natürlich auf Wunsch auch gebrandet<br />
und mit dem entsprechenden Begleitmaterial in historischer<br />
Optik. Logistik und Betreuung vor Ort kommt<br />
selbstverständlich mit. Allerdings etwas jünger und in der<br />
gewohnten BEM-Dynamik..«<br />
Ansprechpartner Fahrzeugverleih BEM eRoadshow Oldtimer<br />
Kurt Sigl / kurt.sigl@bem-ev.de<br />
Nutzen Sie die Möglichkeit einer elektromobilen Erlebnisfahrt<br />
mit dem Präsidenten vom Bundesverband eMobilität.<br />
Fahren Sie mit einem Oldtimer in die elektromobile Zukunft<br />
und lassen Sie sich aus erster Hand zu diesem brandaktuellen<br />
Thema informieren.<br />
www.bem-ev.de<br />
Elektroautos 2011. Fuhrparks. Erfahrungsberichte.<br />
30 Neue Mobilität Neue Mobilität 31
Neue Mobilität<br />
auf der StraSSe<br />
eMobilität ist keine Zukunftsvision mehr<br />
Elektroautos<br />
Reine eAutos werden direkt von einem Elektromotor angetrieben, d.h. dass für den Vortrieb elektrisch erzeugte Energie genutzt<br />
wird - das Auto fährt also mit Strom. Bei den meisten aktuellen Konzepten wird dazu eine Batterie genutzt, die mit Energie aus dem<br />
öffentlichen Stromnetz beladen wird und diese dann bei Bedarf wieder abgibt. Die elektrische Antriebsenergie wird also nicht direkt<br />
im Fahrzeug, sondern in Kraftwerken erzeugt. Das Auto ist quasi nur ein Zwischenspeicher. Die (Wieder-) Aufladung kann dabei -<br />
die passende Ladetechnik und Stecker vorausgesetzt - an jeder Stromquelle vorgenommen werden. Übliche Quellen sind dabei im<br />
Regelfall die normale Haushaltssteckdose oder auch öffentliche und semiöffentliche Ladepunkte, die mit Starkstrom arbeiten und<br />
so die Ladezeiten erheblich verringern können. Für die mobile Nutzung der Fahrzeuge ist die Batterie damit die alleinige Energiequelle.<br />
Eine mögliche alternative Form des Elektroautos ist die Kombination eines elektrischen Antriebs mit einer Brennstoffzelle.<br />
Hierbei wird ähnlich wie bei einem Range Extender der Strom direkt an Bord gewonnen, jedoch durch eine chemische Reaktion von<br />
Sauerstoff und Wasserstoff und ohne auf fossile Kraftstoffe zurückgreifen zu müssen. Allerdings sind alle bis heute erhältlichen<br />
Serien-Elektrofahrzeuge batteriegetrieben, Brennstoffzellenautos haben noch keine Marktreife erreicht.<br />
Range Extender<br />
Kombinationsantriebe, bei denen<br />
im Unterschied zum Hybridmotor<br />
die Räder ständig elektromotorisch<br />
angetrieben werden. Durch Einbau<br />
großer Batterien, die über die Steckdose<br />
wieder aufladbar sind, können<br />
durchschnittl. Alltagsstrecken rein<br />
elektrisch bewältigt werden. Der zusätzlich<br />
verbaute kleine und hocheffiziente<br />
Verbrennungsmotor dient<br />
nur als Generator.<br />
PlugIn-Hybrid-Autos<br />
Als Antrieb dienen ein Verbrennungs-<br />
und zusätzlich ein eMotor.<br />
Die Batterie kann anders als beim<br />
»konventionellen« Hybrid ebenfalls<br />
an der Steckdose geladen werden.<br />
Dies und die im Vergleich größere<br />
Batteriekapazität erlauben höhere<br />
rein elektrisch gefahrene Reichweiten.<br />
Der Verbrennungsmotor bleibt<br />
aber Hauptantrieb.<br />
Obwohl der Stellenwert der elektromobilen<br />
Medienberichterstattung zusehend an<br />
Wichtigkeit gewinnt, sind bis dato weit weniger<br />
als ein Drittel der Deutschen schon<br />
einmal selbst mit einem eAuto gefahren.<br />
Dabei gibt es bereits heute eine Reihe an<br />
verfügbaren eFahrzeugen, die problemlos<br />
im Alltag eingesetzt werden können.<br />
Aber nur durch Erfahrbarkeit gelingt es<br />
uns, die Menschen für die Neue Mobilität<br />
zu begeistern und damit die elektrisch basierte<br />
Individualmobilität langfristig und<br />
nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern.<br />
Denn eines ist sicher: Wer einmal<br />
selbst Strom gegeben hat, ist fasziniert<br />
von der neuen Form der Fortbewegung.<br />
bereits<br />
verfügbar<br />
2011<br />
2012<br />
Citroën C-Zero<br />
BYD E6<br />
Audi e-tron<br />
e-Wolf Delta 2<br />
e-WOLF DELTA 1<br />
Renault Kangoo Z.E.<br />
Fiat 500 ev<br />
e-Wolf Alpha 2<br />
Heuliez Mia<br />
Nissan Leaf<br />
Ford Focus Elektro<br />
German e Cars stromos<br />
Think CIty<br />
Mitsubishi i-Miev<br />
Renault Twizy Z.E.<br />
Renault Fluence Z.E.<br />
Peugeot iOn<br />
Tesla Roadster<br />
Smart ed<br />
Luis 4U green<br />
Renault Zoe Z.E.<br />
Buddy<br />
Volvo C30 BEV<br />
Reva i<br />
Toyota iQ EV<br />
TAzzari Zero<br />
MK Group CaRe 500<br />
REva NXR<br />
Artega SE<br />
CHevrolet Volt<br />
Opel Ampera<br />
Audi A1 e-tron<br />
Fisker Karma<br />
Peugeot 3008 Hybrid<br />
Toyota Prius Plug-In<br />
Volvo V60 Diesel-Hybrid<br />
Wir haben für Sie einmal zusammen gestellt,<br />
welche eAutos bereits heute in<br />
Deutschland im Handel erhältlich sind<br />
und was uns bis 2013 in den Autohäusern<br />
erwartet. Dabei haben wir uns explizit<br />
auf reine Elektroautos, Elektroautos mit<br />
Range Extender und Plug-In-Hybride konzentriert.<br />
»Konventionelle« Hybrid-Autos<br />
werden in der Grafik nicht berücksichtigt,<br />
da sie nicht direkt an der Steckdose oder<br />
der Ladesäule mit Erneuerbaren Energien<br />
geladen werden können.<br />
Bei der Betrachtung der Grafik wird deutlich:<br />
bereits jetzt produzieren innovative<br />
Hersteller - darunter deutsche mittelständische<br />
Unternehmen wie German E-Cars<br />
und e-WOLF, serientaugliche eFahrzeuge.<br />
Diese müssen jetzt in der Gesellschaft deutlich<br />
sichtbar werden. Kurze Fahrstrecken<br />
sowie Park- und Lademöglichkeiten auf firmeneigenen<br />
Parkplätzen machen kommunale<br />
Fuhrparks und Flotten kommunalnaher<br />
Dienstleister zum optimalen Einsatzort für<br />
die bereits heute erhältlichen Fahrzeuge.<br />
2013<br />
BMW i3<br />
VW Golf blue e-motion<br />
Tesla Model S<br />
Ford C-Max<br />
Lesen Sie auf den kommenden Seiten mehr<br />
über den Einsatz der dargestellten eAutos<br />
in den Ersten Flotten. Erfahrungsberichte<br />
machen deutlich, dass Elektromobilität<br />
keine Zukunftsvision mehr ist, sondern<br />
bereits jetzt eine realistische Mobilitätsalternative<br />
darstellt. Steigen Sie ein und<br />
erleben Sie puren Fahrspaß.<br />
Daimler E-Cell<br />
VW e-Up<br />
Porsche 918 Spyder<br />
© 2011 BEM Bundesverband eMobilität<br />
32 Neue Mobilität Neue Mobilität 33
Erste Flotten - Siemens<br />
Erste Flotten - Siemens<br />
Siemens fährt elektrisch<br />
Drei Fragen an den Testfahrer Gerhard Lengtat aus Erlangen:<br />
Wie fährt sich das Elektrofahrzeug im Alltag?<br />
Der Fahrkomfort ist durch das leise Fahren sehr hoch und die Reichweite von circa 100 Kilometern reicht für den täglichen<br />
Bedarf leicht aus. Das Laden zu Hause oder in der Arbeit macht Spaß und ist durch den gerade steigenden Ölpreis konkurrenzlos<br />
günstig.<br />
Was sagt Ihre Umgebung zu Ihrem movE?<br />
Das Interesse ist riesig! Kollegen, Freunde und Verwandte haben sich schon für Mitfahrten angemeldet. Besonders bei den<br />
Schulkameraden meiner Kinder ist es immer ein großes Hallo, wenn sie das Elektroauto sehen. Die jungen Leute scheinen zu<br />
spüren, wie wichtig das Thema für die Umwelt ist und wie viele ihrer zukünftigen Arbeitsplätze da entstehen werden.<br />
Können sie sich vorstellen, dauerhaft ein Elektrofahrzeug zu fahren?<br />
Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Alltag zu fahren.<br />
In dem Projekt 4-Sustainelectromobility (4-S) testen Siemens-<br />
Mitarbeiter in München, Erlangen und Berlin eine Flotte von<br />
Elektrofahrzeugen. Ihre Erfahrungen sollen direkt in die<br />
Entwicklung von zukünftigen Elektromobilitätslösungen<br />
einfließen.<br />
Das Projekt gliedert sich in mehrere Phasen, die jeweils<br />
unterschiedliche Forschungsschwerpunkte haben. Seit<br />
November 2010 fahren in Erlangen und München jeweils zehn<br />
Mitarbeiter der Firma Siemens mit Elektrofahrzeugen. Diese<br />
Firmenflotte soll sukzessive auf bis zu 100 Fahrzeuge ausgeweitet<br />
werden.<br />
Die Fahrzeuge mit dem Namen movE auf Basis des Suzuki<br />
Splash wurden von German E-Cars, einem Mitglied der<br />
FRÄGER-Gruppe, zum Elektroauto umgebaut.<br />
Auf speziell gekennzeichneten Parkplätzen an den<br />
Standorten der Testfahrer hat Siemens eine Infrastruktur mit<br />
Ladesäulen geschaffen und stellt dort kostenlosen Strom aus<br />
Erneuerbaren Energien zur Verfügung. Zusätzlich wird bei<br />
den Testfahrern in der Garage eine Heimladestation, eine so<br />
genannte Wallbox, installiert. Die Testfahrer leasen dabei ihr<br />
Fahrzeug bei der Sixt AG, die den Betrieb der Flotte zusammen<br />
mit einem Full-Service-Paket und einer Mobilitätsgarantie<br />
übernimmt.<br />
Im Frühjahr 2011 werden zwei Prototypen mit einem 800<br />
Volt Antriebsstrang von Siemens dazukommen. Die hohe<br />
Spannung ermöglicht eine Gewichtsreduktion durch geringere<br />
Kabelquerschnitte und eine Ladefunktion über den Umrichter<br />
in Verbindung mit einer Netzanschlussbox. Dadurch können<br />
sehr hohe Ladeleistungen ohne zusätzliches Ladegerät realisiert<br />
werden.<br />
Ab Sommer 2011 werden Siemens-Abteilungen in Berlin<br />
die Gelegenheit haben, Carsharing mit einer Flotte von 15<br />
Elektrofahrzeugen zu testen. Der Kern dieses Teilprojekts ist<br />
eine zentrale Leitwarte mit eCarsharing Managementsoftware.<br />
Sie verwaltet die Fahrzeugflotte und ermöglicht die<br />
Reservierung von Fahrzeugen im Intranet. Eine Onboard<br />
Unit im Fahrzeug identifiziert dabei den Fahrer anhand seines<br />
Mitarbeiterausweises, entriegelt das Auto und deaktiviert die<br />
Wegfahrsperre. Während der Fahrt zeigt sie freie Ladesäulen<br />
an und bietet die Möglichkeit, diese zu reservieren. Nach<br />
der Fahrt werden die Abrechnungsdaten nach Zeitdauer und<br />
Strecke per Funk an die Leitwarte übermittelt.<br />
In der Phase, die im Herbst 2011 startet, steht der Test von<br />
Schnellladesystemen im Mittelpunkt. Ziel soll sein, das<br />
Elektroauto ähnlich schnell laden zu können, wie Autofahrer<br />
es heute von einem normalen Verbrennungsmotor ge-<br />
wohnt sind, also in ca. 15 Minuten. »In dem Projekt setzen<br />
wir verschiedene Ladeszenarien ein, um unsere Produkte<br />
weiterzuentwickeln und zu testen. Bei unseren Produkten<br />
ist es uns besonders wichtig, einfache, sichere und schnelle<br />
Ladevorgänge zu ermöglichen«, sagt Dr. Richard Hausmann<br />
CEO des Konzern Projektes »Smart Grid Applikationen«.<br />
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt in dieser Phase ist<br />
der bidirektionale Anschluss der Elektroautos an das intelligente<br />
Stromnetz, das sogenannte Smart Grid, bei dem<br />
die Fahrzeugbatterien bei Bedarf auch Strom in das öffentliche<br />
Netz einspeisen können. Damit wird das Elektroauto<br />
zum mobilen Stromspeicher. Weitere Prototypen mit Radnabenmotoren<br />
auf der Hinterachse werden in dieser Phase<br />
aufgebaut, wobei die Rekuperation der Motoren zum rein<br />
elektromotorischen Bremsen verwendet wird.<br />
Anhand der Erfahrungen aus dem Projekt sollen der elektrische<br />
Antrieb, die Ladestationen, die Netzsteuerung und<br />
das Flottenmanagement optimiert und weiterentwickelt<br />
werden. Zudem können verschiedene Geschäftsmodelle<br />
getestet und deren Auswirkungen auf die Anforderungen an<br />
die Lösungen der Elektromobilität untersucht werden. Der<br />
Leiter Konzeptentwicklung Elektromobilität bei der zentralen<br />
Siemens-Forschung, Professor Gernot Spiegelberg, erklärt:<br />
»Für die Siemens AG ist das Projekt eine Gelegenheit,<br />
potenziellen Kunden ihr komplettes Angebotsportfolio im<br />
Bereich der Elektromobilität vorzustellen. Siemens bietet<br />
Lösungen und Produkte entlang der gesamten Prozesskette<br />
an - von der Energieerzeugung und -verteilung, über die Ladeund<br />
Antriebstechnologie bis hin zur Ladeinfrastruktur.«<br />
Im Laufe des Projekts werden die Erfahrungen der Testfahrer<br />
wissenschaftlich ausgewertet. Dazu werden mit Fragebögen<br />
Themen wie z.B. das Ladeverhalten abgefragt und später in<br />
Tiefeninterviews ausführlich diskutiert. Zusätzlich führen<br />
die Fahrer in sogenannten »Mobility Booklets« Tagebuch<br />
über die Nutzung von Elektroauto, Fahrrad und öffentlichen<br />
Verkehrsmitteln vor und während des Projekts, um die<br />
Veränderung des Mobilitätsverhaltens zu untersuchen.<br />
Eine Aussage gibt es bereits: Für die Mehrheit der Testfahrer<br />
ist das Elektroauto für den Stadtverkehr schon heute völlig<br />
ausreichend.<br />
Weitere Informationen zur Elektroflotte erhalten Sie unter<br />
elektroflotte.ct@siemens.com<br />
34 Neue Mobilität Neue Mobilität 35
Erste Flotten - SAP<br />
Mit Tante Paula<br />
in die Elektromobilität einsteigen<br />
Elektroroller spielen nicht nur im Stadtverkehr<br />
ihre ganze Stärke aus<br />
Über 400 Mitarbeiter testen<br />
die Future Fleet<br />
Der Softwarekonzern SAP setzt seit Januar erstmals Elektroautos als Firmenwagen ein.<br />
Firmenwagen Stromos vor dem SAP-Gebäude<br />
Ende Dezember 2010 war es endlich soweit: Ein Sattelzug<br />
brachte die Mobilität der Zukunft zum Softwarekonzern<br />
SAP. Mittlerweile sind 27 Stromos an den SAP-Standorten<br />
rund um Walldorf im Einsatz. »Ziel des Projekts »Future<br />
Fleet« ist es, die Alltagstauglichkeit der Elektrofahrzeuge<br />
zu untersuchen«, sagt Projektleiter Joachim Marx von der<br />
SAP-Forschung, der die Fäden in dem vom Bundesumweltministerium<br />
geförderten Projekt zusammenhält. »Gerade als<br />
Dienstwagen sind Elektrofahrzeuge für Unternehmen interessant,<br />
da sie trotz begrenzter Reichweite mehr als 90 % der<br />
Fahraufgaben abdecken können.«<br />
Einer der Projektpartner ist der Energieversorger MVV Energie,<br />
der das Projekt mit Ökostrom versorgt, selbst Elektrofahrzeuge<br />
testet und die Ladeinfrastruktur installiert. Hier<br />
wurde echtes Neuland betreten: Eine durchgängige Kommunikation<br />
zwischen Fahrzeug, Ladesäule und Software-<br />
Prototyp macht es möglich, die Autos gezielt und intelligent<br />
zu laden. Zudem sind das Öko-Institut, die Hochschule<br />
Mannheim und das Institut für sozial-ökologische Forschung<br />
(ISOE) beteiligt. Sie untersuchen unter anderem die Ökobilanz<br />
der Fahrzeuge sowie die Akzeptanz und Anforderungen<br />
der Testfahrer und -fahrerinnen.<br />
Die ersten Reaktionen der SAP-Mitarbeiter sind positiv: »Zunächst<br />
einmal macht es Spaß, eine neue Technologie auszuprobieren«,<br />
sagt Daphne Salzmann, Produktmanagerin<br />
für die SAP-Lösung »SAP Business All-in-One«. »Angenehm<br />
ist das wirklich sehr leise Summen des Motors«, sagt Joachim<br />
Mette, Manager im Global Controlling bei SAP, der Mitte<br />
Februar 2011 einen Stromos über mehrere Tage fuhr. Als<br />
Schwachstelle sehe er die geringe Reichweite an. »Sie sollte<br />
schon bei 200 bis 250 km liegen«, erklärt Mette. »Ich kann<br />
mir dennoch vorstellen - bei einem akzeptablen Anschaffungspreis<br />
- eines der beiden Fahrzeuge in der Familie sofort<br />
durch ein Elektroauto zu ersetzen.«<br />
Neben der geringen Reichweite ist auch das Laden der<br />
Fahrzeuge ungewohnt - dauert es doch länger als das Tanken<br />
eines Benzin- oder Dieselautos. »Man muss sich genau<br />
überlegen, was man vor hat und ob eine Autofahrt wirklich<br />
notwendig ist«, erklärt Daphne Salzmann. Auch sie könne<br />
sich ein Elektroauto als Firmenwagen vorstellen - allerdings<br />
nur »in Kombination mit einer guten Lösung für längere Wegstrecken,<br />
zum Beispiel über Mietwagenangebote.«<br />
Eine moderne IT wird bei solchen Lösungen eine wichtige<br />
Rolle spielen, ist sich Projektleiter Joachim Marx sicher. So<br />
entwickelt SAP für das Projekt Future Fleet einen Prototypen,<br />
der die Verfügbarkeit der Fahrzeuge und der Ladesäulen<br />
plant sowie mit den Mobilitätsanfragen der Mitarbeiter<br />
abgleicht.<br />
Joachim Marx<br />
Projektleiter »Future Fleet«<br />
futurefleet@sap.com<br />
Mit der Elektromobilität deutet sich eine technologische<br />
Zeitenwende an. Die Automobilindustrie arbeitet mit<br />
Hochdruck am Elektroauto, um auch zukünftig wettbewerbsfähig<br />
sein zu können. Ein sofortiger Einstieg in die<br />
Elektromobilität ist mit den kultigen Tante Paula Elektrorollern<br />
möglich, die es problemlos mit den angesagten<br />
eBikes aufnehmen können. Die umweltschonenden und<br />
handlichen Modelle »Ferdinand II« und »Maximilian II«<br />
sind bis zu 32 km/h schnell, surren leise an jeder Tankstelle<br />
vorbei und haben gerade einmal einen Stromverbrauch<br />
von 50 Cent auf 100 km. Eine Akkuladung reicht<br />
für rund dreißig Kilometer umweltschonenden Fahrspaß.<br />
Nach drei Stunden ist die Batterie wieder voll und für<br />
die nächste Fahrt bereit. Selbst Steigungen schaffen die<br />
leistungsstarken Elektromotoren ohne große Anstrengung.<br />
Hochwertige Komponenten, wie ein komfortables<br />
Federungssystem, ein Dual-Disc-Scheibenbremssystem,<br />
moderne Elipsoid-Scheinwerfer oder geländegängige<br />
Motorrad-Reifen garantieren langlebiges Fahrvergnügen.<br />
In der Stadt ist der kultige Scooter um ein Vielfaches<br />
schneller als herkömmliche Fortbewegungsmittel und<br />
Parkplatzsorgen sind passé. Die ausgeklügelte Bauweise<br />
des Rollers erlaubt ein sekundenschnelles Zusammenklappen,<br />
so dass Tante Paula in fast jedem Kofferraum für<br />
die nächste Spritztour verstaut werden kann.<br />
HENI Helmut Niemeyer GmbH<br />
Walter-Freitag-Straße 9a<br />
42899 Remscheid<br />
Fon 02191 95 58 0<br />
www.tante-paula.eu<br />
36 Neue Mobilität Neue Mobilität 37
Erste Flotten - UPS<br />
Erste Flotten - UPS<br />
Bei UPS hat die elektrische<br />
Zukunft bereits begonnen<br />
Der Umbau des P80 - Vom Diesel zum Stromer<br />
Durch die Elektrifizierung eines klassischen UPS Zustellfahrzeugs P80 entstand ein umweltfreundliches Fahrzeug für den<br />
Einsatz in Innenstädten. Die Umrüstung erfolgte durch das mittelständische Unternehmen EFA-S (ElektroFahrzeuge Schwaben<br />
GmbH). Die Ergonomie des UPS Zustellfahrzeugs konnte vollständig gewahrt werden.<br />
P80-E mit Zusteller<br />
www.ups.com<br />
Der Einsatz von alternativen Antrieben hat bei UPS eine<br />
lange Tradition. Seit gut 70 Jahren testet das Unternehmen<br />
innovative Technologien und nutzt alternativ betriebene<br />
Fahrzeuge als rollende Labore. Denn die Erkenntnisse aus<br />
dem Alltagseinsatz tragen dazu bei, neue Technologien<br />
voranzubringen.<br />
Die jüngste Generation fahrender Labore bei UPS in<br />
Deutschland besteht aus sechs Elektrofahrzeugen der britischen<br />
Firma Modec. Das erste dieser Fahrzeuge nahm UPS<br />
bereits im November 2008 in Betrieb, weitere fünf etwa ein<br />
Jahr später. Die sechs Modecs sind derzeit in Düsseldorf,<br />
Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Nürnberg unterwegs.<br />
Zusätzlich hat UPS Ende 2010 eines der klassischen<br />
UPS-Zustellfahrzeuge des Typs P80 zu einem Elektrofahrzeug<br />
umrüsten lassen.<br />
Für UPS haben sich die Elektrofahrzeuge im Praxistest bewährt.<br />
Im Falle des P80-E ist gerade unter dem Gesichtspunkt<br />
der Nachhaltigkeit die Umrüstung von einem 15 Jahre<br />
alten Dieselfahrzeug zu einem Elektrozustellfahrzeug interessant.<br />
Und der P80-E zeigt in der Paketzustellung die gleiche<br />
Leistungsfähigkeit wie ein herkömmlicher Diesel - jedoch mit<br />
einer geringstmöglichen Belastung für die Umwelt. Ein Manko<br />
ist jedoch, dass die Elektrofahrzeuge mit einer Akkuleistung<br />
von bis zu 100 Kilometern eine relativ geringe Reichweite<br />
haben und sich daher nur für kürzere Strecken eignen. UPS<br />
setzt die Fahrzeuge daher für die Zustellung in Innenstädten<br />
ein. Bei einer hohen Stoppzahl ist hier die Kilometerleistung<br />
eher gering.<br />
Bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts testete<br />
UPS erstmals Elektrofahrzeuge. Doch Faktoren wie Kosten,<br />
Gewicht, Größe und geringe Haltbarkeit der Batterien verhinderten,<br />
dass sich diese Antriebsart seinerzeit durchsetzen<br />
konnte. Damals glich das Fahrzeug eher einer motorisierten<br />
Batterie. Dank der technischen Weiterentwicklung spricht<br />
heute vieles dafür, die Anzahl der Elektrofahrzeuge schrittweise<br />
auszubauen. Auch die Kunden honorieren und fordern<br />
heute mehr denn je den Einsatz von umweltfreundlichen<br />
Technologien. So kamen in London, wo UPS ebenfalls sechs<br />
Elektrofahrzeuge im Einsatz hatte, kürzlich 14 weitere hinzu.<br />
UPS sieht im Einsatz alternativer Antriebe eine Investition<br />
in die Zukunft, die dazu beiträgt, Technologien zu verbessern<br />
und solche Fahrzeuge auch ökonomisch interessanter<br />
zu machen.<br />
Klaus Stodick<br />
Supervisor Externe Kommunikation UPS Deutschland<br />
kstodick@ups.com<br />
Motor<br />
Hubraum<br />
Leistung<br />
Höchstgeschwindigkeit<br />
Laufleistung bisher<br />
Laderaumkapazität<br />
Nutzlast<br />
Betriebszeit<br />
Emissionsstandard<br />
Reichweite<br />
Batterie<br />
Betriebsspannung<br />
Ladeszeit<br />
Sitz der Batterie<br />
Verbrauch (Strom)<br />
Weitere Details<br />
ursprüngl. Zustellfahrzeug P80<br />
Diesel-Vierzylinder<br />
4,0 Liter<br />
105 PS<br />
80 km/h<br />
UPS Zustellfahrzeuge in Europa sind auf diese<br />
Geschwindigkeit gedrosselt<br />
481.147 km<br />
23 m 3<br />
3.990 kg<br />
1995 - 2010 (vor dem Umbau)<br />
Euro 2<br />
ca. 450 km<br />
Änderungen beim P80<br />
Elektro (Synchronmotor von AMK<br />
Arnold Müller GmbH & Co. KG)<br />
122 PS<br />
80 km/h<br />
elektronisch begrenzt<br />
ca. 6000 km 11/2010 - <strong>03</strong>/2011<br />
23 m 3<br />
3.450 kg<br />
seit 11/2010 im Einsatz<br />
keine Fahrzeugemissionen<br />
80 - 100 km max. 150 km leer<br />
160 Ah - Li-FeYPO4 mit 62 kWh<br />
400 Volt<br />
8 - 10 Stunden<br />
unterm Fahrzeug und im Motorraum<br />
ca. 50 kWh/100km<br />
Bremsenergierückgewinnung KERS<br />
Start-/Stopp-Automatik<br />
38 Neue Mobilität Neue Mobilität 39
Erste flotten - e-wolf<br />
Erste flotten - e-wolf<br />
Effizientes Flottenmanagement<br />
mit Elektrofahrzeugen<br />
Interview mit Kai Schönenberg von e-WOLF<br />
e-Wolf Delta - 2 Shuttle e-Wolf Omega 1.4<br />
Was unterscheidet e-WOLF auf dem Wachstumsmarkt der<br />
Elektromobilität von anderen?<br />
Wir setzen neue Maßstäbe. Bei Technik und Integrationsdesign,<br />
ebenso wie in Sachen Effizienz, Sicherheit und Fahrleistung.<br />
Unser Entwicklungs-Team arbeitet gemeinsam mit<br />
führenden Zulieferern und Instituten. Die hohen Qualitätsund<br />
Sicherheitsstandards gewährleisten wir durch Kooperationen<br />
z.B. mit dem TÜV Rheinland in Köln.<br />
Durch die einzigartige keramische Speichertechnologie können<br />
wir eine Garantie auf Motor, Inverter und Batterie von 3<br />
Jahren/150.000 km anbieten. Bei Qualität machen wir keine<br />
Kompromisse. Im e-WOLF CENTER KÖLN fertigen wir hochwertigste<br />
Elektrofahrzeuge, die die Zukunft bewegen.<br />
Wo sehen Sie aktuell den idealen Einsatzort von Elektrofahrzeugen?<br />
Vom Sonderfahrzeug bis zur innovativen Flottenlösung ermöglichen<br />
wir bereits heute Mobilität in vielfältigen Bereichen.<br />
Insbesondere in Fuhrparks lassen sich besonders<br />
Elektronutzfahrzeuge jetzt schon ohne Probleme effizient<br />
einsetzen.<br />
Mit dem leisen und emissionsfreien Elektroantrieb erobern<br />
die e-WOLF-Fahrzeuge sogar Bereiche, die Fahrzeugen mit<br />
Verbrennungsmotor bislang verwehrt blieben. Dazu zählen<br />
der Indoor-Betrieb in Hallen und Gebäuden, der Einsatz in<br />
sensiblen Naturschutzgebieten oder in Fußgängerzonen.<br />
Erhöhte Flexibilität, von der die Umwelt und unsere Kunden<br />
gleichermaßen profitieren.<br />
Ein Einsatz im Bereich Flottenmanagement liegt da nahe,<br />
oder?<br />
Völlig richtig. Wirtschaftliches Fahren beginnt lange bevor<br />
man am Steuer sitzt. Während viele noch abwägen, ob Benzin<br />
oder Diesel, machen wir uns weit nachhaltigere Gedanken:<br />
Wie kann die Flexibilität von Flottenfahrzeugen erhöht<br />
werden? Wie die Zuverlässigkeit gesteigert? Die Antwort ist<br />
ebenso einfach wie genial: Die effiziente Nutzung der Vorteile,<br />
die die Elektromobilität von Hause aus mit sich bringt.<br />
Dazu zählt natürlich auch die ausgesprochene Wartungsarmut<br />
der Fahrzeugkomponenten.<br />
Nur in Verbindung mit intelligenter Ladetechnologie und<br />
durchdachter Infrastruktur entsteht jedoch ein schlüssiges<br />
Gesamtpaket.<br />
Deutlich macht das beispielsweise aktuell das eMobilitäts-<br />
Projekt CEMOBIL in Klagenfurt, in dem Fahrzeuge von uns<br />
zum Einsatz kommen. Aber auch Unternehmen in Deutschland<br />
haben erkannt, dass die Versuchsphase längst abgeschlossen<br />
ist und elektrisch betriebene Nutz- und Flotten-<br />
fahrzeuge innerhalb ihres Anwendungsprofiles und Life-Cycles<br />
wesentlich effizienter mit erheblich weniger Wartungskosten<br />
in die bestehende Flotte integrierbar sind.<br />
Kai Schönenberg<br />
Marketingleiter und Projektmanager<br />
e-WOLF CENTER KÖLN<br />
flotte@ewolf-car.com<br />
www.ewolf-car.com<br />
CEMOBIL<br />
Neues eMobilitäts-Projekt in Klagenfurt am Wörthersee<br />
Die Stadt Klagenfurt am Wörthersee hat im September 2010<br />
ein neues eMobilitäts-Projekt gestartet. Mit diesem Projekt<br />
wird demonstriert, dass Elektromobilität funktioniert und<br />
dadurch eine effektive und nachhaltige Verbesserung der<br />
Umweltqualität möglich ist, ohne die individuelle Mobilität<br />
gravierend einschränken zu müssen. Gleichzeitig wird gezeigt,<br />
dass dadurch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz<br />
und zur Erreichung des Kyoto-Ziels geleistet wird, indem der<br />
für die eFahrzeuge benötigte Strom zur Gänze aus erneuerbaren<br />
Energiequellen kommt.<br />
Es werden insgesamt 64 Elektrofahrzeuge (44 PKW, 10 Pedelecs,<br />
10 Scooter), 1 eBus und 1 Solarschiff für den Lendkanal<br />
angeschafft und getestet sowie die dafür notwendige Infrastruktur<br />
aufgebaut. 50 Elektroladestationen werden vom<br />
Projektpartner Land Kärnten im Raum Klagenfurt am Wörthersee<br />
errichtet. Weitere 50 Elektroladestationen sollen<br />
durch Privatinitiativen (z.B.: Wohnbauträger, Einkaufszentren<br />
etc.) errichtet werden. Die eFahrzeuge werden Privaten,<br />
öffentlichen Einrichtungen, Fahrschulen und Taxiunternehmern<br />
zu Testzwecken zur Verfügung stehen.<br />
Im Rahmen des Projektes wurden bereits fünf eTaxis der<br />
Firma e-WOLF bestellt, wobei ein eTaxi ein Behindertentaxi<br />
sein wird. In diesem Rahmen werden auch zukunftsweisende<br />
Schnellladesysteme und in weiterer Folge Induktionsladesysteme<br />
getestet. Die Fahrzeuge werden im Herbst 2011<br />
den Taxiunternehmern in Klagenfurt am Wörthersee zur Verfügung<br />
gestellt.<br />
»In Zukunft soll es in keiner Region Europas komfortabler,<br />
einfacher und attraktiver sein, ein Elektrofahrzeug zu fahren,<br />
als in Kärnten«, so Gerald Miklin von der Landesregierung<br />
Kärnten.<br />
Weitere Informationen finden Sie unter:<br />
www.cemobil.eu<br />
40 Neue Mobilität Neue Mobilität 41
Erste Flotten - Kesselbergrennen<br />
Erste Flotten - Kesselbergrennen<br />
Das Kesselbergrennen<br />
Erstes europäisches Rennen für Rennräder und Elektroautos<br />
vom 06. bis 08. Mai 2011<br />
Quelle: Friedhelm Oriwol Museum<br />
Die Vorbereitungen für das etwas andere Kesselbergrennen laufen auf Hochtouren.<br />
Vom 06. bis 08. Mai gehen hier die schnellsten und modernsten Elektroautos an den<br />
Start. BEM-Präsident Kurt Sigl konnte als Schirmherr der Veranstaltung gewonnen<br />
werden.<br />
Veranstalter Helmut Renner erzählt im Gespräch mit der<br />
<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>, auf was sich die Besucher schon jetzt<br />
freuen können und warum der Bundesverband eMobilität<br />
genau der richtige Partner für die Veranstaltung ist.<br />
Was erwartet die Besucher an den drei Renntagen?<br />
Das Kesselbergrennen bietet in diesem Jahr gleich drei Highlights.<br />
Erstens ein Bergrennen für Rennradfahrer, die in unterschiedlichen<br />
Klassen starten, bei der der Kesselbergmeister<br />
ermittelt wird. Zweitens werden Elektroautos in Demonstrationsläufen<br />
ihre Leistungsfähigkeit zeigen. Außerdem werden<br />
auf dem Ausstellungsgelände E-Mobilty am Fuß des Kesselbergs<br />
alle alternativen Antriebsmöglichkeiten ausgestellt.<br />
Vom Serienelektrofahrzeug bis hin zum Elektrorad kann sich<br />
der Besucher umfassend informieren. Am Sonntag können<br />
die verschiedenen eFahrzeuge dann auch Probe gefahren<br />
werden. Der Ökostrom für die Fahrzeuge kommt im übrigen<br />
direkt vom Walchenseekraftwerkt des Energiepartners E.ON.<br />
Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?<br />
Prinz Leopold von Bayern wird mit einem Mini E an den Start<br />
gehen. Dieser Wagen hat mit 9 Minuten und 15 Sekunden<br />
den Streckenrekord für Elektroautos auf der anspruchsvollen<br />
Nürburgring Nordschleife aufgestellt. Für Nichtfachleute<br />
sei so viel erklärt: vergleichbare Rundenzeiten haben bis<br />
dato nur Bugatti, Porsche oder Ferrari geschafft.<br />
Aber beim Elektroauto-Rennen geht es ja nicht vorrangig<br />
um die Geschwindigkeit, oder?<br />
Stimmt, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeiten sind<br />
eher nebensächlich. Bei der Gleichmäßigkeitsfahrt siegt der<br />
Teilnehmer, der zwei nahezu zeitgleiche Durchgänge absolviert.<br />
Da ist Köpfchen gefragt.<br />
Dieser Prüfung stellt sich auch das BEM-Mitgliedsunternehmen<br />
Tesla Motors, das seinen Firmenevent auf das Kesselbergrennen<br />
verlegt hat. Sie werden mit 25 bis 30 Fahrzeugen<br />
am Rennen teilnehmen.<br />
Aber auch kleinere Firmen wie Lautlos durch Deutschland<br />
und Twike gehen an den Start. Es wird also spannend.<br />
Was hat Sie dazu bewogen den Bundesverband eMobilität<br />
als Schirmherr mit ins Boot zu holen?<br />
Ganz einfach: der Bundesverband eMobilität ist der Verband<br />
in Deutschland, wenn es darum geht, branchenübergreifend<br />
alle wichtigen Akteure miteinander zu vernetzen, um Elektromobilität<br />
als realistische Mobilitätsalternative auf die Straße<br />
zu bringen. Ich freue mich sehr, das BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
spontan zugesagt hat und der Verband nun aktiver Partner<br />
der Veranstaltung ist.<br />
Helmut Renner<br />
ruth.helmut.renner@t-online.de<br />
www.kesselberg-rennen.com<br />
42 Neue Mobilität Neue Mobilität 43
Erste Flotten - ParkPod & Cambio<br />
Erste Flotten - Parkpod & Cambio<br />
eCarSharing 2.0<br />
in Hamburg<br />
Miete von Elektrofahrzeugen wird benutzerfreundlicher<br />
und zuverlässiger<br />
»Wir haben ParkPod als Partner für die Ladeinfrastruktur<br />
gewählt, weil die Bereitschaft bestand mit uns gemeinsam<br />
nach dem optimalen Konzept zu suchen«, sagte cambio Geschäftsführer<br />
Joachim Schwarz. »Nun haben wir als erster<br />
Anbieter eine Ladestation, die man im Zweifel auch in Abendgarderobe<br />
bedienen kann. Das Kabel liegt zu keinem Zeitpunkt<br />
im Schmutz und muss nicht erst aufwändig aus dem<br />
Kofferraum geholt werden.«<br />
Auch ParkPod Geschäftsführer und Mitgründer, Ralf Schneiderat,<br />
zeigt sich erfreut über die Zusammenarbeit und sagte:<br />
»cambio ist einer der größten CarSharing Anbieter Europas<br />
und sehr kundenorientiert. cambio konnte genau formulieren,<br />
welche Ansprüche seine Kunden an die Ladesäulen haben.<br />
Dies hat uns geholfen ein Gerät zu entwickeln, welches<br />
optimal für CarSharing-Anbieter geeignet ist. Wir freuen uns,<br />
dieses kundenfreundliche Modell ab sofort auch in weiteren<br />
Märkten anbieten zu können.«<br />
Das Karlsruher Unternehmen ParkPod ist auf Kunden aus der<br />
Privatwirtschaft fokussiert und sieht in solchen, schon heute<br />
wirtschaftlich umsetzbaren, Projekten, die Möglichkeit<br />
eMobilität zügig voranzutreiben. ParkPod verfügt über ein<br />
starkes Team mit Erfahrungen aus der Automobil-, Identifikations-<br />
und Messtechnik, das insbesondere in dem Umfeld<br />
geschäftskritischer Systemintegrationen seine Kompetenz<br />
zeigen kann. ParkPod setzte die Anforderungen in enger<br />
Zusammenarbeit mit cambio in nur wenigen Wochen um.<br />
Vom Design zum finalen Produkt verging dabei nur rund ein<br />
Monat, die Software-Integration wurde durch das erfahrene<br />
Team in nur wenigen Wochen umgesetzt.<br />
Für cambio steht neben der Umweltbilanz in den nächsten<br />
Monaten auch die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen<br />
im CarSharing-Betrieb auf dem Prüfstand. Mehr als einhundert<br />
cambio-Kunden haben sich bereits auf Probefahrten mit<br />
den Besonderheiten des Mitsubishi i-MiEV vertraut gemacht.<br />
Nun startet der Realbetrieb. Joachim Schwarz, Geschäftsführer<br />
von cambio Hamburg: »Für die kurzen Strecken in der<br />
Stadt ist das Elektroauto ideal. Es ist leise, klimafreundlich<br />
und auch der Spaß beim Fahren kommt nicht zu kurz. Wir<br />
sind gespannt, wie unsere Kunden das Angebot bewerten.«<br />
www.cambio-carsharing.de<br />
www.parkpod.de<br />
Seit dem 01. März bietet cambio CarSharing in Hamburg<br />
insgesamt sieben eFahrzeuge des Typs Mitsubishi i-MiEV<br />
an. Die Erkenntnisse aus bisherigen Versuchen zum eCar-<br />
Sharing sind hierbei zum Nutzen des Verbrauchers eingeflossen:<br />
Kunden können die eFahrzeuge ganz unkompliziert<br />
entleihen, erfahren die Reichweite schon vorab, und profitieren<br />
von einer einfach zu handhabenden Ladeinfrastruktur.<br />
Realisiert wurden das Pilot-Projekt von cambio CarSharing,<br />
Greenpeace Energy und ParkPod.<br />
Gerade in den Ballungsräumen ergänzen umweltfreundliche<br />
eFahrzeuge auf ideale Weise den öffentlichen Nahverkehr.<br />
Die bisherige Umsetzung krankte jedoch oft im Detail: Die<br />
Fahrzeuge waren »konvertiert« und noch nicht vollständig<br />
ausgereift, die Ladetechnik erforderte umständliches und<br />
oft unangenehmes Handling des Ladekabels und die Reichweite<br />
ließ sich nicht realistisch vorab abschätzen.<br />
Dies ändert sich mit der zweiten Generation des eCarSharing:<br />
Mit dem Mitsubishi i-MiEV steht eines der ersten elektrischen<br />
Großserienfahrzeuge zur Verfügung. Es basiert auf<br />
einer ausgereiften Plattform und bietet ein alltagstaugliches<br />
Raum- und Reichweitenangebot. Einen weiteren Bonus stellt<br />
die Ladeinfrastruktur dar. Die eingesetzte Wandladestation<br />
»Modell 46« von ParkPod, bringt kundenfreundliche Features<br />
und eine Echtzeit-Anbindung an das Buchungssystem<br />
von cambio.<br />
Die neuartige Ladestation verfügt über eine optimierte Kabelführung<br />
für eFahrzeuge: Das spiralisierte Ladekabel ist fest<br />
mit der Ladestation verbunden und kommt von oben. Damit<br />
ist es stets »aufgeräumt« und der Nutzer muss nicht den<br />
Kofferraum öffnen, ein schmutziges und schweres Kabel herausholen,<br />
um dann eFahrzeug und Ladestation zu verbinden.<br />
Stattdessen identifiziert er sich mit dem Schlüsselbund<br />
am Lesegerät, entnimmt den Ladestecker aus der Säule und<br />
steckt ihn in das Fahrzeug. Das Kabel ist bis auf vier Meter<br />
ausziehbar, so dass der Anschlusspunkt am Fahrzeug in jeder<br />
Parkposition bequem erreicht werden kann.<br />
Die Reservierungssoftware erfährt von den ParkPod Ladesäulen<br />
in Echtzeit, wann ein Auto zum »Auftanken« angeschlossen<br />
wurde, ob der Ladevorgang noch andauert oder<br />
ob die Batterien bereits voll sind.<br />
Mithilfe dieser Online-Information kann cambio die Reichweite<br />
zuverlässig abschätzen und die Fahrzeuge entsprechend<br />
den Buchungsanfragen optimal zuordnen.<br />
„Mehr Wert<br />
aus E-Mobilität“<br />
Nutzen Sie Ihren Kundenparkplatz<br />
als Tankstelle<br />
für Elektroautos<br />
ParkPod TM bietet Ladestationen<br />
für Unternehmen und Parkplatzbetreiber<br />
zur Kundenbindung<br />
und Renditesteigerung.<br />
ParkPod GmbH<br />
Siemensallee 84<br />
76187 Karlsruhe<br />
Tel: +49 (0) 721-570 38 32<br />
Fax: +49 (0) 721-964 36 36<br />
email: info@parkpod.com<br />
www.parkpod.com<br />
44 Neue Mobilität
Erste Flotten - EBG<br />
www.peugeot.de<br />
complEo ® - ready for Take-off<br />
Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, und Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova<br />
AG, nehmen am 09. November 2010 gemeinsam die erste Ladestation am Flughafen Frankfurt/Main in Betrieb<br />
Mit über 50 Millionen Passagieren jährlich ist der Flughafen<br />
Frankfurt/Main eins der wichtigsten Drehkreuze in Europa.<br />
Das führt natürlich auch zu einem hohen Verkehrsaufkommen<br />
durch Fluggäste und den notwendigen Servicebetrieb -<br />
und zu entsprechend hohen Umweltbelastungen. Durch den<br />
Einsatz einer Ladestation im Terminal-nahen Parkhaus P4 ist<br />
ein erster Schritt zu umweltfreundlicherer Mobilität getan,<br />
denn an der schlanken complEo ® -Säule im neu geschaffenen<br />
Bereich »Business-Parken« der Parkschotte 222 können die<br />
Nutzer von Elektrofahrzeugen Öko-Strom der Mainova AG<br />
laden. Zwei Mainwasser-Kraftwerke liefern die Energie, die<br />
Schritt für Schritt durch weitere Ladesäulen auch in ganz<br />
Frankfurt an zentralen Punkten abrufbar sein soll, z.B. vor<br />
der Oper oder der Börse.<br />
Mit einer Schuko-Steckdose und einem Anschlusspunkt für<br />
den 7-poligen OEM-Stecker ermöglicht die Mainova in ihrem<br />
Pilotprojekt der elektromobilen Bevölkerung das kostenlose<br />
Aufladen. Man muss nur mit dem Handy die im Display der<br />
Säule angezeigte Nummer anrufen, und die im Inneren verfahrbare<br />
Steckdose wird für den Ladevorgang freigegeben.<br />
Aber complEo ® ist auch jetzt schon auf Bezahlsysteme der<br />
Zukunft ausgerichtet, weil die durch einen Mikro-Controller<br />
erfassten Verbrauchsdaten ebenso wie eventuelle Störmeldungen<br />
per Mobilfunk weitergegeben werden können. Das<br />
ermöglicht eine Vernetzung in komplexen Kommunikationssystemen<br />
bis hin zu Smart-Grid-Konzepten, die das Abgeben<br />
von Strom in beide Richtungen vorsehen und das Fahrzeug<br />
damit zu einem fahrbaren Stromaggregat machen.<br />
Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung mit Energieverteilung<br />
im Freien legt das Herstellerunternehmen, die EBG<br />
complEo GmbH in Lünen, besonders viel Wert auf eine robuste<br />
Bauweise. Weil sich die Steckdosen erst nach Autorisierung<br />
öffnen, sind sie vor Manipulationsversuchen und<br />
Vandalismus gesichert; auch das Gehäuse aus glasfaserverstärktem<br />
Kunststoff widersteht nicht nur den Unbilden der<br />
Witterung, sondern kann durch eine Sonderbeschichtung<br />
gegen Graffiti geschützt werden. Auch Antennen für Mobilfunkverbindungen,<br />
mit denen die Abrechnungs- und Ablesekommunikation<br />
durchgeführt werden kann, lassen sich im<br />
Inneren des Gehäuses platzieren, das werkstoffbedingt<br />
nicht wie Metall abgeschirmt ist. All das macht die Geräte<br />
besonders zuverlässig und gleichzeitig für den Verbraucher<br />
einfach zu bedienen. Und so sollte eine zukunftsorientierte<br />
Lösung ja sein.<br />
EBG complEo GmbH<br />
www.ebg-luenen.de<br />
1. Preisträger des ersten<br />
Öko-Awards für Autos<br />
in der Kategorie<br />
Elektro- und Hybridantrieb<br />
www.oekoglobe.de<br />
100 % ELEKTRISCH. 100 % REAL.<br />
Ausgezeichnet<br />
mit dem<br />
Grünen Lenkrad<br />
2010 von<br />
Bild am Sonntag<br />
und Auto Bild<br />
eCar Tec Award 2010 –<br />
bayerischer Staatspreis<br />
für Elektromobilität<br />
46 Neue Mobilität<br />
PEUGEOT iOn
Erste flotten - e-miglia 2011<br />
e-miglia 2011<br />
Zweite Auflage der internationalen Rallye für Elektrofahrzeuge<br />
• Der Termin: 01. bis 05. August 2011<br />
• Anmeldung für jeden offen, gültiger Führerschein und eMobil vorausgesetzt<br />
• Teilnehmerfeld auf 30 Startplätze maximiert<br />
• Höher hinaus: Großglockner Hochalpenstrasse<br />
• Weitere Strecke: Die e-miglia erstmalig in der Schweiz<br />
• Finale am 05. August 2011 in St. Moritz<br />
125 Jahre Automobil, wohin hat es geführt? Zu weltweit fast<br />
einer Milliarde Fahrzeugen. Doch die Fahrzeuge benötigten<br />
meist fossile Brennstoffe, der Vorrat ist nicht unerschöpflich.<br />
Ein Lösungsweg ist unbestritten die elektrische Mobilität.<br />
Hier setzt die e-miglia an.<br />
Die erste internationale eRallye nur für Elektrofahrzeuge verfolgt<br />
auch im zweiten Jahr das Ziel, der Welt zu zeigen, wie<br />
attraktiv und leistungsstark eMobile schon heute sind.<br />
Die Premiere der e-miglia 2010 forderte den 25 teilnehmenden<br />
Fahrzeugen schon viel ab. Klarer Sieger: Die eMobilität.<br />
Das spornt zu höheren Zielen an. Und diese wird es vom 01.<br />
bis 05. August 2011 geben, wenn sich die e-migliaisti wieder<br />
e-missionsfrei auf die Straße begeben.<br />
Höher, das nimmt Ralleyleiter Richard Schalber wörtlich:<br />
»Der Jaufenpass mit 2.094 Metern war schon ganz ordentlich,<br />
aber heuer müssen die Teilnehmer über die Großglockner<br />
Hochalpenstrasse. Das sind rund 500 Höhenmeter obendrauf.«<br />
Die Großglockner Hochalpenstraße liegt im Herzen Österreichs<br />
und des Nationalparks Hohe Tauern. Eine Region mit<br />
viel Geschichte, Tradition, Natur und Blick in die Zukunft.<br />
Aber nicht nur höher, sondern auch weiter geht es 2011:<br />
Noch ist alles weiß im ganzen Engadin und besonders in St.<br />
Moritz, dem berühmtesten Alpentreffpunkt. Doch St. Moritz<br />
ist auch grün. Wenn die e-miglia am 5. August dort einrollt,<br />
werden die Zuschauer im Ziel staunen. Die weltweit erste<br />
»leise« und saubere internationale Straßenrallye mit innovativen<br />
Fahrzeugkonzepten passt zu Engadin St. Moritz: umweltbewusst<br />
und doch sportlich und lebendig. »Wir freuen<br />
uns sehr, dass wir als Schlussetappenort der e-miglia dabei<br />
sind. Somit können wir die zahlreichen Anforderungen, die<br />
St. Moritz als 101. Energiestadt der Schweiz zu erfüllen hat<br />
und die Bemühungen im ganzen Oberengadin wertvoll ergänzen«,<br />
so Ariane Ehrat, CEO der Tourismusorganisation<br />
Engadin St. Moritz.<br />
Mit diesem Finalort der e-miglia werden 2011 erstmalig vier<br />
Länder bereist und ein grandioses Ereignis in einmaliger<br />
Landschaft ist ebenso sicher wie ein unvergesslicher Abschluss.<br />
Eine höhere und weitere Herausforderung.<br />
Die Anmeldung ist eröffnet auf www.e-miglia.com<br />
48 Neue Mobilität Neue Mobilität 49
STATUS<br />
QUO<br />
»Es ist Zeit zu handeln.<br />
Die Probezeit ist vorbei.«<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
Vor diesem Hintergrund arbeiten wir seitdem permanent an<br />
neuen Projekten, um die Faszination und Begeisterung für<br />
Elektromobilität im Alltag der Menschen zu verankern.<br />
Wir informieren unsere Mitglieder und viele andere Interessierte<br />
tagesaktuell über unsere Internetseite und den BEM<br />
Bundesverband eMobile Ticker. Unser zweiwöchig erscheinender eMobilität Newsletter<br />
wird mit zunehmender Begeisterung von der eMobilitätsbranche<br />
angenommen. Die konstruktive Zusammenarbeit<br />
und der stetige Austausch mit den relevanten Playern der<br />
Branche zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere<br />
Mitglieder auch weiterhin untereinander zu vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus nachhaltige Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle zu entwickeln.<br />
Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität langfristig mit dem Einsatz<br />
Erneuerbarer Energien auf elektrische Antriebsarten umzustellen, um<br />
so den Weg in eine postfossile Gesellschaft aktiv zu begleiten.<br />
www.bem-ev.de<br />
Dabei sind unsere Mitgliedsunternehmen,<br />
BEM eMobile<br />
unser Fachbeirat<br />
Ticker<br />
und insbesondere natürlich unsere Mitarbeiter in der Bun-<br />
Jetzt im App Store<br />
desgeschäftsstelle Berlin, den Landesvertretungen Bayern<br />
und NRW unser wichtigstes Potential und damit direkt verantwortlich<br />
für das, was wir im letzten Jahr gemeinsam geschafft<br />
haben. Ohne diese engagierte Zusammenarbeit wäre<br />
all das nicht möglich gewesen und wir hätten uns nicht so<br />
schnell so gut aufgestellt.<br />
Die ständige Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Veranstaltungen, Messen, Events<br />
und Projekte ist deshalb eine unserer wichtigsten tagespolitischen<br />
und medialen Aufgaben.<br />
DER<br />
ELEKTRO-<br />
<strong>MOBILITÄT</strong><br />
Fachbeiträge. Stand der Technik. Kommentare. Was kommt 2011?<br />
50 Neue Mobilität Neue Mobilität 51
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
Warum Elektromobilität<br />
ein echter und nachhaltiger<br />
Systemwechsel ist<br />
»Auch die Elektromobilität ist ein Systemwechsel, bei<br />
dem gleich mehrere Quantensprünge bei der Nutzung<br />
von Mobilität festzustellen sind.«<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner und Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
Viele Automobilhersteller bewerten das Elektroauto lediglich<br />
als eine von vielen Varianten in ihrem Produktportfolio.<br />
Betrachtet man die Elektromobilität jedoch ganzheitlich, so<br />
zeigen sich deutlich Elemente eines echten Systemwechsels,<br />
dessen Auswirkungen alle Stufen in der Wertschöpfungskette<br />
der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer betreffen.<br />
Systemwechsel in Industrien sind dadurch gekennzeichnet,<br />
dass sich der Kundennutzen nicht nur inkrementell verändert,<br />
sondern in Quantensprüngen. So wurde zum Beispiel<br />
das iPhone 2007 von der Mobilfunkindustrie zunächst nur<br />
als eine weitere Variante des mobilen Telefonierens gesehen.<br />
In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass die Kunden mit<br />
diesem Produkt in ganz neue Dimensionen des einfachen<br />
Umgangs mit komplexen, aber nützlichen Applikationen vorstoßen<br />
konnten. Apple schaffte diesen Quantensprung im<br />
Kundennutzen im Wesentlichen durch die Adaption seines<br />
seit Jahrzehnten bewährten Betriebssystems auf ein mobiles<br />
Smartphone. Solche Quantensprünge können ganze<br />
Industrien in relativ kurzer Zeit radikal verändern. Auch die<br />
Elektromobilität ist ein Systemwechsel, bei dem gleich mehrere<br />
Quantensprünge bei der Nutzung von Mobilität festzustellen<br />
sind:<br />
Quantensprung 1: Weg vom Öl<br />
Durch den elektrischen Antrieb sind Autobauer wie Fahrer<br />
nicht mehr nur von einer einzigen Energiequelle, dem Erdöl,<br />
abhängig. Elektrischer Strom kann auf viele verschiedene<br />
Arten hergestellt werden - immer mehr auch völlig emissionsfrei.<br />
Das führt auch zu einen Systemwechsel in der Energiepolitik.<br />
So wenden die USA beispielsweise jährlich 260<br />
Milliarden US-Dollar dafür auf, kostbares Erdöl zu importieren,<br />
von dem etwa 70% in der eigenen »durstigen« Pkw-<br />
Flotte verbraucht werden.<br />
Stellt man dem gegenüber, dass 70% der US-Autos täglich<br />
weniger als 40 Meilen bewegt werden und das zumeist auf<br />
Kurzstrecken, so ist es bereits mit dem heutigen Stand der<br />
eAntriebs- und Batterietechnologie problemlos möglich, den<br />
größten Teil dieser Strecken mit Strom aus dem Netz zu fahren.<br />
Simuliert man ein solches Szenario für die deutschen Verhältnisse,<br />
so könnten rund 70% der jährlich gefahrenen<br />
etwa 550 Milliarden PKW-Kilometer elektrisch zurückgelegt<br />
werden. Volkswirtschaftlich wäre das eine enorme Einsparung,<br />
denn Deutschland müsste dann rund 40% weniger<br />
Erdöl importieren, was einem Wert von 21 Milliarden Euro<br />
zu heutigen Preisen entspräche. Der Mehrbedarf an Strom<br />
von etwa 10% würde in seiner Erzeugung nur etwa 1,5 bis<br />
2,5 Milliarden Euro kosten und könnte zur Hälfte aus dem<br />
bestehenden Netz kommen, denn Elektroautos laden meist<br />
nachts, wenn ohnehin Überkapazitäten vorhanden sind. Die<br />
restlichen 5% des zusätzlichen Strombedarfs wären bereits<br />
heute mit erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen.<br />
Gerade dieses volkswirtschaftliche Potential der Elektromobilität<br />
veranlasst derzeit viele Staaten (z.B. USA, China,<br />
Frankreich) den Systemwechsel stark zu subventionieren.<br />
Quantensprung 2: 60% weniger Energiekosten fürs Fahren<br />
Der Elektroantrieb ist deutlich effizienter als der eines<br />
Benziners oder Diesels. Beim Verbrennungsmotor werden<br />
nur 25 bis 30% des Energieinhalts im Tank in Bewegungsenergie<br />
umgewandelt, beim Elektroantrieb sind es hingegen<br />
80%. Ein Fortschritt in der Energieeffizienz, der<br />
dazu führt, dass die Energiekosten pro gefahrenen Kilometer<br />
drastisch sinken. Ein Elektroautobesitzer kann bis zu 60%<br />
seiner Energiekosten sparen.<br />
Auf die Energiebranche hat das Elektroauto dramatische<br />
Auswirkungen. Jeder elektrisch gefahrene Kilometer geht<br />
der Mineralölwirtschaft gänzlich verloren. Für die Stromerzeuger<br />
ist das Elektroauto zwar ein vergleichsweise kleiner<br />
Markt, jedoch ein sehr willkommener, da die zumeist nächtlichen<br />
Batterieladungen die Netze antizyklisch belasten und<br />
zusätzliche Erträge bei geringen Investitionen erzeugen.<br />
Quantensprung 3: 100% besseres Fahren<br />
Wer schon ein reines Elektroauto gefahren ist, stellt schnell<br />
fest, dass der Unterschied zum Benziner gewaltig ist. Nicht<br />
nur das nahezu geräuschlose Dahingleiten verblüfft. Vielmehr<br />
besitzt das eAuto gerade in der Stadt eine deutlich<br />
bessere Fahrdynamik, die höchstens mit einem Sportwagen<br />
vergleichbar ist. Das volle Drehmoment steht zu 100% und<br />
von Anfang an zur Verfügung und die Beschleunigung erfolgt<br />
ohne Schaltunterbrechungen.<br />
Darüber hinaus verursacht das eAuto 100% weniger lokale<br />
Emissionen. Für den Fahrer bedeutet das, seine Haltung<br />
zum Umweltschutz zeigen und einen aktiven Beitrag hierfür<br />
leisten zu können. Gerade die wachsende Bevölkerung in<br />
den großen Städten sucht nach individueller Mobilität, die<br />
nicht durch gesundheitsschädliche Schadstoffe belastet ist.<br />
Ein inkrementell effizienteres Dieselfahrzeug reicht diesen<br />
Kunden nicht; sie wollen den 100%-igen Systemwechsel.<br />
Quantensprung 4: 100% bezahlbar<br />
Mit der Einführung der Fließbandserienproduktion 1913 bei<br />
Ford wurde seinerzeit das Autofahren für jedermann bezahlbar.<br />
Wie sieht jedoch die Perspektive aus, wenn die Alternativen<br />
zur bestehenden Antriebstechnologie nicht schnell<br />
entwickelt werden? Ein Taxifahrer beispielsweise, der in<br />
Berlin einen Toyota Prius anstelle einer Mercedes E-Klasse<br />
betreibt, spart monatlich Spritkosten in Höhe seiner halben<br />
Wohnungsmiete. Dieses Beispiel soll zeigen, dass »Bezahlbarkeit«<br />
immer eine sehr relative Größe ist, in seiner Relevanz<br />
jedoch zunimmt.<br />
Ziel muss es sein, individuelle Mobilität auch in Zukunft für<br />
alle Bürger zu vertretbaren Kosten zu ermöglichen - auch bei<br />
Ölpreisen von 200 US-Dollar je Barrel (Prognose für 2020)<br />
und deutlich höheren CO 2-Steuern. Elektromobilität ist<br />
durch den Systemwechsel Öl zu Strom bezüglich Kosten und<br />
Umweltschutz eine grundsätzlich neue Option. Nahezu alle<br />
Zukunftsszenarien gehen davon aus, dass langfristig die individuelle<br />
Mobilität nur durch Elektrifizierung für alle Bürger<br />
zugänglich und bezahlbar bleiben wird.<br />
Bereits heute möchten schon viele Kunden ein eAuto kaufen.<br />
Im Moment scheitert das allerdings noch an verfügbaren<br />
und vor allem preiswerten Elektrofahrzeugen. Hierbei<br />
werden jedoch zwei wesentliche Entwicklungssprünge zeitnah<br />
helfen:<br />
1. Die Batterien, die benötigt werden, um eine sinnvolle tägliche<br />
Reichweite von rund 150 Kilometern zu ermöglichen,<br />
sind durch die Lithium-Ionen-Technologie nun 70% leichter<br />
als zum Beispiel Blei-Akkus. Dieses deutlich geringere<br />
Leistungsgewicht macht das Elektroauto endlich massentauglich.<br />
Denn auch die Material- und Produktionskosten<br />
verringern sich mit der deutlichen Gewichtsreduzierung, so<br />
dass durch die Massenfertigung die Produktionskosten mittelfristig<br />
dramatisch sinken werden.<br />
2. Ein weiterer Aspekt bei den Kosten ist die relative Einfachheit<br />
des elektrischen Antriebsstrangs, die zu geringeren<br />
Investitionen in Produktionsanlagen führt. So liegen zum<br />
Beispiel die Investitionskosten für den Aufbau einer hoch<br />
automatisierten Dieselmotoren-Fertigungsstraße bei rund<br />
200 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen für eine Fertigungsanlage<br />
für gleich starke Elektromotoren beträgt dagegen<br />
kaum mehr als fünf Millionen Euro.<br />
Fortsetzung auf der nächsten Seite..<br />
52 Neue Mobilität Neue Mobilität 53
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
..Fortsetzung von vorheriger Seite<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr.-Ing. jan Traenckner & Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
Quantensprung 5: 100% nachhaltig<br />
Ein Auto wird in Deutschland bis zu 15 Jahre lang genutzt.<br />
Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge liegt hierzulande bei<br />
fast zehn Jahren. Alle Verbesserungen zum Beispiel beim<br />
CO2-Ausstoß brauchen deshalb sehr lange Zeit, bis sie sich<br />
nachhaltig in der PKW-Flotte durchgesetzt haben. Die Elektromobilität<br />
ist dahingegen ein Quantensprung in punkto echter<br />
Nachhaltigkeit, denn das Elektroauto ist in seiner CO2-<br />
Bilanz »lediglich« davon abhängig, auf welche Weise der<br />
elektrische Strom hergestellt wird. Deshalb verbessert sich<br />
mit dem Erzeugungsmix »automatisch« auch die CO2-Bilanz<br />
jedes eFahrzeugs, das bereits im Betrieb ist, egal wie alt es<br />
ist. Damit ist der Kauf eines Elektroautos in Bezug auf Umweltschutz<br />
eine wirklich nachhaltige Investition.<br />
Das mag für viele Autofahrer zunächst »nur« einen ideellen<br />
Wert haben. Wenn sich die Steuergesetzgebung jedoch weiterhin<br />
und zunehmend am Zwei-Grad-Klimaziel ausrichtet,<br />
hat das unmittelbare positive finanzielle Auswirkungen für<br />
eAutobesitzer, denn seine CO2-Kosten sinken kontinuierlich.<br />
Das beeinflusst damit auch den Wiederverkaufswert eines<br />
eFahrzeugs, was bereits heute schon viele Flottenbetreiber<br />
zur Umstellung auf eAutos motiviert. Allein General Electric<br />
plant schon bis 2015 bis zu 25.000 Elektroautos in seine<br />
Flotte zu integrieren.<br />
Fahrzeuge stehen 90% ihrer Zeit still und legen täglich nur<br />
geringe Wegstrecken zurück.<br />
Die Möglichkeit, spontan quasi unbegrenzte Strecken fahren<br />
zu können, ist vielen Autokäufern jedoch wichtig, auch<br />
wenn dies realitär nur sehr selten vorkommt. Auch bei der<br />
Elektromobilität muss der Autofahrer auf diese Flexibilität<br />
nicht verzichten. Der Elektroantrieb deckt 65 bis 70% der so<br />
genannten Routinekilometer ab. Für die Flexibilität darüber<br />
hinaus kann ein mitgeführter so genannter Range Extender<br />
zuständig sein - zum Beispiel ein kleiner Benzinmotor, der<br />
hocheffizient die Antriebsenergie jenseits der Batteriereichweite<br />
erzeugt. So hat der Kunde die 100%-ige Flexibilität,<br />
wie er sein Auto betreibt. Erste, so ausgestattete Serienfahrzeuge<br />
wie der Chevrolet Volt zeigen, dass bei diesem<br />
Konzept im Nutzungszyklus etwa 80% weniger Benzin getankt<br />
werden muss.<br />
Soll das Auto auch bei seiner Fahrleistungen auf Langstrecken<br />
voll flexibel sein, so bietet sich das Prinzip des Plug-in-<br />
Hybrids an: Auf Kurzstrecken und in der Stadt rein elektrisch<br />
fahren und auf der Langstrecke quasi nicht von einem gewöhnlichen<br />
Auto zu unterscheiden.<br />
FAZIT<br />
dieses Systemwechsels als strategisches Ziel erkannt haben<br />
und für entsprechende Rahmenbedingungen (z.B. Subventionen)<br />
sorgen. Andere müssen diesen Nachteil durch<br />
mehr Innovationen ausgleichen. Denn am Ende wird auch im<br />
Markt für Elektromobilität das überlegene technische Konzept,<br />
gepaart mit intelligenter Vermarktung den Unterschied<br />
machen. Verändern sich Märkte durch technologische Quantensprünge,<br />
bieten sich durchaus auch dem »Fast Follower«<br />
noch Chancen zur Differenzierung. Insbesondere weil der<br />
deutlich größere Teil der eInnovationen auch (wieder) durch<br />
Exzellenz in der Großserienherstellung geprägt sein wird.<br />
Die europäischen und hier vor allem die deutschen Automobilhersteller<br />
geraten somit stärker unter Zugzwang, neben<br />
ihren Flottenversuchen und Pilotserien erste echte Serienfahrzeuge<br />
auf die Straße zu bringen und an - private wie geschäftliche<br />
- Endkunden zu vermarkten. Dazu wird es stärker<br />
notwendig sein, in bestimmten Technologien, wie den Batterien,<br />
auch herstellerübergreifend zu kooperieren, um schnell<br />
die nötigen Skaleneffekte zu erzielen und gleichzeitig die Investitionen<br />
in Entwicklung und Produktion wirtschaftlich zu<br />
gestalten. Ob dies möglich ist oder die Industrie ihre Technologieführerschaft<br />
zu verlieren droht, werden die nächsten 12<br />
bis 18 Monate zeigen.<br />
Dr.-Ing. Gregor Matthies<br />
Partner<br />
Bain & Company<br />
BEM-Beirat<br />
www.bain.de<br />
Dr.-Ing. Jan Traenckner<br />
VentureCheck Company<br />
BEM-Beiratsvorsitzender<br />
www.venturecheck.com<br />
Quantensprung 6: 100% flexibel<br />
Elektromobilität ist, anders als im Moment oft dargestellt,<br />
kein Dogma. Autofahrer sind heute oft noch unsicher, ob sie<br />
ein Fahrzeug kaufen sollen, dass eine Batteriekapazität für<br />
lediglich 150 Kilometer Reichweite hat. Auf den ersten Blick<br />
scheint dies zunächst ein erheblicher Rückschritt zu sein. Genau<br />
betrachtet, ist es jedoch nicht die begrenzte Reichweite,<br />
die ein eAuto limitiert, sondern vielmehr die Geschwindigkeit<br />
mit der die Batterie wieder aufgeladen werden kann.<br />
Dieser »Nachteil« ist jedoch heute bereits technisch dadurch<br />
gelöst, in dem man den eAntrieb mit dem klassischen<br />
Verbrenner sinnvoll kombiniert und damit Ladezeit und Nutzungsflexibilität<br />
quasi »entzerrt«. Bei Range Extender oder<br />
Plug-in-Hybriden kann der Fahrer bei leerer Batterie auf das<br />
ihm bekannte System des Verbrenners zurückgreifen und<br />
behält somit die volle Flexibilität.<br />
Bei der Elektrifizierung des PKW geht es nicht darum, möglichst<br />
schnell möglichst viele reine Elektrofahrzeuge auf den<br />
Markt zu bringen. Ziel muss es sein, die Elektrifizierung so<br />
einzusetzen, dass möglichst viele der täglichen Routinekilometer<br />
mit Strom vom Netz gefahren werden können.<br />
Legt man die typischen Nutzungsprofile von Autos zugrunde,<br />
stellt sich heraus, dass fast jedes Auto einen elektrischen<br />
oder teilelektrischen Antrieb haben könnte. Denn die meisten<br />
Der Systemwechsel hin zur Elektromobilität steht bevor. Die<br />
damit verbundenen skizzierten Quantensprünge können<br />
unter bestimmten Rahmenbedingungen eine lawinenartige<br />
Entwicklung der Nachfrage nach sich ziehen. Die große Unbekannte<br />
dabei ist die Rolle der Automobilindustrie und die<br />
Geschwindigkeit, mit der diese den Systemwechsel umsetzt.<br />
Hier gibt es Vorreiter wie Renault/Nissan, Mitsubishi/PSA<br />
oder GM/Opel, die der deutschen Automobilindustrie bei<br />
der Vermarktung erster Serienfahrzeuge momentan zwei bis<br />
drei Jahre voraus sind.<br />
Von bedeutenden staatlichen Hilfen kann in Deutschland<br />
zurzeit nicht ausgegangen werden. Auch ein potenter externer<br />
Newcomer, wie es 2007 Apple für die Mobilfunkindustrie<br />
war, ist nicht in Sicht. Neue Ansätze wie Better Place,<br />
die in mehreren Ländern flächendeckend den Aufbau von<br />
Batteriewechselstationen vorantreiben wollen, werden sich<br />
vor allem nur in lokalen Nischen entwickeln. Denn dort sind<br />
die nötigen Investitionen überschaubar und es besteht die<br />
Möglichkeit, baugleiche Fahrzeuge mit standardisierten Batterien<br />
in Flotten zu betreiben.<br />
Somit wird die Automobilindustrie aus ihrer eigenen globalen<br />
Wettbewerbsdynamik heraus den Systemwechsel<br />
vorantreiben müssen. Dabei sind die Hersteller im Vorteil,<br />
deren Ursprungsländer die volkswirtschaftliche Bedeutung<br />
„Lassen Sie die<br />
Anwohner doch mal<br />
länger schlafen“<br />
Elektrisieren Sie schon heute Ihren Fuhrpark auf Basis modernster<br />
deutscher Antriebs- und Batterietechnologie.<br />
Nutzen Sie die Vorteile unserer Elektronutzfahrzeuge, verbessern Sie<br />
nachhaltig Ihre CO2 Bilanz und unterstützen Sie Ihre Unternehmenskommunikation<br />
bei der verantwortungsbewußten Außendarstellung.<br />
Lärmbelästigung, hohe Dieselkosten und wartungsintensive Fahrzeuge<br />
sind Vergangenheit. Unsere Schnellladetechnik erlaubt schon heute<br />
alltagstaugliche Reichweiten.<br />
Ob Kauf, Leasing oder Probefahrt - wir beraten Sie gerne.<br />
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54 Neue Mobilität Neue Mobilität 55
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Roland Berger Strategy Consultants<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Elektromobilität.NRW<br />
eMobilität im Jahr 2025<br />
Roland-Berger-Studie zur Entwicklung der Automobilbranche<br />
Leitmarkt Elektromobilität -<br />
Masterplan zur Marktreife<br />
Frühzeitig hat NRW die Elektromobilität als zukünftigen Leitmarkt erkannt<br />
In ihrer Anfang März vorgestellten Studie »Automotive Landscape<br />
2025« kommt die internationale Strategieberatung<br />
Roland Berger zu dem Ergebnis, dass die Automobilbranche<br />
in den kommenden 15 Jahren die wohl größte Transformation<br />
ihrer Geschichte erleben wird. Dies betrifft insbesondere die<br />
Entwicklung der eMobilität: Nur noch die Hälfte aller Autos<br />
weltweit werden im Jahr 2025 von einem herkömmlichen<br />
Verbrennungsmotor angetrieben werden. Dies bedeutet jedoch<br />
nicht, dass den Herstellern von Autos mit Hybrid- oder<br />
Elektro-Antrieb ein ungebrochener Siegeszug ins Haus steht,<br />
denn gleichzeitig mit dem Vormarsch alternativer Antriebstechnologien<br />
wird es auch um die Vorherrschaft alternativer<br />
Geschäftsmodelle gehen.<br />
Stellen Sie sich vor, Sie schließen mit Ihrem Energie-Lieferanten<br />
einen Vertrag über Ihre Stromversorgung für die nächsten<br />
24 Monate und erhalten im Gegenzug ein subventioniertes<br />
Auto. Warum eigentlich nicht? Schließlich funktioniert<br />
dieses Geschäfts- und Vertriebsmodell bei Handys seit fast<br />
zwei Jahrzehnten bestens.<br />
Tatsächlich denken die großen Energiekonzerne derzeit über<br />
solche Szenarien nach. Getrieben werden diese Überlegungen<br />
von denselben Megatrends, die auch die Entwicklung<br />
der Automobilbranche treiben: Mit dem volkswirtschaftlichen<br />
Wachstum verlagern sich auch die automobilen Absatzmärkte<br />
und Produktionskapazitäten in Schwellenländer wie<br />
Brasilien, Russland, Indien oder China (BRIC-Staaten). Hier<br />
müssen sich die Autobauer völlig neuen Herausforderungen<br />
stellen. Dabei geht es nicht allein um die Entwicklung neuer<br />
Automodelle - vielmehr entstehen neue Ökosysteme der<br />
Mobilität.<br />
Der demographische Wandel führt zu weiterer Urbanisierung:<br />
Im Jahr 2025 werden 57% aller Menschen in Großstädten<br />
leben - in den Industrienationen sogar über 80%.<br />
Dadurch werden weltweit legislative Initiativen zum Emissions-<br />
und Klimaschutz absehbar; zudem wird sich die Nachfrage<br />
zunehmend auf kleinere Fahrzeuge richten. Schon jetzt<br />
zeichnet sich darüber hinaus ein nachhaltiger Wertewandel<br />
ab: Das Automobil verliert zunehmend seine Rolle als Statussymbol<br />
und wird zum Mittel, um von A nach B zu gelangen,<br />
was alternativen Mobilitätskonzepten wie CarSharing zu<br />
wachsender Bedeutung verhilft.<br />
Schließlich ändern sich auch die Erwartungen der Kundschaft<br />
an ein Fahrzeug. Immer wichtiger wird etwa die Konnektivität<br />
zu mobilen Endgeräten: Ein Smart lässt sich mit<br />
einem iPhone zu einer Multimediazentrale aufrüsten, die<br />
Sync-Technologie von Ford liefert eine neue interaktive<br />
Schnittstelle zwischen Fahrer und Auto und im aktuellen<br />
Audi A8L stecken Doppelkernprozessoren des Herstellers<br />
Nvidia. Automobil-Hersteller sind also gefordert, sich neuen,<br />
auch branchenfremden Partnern zu öffnen. Dies heißt nicht<br />
allein, dass sie sich auf die Innovationszyklen anderer Märkte<br />
- etwa der IT-Branche - einstellen müssen. Es wirft auch<br />
die Frage auf, wer schließlich die unterschiedlichen System-<br />
Module integriert.<br />
Damit geht es um nichts anderes als die Frage, wem der Kunde<br />
letzten Endes »gehören« wird. Erinnern wir uns an den<br />
Vergleich mit der Mobiltelefonie: Waren es hier ursprünglich<br />
die OEM, deren Vertrieb den direkten Kundenkontakt hatte,<br />
sind es heute Provider wie die Telekom oder Vodafone - die<br />
Hardware-Hersteller wurden zu Zulieferern degradiert. Um<br />
sich diesen Herausforderungen erfolgreich stellen zu können,<br />
müssen Automobilhersteller schon heute damit beginnen,<br />
ihre Geschäftsmodelle grundsätzlich zu überprüfen,<br />
neu auszurichten und sich flexibel auf alternative Entwicklungen<br />
einzustellen.<br />
Philipp Grosse Kleimann & Wolfgang Bernhart<br />
Partner bei Roland Berger Strategy Consultants<br />
www.rolandberger.com<br />
Masterplan Elektromobilität<br />
Der Masterplan Elektromobilität, entwickelt vom AutoCluster.NRW<br />
und der EnergieRegion.NRW, ist das strategische<br />
Dach für die Landesaktivitäten. Ziel ist, Nordrhein-Westfalen<br />
als bedeutenden Innovations- und Produktionsstandort für<br />
Elektrofahrzeuge zu entwickeln. 250.000 Elektrofahrzeuge<br />
will die Landesregierung bis zum Jahr 2020 auf die Straße<br />
bringen und wird bis 2015 eigene Förderprogramme in Höhe<br />
von mehr als 100 Mio. EUR bereitstellen. Dazu werden drei<br />
Kompetenzzentren errichtet:<br />
• Kompetenzzentrum Fahrzeugtechnik, Fokus Aachen<br />
(ika-RWTH Aachen, Prof. Lutz Eckstein)<br />
• ganzheitliche Betrachtung neuer Mobilitäts- und Fahrzeugkonzepte<br />
• Anforderungen an die Integration von neuen<br />
Komponenten<br />
• Weiterentwicklung des elektrischen Antriebsstrangs<br />
sowie der Leistungselektronik<br />
• Karosserie-Leichtbau und Aerodynamik.<br />
• Kompetenzzentrum Batterietechnik, Fokus Münster<br />
(WWU Münster, Prof. Martin Winter)<br />
Mit dem Aufbau des MEET (Münster Eletrochemical Energy<br />
Technology) werden die Forschungszweige der physikalischen<br />
Chemie, der Stromrichtungstechnik und der elektrischen<br />
Antriebe in Kooperation gebracht. Forschungsbedarf<br />
besteht u.a. bei der Enegiedichte, Temperaturempfindlichkeit<br />
und Recyclefähigkeit von Batterietechnologie.<br />
• Kompetenzzentrum Infrastruktur und Netze, Fokus Rhein-<br />
Ruhr (TU Dortmund, Prof. Christian Rehtanz)<br />
• Betrachtung der Anforderungen der Netze und der<br />
Elektromobilität im Systemansatz<br />
• Netzintegration dezentraler Einspeisungen und des<br />
Smart Meterings im Kontext der Entwicklung der<br />
Niederspannungsnetze.<br />
Modellregion Rhein-Ruhr<br />
Als eine von acht Modellregionen erhielt NRW den Zuschlag<br />
für acht Starterprojekte im Raum Rhein-Ruhr. Die Projektleitstelle<br />
ist bei der EnergieAgentur.NRW angesiedelt. In die<br />
Gesamtkosten von über 42 Mio. EUR fließen rund 21 Mio.<br />
EUR aus Bundesförderung ein. Die Projekte umfassen die<br />
gesamte Bandbreite der Elektromobilität. Schwerpunkte bilden<br />
die Themenbereiche Nutzfahrzeuge, ÖPNV und Nutzerverhalten.<br />
In der Modellregion ist es gelungen, mehrere Fahrzeughersteller<br />
einzubinden und bei der Entwicklung der<br />
Fahrzeugtechnik auf Synergien zu setzen. So nehmen etwa<br />
Ford, Renault, MAN, Evobus, Volvo, Vossloh-Kiepe-Hess und<br />
Solaris an den Tests und Messreihen teil. Energieversorger,<br />
NRW-Kommunen und Stadtwerke koppeln dies mit ihren Anforderungen<br />
bei Citylogistik und Mobilitätskonzepten rück.<br />
Wettbewerb Elektromobilität<br />
2009 fand unter der Federführung des Projektträgers Energie,<br />
Technologie, Nachhaltigkeit (ETN) im Forschungszentrum<br />
Jülich erstmals der Wettbewerb ElektroMobil.NRW statt.<br />
Aus 54 Vorschlägen schlug die Jury 22 Projekte mit einem<br />
Fördervolumen von fast 47 Mio. EUR zur Förderung vor. Die<br />
thematische Spannbreite reicht von<br />
• Range-Extender-Modulen über<br />
• Separatorfolien für von Lithium-Ionen Akkumulatoren,<br />
• die Entwicklung von Zink-Luft-Batterietechnologie,<br />
• bis zur Konzeption eines neuartigen eKleintransporters.<br />
Aktuell läuft die zweite Runde des Wettbewerbs ElektroMobil.NRW<br />
2010.<br />
Mit den drei Säulen AutoCluster.NRW, EnergieAgentur.NRW<br />
und dem Projektträger ETN verzahnt die Landesregierung<br />
über ihren Masterplan drei Institutionen, die die Branchen<br />
Fahrzeugbau und Energie eng mit dem Forschungssektor<br />
verbinden und die für eine breite Einbindung der regionalen<br />
Akteure im Bereich der zukunftsfähigen Mobilität stehen.<br />
Weitere Informationen unter: info@energieagentur.nrw.de<br />
olschewski@autocluster.nrw.de<br />
56 Neue Mobilität Neue Mobilität 57
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Interview Prof. Dr. Bernhard Schlag<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Interview Prof. Dr. Bernhard Schlag<br />
Nutzerakzeptanz und<br />
künftige Wertvorstellungen<br />
»Für die Zukunft wird entscheidend sein, frühzeitig zu erkennen,<br />
was der Nutzer will. Genau in diese Richtung muss eine<br />
vorausschauende Akzeptanzforschung gehen.«<br />
Interview mit Prof. Dr. Bernhard Schlag, Technische Universität Dresden<br />
Elektromobilität wird in der Öffentlichkeit zunehmend präsenter.<br />
Viele reden über die Autos von morgen. Zugleich belegen<br />
Studien, dass die Nutzerakzeptanz von Elektromobilität<br />
steigt und die Skepsis vor der neuen Technik abnimmt.<br />
Keiner weiß jedoch, wie das Auto der Zukunft tatsächlich<br />
aussehen wird. Prof. Dr. Bernhard Schlag von der TU Dresden<br />
wählt eine andere Perspektive und rät, alternativ zu<br />
fragen: Wie sieht der Nutzer der Zukunft aus? Zu Nutzerakzeptanz<br />
und künftigen Wertvorstellungen nimmt der Verkehrspsychologe,<br />
der u.a. dem wissenschaftlichen Beirat<br />
des Verkehrsministeriums angehört, im Interview mit Jürgen<br />
Hüpohl Stellung.<br />
Fast jeder, der einmal ein Elektrofahrzeug gefahren hat,<br />
äußert sich danach positiv über das Fahrgefühl. Was macht<br />
das Erlebnis aus?<br />
Beim Fahrradfahren erleichtert der Motor das Fahren erheblich.<br />
Das ist ein ganz anderes Gefühl. Und im Zweiradbereich<br />
ist die Nachfrage ja auch bereits gegeben. Beim Auto hat<br />
man gegenüber einem konventionellen Fahrzeug vor allem<br />
bei der Beschleunigung Vorteile, man ist erstaunt, wie sich<br />
die Kraft kurzfristig entwickelt. Es ist zudem leiser, das ist zunächst<br />
mal sehr angenehm. Es gibt also ein paar Vorteile, die<br />
man benennen kann. Darüber hinaus erleben es viele Menschen<br />
anders: Man bewegt sich sozusagen auf der besseren<br />
Seite der Welt, sie bewegen sich ökologischer fort und das<br />
ist ein nicht unerheblicher Nutzen.<br />
Umfragen und Studien zeigen, dass immer mehr Menschen<br />
Elektromobilität gegenüber positiv eingestellt sind. Die<br />
Skepsis sinkt. Worauf führen Sie das zurück?<br />
Nach anfänglicher Skepsis scheint es so zu sein, dass man<br />
inzwischen daran glaubt, dass das geht. Und dieser Effekt<br />
des »daran-Glaubens« führt zu einer positiveren Wendung<br />
hin zur Akzeptanz. Trotz allem: Entscheidender Faktor für<br />
eine breite Akzeptanz sind die Kosten und da herrscht nach<br />
wie vor Skepsis vor. Die Vorteile der Elektromobilität werden<br />
von den Nachteilen noch überlagert. Für ganz wichtig halte<br />
ich, wenn man auf den Faktor Umweltbewusstsein setzt,<br />
dass ein eFahrzeug auch definitiv umweltverträglicher sein<br />
muss als ein konventionelles Fahrzeug und der Strom ökologisch<br />
erzeugt worden ist. Sonst wird ein wichtiger Pluspunkt<br />
der Elektromobilität untergraben, dann läuft das auch der<br />
Akzeptanz zuwider.<br />
Das Auto von morgen wird anders sein als das von heute.<br />
Welche Eigenschaften schreiben Sie dem Fahrzeug der Zukunft<br />
zu?<br />
Man hatte immer die Philosophie, dass das technisch Mögliche<br />
sich irgendwann durchsetzen wird. Man wird nun einen<br />
Schritt weiter gehen müssen. Heute ist eher ein Paradigmenwechsel<br />
im Gange, sehr viel stärker auf Nutzer zu achten.<br />
Was will der Nutzer eigentlich, was will er kaufen, wie will<br />
er sich bewegen? Dann hat man andere Perspektiven. Traditionell<br />
herrschte die Auffassung vor: Wenn das Angebot da<br />
ist, wird sich auch Nutzerakzeptanz entwickeln. Für die Zukunft<br />
wird jedoch entscheidend sein, frühzeitig zu erkennen,<br />
was der Nutzer will. Genau in diese Richtung muss eine vorausschauende<br />
Akzeptanzforschung durch die Industrie und<br />
durch die Wissenschaft weiter entwickelt werden.<br />
Dann bleiben wir doch bei der Verbraucherperspektive. Was<br />
will der in Zukunft in Bezug auf Mobilität?<br />
Das ist in gewisser Weise spekulativ, aber ich sehe den<br />
Trend, dass die hohe Wertschätzung des Autos vor allem in<br />
Städten ein wenig in Frage gestellt wird und der Besitz im<br />
Vergleich zu anderen Optionen etwas zurückgedrängt wird.<br />
Mobilitätskonzepte wie car2go oder Autolib‘ in Paris zielen<br />
bereits auf diese Leute ab. Der Nutzer verzichtet sozusagen<br />
ein Stück weit auf die soziale Komponente, den Selbstdarstellungsvorteil,<br />
der mit dem Besitz verbunden ist. Das Angebot<br />
muss natürlich jederzeit verfügbar und flexibel sein.<br />
Der zweite Trend ist eine höhere Flexibilität und zwar auch in<br />
der Wahl der Verkehrsmittel. Man wird vielleicht dahin kom-<br />
men, sehr viel rationaler vorzugehen und überlegen, welches<br />
Verkehrsmittel gut für mich ist und im Moment passt.<br />
Dem Trend spielt auch in die Karten, dass wir sehr viel mehr<br />
ältere Fahrzeugführer haben. Es sind ja gerade die Älteren,<br />
und ich spreche hier vom Alter 70 plus, die bereits ihr Leben<br />
lang Auto fahren. Diese Menschen geben das Fahren nicht<br />
gerne auf, sehen aber auch, dass bei der Fahrt in die Innenstadt<br />
das Auto gar nicht das beste Verkehrsmittel sein muss<br />
und werden flexibler in der Wahl der Verkehrsmittel.<br />
Im Klartext heißt das, es ist zunächst nicht entscheidend,<br />
was kann mein Auto, sondern wie will ich mich bewegen?<br />
Ja, ich optimiere sozusagen meine Mobilitätsmuster und optimiere<br />
nicht das Auto, das ich besitze. Der soziale Aufstieg<br />
wird nicht mehr unbedingt durch den Besitz des Autos signalisiert<br />
und dann wird es vielleicht noch funktionaler.<br />
Worin sehen Sie Hemmnisse einer Marktdurchdringung von<br />
Elektrofahrzeugen, wenn man mal von technischen Hindernissen<br />
wie Reichweite und Batterieladung absieht? Angst<br />
vor dem Liegenbleiben, Angst vor mangelnder Sicherheit?<br />
Elektromobilität ist in erster Linie noch zu teuer und wegen<br />
der zu geringen Reichweite taugt das Fahrzeug bisher nur für<br />
geringere Distanzen. Sie haben damit eine Selektion drin,<br />
weil manche Leute darin ein entscheidendes Hindernis sehen,<br />
an einen Kauf zu denken. Andere Themen wie etwa die<br />
Sicherheit sind in den Griff zu bekommen.<br />
Elektromobile könnten wegen fehlender Motorengeräusche<br />
auch eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen,<br />
oder wird das Thema überbewertet?<br />
Es ist ja zunächst einmal ein großer Vorteil, dass das Elektroauto<br />
so geräuscharm ist. Das Problem ist unterhalb von 30<br />
km/h gegeben, bei höherem Tempo haben Sie dann Windgeräusche<br />
und Rollgeräusche. Im niedrigen Bereich kann es<br />
Probleme geben, etwa im Stadtverkehr oder bei Ausfahrten<br />
oder auch beim Rangieren auf Parkplätzen. Wir werden wohl<br />
in naher Zukunft Regelungen haben, die vorschreiben, wie<br />
Elektrofahrzeuge auch bei niedrigen Geschwindigkeiten für<br />
die anderen Verkehrsteilnehmer wahrnehmbar zu machen<br />
sind. Ich denke, man wird wohl nicht darum herumkommen,<br />
unterhalb von 30 km/h irgendetwas zu installieren, was für<br />
andere Verkehrsteilnehmer hörbar ist.<br />
Deutschland will Leitmarkt werden, aber noch sind kaum<br />
Fahrzeuge auf der Straße. Wäre eine Kaufprämie als Anreiz<br />
eine Idee, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen?<br />
Wie man bei der Abwrackprämie gesehen hat, wurde die<br />
Kaufbereitschaft eine Zeitlang gefördert. Ich halte eine Kaufprämie<br />
vorübergehend für ein wirksames Mittel. Doch es<br />
bleibt die Frage, ob man es wirklich braucht und ob es längerfristig<br />
Sinn macht. Ich halte mehr davon, dass auf diesem<br />
Weg auch ein neues Mobilitätskonzept mit kommuniziert<br />
wird und möchte erneut Beispiele wie car2go in Ulm oder<br />
auch das Hamburger Modell erwähnen, wo die Leute erfahren,<br />
dass Elektromobilität sinnvoll ist. Wenn man das breiter<br />
aufstellen würde und vermittelt, dass gerade auch für gemeinschaftlich<br />
genutzte Autos elektrische Antriebe sinnvoll<br />
sind, dann würde das die Einführung fördern.<br />
Also ist noch mehr Aufklärung vonnöten?<br />
Man muss mehr aufklären, aber vor allem die Möglichkeiten<br />
mehr erfahrbar machen. Solche persönlichen Erfahrungen<br />
können über die Nutzung eines Elektroautos in kollektiv geteilten<br />
Flotten sehr gut gemacht werden.<br />
Autor: Jürgen Hüpohl<br />
Journalist und PR-Berater für<br />
Umwelt, Energie und Elektromobilität<br />
huepohl@terramunda.de / www.terramunda.de<br />
Prof. Dr. Bernhard Schlag, TU Dresden<br />
schlag@verkehrspsychologie-dresden.de<br />
58 Neue Mobilität Neue Mobilität 59
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Bentenrieder<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Bentenrieder<br />
Mobilität im Wandel<br />
Matthias Bentenrieder, Mobilitätsexperte und<br />
Partner der Managementberatung Oliver Wyman<br />
»Für die Automobilhersteller gilt:<br />
Nur wem der Schritt zum Mobilitätsanbieter gelingt, wird in<br />
Zukunft erfolgreich sein.«<br />
Brennstoffzellen-, Hybrid- oder Elektroautos?<br />
Die Automobilindustrie steht heute vor tiefgreifenden Umwälzungen.<br />
Doch das Rennen um den Antrieb der Zukunft<br />
wird sich nicht gleich morgen sondern frühestens in den<br />
nächsten zwei bis drei Jahrzehnten entscheiden. Mittelfristig<br />
spielt sich die wahre Revolution auf dem innovativen Feld der<br />
neuen Mobilitätskonzepte ab. Die Frage der Stunde lautet<br />
deshalb vielmehr: Eigenes Auto kaufen, Carsharing nutzen<br />
oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ans Ziel kommen?<br />
Neue Formen der Mobilität kristallisieren sich schon heute<br />
heraus. Die Generation der unter 30-jährigen treibt diese<br />
Entwicklung voran. Junge Erwachsene wenden sich mehr<br />
und mehr vom Eigentum an einem Fahrzeug ab und investieren<br />
stattdessen lieber in Smartphones und Laptops. Zwar<br />
bleibt Mobilität auch weiterhin ein gefragtes Gut, für das<br />
die Verbraucher weltweit betrachtet mehr Geld ausgeben<br />
werden, die Lösungen werden in Zukunft jedoch wesentlich<br />
heterogener ausfallen als heute, denn in den urbanen Räumen<br />
ist das Auto schon lange nicht mehr das schnellste und<br />
bequemste Fortbewegungsmittel.<br />
Während die Haushalte heute noch 40% ihrer Ausgaben<br />
für Mobilität in die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs<br />
sowie weitere 50% in dessen Betrieb und Wartung investieren,<br />
werden sich diese Ausgaben nach Schätzungen des<br />
World Business Council for Sustainable Development bis<br />
zum Jahr 2040 um mehr als die Hälfte verringern. Das Geld<br />
wird verstärkt in die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs<br />
sowie vor allem in Carsharing und Autoanmietung fließen:<br />
30% der Mobilitätsausgaben könnten in 30 Jahren dorthin<br />
fließen, bis 2060 sogar 50%. Der Mobilitätsmarkt eröffnet<br />
insbesondere in den großen und stark wachsenden Städten<br />
lukrative Chancen. Zahlreiche Akteure besetzen diese Marktnischen<br />
bereits heute.<br />
Bei herstellerunabhängigen CarSharing-Konzepten wie Zipcar<br />
in den USA oder in UK leihen die Nutzer Fahrzeuge an<br />
festen Stationen aus und bringen sie dorthin wieder zurück.<br />
Die Deutsche Bahn weitet ihr Geschäftsmodell als Mobilitätsprovider<br />
ebenfalls weiter in den Stadtbereich aus. Unter<br />
dem neuen Namen »Flinkster - mein CarSharing« sollen<br />
künftig unabhängig von festen Servicestationen die Fahrzeuge<br />
abgeholt und wieder abgegeben werden können.<br />
Neben dem CarSharing von Mobilitätsprovidern treten auch<br />
von Automobilherstellern entwickelte Konzepte, etwa car2-<br />
go von Daimler oder Mu by Peugeot auf den Plan. Mit einer<br />
Chipkarte, vergleichbar einer Prepaid-Karte im Mobilfunk,<br />
kann der Inhaber bei jedem Peugeothändler die gewünschte<br />
Mobilität buchen - vom Fahrrad bis zum Dachgepäckträger<br />
fürs Auto. Mit car2gether, einer Mitfahr-Community im Internet,<br />
geht Daimler im Großraum Ulm und in der Städteregion<br />
Aachen sogar einen Schritt weiter: Alle Bürger können auf<br />
der car2gether-Website Mitfahrgelegenheiten suchen oder<br />
anbieten.<br />
Zwei Trends im Technologiebereich fördern die neuen Mobilitätskonzepte:<br />
die Elektromobilität sowie die Informationsund<br />
Kommunikationstechnologie. Den Mobilitätsmarkt der<br />
Zukunft können daher neben den klassischen Herstellern<br />
auch die Mobilitätsprovider sowie Energiekonzerne und IT-<br />
Unternehmen besetzen. Die Stromkonzerne sind hier in einer<br />
Schlüsselposition. Geht man davon aus, dass bis 2040<br />
voraussichtlich jedes dritte und bis 2060 jedes zweite Fahrzeug<br />
elektrisch angetrieben wird, dann kommt es künftig<br />
nicht mehr auf die Benzinpreise, sondern auf die günstige<br />
und umweltfreundliche Stromversorgung für den Betrieb der<br />
Fahrzeuge an. Wer diese Versorgung über einfach zu bedienende<br />
Ladestationen und ein intelligentes Energiemanagement<br />
anbieten kann, bei dem die Fahrzeuge immer zu den<br />
günstigsten Tarifen geladen werden, sitzt praktisch in der<br />
Poleposition. So startete bereits RWE gemeinsam mit Microsoft<br />
das Projekt SmartHome, das für mehr Energieeffizienz<br />
in den eigenen vier Wänden sorgen soll.<br />
Internetbasierte Dienstleistungen - schon heute die Grundlage<br />
für die meisten CarSharing-Konzepte - werden den Mobilitätsmarkt<br />
revolutionieren. Denn über das Internet oder<br />
Smartphone können CarSharing-Kunden jederzeit sehen,<br />
wann und wo ein Fahrzeug frei ist, es buchen und abholen.<br />
Langfristig betrachtet wird der Fahrer auch im Auto nicht länger<br />
nur ein Nutzer sein, der einen Motor steuert, sondern<br />
hauptsächlich Elektronik bedienen. Durch den Einsatz intelligenter<br />
Fahrerassistenzsysteme erhält der Fahrer den Freiraum,<br />
nicht nur im Auto zu telefonieren, sondern auch Mails<br />
empfangen und schreiben und im Internet surfen zu können.<br />
Da dies die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen darf,<br />
wird das Auto immer mehr Aufgaben ohne den Fahrer erledigen<br />
müssen. Ein Schritt in diese Richtung ist das von der<br />
Deutschen Telekom und dem Automobilzulieferer Continental<br />
initiierte Kommunikationsnetzwerk AutoLinq mit einem<br />
Applikationsmarktplatz. Mit ihm können Fahrzeuge über<br />
eine Mobilfunkverbindung mit dem Handy, dem heimischen<br />
Computer- und Entertainmentsystem, Onlinedatenbanken<br />
und vielfältigsten internetbasierten Mehrwertdiensten vernetzt<br />
werden.<br />
Neben der Telekom gilt Apple als das Unternehmen der IT-<br />
Branche, dem am ehesten der Sprung in den Automobilmarkt<br />
zugetraut wird. Seit sich im Sommer 2007 Apple-<br />
Gründer Steve Jobs und VW-Chef Martin Winterkorn zu einem<br />
Sondierungsgespräch trafen, reißen die Spekulationen<br />
über ein »iCar« nicht ab. Doch Apple geht seinen Weg lieber<br />
allein: Auftragsgefertigte iCars mit dem Apple-Logo auf der<br />
Motorhaube, dem entsprechenden Design und der technischen<br />
Ausstattung dürften eher auf den Markt kommen als<br />
eine Sonderedition »Apple« eines etablierten Herstellers.<br />
Konkurrent Microsoft hat den Schritt Richtung Automobilindustrie<br />
bereits getan und arbeitet mit Ford und RWE zusammen,<br />
um Hybrid- und Elektroautos, private Stromanschlüsse<br />
und die bestehende Energieversorgung effektiv aufeinander<br />
abzustimmen. Unter Verwendung der kostenfreien Anwendung<br />
Microsoft Hohm sollen die Besitzer ihre Elektroautos<br />
immer dann laden können, wenn der Strom am günstigsten<br />
ist. Gleichzeitig soll damit eine Entlastung der Stromnetze<br />
erreicht werden. Microsoft würde die Schnittstelle zwischen<br />
den Fahrzeugherstellern und den Energieversorgern bilden,<br />
als technische Plattform für ein ganzheitliches Energiemanagement.<br />
Für die Markenpolitik der Hersteller jedoch stellen all diese<br />
Entwicklungen eine ernst zu nehmende Herausforderung dar.<br />
Früher ließ sich eine Marke noch über gigantische Werbe-<br />
Spendings kaufen. Doch das vorwiegend werblich erzeugte<br />
Konzept der Markenwelt wird an Bedeutung verlieren: In der<br />
neuen, digital komplett vernetzten Welt werden gute Produkte<br />
und Services in der Community praktisch kostenlos<br />
weiterempfohlen. Bezahlbare Bequemlichkeit wird bei der<br />
Mobilität zum entscheidenden Erfolgsfaktor.<br />
Die Schnittstelle zum Kunden weiterhin zu besetzen, wird für<br />
die Automobilhersteller die größte Herausforderung sein.<br />
Die etablierten Hersteller müssen deshalb insbesondere in<br />
den Ballungsräumen den Bekanntheitsgrad ihrer Marke mit<br />
einem Erfolg versprechenden Mobilitätskonzept koppeln.<br />
Mittel- bis langfristig werden solche Services zum Kerngeschäft<br />
gehören müssen.<br />
Matthias Bentenrieder<br />
matthias.bentenrieder@oliverwyman.com<br />
www.oliverwyman.de<br />
60 Neue Mobilität Neue Mobilität 61
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ISOE<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Energieparken<br />
Mit Spaß und Gefühl<br />
elektrisch mobil<br />
Wie kommt Elektromobilität in der Gesellschaft an?<br />
Dr. Jutta Deffner und Dr. Konrad Götz<br />
Vortrieb für eMobilität<br />
Ladesäulen auf dem Firmenparkplatz<br />
Unsere Mobilität ist zu 90% abhängig vom Öl, davon müssen<br />
wir weg. Die Abkehr gelingt nur dann, wenn die zukünftigen<br />
Alternativen attraktiv sind. Das Institut für sozial-ökologische<br />
Forschung (ISOE) arbeitet in mehreren Projekten daran,<br />
eine differenzierte Sicht auf Akzeptanz und sozio-technische<br />
Gestaltung von Elektromobilität zu gewinnen. Denn Elektromobilität<br />
ist nicht automatisch zukunftsfähig. Sie muss neben<br />
allem anderen gesellschaftlich innovativ gestaltet werden.<br />
Es geht um den Wandel unseres Mobilitätssystem hin<br />
zu mehr Nachhaltigkeit. Ein multioptionales System, das zunächst<br />
auf Nullemissionsmobilität (zu Fuß gehen und Rad<br />
fahren) setzt, aber auch auf einem guten ÖPNV, kann optimal<br />
mit Elektrofahrzeugen ergänzt werden.<br />
In Future Fleet fahren in den betrieblichen Fahrzeugflotten<br />
der SAP und der MVV Energie seit Februar auch Elektroautos<br />
(siehe auch Artikel S. 36). Das ISOE befragt, mit dem Öko-<br />
Institut und der Hochschule Mannheim, die Nutzerinnen und<br />
Nutzer zu ihren alltäglichen Erfahrungen. Bisher gibt es nämlich<br />
kaum empirische Studien zu DienstwagenfahrerInnen,<br />
die in Zukunft Elektroautos buchen. Es geht um praktische<br />
Fragen zum Fahren, Laden oder Buchen von Fahrzeug und<br />
Ladestation. Aber auch um Image und symbolische Aspekte.<br />
Für die Ökologisierung des Verkehrs sind Dienstwagenflotten<br />
äußerst wichtig, da sie das bedeutendste Neuwagensegment<br />
sind. In dem EU-Projekt REZIPE untersucht das ISOE<br />
zusammen mit der Forschungsgesellschaft Mobilität FGM in<br />
Graz, mit welchen Politikinstrumenten Elektromobilitätskonzepte<br />
unter Einbezug Erneuerbarer Energien attraktiv gemacht<br />
werden können. Mit dem Projekt soll in Mitteleuropa<br />
eine breitere Akzeptanz für Fahrzeuge ohne Emissionen geschaffen<br />
werden. In Bozen, Györ, Linz, Ljubljana, Klagenfurt<br />
und Reggio Emilia werden eBikes, Elektroroller und -autos<br />
sowie PV-Anlagen und Ladestationen erprobt. Das Angebot<br />
richtet sich je nach Modellversuch an städtische und Firmenbeschäftigte,<br />
die auf dienstlichen Wegen die Fahrzeuge<br />
nutzen. Aber auch an die Stadtbevölkerung, die Fahrzeuge<br />
testen kann. Das ISOE untersucht in dem Projekt, welche<br />
Meinungen, Erwartungen und Einstellungen die zukünftigen<br />
Nutzer haben und welche Folgen das für die Gestaltung der<br />
Angebote haben sollte.<br />
Im Projekt OPTUM geht es darum, herauszufinden, unter welchen<br />
Bedingungen eMobilität tatsächlich ein Fortschritt für<br />
die Umwelt ist. Das setzt voraus, dass die Fahrzeuge gekauft<br />
und gemocht werden. Das ISOE untersucht sozialempirisch,<br />
welche Eigenschaften Elektroautos attraktiv machen und<br />
welches Marktpotenzial sie haben. Dabei wird deutlich,<br />
dass es wie bei anderen gesellschaftlich-technischen Innovationen,<br />
unterschiedliche Zielgruppen und Mobilitätsstile<br />
gibt: diejenigen, die jetzt schon bereit sind, zum Teil<br />
noch experimentelle, teure Fahrzeuge zu nutzen und dafür<br />
Vorreiter sind. Und die Nachzügler, die glauben, Elektroautos<br />
seien noch nicht ausgereift und abwarten, bis sich<br />
andere Fahrzeuge als Mainstream durchgesetzt haben. Die<br />
Ergebnisse der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Öko-<br />
Institut entsteht, werden im Laufe des Jahres veröffentlicht.<br />
Eines steht aber jetzt schon fest: Elektromobilität kommt<br />
nur dann in der Gesellschaft an, wenn sie alltagstauglich ist<br />
und wir nicht ständig an leere Akkus denken müssen. Und,<br />
wenn das Gefühl stimmt, es einfach angesagt und stylish<br />
ist, mit einem ZeroEmissionVehicle zu fahren.<br />
Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt<br />
Dr. Jutta Deffner<br />
deffner@isoe.de<br />
Dr. Konrad Götz<br />
goetz@isoe.de<br />
www.isoe.de<br />
Die eFahrzeug-Ladeinfrastruktur hierzulande ist nach wie<br />
vor unterentwickelt. Es gibt zwar bereits zahlreiche Ladeanschlüsse<br />
und -säulen, doch das Netz ist alles andere als<br />
flächendeckend. Ein Hemmschuh für die eMobilität:<br />
Studien zeigen, wie verunsichert die Verbraucher bisher<br />
sind; die meisten wollen erst dann ein eFahrzeug kaufen,<br />
wenn eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zur Verfügung<br />
steht. So lange das nicht der Fall ist, besteht die Gefahr, dass<br />
die deutsche Fahrzeugindustrie ihre ehrgeizigen Verkaufsziele<br />
für die nächsten Jahre verfehlt - und das trotz beachtlicher<br />
Fortschritte bei Batterie-, Werkstoff- und Fahrzeugentwicklung.<br />
Damit das nicht passiert, sollten eFahrzeug-Fahrer<br />
schnellstmöglich überall da einen Ladeanschluss vorfinden,<br />
wo sie ihre Fahrzeuge für längere Zeit abstellen: zu Hause, in<br />
der Stadt und am Arbeitsplatz.<br />
Entscheidend sind vor allem die beiden letztgenannten Orte.<br />
In Städten, dem Haupt-Einsatzgebiet für eFahrzeuge, haben<br />
schließlich nur wenige Verbraucher einen Zugang zu einer eigenen<br />
Garage oder einem Stellplatz mit Stromanschluss - sie<br />
parken entweder am Bordstein oder eben auf den Parkplätzen<br />
von Unternehmen, Einkaufszentren, Flughäfen oder Hotels.<br />
Und deshalb sind beim Infrastrukturaufbau eben nicht<br />
nur Städte und Gemeinden, sondern auch die Unternehmen<br />
gefragt und gefordert.<br />
Es spricht sogar einiges dafür, dass Unternehmen den Infrastrukturaufbau<br />
erheblich beschleunigen können. Denn erstens<br />
verfügen viele Firmen über große, gut ausgelastete<br />
Parkplätze an verschiedenen Standorten - man denke nur<br />
an die Kundenparkplätze der Einzelhandelskonzerne. Das<br />
bedeutet: Schon die Entscheidung einiger weniger, großer<br />
Konzerne für eine Elektrifizierung der eigenen Parkplätze<br />
würde im Handumdrehen ein dichtes Infrastrukturnetz entstehen<br />
lassen. Dessen »Knotenpunkte« lägen an für den<br />
Alltag wichtigen Orten des Arbeitens, Einkaufens oder der<br />
Freizeitgestaltung.<br />
Zweitens sind Unternehmen in der Lage, Vorhaben wie die<br />
beschriebene Parkplatz-Elektrifizierung wenigstens ebenso<br />
schnell zu beschließen und umzusetzen wie die öffentliche<br />
Hand: Sie verfügen über geeignete Strukturen und über das<br />
nötige Kapital; außerdem sind sie nicht im gleichen Maße an<br />
bürokratische Planungs- und Berichtsvorschriften gebunden<br />
wie die öffentliche Verwaltung.<br />
Für die Unternehmen wäre der Aufbau einer eFahrzeug-Ladeinfrastruktur<br />
eine Investition, die sich auszahlt. Sie könnten<br />
damit zeigen, dass sie ihrer Verantwortung gegenüber<br />
Umwelt und Gesellschaft nachkommen, und entsprechende<br />
Vorbild- und Imagewirkung erreichen. Und sie könnten<br />
sich sogar ein Zusatzgeschäft erschließen: Die Förderung<br />
von eFahrzeugen ist ein Beitrag zur Verringerung von CO 2-<br />
Ausstoß, Lärm- und Feinstaubbelastung - und damit eine<br />
ernst zu nehmende Nachhaltigkeitsmaßnahme, die förderungswürdig<br />
sein sollte. Und überall da, wo Verbraucher für<br />
das Parken auf einem Firmenplatz ohnehin Geld bezahlen<br />
müssen, ließe sich ein Zusatzgeschäft mit dem Verkauf von<br />
Ladestrom entwickeln: Am Markt gibt es bereits Geräte, mit<br />
denen sich entsprechende Geschäftsmodelle ohne großen<br />
Aufwand umsetzen lassen. »EnergieParken« von Swarco<br />
Traffic Systems, Schroff, ABB, Dambach Werke, telmasol<br />
consult und stadtraum beispielsweise ist eine Verbindung<br />
aus Parkscheinautomat und Ladesäule, die eine Vielzahl von<br />
Bezahlverfahren beherrscht, schon mit 230 Volt betrieben<br />
werden kann und per Satelliten-Säulen eine nahezu beliebige<br />
Anzahl von Parkplätzen versorgt. Das System lässt sich<br />
bereits heute wirtschaftlich betreiben.<br />
Mit solcher Hardware und entsprechenden Geschäftsmodellen<br />
wird die Elektrifizierung von Firmenparkplätzen zu<br />
einem Win-Win-Geschäft, das einerseits die eMobilität voran<br />
bringt und andererseits den Unternehmen nützt. Beides<br />
gereicht der Umwelt, dem Wirtschaftsstandort Deutschland<br />
und damit unserer Gesellschaft zum Vorteil - genügend<br />
Gründe für die Unternehmen, sich am großen Vorhaben<br />
eMobilität zu beteiligen.<br />
Uwe Hahner / General Manager Parking und E-Mobility<br />
Swarco Traffic Systems GmbH<br />
www.swarco.com/sts<br />
62 Neue Mobilität Neue Mobilität 63
Status Quo der Elektromobilität - Legal corner<br />
Status Quo der Elektromobilität - Legal Corner<br />
Stromtanken als geldwerter Vorteil<br />
Anforderungen an eine<br />
intelligente öffentliche<br />
Ladeinfrastruktur<br />
Nutzt ein Arbeitnehmer ein Dienstfahrzeug und lädt dieses bei dem Arbeitgeber mit Strom auf, so ist der in dem verbrauchten<br />
»Kraftstoff« zu erblickende geldwerte Vorteil steuer- und sozialversicherungsrechtlich mit der Bewertung nach der<br />
1%-Regelung abgegolten. Anders hingegen, wenn ein Arbeitnehmer sein Privatfahrzeug beim Arbeitgeber auftankt. In diesem<br />
Fall hat der Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil grundsätzlich mit seinem individuellen Steuersatz (bis zu 47,475%)<br />
zu versteuern. Allerdings gilt dies nur, wenn der von dem Arbeitnehmer in Anspruch genommene Strom im Monat den Endpreis<br />
von EUR 44,00 übersteigt; bis zu dieser Freigrenze kann der Arbeitnehmer sein Fahrzeug also monatlich steuerfrei<br />
aufladen. Angesichts der steuerlichen Behandlung bei privat genutzten Elektrofahrzeugen wird ein Arbeitgeber nicht umhin<br />
kommen, den Stromverbrauch beim Aufladen der Elektrofahrzeuge aufzuzeichnen und gegebenenfalls für den Arbeitnehmer<br />
im Rahmen der Lohnabrechnung zu versteuern.<br />
Rechtsanwältin Julia Wirges, Noerr LLP, München<br />
Der flächendeckende Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur schreitet Schritt für<br />
Schritt voran. Nach den ersten »Modellsäulen« in den großen deutschen Städten,<br />
insbesondere im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität, breitet sich die öffentliche<br />
Ladeinfrastruktur nun auch in der Fläche aus. Neue rechtliche Rahmenbedingungen<br />
und die Praxis bei Errichtung und Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />
zeigen dabei auf, welche Anforderungen in Zukunft an eine öffentliche Ladeinfrastruktur<br />
gestellt werden. Es wird deutlich, dass nicht jede Säule für den Betrieb als<br />
öffentliche Ladeinfrastruktur geeignet ist. Für diese spezielle Anwendung bedarf es<br />
einer intelligenten Ladesäule.<br />
Beispiele für rechtliche Vorgaben<br />
Zuvorderst sind - schon aus aktuellem Anlass - die neuen<br />
Verkehrszeichen zur Vorhaltung von Parkflächen für Elektrofahrzeuge<br />
anzuführen. Hiermit können Parkplätze für Elektrofahrzeuge<br />
reserviert oder Elektrofahrzeuge von einem<br />
Halteverbot ausgenommen werden. Zwei der vier Zeichen<br />
begünstigen jedoch nur solche Elektrofahrzeuge, die an der<br />
jeweiligen Säule laden. Deshalb muss für die Parkraumüberwachung<br />
künftig klar erkennbar sein, ob an der Säule gerade<br />
geladen wird oder nicht. Daneben möchte aber auch der jeweilige<br />
Nutzer der Ladeinfrastruktur wissen, wann sein Ladevorgang<br />
beendet ist. Er sollte rechtzeitig zu seinem Fahrzeug<br />
zurückkehren können, um das Fahrzeug nach Abschluss des<br />
Ladevorgangs aus dem dann auch für ihn bestehenden Halteverbot<br />
zu entfernen.<br />
Für die Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur bedarf<br />
es regelmäßig zumindest einer Sondernutzungserlaubnis, da<br />
der Verkauf von Strom über die Säule als »Warenautomat«<br />
keinen Gemeingebrauch des öffentlichen Straßenraums darstellt.<br />
Etwas anderes könnte für eine Kombination von Parkscheinautomat<br />
und Ladesäule gelten. In diesem Fall dient<br />
die Straßenbenutzung mehreren Zwecken und dann ist auf<br />
den überwiegenden Zweck abzustellen. Da die Parkscheinfunktion<br />
im Unterschied zur Ladesäule grundsätzlich jedem<br />
Nutzer des öffentlichen Straßenraums offen steht, könnte<br />
sie den vorrangigen Zweck des Kombigerätes darstellen.<br />
Wegen des damit überwiegenden Gemeingebrauchs bedarf<br />
es keiner Sondernutzungserlaubnis. Eine Kombination von<br />
Parkscheinautomat und Ladesäule bietet sich bei öffentlicher<br />
Ladeinfrastruktur schon deshalb an.<br />
Beispiele für Vorgaben aus der Praxis<br />
Von Seiten der Kommunen werden regelmäßig erhebliche<br />
- teilweise sehr berechtigte - Bedenken gegen einen umfangreichen<br />
Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur vorgebracht.<br />
Ohne dabei den Nutzen und die großen Vorteile<br />
von Elektromobilität in Frage zu stellen, wird darauf verwiesen,<br />
dass öffentliche Ladeinfrastruktur zuvorderst weitere<br />
»Stadtmöbel« sind, die es in den öffentlichen Raum zu integrieren<br />
gilt. Dabei ist es auch nicht von Vorteil, wenn viele<br />
Ladesäulen heute überwiegend Werbeflächen des jeweiligen<br />
Energieversorgungsunternehmens darstellen. Da die meisten<br />
Kommunen jedoch ohnehin bereits Parkscheinautomaten<br />
im öffentlichen Straßenraum errichtet haben, bietet sich<br />
auch vor diesem Hintergrund ein Kombigerät als öffentliche<br />
Ladeinfrastruktur an. Hierdurch wird die Errichtung zusätzlicher<br />
»Stadtmöbel« verhindert.<br />
Auch wenn die rechtliche Verpflichtung zur Gewährleistung<br />
eines diskriminierungsfreien Zugangs zur öffentlichen Ladeinfrastruktur<br />
noch nicht endgültig geklärt ist, so wird dies<br />
gleichwohl bereits heute in der Praxis zunehmend gefordert.<br />
Dabei ist sowohl der diskriminierungsfreie Zugang der<br />
Nutzer als auch der Stromanbieter zu berücksichtigen. Eine<br />
moderne öffentliche Ladeinfrastruktur sollte daher gewährleisten,<br />
dass die Nutzer unterschiedlicher Elektrofahrzeuge<br />
die Säule ebenso verwenden können wie die Kunden unterschiedlicher<br />
Energieversorgungsunternehmen. Zugleich<br />
sollte gewährleistet sein, dass über die Ladeinfrastruktur<br />
der Strom unterschiedlicher Stromanbieter vertrieben werden<br />
kann. Wobei auch die jeweilige Stromerzeugung berücksichtigt<br />
werden muss. Hier soll der Nutzer wie zuhause auch<br />
entscheiden können, welche Art der Stromerzeugung er für<br />
sich auswählt.<br />
Schließlich hat die Praxis gezeigt, dass insbesondere der<br />
Einsatz in Großstädten erhebliche Anforderungen an Gestaltung<br />
und Bauweise der öffentlichen Ladeinfrastruktur stellt.<br />
Hier müssen zuvorderst die Gefahren von Vandalismus berücksichtigt<br />
werden, der sich dabei sowohl gegen die Ladeinfrastruktur<br />
selbst als auch gegen deren Nutzer richten<br />
kann. Eine geeignete Ladeinfrastruktur zeichnet sich deshalb<br />
dadurch aus, dass sie großen physischen Belastungen<br />
widersteht und außerdem sicher stellt, dass der Ladevorgang<br />
nicht von äußeren Einflüssen (etwa durch ein Abziehen<br />
des Steckers) beeinträchtigt wird.<br />
Fazit<br />
Diese Vorgaben zeigen, dass es im öffentlichen Raum einer<br />
intelligenten Ladeinfrastruktur bedarf - jedenfalls solange,<br />
bis die Zukunftsvision vom induktiven Laden Wirklichkeit<br />
geworden ist.<br />
Dr. Peter Bachmann & Christian Alexander Mayer<br />
Rechtsanwälte, Noerr LLP, München<br />
peter.bachmann@noerr.com<br />
christian.mayer@noerr.com<br />
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64 Neue Mobilität
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - eMobile Talk<br />
eFlexibility - Smart Grid<br />
Markus Emmert, BEM-Beirat und Dr. Christian Andrelang, LL.M., RA Osborne Clarke<br />
In regelmäßigen Abständen laden wir Vertreter aus Wirtschaft, Industrie, Politik,<br />
Forschung und Entwicklung zum eMobile-Talk. Auf der Agenda stehen jeweils aktuelle<br />
Themen rund um die Neue Mobilität. Moderator der Gesprächsrunde ist Thomas<br />
Aulenbacher. Seine Gesprächspartner sind: Dr. Christian Andrelang, LL.M., Rechtsanwalt<br />
in den Sektoren Energy und Automotive in der Kanzlei Osborne Clarke und<br />
Markus Emmert, BEM-Beirat und Geschäftsführer der IPM SYSTEM GmbH.<br />
Herr Andrelang, Sie berichteten im Vorfeld von eFlexibility,<br />
was müssen sich unsere Leser darunter vorstellen?<br />
Andrelang: eFlexibility steht für eine flexible, dezentrale,<br />
nachfrageorientierte Stromversorgung und -einspeisung<br />
durch Stromversorger und Stromverbraucher. Im Vordergrund<br />
steht nicht mehr die angebotsorientierte, sondern<br />
eine an ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten<br />
orientierte Effizienz in der Stromversorgung. eFlexibility<br />
ist daher eine direkte Konsequenz und ein Muss für Smart<br />
Grid.<br />
Wie gelingt es, eine gesellschaftliche Konsensfindung über<br />
eFlexibility anzustoßen?<br />
Andrelang: Alle Beteiligten müssen gehört werden. Das gilt<br />
für die Stromversorger gleichermaßen wie für die Stromverbraucher,<br />
Kommunen und die Industrie, die durch innovative<br />
Technologien die Grundlage für Einführung von Smart Grid<br />
und eFlexibility schafft. Jede Konsensfindung muss sich dabei<br />
an der Win-Win-Situation für alle Beteiligten orientieren.<br />
Was sind die wesentlichen Eckpfeiler dieses Konsens?<br />
Andrelang: Zum einen die ehrliche Bereitschaft aller Beteiligten,<br />
den Mehrwert zu erkennen und aktiv an der Umsetzung<br />
mitzuwirken. Zum anderen die Schaffung der notwendigen<br />
rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um<br />
Investitionen nachhaltig zu fördern.<br />
Emmert: In der Konsequenz bedeutet das für alle Betroffenen,<br />
inkl. der Umwelt, eine Win-Win-Situation zu schaffen.<br />
Dies leitet gleich zur nächsten Frage über. Welchen Mehrwert<br />
und welche Win-Win-Situation schafft eFlexibility?<br />
Andrelang: Von eFlexibility können alle profitieren, die an der<br />
Stromversorgung und -nutzung beteiligt sind. Der Mehrwert<br />
liegt in der Flexibilität der Stromverteilung und damit einer<br />
Kosten- und Ressourcen sparenden Nutzung von Strom.<br />
Die Anwendung von Smart Grid und eFlexibility ist ein<br />
Schritt in die »richtige« Zukunft. Was bedeutet das für die<br />
eMobilität?<br />
Andrelang: eMobilität ist ein wichtiger Bestandteil von eFlexibility.<br />
Elektrofahrzeuge stehen nicht nur für ein neues Mobilitätsbewusstsein,<br />
sondern setzen auch voraus, dass der<br />
Strom aus »sauberen« Quellen gewonnen wird. Der Einsatz<br />
von Elektrofahrzeugen hat unmittelbaren Einfluss auf eine<br />
dezentrale Stromversorgung. Elektrofahrzeuge werden als<br />
Stromspeicher fungieren und daher einen maßgeblichen<br />
Beitrag zu eFlexibility leisten. Dementsprechend müssen<br />
sich eMobilitäts-Konzepte auch an ihrer Kompatibilität mit<br />
intelligenten Stromnetzen messen lassen.<br />
Emmert: In Verbindung mit flexiblen Speichermedien kann<br />
eMobilität einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der<br />
Netze liefern und stellt damit einen extremen Mehrwert für<br />
die Energieversorger da. Aktuell werden solche Praktiken ja<br />
bereits in Pumpspeicherkraftwerken umgesetzt.<br />
Dezentrale Energieversorgung: Wird damit die Rolle der<br />
Kommunen, Gemeinden oder Städte gestärkt?<br />
Emmert: Ich würde es mir wünschen. Eine dezentrale Versorgung<br />
hat ja nicht nur eine deutlich höhere Effizienz zur<br />
Folge, sondern schafft weitere Vorteile für die Gemeinden<br />
und Städte. Regionen können sich damit teilweise energieautonom<br />
aufstellen. Das kann sich sehr positiv auf die<br />
Standort-Attraktivität auswirken. Falsch wäre es jedoch,<br />
die großen Player verdrängen zu wollen. Es geht eher darum,<br />
dass einzelne Kommunen dazu beitragen können, die<br />
großen Energieversorger zu entlasten.<br />
Andrelang: Kommunen sind und werden zu wichtigen<br />
Playern, ohne die Smart Grid, eFlexibility und eMobilität<br />
kaum möglich sind. Die Kommunen sind maßgeblich an<br />
der Schaffung von notwendigen Infrastrukturen beteiligt,<br />
insbesondere über ihre Stadtwerke an der Einführung von<br />
Elektrofahrzeugen und der Installation von Ladesäulen.<br />
Inwieweit müssen die Stromnetze für Smart Grid und eFlexibility<br />
modernisiert werden?<br />
Andrelang: Die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze<br />
ist eine Kernvoraussetzung für Smart Grid und eFlexibility.<br />
Die dezentrale Stromversorgung erfordert moderne<br />
und leistungseffiziente Leitungssysteme schon beim Endverbraucher.<br />
Die DENA-Studien belegen deutlich den aktuellen<br />
Bedarf in Deutschland. Hier ist die Politik aufgerufen,<br />
Anreize für Investoren zu schaffen.<br />
Welche Organisationen, Gruppierungen oder Vertreter sehen<br />
sie in erster Linie in der Vorreiterrolle?<br />
Andrelang: Die Einführung von Smart Grid setzt einen gesamtgesellschaftlichen<br />
Konsens voraus. Jeder ist daher<br />
eingeladen, sich an der Konsensfindung konstruktiv zu<br />
beteiligen. Vorreiterrollen werden die Stromversorger, Verbände,<br />
die Politik, die Städte und Kommunen und die Industrie<br />
einnehmen.<br />
Emmert: Gerne laden wir alle aus der Branche zum eMobile<br />
Talk ein: EVU, Kommunen, Wirtschaft, Kommunikationsunternehmen,<br />
Vertreter der einzelnen Verbände, Vertreter<br />
der Regierung und Opposition für Umwelt, Energie und Verkehr.<br />
Ausschlaggebend wird jedoch sein, dass die Verbraucher<br />
eFlexibility verstehen und fordern.<br />
Dr. Christian Andrelang, LL.M. / Osborne Clarke<br />
www.osborneclarke.de<br />
christian.andrelang@osborneclarke.de<br />
Markus Emmert / BEM-Beirat<br />
markus.emmert@bem-ev.de<br />
Leserfragen und Teilnahmeanfragen zum nächsten<br />
eMobile-Talk richten Sie bitte an die Redaktion der<br />
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66 Neue Mobilität Neue Mobilität 67<br />
mobil
BEM-Landesvertretung NRW<br />
BEM-Landesvertretung Hessen<br />
BEM-Landesvertretung<br />
NRW<br />
BEM-Landesvertretung<br />
Hessen<br />
Sabine Hannert setzt sich seit vielen Jahren erfolgreich für Erneuerbare Energien und der damit verbundenen Ressourcenschonung<br />
fossiler Brennstoffe ein. Diese natürliche Partnerschaft führte sie 2010 zum Bundesverband eMobilität, den sie<br />
seit 2011 als Repräsentantin und Leiterin der BEM-Landesvertretung NRW regional verortet. Sie setzt sich für die Verbreitung<br />
sinnvoller Mobilitätskonzepte ein, um Elektromobilität als Baustein einer nachhaltigen Zukunft voran zu bringen.<br />
Susanne Weiß setzt sich als Leiterin der BEM-Landesvertretung Hessen dafür ein, die dort ansässigen eMobilitäts-Akteure<br />
auf regionaler und lokaler Ebene aktiv miteinander zu vernetzen. Mit mehr als 13 Jahren beruflicher Erfahrung in den Bereichen<br />
Autobank, Autovermietung und Fahrzeuglogistik liegt ihr Fokus unter anderem auf der Betrachtung der gesamten<br />
logistischen Prozesskette bei der Vermarktung von eFahrzeugen: vom Erstverkauf bis zur Wiedervermarktung.<br />
Der Bundesverband eMobilität hat sich im letzten Jahr erfolgreich<br />
auf Bundesebene positioniert, um Elektromobilität als<br />
realistische Mobilitätsalternative auf die Straße zu bringen.<br />
Inzwischen ist der BEM für Politik und Unternehmen erster<br />
Ansprechpartner, wenn es darum geht, das Thema Elektromobilität<br />
über alle Facetten und über alle involvierten Branchen<br />
hinweg im Dialog zu betrachten.<br />
»Gerade auch auf Landesebene werden innovative Foren<br />
und Plattformen für einen interdisziplinären Austausch und<br />
Kooperationen immer wichtiger, daher wollen wir nun den<br />
konsequenten nächsten Schritt gehen und uns stärker regional<br />
aufstellen«, so BEM-Finanzvorstand Michael Hofmann.<br />
Mit der bereits im September 2010 im e-WOLF CENTER KÖLN,<br />
in Kooperation mit dem Stadtwerke-Verbund Trianel, gegründeten<br />
Landesvertretung NRW setzt der BEM im bevölkerungsreichsten<br />
Bundesland Zeichen. Hier kann die<br />
Begeisterung für Elektromobilität nicht nur in Gesprächen<br />
vermittelt, sondern direkt anhand marktreifer Fahrzeuge erfahrbar<br />
gemacht werden.<br />
Gemeinsam mit Sabine Hannert, der neuen Leiterin der Landesvertretung,<br />
will der Bundesverband künftig an die vielfältigen<br />
emobilen Aktivitäten in NRW anknüpfen und diese<br />
durch Vernetzung, Information und Engagement weiter beschleunigen.<br />
Es gilt, den zahlreichen Industrieunternehmen<br />
die wirtschaftlichen Chancen und heimischen Wertschöpfungspotenziale<br />
im Bereich der Neuen Mobilität aufzuzeigen<br />
und andererseits auch um die Möglichkeit eine lebenswertere<br />
Zukunft für die Bevölkerung in diesem hochverdichteten<br />
Bundesland zu schaffen.<br />
»Durch die Elektromobilität ergibt sich die faszinierende<br />
Möglichkeit, die Erneuerbaren Energien auch im Verkehrssektor<br />
flächendeckend einzusetzen und so endlich den<br />
Energiebedarf unabhängig von fossilen Brennstoffen decken<br />
zu können«, erklärt Sabine Hannert und macht damit klar,<br />
warum sie sich für die Kooperation mit dem Bundesverband<br />
eMobilität entschlossen hat. »Zudem bietet Elektromobilität<br />
die Chance, über bestehende Mobilitätsstrukturen nachzudenken<br />
und neue, effiziente und nachhaltige Lösungen zu<br />
entwickeln«, so Hannert weiter.<br />
Sabine Hannert<br />
BEM-Landesvertretung im e-WOLF CENTER KÖLN<br />
Ernst-Heinrich-Geist-Strasse 5<br />
50226 Frechen<br />
Fon 0202 7017 10<br />
sabine.hannert@bem-ev.de<br />
In Kooperation mit<br />
Nach den BEM-Landesvertretungen in Bayern und NRW<br />
wurde in Hessen im März 2011 die dritte regionale Repräsentanz<br />
vom Bundesverband eMobilität initiiert. Mit dem Autobauer<br />
Opel, den europäischen Forschungs- und Entwicklungszentren<br />
mehrerer ausländischer Fahrzeughersteller,<br />
zahlreichen Automobilzulieferern, internationalen Autovermietungen,<br />
der Tätigkeit innovativer Logistikunternehmen<br />
sowie den insbesondere in Südhessen starken Chemieunternehmen<br />
verfügt Hessen dabei über optimale Ausgangsbedingungen<br />
zur Realisierung eines nachhaltigen Wachstums<br />
im Bereich Elektromobilität.<br />
In enger Zusammenarbeit mit der Bundesgeschäftsstelle in<br />
Berlin wird Susanne Weiß als Leiterin der Landesvertretung<br />
die vorhandenen Potentiale bündeln und Elektromobilität in<br />
Hessen als realistische und nachhaltige Mobilitätsalternative<br />
etablieren.<br />
In einem ersten Schritt werden nun engagierte Kooperationspartner<br />
für den weiteren Aufbau der Landesvertretung<br />
gesucht. Mittelfristig ist die Einrichtung einer Geschäftsstelle,<br />
eines Kompetenzzentrums und eines Showrooms in<br />
Fulda, der Heimat des Fahrzeug-Komplettentwicklers und<br />
BEM-Mitglieds EDAG, geplant, um von diesem Standort aus<br />
das Interesse und die Begeisterung für Elektromobilität innerhalb<br />
der hessischen Gesellschaft zu verankern.<br />
»Wir freuen uns, mit unserem Mitgliedsunternehmen EDAG<br />
einen so kompetenten und vielseitig vernetzten Partner in<br />
Hessen an unserer Seite zu haben«, erklärt BEM-Geschäftsführer<br />
Frank Müller.<br />
»Die Elektromobilität wird die herkömmliche Autolandschaft<br />
Schritt für Schritt verändern und damit ein vollkommen neues<br />
Verständnis von Mobilität schaffen. Weg vom Auto als<br />
Statussymbol, hin zu einem innovativen Mobilitätskonzept<br />
in dem Auto, CarSharing, Bahn und ÖPNV sowie Zweiräder<br />
miteinander verknüpft werden«, so Susanne Weiß. »Die<br />
Entwicklung dazu passender integrativer Geschäftsmodelle<br />
jenseits von bisherigen Branchengrenzen steht noch am Anfang.<br />
Lassen Sie uns im fortlaufenden Dialog Anknüpfungspunkte<br />
für eine Zusammenarbeit finden und gemeinsam<br />
spannende Ideen, Konzepte und Projekte entwickeln«, fasst<br />
Susanne Weiß die künftigen Ziele Ihrer Arbeit als Leiterin der<br />
BEM-Landesvertretung zusammen.<br />
Susanne Weiß<br />
BEM-Landesvertretung Hessen<br />
Fon 0170 1806057<br />
susanne.weiss@bem-ev.de<br />
68 Neue Mobilität Neue Mobilität 69
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - FH Frankfurt am Main<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - FH Frankfurt am main<br />
Dies sind der Ballungsraum Rhein-Main (Frankfurt), das<br />
Monozentrum Kassel und der ländliche Raum am Beispiel<br />
der Stadt Lauterbach (Vogelsbergkreis). Dies geschieht<br />
durch Analyse der vorhandenen Befragungen »Mobilität in<br />
Deutschland« (MiD) und »System repräsentativer Verkehrsbefragungen«<br />
(SrV) sowie durch eigene Erhebungen.<br />
Kernfrage der Forschung ist, ob die derzeit und in Zukunft<br />
vorhandenen Elektrofahrzeuge bereits jetzt das Verkehrsbedürfnis<br />
der hessischen Bevölkerung befriedigen können.<br />
Modellregion<br />
Elektromobilität<br />
Nachhaltigkeitsstrategie<br />
Hessen<br />
ZEBRA<br />
Zukunft Elektromobilität<br />
Beispielhafte Regionale Anwendungen<br />
Anhand der ermittelten Mobilitätsmuster und der Recherche<br />
der mittelfristig verfügbaren Technik sollen die Substitutionspotenziale<br />
für Elektromobilität aufgedeckt und somit<br />
auch gezielt Hemmnisse der Bevölkerung beim Umstieg auf<br />
die neue Technologie identifiziert werden.<br />
Modellregion<br />
Elektromobilität<br />
Rhein - Main<br />
Bundesministerium für Verkehr,<br />
Bau und Stadtentwicklung<br />
Modellland zur<br />
nachhaltigen Nutzung von<br />
Elektroautos<br />
Hessisches Ministerium für<br />
Umwelt, Energie, Landwirtschaft und<br />
Verbraucherschutz<br />
Elektromobilität in Hessen<br />
Prof. Dr.-Ing. Petra K. Schäfer<br />
Professorin für Verkehrsplanung und Öffentlichen Verkehr<br />
Fachhochschule Frankfurt am Main<br />
petra.schaefer@fb1.fh-frankfurt.de<br />
Zwei Projekte, eine gemeinsame Zielsetzung ><br />
Sozialwissenschaftliche<br />
Begleitforschung<br />
Technische<br />
Begleitforschung<br />
Städte und<br />
Gemeinden<br />
Elektrolöwe 2010<br />
Der hessische<br />
Elektroautofahrer<br />
Hessen bietet durch die zentrale Lage, die verschiedenen<br />
Strukturräume und die unterschiedlichsten Nutzergruppen<br />
ein ideales Testfeld für emobile Anwendungen. Die Kernelemente<br />
der hessischen Elektromobilitätsforschung sind<br />
die vom Bund (BMVBS) geförderte »Modellregion Elektromobilität<br />
Rhein-Main« und das Projekt »Modellland zur<br />
nachhaltigen Nutzung von Elektroautos« als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie<br />
Hessen.<br />
Um die Aktivitäten zwischen Bund und Land zu koordinieren<br />
und Synergieeffekte zu nutzen, wurde »Zukunft Elektromobilität<br />
- Beispielhafte Regionale Anwendungen« (ZEBRA)<br />
ins Leben gerufen. ZEBRA verbindet die Projekte miteinander,<br />
steuert die Aktivitäten und erleichtert den Austausch<br />
zwischen den Akteuren.<br />
In der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main wird in<br />
zahlreichen Demonstrationsvorhaben die Elektromobilität<br />
ausprobiert. Dabei reicht das Angebot von Pedelecs über<br />
Elektroautos bis hin zu Lieferfahrzeugen und Bussen, die im<br />
Wirtschafts- bzw. Linienverkehr eingesetzt werden.<br />
Eine Besonderheit der hessischen Elektromobilitätsforschung<br />
ist die umfassende sozialwissenschaftliche Begleitung<br />
der Demonstrationsvorhaben in der Modellregion, um<br />
die Akzeptanz der Elektrofahrzeuge zu ermitteln und die<br />
Änderung des Mobilitätsverhaltens und des Umweltbewusstseins<br />
festzustellen.<br />
Das »Sozialwissenschaftliche Forschungskonzept zur Elektromobilität<br />
in der Modellregion Rhein-Main« wird von der<br />
Fachgruppe Verkehrsplanung und Öffentlicher Verkehr (Prof.<br />
Schäfer) im Fachbereich 1 der Fachhochschule Frankfurt am<br />
Main federführend durchgeführt. Zusammen mit der Goethe-<br />
Universität und der e-hoch-3 GbR werden anhand von umfangreichen<br />
Befragungen, Tiefeninterviews und Workshops<br />
das Nutzerverhalten und die Erfahrungen der Nutzer in den<br />
Demonstrationsvorhaben aufgenommen und analysiert.<br />
Durch diesen umfassenden Ansatz wird ein breites Spektrum<br />
abgedeckt, was eine Übertragung der Erkenntnisse auf<br />
weitere Anwendungen in Zukunft, sowohl in Hessen als auch<br />
in Deutschland erleichtert.<br />
Im Modellland-Projekt, das Teil der Nachhaltigkeitsstrategie<br />
Hessen ist, wird ein theoretischer Ansatz durch die Fachhochschule<br />
Frankfurt am Main verfolgt. In diesem Projekt<br />
werden das derzeitige Mobilitätsverhalten und das Umweltbewusstsein<br />
der hessischen Bevölkerung in den für das<br />
Land typischen Strukturräumen untersucht.<br />
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BEM-Roundtable - Presse & Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Elektromobilität<br />
BEM-Roundtable - Presse & Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Elektromobilität<br />
BEM-Roundtable<br />
5. BEM-Roundtable: Elektromobilität in den Medien<br />
5. BEM-Roundtable in der EWE-Repräsentanz berlin / Links im Bild: Anja Wieben, EWE AG<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
Auf Einladung vom Bundesverband eMobilität kamen am 15.<br />
März zahlreiche Presse- und Medienvertreter in der Berliner<br />
Repräsentanz der EWE AG zu einem konstruktiven Austausch<br />
mit verschiedenen Experten aus der Elektromobilitätsbranche<br />
zusammen. Als Ansprechpartner standen neben Fachleuten<br />
aus Wirtschaft, Politik und Forschung auch die BEM-<br />
Vorstände Kurt Sigl, Frank Müller und Christian Heep zu<br />
einem intensiven Austausch über eine Neue Mobilität bereit.<br />
Ziel des Roundtables war die Entkräftung von Vorbehalten<br />
und Berührungsängsten gegenüber der eMobilität. Vorhandene<br />
Wissenslücken wurden durch Vorträge sowie durch<br />
zwanglosen Austausch mit den anwesenden Experten abgebaut.<br />
Zudem wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten,<br />
elektromobile Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln,<br />
da u.a. ein Tesla Roadster, der EWE E 3, ein Smart ed, ein<br />
iBullit und ein ELMOTO zur Verfügung standen, die vor der<br />
herrlichen Kulisse des Brandenburger Tors gefahren werden<br />
konnten. Auch der notwendige Aufbau von Ladeinfrastruktur<br />
wurde thematisiert: Die Experten von Swarco Traffic Systems<br />
erläuterten und demonstrierten anhand eigens aufgestellter<br />
Ladesäulen des EnergieParken-Systems, wie innovative und<br />
anbieteroffene Ladetechnik aussehen kann.<br />
Dass Elektromobilität nicht nur ein Thema für Fahrzeughersteller<br />
ist, bestätigte auch Gastgeberin Anja Wieben von der<br />
EWE AG. »Uns geht es um die intelligente Integration von<br />
Erneuerbaren Energien ins Gesamtsystem. Die Batterien<br />
von Elektrofahrzeugen können als mobile Stromspeicher<br />
einen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele<br />
leisten«, erläutert Anja Wieben das Engagement der EWE,<br />
das etwa auch in der gemeinsam mit Karmann vorangetriebenen<br />
Entwicklung des Elektroautos E3 Ausdruck fand.<br />
BEM-Präsident Kurt Sigl betonte in seiner Einführung, dass<br />
eine Umstellung der Individualmobilität bereits heute zu<br />
großen Teilen möglich wäre: »Alle weltweiten Versuchsprojekte<br />
mit Elektroautos haben ergeben, dass die Nutzer<br />
Ihre Alltagsmobilität problemlos bewältigen können. Die oft<br />
geführte Reichweitendiskussion ist daher völlig überflüssig,<br />
die Menschen sind schon heute bereit für die Elektromobilität.<br />
Daher glauben wir auch, dass bis 2020 nicht nur<br />
eine, sondern vier bis fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf<br />
Deutschlands Straßen zu sehen sein werden.“<br />
Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Elektromobilitätsagentur<br />
eMO, verdeutlichte daraufhin die Berliner Perspektive:<br />
»Die Etablierung der Elektromobilität bietet für die Region<br />
Berlin/Brandenburg unglaubliche wirtschaftliche Chancen,<br />
sowohl bei der Ansiedlung von Industrie und der Schaffung<br />
von Arbeitsplätzen als auch im touristischen Bereich. Zudem<br />
kann die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen<br />
entscheidend zur Verminderung klassischer urbaner Probleme<br />
wie hoher Schadstoff- und Lärmbelastung beitragen.«<br />
Der Vortrag von Christian Förster vom TÜV NORD Institut für<br />
Fahrzeugtechnik und Mobilität thematisierte die Messung<br />
von Energieverbräuchen beim Elektroauto. Er machte deutlich,<br />
dass das Elektroauto selbst bei Zugrundelegung des<br />
durchschnittlichen deutschen Strommixes insbesondere<br />
im Stadtverkehr erheblich weniger Schadstoff- und Treibhausgasemissionen<br />
verursacht. Allerdings verwies er auch<br />
auf das Problem, dass heutige Elektroautos im Winter mehr<br />
Energie als in wärmeren Jahreszeiten verbrauchen. Sein<br />
Schluss: »Analog zu Passivhäusern brauchen wir besser gedämmte<br />
Fahrzeuge, quasi Niedrigenergieautos.«<br />
»Wenn Elektrofahrzeuge mit Strom aus Erneuerbaren Energien<br />
beladen werden, liegen die Emissionen der Fahrzeuge<br />
sogar bei quasi Null. Damit bietet sich uns auf Dauer die<br />
Chance zu einer wirklich nachhaltigen Erfüllung unserer Mobilitätsbedürfnisse«<br />
ergänzte Frank Müller, Geschäftsführer<br />
des BEM, die vorangegangen Beiträge. »Insbesondere im<br />
urbanen Raum sollte Elektromobilität stark forciert werden.<br />
Die Reichweiten der aktuellen Fahrzeuge sind dort schon<br />
heute problemlos ausreichend, zudem kann in leisen und<br />
sauberen Städten ein deutliches Stück Lebensqualität dazugewonnen<br />
werden.«<br />
Bei der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmer<br />
zahlreiche weitere Aspekte der Elektromobilität,<br />
von Standardisierungsfragen über mögliche Sicherheitsprobleme<br />
durch Geräuscharmut, über die im Vergleich zum Gesamtverbrauch<br />
geringen erforderlichen Strommengen von<br />
gerade einmal 0,3% der Gesamtstromproduktion bei 1 Mio.<br />
Elektrofahrzeuge bis hin zur Frage nach möglichen Förderungen<br />
und die Entwicklungen in China und dem Rest der Welt.<br />
Mit dem 5. BEM-Roundtable gelang es, eine offene und<br />
sachliche Diskussion und einen konstruktiven Austausch<br />
zwischen Medien- und Expertenwelt in Gang zu setzen und<br />
zu einer realistischen Darstellung der schon heute umsetzbaren<br />
Möglichkeiten der eMobilität in den Medien beizutragen.<br />
Anja Wieben, EWE und BEM-Präsident Kurt Sigl<br />
72 Neue Mobilität Neue Mobilität 73
Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Jürgen Kieschoweit<br />
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Elektromobilität - Zukunft<br />
und aktuelle Machbarkeit<br />
Dr. Jürgen Kieschoweit<br />
Die Batterie macht<br />
rasche Fortschritte<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser, BEM-Beirat<br />
Das Thema Elektromobilität erfreut sich derzeit einer hohen<br />
öffentlichen Aufmerksamkeit. Die große Diskrepanz zwischen<br />
den Erwartungen in die Angebote für die Nutzer und<br />
den tatsächlichen aktuellen Möglichkeiten wird dabei kaum<br />
wahrgenommen. Elektrofahrzeuge als Serienfahrzeuge zu<br />
wettbewerbsfähigen Preisen sind noch rar am Markt. Nur<br />
wenige Ansätze verfolgen bisher auch technische Alternativen<br />
zum sogenannten »Conversions Design«, um Elektrofahrzeuge<br />
preislich attraktiver in den Markt zu bringen.<br />
Eine weitere offene Problemstellung ist die der Energieversorgung<br />
und -speicherung, also Elektrotankstellen in Verbindung<br />
mit intelligenten Netzlösungen sowie die Frage nach<br />
der hinreichenden Batterietechnik. Die Umweltfreundlichkeit<br />
eines eMobils ist zudem begrenzt, wenn der Antriebsstrom<br />
überwiegend mit fossilen Energieträgern gewonnen wird.<br />
Die Frage ist, was der Kunde tatsächlich zukünftig benötigt.<br />
Kunden sind in diesem Fall zu einem der einzelne Fahrzeugnutzer<br />
mit seinem individuellen Mobilitätsbedarf, aber auch<br />
Unternehmen mit ihren Fahrzeugflotten oder auch Städte,<br />
die nach neuen Lösungen für ihr Mobilitätsangebot suchen<br />
müssen. Bei den letztgenannten sind neben bereits elektrifizierten<br />
Straßenbahnen oder Elektrobussen zukünftig Sharingansätze<br />
mit eRollern und eFahrrädern wie z.B. Pedelecs<br />
ebenso wie eAutos in CarSharingmodellen wie z.B. car2go/<br />
car2gether zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann ohnehin<br />
eine Eins-zu-Eins-Ablösung der bisherigen Autoflotte durch<br />
Elektrofahrzeuge nicht das Ziel sein. Elektrofahrzeuge aller<br />
Art sind vielmehr Teil eines modularen Mobilitätsangebotes.<br />
Zukünftig wird es zunehmend sowohl im Personenverkehr<br />
wie auch beim Gütertransport darauf ankommen, für den<br />
jeweiligen Fahrzweck das richtige Mobilitätsmodul zur richtigen<br />
Zeit zur Verfügung zu stellen und diese Verfügbarkeit<br />
mit IT-gestützten, telematischen Kommunikationsmitteln<br />
virtuell zu vernetzen und so ihre Nutzung nahezu spielerisch<br />
zu ermöglichen. Im ländlichen Raum erscheint dies deutlich<br />
schwieriger als im urbanen Umfeld.<br />
Dies vor Augen stellt sich abschließend die Frage, was wird<br />
aktuell und in absehbarer Zeit bereits möglich sein?<br />
Möglich sind alle Formen von Vorhaben mit Pilotcharakter<br />
sowohl für Städte wie auch für betriebliche Fuhrparks oder<br />
auch große Gewerbegebiete mit Unternehmen im Verbund<br />
und unter Einbeziehung der Mitarbeitermobilität z.B. bei<br />
Pendlern. Im klassischen Kurzstrecken- oder Stop-and-Go-<br />
Verkehr lassen sich auch bei einem höheren Einkaufspreis<br />
für Elektrofahrzeuge Vorteile erwirtschaften. Dazu paart sich<br />
die Möglichkeit in einem definierten Raum in begrenztem<br />
Umfang hinreichend »Tankplätze« verfügbar zu machen. Gerade<br />
Stadtwerke sind hier bereits umfangreich unterwegs.<br />
Bei Kleintransportverkehren z.B. den Kurier-, Express- und<br />
Paketdiensten oder Pendelverkehren, die stets wieder zu einem<br />
Ausgangspunkt z.B. Beladeplatz zurückkehren, ist die<br />
Tankoption besonders einfach zu gestalten und rasch amortisierbar.<br />
Kombinationsangebote mit Elektrofahrzeugen z.B. im<br />
CarSharing und anderen Elementen wie eBikes oder Elektroroller<br />
sind ebenfalls schon jetzt umsetzbar. Es müssen nur<br />
sehr rasch genügend Kunden begeistert werden.<br />
Mit dem zugegeben noch Wenigen, was heute wirklich<br />
geht, sollte man dennoch konsequent beginnen. Nur so<br />
wird das Thema auch greifbar für die Nutzer. Dort wo sich<br />
auch das allgemeine Mobilitätsverhalten ändern muss, um<br />
Elektromobilität in jedweder Form wirtschaftlich nutzen zu<br />
können, ist diese tägliche Erlebbarkeit von beispielhaften<br />
Angeboten ein förderliches Element.<br />
Dr. Jürgen Kieschoweit<br />
Geschäftsführer BwFuhrparkService GmbH<br />
Mitgründer der EcoLibro GmbH<br />
juergen.kieschoweit@gmx.de<br />
Herzstück der Elektromobilität ist der wiederaufladbare<br />
elektrochemische Energiespeicher - der Akkumulator. Er<br />
muss den harten Einsatzbedingungen der Mobilität genügen,<br />
muss vor allem mechanisch, thermisch und elektrisch<br />
stabil sein, auch rüttelfest und explosionssicher. Das (Nach-)<br />
Laden muss unkompliziert und gefahrlos möglich sein.<br />
Fieberhaft werden derzeit altbekannte Akkumulatorsysteme<br />
verbessert und völlig neue Systeme entwickelt. Angriffspunkte<br />
sind sowohl die Materialien für die Elektrodenoberflächen<br />
und -matrizen, für die Elektrolyten als auch für die<br />
Separatoren sowie deren Herstellungsverfahren. Das betrifft<br />
sowohl die langerprobte Bleibatterie, die Systeme Nickel-<br />
Cadmium (NiCd), Nickel-Zink (NiZn) und Nickel-Metallhydrid<br />
(NiMH) als auch die »Zebra«-Batterie, eine breite Palette<br />
von Lithium-(Li)-Ionen-Akkumulatoren, darunter neuere Entwicklungen,<br />
wie Li-Titanat-, Li-Eisenphosphat- und Li-Polymer-Batterien<br />
sowie neuere Entwicklungen wie den Li-Luft-<br />
Akkumulator.<br />
Lithium-Systeme bieten aus physikochemischer Sicht unschlagbare<br />
Vorteile. An ihnen geht kein Weg vorbei.<br />
Li-Ionen-Systeme stehen für höchste Energiedichten (bis<br />
über 160 Wh/kg), sehr hohe Wirkungsgrade, sehr hohe spezifische<br />
Energie (1.800 W/kg), geringe Selbstentladung und<br />
weisen bei entsprechendem Zellmanagement eine hohe Zuverlässigkeit<br />
aus. Ihre Standfestigkeit wird bereits bei über<br />
10.000 Zyklen angegeben. Allerdings sind sie immer noch<br />
vergleichsweise teuer. Werden sehr hohe Leistungsdichten<br />
(1.400 kW/kg) gebraucht, bieten sich Li-Eisen-Phosphat-Systeme<br />
(120 Wh/kg) an. Sie punkten durch die Schnellladung<br />
auf 90% der Kapazität innerhalb von fünf Minuten. Wenn sowohl<br />
das Li-Metalloxid als auch die andere Elektrode sowie<br />
der Elektrolyt/Separator als Folien auf Polymermatrizen hergestellt<br />
werden, spricht man vom Li-Polymer-System, das<br />
leicht formbar und sehr preiswert ist. Seine spezifische Energie<br />
liegen um 3.000 W/kg, seine Energiedichte pro Volumen<br />
erreicht Spitzenwerte (300 Wh/l), allerdings belaufen sie<br />
sich pro Masse nur im mittleren Bereich (130-200 Wh/kg).<br />
Eifrig wird an der Lithium-Luft-Batterie geforscht, weist sie<br />
doch die beste Performance für den mobilen Einsatz auf.<br />
Die künftige Entwicklung bestimmen Metall-Luft-Systeme.<br />
Durch den Wegfall einer Elektrode (und deren Ersatz durch<br />
Luftsauerstoff ) lässt sich nochmals Gewicht sparen. Bereits<br />
die Zink-Luft-Batterie erreicht Energiedichten, die dreimal<br />
größer sind als von herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien.<br />
Mit dem Markteintritt dieser preiswerten und leistungsfähigen<br />
Batterie wird in drei bis fünf Jahren gerechnet. Am<br />
attraktivsten erscheint jedoch die Lithium-Luft-Batterie. Sie<br />
erreicht die höchsten Energie- (über 450 Wh/kg) und Leistungsdichten.<br />
Die bislang erreichten Wirkungsgrade (über<br />
80%) geben Anlass zur Hoffnung, dass es in den nächsten 5<br />
bis 10 Jahren gelingt, das System als leistungsfähigste, wenngleich<br />
auch nicht billigste Lösung auf den Markt zu bringen.<br />
Doch der Preis wird weiter fallen. Innerhalb des Jahres 2010<br />
reduzierte sich der Preis von Lithium-Ionen-Batterien bereits<br />
um fast zwei Drittel auf 300 EUR/kWh!<br />
Im Wettbewerb um die besten Lösungen werden weitere<br />
Kostenreduzierungen eintreten, neue Recyclingverfahren<br />
werden das ihre dazu beitragen. Dennoch: Stets werden verschiedene<br />
Typen von Akkumulatoren zum Einsatz kommen,<br />
je nachdem, welcher Aspekt die wichtigste Rolle spielt:<br />
Energiegehalt, Energiedichte, Leistungsdichte, Zyklenzahl,<br />
Schnell-Ladung, Umweltverträglichkeit oder Sicherheit -<br />
oder aber der Preis, so wie man es heute auch vom Otto-,<br />
Diesel- oder Erdgasmotor kennt.<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
BEM-Beirat<br />
reinhard.loeser@t-online.de<br />
74 Neue Mobilität Neue Mobilität 75
Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Matthias Groher & Prof. Dr. Robert Pelzel<br />
Systemwechsel und<br />
Systemverzögerung<br />
Matthias Groher und Prof. Dr. Robert Pelzel<br />
Woran liegt es, dass die Medien voll sind mit Berichten über<br />
Elektromobilität, während man auf den Straßen Europas<br />
kaum ein elektrisch betriebenes Fahrzeug findet? Allein Hybridfahrzeuge,<br />
also primär von einem Verbrennungsmotor<br />
angetriebene Autos mit einer ergänzenden eMotor-Batterieeinheit,<br />
werden schon vereinzelt gesichtet.<br />
Irgendwie verzwickt. Aber was muss getan werden, damit<br />
es endlich los geht im Bereich der Elektromobilität? Ist es<br />
die Politik, die die steuerliche Bevorzugung der eFahrzeuge<br />
blockiert, ist es die Lobby der Mineralölkonzerne, die Angst<br />
vor einem Absatzrückgang haben oder sind es einfach die<br />
fehlenden Steckdosen in öffentlichen Bereichen?<br />
Wir haben diese Themen im ISM-Institut schon mehrfach<br />
strukturiert und nachhaltig wissenschaftlich untersucht,<br />
u.a. durch die Durchführung eigener Primär- und Sekundär-<br />
Studien, durch die Auswertung vorhandener Erkenntnisse<br />
oder durch Befragungen von repräsentativen oder Fokusgruppen.<br />
Ziel sind realistische und realisierbare Konzepte in<br />
den nächsten 15 Jahren.<br />
Der eMobilitäts-Markt ist momentan ein Zweit- und Drittfahrzeugmarkt.<br />
Das heißt, die Einsatzzwecke liegen vor<br />
allem in folgenden Bereichen: tägliche Einkaufs-, Hol- und<br />
Bring-Dienste, Arbeitswege unter 40 km sowie Fun- und Freizeitthemen.<br />
In weiteren Untersuchungen, beispielsweise zu den Bedürfnissen<br />
der (End-)Kunden, zur Funktion von Ballungsräumen,<br />
zu Wegeanalysen oder zu potentiellen Fahrzeugkonzepten<br />
kamen wir zu folgenden Ergebnissen:<br />
• 1 Der Umweltgedanke ist zur sozialen Norm geworden<br />
und hat seinen Preis.<br />
• 2 Weniger als 20% werden bei der nächsten Fahrzeuganschaffung<br />
die Umweltfreundlichkeit außer acht lassen.<br />
• 3 Der Zuwachs an Wegen geschieht vor allem im Umland:<br />
+ 18% in den nächsten fünf Jahren.<br />
• 4 Die Kunden werden zwar verstärkt den ÖPNV nutzen, der<br />
Individualverkehr wird jedoch auch ansteigen.<br />
• 5 Nicht der Arbeitsweg ist der Hauptweg, sondern vielmehr<br />
Freizeit (31% der Wege) und Einkauf (19% der Wege).<br />
Daraus ergeben sich zwingend folgende Schlussfolgerungen,<br />
die für eine erfolgreiche Einführung von eMobilität notwendig<br />
sind und bei Nicht-Beachtung eine wesentliche und<br />
unüberwindliche Hürde darstellen:<br />
• Das Fahrzeug muss für den Stadtbetrieb ausgelegt sein.<br />
• Eine intelligente Einbindung des Fahrzeuges in ein<br />
»System« - Kommunikation/Steuerung ist notwendig.<br />
• Es muss autoähnlich sein (Zweirad reicht nicht).<br />
• Zuladung muss ausreichend vorhanden sein.<br />
• Es muss gleichzeitig junge Menschen und Senioren ansprechen<br />
und: die Frau ist oftmals der Kauf-Entscheider.<br />
Wir haben in unseren Studien bei Kunden strukturiert Wichtigkeits-Kriterien<br />
der unterschiedlichen Antriebskonzepte<br />
abgefragt. Das Ergebnis überrascht: der Elektroantrieb geht<br />
am Besten auf die Kundenanforderungen ein, v.a. in Sachen<br />
Verbrauch, Unterhalt, Wartung und Fahrdynamik. Hybrid und<br />
Verbrenner verlieren hier; dies wird aber parallel durch die<br />
bekannten Ängste kompensiert.<br />
Unsere Untersuchungen zeigen deutlich, dass der Hybridantrieb<br />
aktuell als ideale »Zwischenlösung« fungiert, um<br />
bestehende Reichweitenängste zu minimieren.<br />
Um Elektromobilität allerdings langfristig innerhalb der Gesellschaft<br />
zu verankern, bedarf es einer klaren Kommunikation<br />
über Vor- und Nachteile der Technik.<br />
Matthias Groher, BEM-Beirat / Prof. Dr. Robert Pelzel<br />
BayTech-Institut für Strategisches Management<br />
matthias.groher@baytech.de<br />
robert.pelzel@baytech.de<br />
www.ism.baytech.de<br />
76 Neue Mobilität Neue Mobilität 77
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - ESMT European School of Management and Technology<br />
Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Fast e.V.<br />
Marktmodell Elektromobilität<br />
Michael Holtermann und Jens Weinmann<br />
Strukturwandel der<br />
deutschen Automobilindustrie<br />
Dr. Heinz-Rudolf Meißner, FAST e.V.<br />
Schon in wenigen Jahren kann die Elektromobilität im Individualverkehr<br />
eine wichtige Rolle spielen; vorausgesetzt,<br />
sie wird von den geeigneten politischen Rahmenbedingungen<br />
begleitet.<br />
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederum bedeutet<br />
Elektromobilität die Chance, durch Umweltinnovationen<br />
global zu einem der Leitanbieter von Elektroautos zu werden.<br />
Welche Maßnahmen die Elektroautos schnell marktfähig<br />
machen und am effektivsten fördern, untersucht das Marktmodell<br />
Elektromobilität, ein Prognosemodell, das zurzeit an<br />
der ESMT European School of Management and Technology<br />
in Berlin entsteht. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium<br />
im Rahmen der Begleitforschung zur Elektromobilität<br />
gefördert und hat zum Ziel, eine Kosten-Nutzen-Analyse<br />
verschiedener Politikinstrumente zu erstellen, einschließlich<br />
der durch elektromobiles Fahren vermiedenen Emissionen.<br />
Im Zentrum des Modells steht die individuelle Kaufentscheidung<br />
für oder gegen ein Elektroauto. Neuwagenkäufer wägen<br />
Vorteile und Nachteile verschiedener Antriebstechnologien<br />
und Fahrzeugcharakteristika gegeneinander ab. Neben<br />
den Anschaffungskosten und dem Treibstoffverbrauch interessiert<br />
die potentiellen Käufer der Elektroautos natürlich<br />
auch, wie weit sie mit einer Batterieladung kommen und<br />
welche Ersparnisse sich bei der Kfz-Steuer ergeben. Für eine<br />
Entscheidung zugunsten eines Elektroautos ist zudem relevant,<br />
ob ein privater Stellplatz verfügbar ist, um das Elektroauto<br />
jede Nacht ohne größeren Aufwand aufzuladen, oder<br />
ob das Auto auf der Straße geparkt werden muss, wo öffentliche<br />
Ladesäulen bisher noch rar sind.<br />
Im Modell wird die Entscheidung mit einer Nutzenfunktion simuliert,<br />
die die Präferenzen der Neuwagenkäufer widerspiegelt.<br />
Sie beruht auf Umfrageergebnissen zur Bereitschaft,<br />
Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu kaufen, und wird<br />
mit Daten zum deutschen Autobestand kalibriert. Bei den<br />
gewerblichen Autokäufen wird ein Entscheidungsmodell<br />
unterstellt, das die Gesamtkosten über die Haltedauer des<br />
Fahrzeugs bei konventionellen und alternativen Antriebstechnologien<br />
vergleicht.<br />
Der Markthochlauf der Elektroautos wird nur langsam an Dynamik<br />
gewinnen. Noch werden nicht viele Elektroautos zum<br />
Kauf angeboten. Selbst technologieaffine Autoliebhaber<br />
stehen der neuen Technologie skeptisch gegenüber. Erst in<br />
der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts wird Elektromobilität<br />
den Massenmarkt in größeren Stückzahlen erreichen. Dies<br />
wird in der Simulation durch eine Markthochlaufkurve aus<br />
der Marketing-Theorie, dem Bass-Modell, berücksichtigt.<br />
Das Marktmodell Elektromobilität bezieht jedoch nicht nur<br />
den Kaufwunsch in die Prognose ein, sondern bildet auch<br />
die erwarteten technologischen Entwicklungen bei Verbrennungsmotoren<br />
und alternativen Antrieben ab, speziell bei<br />
der Batterietechnologie. Neben den prognostizierten Innovationen<br />
hat die europäische Regulierung zu Flotten-Emissionsgrenzwerten,<br />
die sogenannten CAFE (Corporate Average<br />
Fleet Emission)-Standards, Einfluss auf die Strategie der<br />
Automobilhersteller. Bei der Überschreitung der Standards<br />
müssen die Hersteller ab 2020 Strafzahlungen leisten. Im<br />
Modell optimieren sie ihre durchschnittlichen Emissionen<br />
durch eine Mischung aus Verkäufen von effizienteren - wenn<br />
auch teureren - Verbrennungsmotoren und einem wachsenden<br />
Angebot an Elektrofahrzeugen.<br />
Fahrzeugbestand<br />
Markthochlaufkurve alternativer Technologien im deutschen Kraftfahrzeugbestand<br />
2010<br />
2015<br />
2020<br />
Michael Holtermann<br />
ESMT European School of Management and Technology<br />
michael.holtermann@esmt.org<br />
www.esmt.org/info/mmem<br />
2025<br />
2<strong>03</strong>0<br />
Benzin<br />
Diesel<br />
Plug-In Hybrid<br />
rein elektr. Antrieb<br />
Mild Hybrid<br />
Erdgas<br />
Wasserstoff<br />
Range-Extender<br />
Beim Thema eMobilität geht es um die Elektrifizierung des<br />
Antriebsstrangs. Der bislang dominierende Verbrennungsmotor<br />
wird entweder über elektrische Elemente (Hybrid-<br />
Varianten) ergänzt, als zusätzlicher Reichweitenverlängerer<br />
eingesetzt, oder wird bei batterieelektrischen oder Brennstoffzellenfahrzeugen<br />
vollständig ersetzt. Damit wird nicht<br />
nur ein Strukturwandel, sondern ein politisch gewollter<br />
Systemwechsel eingeleitet, der große Teile der industriellen<br />
Wertschöpfungskette durcheinanderwirbeln wird. Verbrennungsmotorische<br />
Komponenten werden verändert oder fallen<br />
ganz weg - sie werden durch elektrische Antriebskomponenten<br />
ersetzt, die - so der Stand der Erkenntnis - in der<br />
Herstellung wie Montage deutlich weniger komplex sein<br />
werden.<br />
Um die EU-Regulierung zur CO2-Reduzierung im Jahr 2020<br />
(95 g/km) zu erreichen, wird der Verbrennungsmotor weiterhin<br />
optimiert. Die Industrieexperten gehen zur Zeit davon<br />
aus, dass mit weiteren Optimierungsschritten das EU-Ziel<br />
aber nicht erreicht werden kann, so dass Fahrzeuge mit elektrifizierten<br />
Antrieben die Flotten ergänzen müssen.<br />
Aus industriepolitischer Perspektive ist zu berücksichtigen,<br />
dass die deutsche Automobilindustrie eine Schlüsselbranche<br />
der deutschen Volkswirtschaft ist. Sie steht für ein Drittel<br />
aller industriellen FuE-Aufwendungen und spielt damit<br />
für das deutsche Innovationssystem eine herausragende<br />
Rolle; sie trägt etwa ein Drittel zum Außenhandelsüberschuss<br />
Deutschlands bei und beschäftigt direkt 709.000<br />
und indirekt weitere 1 Mio. Menschen.<br />
Das beschäftigungspolitische Problem des Systemwechsels<br />
wird greifbarer, wenn berücksichtigt wird, dass etwa ein<br />
Viertel der gesamten Wertschöpfung und Beschäftigung am<br />
klassischen Antriebsstrang hängt, der sich nun mehr oder<br />
weniger schnell und mehr oder weniger tiefgreifend verändern<br />
wird.<br />
Weitere Veränderung über den unmittelbaren Antriebsstrang<br />
hinaus betreffen vor allem die eingesetzten Materialen.<br />
eMobilität braucht leichtere Werkstoffe, so dass hier durch<br />
die Elektrifizierung des Antriebsstrangs weitere Veränderungen<br />
der Wertschöpfungskette mit dem Ziel des Leichtbaus<br />
ausgelöst werden.<br />
Die beschäftigungspolitischen Auswirkungen werden in den<br />
vorliegenden Prognosen bis 2020/30 in Summe durch die<br />
parallele Optimierung und Entwicklung an verschiedenen<br />
alternativen Antriebssträngen in etwa 60 bis 80.000 zusätzlichen<br />
Arbeitsplätzen am Standort Deutschland gesehen.<br />
Dahinter verbergen sich jedoch auf der betrieblichen und<br />
Unternehmensebene gewaltige Verschiebungen.<br />
Für die stark auf den verbrennungsmotorischen Antriebsstrang<br />
ausgerichteten Zulieferer kann es zu zum Teil dramatischen<br />
Verlusten an Arbeitsplätzen, zur Entwertung von<br />
vorhandenen Qualifikationen und Kompetenzen führen.<br />
Diese Unternehmen müssen sich frühzeitig auf den Systemwechsel<br />
einstellen und in neue Produktfelder gegebenenfalls<br />
auch außerhalb der Automobilindustrie investieren.<br />
Andererseits werden neue Akteure wie Batteriehersteller<br />
und Energieversorger in der Wertschöpfungskette der Automobilproduktion<br />
Beschäftigung schaffen.<br />
Dabei kann die von der Bundesregierung eingesetzte Nationale<br />
Plattform Elektromobilität - und soll aus Sicht der an<br />
ihr beteiligten IG Metall - eine Arena zur Gestaltung dieses<br />
Systemwechsels sein, da hier ein nationaler Branchendialog<br />
etabliert wurde, wie er auf der Automobilkonferenz im<br />
Krisenjahr 2009 auf dem Hintergrund anderer Voraussetzungen<br />
gefordert wurde.<br />
Dr. Heinz-Rudolf Meißner<br />
FAST - Forschungsgemeinschaft für Außenwirtschaft,<br />
Struktur- und Technologiepolitik e.V.<br />
www.fastev-berlin.org<br />
78 Neue Mobilität Neue Mobilität 79
status quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Mario Hofmann<br />
Status Quo der ELEKTRO<strong>MOBILITÄT</strong> - Holger Tholl<br />
BGI 8686:<br />
Wie sinnvoll damit umgehen?<br />
Mario Hofmann<br />
Tendenz weiterhin steigend<br />
Interview mit Versicherungsmakler Holger Tholl<br />
In den letzten Jahren wurden in Unternehmen der Automobilbranche<br />
erhebliche Anstrengungen in Sachen Forschung<br />
und Entwicklung alternativer Antriebstechnologien unternommen.<br />
Und das erfolgreich! Servicewerkstätten sehen sich<br />
deshalb nun in zunehmendem Maße mit Elektro- und Hybridfahrzeugen<br />
konfrontiert. Mitarbeiter aus Forschung und<br />
Entwicklung sowie Servicetechniker müssen nun mit Spannungen<br />
umgehen, die oberhalb der Kleinspannungsgrenze<br />
liegen, obwohl dies nicht ins eigentliche Berufs- und Ausbildungsfeld<br />
fällt. Diese Grenze ist bei DC 120 Volt gezogen. In<br />
der Informationsschrift der Berufsgenossenschaft wird sogar<br />
schon ab DC 60 Volt von Hochvoltsystemen gesprochen. Laut<br />
Betriebssicherheitsverordnung § 3(3) hat ein Unternehmer<br />
jedoch die Pflicht - im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung<br />
- alle die Anforderungen zu benennen, die seine Mitarbeiter<br />
bei Erprobung und Prüfung der jeweiligen Arbeitsmittel erfüllen<br />
müssen.<br />
Diese beiden Komponenten führten zu einer zunehmenden<br />
Verunsicherung über die rechtlichen Grundlagen hinsichtlich<br />
der Anforderungen an Mitarbeiter, die mit Arbeiten an<br />
Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen beauftragt sind. Deshalb<br />
wurde im Juni vergangenen Jahres die BGI 8686 »Qualifizierung<br />
für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen« veröffentlicht.<br />
Sie enthält für Unternehmer und Vorgesetzte eine Zusammenfassung<br />
von relevanten Informationen zur Gefährdungsbeurteilung<br />
sowie ein Muster davon. Ergänzend wird das in<br />
diesem Kontext geltende Regelwerk zusammengefasst aufgezählt.<br />
Zusätzlich definiert die Informationsschrift relevante<br />
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Mitarbeitern aus den<br />
Bereichen Forschung und Entwicklung sowie aus der Sparte<br />
Service wird dabei aber ein regelrechter Ausbildungskanon<br />
mit einer Fülle von Inhalten vorgeschrieben. Diese zeitintensiven<br />
Weiterbildungen sollen nun immer mehr Mitarbeiter<br />
absolvieren.<br />
Überraschend ist dies vor allem vor dem Hintergrund, dass<br />
es sich lediglich um eine berufsgenossenschaftliche Information<br />
handelt, die die versicherungsrechtliche Seite abdeckt.<br />
Das Maß der Dinge ist und bleibt für alle Handelnden aber<br />
die Betriebssicherheitsverordnung. Schwer einzusehen ist<br />
deshalb beispielsweise, dass laut BGI 8686 einfache Grundlagen<br />
der Elektrotechnik in erheblichem Umfang erlernt werden<br />
sollen. Mit diesen wird der geschulte Mitarbeiter später,<br />
wenn überhaupt, nur am Rande konfrontiert werden. Dagegen<br />
fehlt aber das Kennenlernen von Methoden, wie mit<br />
der Problematik fehlender VDE-Bestimmungen in Bezug auf<br />
Elektro- und Hybridfahrzeuge umgegangen werden kann.<br />
In dieser Situation ergibt sich vor allem für Unternehmer die<br />
Frage, wie sie die berufsgenossenschaftliche Information<br />
sinnvoll umsetzen können:<br />
Am Anfang steht sicherlich die Gefährdungsbeurteilung der<br />
Arbeiten an HV-Systemen. In diesem Rahmen sollen bereits<br />
auch Qualifizierungsumfang und -inhalte festgehalten werden.<br />
Die daraus resultierenden Ausbildungsmaßnahmen<br />
müssen sich aber an den Bedingungen im Unternehmen<br />
orientieren. Am Schluss der Weiterbildung steht immer die<br />
Berechtigung der Mitarbeiter für Arbeiten an HV-Systemen<br />
durch ihr Unternehmen. Um den Versicherungsschutz der<br />
gesetzlichen Unfallversicherung weiterhin nicht zu gefährden,<br />
kann die Schulung vorab mit der für das Unternehmen<br />
zuständigen Berufsgenossenschaft abgestimmt werden.<br />
Auf dem Markt gibt es bereits<br />
verschiedene Schulungsmöglichkeiten<br />
jenseits der BGI<br />
8686. Eine Beratung zu diesem<br />
Thema lohnt in jedem Fall.<br />
Mario Hofmann<br />
f-engineers<br />
www.fengineers.de<br />
Wie sind Sie als Versicherungsfachmann zu dem Thema<br />
Elektromobilität gekommen?<br />
Im Sommer 2009 wurde ich erstmalig auf die Versicherung<br />
eines eFahrzeugs angesprochen. Der Hersteller war völlig<br />
unbekannt und einen Typenschlüssel gab es erst recht nicht.<br />
Es musste also eine rein individuelle Tarifierung vorgenommen<br />
werden. Völlig unklar war zu dem Zeitpunkt, wie die<br />
Versicherer darauf reagieren würden. Erste Telefonate ließen<br />
erkennen: Weder lagen die für den Versicherer wichtigen<br />
Schadensverläufe vor, noch waren die Ersatzteilkosten<br />
bekannt. Hinzu kam das alles überragende Thema der Batterie.<br />
Das eAuto war bei Weitem noch nicht in Deutschland<br />
»angekommen«! Die normale Haftpflichtversicherung wäre<br />
zu diesem Zeitpunkt bei den meisten Versicherern das Maximum<br />
gewesen. Aber ein Fahrzeug mit Wert jenseits 20.000<br />
Euro ohne Kaskoschutz auf die Strasse lassen? Pure Fahrlässigkeit.<br />
Wochen und Monate der Tarifausarbeitungen gingen<br />
ins Land. Aufgabenstellung war, einen transparenten Tarif<br />
zu schaffen, ohne die üblichen Einschränkungen wie Fahrer,<br />
Garage, Wohneigentum, Schadensfreiheitsklassen, etc. Zudem<br />
sollte die Prämie die Anschaffung eines Elektroautos<br />
attraktiver machen und nicht das Gegenteil bewirken. Selbst<br />
die beste Ausarbeitung und Risikodarstellung fand damals<br />
wenig Anhänger. Es war befremdlich, wie wenig Augenmerk<br />
man einem der Top-Themen der Medien widmete. Subjektiv<br />
betrachtet mangelnde Verkaufspsychologie, verspricht doch<br />
dieser Markt künftiges Potential.<br />
Haben Sie diese anfänglichen Schwierigkeiten überwinden<br />
können?<br />
Am Ende fand sich dann doch ein Versicherer, der sich auf<br />
das Thema einlassen wollte. Verhandlungsgegenstand waren<br />
damals ausschließlich Fahrzeuge eines französischen<br />
Herstellers. Der seit Anfang 2010 bestehende Vertrag beinhaltet<br />
alles Grundsätzliche und darüber hinaus noch spezielle<br />
Erweiterungen, die über die Leistungen der üblichen<br />
»Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung«<br />
hinausgehen. So sind wir heute in der Lage, eine einheitlich<br />
gültige Prämie für eFahrzeuge verschiedener Hersteller für<br />
Privat- und Geschäftskunden anzubieten. Das sprach sich<br />
schnell herum und wir erhielten Anfragen vieler Elektrofahrzeug-Händler,<br />
die alle mit den Unzulänglichkeiten im bestehenden<br />
Versicherungsschutz zu kämpfen hatten. Inzwischen<br />
zählt ein grosses Händlernetz zu unseren Kunden, Tendenz<br />
weiterhin steigend. Nach über einem Jahr Versicherungshistorie<br />
können wir ein sehr erfreuliches Fazit ziehen: eAutos<br />
fahren vorsichtig. Folglich bewegt sich die Schadenshäufigkeit<br />
in einem nicht nennenswerten Bereich und wir können<br />
die Prämien stabil halten.<br />
Was wird sich künftig im Bereich Versicherungsschutz für<br />
Elektrofahrzeuge tun?<br />
In der Zukunft wird sicher auch das Thema Wechselkennzeichen<br />
sehr interessant werden. Handelt es sich doch bei Elektrofahrzeugen<br />
in der Regel um Zweitwagen - von daher läge<br />
das Thema nahe. Auch die Entwicklung weiterer Produkte<br />
rund um das Thema Neue Mobilität beschäftigt uns. So arbeiten<br />
wir aktuell mit einem der marktführenden deutschen<br />
Versicherer an einer Lösung für solarbetriebene Strassenlaternen<br />
und Ladestationen.<br />
Das macht eines klar: im Bereich Elektromobilität geht es<br />
immer auch um innovative Geschäftsmodelle und -ideen.<br />
Die Versicherer erkennen zunehmend, dass es sich hier<br />
nicht mehr nur um Visionen handelt, sondern eine stetige<br />
Entwicklung stattfindet. Man ist nun bereit, diesem Trend zu<br />
entsprechen. Es ist abzusehen, dass die ersten »grünen Tarife«<br />
bald auf den Markt kommen. Davon ausgehend, dass<br />
mittelfristig jedes zehnte Fahrzeug ein eAuto ist, kann man<br />
sich leicht vorstellen, welch enormer Markt hier auf die Versicherer<br />
wartet. Wir werden diesen spannenden wachsenden<br />
Markt weiterhin mit innovativen Produkten begleiten.<br />
Holger Tholl<br />
4 your fleet Versicherungsmakler<br />
www.4yourfleet.de<br />
© Bild Cathrin Bach<br />
80 Neue Mobilität Neue Mobilität 81
Forschung<br />
UND<br />
ENTWICKLUNG<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Batterie. Ladeinfrastruktur. eAntrieb. Fahrzeugkonzepte.<br />
82 Neue Mobilität Neue Mobilität 83
FORSCHUNGSATLAS<br />
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND AUF EINEN BLICK<br />
Der Zukunftsmarkt Elektromobilität ist vielfältig. Genauso vielfältig sind Forschung und Entwicklung in diesem Bereich: von<br />
der Batterietechnologie über Infrastruktur-Lösungen und elektrische Antriebssysteme bis hin zur Entwicklung innovativer<br />
Fahrzeugkonzepte haben Universitäten, Unternehmen und private Forschungseinrichtungen die unterschiedlichsten Aufgaben<br />
zu bewältigen. Der Forschungsatlas gibt Ihnen einen kompakten Überblick über die derzeit in den einzelnen Bundesländern<br />
durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsinitiativen.<br />
Schleswig-Holstein<br />
• Kompetenzzentrum für Elektromobilität (KESH) an<br />
der Fachhochschule Kiel seit Anfang 2009<br />
• Kompetenzzentrum Leistungselektronik am Fraunhofer<br />
Institut für Siliziumtechnologie seit 04/2008<br />
• Institutionalisierter »Dialog Elektromobilität« unter<br />
Federführung des Wirtschaftsministeriums<br />
Mecklenburg-Vorpommern<br />
• Bericht zu den Potentialen von Elektromobilität in<br />
Mecklenburg-Vorpommern von Ende 2010<br />
• Technologieorientiertes Netzwerk Elektromobilität<br />
im Dezember 2010 etabliert<br />
• Fokus auf Integration von Elektromobilität in<br />
touristische Angebote<br />
Niedersachsen<br />
• Landesinitiative Brennstoffzelle und Elektromobilität<br />
als Koordinator der niedersächsischen<br />
Forschungs- und Förderaktivitäten, technologieneutraler<br />
Ansatz<br />
• Forschungsförderung für Batterietechnologie und<br />
Elektromobilität über die Landesinitiative in Höhe<br />
von 10 Mio. EUR (2009-2012)<br />
• Roadmap »Elektromobilität für Niedersachsen« in<br />
der Entwicklung<br />
• Forschungsaktivitäten in 3 Kompetenzknoten<br />
aufgeteilt: »Mobile Anwendungen«, »stationäre<br />
Anwendungen« und »Wissenschaft«<br />
Rheinland-Pfalz<br />
• Netzwerk Elektromobilität seit Mai 2010, gefördert<br />
mit 2,5 Mio. EUR<br />
• Förderung verschiedener Demonstrationsprojekte<br />
wie ein Test der Anwendung von Elektroautos am<br />
ländlich gelegenen Umweltcampus Birkenfeld<br />
©2011 BEM<br />
84 Neue Mobilität<br />
Hamburg<br />
• Forschungsförderung über bestehende Technologieförderprogramme,<br />
kein eigenes Förderprogramm<br />
für Elektromobilität<br />
• Innovationsstiftung Hamburg als Ansprechpartner<br />
und Koordinator der Technologieförderung<br />
Bremen<br />
• Potenzialanalyse zur Elektromobilität in Arbeit<br />
• Wirtschaftsförderung Bremen als Ansprechpartner /<br />
Koordinator verschiedener Forschungsaktivitäten<br />
• Personal Mobility Center als Koordinator des<br />
Modellprojekts soll verstetigt werden und als<br />
Landesagentur für Elektromobilität fungieren<br />
Nordrhein-Westfalen<br />
• Ziel 250.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antriebsstrang<br />
bis 2020<br />
• Masterplan Elektromobilität NRW seit September<br />
2009<br />
• Aufbau von Kompetenzzentren zur Elektromobilität:<br />
Batterieforschung in Münster, Fahrzeugtechnik<br />
in Aachen und Infrastruktur/Netze in Dortmund<br />
• Wettbewerb ElektroMobil.NRW mit einem Fördervolumen<br />
von 46,6 Mio EUR 2009/10 bzw. 30 Mio.<br />
EUR 2010/11<br />
• Teilnahme an der Modellregion mit Teilprojekten<br />
über nahezu alle Bereiche der Elektromobilität<br />
Saarland<br />
• Vernetzungsmodell Elektromobilität zur intelligenten<br />
Verknüpfung des ÖPNV mit dem Individualverkehr<br />
von April 2010<br />
• bis Mitte 2011 soll ein Masterplan »Neue Mobilität«,<br />
in dem das Vernetzungsmodell integriert sein soll,<br />
präsentiert werden<br />
Hessen<br />
• Projekt ZEBRA (Zukunft Elektromobilität - Beispielhafte<br />
Regionale Anwendungen) zur Erforschung<br />
der Substituierbarkeit hessischer Mobilität durch<br />
elektromobile Konzepte<br />
• Hessisches Ministerium für Wissenschaft und<br />
Kunst als Ansprechpartner und Koordinator der<br />
Forschung an batterieelektrischer Mobilität<br />
• Forschungsfinanzierung über bestehende Technologieförderprogramme,<br />
bspw. das Programm<br />
LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung<br />
Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz mit<br />
einem Umfang von 90 Mio. EUR / Jahr<br />
Berlin<br />
• Aktionsprogramm Elektromobilität Berlin-<br />
Brandenburg im März 2011<br />
• Landesagentur für Elektromobilität eMo im Herbst<br />
2010 durch Senatsbeschluss gegründet<br />
• Ziel: Region Berlin-Brandenburg als herstellerneutraler<br />
Leitmarkt und -anbieter für Elektromobilität<br />
innerhalb Deutschlands etablieren<br />
• Keine eigene Forschungsförderprogramme für<br />
Elektromobilität, jedoch verschiedene nutzbare<br />
Technologie- und Innovationsprogramme<br />
Sachsen-Anhalt<br />
• Eröffnung des IKAM (Institutes für Kompetenz in<br />
Automobilität) im November 2011 zur Erforschung<br />
zukünftiger Automobilkonzepte und zur Verzahnung<br />
von Wirtschaft und Wissenschaft, Förderung<br />
durch das Land in Höhe von insgesamt 34,5 Mio<br />
EUR, davon 10 Mio. aus dem KoPa II<br />
• Gut ausgebaute Forschungslandschaft zur Verknüpfung<br />
der Elektromobiität mit Erneuerbaren Energien<br />
Thüringen<br />
• Pilotprojekt »Elektromobilität in Erfurt« zur Entwicklung<br />
und Erprobung von Elektrofahrzeugen<br />
und zur Integration von Elektrofahrzeugen in den<br />
ÖPNV<br />
• Förderung über bestehende Innovationsprogramme<br />
insb. das Programm »GreenTech« mit einem<br />
Gesamtvolumen von 280 Mio. EUR bis 2013<br />
Baden-Württemberg<br />
• Seit 2009 Landesinitiative Elektromobilität mit den<br />
5 Schwerpunkten Forschungsinfrastruktur, Projektförderung,<br />
Landesagentur, Aus- und Weiterbildung<br />
sowie verkehrliche Aspekte<br />
• Landesagentur BW e-mobil seit März 2010<br />
• Investitionen von rund 15 Mio. Euro in Strukturund<br />
Projektmaßnahmen im Rahmen der<br />
Landesinitiative Elektromobilität 2009 -2014<br />
• Unterstützung von 3 Modellkommunen (Ludwigsburg,<br />
Schwäbisch Gmünd und Offenburg) mit dem<br />
Ziel der Einrichtung eines KommunalClusters<br />
• Aufbau eines Leichtbau-Centers<br />
Brandenburg<br />
• Aktionsprogramm Elektromobilität Berlin-<br />
Brandenburg im März 2011<br />
• eMo als Landesagentur für Elektromobilität für die<br />
Region Berlin-Brandenburg<br />
• Ziel: Region Berlin-Brandenburg als herstellerneutraler<br />
Leitmarkt und -anbieter für Elektromobilität<br />
innerhalb Deutschlands etablieren<br />
• Schwerpunkt auf Integration und Entwicklung der<br />
Ladeinfrastruktur<br />
Sachsen<br />
• Förderung der Elektromobilität durch die etablierten<br />
Programme der Technologie-, Investitionsund<br />
der Kooperationsförderung, keine speziellen<br />
Forschungsprogramme<br />
• Beispielhafte vom Land Sachsen unterstützte<br />
Projekte: »ALIEN - Hochleistungselektrofahrzeuge<br />
in Ultra-Leichtbauweise« an der Leichtbauzentrum<br />
Sachsen GmbH mit dem Institut für Leichtbau und<br />
Kunststofftechnik (ILK) an der TU Dresden, »AUTO<br />
MOBIL« (sub-100nm embedded-Flash Logiktechnologie)<br />
bei Infinion Technologies AG Dresden, »ZINA<br />
-Zellchemie großer Li-Ionen-Batteriezellen« bei der<br />
Hoppecke Technologies GmbH & Co. KG, Zwickau.<br />
• Unterstützung der Anschaffung von Elektroautos<br />
und Bussen in verschiedenen Projekten<br />
• Vernetzung und Koordination im Bereich Elektromobilität<br />
insbesondere durch die Verbundinitiative<br />
»Automobilzulieferer Sachsen (AMZ)« und die<br />
Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH<br />
Bayern<br />
• 5-Punkte Strategie zur Etablierung Bayerns als<br />
Leitanbieter und -markt für Elektromobilität seit<br />
Mai 2010<br />
• Bayerisches Förderprogramm Elektromobilität seit<br />
August 2009 mit einem Volumen von 2,5 Mio.<br />
EUR / Jahr, daneben weitere Technologieförderprogrammen<br />
• Kompetenzatlas e-Mobilität Bayern zur Vernetzung<br />
der relevanten Akteure<br />
• Unterstützung der kommunalen Modellprojekte<br />
Stadt Bad Neustadt a.d. Saale, und Markt<br />
Garmisch-Partenkirchen sowie des gemeinde- bzw.<br />
landkreisübergreifenden Projekts E-WALD
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ICT<br />
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ICT<br />
Schweflige Zukunft für<br />
größere Reichweiten<br />
Markus Hagen, Fraunhofer ICT<br />
Susanne Doerfler, Holger Althues, Fraunhofer IWS<br />
»Mit Kathoden aus Schwefel kombiniert mit Anoden aus<br />
Lithiummetall kann die Energiedichte von Batterien perspektivisch<br />
um den Faktor 2 bis 3 erhöht werden.«<br />
Ein großer Nachteil bei Elektroautos ist die bislang geringe<br />
Reichweite von ungefähr 100 km und der hohe Preis für Lithium-Ionen-Batterien<br />
(LIB). Konventionelle LIB haben eine<br />
Graphitanode und eine Kathode aus LiCoO2, LiFePO4, LiMn2O4,<br />
NCM oder NCA. Diese weisen mit Co oder Ni Bestandteile<br />
auf, die teuer und umweltschädlich sind. Zellen mit LiFePO4<br />
sind sehr sicher, erreichen jedoch geringere Kapazitäten<br />
und Spannungen. Insgesamt lassen sich mit Lithium-Ionen-<br />
Zellen Energiedichten von 150-200 Wh/kg erreichen. Diese<br />
Werte können aus physikalischen Gründen nur noch schwer<br />
erhöht werden, da die theoretischen Kapazitäten der Elektroden<br />
nahezu erreicht sind.<br />
Mit Kathoden aus Schwefel (in einer leitfähigen Matrix) kombiniert<br />
mit Anoden aus Lithiummetall kann die Energiedichte<br />
perspektivisch um den Faktor 2 -3 erhöht werden. Zusätzlich<br />
ist Schwefel weltweit in großen Mengen vorhanden, extrem<br />
günstig und nicht toxisch.<br />
Um die Einführung dieser Batteriezellen der nächsten Generation<br />
zu beschleunigen, kooperieren das Fraunhofer<br />
ICT und das Fraunhofer IWS und setzen auf ein revolutionäres<br />
neues Elektrodenkonzept. Konventionelle LIB-Kathoden<br />
bestehen aus ungefähr 80% Aktivmaterial, 10%<br />
Leitruß und 10% Binder, der die Elektrode zusammenhält.<br />
Beim Fraunhofer Ansatz kann auf den elektrochemisch inaktiven<br />
Leitruß und Binder komplett verzichtet werden.<br />
Die Elektroden bestehen ausschließlich aus Schwefel und<br />
Kohlenstoffnanoröhren (CNT), die direkt auf das Ableiterblech<br />
synthetisiert wurden.<br />
Die große Oberfläche und die sehr gute Leitfähigkeit der CNT<br />
sorgen für einen hervorragenden Kontakt zum elektrisch<br />
nichtleitenden Schwefel. Im Ergebnis werden Flächenkapazitäten<br />
von 5 mAh/cm² (und höher!) erreicht. Dies entspricht<br />
ungefähr dem doppelten Wert von LIB. Zusätzlich wiegen die<br />
Fraunhofer-CNT-Schwefel-Elektroden nur halb so viel wie<br />
Hochenergie-LIB-Elektroden.<br />
Abbildung 1: Schwefelbeschichtete Kohlenstoffnanoröhren<br />
(Rasterelektronenmikrospop)<br />
Ein Grund warum es Lithium-Schwefel-Batterien noch nicht<br />
zu kaufen gibt, ist ein parasitärer Shuttle-Mechanismus, der<br />
neben der erwünschten chemischen Reaktion abläuft. Er<br />
führt zu einer hohen Selbstentladung der Zelle und zu einer<br />
schlechten Effizienz. Bei der regulär erwünschten Reaktion<br />
bilden sich beim Entladen und Laden aus Lithium und Schwefel<br />
Lithiumpolysulfide. Diese sind im Elektrolyten gut löslich.<br />
Der Schwefel wird praktisch aus der CNT-Elektrode herausgewaschen<br />
und setzt sich am Ende des Entladevorgangs<br />
wieder als fester Li 2S auf die CNT. Beim Laden bilden sich aus<br />
dem Li2S in einem Zwischenschritt wieder die gut löslichen<br />
Polysulfide bis schließlich ab einer Spannung von ca. 2,5 V<br />
wieder elementarer Schwefel auf der CNT-Elektrode aufgetragen<br />
ist. Der Shuttle-Mechanismus sorgt parallel für eine<br />
ständige Oxidation und Reduktion der Lithiumpolysulfide.<br />
Dabei geht Energie verloren.<br />
Ansatzpunkte diesen Shuttle-Mechanismus zu beheben<br />
bestehen insbesondere bei der Wahl des Elektrolyten. So<br />
werden den flüssigen, organischen Elektrolyten Additive<br />
beigemischt, die den Shuttle-Mechanismus für einige Zeit<br />
blockieren können. Alternativ können Polymerelektrolyten,<br />
Gelelektrolyten oder Lithium-Ionen leitende Glaskeramiken<br />
den Shuttle unterbrechen, da sie für die Lithiumpolysulfide<br />
nicht durchlässig sind.<br />
Schwerpunkt unser momentanen Arbeiten besteht in der<br />
6<br />
Abbildung 2: Kapazität einer CNT-Schwefel-Elektrode. Die erreichten<br />
Werte 600liegen deutlich höher als bei LIB<br />
5<br />
Optimierung der CNT-Elektroden und der Elektrolyten. Ziel<br />
ist es in den nächsten zwei bis drei Jahren Pouch-Zellen mit<br />
4<br />
einer Energiedichte von 400 Wh/kg herzustellen und diese<br />
400<br />
3<br />
auf Ihre Sicherheit zu untersuchen.<br />
Wir möchten uns herzlich beim Bundesministerium für Bildung<br />
und Forschung (BMBF) für die finanzielle Förderung<br />
dieser Arbeit im Rahmen des Projekts FSEM - SP3 »Energiespeichertechnik«<br />
bedanken.<br />
Markus Hagen<br />
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT<br />
markus.hagen@ict.fraunhofer.de<br />
www.ict.fraunhofer.de<br />
Dieses Heft ist von uns..<br />
Konzept, Redaktion, Grafik, Satz, Layout & Druck<br />
Kapazität in mAh/g Entladekapazität /g Schwefel<br />
Kapazität in mAh/cm 2<br />
Ladekapazität /g Schwefel<br />
Elektrode<br />
1000<br />
Endladekapazität /g Elektrode<br />
8<br />
800<br />
200<br />
0<br />
Kapazitätskorridor Hochenergie LIB<br />
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20<br />
Zyklenzahl<br />
5,6 mg S; 0,6 mg CNT auf 0,78 cm 2 Elektrode = 7,9 mg/cm 2<br />
7<br />
2<br />
1<br />
www.cymage-media.com<br />
86 Neue Mobilität Neue Mobilität 87
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Akasol<br />
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Akasol<br />
Batteriemodul als<br />
Systemgrundlage<br />
Sven Schulz<br />
AIBAS 16M - Systemgruppierung mit 16 AIBAM Batteriemodulen<br />
Batteriemodul AIBAM<br />
Batteriemodul als Systemgrundlage<br />
Die Fertigung von großen Stückzahlen bei gleichzeitiger und<br />
stetiger Optimierung der Energiedichte in Verbindung mit der<br />
kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit und der Zuverlässigkeit<br />
sind die Parameter an denen Batteriesysteme für<br />
mobile Anwendungen gemessen werden. Eine Aufgabe, der<br />
sich die Akasol Engineering GmbH bereits erfolgreich stellt.<br />
Das Unternehmen nutzt dabei die 20-jährige Erfahrung im<br />
Bereich von Forschung und Elektrofahrzeugentwicklung, die<br />
am Anfang im Akasol e.V. und im damaligen Forschungsverbund<br />
mit der TU Darmstadt erarbeitet wurde. Neben der<br />
Ausrüstung einer Testflotte für einen großen internationalen<br />
Automobilhersteller seit Anfang 2011, ist bereits für das gleiche<br />
Jahr die Ausstattung des Elektro-Sportwagens Artega SE<br />
mit dem AIBAS beauftragt worden. Am Stammsitz in Darmstadt<br />
steht den Batterieentwicklern von Akasol Engineering<br />
auch eine der modernsten Testumgebungen in Europa für<br />
Analyse- und Prüfverfahren für Batterietechnologie zur Verfügung.<br />
Das Testcenter umfasst insgesamt sechs Prüf- und<br />
Technikräume, in denen Batteriezellen und -module sowie<br />
komplette Batteriesysteme und Antriebsstränge umfangreichen<br />
Testverfahren unterzogen werden können.<br />
Die Batteriezelle<br />
Grundsätzlich werden heute in Neuentwicklungen von Antriebsbatterien<br />
Zellen auf Lithium-Ionen-Basis verwendet.<br />
Die Basis eines Batteriesystems stellt immer die Einzelzelle<br />
mit der zugrunde liegenden Elektrochemie und dem Zelldesign.<br />
Mit einer Vielzahl an Parametern kann gestaltet werden:<br />
die Zusammensetzung der Aktivmaterialien auf Anoden<br />
und Kathodenseite, die Wahl des Elektrolyten und dessen<br />
Zusatzstoffe, der Separator-Typ oder die Stärke der metallischen<br />
Trägerfolien. Hier ist eine auf die jeweiligen Fahrzeuganforderungen<br />
optimal zugeschnittene Balance zu wählen.<br />
Bereits hier berücksichtigen die Batterieentwickler auch<br />
Sicherheitsaspekte und setzen bevorzugt inhärent sichere<br />
Materialien ein. Ein Sicherheitstestkriterium, das bereits auf<br />
Zellebene erfüllt wird, muss günstigstenfalls nicht mehr auf<br />
Modul- oder Systemebene konstruktiv berücksichtigt werden<br />
und erleichtert somit das Design und die Validierung<br />
in den übergeordneten Bereichen. An die Sicherheit von<br />
Antriebsbatterien stellt die Fahrzeugindustrie hohe Anforderungen,<br />
denn zweifelsfrei hängt die Akzeptanz der Endkunden<br />
für Elektrofahrzeuge maßgeblich von einem dauerhaft<br />
störungsfreien Betrieb ab.<br />
Das Batteriemodul AIBAM<br />
Batteriezellen in Module zu integrieren, die einfach handhabbar<br />
sind, eine niedrige Spannung aufweisen (< 60 V DC),<br />
einen hohen Funktionsanteil des Systems abdecken und<br />
dabei volumetrisch und gravimetrisch nur geringfügig belastet<br />
werden, ist insbesondere vorteilhaft hinsichtlich der<br />
Energiedichte in Verbindung mit Sicherheitsaspekten und<br />
der Fertigung von großen Stückzahlen. Damit wird der Systemaufbau<br />
extrem vereinfacht. Statt »hunderte von Zellen«<br />
erst in einem Gesamtsystemgehäuse mechanisch, elektrisch,<br />
thermisch zu verbinden, stehen dem Systemdesigner<br />
validierte und im Fertigungsprozess vorgetestete Module<br />
zur Verfügung, die mit wenigen Schritten in der Systemherstellung<br />
verbunden werden können. Trotz der extrem hohen<br />
Funktionsintegration auf Modulebene erreicht das AIBAM<br />
eine Energiedichte von bis zu 140 Wh/kg und bietet gleichzeitig<br />
sehr hohe Leistungswerte. Das komplette Modul kann<br />
von Standardbedingungen ausgehend mit einer 5C-Rate<br />
komplett entladen werden, ohne irgendwo zu überhitzen.<br />
Das AIBAM integriert typischerweise zwölf Einzelzellen in<br />
variabler, interner elektrischer Verschaltung (seriell/parallel).<br />
Die relativ empfindlichen Pouch-Zellen werden mechanisch<br />
geschützt und vibrationssicher gehalten, elektrisch<br />
isoliert und thermisch an ein Kühlfluid angebunden (Wasser/Glykol,<br />
wie im Automobilbau üblich). Die Fluidkühlung<br />
bietet im Vergleich zur Luftkühlung erhebliche volumetrische<br />
Vorteile und kann einfach an übliche fahrzeugseitige<br />
Kühlsysteme angebunden werden. Außerdem verlangsamt<br />
sie den Alterungsprozess der Batteriechemie und erhöht damit<br />
die Lebensdauer und Zyklenfestigkeit der Batteriezelle.<br />
Ein im AIBAM integrierter Batteriemanagement-Slave (BMS)<br />
überwacht die Zellspannungen und Temperaturen an den kritischen<br />
Stellen. Die Genauigkeit der Spannungsmessung ist<br />
so hoch, dass der Ladezustand jeder einzelnen Zelle im Ruhezustand<br />
mit weniger als 1% Unsicherheit ermittelt werden<br />
kann, während sich durch die Impedanzanalyse Zellfehler<br />
und Zellalterung frühzeitig detektieren lassen. Diese Daten<br />
werden über einen CAN-Bus (oder alternativ über LIN) an<br />
einen übergeordneten Batteriemanagement-Master (BMM)<br />
weitergeben. Auf Anforderung von diesem Master werden<br />
Ladungsunterschiede der Zellen innerhalb eines Systems<br />
ausgeglichen. Nach außen hat das AIBAM nur noch den elektrischen<br />
Leistungsanschluss (Pluspol und Minuspol), einen<br />
Datenstecker (CAN/LIN) und Anschlüsse zur Verbindung mit<br />
Kühlschläuchen. Außerdem ist im AIBAM der dezentrale Teil<br />
des Batteriemanagements zur Überwachung integriert. Im<br />
Gesamtsystem stellt die Überwachung jeder einzelnen Zelle<br />
einen zentralen Sicherheitsaspekt dar: Das Batteriemanagement<br />
kennt zu jedem Zeitpunkt Werte wie Stromstärke,<br />
Spannungen sowie Temperaturen und Ladezustand. Das ist<br />
nicht nur ein wichtiger Baustein zum Ausschluss einer gravierenden<br />
Störung, sondern auch entscheidend für eine lange<br />
Lebensdauer.<br />
Das Batteriesystem AIBAS<br />
Je umfangreicher die im Batteriemodul vorintegrierten Funktionalitäten<br />
sind, desto einfacher gestalten sich Design und<br />
Fertigung des ins Fahrzeug zu integrierenden Batteriesystems.<br />
Der Batteriesystemtrog muss entsprechend der Vorgaben<br />
aus dem Fahrzeugpackage entworfen werden. Ein<br />
crashgeschütztes und robustes Systempackage sorgt dafür,<br />
dass die bereits robusten Module und Zellen selbst einen<br />
Unfall in der Regel unbeschadet überstehen. Außerdem entkoppelt<br />
der Batteriesystemtrog die Module thermisch von<br />
der Umgebungstemperatur. Ein BMM-Steuergerät wertet die<br />
batterie- und fahrzeugseitigen Daten aus und aktiviert zum<br />
Beispiel bei Störfällen Trennschütze an den elektrischen Systempolen.<br />
Außerdem steuert dieses Batteriemanagement<br />
die Aktuatoren (Pumpen, Ventile, Lüfter) des thermischen<br />
Systems. Im einfachsten Fall befindet sich im Fahrzeug ein<br />
Radiator mit Lüfter, der überschüssige Wärme der Batterie<br />
an die Umgebung abgeben kann. Beim Einsatz in sehr kalter<br />
Umgebung kann ein zusätzliches Heizelement für die Batterie<br />
erforderlich sein, das die Batterietemperatur über einem<br />
Mindestwert hält und so eine Verfügbarkeit auch im Winterbetrieb<br />
sicherstellt. Sicherheitsrelevante Komponenten wie<br />
Trennstecker für den Servicetechniker oder Sicherungen im<br />
Strompfad vervollständigen das Systemdesign.<br />
Mit dem AIBAS kann Akasol Engineering also bereits heute<br />
seinem strategischen Ziel gerecht werden und eines der<br />
weltweit besten Batteriesysteme »Made in Germany« anbieten.<br />
Der kürzlich von der Artega Automobil GmbH & Co.<br />
KG vorgestellte Elektro-Sportwagen Artega SE ist mit einem<br />
38 kWh AIBAS ausgestattet. Der Serienstart für das Fahrzeug<br />
wird bereits im Jahr 2012 sein.<br />
Literaturhinweise<br />
[1] Conte, F.V.: Sicherheitsrelevantes Design von<br />
Lithium - Ionen - Batterien. In: ATZelektronik 4<br />
(2009), Nr. 1, S. 12-1<br />
Sven Schulz / Geschäftsführer<br />
Schulz Group GmbH & Akasol Engineering GmbH<br />
sven.schulz@akasol-engineering.com<br />
88 Neue Mobilität Neue Mobilität 89
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Umicore<br />
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Kompetenzverbund Nord<br />
Batterie-Recyclingverfahren<br />
Versorgungsengpässe auf dem Rohstoffmarkt können durch moderne<br />
Recyclingverfahren deutlich entspannt werden<br />
Elektrochemie für die<br />
Elektromobilität<br />
Dr. Miriam Kunze, Dr. Hans-Peter Buchkremer, Prof. Dr. Martin Winter<br />
Die Rückgewinnung von Wertmaterialien durch effiziente<br />
Recyclingverfahren wird deutlich an Bedeutung und Wert<br />
gewinnen. Moderne Recyclingverfahren leisten schon heute<br />
einen wesentlichen Beitrag die bereits im Wirtschaftskreislauf<br />
befindlichen Materialien dem Kreislauf direkt wieder<br />
zurückzuführen. Wodurch ein wichtiges Instrument zur Verfügung<br />
steht, um die zukünftige Situation bezüglich der Rohstoff-/<br />
Materialversorgung deutlich zu entspannen. Denn ein<br />
nicht unerheblicher Teil des Bedarfes kann alleine durch recyceltes<br />
Material gedeckt werden, ohne auf die natürlichen<br />
Ressourcen alleine zurückgreifen zu müssen.<br />
Dieses bereits heute bestehende ökonomische und ökologische<br />
Potential wird noch nicht ausreichend verstanden,<br />
geschweige denn effektiv genutzt - es fehlt der ganzheitliche<br />
Ansatz. Wir müssen umdenken lernen und zunächst<br />
verinnerlichen, dass das Recycling bereits im Entwicklungsstadium<br />
zukünftiger Produkte beginnt. Wobei nicht nur die<br />
Konstruktion, sondern auch die Materialauswahl und Materialkonzentrationen<br />
im Hinblick auf ein effizientes Recycling<br />
zu optimieren sind. Zusätzlich müssen ganzheitliche, industrieübergreifende<br />
Konzepte erarbeitet werden, um die wertvollen<br />
Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf zu halten.<br />
Umicore hat bereits eine vertikal integrierte Recyclingstruktur<br />
aufgebaut, ausgehend von der Sammlung und Vorbehandlung<br />
der »End of life«-Produkte, bis hin zur metallurgischen<br />
Verarbeitung und der abschließenden Rückgewinnung<br />
einzelner (Edel-) Metalle mit hohen Reinheiten. Die hierbei<br />
gewonnenen langjährigen Erfahrungen bei Umicore bilden<br />
die Basis für die Realisierung zukünftiger Recyclingkonzepte.<br />
So erarbeitet Umicore gemeinsam mit den Partnern (Daimler<br />
AG, TU-Clausthal (IFAD) und dem Öko-Institut) derzeit eine<br />
vollständige Recyclinglösung für die Rückgewinnung von<br />
Schlüsselmaterialien/Batteriematerialien aus gebrauchten<br />
Batterien und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge. Dieses<br />
Vorhaben trägt den Projektnamen LiBRi (Lithium Batterierecycling<br />
Initiative) und wird durch das Bundesministerium für<br />
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.<br />
Auf Basis von Elementanalysen werden gezielt Materialien<br />
zusammengestellt und Schmelzchargen für die pyrometallurgische<br />
Weiterverarbeitung gebildet, um zum Beispiel die<br />
Recyclingeffizienz von bevorzugten Elementen zu erhöhen.<br />
Der pyrometallurgische Prozess dient der ersten Sammlung/<br />
Aufkonzentration der Wertmaterialien in der Schlacke, bzw.<br />
in der Schmelzlegierung. Die Schlacke wird hydrometallurgisch<br />
weiterbehandelt, um die Metalle zumeist in oxidischer<br />
Form chemisch aufzukonzentrieren und zurückzugewinnen.<br />
Alternativ kann die Schlacke direkt auch als Einsatzstoff in<br />
der Zementherstellung eingesetzt werden - also wiederverwendet<br />
werden. Die Legierung wird zerkleinert und in Aufbereitungsanlagen<br />
über chemische Trennverfahren verarbeitet,<br />
mit dem Ziel auch dort einzelne Elemente (z. B. Cobalt<br />
und Nickel) ebenfalls aufzukonzentrieren und zurückzugewinnen.<br />
Der dritte Stoffstrom ist der Flugstaub aus der<br />
Abgasbehandlungsanlage, der ebenfalls noch kleine Reste<br />
von Wertmetallen enthält. Hierfür besteht grundsätzlich<br />
die Möglichkeit den Flugstaub, entweder dem thermischen<br />
Prozess (im Kreislauf ) wieder zurück zu führen, oder über<br />
hydrometallurgische Verfahren weiter aufbereitet zu werden<br />
- dies ist von den jeweiligen Bedingungen abhängig.<br />
Die so zurück gewonnenen Metalle werden bei Umicore in<br />
(Vor-)Produkte überführt und für die Herstellung neuer Endprodukte<br />
verwendet - damit wird der Metall-/Materialkreislauf<br />
geschlossen. Im Rahmen dieser Entwicklungen der<br />
letzen Jahre wurde neben der eigentlichen Metallrückgewinnung<br />
auch viel Erfahrung in den Bereichen Sicherheit,<br />
Logistik und Metallmanagement generiert, was eine notwendige<br />
Basis für ein modernes, effizientes Recycling darstellt.<br />
Frank Treffer<br />
Umicore Battery Recycling<br />
www.umicore.de<br />
Unter dem Leitspruch »Elektrochemie für die Elektromobilität«<br />
wird im Kompetenzverbund Nord (KVN) die Forschung<br />
und Ausbildung der Elektrochemie-Kompetenzen<br />
für die Elektromobilität in Deutschland gestärkt. Im Rahmen<br />
des KVN haben sich die Westfälische Wilhelms-Universität<br />
Münster (WWU), die Rheinisch-Westfälische Technische<br />
Hochschule Aachen (RWTH), das Max-Planck-Institut für Eisenforschung<br />
in Düsseldorf (MPIE), die Leibniz Universität<br />
Hannover (LUH), die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und<br />
das Forschungszentrum Jülich (FZJ) zusammengeschlossen.<br />
Innerhalb dieses Zusammenschlusses haben sich die<br />
Partner mit ihren unterschiedlichen Kernkompetenzen der<br />
Grundlagenforschung und dem Anwendungsbezug der<br />
Lithium-Batterie sowie der Förderung und dem Aufbau des<br />
elektrochemischen Nachwuchses verschrieben. Das Ziel aus<br />
dieser Bündelung von Fachkompetenzen, Wissen und Methoden<br />
ist ein wichtiger Schritt in der Forschungslandschaft<br />
»Elektromobilität in Deutschland« auf dem Weg zur angestrebten<br />
Technologieführerschaft.<br />
Die Forschung ist unter den einzelnen Partnern vom Material<br />
bis hin zur fertigen Batterie gestaffelt. Die Synthese von<br />
unterschiedlichsten Materialkomponenten für Lithium- und<br />
Lithium-Ionen-Batterien wird im Forschungszentrum Jülich<br />
durchgeführt. Diese Materialien werden an der LUH mit Hilfe<br />
der kernmagnetischen Resonanz-Spektroskopie grundlegend<br />
untersucht. Weitere fundamentale Materialcharakterisierungen<br />
werden am MPIE und der RUB vorgenommen.<br />
Hier stehen die Analysen von Grenzflächenaktivitäten und<br />
Korrosionsexperimenten im Fokus der Forscher. An der<br />
WWU werden sowohl die im Rahmen des Verbundes synthetisierten<br />
wie auch kommerziell erhältliche Materialien in<br />
Batterie-Testzellen eingebaut und elektrochemisch geprüft.<br />
Da sich die Materialien in Testzellen außerdem nicht immer<br />
so verhalten wie in den deutlich anders dimensionierten<br />
kommerziellen Zellen werden vielversprechende Materialien<br />
anschließend in solche Realzellen eingebaut und weiter untersucht.<br />
Die Prüfung solcher realen Lithium- und Lithium-<br />
Ionen-Batterien auf Alterungsverhalten und Lebensdauervorhersage<br />
wird intensiv an der RWTH vorgenommen.<br />
Die grundlagenorientierte und anwendungsbezogene Forschung<br />
allein reicht bei diesem hochgradig aktuellen Thema<br />
jedoch nicht aus. Damit auch der zu erwartenden, steigenden<br />
Nachfrage an Fachkräften mit elektrochemischen Know-how<br />
Rechnung getragen werden kann, unterstützt der KVN intensiv<br />
die Förderung und den Aufbau des elektrochemischen<br />
Nachwuchses. Dieses wird an den Universitäten und Forschungszentren<br />
durch neu eingerichtete Masterstudiengänge,<br />
eigens geschaffene Sommerschulen und ein erweitertes<br />
Vorlesungsangebot aus dem Bereich der Elektrochemie erreicht.<br />
Mit der Erarbeitung dieser weitgefächerten Strategien<br />
für Fortschritt und Umsetzung von eMobilität in Deutschland<br />
trägt der KVN maßgeblich zum Verständnis der Gesamteinheit<br />
»Batterie« bei, widmet sich der Entwicklung der nächsten<br />
Batterie-Generation und bildet zudem qualifizierten wissenschaftlichen<br />
Nachwuchs für die unterschiedlichste Aspekte<br />
der Elektrochemie und Batterietechnologie aus.<br />
Quelle: WWU / Grewer<br />
Prof. Dr. Martin Winter<br />
Batterieforschungszentrum MEET<br />
martin.winter@uni-muenster.de<br />
90 Neue Mobilität Neue Mobilität 91
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - BASF<br />
Forschung & Entwicklung - Batterieforschung - Fraunhofer ISI<br />
Mit innovativer Chemie<br />
auf der Überholspur<br />
Lithium-Ionen-Batterien<br />
Roadmap für Schlüsseltechnologien der Elektromobilität<br />
VergröSSerung von nano- bis mikrometer groSSen Metalloxidpartikeln, die als Energiespeicher in Batterien und Akkus dienen<br />
Neue innovative Materialien und funktionale Komponenten<br />
werden sichere, leistungsfähige und günstige Elektromobilität<br />
möglich machen. Die BASF arbeitet sowohl an Batterie-<br />
Materialien der nächsten Generation als auch an zukünftigen<br />
Technologien von Lithiumbatterien. Ein Schwerpunkt der<br />
Forschung liegt auf der Weiterentwicklung der Materialien<br />
für die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien und<br />
neuen Batterie-Konzepten auf der Basis der Post-Lithium-<br />
Ionen-Technologie wie Lithium-Schwefel oder Lithium-Luft.<br />
In verschiedenen Allianzen und Kooperationen stellen wir<br />
uns den Herausforderungen bei der Batterie-Entwicklung.<br />
Zur Entwicklung der nächsten Generation Lithium-Ionen-<br />
Batterien leiten wir die vom BMBF geförderte Innovations-<br />
Allianz HE-Lion (High Energy Lithium Ion Battery). Unsere<br />
Partner sind Bosch, SGL Carbon, Freudenberg, VW, EnBW,<br />
Gaja und Leclanche sowie zehn Universitäten und Institute.<br />
Ziel ist es, dass die Batterie eines Elektroautos erst nach 250<br />
Kilometern statt wie heute nach etwa 120 Kilometern aufgeladen<br />
werden muss. Um die Lebensdauer und Energiedichte<br />
von Lithium-Schwefel-Batterien zu erhöhen haben wir eine<br />
Entwicklungspartnerschaft mit Sion Power, Tucson/Arizona,<br />
geschlossen. Gemeinsam wollen wir die Kommerzialisierung<br />
der Lithium-Schwefel-Batterie-Technologie für Elektroautos<br />
beschleunigen.<br />
Im 2010 gegründeten Forschungsnetzwerk Batterien und<br />
Elektrochemie bearbeiten wir gemeinsam mit akademischen<br />
Partnern von der Universität Gießen, der TU München, vom<br />
Paul-Scherrer-Institut in Villigen (Schweiz) und der Bar-Ilan<br />
University in Israel grundlegende Fragestellungen zu Materialien,<br />
Komponenten und Systemen für die Elektromobilität<br />
und Stromspeicherung. Einen Schwerpunkt der Arbeiten<br />
bilden neue Materialien und funktionale Komponenten für<br />
künftige Batterietypen wie zum Beispiel Lithium-Schwefelund<br />
Lithium-Luft-Batterien.<br />
Im Januar 2011 haben die BASF und das Karlsruher Institut<br />
für Technologie (KIT) ein gemeinsames Labor für die Entwicklung<br />
neuer Batteriematerialien gegründet. Innerhalb<br />
der nächsten fünf Jahre wollen beide Partner etwa 12 Millionen<br />
Euro investieren. BELLA (Batterie- und Elektrochemie-<br />
Labor) kombiniert das elektrochemische Know-how der<br />
BASF in industriellen Anwendungen mit der Grundlagenforschung<br />
am KIT.<br />
Neben den Batterien spielen Kunststoffe für Leichtbau und<br />
Dämmstoffe sowie IR-reflektierende Lacke für ein besseres<br />
Wärmemanagement eine wichtige Rolle. Hier bietet die BASF<br />
viele Lösungen an.<br />
Dr. Thomas Giesenberg<br />
thomas.giesenberg@basf.com<br />
Lithium-Ionen-Batterien gelten als Schlüsseltechnologie für<br />
die Einführung und den Marktdurchbruch der Elektromobilität.<br />
Um künftige Generationen dieser Technik anwendungsnah<br />
zu erforschen und zu entwickeln, hat das Bundesministerium<br />
für Bildung und Forschung BMBF im November 2007<br />
die Innovationsallianz »Lithium-Ionen-Batterie (LIB 2015)«<br />
initiiert, in der mehr als 60 Partner aus Industrie und akademischer<br />
Forschung eng zusammenarbeiten. Ein Industriekonsortium<br />
mit führenden Unternehmen wie BASF, Bosch,<br />
Evonik, Li-Tec und VW hat sich verpflichtet, in den kommenden<br />
Jahren 360 Mio. Euro in die Erforschung und Entwicklung<br />
von Lithium-Ionen-Batterien zu investieren, hinzu kommen<br />
Fördermittel des BMBF in Höhe von 60 Mio. Euro.<br />
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung<br />
ISI begleitet die Partner der Innovationsallianz mit<br />
einem Roadmapping. Das Spektrum der Untersuchungen<br />
reicht von der Betrachtung rohstofflicher Aspekte über Anwendungsszenarien<br />
in verschiedenen Einsatzfeldern bis hin<br />
zu einem »integrierten Roadmapping«, mit dem die technologischen<br />
Entwicklungen und die Anforderungen der Märkte<br />
erfasst und bis 2<strong>03</strong>0 abgeschätzt werden. In der Roadmap<br />
des Fraunhofer ISI werden einzelne Zellkomponenten, Zelltypen<br />
und deren Eigenschaften sowie sich ergänzende und<br />
konkurrierende Technologien untersucht. Sie zeigt, dass<br />
die Batterieentwicklung vielfältig ist und mehrere Batteriesysteme<br />
denkbar sind. Es wird nicht die eine Batterie für<br />
die Elektromobilität geben, sondern unterschiedliche anwendungsspezifische<br />
Batterien. Vor der Markteinführung<br />
und serienmäßigen Massenproduktion sind jedoch einige<br />
Herausforderungen zu bewältigen, da die Batterien z.B. hinsichtlich<br />
Kosten und Lebensdauer deutlich verbessert werden<br />
müssen. Die Entwicklung der Elektromobilität ist besonders<br />
durch die Erhöhung der Energiedichte getrieben, wobei<br />
Sicherheit die Voraussetzung für den künftigen Einsatz sein<br />
wird. Die Roadmap zeigt Meilensteine in der Entwicklung der<br />
Lithium-Ionen-Batterien auf all diesen Gebieten. Die Roadmap<br />
identifiziert beispielsweise Li-Hochvolt, Li-Schwefel<br />
und Li-Feststoff (bes. Polymer) Batterien als besonders aussichtsreiche<br />
Kandidaten. Mit radikal neuen Ansätzen und<br />
Konzepten, z.B. Li-Luft, sind aus heutiger Sicht jedoch noch<br />
enorme Unsicherheiten und Herausforderungen verbunden.<br />
Ihre Potenziale, wie eine deutliche Verbesserung der Energiedichte,<br />
liegen aber auf der Hand. Nähere Informationen,<br />
die Roadmap zum Download und Aktualisierungen gibt es<br />
unter<br />
www.isi.fraunhofer.de/libroad.php.<br />
Dr. Axel Thielmann<br />
Fraunhofer-Institut für<br />
System- und Innovationsforschung<br />
ISI<br />
92 Neue Mobilität Neue Mobilität 93
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Solarworld<br />
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Voltaris<br />
Shine, baby, shine!<br />
Interview Milan Nitzschke, SolarWorld AG<br />
Überall Tankstrom laden<br />
VOLTARIS realisiert mit Partnern ein Infrastrukturprojekt zum On-Board Metering<br />
SolarWorld SunCarport<br />
Einfach überall Tankstrom laden: Das innovative Infrastrukturkonzept basiert auf mobiler Mess- und Kommunikationstechnik.<br />
Die SolarWorld AG hat sich in nur wenigen Jahren zu einem<br />
Solarkonzern entwickelt, der die gesamte solare Wertschöpfungskette<br />
abdeckt. Im sächsischen Freiberg werden<br />
die weltweiten Forschungsaktivitäten des Konzerns gebündelt.<br />
Welche Schwerpunkte werden dort im Bereich Forschung<br />
& Entwicklung gesetzt?<br />
Unser Ziel ist es, schnellstmöglich mit unseren Kosten soweit<br />
runterzukommen, dass der Strom vom Dach billiger<br />
ist als der Strom aus der Steckdose. Gleichzeitig gilt, ein<br />
Solarstrommodul mit einer Lebensdauer von deutlich über<br />
25 Jahren zu produzieren, das über Jahrzehnte hinweg Top-<br />
Leistung bringt. Die Qualität ist unser Wettbewerbsvorteil<br />
»Made in Germany«. Den sichert unsere konzernübergreifende<br />
Forschung und Entwicklung mit der Maxime: Sauber,<br />
sicher und kostengünstig.<br />
Eines der neuesten Projekte ist ein Solar-Carport für eAutos.<br />
Wie kommt ein Unternehmen wie SolarWorld dazu, sich<br />
mit Elektromobilität zu beschäftigen?<br />
Zu nachhaltiger Energie gehört auch nachhaltige Mobilität.<br />
Denn Elektromobilität hat keinen Mehrwert für die Umwelt,<br />
solange nicht der Strom aus Erneuerbaren Energiequellen<br />
stammt. Was ist naheliegender, als ihn da zu erzeugen, wo<br />
das Auto parkt. Unser SunCarport ist die saubere Stromtankstelle<br />
für Zuhause.<br />
Erneuerbare Energien & Elektromobilität als ideale Partner<br />
einer Neuen Mobilität? Welche Voraussetzungen müssen<br />
Ihrer Meinung nach für ein erfolgreiches Zusammenspiel<br />
geschaffen werden?<br />
Ideal ist, wenn das Elektroauto fahrbarer Speicher für<br />
Strom aus Sonne und Wind ist. Im Umkehrschluss muss es<br />
eine Möglichkeit geben, die mit Solarstrom geladene Autobatterie<br />
auch teilweise wieder zu entladen. Zum Beispiel<br />
wenn das Elektroauto vor der Tür steht und der Strom im<br />
Haus genutzt werden kann.<br />
Milan Nitzschke<br />
SolarWorld AG<br />
www.solarworld.de<br />
Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Damit Nutzer von<br />
Elektrofahrzeugen uneingeschränkt mobil sein können,<br />
muss eine bezahlbare Infrastruktur verfügbar sein, die es<br />
ermöglicht, die Fahrzeuge überall zu laden. Der Experte für<br />
Zähler- und Energiedatendienstleistungen VOLTARIS, der<br />
Leitstellenspezialist ITF-EDV Fröschl und der Tankstrom-<br />
Dienstleister ubitricity realisieren hierzu in Zusammenarbeit<br />
mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ein<br />
neues Infrastrukturkonzept. In dem von ubitricity initiierten<br />
Verbundvorhaben implementieren die Projektpartner eine<br />
innovative Gesamtlösung für die Bereitstellung sowie das<br />
Messen und Abrechnen von elektrischer Energie für Elektrofahrzeuge.<br />
Dabei wird die Infrastruktur von vorne herein so flexibel<br />
ausgelegt, dass zukünftige Anforderungen der Energieversorgung,<br />
z.B. eine mögliche Nutzung der Elektrofahrzeuge<br />
als Energiespeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes, berücksichtigt<br />
werden. Für den Verbraucher wird damit Tankstrom<br />
überall verfügbar. Zentrales Element der neuen Infrastruktur<br />
ist das mobile Messen, vorzugsweise im Auto. Das<br />
Konzept strebt damit einen Paradigmenwechsel an: Wesentliche<br />
Komponenten der Infrastruktur (vor allem der geeichte<br />
Stromzähler und die Kommunikationseinheit) werden nicht<br />
stationär in Ladesäulen, sondern mobil im Elektrofahrzeug<br />
angeordnet (On-Board Metering). Die Messdaten werden<br />
per Mobilfunk erfasst. Wesentlicher Vorteil dieses Konzeptes<br />
sind die geringeren Kosten für die Ladeinfrastruktur, da<br />
die erforderlichen Komponenten der Mess- und Kommunikationstechnik<br />
zur Erfassung und Weitergabe des bezogenen<br />
Tankstroms nur einmal im Auto und nicht an jeder möglichen<br />
Ladestelle im Stromnetz benötigt werden.<br />
Im Gegensatz zu den bisher verbreiteten Konzepten mit stationärer<br />
Erfassung des Tankstrombezugs, bei denen an jeder<br />
Anschlussstelle ein separater Zähler benötigt wird, bringt der<br />
Teilnehmer beim On-Board Metering seinen Zähler zu allen<br />
möglichen Anschlussstellen mit: zur Arbeit, zum Einkaufszentrum,<br />
zum Park & Ride Parkplatz oder auch nach Hause.<br />
Die geringen Kosten für die neue Infrastruktur ermöglichen<br />
einen schnellen und wirtschaftlichen Ausbau von Anschlussstellen<br />
zum Laden von Elektrofahrzeugen. Damit wird eine<br />
zeitnahe Umsetzung der Infrastruktur für Elektromobilität<br />
möglich.<br />
VOLTARIS GmbH<br />
Dr.-Ing. Andreas Berg<br />
Referent Sonderprojekte<br />
andreas.berg@voltaris.de<br />
www.voltaris.de<br />
94 Neue Mobilität Neue Mobilität 95
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Prof. Dr.-ING. J. Meins<br />
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Prof. Dr.-ING. J. Meins<br />
Induktiv-Ladung von<br />
Elektrofahrzeugen<br />
Prof. Dr.-Ing. J. Meins<br />
Der Betrieb zukünftiger eFahrzeuge bildet eine neue und große<br />
Herausforderung an die Erzeugung und Verteilung elektrischer<br />
Energie, ihrer Übertragung auf das Fahrzeug, sowie<br />
der Erfassung und Abrechnung der ausgetauschten Energiemengen.<br />
Hierbei kommt der Fahrzeugbatterie eine entscheidende<br />
Bedeutung zu. Einerseits dient sie als Energiespeicher<br />
zur Bereitstellung der Antriebsenergie, andererseits ist sie<br />
aber auch in der Lage die beim Bremsen anfallende kinetische<br />
Energie teilweise wieder aufzunehmen und damit dem nachfolgenden<br />
Beschleunigungsvorgang wieder zur Verfügung zu<br />
stellen. Der Antriebsmotor dient hierbei als bidirektionaler<br />
Energiewandler zwischen elektrischer und mechanischer<br />
Energieform. Mit zunehmender Elektromobilität ergeben sich<br />
neuen Aufgabenstellungen zur Erzeugung und Verteilung der<br />
zusätzlich benötigten elektrischen Energie. Die Ladeinfrastruktur<br />
als Kopplung zwischen Netzanschluss und Energiespeicher<br />
des eFahrzeuges ist neu zu entwickeln und entsprechend<br />
der erforderlichen Funktionalität und der Anforderungen<br />
an Sicherheit und Handhabung zu gestalten.<br />
Die zunehmende regenerative Erzeugung elektrischer Energie<br />
aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen macht den Gedanken<br />
interessant die Energiespeicher der Elektrofahrzeuge<br />
auch zur Regulierung der Schwankungen zwischen Energieverbrauch<br />
und Energieerzeugung im Energieverteilungsnetz<br />
zu nutzen. So kann durch geeignete Steuerung der Ladevorgang<br />
in belastungsarme Zeiträume gelegt werden, um eine<br />
gleichmäßigere Netzbelastung zu erreichen. Sind genügend<br />
viele parkende Elektrofahrzeuge mit dem Netz verbunden,<br />
können die Energiespeicher der Elektrofahrzeuge auch als<br />
Netzpuffer genutzt werden.<br />
Bei Bedarf wird Energie vom Fahrzeug in das Netz gespeist.<br />
Mit diesem »V2G« - (Vehicle to Grid) Ansatz ist das Netzenergiemanagement<br />
effektiver und Lastspitzen können besser<br />
ausgeglichen werden.<br />
Für diese Einsatzgebiete ist ein bidirektionaler Austausch<br />
elektrischer Energie zwischen Fahrzeugbatterie (DC) und<br />
Netzeinspeisung (AC) erforderlich.<br />
Die Ladeleistung, welche aus der ortsfesten Ladestation<br />
an die Fahrzeugbatterie zu übertragen ist, orientiert sich<br />
an dem an der Einspeisestelle verfügbaren Netz des Energieversorgers,<br />
der Speicherkapazität des Energiespeichers<br />
und der technischen Ausbildung des Ladeverfahrens. Für<br />
PKW werden Ladeleistungen von 3kW - 50kW zugrunde gelegt,<br />
für große Fahrzeuge wie Busse ergeben sich Übertragungsleistungen<br />
bis 200kW. Beide Angaben sind abhängig<br />
von der zukünftigen technologischen Weiterentwicklung<br />
der Energiespeicher in Bezug auf die Fähigkeit zur Schnellladung.<br />
Die Spannungen weisen Werte zwischen 300V bis<br />
700V Gleichspannung auf.<br />
Beim konduktiven Laden von Elektrofahrzeugen erfolgt die<br />
elektrische Verbindung zwischen ortsfester Ladestelle (Ladesäule)<br />
und Elektrofahrzeug über ein Kabel und eine elektrische<br />
Steckverbindung. Bis zu einer Ladeleistung von etwa<br />
3kW wird Einphasen-Wechselstrom, bis 22kW Dreiphasen-<br />
Wechselstrom übertragen (AC-Ladung), das Ladegerät befindet<br />
sich im Fahrzeug. Dies führt mit zunehmender Ladeleistung<br />
zu einer entsprechenden Erhöhung der Fahrzeugmasse<br />
und damit letztendlich zu einem höheren Leistungsbedarf<br />
des Antriebes und einem zunehmenden Energiebedarf bei<br />
gleicher Fahrleistung. Bei höheren Ladeleistungen werden<br />
Kabel mit Gleichstromübertragung (DC-Ladung) genutzt um<br />
das Fahrzeug von der Masse des Ladegerätes zu befreien,<br />
das Fahrzeug führt lediglich Einrichtungen zum Schutz und<br />
zur Überwachung seines Energiespeichers mit.<br />
Die an ein Kabel gebundenen konduktiven Lademöglichkeiten<br />
stellen technisch eine einfache Lösung dar. Die Eigenschaften<br />
dieser Lösung in Bezug auf Anwender-Freundlichkeit<br />
und Alltagstauglichkeit müssen in Praxistests überprüft<br />
werden. Hierzu sind weltweit bereits eine Vielzahl unterschiedlicher<br />
Ladeeinrichtungen installiert, um Erfahrungen<br />
aus dem praktischen Einsatz zu sammeln.<br />
Ein weiteres Konzept zur Bereitstellung geladener Energiespeicher<br />
von Elektroautos beruht auf dem Tausch der kompletten<br />
Batterie. Dieser Lösungsansatzes der Firma Better<br />
Place bietet kurze Wechselzeiten und die Beibehaltung des<br />
Tankstellen-Konzeptes. Es sind jedoch standardisierte Einheitsbatterien<br />
verbunden mit einer Einschränkung individueller<br />
Fahrzeugkonzeptionen erforderlich. Die Tankstellen<br />
müssten zu Wechselstationen mit entsprechenden Investitionen<br />
für Handhabungsgeräte aus- bzw. umgerüstet werden.<br />
Bei der kabellosen Induktiv-Ladetechnik ist keine elektrische<br />
Verbindung zwischen ortsfester Ladestelle und Elektrofahrzeug<br />
erforderlich, es entfällt das Hantieren mit Kabel,<br />
Stecker und Steckdose. Es ergeben sich deutliche Vorteile in<br />
Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit. Die Ladung kann automatisch<br />
erfolgen sowie das Fahrzeug über dem Ladepunkt<br />
platziert ist.<br />
Da keine Strom führenden Kontakte berührt werden können,<br />
erfüllt die Induktivlösung auch höchste Sicherheitsaforderungen.<br />
Selbst die von einer Verletzung der Kabelisolierung<br />
ausgehende Unfallgefahr ist nicht vorhanden.<br />
Das Prinzip der Induktivladung beruht auf der Wirkungsweise<br />
eines Transformators. Der Unterschied zu bekannten<br />
Netztransformator-Bauformen besteht in einem großen Luftspalt<br />
(5 - 15cm) zwischen ortsfester Primärwicklung und fahrzeugseitiger<br />
Sekundärwicklung und in der Nutzung höherer<br />
Frequenzen (kHz-Bereich) zur Energieübertragung über ein<br />
sich im Luftspalt einstellendes Wechsel-Magnetfeld. Das zur<br />
Übertragung der Ladeleistung genutzte Wechsel-Magnetfeld<br />
ist sehr schwach ausgeprägt und nur im Bereich zwischen<br />
der Primärwicklung und der Sekundärwicklung vorhanden.<br />
Die Emission des Magnetfeldes entspricht den gesetzlichen<br />
Vorschriften, eine gesundheitliche Gefährdung ist ausgeschlossen.<br />
Ein im Fahrzeug angeordnetes Ladegerät wandelt die in die<br />
Sekundärwicklung induzierte Wechselspannung in einen<br />
Batterieladestrom um. Die induktive Ladetechnik ist gegenüber<br />
der Kabellösung technisch zwar aufwendiger, bietet<br />
aber große Vorteile im Hinblick auf Komfort, Sicherheit und<br />
Gestaltung der Ladestellen. Die Induktiv-Ladestellen erfordern<br />
keine sichtbaren Boxen oder Säulen, sondern lassen<br />
sich unscheinbar in den Boden integrieren.<br />
Die induktive Übertragung von elektrischer Energie ist auch<br />
während der Fahrt möglich, dies wurde bereits sowohl im<br />
Modell als auch in der Anwendung demonstriert. Die Modell-<br />
Elektrofahrzeuge sind mit einem Energiespeicher (Superkondensator)<br />
ausgerüstet der jeweils von einer ebenfalls<br />
installierten Sekundärwicklung geladen wird.<br />
Die ortsfeste Primärwicklung ist in Fahrtrichtung ausgedehnt<br />
und kann somit auch dynamisch während der Fahrt<br />
induktiv Leistung auf das Elektrofahrzeug übertragen. Die<br />
auf das Elektrofahrzeug übertragene Leistung deckt hierbei<br />
den Leistungsbedarf des Antriebes und dient darüber hinaus<br />
zur Ladung des Energiespeichers.<br />
Mit dieser Ausführung der induktiven Übertragungstechnik<br />
ist die Reichweite von Elektrofahrzeugen prinzipiell nicht<br />
beschränkt. Aus der möglichen Auslegung des Energiespeichers<br />
für ein geringeres Speichervermögen ergeben sich<br />
hierbei Vorteile hinsichtlich Volumenbedarf, Gewicht und<br />
Kosten. Voraussetzung ist allerdings die Schaffung der fahrwegseitigen<br />
Infrastruktur. Dieses Konzept wurde bereits in<br />
einem Modell von den Firmen Vahle und IAV in Zusammenarbeit<br />
mit der TU Braunschweig eindrucksvoll vorgestellt.<br />
Dieser Ansatz zur dynamischen induktiven Energieübertragung<br />
während der Fahrt mag zunächst sehr futuristisch erscheinen,<br />
wird aber bereits in innerbetrieblichen industriellen<br />
Transporteinrichtungen, sowie für Straßenbahnen ohne<br />
Oberleitung eingesetzt. Das von Bombardier entwickelte<br />
PRIMOVE-System nutzt eine zwischen den Schienen angeordnete<br />
Primärwicklung zur Übertragung elektrischer Energie<br />
auf Straßenbahnen.<br />
Zu den Eigenschaften des oberleitungsfreien PRIMOVE-Systems<br />
zählen die Verbesserung des optischen Erscheinungsbildes<br />
durch die im Boden verborgene und damit nicht sichtbare<br />
Installation der Energieversorgung, die Unabhängigkeit<br />
von Witterungsbedingungen und die absolute Verschleißfreiheit.<br />
Nach entsprechender Anpassung kann diese Technik<br />
auch für Elektrofahrzeuge genutzt werden. Aufgrund der<br />
erforderlichen Infrastrukturaufwendungen im Fahrweg ist<br />
diese Technik jedoch zunächst lediglich dem Betrieb von Linienbussen<br />
mit fest zugeordneter Fahrspur vorbehalten.<br />
Energieversorger, Zulieferer und Hersteller werden durch die<br />
Elektromobilität vor große Herausforderungen gestellt. Die<br />
Elektrotechnik bietet eine Vielzahl von Lösungen, die auch in<br />
Kombination Anwendung finden können. Die Induktiv-Ladetechnik<br />
wird derzeit von der Industrie zur Anwendungsreife<br />
entwickelt und mit der breiten Einführung von Elektrofahrzeugen<br />
verfügbar sein.<br />
Prof. Dr.-Ing. J. Meins<br />
Institut für elektrische<br />
Maschinen, Antriebe und<br />
Bahnen IMAB,<br />
TU Braunschweig<br />
j.meins@tu-braunschweig.de<br />
96 Neue Mobilität Neue Mobilität 97
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Michael Buckentin<br />
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Michael Buckentin<br />
Welche Anforderungen stellt die<br />
eMobilität an Energiezähler?<br />
Allen genannten Anwendungen von Zählern ist gemein, dass<br />
eine verlässliche Erreichbarkeit der Messdaten für die Auswertung<br />
und Abrechnung unter der Berücksichtigung von<br />
Datensicherheits- und Schutzaspekten benötigt wird. Auch<br />
für diesen Bereich der Kommunikationstechnik bietet der<br />
Markt Lösungen für die unterschiedlichen Anwendungsfälle.<br />
Reicht für eine Anwendung ein zweiadriger M-Bus mit Level<br />
Konverter zur Auslesung aus, wird bei der nächsten Anwendung<br />
ein besonders EMV-unempfindliches GPRS Modem benötigt,<br />
oder eine kostengünstige Kommunikation über das<br />
Energienetz mittels Power Line Communication (PLC) erforderlich.<br />
Die Kommunikationseinheit VARIOMUC sammelt zudem<br />
von allen eingetragenen Zählern spartenübergreifend<br />
die Messwerte und bietet diese für einen Kunden-Frontend<br />
mit Zählerstandsverlaufsanzeige an.<br />
Modularität, Kompatibilität und die durchgängige Einbindung<br />
in die Leitstellentechnik für die Rechnungsstellung und<br />
Netzanalyse sind weitere wichtige Anforderungen.<br />
Energie für die »Betankung« von Elektrofahrzeugen über<br />
Tanksäulen von Energieversorgern bzw. Netzbetreibern wird<br />
heute kaum verrechnet. Zukünftig kommt der Erfassung der<br />
Energiemengen, auch vor dem Hintergrund der steigenden<br />
Ölpreise, eine immer stärkere Bedeutung zu. Energiemessung<br />
findet heute in den unterschiedlichsten Bereichen und<br />
Ebenen statt, aus denen unterschiedliche Anforderungen resultieren.<br />
Hier kommen Messwandlerzähler der Klasse 0,2s<br />
ggf. mit zusätzlichen Netzanalysefunktionen oder der neue<br />
SyM-Zähler zum Einsatz.<br />
Um besondere Widerstandsfähigkeit geht es, wenn der Zähler<br />
in beweglichen Systemen montiert wird. So werden auf<br />
eLokomotiven und Triebfahrzeugen Zähler und entsprechende<br />
Kommunikationstechnik installiert, welche während der<br />
Fahrt die Traktionsenergie messen, monitoren und Betriebsdaten<br />
bereitstellen.<br />
Umgebungstemperatur und Luftdruck dürfen die Messung<br />
nicht verändern. Daher werden elektronische Zähler, die entsprechend<br />
widerstandsfähig sind, z.B. auf der neuen Monte<br />
Rosa Hütte in den Walliser Alpen, im Iglodorf auf der Zugspitze,<br />
aber auch tief in Bergwerken eingesetzt und sind dort<br />
seit Jahren fehlerfrei in Betrieb.<br />
98 Neue Mobilität<br />
In der chemischen Industrie, z.B. in Raffinerien, werden<br />
leicht entzündliche Stoffe verarbeitet. Ein Funke kann dort<br />
einen vernichtenden Schaden anrichten. Für Zähler gelten<br />
dort die höchsten Sicherheitsanforderungen.<br />
Besondere technische Anforderungen, z.B. hinsichtlich der<br />
Nennspannung werden im Bereich der Erneuerbaren Energien<br />
für Windkraftanlagen von Zählern erwartet. Andere Anforderungen<br />
bestehen auch für Zähler in Photovoltaik-Anlagen,<br />
insbesondere im Zusammenspiel mit Wechselrichtern sind<br />
entsprechende »Festigkeiten« nachzuweisen.<br />
In der Massenanwendung, dem Haushaltsbereich, wird zukunftsweisende<br />
Funktionalität mit einem optimalen Preis-<br />
Leistungsverhältnis benötigt. Gleichzeitig sind die Zähler vor<br />
Manipulationen zu schützen. In Smart Metering-Anwendungen<br />
wird durch die Signierung der Zählerstände eine flexible<br />
Tarifierung nach Last, Volumen und Zeit ermöglicht. Zudem<br />
ist diese Technologie in der kompakten Bauform als steckbarer<br />
Zähler (EDL eHZ), service-freundlich und schnell auf einer<br />
Adapterplatte montier- und austauschbar. Um diese bereits<br />
heute vielfach eingesetzte Technik weiter zu entwickeln<br />
und voran zu treiben, arbeiten Anwender und Hersteller in<br />
diversen Gremien, u.a. im Forum Netztechnik/Netzbetrieb<br />
(FNN) des VDE zusammen.<br />
Für die Elektromobilität bietet sich ein Massenzähler mit<br />
der Datenauthentizität durch Signatur an. Das standardisierte<br />
und IP optimierte Protokoll ermöglicht eine einfache<br />
Verwendung der Daten bis in die internen Prozesse des<br />
Messstellenbetriebs hinein. Durch die Push-Technologie<br />
können alle ein bis vier Sekunden der aktuelle Zustand<br />
und Messwerte des Zählers übertragen werden, jeweils für<br />
die Bezugs- wie auch die Lieferrichtung. Einer Anwendung<br />
»Vehicle2Grid« steht somit schon heute ein leistungsfähiger<br />
Zähler zur Verfügung. Das SML Protokoll (Smart Message<br />
Languages) nach DIN EN 62056-21, das im neuen Spezialzähler<br />
SyM - und im EDL-Zähler mit signierten Messwerten<br />
aufwartet, ist ein selbstsprechendes, einfaches und zugleich<br />
vollständiges Kommunikationsprotokoll, das die ideale Basis<br />
für die Anforderungen der Kommunikation im Bereich der<br />
Elektromobilität von morgen darstellt.<br />
EMH metering<br />
GmbH & Co. KG<br />
Südring 5<br />
19243 Wittenburg<br />
GERMANY<br />
Tel. +49 38852 645-0<br />
info@emh-metering.com<br />
www.emh-metering.com<br />
Niederlassung Weinheim:<br />
Höhnerweg 2-4<br />
69469 Weinheim<br />
Tel. +49 6201 98986-0<br />
Michael Buckentin<br />
EMH metering GmbH & Co. KG<br />
www.emh-metering.com<br />
Zähler von EMH – mit uns die Zukunft gestalten
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Conductix<br />
Forschung & Entwicklung - Ladeinfrastruktur - Thomas Frey<br />
Preis für Conductix Wampfler<br />
Kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen<br />
ePlanet ® - Steckdosen werden<br />
zu Stromtankstellen<br />
Induktives Laden über einen Luftspalt unterhalb des Fahrzeugbodens<br />
Frost und Sullivan hat Conductix Wampfler den »New Product<br />
Innovation Award« in der Kategorie »Ladeinfrastruktur<br />
für Elektrofahrzeuge« verliehen. Damit rücken die Berater<br />
die Bedeutung der Ladetechnik für den Erfolg von Elektrofahrzeugen<br />
in den Fokus und stufen das kabellose Laden als<br />
einen »Treiber der Elektromobilität« ein.<br />
Verschiedenen Studien zufolge gilt das Laden als Hemmschuh<br />
für die Elektromobilität. Das induktive Laden hingegen<br />
wird vom Autofahrer gar nicht wahrgenommen. Auto parken<br />
genügt. Der Rest läuft automatisch ab. Bei Wind und Wetter<br />
ist das im Freien höchstkomfortabel, aber auch, wenn man<br />
am Stellplatz zu Hause beide Hände beladen hat. Das Laden<br />
beginnt ohne jeglichen Bedienvorgang, berührungslos, über<br />
den Luftspalt unter dem Fahrzeugunterboden. Gesteuert von<br />
Voreinstellungen des Fahrers, die Stromtarife und benötigte<br />
Reichweiten berücksichtigen können. Die Ladefläche am Boden<br />
erkennt das Fahrzeug über induktive Nahfeldkommunikation<br />
und bekommt so auch alle für den Ladevorgang notwendigen<br />
Informationen. Das bedeutet mehr Ladevorgänge<br />
mit gleichzeitig geringerer Ladestrommenge und Ladegeschwindigkeit<br />
und damit eine längere Batterielebensdauer.<br />
Egal wie vergesslich oder wie sehr in Eile der Fahrer ist. Das<br />
induktive Laden ist typischerweise ein Nebenherladen, ein<br />
sogenanntes Gelegenheitsladen.<br />
Induktionsladen läuft auf jeden Fall ohne jedes Zutun und<br />
damit umso regelmäßiger und batterieschonender ab. Ganz<br />
nebenbei verringert es so die Zahl der Schnellladungen und<br />
deren Verlustleistungen. Dies trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit<br />
der gesamten Elektromobilität und einer höheren<br />
Batterielebensdauer bei.<br />
Dass dies alles im harten Alltagsbetrieb funktioniert, hat die<br />
Conductix Wampfler AG schon seit Jahren bei den öffentlichen<br />
Elektrobussen in Genua und Turin bewiesen. Induktive<br />
Ladepunkte lassen sich völlig unsichtbar sowie vandalismusund<br />
unfallsicher in Innenstädte und Parkhäuser integrieren.<br />
Der Wirkungsgrad des kabellosen Ladens ist vergleichbar<br />
mit dem per Kabel und Stecker. Unter optimalen Bedingungen<br />
spart man sogar Strom. So entfallen z. B. Ladeverluste<br />
durch die Erwärmung von Batterie und Kabel oder den Verschleiß<br />
an Steckerkontakten. Das Induktionsladen bringt<br />
aber auch Vorteile für die Automobilhersteller. So weichen<br />
die eben erst verabschiedete nordamerikanische bzw. japanische<br />
und europäische Steckernorm schon wieder von einander<br />
ab. Induktion ist dagegen international, die Gesetze<br />
der Physik sind überall gleich.<br />
Samuel Kiefer<br />
Kiefermedia GmbH / www.kiefermedia.de<br />
Eine schnelle Verbreitung von Elektrofahrzeugen kann nur in<br />
Verbindung mit einer hohen Verfügbarkeit von Ladepunkten<br />
Realität werden. Bei der Konzeption von Ladestationen darf<br />
nicht vergessen werden, dass die Margen der Stromanbieter<br />
die möglichen Investitionen stark beschränken. Gleichzeitig<br />
werden Elektrofahrzeugbesitzer, die eine für sie bekannte<br />
Ware Strom kaufen, kaum zusätzliche hohe Kostenumlagen<br />
akzeptieren. Ein weiteres nicht zu vernachlässigendes Problem<br />
ist der bestehende Netzausbau zu den Hausanschlüssen.<br />
Dieser lässt aktuell ein gleichzeitiges Aufladen vieler<br />
Elektrofahrzeuge gar nicht erst zu. Um die benötigten Strommengen<br />
bereitstellen zu können, wären Investitionen in die<br />
Netzinfrastruktur notwendig oder die Steuerung der Stromlieferung<br />
abhängig von Netzlast und Stromverfügbarkeit.<br />
Für die ersten Käufer ist die Frage »Wo tanke ich dann«<br />
noch nicht so gravierend. Die Mehrheit aber kann sich keine<br />
Zweit- oder Drittfahrzeuge leisten und wohnt zur Miete. Um<br />
Vermieter- und Firmenparkplätze im großen Stil zu elektrifizieren,<br />
müssen die Investitionskosten im Rahmen bleiben.<br />
Genau hier setzt ePlanet ® an. Es berücksichtigt all diese Gegebenheiten<br />
und ermöglicht das Laden überall, mit Hilfe<br />
der vorhandenen 220V-Infrastruktur. Das zum Patent angemeldete<br />
System wurde mit dem Ziel entworfen, einfachste<br />
Handhabung und eine kostengünstige Lösung zu bieten.<br />
Eine Ladestation entsteht ganz einfach. Die Systemkomponente<br />
Basisstation wird in den vorhandenen Hausanschluss<br />
zwischen Sicherungskasten und Steckdose montiert. Danach<br />
kann an der so entstandenen ePlanet ® Steckdose nur noch<br />
durch einen berechtigten Verbraucher Strom entnommen<br />
werden. Missbrauch wird effektiv verhindert. Die Basisstation<br />
steuert die berechtigte Stromlieferung und erfüllt alle Anforderungen<br />
an moderne Smart-Grid-Lösungen. Das bedeutet<br />
zeit- und ortsgenaue Verteilung der Strommenge durch<br />
den Stromanbieter und die Rückspeisung ins Stromnetz.<br />
Eine z.B. im Ladekabel integrierte Elektronik sorgt verbraucherseitig<br />
für Sicherheit und Vertrauen. Basierend auf bewährter<br />
Chipkartentechnologie wird, wie beim Mobiltelefon<br />
gewohnt, die verbrauchs- und identitätsrichtige Abrechnung<br />
garantiert.<br />
Die Idee dahinter ist einfach, aber für die Verbreitung der<br />
Elektromobilität wesentlich: Zu geringen Investitionskosten<br />
werden einfache Steckdosen zu Stromtankstellen.<br />
Thomas Frey<br />
IFS Informationstechnik München<br />
www.eplanet.biz<br />
100 Neue Mobilität Neue Mobilität 101
Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - CPM<br />
Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - Hochschule Bochum<br />
EnBW<br />
Elektroantriebe<br />
Innovationskraft für die Mobilität von morgen<br />
BOmobil<br />
Fahrzeugentwicklung am Institut für Elektromobilität der Hochschule Bochum<br />
Die Zeit der Konzeptstudien ist vorbei: Besonders mit den<br />
Light Electric Vehicles (LEV) wird in den kommenden Jahren<br />
der Umschwung vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb<br />
eingeläutet. Damit entsteht der erste Massenmarkt<br />
für eine vollelektrische Mobilität.<br />
Beispiel Spanien: Hier entwickelte die Firma Rieju (Barcelona)<br />
einen völlig neuen Typus von Elektrorollern. Statt ein bestehendes<br />
Fahrzeugkonzept auf Elektroantrieb umzustellen,<br />
bauten die Katalanen einen Roller, der von Grund auf den<br />
Anforderungen der Elektromobilität gerecht wird. Entscheidend<br />
dabei: eine besondere Leichtbauweise und die maximale<br />
Effizienz sämtlicher Komponenten. Der RIEJU MIUS 4.0<br />
ist für den kommerziellen Liefereinsatz gedacht und geht ab<br />
Mai 2011 in Serie.<br />
Effizienz und Leichtbau: Diese Anforderungen galten vor<br />
allem für den Antrieb. Rieju entschied sich hier für eMotoren<br />
des Münchener Unternehmens CPM. Denn der Antrieb<br />
des MIUS, ein CPM90 Power Pack (bis zu 4W, 15Nm, 48V),<br />
konnte den Hersteller sowohl hinsichtlich Effizienz und Kompaktheit<br />
als auch durch seine Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit<br />
überzeugen. Sein geringes Gewicht (3,3 kg)<br />
und der hohe Wirkungsgrad (bis zu 90%) machten es möglich,<br />
die Batteriekosten für die vorgegebene Reichweite entscheidend<br />
zu senken. Außerdem übernimmt die integrierte<br />
Elektronik des CPM-Aggregats die Steuerung des gesamten<br />
Fahrzeugs. Der Einsatz eines zusätzlichen zentralen Mastercontrollers<br />
ist dadurch nicht mehr nötig.<br />
Für das innovative Unternehmen CPM ist der MIUS ein weiterer<br />
Schritt auf einem erfolgreichen Weg. Die aktuelle Produktpalette<br />
von CPM umfasst elektrische Antriebssysteme<br />
von 1 bis 6 kW, die speziell für den Einsatz als Traktionsantriebe<br />
in kleinen Fahrzeugen und als Hilfsaggregate für PKW<br />
und Nutzfahrzeuge entwickelt wurden. Die sehr hohe Effizienz<br />
und Kompaktheit im Niederspannungsbereich (24-72V)<br />
ermöglicht Energieeinsparungen von bis zu 20% gegenüber<br />
Standardmotoren - sowie neue Konzepte mit besonders hohen<br />
Anforderungen an Bauraum und Gewicht.<br />
Darüber hinaus engagiert sich CPM auch in der Weiterentwicklung<br />
innovativer Antriebslösungen. Einer der aktuellen<br />
Schwerpunkte: das 2-Motoren-Konzept CPM90 TWIN (6 - 12<br />
kW). Beim Beschleunigen, bei Bergfahrten oder bei Höchstgeschwindigkeit<br />
sorgen hier zwei CPM90 Power Packs für<br />
Wirkungsgrade bis 90%. Im Teillastbereich hingegen, z.B.<br />
bei geringer und mittlerer Geschwindigkeit, schaltet das<br />
System zurück auf 1-Motor-Betrieb, um den Antrieb in seinem<br />
optimalen Betriebspunkt zu halten. So lassen sich über<br />
sämtliche Fahrsituationen hinweg sehr hohe Wirkungsgrade<br />
erreichen. Für seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit<br />
erhielt CPM Ende 2010 die von einem unabhängigen, internationalen<br />
Expertengremium vergebene Auszeichnung<br />
»Global Cleantech 100«.<br />
Christian Ziegler / CPM Compact Power Motors GmbH<br />
www.cpmotors.eu<br />
Das Institut für Elektromobilität der Hochschule Bochum hat<br />
sich zur Aufgabe gemacht, die Alltagstauglichkeit von eFahrzeugen<br />
voranzutreiben. Dazu wird an verschiedenen Schwerpunkten<br />
rund um das Thema geforscht, vom Energiemanagement<br />
über Radnabenmotoren bis zur Leistungselektronik.<br />
Der städtische Verkehr mit häufigem Start-Stop-Betrieb und<br />
Fahrten mit moderaten Geschwindigkeiten eignet sich hervorragend<br />
für die Einführung der Elektromobilität im Alltag.<br />
Daher arbeiten derzeit die Ingenieure des Instituts im Projekt<br />
BOmobil an der Entwicklung eines serientauglichen Elektrokleintransporters<br />
für den urbanen Bereich. Die Zielgruppe<br />
reicht von handwerklichen Betrieben über kommunale<br />
Dienstleister bis hin zu Boten- und Transportdiensten.<br />
Das Projekt will eine völlig neue Fahrzeugarchitektur etablieren.<br />
Die Fahrleistung wird durch Radnabenmotoren dort<br />
erzeugt, wo sie benötigt wird. Somit entfallen Differentialgetriebe<br />
und Wellen, das Gewicht des Antriebsstrangs wird verringert<br />
und der Wirkungsgrad gesteigert. Ein weiterer Vorteil<br />
ist, dass es keinen zentralen Motor mehr im Fahrzeug gibt,<br />
der anderweitig nutzbaren Platz beansprucht. Besonders viel<br />
Platz benötigt jedoch der elektrische Energiespeicher samt<br />
der erforderlichen Kühl- und Sicherheitssysteme. Dank der<br />
relativ einfachen Übertragungsmöglichkeit der elektrischen<br />
Energie können die Batterien, ebenso wie die Leistungselektronik<br />
flexibel im Fahrzeugboden untergebracht werden. Das<br />
sogenannte Skateboard-Design, bei dem eine Fahr-Plattform<br />
samt Antriebsstrang entsteht, macht den Aufbau verschiedener<br />
Fahrzeugtypen ohne großen zusätzlichen Entwicklungsaufwand<br />
möglich.<br />
Dieses Design erlaubt es, das Fahrzeug unabhängig von den<br />
Einschränkungen konventioneller PKW und Kleintransporter<br />
aufzubauen. Anders als beim konventionellen Design bildet<br />
der Fahrzeugboden das tragende Element des Fahrzeugs. Für<br />
die Fahrgastzelle reicht als Sicherheitszone eine Überrollstruktur<br />
aus. Die Karosserie kann aus leichten Materialien<br />
wie Faserverbundwerkstoffen hergestellt werden. Die Auswahl<br />
der Werkstoffe lässt sich dadurch dem jeweiligen Einsatzzweck<br />
perfekt anpassen.<br />
Die Entwicklung des Elektrofahrzeugs wird im Rahmen des<br />
Wettbewerbs Elektromobil.NRW gefördert. Als Entwicklungspartner<br />
beteiligen sich die Delphi Deutschland GmbH, die<br />
TÜV Nord Gruppe, die Scienlab electronic systems GmbH, die<br />
Adam Opel GmbH, die Composite Impulse GmbH & Co. und<br />
die Hoppecke Batterien GmbH & Co. KG. Zudem engagieren<br />
sich das Netzwerk ruhrmobil-E und die Stadtwerke Bochum<br />
in diesem Projekt.<br />
Prof. Dr. Wolf Ritschel<br />
Hochschule Bochum<br />
e-mobility@hs-bochum.de<br />
102 Neue Mobilität Neue Mobilität 1<strong>03</strong>
Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - hans-Jürgen Esch<br />
Forschung & Entwicklung - Elektromotoren - Hans-Jürgen Esch<br />
CAD-Schnittmodell (reduziert) eines Radnabendirektantriebs des Autors<br />
Elektrotraktion -<br />
viele Konzepte, ein Ziel<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
Technologieträger der Autohersteller wie neue Elektrofahrzeuge<br />
benötigen Elektromotoren mit angepassten Eigenschaften.<br />
So unterschiedlich wie die elektrisch unterstützten<br />
oder angetriebenen Fahrzeuge, sind auch die Anforderungen<br />
an diese Maschinen und deren Einbindung in den Antriebsstrang.<br />
Das Wirkprinzip vereint alle Elektromotoren, ob Kollektormotor<br />
älterer Elektroautos oder heute bevorzugte Drehstrommotoren:<br />
Kraft resultiert aus aufeinander wirkenden<br />
Magnetfeldern (Lorentzkraft), wobei ein Magnetfeld sich<br />
verändern muss, damit aus Kraftwirkung Bewegung wird.<br />
Fließt Strom durch eine Spule, entsteht ein Magnetfeld, ändert<br />
sich die Stromrichtung, im einfachsten Fall via Kollektor,<br />
verändert auch dieses Magnetfeld die Polarität. Die Magnetfeldwirkungen<br />
zwischen stehenden und rotierenden Motorteilen<br />
erzeugen die Drehung. Was sich dreht, heißt Rotor,<br />
der feststehende Teil Stator. Eigentlich sind Elektromotoren,<br />
korrekter elektrische Maschinen (das elektrodynamische<br />
Prinzip ist umkehrbar, Generator) leicht zu verstehen!<br />
Das Prinzip wird bei allen Elektromotoren nur variiert. Die<br />
statischen Magnetfelder stammen von Dauer- oder Elektromagneten,<br />
es gibt etliche Möglichkeiten für Anzahl, Anordnung<br />
und Konstruktion der drehfelderzeugenden Elektromagnete<br />
und die Ausführung der Motormechanik. So entstand<br />
eine Vielfalt an Elektromotoren, permanent- oder fremderregt,<br />
für Gleich-, Wechsel- und Drehstrom, kollektorkommutiert,<br />
elektronisch kommutiert, synchron, asynchron, als Innenläufer,<br />
Außenläufer, Scheibenläufer.. Jede Maschine hat<br />
ihre Charakteristik, spezifische Stärken und Schwächen und<br />
bevorzugten Einsatzgebiete. Besonders Drehstromantriebe<br />
lassen sich in Kombination mit digitaler Steuerelektronik als<br />
System für den Fahrbetrieb optimieren.<br />
Worin liegen jedoch die Vorteile elektrischer Antriebe? Zunächst<br />
und für jeden »erfahrbar« ist die spontane und leise<br />
Leistungsentfaltung, die Spaß macht. Ein gewichtiges<br />
Argument, Städte würden leiser, die Fahrfreude gesteigert.<br />
Der Elektroantrieb kann aber mehr. Die eingesetzte Energie<br />
wird mit wesentlich höherem Wirkungsgrad in Antriebsleistung<br />
umgesetzt. Der vergrößerte Arbeitsbereich erübrigt<br />
ein schaltbares Getriebe (Abb.1). Der Elektromotor läuft nur<br />
während der Fahrt und kann beim Bremsen Energie rückgewinnen<br />
(Rekuperation). Er benötigt keine Warmlaufphase;<br />
Kurzsteckenbetrieb mit kaltem Verbrennungsmotor hat Folgen<br />
für Geldbeutel (Verschleiß, Mehrverbrauch) und Umwelt<br />
(erhöhter Schadstoffausstoß). Der Antriebsstrang lässt sich<br />
entrümpeln. Statt Verbrennungsmotor samt Nebenaggregaten,<br />
Kupplung, Getriebe, Differential und Gelenkwellen bleiben<br />
bestenfalls in die Räder integrierte Elektromotoren übrig.<br />
Das ergibt mehr Raum für Passagiere und Gepäck sowie<br />
ungeahnte Designfreiheiten, weit entfernt von klassischen<br />
Karossen, die auch heute noch um den Antriebsstrang herum<br />
gebaut werden.<br />
Wir wollen hier nicht auf die oft recht komplexen Hybridantriebe<br />
mit nur unterstützendem Elektromotor eingehen, sondern<br />
uns ansehen, welche Konstruktionen für reine Elektrotraktion<br />
sinnvoll sind. Betrachten wir eine Umrüstung bestehender<br />
fossiler Fahrzeuge, so bietet sich die Substitution<br />
des Verbrennungsmotors durch einen einzigen Elektromotor<br />
an. Der Antriebsstrang bleibt unverändert. Die Fahrzeuge<br />
erhalten ein zweites, sauberes Leben. Natürlich erschließen<br />
sich so nicht alle Vorzüge des Elektoantriebs. Energetisch<br />
sind Umrüstungen unattraktiv, da klassische Autos nun einmal<br />
schwer und damit energiehungrig sind. Der Autoindustrie<br />
scheint das egal zu sein: sie sieht das Elektoauto noch,<br />
von Showcars abgesehen, als umgerüsteten Kleinwagen.<br />
Neukonstruktionen setzen trotzdem häufig auf einen zentralen<br />
Elektromotor mit fester Getriebeübersetzung (z.B. Tesla<br />
Roadster). Kupplung und Schaltgetriebe entfallen, Differential<br />
und Gelenkwellen bleiben. Eine Rechtfertigung für dieses<br />
Layout liegt im Einsatz preiswerter und trotzdem leistungsfähiger<br />
Motoren und geringer Kosten für die Steuerung.<br />
Einen Schritt weiter gehen Konzepte, die eine Achse mittels<br />
radnaher Elektromotoren antreiben. Beide Motoren nehmen<br />
zusammen mit Leistungsanpassungsgetrieben als kompakte<br />
Einheit die Position des Differentialgetriebes ein, dessen<br />
Funktion nun die Elektronik übernimmt. Neue Features, die<br />
Fahrsicherheit und Dynamik verbessern, werden durch gesteuerte<br />
Momentverteilung (Torque-Vectoring) möglich.<br />
Der Fahrzeugschwerpunkt wird abgesenkt, die dynamische<br />
Masse verringert. Nächster Schritt wäre die Verlagerung<br />
der Motoren direkt in die Räder. Logisch, näher betrachtet<br />
jedoch komplex. Warum? Auf die Räder wirken höchste mechanische<br />
Kräften, sie kommen direkt mit Straßenschmutz<br />
in Berührung und sollten wegen der Fahrdynamik leicht<br />
sein. Zudem ist der Bauraum knapp, eine Wärmeabfuhr nötig<br />
(auch Elektromotoren produzieren Verlustwärme) und<br />
energiereiche Störpulse bedürfen sorgfältiger Schirmung.<br />
Trotzdem gehört Radnabenantrieben sicher die Zukunft, und<br />
eigentlich sind sie nicht einmal neu: 1900 fuhr der Lohner-<br />
Porsche schon damit.<br />
Eine Herausforderung bei Radnabenantrieben sind die geringen<br />
Raddrehzahlen. Unterstellen wir gewöhnliche PKW-<br />
Reifen, so reicht bis 100 km/h der Drehzahlbereich bis etwa<br />
1.000 1/min. Für die meisten Elektromotoren viel zu niedrig!<br />
Eine Lösung: hochdrehender Motor plus einstufiges Getriebe.<br />
Die anspruchsvollere Lösung: Radnabendirektantrieb mit<br />
einem speziell ausgelegten, langsam und kraftvoll drehenden<br />
Motor. Gegenüber einfachen Motoren fällt konstruktiv<br />
einiges anders aus: höhere Polanzahl, anderes Verhältnis<br />
von Dauermagnet- zu Elektromagnetpolen (Drehfelduntersetzung),<br />
größere Luftspaltfläche zwischen diesen Polen<br />
(mehr Drehmoment), Statorgeometrie, Wicklungsschema<br />
und Mechanik. Verlagert man den Rotor nach außen und<br />
führt Rad- und Motorlagerung zusammen, entsteht ein drehmomentstarker<br />
und robuster Direktantrieb.<br />
Die Abbildung zeigt einen Radnabendirektantrieb* als Drehstrom-Synchromaschine<br />
in Außenläuferbauweise. Statorwicklungen<br />
und Magnetstäbe im Rotor zeigen den hochpoligen<br />
Aufbau. Statische und dynamische Kräfte nimmt das<br />
Rotorgehäuse auf und verteilt sie auf zwei Kugellager. Diese<br />
Konstruktion, kombiniert mit Leichtbaustrategien, führt zu<br />
einem hochdynamischen Radantrieb für Elektro-Leichtfahrzeuge.<br />
Der abgebildete Motor leistet max. 5 kW bei nur etwa<br />
3 kg Mehrgewicht pro Rad. Flüssigkeitsgekühlte Varianten<br />
bis ca. 15 kW bringen etwa 5 kg zusätzliches Gewicht.<br />
* Konstruktion des Autors<br />
Abb.1.<br />
Hans-Jürgen Esch<br />
selbständiger Erfinder, Entwickler, Konstrukteur,<br />
Inhaber der Esch Projekt Systementwicklung,<br />
Geschäftsführender Gesellschafter ELAN Technologie GmbH<br />
office@esch-pro.com<br />
104 Neue Mobilität Neue Mobilität 105
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - TU München MUTE<br />
Die Pole Position der<br />
elektrischen Antriebe<br />
Perfekt abgestimmte Antriebe aus einer Hand = High-End Elektromobilität<br />
Motor<br />
D: 130...440 mm<br />
n1:6000...18000 rpm<br />
T1: 50...600 Nm<br />
Elektronik<br />
50...250 kVA<br />
200...800 V<br />
bis zu 500 A<br />
Getriebe<br />
nach Kundenwunsch<br />
Besuchen Sie uns auf der MobiliTec: Halle 25 · Stand L13/09<br />
WITTENSTEIN – eins sein mit der Zukunft<br />
www.wittenstein.de<br />
MUTE<br />
Das Elektrofahrzeugkonzept der TU München<br />
Aktuelle Fahrzeugkonzepte sind einer stetigen Tendenz zu<br />
steigendem Gewicht, höherer Leistung und zunehmender<br />
Größe unterworfen. Dies hat den Kunden in seiner Erwartungshaltung<br />
gegenüber dem automobilen Fortschritt stark<br />
geprägt. Der sich derzeitig vollziehende Wandel hin zu elektrisch<br />
betriebenen Fahrzeugen setzt dieser größer-stärkerschwerer-Maxime<br />
ein vorläufiges Ende. Die Energiespeicherung<br />
verursacht im Vergleich zu fossilen Energieträgern<br />
deutliche Nachteile im Hinblick auf Energiedichte und Speicherkosten.<br />
Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die zwingende Notwendigkeit,<br />
Fahrzeugkonzepte zu entwickeln, die eine deutlich<br />
abgewandelte bzw. reduzierte Funktionalität aufweisen.<br />
In der Wahrnehmung der Mehrheit der Kunden mögen diese<br />
neuen Konzepte im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor<br />
zunächst als unterlegen erscheinen, obwohl sie<br />
es - gemessen am objektiven Mobilitätsbedarf - nicht sind.<br />
Wie bei kaum einem anderen aktuellen Thema liefern Marktumfragen<br />
zur Elektromobilität widersprüchliche Werte:<br />
Je nach Auftraggeber der Studie kämen für bis zu 85% der<br />
Befragten beim nächsten Autokauf ein Elektroauto in Frage.<br />
Die geäußerten Nebenbedingungen sind jedoch sehr rigoros:<br />
So fordern 31% eine Reichweite von 450 bis 1.000 km und<br />
50% der Befragten eine Ladezeit von unter zwei Stunden,<br />
gleichzeitig wollen die potentiellen Kunden mehrheitlich maximal<br />
1.000 EUR mehr ausgeben als für ein herkömmliches<br />
Fahrzeug, was nach derzeitigem Stand der Technik nicht realisierbar<br />
ist. Die Notwendigkeit, Einschränkungen in Kauf<br />
zu nehmen, ist daher besonders stark auf die notwendige<br />
Kundenakzeptanz abzustimmen, um das wirtschaftliche Entwicklungsrisiko<br />
zu minimieren.<br />
An der TU München entsteht derzeit ein eFahrzeug - das<br />
Projekt MUTE - das sich mit den teils widersprüchlichen Kundenanforderungen<br />
kritisch-kreativ auseinandersetzt. Ausgangspunkt<br />
sind dabei die nach wie vor hohen Batteriekosten.<br />
Sollen trotz einer kleinen und damit günstigen Fahrbatterie<br />
die Leistungen des Fahrzeugs den durchschnittlichen<br />
Alltagsanforderungen genügen, muss (a) das gesamte Fahrzeug<br />
auf Energieeffizienz ausgelegt werden, (b) müssen<br />
Einschnitte in Fahrleistungen und bei der universellen Verwendbarkeit<br />
gemacht werden. Durch die polarisiertere Priorisierung<br />
der Fahrzeugeigenschaften wird die Konzeption<br />
des Fahrzeugs in der Klasse L7e ermöglicht. Hierdurch wird<br />
ein wesentlich höherer Spielraum für die technische Entwicklung<br />
aufgespannt, was eine signifikante Erhöhung des<br />
Gestaltungsspielraums erlaubt.<br />
Wesentliches Erfolgskriterium stellt die Forderung der Kunden<br />
nach einem Fahrzeug dar, welches trotz Neuartigkeit<br />
der Antriebstechnologie nach gängigem Empfinden als vollwertiges<br />
Automobil wahrgenommen wird. Dies bezieht sich<br />
insbesondere auf die Themenfelder Exterieurdesign und Anthropometrie,<br />
was Basis der Grundkonzeption war. Ebenso<br />
essentieller Bestandteil der Kaufentscheidung ist die subjektiv<br />
empfundene und die objektive Sicherheit, weswegen die<br />
Entwicklung eines hochentwickelten integralen Sicherheitskonzeptes<br />
ein weiterer Ausgangspunkt der Entwicklung war.<br />
Insgesamt wird MUTE dabei - unter Vollkostenbetrachtung<br />
- dennoch zu identischen Kosten wie heutige City-Car-Konzepte<br />
(z.B. Smart) realisierbar sein. Das Fahrzeug befindet<br />
sich derzeit im Aufbau und wird zur IAA 2011 der Öffentlichkeit<br />
vorgestellt werden.<br />
Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp<br />
Technische Universität München<br />
www.mute-automobile.de<br />
Technische Daten des Konzepts<br />
Minimale Reichweite<br />
Anzahl Passagiere<br />
Zuladung Gepäck<br />
Volumen Zuladung<br />
Leergewicht<br />
Antrieb<br />
Leistung<br />
Energieverbrauch<br />
Hauptenergiespeicher<br />
Range Extender<br />
110km<br />
2<br />
50 kg<br />
420 l hinten, 90 l vorne<br />
400kg + 100kg Energiespeicher<br />
Heckantrieb Zentralmaschine<br />
16.5kW Maschine / 15kW Rad<br />
6,6kWh/100km NEFZ<br />
8,6kWh/100km CADC<br />
Li-Ion 13,8kWh, 145Wh/kg,<br />
fahrzeugfest<br />
ZnO2 9.1kWh, 300Wh/kg<br />
auswechselbar<br />
industriell wiederaufbereitbar<br />
106 Neue Mobilität Neue Mobilität 107
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - RWTH Aachen<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - RWTH Aachen<br />
StreetScooter<br />
Urbane Mobilität zu einem bezahlbaren Preis<br />
Der StreetScooter, ein bezahlbares Elektroauto<br />
5.000 Euro, sicher, zuverlässig, innovativ und zugeschnitten<br />
auf individuelle urbane Mobilität: das sind die Attribute<br />
des Elektrofahrzeugs StreetScooter.<br />
Gemeinsam mit einem Dutzend Zulieferern als Miteigentümer<br />
und weiteren 15 strategischen Partnern entwickelt die<br />
StreetScooter GmbH ein bezahlbares Elektroauto, das nur<br />
5.000 Euro kosten soll - allerdings ohne die Batterie, die von<br />
den künftigen Kunden zusätzlich geleast wird. Das Industriekonsortium<br />
reicht von kleinen Unternehmen mit weniger als<br />
zehn Beschäftigten bis hin zu Konzernen mit mehr als 20.000<br />
Mitarbeitern.<br />
Das »Purpose-Design« des StreetScooter umfasst eine<br />
komplette Neukonstruktion und ermöglicht eine optimale<br />
Anordnung der Komponenten, die an die neuen Anforderungen<br />
angepasst ist. Den Preissprung schafft die StreetScooter<br />
GmbH mit Hilfe einer neuartigen Produktionstechnik, die<br />
auf einem Baukastensystem basiert, und durch den intelligenten<br />
Verzicht auf alles nicht dringend Notwendige - eben<br />
zugeschnitten auf die Anforderungen der urbanen Kurzstreckenmobilität.<br />
Neben der Modularisierung und Skalierbarkeit<br />
wird von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf die<br />
kostengünstige Produzierbarkeit aller Komponenten und<br />
die dazu erforderlichen Produktionstechnologien gelegt. Im<br />
Projekt StreetScooter wird ein Konzept zur Gestaltung von<br />
Elektrofahrzeugen entwickelt, das vor allem die bislang ungenutzten<br />
Vorzüge der elektrischen Antriebstechnologie bei<br />
der Produktgestaltung aufgreift. Der modulare, längs- und<br />
querskalierbare Karosseriebaukasten der StreetScooter-<br />
Produktfamilie ermöglicht ein hohes Maß an Individualisierbarkeit:<br />
Insgesamt sollen bis zu sechs unterschiedliche<br />
Modelle auf den Markt gebracht werden. Der Vorteil: Die für<br />
verschiedenste Nutzungszwecke einsetzbaren Fahrzeuge<br />
sprechen einen breiten Markt an und empfehlen sich somit<br />
unterschiedlichen Kundenkreisen.<br />
Der StreetScooter orientiert sich an dem zentralen Ziel der<br />
Skalierbarkeit auf Ebene einzelner Funktionen. Dadurch<br />
wird es möglich, einzelne Funktionen des Fahrzeugs zum<br />
einen in verschiedenen Konfigurationen und Derivaten des<br />
StreetScooter zu verwenden, aber auch in Fahrzeugen anderer<br />
Hersteller. Dadurch werden Skalen- und Verbundeffekte<br />
realisierbar, die sich in der günstigeren Produzierbarkeit<br />
auf Funktionsebene einzelner Sub-Lieferanten auswirken.<br />
Durch die Möglichkeit zur funktionalen Leistungsskalierung<br />
werden die »horizontale Wiederverwendbarkeit« durch andere<br />
Fahrzeughersteller und die »vertikale Wiederverwendbarkeit«<br />
in anderen Fahrzeugklassen begünstigt.<br />
Konzipiert ist der Wagen vor allem für die Innenstadt. Es wird<br />
eine Effizienzlücke im Stadtverkehr ausgenutzt, denn da ist<br />
der StreetScooter günstiger als Autos mit Verbrennungsmotor.<br />
Der neuen Stadt-Klasse wird langfristig das Potenzial eines<br />
Volksautos eingeräumt, das sich weltweit millionenfach<br />
verkaufen lässt. Das Geld für die Entwicklungsphase kommt<br />
zum großen Teil von den beteiligten Mittelständlern - Automobilzulieferer<br />
und Maschinenbauer. Das große Kapital<br />
spielt bei der Streetscooter GmbH jedoch keine ausschlaggebende<br />
Rolle. Jedes der beteiligten Unternehmen bringt<br />
statt Geld seine Expertise und Know-how auf einem bestimmten<br />
Gebiet in das Elektrofahrzeugprojekt ein. Um die<br />
künftigen Vertriebskonzepte kümmert sich zum Beispiel die<br />
holländische Leasinggesellschaft Athlon.<br />
Wie in jedem Elektroauto wird auch beim Streetscooter die<br />
Batterie die wichtigste - und mit bis zu 8.000 Euro auch<br />
teuerste - Komponente sein. Die Batterie wird nicht bei einer<br />
der Branchengrößen wie Panasonic, LG oder Johnson<br />
Controls bestellt, sondern bei einem kleinen Unternehmen<br />
aus Lübeck, das Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Zellen<br />
produziert: Der Energietechnikspezialist O.M.T. wird einen<br />
Stromspeicher liefern, der mindestens 100 Kilometer Reichweite<br />
ermöglicht.<br />
Um das Auto günstig zu halten wird auch auf einige Extras<br />
verzichtet. So wird statt einer Klimaanlage eine neuartige<br />
Dämmung zum Einsatz kommen. Das spart auch den kostbaren<br />
Strom, der für das Fahren gebraucht wird. Abgeschaut<br />
wurde das Thermomanagement bei Passivhäusern. Die notwendige<br />
Umlufttechnik, die nur geringe Mengen der kalten<br />
oder warmen Frischluft beimengt, bekommt die StreetScooter<br />
GmbH vom Autozulieferer BHTC.<br />
Zur Automesse IAA im Herbst in Frankfurt wird der aktuelle<br />
Stand der Arbeiten an Hand eines Prototypen dargestellt.<br />
Eine mögliche Serienfertigung ist ab 2013 geplant, zum Beispiel<br />
in einer Fabrik der holländischen Mitsubishi-Tochtergesellschaft<br />
Nedcar, die von Anfang an strategischer Partner<br />
im Projekt ist und Anforderungen aus Sicht der Produzierbarkeit<br />
in die Fahrzeugentwicklung mit einbringt.<br />
Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker<br />
StreetScooter GmbH<br />
kampker@streetscooter.eu<br />
www.streetscooter.eu<br />
108 Neue Mobilität Neue Mobilität 109
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - MÜnch<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Schott SOlar AG<br />
Vom Benziner zum Stromer<br />
60 Jahre MÜNCH<br />
eMobilität nur mit<br />
Erneuerbaren<br />
Erster Elektro-Doppelweltmeister kommt aus Deutschland<br />
Interview Dr. Martin Heming und Thomas Petsch<br />
Im Frühjahr 1948 startete der 19-jährige Friedel Münch mit<br />
seiner überarbeiten Einzylinder-Horex auf dem Hockenheimring.<br />
Was zu diesem Moment noch niemand ahnte: Es war<br />
die Geburtsstunde einer legendären Rennmaschine, denn<br />
der junge Techniker entwarf kurze Zeit später seine eigene<br />
Version der Horex, die 500er MÜNCH Renn-Horex, auf die<br />
am 27. Februar 1966 die berühmte MÜNCH »Mammut« TTS<br />
folgte. Er hatte um den Motor des NSU Prinz Automobiles<br />
herum ein, vor allem für die damalige Zeit, außerordentlich<br />
kraftvolles Motorrad geschaffen. Es war der Grundstein für<br />
die MÜNCH-Geschichte, welche Jahrzehnte lang ihre Fortsetzung<br />
finden sollte.<br />
Ein ähnliches Meisterstück gelang im Jahr 2000 dem Würzburger<br />
Unternehmer Thomas Petsch. 1997 erwarb er alle<br />
Rechte an der Marke MÜNCH und verwirklichte mit der<br />
MÜNCH Mammut 2000 seinen Kindheitstraum. Unter dem<br />
Dach der MÜNCH MOTORRAD TECHNIK GmbH entstanden 15<br />
Exemplare der MÜNCH Mammut 2000. Basierend auf einem<br />
2,0-Liter-Turbomotor wurde die mit 260 PS und einem Drehmoment<br />
von 380 Nm stärkste, aber auch teuerste handgefertigte<br />
Serienmaschine der Neuzeit geschaffen.<br />
Heute, über 60 Jahre nach dem ersten Auftritt von Friedel<br />
Münch auf dem Hockenheimring, beherrscht das MÜNCH<br />
Racing Team um Fahrer Matthias Himmelmann und mit der<br />
Elektro-Rennmaschine TTE das internationale Renngeschehen.<br />
Bereits in der ersten Saison der beiden Elektromotorradserien,<br />
der FIM e-Power International Championship und<br />
dem eGrand Prix der TTXGP, gelangen dem Team aus Lohfelden<br />
bei Kassel zwei Einzelrennerfolge, der Gewinn der Einzelfahrermeisterschaft<br />
der TTXGP sowie in beiden Serien der<br />
Sieg in der technisch bedeutsamen Konstrukteurswertung.<br />
Dies hat am 29. November 2010 auch nationale Beachtung<br />
gefunden, als das gesamte Team bei Bundeswirtschaftsminister<br />
Rainer Brüderle empfangen und für seine hervorragenden<br />
Entwicklungsleistungen im Bereich des elektrisch<br />
angetriebenen Motorradrennsports geehrt wurde.<br />
Mit diesen Erfolgen beweist die Marke MÜNCH erneut, dass<br />
sie zu den Pionieren in der Motorradbranche zählt. Es hat<br />
sich also nicht viel geändert, nur dass heute kein Benzin-,<br />
sondern ein Elektromotor die MÜNCH voran peitscht.<br />
Aktuelle Informationen sowie zahlreiche Impressionen zu<br />
MÜNCH gibt es im stets aktuellen Blog auf<br />
www.muenchmotorbikes.com<br />
Thomas Petsch (Manager MÜNCH Racing GmbH) und Dr.<br />
Martin Heming (CEO SCHOTT Solar AG) geben im Interview<br />
mit Juliane Girke, Redaktionsleiterin der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong><br />
Auskunft über die gemeinsame Zukunft von eMobilität und<br />
Erneuerbaren Energien. Durch den im März geschlossenen<br />
Kooperationsvertrag zwischen dem Doppelweltmeister im<br />
Elektro-Motorradsport und dem internationalen Produzenten<br />
von Photovoltaikkomponenten wird ein neues Kapitel<br />
der elektrisch betriebenen Fortbewegung eröffnet.<br />
Wie kam es zur Zusammenarbeit von MÜNCH und SCHOTT<br />
Solar?<br />
Heming: Elektromobilität ist ein hoch interessantes Zukunftsthema,<br />
das zu Recht stark ins öffentliche Bewusstsein<br />
getreten ist. Die legendären MÜNCH-Motorräder machen<br />
die Innovationskraft dieses Marktes erlebbar. Dieses Erlebnis<br />
wollen wir als Innovationsmotor der Solarbranche einem<br />
breiten Publikum ermöglichen.<br />
Petsch: Wir sind stolz darauf, SCHOTT Solar als internationalen<br />
Vorreiter für Solarenergie mit im Team zu haben, denn<br />
für mich ist seit der Entwicklung unserer eBikes klar, dass<br />
eMobilität nur Sinn macht, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren<br />
Quellen kommt.<br />
Wo genau sehen Sie die größten Schnittpunkte zwischen<br />
eMobilität und Solarenergie?<br />
Petsch: Elektromobilität sorgt für weniger Lärm und Emissionen<br />
im Verkehr. eFahrzeuge sind zwar im Betrieb grundsätzlich<br />
leise, effizient und kostengünstig, sie sind aber insgesamt<br />
nur so sauber wie der Strom, mit dem sie fahren. Durch<br />
die enge Verknüpfung von Elektromobilität und Solarenergie<br />
entsteht eine Win-Win-Situation für die Energieversorgung.<br />
Heming: Dies gilt auch in technischer Hinsicht. Bislang wird<br />
Solarstrom in das bestehende Stromnetz eingespeist und direkt<br />
verbraucht, wodurch es zu bestimmten Zeiten zu einem<br />
Überangebot kommt. Der Strombedarf von Elektrofahrzeugen<br />
lässt sich durch eine entsprechende Steuerung der Ladezeiten<br />
genau auf diese Angebotsspitzen abstimmen: Sie<br />
nehmen z.B. über Mittag, wenn viel Solarstrom im Netz ist,<br />
Strom aus erneuerbaren Quellen auf und verbrauchen diesen<br />
dann auf der nächsten Fahrt. So werden sie zu mobilen<br />
Puffern der Stromversorgung.<br />
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?<br />
Heming: Es ist eine langjährige Zusammenarbeit vorgesehen.<br />
Geplant sind gemeinsame Projekte und Maßnahmen<br />
zur Förderung der Präsenz solarer Energiegewinnung. Beispielsweise<br />
werden wir mittelfristig dafür sorgen, dass die<br />
MÜNCH-Motorräder ausschließlich solar betrieben werden.<br />
110 Neue Mobilität Neue Mobilität 111
Sonne rein,<br />
Strom raus.<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Derby Cycle<br />
Wenn die Zukunft nur<br />
immer so sicher wär.<br />
Investitionen in die Forschung<br />
sind unumgänglich<br />
Interview mit Rainer Brinkmann, Produktmanager eBikes bei Derby Cycle<br />
ERSTAUNLICH STABILE AUSSICHTEN.<br />
In Solarmodulen von SCHOTT Solar steckt, was wirklich zählt für langfristig<br />
hohe Stromerträge: hohe Leistungsstabilität*, die Qualität eines renommierten<br />
deutschen Technologieunternehmens und Erfahrung in der Solartechnik<br />
seit 1958.<br />
Alle Infos, wie Sie Solarstrom selber nutzen<br />
können, finden Sie auf<br />
schottsolar.de/solarertrag<br />
Wie wichtig ist eigene Forschung für Derby Cycle bei der<br />
Entwicklung von eBikes?<br />
Inzwischen sehr wichtig. Zunächst hat die Fahrradbranche<br />
darauf gesetzt, fertige Systeme zu kaufen. Dadurch konnten<br />
einige wenige Fahrradhersteller auf die hochwertigen Systeme<br />
weniger Anbieter zurückgreifen. Das wandelt sich jetzt.<br />
Auch aus kaufmännischer Sicht wollen Hersteller unabhängiger<br />
agieren, Innovationen zeigen und treiben Entwicklungen<br />
voran.<br />
Hat dies Auswirkungen auf Ihre Arbeit? Gibt es eine Entwicklungsabteilung?<br />
Natürlich hat die wachsende Bedeutung der eBikes Auswirkungen<br />
auf unsere interne Organisation. Das Produktmanagement<br />
wurde umgestellt, ich beschäftige mich ausschließlich<br />
mit eBikes. Die Technikabteilung ist gewachsen,<br />
eBike-Experten und Ingenieure wurden eingestellt. Im Team<br />
arbeiten wir an der Weiterentwicklung der Produkte und Antriebssysteme.<br />
Wir sind in der glücklichen Lage, in diesem<br />
Frühjahr als Weltneuheit ein neues Antriebssystem vorstellen<br />
zu können.<br />
Wie kam es zu der Entwicklung?<br />
Als Fachhandelspartner sind wir sehr nah am Markt. Wir<br />
stehen stets im Kontakt mit Händlern und Kunden, bekommen<br />
Rückmeldung über Produkte und Bedürfnisse. Vielen<br />
potenziellen eBikern fällt der Umstieg leichter, wenn keine<br />
Umgewöhnung beim Fahren nötig ist oder das eBike für ein<br />
sicheres, komfortables Fahrgefühl sorgt. Wir haben diesen<br />
Kundenwunsch aufgegriffen und präsentieren mit einem<br />
neuen Antriebs-/Brems-Konzept die Lösung.<br />
Wie sehen Sie die Marktentwicklung im eBike-Segment?<br />
Wir erwarten noch einmal ein echtes Wachstum. Außerdem<br />
nimmt die Differenzierung der eBike-Modelle weiter stark<br />
zu. Für unterschiedlichste Einsatzzwecke sind noch mehr<br />
passende Modelle verfügbar.<br />
Die Markteinführung von eAutos verläuft gerade in Deutschland<br />
eher schleppend. Sehen Sie den Stellenwert der eZweiräder<br />
entsprechend gewürdigt?<br />
Trotz Lobby-Arbeit forscht und probiert die Automobilbranche<br />
noch. Es sind aber schon ca. 500.000 eBikes auf<br />
deutschen Straßen, 200.000 davon wurden allein 2010 gekauft.<br />
Die Fahrradbranche fährt seit Jahren mit funktionierenden<br />
und alltagstauglichen Systemen. Der Endverbraucher<br />
würdigt dies mit beeindruckenden Stückzahlen. Alleine<br />
Derby Cycle hat im vergangenen Geschäftsjahr mehr als<br />
40.000 eBikes verkauft.<br />
www.derby-cycle.de / www.kalkhoff-bikes.de<br />
www.raleigh-bikes.de<br />
* In einer Leistungsmessung des Fraunhofer-Instituts erzielten Solarmodule<br />
von SCHOTT Solar im Durchschnitt auch noch nach 25 Jahren über 90 %<br />
ihrer ursprünglichen Leistung.<br />
112 Neue Mobilität Neue Mobilität 113
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - eVelotaxi<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - eVelotaxi<br />
Das eVelotaxi als Transport-<br />
und Kommunikationsmaschine<br />
Interview mit Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer Veloform Media GmbH<br />
©2011 BEM / Photos by www.sebastian-knoth.com<br />
BEM-Geschäftsführer Frank Müller und Leiter der eMO Gernot Lobenberg im eVelotaxi auf der E-world in Essen eVelotaxi auf der E-world 2011 Mich kann man mieten - weitere Infos beim BEM<br />
Was hat Veloform bewogen neben dem pedalgetriebenen<br />
Velotaxi jetzt das eVelotaxi auf den Markt zu bringen?<br />
Das Thema eMobilität entwickelt sich immer mehr zu einem<br />
realen Absatzmarkt. Veloform hat mit seinen internationalen<br />
Partnern in den letzten zehn Jahren ein weltweites Netzwerk<br />
von 1.800 Fahrzeugen in 120 Städten aufgebaut. Das Velotaxi<br />
als bewährtes Fahrzeug und Werbemittel durch die Umstellung<br />
auf rein elektromobilen Antrieb für diesen Zukunftsmarkt<br />
zu öffnen, schien uns die richtige Entscheidung für 2011.<br />
Sind die Velotaxifahrer faul geworden?<br />
Nachdem 1997 das Velotaxi Konzept in Berlin mit einer ersten<br />
Flotte rein pedalgetriebener Fahrzeuge seinen Start hatte,<br />
verfügen die seit 2000 eingesetzten Fahrzeuge alle über<br />
einen elektrischen Hilfsmotor, der insbesondere beim Anund<br />
Bergauffahren zum Einsatz kommt.<br />
Nur bei der »Velotaxi WM« im letzten Jahr stand der sportliche<br />
Wettkampf ohne Motor unter den teilnehmenden Fahrern<br />
aus 40 Ländern im Vordergrund. Dennoch hat es bei<br />
potentiellen Werbekunden, und Fahrgästen immer einen<br />
Teil gegeben, der das Konzept und die innovative Fahrzeugform<br />
gelobt, wegen des Pedalantriebes dem Thema letztlich<br />
reserviert gegenüber stand. Wir werden das klassische Velotaxi<br />
- zum Beispiel bei den Olympischen Spielen 2012 in<br />
London - weiterhin anbieten. Mit Blick auf den stark wachsenden<br />
Werbemarkt im Bereich eMobilität verfügen wir mit<br />
dem eVelotaxi über eine zeitgemäße Werbeplattform.<br />
Was unterscheidet das eVelotaxi von anderen Elektrofahrzeugen?<br />
Uns geht es nicht darum dem Segway oder eAutos Konkurrenz<br />
zu machen. Der Mobilitätscharakter vom eVelotaxi<br />
wird dem vom Velotaxi sehr ähneln. Es geht um volle Straßentauglichkeit<br />
bei gleichzeitiger Nutzung von Radwegen, Fußgängerzonen<br />
und Parkwegen. Wir erreichen dies durch die<br />
bewusste Abriegelung der Geschwindigkeit unter 20km/h,<br />
was vollkommen ausreichend ist. Der Erfolg des Velotaxi<br />
Konzeptes, Menschen und Marken zu bewegen, basiert seit<br />
jeher darauf, dass wir mit unseren Fahrzeugen stets im Zentrum<br />
der Aufmerksamkeit sind. Ein entspanntes Tempo ist<br />
hierbei erwünscht.<br />
Kann sich jeder ein eVelotaxi kaufen?<br />
Im ersten Jahr des Einsatzes legen wir den Fokus unserer Vermarktung<br />
auf den Einsatz des eVelotaxi bei Firmenevents,<br />
Messen sowie im Flottenbetrieb. Wir bieten diese Medialeistung<br />
oder Flottenvermietung insbesondere Energieversorgungsunternehmen<br />
an, die ein besonderes Interesse an<br />
Werbemaßnahmen im Bereich eMobilität haben. Bewusst<br />
haben wir das eVelotaxi auf der E-world in Essen das erste<br />
Mal der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt, wo uns mit vergleichsweise<br />
geringem Aufwand die vollste Aufmerksamkeit<br />
des Fachpublikums aus der Gas- und Elektrobranche sicher<br />
war. Ein Verkauf des eVelotaxi an Privatkunden ist ab 2012<br />
geplant.<br />
Welche Rolle spielt die Mitgliedschaft im Bundesverband<br />
eMobilität für Sie?<br />
Die Mitgliedschaft im BEM hat sich für uns im Rahmen der<br />
Markteinführung des eVelotaxi auf lokaler wie nationaler<br />
Ebene bezahlt gemacht. Ob auf dem monatlich stattfindenden<br />
BEM eStammtisch, als Kooperationspartner des BEM<br />
auf Leitmessen der eMobilitäts-Branche oder jetzt auf der<br />
Hannover Messe, der BEM mit seiner stetig wachsenden<br />
Zahl an Firmenmitgliedern bietet uns viele Synergieeffekte<br />
und neue Anknüpfungspunkte.<br />
Welche Chancen sehen Sie für Ihr Unternehmen, angesichts<br />
der aktuellen Anstrengungen von politischer Seite die Themen<br />
rund um eMobilität zu bündeln?<br />
Neben der erfolgreichen Zusammenarbeit mit BerlinPartner,<br />
sehen wir mit der neuen Berliner Agentur für Elektromobilität<br />
eMO auf regionaler Ebene einen interessanten neuen<br />
Partner. Insbesondere in der internationalen Vermarktung<br />
unserer Produkte können wir auf die langjährige Unterstützung<br />
durch den Regierenden Bürgermeister Berlins und des<br />
Senates bauen, welche unser Velotaxi als original Berliner<br />
Marke erkannten und auf internationalen Reisen stets unterstützt<br />
haben.<br />
Wo sehen Sie das eVelotaxi in fünf Jahren?<br />
Gerade in Berlin erleben wir mit der Entwicklung des ehemaligen<br />
Flughafens Tempelhof zum neuen Central Park der<br />
Hauptstadt eine für uns hochinteressante Entwicklung, an<br />
der wir von Anfang an gestaltend mitwirken. Mit dem eVelotaxi<br />
können wir für diese einzigartige 355 Hektar große Fläche<br />
ein ideales Mobilitätskonzept anbieten. Schaut man<br />
noch weiter in die Zukunft, wird insbesondere im touristisch<br />
relevanten Innenstadtbereich zwischen Alexanderplatz und<br />
Brandenburger Tor im Rahmen der Baumaßnahmen auf der<br />
Museumsinsel die Verkehrsplanung leichtere Elektrofahrzeuge<br />
begünstigen. Ein ähnlicher Trend ist auch in anderen<br />
Metropolen zu beobachten. Mit dem eVelotaxi haben wir<br />
einen sinnvollen Baustein für den urbanen Verkehr der Zukunft.<br />
Dr. Anselm Franz<br />
franz@veloform.com<br />
www.veloform.com<br />
114 Neue Mobilität Neue Mobilität 115
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - IGEL AG<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - IGEL AG<br />
Die größte Unsicherheit<br />
ist der Kunde<br />
Gernot Rainer, Leiter Geschäftsentwicklung IGEL AG<br />
Vor welchen Herausforderungen steht die deutsche Industrie<br />
in Sachen Forschung & Entwicklung? Und welche Vorteile<br />
bringt Sie im Gegensatz zu anderen Ländern mit?<br />
Deutschland hat den Trend zur eMobilität verspätet ernst<br />
genommen und somit einiges aufzuholen. Einer fehlenden<br />
Großserienproduktion für Hochvoltspeicher stehen beispielsweise<br />
installierte Überkapazitäten in Fernost gegenüber. Der<br />
Standort Deutschland profitiert von seiner Innovationsleistung,<br />
der sicheren Infrastruktur sowie vom Fachpersonal.<br />
Dennoch ist es meinem Erachten nach sehr wichtig, nicht nur<br />
im Bereich Verbrennungsmotoren »das Gute noch besser zu<br />
machen«, sondern die eMobilität mit Schrittmachertechnologien<br />
voranzutreiben. Als Entwicklungspartner für die deutschen<br />
OEM leistet die IGEL AG in aktuellen Projekten bereits<br />
einen wertvollen Beitrag. Die aufkommende »eMobilitätsernüchterung«,<br />
also das fehlende Gefühl für den Markt basierend<br />
auf wenigen Nischenprodukten der ersten Generation,<br />
sehe ich als große Herausforderung. Kunden können<br />
für den Kaufentscheid die Frage nach hohem Kaufpreis<br />
vs. Mehrwert im Alltag vs. Lifestyle nicht eindeutig beantworten.<br />
Mein abschließendes Fazit aus heutiger Sicht: die<br />
größte Unsicherheit ist der Kunde.<br />
Gernot Rainer, MBM<br />
IGEL AG, München<br />
www.igel.ag<br />
Forschung & Entwicklung im Bereich der Elektromobilität:<br />
Was passiert hier aktuell bei den deutschen OEM?<br />
In nahezu allen Fachbereichen wird entwickelt - jegliche<br />
denkbare Kombination von eAntrieben dargestellt. Als Berater<br />
habe ich in den letzten Jahren einen spezifischen Wissensaufbau<br />
beobachtet, Beurteilungskompetenz ist das<br />
Gebot der Stunde, sowohl bei den OEM als auch bei Systemlieferanten.<br />
Aus technischer Sicht steht der Hochvoltspeicher im Fokus:<br />
Ladezeiten, Reichweite, Herstellkosten etc. sind noch nicht<br />
im Zielkorridor - die Großserienfertigung noch nicht angelaufen.<br />
Komponenten wie Leistungselektronik, Ladetechnik,<br />
eMaschinen usw. müssen Automotive-tauglich gemacht<br />
werden - die 1:1 Übernahme aus dem Industriebaukasten<br />
genügt vielfach nicht. Ein herstellerübergreifendes deutschjapanisches<br />
Konsortium befasst sich aktuell mit der PEM<br />
(FC) Niedertemperaturbrennstoffzelle.<br />
Eine weitere Schlüsselkomponente bei der OEM-internes<br />
Know-how gefragt ist, denn nur wenige der ca. 200 weltweiten<br />
Lieferanten haben relevante Automotive Erfahrung. Mein<br />
Favorit: Das neu gegründete Joint Venture von Peugeot Citroen<br />
und BMW zur Komponentenentwicklung am Standort<br />
München - Skaleneffekte in der gemeinsamen Produktion<br />
schaffen hier Wettbewerbsvorteile.<br />
Welche serientauglichen Lösungen sehen Sie aktuell in diesem<br />
Bereich?<br />
Wie Genf gezeigt hat, stehen Fahrzeuge zur Kundenauslieferung<br />
bereit - hier gebe ich dem Plug-in-Hybrid die größten<br />
Marktchancen. Die Varianz bei Einsparungen im Fahrzyklus<br />
erschwert aktuell dem potentiellen Kunden eine solide Kostenbewertung<br />
und so den Kaufentscheid.Reine eAutos inkl.<br />
serienmäßigem Range-Extender lassen noch auf sich warten.<br />
Meiner Ansicht nach ist nun der Zeitpunkt gekommen,<br />
wo mit bisherigen Entwicklungen, z.B. Li-Ion-Hochvoltspeicher<br />
oder Hybridsynchronmotoren, Geld verdient werden<br />
muss. Ob sich die Technologien bewähren, oder weitere<br />
Meilensteine in der Technologie-Roadmap notwendig sind,<br />
wird sich zeigen. Baukastenlösungen, Miniaturisierung,<br />
Economies of Scale - das sind weitere Schritte in der Industrialisierung.<br />
Am Beispiel Better Place sieht man deutlich<br />
den Cross-Selling-Ansatz bei Mobilitätskonzepten. Dieser<br />
Datenverwertungsplattform werden sich auch die OEM nicht<br />
verschließen - markenspezifische Mobilitätsdienstleistungen<br />
werden folgen.<br />
Meine Einschätzung für Deutschlands eMobilität in 2020: Es<br />
wird ein Mix aus wenigen reinen Elektroautos, vielen unterschiedlichen<br />
Hybridkonzepten sowie eBikes.<br />
Stanztechnik elektrisiert<br />
Wir stanzen und verarbeiten Stromschienen, Schnappscheiben, Federn,<br />
Stanzgitter, Steckkontakte, Mikrostanzteile und viele andere Produktgruppen<br />
und Technologien.<br />
116 Neue Mobilität<br />
Kleiner GmbH . Stanztechnik . 75179 Pforzheim . www.kleiner-gmbh.de . Wir denken Lösungen.<br />
KLEINER
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Team Bayreuth<br />
Forschung & Entwicklung - Fahrzeugkonzepte - Formula Student Electric<br />
In diesem Jahr wenden wir<br />
uns der Zukunft zu<br />
Interview mit Florian Reichert, 1. Vorstand des Elefant Racing Teams Bayreuth<br />
Formula Student Electric<br />
Zukunftssicherung durch Nachwuchsförderung<br />
Schleifarbeiten an der Negativform des CFK Monocoque<br />
Montagearbeit am Batteriemanagement-System (Fotograf: Ole Kröger; Quelle: Formula Student)<br />
Wer steckt hinter dem Projekt Elefant Racing?<br />
Wir sind jedes Jahr ein Team aus etwa 25 Studenten. Der<br />
Großteil sind Ingenieure, aber auch Wirtschafts- und<br />
Medienwissenschaftler sind dabei. Elefant Racing wurde 2004<br />
gegründet und ist 2005 mit dem ersten Rennwagen an den<br />
Start gegangen. In diesem Jahr haben wir uns entschlossen<br />
vom Verbrennungsfahrzeug wegzugehen und uns der Zukunft<br />
zuzuwenden, indem wir ein voll elektrisches Fahrzeug bauen.<br />
Damit wollen wir in Hockenheim und in Italien an der Formula<br />
Student teilnehmen.<br />
Was motiviert dazu, an der Formula Student teilzunehmen?<br />
Die Formula Student ist eine exzellente Plattform, um das<br />
Studium in die Praxis umzusetzen und um Einblicke ins unternehmerische<br />
Handeln zu bekommen. Wir sprechen immerhin<br />
von einem Projekt, das mit einem Jahr Laufzeit und einer<br />
horrenden Geld- und Materialsumme zu einem bestimmten<br />
Ziel führen soll. Man bewegt sich jedes Jahr auf absolutem<br />
Neuland, versucht, das Vorjahr noch zu toppen, was die<br />
Cleverness der eigenen Konstruktion angeht. Es ist eine<br />
absolut gute Verbindung zwischen Theorie und Forschung.<br />
Worin bestehen die Herausforderungen?<br />
Die Herausforderungen sind vielfältig. Das Engagement, das<br />
man da reinsteckt geht ab von der eigenen Freizeit und von<br />
der Zeit, die man ins Studium investiert. Zeitmanagement ist<br />
ein großes Thema, wenn es darum geht, in einem Jahr ein<br />
komplexes Gebiet zu bearbeiten und abzuschließen. Am<br />
Anfang der Saison braucht es einen Plan, um ein Projekt<br />
zum Erfolg zu bringen, welches das Fachpublikum am Ende<br />
umhaut.<br />
Worin liegen die größten Schwierigkeiten bei der Entwicklung<br />
des neuen eRennwagens?<br />
Da liegen ganz andere Anforderungen am Fahrzeug als<br />
an einem Verbrennerauto. Das fängt bei der Auswahl der<br />
Akkus an, der Wahl der Motoren, ob Gleichstrom oder<br />
Wechselstrom. Man muss sich mit den Vor- und Nachteilen<br />
verschiedener Systeme auseinandersetzen. Dazu kommt<br />
der Sicherheitsaspekt. Das Reglement, das speziell für die<br />
Elektrofahrzeuge kreiert worden ist, hält einige Features<br />
bereit. Der Beregnungstest z. B. darf keinen Kurzschluss verursachen.<br />
Ohne diese Voraussetzungen zu bestehen darf das<br />
Fahrzeug nicht an den Start. Wir müssen unser Augenmerk<br />
auf ein gutes Sicherheitskonzept richten, wir fahren immerhin<br />
mit 400 Volt.<br />
Florian Reichert<br />
florian.reichert@elefantracing.de<br />
www.elefantracing.de<br />
Im August 2010 fand der weltweit erste Hochschulwettbewerb<br />
für elektrische Rennwagen statt, die Formula Student Electric<br />
(FSE). Die FSE ist Teil der Formula Student Germany (FSG), die<br />
seit 2006 jährlich auf dem Hockenheimring stattfindet. Ziel<br />
der Organisatoren ist es, engagierte Studierende zu fördern,<br />
ihr Know-How zu schulen und Innovationen zu unterstützen.<br />
Nur so können die angehenden Ingenieure umfassend auf<br />
zukünftige berufliche Herausforderungen vorbereitet werden<br />
und sich kreativ und - anhand der FSE - mit viel Spaß in das<br />
Thema Elektromobilität einarbeiten.<br />
Die FSG hat den Ruf, der professionellste, anspruchsvollste<br />
und fairste Formula Student Wettbewerb der Welt zu sein. Es<br />
wird versucht die angehenden Ingenieure vor allem in den<br />
Bereichen zu fördern, in denen die aktuellen Entwicklungen<br />
in Forschung und Industrie stattfinden. Derzeit entwickeln<br />
Automobilhersteller mit Hochdruck Hybrid- und Elektroautos,<br />
da der hohe Emissionsausstoß und die knapper werdenden<br />
fossilen Rohstoffe die Hersteller dazu zwingen nach alternativen<br />
Antriebsmöglichkeiten zu suchen. Diesen Trend haben<br />
auch die Organisatoren der FSG erkannt und im August<br />
2009 bekannt gegeben, dass die FSG im Jahr 2010 zu einem<br />
Event mit zwei Wettbewerben ausgeweitet wird: der Formula<br />
Student Combustion für Verbrennungsmotoren und der<br />
Formula Student Electric für Elektromotoren.<br />
Mit der Einführung der FSE haben die Organisatoren der FSG<br />
den Teams die Aufgabe gestellt einen einsitzigen Formelrennwagen<br />
mit vollelektrischem Antrieb unter wirtschaftlichen<br />
Gesichtspunkten zu konstruieren. Auf diese Weise erwerben<br />
die Studierenden das Know-how über elektrische Antriebe<br />
und werden praktisch und umfassend auf eine der größten<br />
Herausforderungen der Automobilindustrie der kommenden<br />
Jahre vorbereitet.<br />
Bei der FSE sind ausschließlich vollelektrische Antriebe<br />
erlaubt, da hybride Antriebe nur eine eingeschränkte Unabhängigkeit<br />
von fossilen Kraftstoffen bieten und dadurch nur<br />
als Zwischenlösung angesehen werden. Darüber hinaus würde<br />
die Zulassung hybrider Antriebe größere finanzielle und infrastrukturelle<br />
Herausforderungen an die teilnehmenden Teams<br />
stellen. Der große Erfolg des weltweit ersten FSE Wettbewerbs<br />
bei Studierenden, Fachleuten, Sponsoren, Zuschauern sowie<br />
der Presse hat die Organisatoren dazu ermutigt 2011 die<br />
Anzahl der Startplätze auf 30 zu verdoppeln. Das immense<br />
Interesse und das Wachstum an neuen Teams, die sich auf<br />
den Elektroantrieb konzentrieren, zeigen deutlich, dass die<br />
Macher der FSE den aktuellen Trend zur richtigen Zeit aufgegriffen<br />
haben und so nicht nur mit den Entwicklungen der<br />
Automobilindustrie Schritt halten, sondern auch den Nerv<br />
der Studierenden getroffen haben.<br />
Julien van Campen / Johanna Scheider<br />
Formula Student Germany<br />
www.formulastudent.de<br />
118 Neue Mobilität Neue Mobilität 119
Forschung & Entwicklung - Fröschl Geothermie<br />
Forschung & Entwicklung - Fröschl Geothermie<br />
3D-seismischen Untersuchungen wird z.B. vorab geprüft, ob<br />
das im Boden vorhandene Wasser die notwendige Mindesttemperatur<br />
von 130°C erreicht. Restrisiken in punkto Fündigkeit<br />
werden durch ein spezielles Versicherungskonzept<br />
abgedeckt. Darüber hinaus verfügen Geschäftsführer, Mitarbeiter<br />
und Partner der Fröschl Geothermie GmbH über eine<br />
außergewöhnlich hohe fachliche Kompetenz und langjährige<br />
Erfahrung in den Bereichen Erneuerbare Energien, Kraftwerksbau<br />
und intelligente Stromnetze. Genau diese sind<br />
nämlich notwendig, um die beispielsweise durch Erdwärme<br />
gewonnene Energie bedarfsgerecht zu verteilen.<br />
Energie aus der Erde<br />
Geothermische Quellen liefern den Strom für Elektrofahrzeuge<br />
Besonders wichtig wird dies zukünftig sein, wenn immer<br />
mehr Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.<br />
Eine Million sollen es bis zum Jahr 2020 werden, die dann<br />
knapp 2 TWh Strom verbrauchen. Dies entspricht etwa 0,3%<br />
der gesamten Energieproduktion. Aktuelle Studien belegen,<br />
dass hierfür keine neuen Kraftwerke gebaut werden müssen<br />
und der Bedarf sogar komplett mit Strom aus Erneuerbaren<br />
Energien gedeckt werden kann. Die Geothermie wird hierzu<br />
sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten.<br />
Anja Gleißl<br />
Fröschl Geothermie GmbH<br />
www.froeschl-geothermie.de<br />
Dass Fahren mit Strom die Fortbewegung der Zukunft ist,<br />
das ist vielen von uns mittlerweile klar geworden. Nicht nur<br />
deshalb, weil die Vorräte von Rohstoffen für herkömmliche<br />
Antriebe zur Neige gehen oder Elektrofahrzeuge mit ihren<br />
unvergleichlichen Beschleunigungswerten einfach nur Spaß<br />
machen. Nein - wir haben in den letzten Jahren ein stärkeres<br />
Umweltbewusstsein entwickelt und fast jeder möchte nun<br />
seinen eigenen kleinen oder gerne auch größeren Beitrag<br />
zum Klimaschutz leisten.<br />
durchwegs gleichbleibende Menge an Energie, sind also<br />
»grundlastfähig«. Genau dies ist der ausschlaggebende Unterschied<br />
zu anderen Formen der Erneuerbaren Energien, die<br />
fast ausnahmslos abhängig sind von nicht beeinflussbaren<br />
Faktoren wie z.B. der Intensität und Dauer von Wind oder<br />
Sonneneinstrahlung. Außerdem kann bei Geothermie-Kraftwerken,<br />
neben der üblichen Stromerzeugung und -einspeisung,<br />
die zusätzliche Heizleistung über ein Fernwärmenetz<br />
entsprechend verteilt werden.<br />
AKTUELLE RATING-ANALYSE 01/2011<br />
„Sehr gut“ (1-)<br />
Das emissionsfreie Fahren ist hierfür ein guter Ansatz, denn<br />
pro Kilometer stößt ein PKW, je nach Größe, Leistung, Fahrweise<br />
etc., zwischen 100 und 300g CO2 aus. Die Folgen, wie<br />
etwa starke Temperaturschwankungen, die Veränderung der<br />
Niederschlagsmuster und der Anstieg des Meeresspiegels,<br />
sind bekannt.<br />
Betankt man sein Auto mit Strom, werden die schädlichen<br />
Ausstöße und somit die negativen Auswirkungen auf die<br />
Umwelt erheblich reduziert. Nahezu komplett vermeiden<br />
kann man sie dann, wenn man seinen Strom aus erneuerbaren<br />
Energiequellen bezieht. Eine besonders vorteilhafte<br />
Form der Erneuerbaren Energie stellt die Tiefengeothermie<br />
dar. Geothermische Quellen sind nicht nur autark und nahezu<br />
unerschöpflich, sie produzieren sogar Tag und Nacht eine<br />
Die Fröschl Geothermie GmbH errichtet derzeit, gemeinsam<br />
mit Branchenexperten wie Projektierern, Bohrunternehmen,<br />
Investoren und Banken, in Kirchweidach/Oberbayern das<br />
bisher größte Geothermie-Kraftwerk Deutschlands. 2012<br />
wird das Kraftwerk ans Netz gehen und etwa 10 Megawatt<br />
Strom sowie circa 80 Megawatt Wärme erzeugen. Damit<br />
sollen ein Industriebetrieb und mehr als 3.500 Haushalte<br />
versorgt werden. Einige weitere Projekte in ähnlicher Größenordnung<br />
befinden sich momentan bereits in der Planungs-<br />
und Explorationsphase.<br />
Die Technik im Bereich Tiefengeothermie ist mittlerweile so<br />
ausgereift, dass viele Risiken weitgehend ausgeschlossen<br />
werden können, schon bevor mit der Bohrung in drei bis<br />
vier Kilometer tiefe Schichten begonnen wird. Mit Hilfe von<br />
Geothermie –<br />
die Zeit ist reif.<br />
Geothermie bedeutet Erdwärme.<br />
Ziel ist die Nutzung zur Strom- und<br />
Wärmeerzeugung. Energie aus<br />
Erdwärme bietet Vorteile, die auf der<br />
Hand liegen:<br />
Geothermiekraftwerke produzieren<br />
Tag und Nacht Energie.<br />
Die Abwärme kann für eine autarke<br />
Wärmeversorgung genutzt werden.<br />
Große Teile Deutschlands eignen<br />
sich für die Gewinnung von Energie<br />
aus Erdwärme.<br />
Im Betrieb entstehen praktisch<br />
keine schädlichen Emissionen.<br />
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Tel.: +49 941 20 00 0-990<br />
Fax: +49 941 20 00 0-991<br />
FRÖSCHL Geothermie ist Mitglied beim<br />
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120 Neue Mobilität<br />
www.geokraftwerke.de
Buchvorstellungen<br />
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Lust auf mehr Lesestoff? Alle vorgestellten Publikationen<br />
können Sie auf der BEM-Homepage unkompliziert und schnell<br />
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Dr. Reiner Korthauer (Hrsg.)<br />
Handbuch Elektromobilität<br />
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Mehmet Yay<br />
Elektromobilität<br />
Theoretische Grundlagen,<br />
Herausforderungen sowie Chancen<br />
und Risiken der Elektromobilität<br />
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Sie könnten, wenn sie wollten..<br />
Elektroautos und die<br />
Lippenbekenntisse der<br />
Autoindustrie<br />
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Dr. Thomas Becks u.a. (Hrsg.)<br />
Wegweiser Elektromobilität<br />
VDE Verlag GmbH, Berlin 2010<br />
Preis 29,00 Euro<br />
Differenziertes Bild der Elektromobilität<br />
Passend zur allgemeinen Diskussion um Elektromobilität<br />
hat Dr. Reiner Korthauer in Kooperation mit dem Zentralverband<br />
Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)<br />
ein strukturierendes Handbuch zum Thema herausgegeben.<br />
Der Sammelband vereinigt Aufsätze verschiedener Autoren<br />
und zeichnet ein multiperspektivisches und differenziertes<br />
Bild vom aktuellen Stand der Elektromobilität sowie von den<br />
zukünftigen Potenzialen dieser Technik. Die Themenpalette<br />
reicht dabei von der historischen Entwicklung über wirtschaftliche<br />
Analysen und technische Erläuterungen bis hin<br />
zu Diskussionsbeiträgen über künftige Designs von Elektrofahrzeugen<br />
und deren Recyclingmöglichkeiten. Leider verengt<br />
der Sammelband die Diskussion um die Elektromobilität<br />
größtenteils auf das eAuto, so dass das gewaltige<br />
Potenzial, das die Elektromobilität im Zweiradbereich wie<br />
auch im öffentlichen Verkehr hat, zu kurz kommt. Nichtsdestotrotz<br />
bietet das Handbuch Elektromobilität eine Vielzahl<br />
detaillierter Informationen zum Thema. Wer in der aktuellen<br />
Debatte fundiert mitreden will, sollte dieses Handbuch<br />
gründlich studiert haben.<br />
Elektromobilität aus der Vogelperspektive<br />
Der schlichte Titel »Elektromobilität« hält, was er verspricht:<br />
Mit dieser Arbeit ist Mehmet Yay ein sehr guter Überblick<br />
über das diskutierte Themenfeld gelungen. Einsteiger bekommen<br />
ein hervorragendes Bild über die aktuellen Diskussionen<br />
rund um das Thema elektrische Fahrzeuge, von der<br />
Technik über die Rahmenbedingungen bis hin zur politischen<br />
Begleitung und zu potentiellen Anwendungsmöglichkeiten.<br />
Besonders interessant ist dabei der detaillierte Teil über<br />
Chancen und Risiken der elektromobilen Entwicklung, hier<br />
lohnt sich auch für den Fachmann der ein oder andere Blick<br />
in das Buch. Die gute und themenübergreifende Zusammenfassung<br />
des Status Quo der Elektromobilität ist leider auch<br />
die größte Schwäche der Publikation: Es werden vor allem<br />
bisherige Erkenntnisse zusammengetragen ohne große eigene<br />
Ergebnisse, und an manchen Stellen fehlt es dem Fachleser<br />
etwas an Tiefe. Wer sich jedoch neu ins Themenfeld<br />
Elektromobilität einlesen möchte oder sich die elektromobile<br />
Debatte einmal aus der Vogelperspektive betrachten<br />
will, dem ist die Arbeit von Mehmet Yay sehr zu empfehlen.<br />
Pioniergeist in Buchform<br />
Die beiden österreichischen Autoren sind Pioniere der emobilen<br />
Fortbewegung und fahren selbst seit mehreren Jahren<br />
eAuto. In ihrem Buch machen sie ihre persönlichen Erfahrungen<br />
der Öffentlichkeit zugänglich und nehmen zugleich<br />
kritisch die bisherigen elektromobilen Entwicklungsbemühungen<br />
der Autohersteller unter die Lupe. Sie zeigen dabei<br />
deutlich auf, dass Elektroauto-Fahren bislang mit sehr viel<br />
Mühen verbunden war und man dazu erhebliche Widerstände,<br />
auch und gerade von Seiten der Hersteller überwinden<br />
musste. Dieser Erfahrungsbericht ist verbunden mit einer<br />
ausführlichen historischen Darstellung der eAuto-Entwicklungen<br />
und -Angebote. Wobei die Autoren zu dem Schluss<br />
kommen, dass die prinzipielle technologische Umsetzbarkeit<br />
von eMobilität schon lange gegeben ist, dass sich die<br />
etablierten OEM aber auch ebenso lange gegen eine alternative<br />
Mobilität gesträubt haben. Das Buch vermittelt sowohl<br />
die Begeisterung für Elektromobilität als auch die Enttäuschung<br />
über den bis dato sehr schleppenden Wandel unserer<br />
Mobilitäts-Gewohnheiten.<br />
Der Projektführer<br />
Elektromobilität wird zwar überall diskutiert, findet aber bislang<br />
zum überwiegenden Teil nur in Projekten statt. Diesen<br />
Umstand haben die Herausgeber des Wegweisers Elektromobilität<br />
aufgegriffen und mit dem vorliegenden Werk einen<br />
überaus informativen Überblick geschaffen. Nachdem<br />
die Herausgeber das Werk mit einigen kurzen, aber sehr<br />
lesenswerten Artikeln einleiten, folgt auf über 300 Seiten<br />
eine Darstellung der Vielzahl unterschiedlicher aktueller<br />
Elektromobilitätsprojekte, im Regelfall mit genauen Angaben<br />
zu Projektinhalt und Laufzeit, Konsortialpartnern sowie<br />
Kontaktangaben. Für die Elektromobilitätsbranche mit ihrem<br />
großen Vernetzungs- und Informationsbedarf ist dieses<br />
Büchlein damit eine wahre Fundgrube und leistet dem erforderlichen<br />
Wissenstransfer nötigen Vorschub. Der Wegweiser<br />
Elektromobilität kann durch die ausführliche Projektübersicht,<br />
die übrigens auch internationale Projekte mit einschließt,<br />
erhebliche Synergien schaffen und ist damit ein<br />
unverzichtbares Tool für alle Entscheider und Netzwerker<br />
der Branche.<br />
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Das Magazin vom Bundesverband eMobilität<br />
Tagungsleitung<br />
Themenschwerpunkte<br />
· Betriebsfestigkeit – Bewertung, Auslegung und<br />
Prüfung<br />
· Systemzuverlässigkeit – Funktionale Sicherheit<br />
und Fehler- bzw. Risikoanalyse<br />
· Aktive Sicherheit – Fahrdynamik, Fahrerassistenz<br />
und Bremsregelung<br />
· Passive Sicherheit – Sicheres Crashverhalten<br />
· Wartungs- & Reparaturkonzepte<br />
· Normung und Standardisierung<br />
Veranstalter<br />
Mit freundlicher<br />
Unterstützung<br />
Kontakt<br />
Dr.-Ing. Michael Jöckel<br />
» Fraunhofer-Institut für<br />
Betriebs festigkeit und System -<br />
zuverlässigkeit LBF<br />
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG<br />
Sylvia Hahn, Lucia Femerling / Projektleitung<br />
Kolbergerstr. 22 · DE 81679 München<br />
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tagungen@hanser.de · www.safeemobility.de<br />
© Fraunhofer LBF © Fraunhofer LBF<br />
Vorschau<br />
Die <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>, das Magazin vom Bundesverband eMobilität,<br />
informiert vierteljährlich über Projekte und Veranstaltungen der emobilen<br />
Branche, die Arbeit seiner Mitglieder und über relevante News im<br />
Bereich Elektromobilität.<br />
In zahlreichen Fachartikeln und Kommentaren diskutieren wir Fragen<br />
zum Status Quo der Elektromobilität. Zudem geben Interviews mit verschiedenen<br />
eMobilitätsplayern interessante Einblicke in die Branche. In<br />
wechselnden Themenschwerpunkten informiert das Magazin außerdem<br />
regelmäßig und detailliert über konkrete Projekte, Innovationen und<br />
vielversprechende Geschäftsmodelle.<br />
In der Sommer-Ausgabe der <strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong> beschäftigen wir uns<br />
ausführlich mit der Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität.<br />
Sowohl der angekündigte Zwischenbericht, als auch die beteiligten Akteure<br />
stehen im Fokus des Magazins und werden von unseren Experten<br />
unter die Lupe genommen. Im Rahmen unserer politischen Arbeit stellen<br />
wir unseren parlamentarischen Beirat vor. Wir schauen erneut auf<br />
die eMobilität in Europa und beleuchten die natürliche Partnerschaft<br />
zwischen Elektromobilität & Erneuerbaren Energien als Grundlage nachhaltiger<br />
Mobilitätskonzepte. Branchenübergreifende und europaweite<br />
Kooperationen und innovative Ideen stehen daher im Mittelpunkt der<br />
Berichterstattung in der Ausgabe 04.<br />
Der Themenschwerpunkt Erste Flotten wird um eine Marktübersicht<br />
vom eBike über eScooter bis hin zum Elektroauto erweitert. Welche<br />
eFahrzeuge sind wann und zu welchen Kosten tatsächlich erhältlich? In<br />
Fahrberichten erfahren Sie außerdem, wie sich welcher Stromer auf der<br />
Straße macht. Fahrspaß und Straßentauglichkeit spielen bei der eFahrzeug-Rallye<br />
e-miglia ebenfalls eine große Rolle. Im nächsten Magazin<br />
erfahren Sie mehr zu diesem Veranstaltungshighlight.<br />
Für eine erfolgreiche Unternehmensdarstellung als Innovationsträger,<br />
Vorreiter und aktiver eMobilitätsplayer, wenden Sie sich bitte für Anzeigenschaltungen<br />
und Einträge ins Firmenverzeichnis direkt an:<br />
Sandrine Frideres, Anzeigenredaktion / Abo-Service<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Über redaktionelle Beiträge, Fachartikel, Pressemeldungen, Termine, innovative<br />
Projekte, Feedback und natürlich über Anregungen freut sich:<br />
Juliane Girke, Redaktionsleitung / juliane.girke@bem-ev.de<br />
Abonnement Fax an <strong>03</strong>0 8638 0866<br />
JAHRES-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 26,50 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*)<br />
studenten-ABO / 4 Ausgaben<br />
zum Bezugspreis von 18,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland zzgl. Porto*). Eine aktuelle<br />
Studienbescheinigung wird dem BEM unter abo@neue-mobilitaet.info geschickt.<br />
Förder-abo / 4 Ausgaben<br />
Lesen Sie 4x jährlich die »Neue Mobilität« und unterstützen Sie damit die Arbeit des Bundesverbands<br />
eMobilität. Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische Mobilitätsalternative<br />
auf die Straße bringen. Zum Bezugspreis von 45,00 € inkl. Porto/Versand und MwSt. (Ausland<br />
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oder per email an<br />
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Unser Fachmagazin wird Sie nun viermal im Jahr über aktuelle Fragestellungen, Entwicklungen<br />
und Projekte der eMobilitätsbranche informieren.<br />
* Porto Ausland: EU-Zone: zzgl. 3,75 € pro Jahr, Europa außerhalb EU zzgl. 11,25 € pro Jahr, restliche Welt zzgl. 22,50 € pro Jahr. Das Abonnement enthält die regelmäßige<br />
Lieferung der »<strong>NEUE</strong>N <strong>MOBILITÄT</strong>« und gilt für jeweils 4 Ausgaben. Falls nicht 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements gekündigt wird, verlängert sich dieses um<br />
ein weiteres Jahr. Bei einer evtl. Erhöhung der Ausgabenfrequenz ab 2012 erhöht sich auch der Abonnementpreis entsprechend. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann<br />
innerhalb von 14 Tagen beim Bundesverband eMobilität e.V., Wallstraße 16, 10179 Berlin widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung<br />
des Widerrufs mit Brief, Fax oder eMail.<br />
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BEM-<br />
MITGLIEDER<br />
Bitte Unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Ideen,<br />
Projekten und Ihrer Begeisterung. Zeigen Sie sich und Ihr<br />
Engagement für EINE <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>.<br />
Der Bundesverband eMobilität vernetzt die Akteure aus<br />
Wirtschaft, Politik und Medien miteinander, fördert die öffentliche<br />
Wahrnehmung für Elektromobilität durch zahlreiche<br />
Veranstaltungen und setzt sich für die notwendigen infrastrukturellen<br />
Veränderungen ein. Von Beginn an sind die<br />
Mitglieder das wichtigste Potential des Verbands.<br />
»Die Einbindung unserer Mitglieder in die verschiedensten<br />
BEM-Aktionen, Messe-Veranstaltungen, Publikationen und<br />
Projekte ist deshalb eines unserer wichtigsten Aufgaben im<br />
tagespolitischen Geschäft. Darüber hinaus sorgen wir dafür,<br />
dass sich unsere Mitglieder optimal untereinander vernetzen,<br />
um über Branchengrenzen hinaus neue Kooperationsund<br />
Geschäftsmodelle für eine zeitnahe, sichtbare Neue<br />
Mobilität zu entwickeln«, so Kurt Sigl, BEM-Präsident.<br />
Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen<br />
Rahmenbedingungen für den Ausbau der Elektromobilität<br />
als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept<br />
und die Durchsetzung einer Chancengleichheit<br />
bei der Umstellung auf Elektromobilität.<br />
www.bem-ev.de<br />
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Die Branche der Elektromobilität wird nicht nur bei der<br />
Schaffung und dem Erhalt von Arbeitsplätzen zu den<br />
starken Wachstumsbranchen in Deutschland gehören.<br />
Es ist unverzichtbar, sich gemeinsam und verstärkt den<br />
Herausforderungen der eMobilität zu stellen, um einen<br />
nachhaltigen Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu<br />
sichern. Diese Aufgabe erfordert eine aktive Teilnahme<br />
der innovativsten Unternehmen Deutschlands, starker Persönlichkeiten<br />
und das kooperative Zusammenwirken aller<br />
beteiligten Akteure aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft,<br />
Politik, Medien, den Verbänden und Institutionen, sowie das<br />
Engagement jedes einzelnen Bürgers, der sich für eine Neue<br />
Mobilität einsetzen möchte.<br />
Eine BEM-Mitgliedschaft verbindet die soziale, ökonomische<br />
und ökologische Herausforderung mit den Chancen der<br />
eMobilität und des Sustainability Developments und verankert<br />
diese nachhaltig in der Gesellschaft.<br />
Die Zeit ist reif. Seien Sie dabei, wenn die Welt von morgen<br />
endlich sauber und leise wird. Elektromobilität muss jetzt in<br />
Ersten Flotten und Fuhrparks sichtbar werden.<br />
Dafür ist Ihr Engagement und Ihre Unterstützung<br />
notwendig..!<br />
»Nur gemeinsam können wir eMobilität langfristig als realistische<br />
Mobilitätsalternative auf die Straße bringen.«<br />
Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement für eine Neue Mobilität.<br />
ComInMarket<br />
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Vorteile einer Mitgliedschaft im Bundesverband eMobilität e.V.<br />
• Möglichkeit der aktiven Teilnahme an einem ständig wachsenden<br />
Netzwerkpool emobilitätsbegeisterter Unternehmer<br />
• Branchenübergreifender und interdisziplinärer Austausch<br />
der relevanten Player der Branche<br />
• Gestaltung & Förderung der Branchenziele auf politischer<br />
Ebene für eine nachhaltige Neue Mobilität zur Steigerung<br />
urbaner Lebensqualität<br />
• Unternehmensdarstellung und Verlinkung auf BEM-Webseite<br />
• Bezug des BEM-Fachmagazins »<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong>« 4x im Jahr<br />
• Einbindung in Kampagnen, Filme, Interviews, gemeinsame<br />
Pressemitteilungen und Beiträge im BEM-Magazin / BEM TV<br />
• Imagefördernde Positionierung als Innovationsträger und<br />
aktiver eMobilitätsplayer<br />
• BEM-Gemeinschaftsstand auf Messen und Veranstaltungen<br />
• Präsentation auf Veranstaltungen, Symposien, Konferenzen<br />
eShowroom & Kompetenzzentrum, BEM eRoadshow<br />
• Nutzung des Partnerlogos auf Medien und der Webseite<br />
»Mitglied im Bundesverband eMobilität«<br />
• Zugang zu Landesvertretungen und Partnerverbänden<br />
• Vernetzung mit Politik, Wirtschaft, anderen Verbänden und<br />
Instituten<br />
• Event-Einladungen zu Mitgliedskonditionen, bundesweite<br />
eStammtische, Teilnahme am BEM-Roundtable<br />
• Redaktions- und Nachrichtendienst<br />
• eNewsletter, BEM eMobile Ticker als iPhone App, Pressezugang,<br />
Veröffentlichungen<br />
• Professionelle Beratung bei der Umsetzung von ersten<br />
Elektrofahrzeug-Flotten<br />
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Dr. Peter Bachmann<br />
Leiter des Teams New Mobility<br />
Noerr LLP<br />
Brienner Straße 28<br />
D-8<strong>03</strong>33 München<br />
Peter.Bachmann@noerr.com<br />
T +49 89 28628277<br />
BERLIN<br />
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128 Neue Mobilität Neue Mobilität 129
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong><br />
IMPRESSUM<br />
Herausgeber<br />
Bundesverband eMobilität e.V.<br />
Wallstr. 16<br />
10179 Berlin<br />
Fon <strong>03</strong>0 8638 1874<br />
Fax <strong>03</strong>0 8638 0866<br />
www.bem-ev.de<br />
magazin@bem-ev.de<br />
Chefredaktion V.i.S.d.P.<br />
Christian Heep<br />
christian.heep@bem-ev.de<br />
Redaktionsleitung<br />
Juliane Girke<br />
juliane.girke@bem-ev.de<br />
Fon <strong>03</strong>0 8961 0800<br />
Anzeigenredaktion/Abo-Service<br />
Sandrine Frideres<br />
sandrine.frideres@bem-ev.de<br />
Fon <strong>03</strong>0 8638 1874<br />
Mitarbeit<br />
Sven Kirrmann<br />
Klaus Bergerfurth<br />
Benjamin Carl Franke<br />
Konzept, Layout & Druck<br />
CYMAGE MEDIA BERLIN<br />
Oranienplatz 5<br />
10999 Berlin<br />
Fon <strong>03</strong>0 616 58 511<br />
Fax <strong>03</strong>0 616 58 526<br />
www.cymage-media.com<br />
agentur@cymage-media.com<br />
Layout, Satz, DTP, Grafik<br />
Christian Heep<br />
Monika Czerminska<br />
Kristin Spiess<br />
Falk Bege<br />
BEM-Photograf<br />
Sebastian Knoth<br />
www.sebastian-knoth.com<br />
Titelbild / Cover<br />
mia electric GmbH<br />
Druckerei<br />
primeline.print Berlin<br />
Auflage<br />
10.000 Stück<br />
Diese Ausgabe:<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> <strong>03</strong><br />
Erscheinung April 2011<br />
ISSN 2191-5636<br />
Ausgabe Juli 2011<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 04<br />
Anzeigenschluss 01.06.2011<br />
Ausgabe Oktober 2011<br />
<strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> 05 zur eCarTec<br />
Anzeigenschluss 21.09.2011<br />
Für Anzeigenschaltungen und Einträge<br />
ins Firmenverzeichnis der NM<br />
gilt unsere Anzeigenpreisliste.<br />
Mediadaten, Stand Januar 2011.<br />
www.neue-mobilitaet.info<br />
www.eMobileTicker.de<br />
BEM-Vorstand<br />
Kurt Sigl, Präsident<br />
Frank Müller, Geschäftsführer<br />
Michael Hofmann, Finanzen<br />
Christian Heep, Marketing<br />
BEM-Beirat<br />
Dr. Jan Traenckner, Vorsitzender<br />
Dr. Dr. Reinhard Löser<br />
Dr. Jan Peter Korthals<br />
Prof. Dr. Frank Behrendt<br />
Dipl. Ing. M.S. Tim Baack<br />
Matthias Groher<br />
Markus Emmert<br />
Prof. Dr.-Ing. Christian Voy<br />
Josef Maier<br />
Dipl-Ing. und Dipl-Wirtsch-Ing.<br />
Johann Georg Friedrich<br />
Prof. Dr. habil. Wolfgang Seiler<br />
Dipl-Ing. Eckhard Fahlbusch<br />
Dr. Gregor Matthies<br />
Das Fachmagazin <strong>NEUE</strong> <strong>MOBILITÄT</strong> vom Bundesverband eMobilität erscheint<br />
alle drei Monate und publiziert Artikel, Beiträge, Informationen,<br />
Interviews, Termine, Nachrichten und Kommentare zum Themenspektrum<br />
Elektromobilität & Erneuerbare Energien in den Bereichen Wissenschaft,<br />
Forschung, Umwelt, Wirtschaft, Politik, Medien und Lifestyle.<br />
Lieferzeit<br />
8 Wochen<br />
© 2010 -2011 Bundesverband eMobilität e.V. / BEM. Alle veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Urheberrechte bei namentlichen<br />
Beiträgen liegen ausschließlich bei den Autoren. Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers, bzw. der Redaktion wieder. Für die<br />
Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen, Preise, etc. in den Autorenbeiträgen kann der Herausgeber, bzw. die Redaktion keine Haftung und<br />
Gewährleistung übernehmen. Eine kommerzielle, entgeltliche Weiterverwertung, direkt oder indirekt, ist ausdrücklich untersagt. Nachdruck, auch<br />
auszugsweise, nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung vom BEM. Honorare nur nach Vereinbarung. Alle Rechte vorbehalten.<br />
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