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E_1928_Zeitung_Nr.007

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12 AUTOMOBII^REVUE

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Gedanken eines Sfrassenbenüfzers. Es heisst, die Automobile fahren zu schnell — immerhin können sie rascher gestoppt werden als ein bergabrasendes Pferdefuhrwerk oder Tram. Man sagt, die Automobile verursachen viel Lärm — immerhin ist. das Geschepper eisenbereifter, Fuhrwerke über Pflasterstrassen und das Geheule der Tramwagen in den Kurven auch kein Ohrenschmaus. Man liest, die Sjgnalapparate der Automobile stören die Taffes- und Nachtruhe der Bürger — immerhin sind der Peitschenknall des Fuhrmannes, das Geklingel des Trams und das Gepfeife der Lokomotive auf diesem Gebiete äusserst leistungsfähig. Man behauptet, die Auspuffgase seien giftig und beleidigten die Geruchsinne — immerhin sei daran gedacht, wie gut ein Parkplatz für etwa 30 Pferdegespanne duften würde und welche Russmengen eine Dampflokomotive ausspeit. Man hört, die Automobile verbarrikadieren die Strassen — immerhin täte das jedes in gleicher Zahl vertretene Fahrzeug, das parkierte Automobil kann aber nicht durchgehen, noch schlägt es aus oder beisst nach Vorübergehenden, und ist nicht wie das Tram durch Schienen und Haltestellen gezwungen, am ungünstigsten Flecken stehen zu bleiben. Man erzählt, dass viele Automobilisten nicht genug rechts fahren — immerhin sei bemerkt, dass unsere Fuhrleute prinzipiell die linke Strassenseite benützen, zum Ausweichen stets einige Minuten benötigen und Herr Rene Sonnenthal schmunzelte gemütlich und vergnügt vor sich hin. Allerdings war diese gemütliche Verfassung absolut nicht am Platze, hatte er doch seiner Gemahlin ganz unanständigerweise einen Brief unterschlagen. Nicht dass Madame Sonnenthal etwa mit Freunden korrespondiert hätte. Die Ehe der Sonnenthals war nämlich annähernd sehr glücklich zu bezeichnen. Vielmehr verfochten die Gatten seit einiger Zeit mit aller Hartnäckigkeit einen Kampf über die Frage, ob ein Damencoupe etwas Notwendiges sei oder nicht. Für «Sie» war ein solches Damencoupe nicht nur behaupteter-, sondern sogar erwiesnermassen eine Lebensfrage, ja fast notwendiger als das tägliche Brot. «Er» hingegen war von dieser Notwendigkeit mit keinem Mittel zu überzeugen. Nachdem nun sogar der Zoll erhöht wurde, war das Thema «Coupe der Dame» für Herrn Sonnenthal «Jedes Land hat seine Spezialität und man ist recht dumm, lässt man die aus.» Er widersprach: «Ich behalte ebeh meine Gewohnheiten bei, wie ein kultivierter Mensch.» «Gott, wie langweilig,» rief sie aus, und als spräche sie nur ganz im allgemeinen, setze sie hinzu: «Was das Wort Kultur alles decken soll: Jeder Narr benützt es für seine Torheiten!» Aber sie meinte ihn. Er schwieg auch daraufhin. «Gelt, beim Brenner bist du etwas vorsichtiger?» bat er ganz offenherzig, sobald sie weiterfuhren. «Ach, der alte Brenner, ein fader Berg auf und ab! Nicht zu vergleichen mit dem Zirler. Da kannst du ruhig dein Schläfchen nachholen.» Er hatte ein paar Mal heimlich gegähnt, aber er hütete sich wohl. Oben war auch die interessante Unterbrechung durch den italienischen Zoll, mit dem Gertrud im Nu fertig wurde. In Klausen Hess sie ihn aussteigen, um Quartier zu bestellen. Im alten «Lamm» musste es sein, das forderte sie. Und dann lavierte sie lange mit ihrem Wagen auf dem winzigen Platz vorm Gasthaus hin und her, das Tram dort fahren muss, wo eben die Schienen liegen. Man weiss, dass die Haltung eines Auto-: mobiles Geld kostet — immerhin frisst der Wagen nichts, wenn er nicht gebraucht wird, und rentiert seinem Besitzer gut, der seine Zeit nützen kann und nicht an Haltestellen und auf Bahnhöfen versäumt, um schliesslich schlecht und recht um teures Geld in grösserer oder kleinerer Entfernung von seinem Ziele abgeladen zu werden, und glücklich,sein muss, wenn er einen Sitzplatz erkämpfen; ! konnte. Man erhebt den Vorwurf, das Auto ruiniere: unsere Strassen und erhöhe deren Unterhaltskosten — immerhin muss dafür der Automobilist einen schweren Batzen abladen, während die Pferde gratis die Spitzstollen, ihrer Hufbeschläge in den Strassenbelag boh-, ren dürfen. Auch verliert das Automobil nichts auf seiner Fahrt, was der Wegräu-: mung und der Arbeitskräfte hiezu bedarf, wenn es nicht, zu Staub geworden und durchs die Luft gewirbelt, in unsere Lungen gepumpt werden soll. * Mau erschrickt über die Zahl der Automobilunfälle — immerhin ist zu bedenken, dass in den wenigsten Fällen den Autolenker eine Schuld trifft, der als einziger Strassenbenützer über seine Eignung eine Prüfung ab-, gelegt hat und die Verkehrsvorschriften kennt; dass genug Unglücksfälle mit Pferden vorkommen; dass ein Strassenbähhunfall zehn und mehr, ein Eisenbahnunglück aber hundert und mehr Opfer erfordern kann. Man suche doch endlich einen andern Prügelknaben! Carl Hess. Geschichten über ein Damencoupe, von W. Kindweiler. In der Kurve von Eva von Bandissin. (12. Fortsetzung) -A.txto:r±t;£tt sowieso Luft. Nicht dass er nicht bei Kasse gewesen wäre. Oh nein! Das ganze Städtchen hätte mit ihm in dieser Hinsicht getauscht. War er doch der beneidenswerte Inhaber eines blühenden Geschäftes, welches schon seit Generationen in den Händen der Familie Sonnenthal war. Die alte Tradition des Hauses, Sparen aber nicht Geizen, hatte sich auch in ihm eingewurzelt. Geizig war Rene Sonnenthal nicht. Davon konnten seine Angestellten, und auch seine Gattin, wenn sie wollte, ein Wörtchen reden. Aber sparsam war er. Er besass einen vermeintlich anständigen Wagen, wenn nicht gerade mehr punkto Linie, so doch hinsichtlich des Motors. Die Anschaffung eines Damencoupes bedeutete ihm unter diesen Umständen eine grenzenlose Verschwendung. Seiner Gattin stund ja der Wagen stets zur Verfügung. bis sie ihn in eine Garage schieben konnte. Die war auch so eng, dass sie nicht 'mal ihren Resedafarbenen mehr putzen konnte, wie sie gern getan hätte. Draussen war es zu dunkel. Der Doktor sass schon im alten gotischen Saal, als sie kam und las in den berühmten alten Fremdenbüchern. Sie aber trat an den Nebentisch und schlug die Listen der unberühmten, täglich Durchreisenden auf: sie fand, was sie gedacht hatte: «Hans van der Feldt, Ingenieur, München», das «Direktor» Hess er stets fort, es schien ihm ein zu leichverdienter Titel! Darunter «Frau Marie Kättern». Fast drei Tage hatten sie Vorsprung! Aber sie war auf ihrer Spur. Wortlos hielt sie Doktor Lewaldt das Buch hin. Ah, dass er daran nicht selbst gedacht hatte und diese Schamlosigkeit! Ihre beiden Namen dicht untereinander zu setzen! «Bitte.» Gertrud wollte ihnen nicht nachstehen, sie schrieb mit rascher Hand recht deutlich ihren Namen und der Doktor, in seiner inneren Empörung merkte garnicht, dass sie nun dasselbe taten, als er ihrem Beispiel folgte. Schadenfroh übersah Gertrud die Seite: einmal kam Hans doch wieder des Wegs, dann sollte er sehen, wie sie auch darüber hinweggegangen war, dass sie gerade beide dieses liebe und ihnen so vertraute Gasthaus zum ersten Asyl wie immer gewählt hatten. Sie genoss ihre erste gründliche Mahlzeit des Tages. «Wie Du das so lange aushalten kannst,» tadelte der Doktor, der sich jetzt fast nur an den Wein hielt. Und da sie doch schon halb in Italien seien, sagte er, so liess er Asti Spumante kommen. Madame Sonnenthal dagegen war auch nicht direkt verschwenderisch veranlagt, doe'h,hatte sie immerhin einen gewissen Hang zum Luxus. Sie war eine vielbeneidete Schönheit und von tadelloser Figur. Kurz, ein Typ, wie man ihn heute gerne wünscht und sieht. Sie war zudem lebenslustig und sportlich veranlagt. Wenn sie aber, wie sie sich ausdrückte, .mit der alten Kalesche ihres Herrn Gemahl ausfuhr, war dies nach ihren Begriffen eher ein historischer Umzug als die Betätigung des Autosportes. Diese Annahme wurde in ihr noch bestärkt, als eines Tages ein Agent vor einem Geschäfte, wo sie Einkäufe besorgte, auf sie wartete. Er stellte sich als Generalvertreter einer Welt-Automobilmarke wor. Seine Mission lag darin, Madame Sonnenthal darüber zu unterrichten, dass die Fabrik beabsichtige, am nächsten Autosalon in Paris die Entwicklung des Automobils darzustellen und er demzufolge Käufer für ein Kuriosum wie das ihrige sei. Madame fertigte den Frechling allerdings energisch ab. Mit dem Museumwagen ihres Mannes Hess sie sich aber seit jenem Tage nicht mehr blicken. Es musste nun endlich etwas geschehen. Herr Sonnenthal begab sich also mit dem unterschlagenen Briefe in seine Bibliothek. Er nahm wahllos aus dem Schranke Huggenbergers Buch «Us em Gwunderchratte», um, wenn seine Frau wider Erwarten eintreten sollte, den Brief in dem Buche verschwinden lassen Zu können. Rasch wurde das Couvert erbrochen, und er vertiefte sich in folgendes Schreiben: Garage Motorblock A.-G. Bremsungen Bremsungen, den 29. Nov. 1927. Frau Lilian Sonnenthal, - - " . Glockenhausen . .. Sehr-geehrte Frau Sounenthal! * -Durch Ihre Freundin, Frau Lilly Meier, haben wir-erfahren,, dass Sie sich für ein Da- *iencöupe interessieren, jedoch soll Sie der Zollaufschlag von einem Ankaufe abhalten. Wir können Ihnen verraten, dass wir noch einige Modelle zum alten Zolle auf Lager haben, so dass dieser Umstand wegfallen würde. Unsere, namentlich für Damen konstruierten Wagen gemessen dank ihrer Vorzüge und der dauerhaften Qualität den denkbar besten Ruf und erfreuen sich eines stets gesteigerten Interesses. Speziell möchten wir Ihnen das bevorzugte Modell 50, 15 PS, Cabriolet, zum Preise von Fr. 10 500.— empfehlen. Wir sind gerne bereit, Ihnen den Wagen vorzuführen. Noch mehr freuen würde es uns, wenn Sie unsere Ausstellung mit einem unverbindlichen Besuche beehren würden. Indem wir Ihre Rückäusserungen gerne erwarten, begrüssen wir Sie Hochachtungsvoll : Garage Motorblock A.-G. Gertrud sass ernsthaft vor ihrem Glas: sie berechnete, wie weit die Beiden vor ihnen sein konnten. Am ersten Tag von hier über Trient und Rovercto nach Verona, am zweiten Mantua und Modena. Dann waren sie heute über den Apennin gefahren, über den Pass delle radici und warscheinlich bis Lucca. Das waren alles keine langen Touren, aber gewöhnlich, wenn keine besondere Eile vorlag, hatten sie es sich so eingerichtet. Weshalb sollten sich diese Beiden, die doch Zeit für ihren Liebestraum brauchten, überstürzen? Hans musste doch für einige Wochen wahrscheinlich Urlaub' genommen haben — ein gewissenhafter Direktor, wirklich!! — da konnten sie ja all die Herrlichkeiten der Städte geniessen, durch die sie kamen. Die prachtvollen Kirchen und Plätze, die alten Paläste und Adelstürme — kurzum, den ganzen Zauber dieses Landes. Sie stützte den Kopf auf die Hand und blickte vor sich hin. «Machte Dich der Wein nicht vergnügt?» fragte der Doktor leise und wollte ihr die Hand fortziehen. Ein gerötetes Gesicht stand dicht vor dem ihren, sein Atem überstrich ihren Mund. Sie schob den Stuhl zurück und sah ihn kalt an. «Ich bin müde — vergiss nicht, dass ich den ganzen Tag am Steuer sitze,» sagte sie. «Du hast es bequemer.» «Ja, weshalb nützen nicht auch wir diese Zeit besser aus? Hätten wir den Chauffeur » «Ich weiss genau, was ich will, Alois,» sie erhob sich. Er durfte ihr die Hand küssen. So eilt die Zeit: Keine zwei Jahrzehnte sind es her. seitdem auf dem Flugplatz von Issy Les Moulineaux ein Voisin-Flugzeug, von Farman. gesteuert, seinen berühmten Versuchsflug mit einem Kilometer Fluglänge unternahm. Die- Zuschauer waren im Dolirium, als sich das Flugzeug wieder dem Erdboden näherte. Dieser berühmten Premiere wohnte'der italienische Dichter d'Annunzio bei (auf dem Bilde rechts), links auf dem Bild bemerkt man eine Dame, deren Toilette besser als viele Worte zeigt, weiche Zeitepocho uns von diesen Jahren trennt. Rene Sonnenthal Hess- die Arme sinken. Immer und immer wieder' dieses. Damencoupe. Damencoupe ohne Ende!, Diese Intriganten von Freundinnen sollen sich zum Kuckuck scheren. Er hätte sich gewiss noch weiter in Gedanken eingesponnen, aber plötzlich wurde er durch das Oeffnen der Türe aufgeschreckt. Lilian trat ein. Sie sah noch, wie:ein .Etwas, •das die Form efnes Briefes haben Ikonnte,'- in :Huggenbergers ; « Gwunderchratte » ' verschwand. Wozu sich etwas anmerken lassen? •Es-war iioclr genügend Zeit, Nachförs&braiSen anzustellen. Lilian Wechselte mit ihrem Ehegespons eirjige unbedeutende Worte, um ihm schliesslich mitzuteilen, dass das Nachtessen auf ihn warte. Der «Gwunderchratte» nahm seinen gewohnten Platz in der Bibliothek 'wieder ein. Nach dem Nachtessen begab sicli Herr Sonnenthal, da es Mittwoch war, wie üblich in den Kegelklub. Lilian dagegen, vom «Gwunder» gestochen, suchte die Bibliothek auf, 'um den Inhalt des «Gwunderchratte» zu leeren. Einesteils empörte es sie, dass ihr Mann zürn Mittel der Briefunterschlagung 'gegriffen hatte, andernteils nahm sie mit Genugtuung vom Inhalte des bereits erwähnten Schreibens Notiz. Während Rene seiner Passion eifrig oblag, zogen sich schwere Gewitterwolken in Sachen Damencoupe über seinem Haupt zusammen. Lilian wollte sich nicht in der Weise bevormunden lassen. Woher nahm sich ihr Mann Schweigend sass er noch vor seinem Wein. Er war nicht dafür, dem Wirt 1 viel zu schenken. Etwas: anders hatte-er sich diese Fahrt doch gedacht. Lag nicht in, dieser ganzen Verabredung, zu Zweien ein gewisses Einverständnis? Gertrud hätte sich doch eigentlich die Folgen klar machen müssen! Dass man darüber reden würde, wenn sie allein — unverlobt und unverheiratet — eine Autoreise durch Italien machten, das konnte sie sich doch denken. Und auf wen hatten sie denn noch Rücksicht zu nehmen? Schliesslich würden sie nach ihrer Rückkehr sich gesetzlich trauen lassen — das 1 ginge wohl nicht anders. Bequem als Ehefrau würde sie nicht sein — mein Gott, wie sie heute mit ihm den Zirler Berg abwärtsgesaust war, unbekümmert um sein Leben, das immerhin für ihn einigen Wert besass. Marie und er, sie waren sich darin' so schön einig: die Anstrengungen, auch beim Sport, die überliessen sie andern. Sie schauten zu ! Was konnte sie nur an diesem Feldt gefunden haben. Er entsprach so gar nicht ihrer Art. Nein, es war doch eine- Vergewaltigung und er hatte sie zu lieb. Oder doch: zu lieb gehabt, um sie ihrem Unglück zu überlassen. Traurig, dass das Schicksal ihn zwischen zwei solche Frauen stellte, die sicherlich beide ihre grossen Vorzüge besassen. Das Herbe an Gertrud gefiel ihm, aber das Hingebende an Marie fesselte ihn doch noch mehr! Er war wohl ein Mann der' alten Schule, durch seine Kunst an Madonnengesichter und sanfte Heilige gewöhnt. Es gab jetzt so viele Zwischenstufen bei den Frauen. Sie wurden immer komplizierter, frei und '