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E_1928_Zeitung_Nr.020

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1928 — N° 20 zu ihm zu gelangen, muss man den Apparat auseinandernehmen, was man, wenn man nicht gerade Fachmann ist, am besten einem Magnetspezialisten überlässt. Jedenfalls ist es praktischer, einen beschädigten Kondensator durch einen neuen zu ersetzen, als ihn zu reparieren, da letztere eine minutiöse Fingerarbeit erfordert, für die nicht jedermann geeignet ist Die Unterbrecherkontakte nützen sich meist schief ab, zumal, wenn der Magnetapparat schon lange im Gebrauch ist und der Unterbrecher inzwischen niemals instandgesetzt wurde. Das ergibt dann, dass die Kontakte nicht mehr ganz gut schliessen, zur Funkenbildung neigen und dass die Zündung infolgedessen nicht mehr richtig erfolgt. Aussetzer im Motor verraten diesen Zustand rechtzeitig, ehe der Apparat seinen Dienst ganz versagt. Die Kontakte sollen nur mit einer feinen Uhrmacherfeile oder mit feinem Glaspapier egalisiert werden. Im Falle der Anwendung dieser Mittel müssen sie natürlich gerade und nicht schief geführt werden, da die Kontaktflächen sonst ebenfalls schief werden. Wie unsere Abbildung eines Unterbrechers erkennen lässt, hat er ausser den hier genannten Kontakten noch mehr der Abnutzung und einem eventuellen Bruch unterworfene Stellen. Ist z. B. der Kontakt des Unterbrecherhebels 2, der sich auf unserer Abbildung auf der Nocke 1 befindet, zu stark abgenutzt, so kann sein Arm, der den Kontakt 5 trägt, am Träger des Kontaktes 4 äufstossen. und damit verhindern, dass der Unterbrecher richtig arbeitet. Dasselbe gilt, wenn die Feder 6 zu schwach geworden oder gebrochen ist, oder falls sich die Schraube, die diese Feder am Hebel 2 festhält, lockerte oder gar verloren ging. Das gleiche würde einLokkerwerden oder Sichlösen der Hebelverbindung 3 herbeiführen. Steht der Wagen in einem feuchten Raum, so kann es auch vorkommen, dass der Körper 7 des Unterbrechers, der aus Isoliermaterial besteht, etwas quillt, so dass der ganze Mechanismus in ihm ungünstig arbeitet, weil er hier alsdann eingezwängt ist. In diesem Falle muss der Unterbrecher abgenommen und vorsichtig ausgetrocknet werden, also weder an der Sonne, noch an einer Feuer- oder Heizstätte. Zum Schluss sei noch auf: einen Umstand aufmerksam gemacht, der zwar nicht häufig vorzukommen pflegt, dennoch aber für die gute Wartung und Arbeitsweise des Magnetapparates von Wichtigkeit ist.. Das ist, dass der Apparat nicht nur nicht genau in der Mitte seines Antriebes sitzt, sondern hier auch weder zu locker, noch zu fest angezogen ist. Manche Wagenlenker haben: die Gewohnheit, wenn sich der Apparat gelockert hat, ihn, um dieses Vorkommnis für immer zu verhindern, zu fest anzuziehen. Dadurch kann der innere Bau des Apparates .eingezwängt werden und Schaden nehmen. Man; soll daher auch den Magnetapparat mit dem gleichen feinen. Gefühl auf seinen Sockel an-; schrauben, wie man das beispielsweise beim Aufsetzen eines Zylinderkopfes zu tun gewohnt ist. to. Ein wirkungsvoller Schleuderschutz? Zurzeit werden laut einem uns aus Deutschland zugekommenen Berichte dort Probefahrten mit einem neuartigen Schleuderschutz gemacht. Es handelt sich um ein sog. «fünftes Rad». In der Mitte zwischen den beiden Triebrädern- ist an einem Doppelhebel eine leicht drehbare Rolle versenkbar angebracht, deren. Querrillen durch abwechselnde Holz-und Gummischefben gebildet werden. Wenn nun infolge der Schlüpfrigkeit des Strassenpflasters, bei Glatteis usw. ein seitliches Rutschen eintritt, oder einzutreten droht, wird diese Rolle auf die Fahrbahn gesenkt und mittels Druck aufgepresst. Diese mittlere Rolle wirkt alsdann gewissermassen * wie das Steuerruder eines Schiffes, indem sie das seitliche Rutschen des Automobils wieder in seine Vorwärtsbewegung überführt und damit das Schleudern beseitigt. Die Anpressung der Rolle auf die Fahrbahn erfolgt durch Saug- oder Pressdruck, der auf einen Kolben in einem Druckzylinder einwirkt und in Verbindung mit dem Doppelhebel der Rolle steht. Ist Presset .bereits, bei dem Lastwagen vorhanden, zum Beispiel durch dessen Knorrbremse, so ist die Betätigung der Schleuderschutzrolle damit gegeben. Aber auch der Saugdruck einer der Motorzylinder lässt sich für die Anpressung der Rolle heranziehen. So wurden Versuche angestellt, um die Wirkungsweise dieser' Schleuderschutzrolle.zu. prüfen, wobei sich ergab, dass bei willkürlich hervorgerufenem, seitlichen Schleudern eines schweren Lastwagens durch das Senken der Schleuderschutzrolle die Seitenbewegung in eine Vorwärtsbewegung verwandelt und damit das Schleudern verhindert wird. PRAXIS n/rc CAUDFK Sollten die weiteren Versuche ähnliche gute Resultate ergeben, so würde dieses «fünfte Rad» seinen ominösen Sinn verlieren und im Gegenteil zu einer äusserst nützlichen Einrichtung werden, die berufen wäre, manche heikle Situation und Unglücksfälle zu verhindern! Z. JNTERESSANTES STWfir Die fortschrittliche Verkehrspolitik Italiens. An der Konferenz über die Organisation des Automobilverkehrs in Oberitalien wurde letzthin die Frage' der Schaffung von Autpmobillinien in Ergänzung des Eisenbahnnetzes im Kreise Mailand behandelt. v. Eine neue italienische Automobilmarke soll in Italien ins Leben gerufen werden. Eine Mailänder' Finanzgruppe hat die Sache an die Hand genommen. Soweit sich die Dinge verfolgen lassen, handelt es sich um die Konstruktion eines typischen Wagens für den kleinen Mann. ' + Londoner Expressverkehr mit Schnellastwagen. Im Zentrum der Stadt London soll eine grosse Motorlastwagenstation eingerichtet werden, um einen ausgedehnten Expressverkehr nach allen Richtungen des Landes aufzunehmen. Die Station soll mit besonderen Ankunftsrsmpen und Abfahrtsrampen versehen werden. Das erforderliche Land wurde in der Nähe von Rugell Square bereits aufgekauft. Die Pläne liegen fertig vor. Vermutlich will die unternehmende Gesellschaft — ob dies eine private ist, weiss man noch nicht — den Autoschnellverkehr im ganzen Land in grosszügiger Weise ausbauen und vor allem noch weitere Zentralstationen einrichten. Diese Schnellverkehrsorganisation wäre imstande,' den Stadt- und Vorortsbahnen einen Teil des Verkehres abzunehmen und denselben schneller und rationeller zu bewältigen. Dem Projekte steht eine grosse Zukunft bevor. lt. Russische Automobilfragen. Die Soviet- Republik ist bekanntlich unter Leitung des «Awtorest» zur Herstellung von Lastwagen auf den verschiedenen Fabriken, die diesem Trust angegliedert wurden, geschritten. Wie der Verwaltungsratspräsident des «Awtorest», M. L. Sorokin, ausführte, sollen im Jahre 1928 rund 600 Lastwagen von 1,5 Tonnen, 120 Wagen von 3,5 Tonnen und verschiedene Zubehörteile fabriziert werden. Während nun (nach Aussage M. L. Sorokins) bereits 60 Prozent der 1,5-t-Wagen vorverkauft wurden, bereitet der Absatz der schwereren Wagen bedeutende Schwierigkeiten. Trotzdem eine ganze Anzahl 3,5-Tonnen-Wagen noch vom Vorjahre her auf Lager sind, werden Einfuhrlizenzen für gleichwertige Wagen an das Ausland vergeben, wodurch die ohnehin beschränkten Mittel des «Awtorest» noch weiter verringert werden. Gleichzeitig stellte Sorokin fest, dass ein fühlbarer Mangel an 3,5-Tonnen-Wagen besteht; über die Gründe des mangelhaften Absatzes der russischen Wagen wollte er sich nicht auslassen. •' Es dürfte bei der gegenwärtigen Spartendenz der russischen Regierung nicht von ungefähr sein, dass man ausländische Wagen über die Grenzen lässt, da doch die eigene Industrie Lagerbestände aufzuweisen hat, die nicht abgestossen werden können. Von einer Ergänzung der Inlandfabrikation, wie bei der limitierten Erteilung der Einfuhrkontingente vorsichtig ausgedrückt wurde, kann also keine Rede sein. Welche Anstrengungen der «Awtorest» anderseits macht, um seinen Absatz zu vergrössern, geht aus der Tatsache hervor, dass zwischen der Unterabteilung «Büropers» und der persischen Autozentrale «Auto-Iram» eine Verschmelzung stattfand. Der Hauptzweck derselben besteht darin, den Automobilpark von Persien durch russische Wagen zu verstärken. Vielleicht finden dann auch die im eigenen Lande so unbeliebten : russischen 3,5-Tonnen-Wagen ihre Abnehmer! -rt. Rekord-Wahnsinn. Ein Amerikaner glaubte sich verpflichtet, die Weltrekordliste zu ergänzen, indem er 101 Stunden lang ununterbrochen in den New-Yorker Strassen herumfuhr. , v. Ein neues holländisches Verkehrsgesetz ist kürzlich in Kraft getreten. Unter anderem sieht es rote Rücklichter für die Automobile und reflektierende Tafeln für Motorräder vor, die das darauffallende Licht nach rückwärts widerspiegeln. Jedes Motorfahrzeug mit mehr als zwei Rädern muss einen Spiegel haben, der die Sicht nach links und nach hinten ermöglicht, i fit. OBILBESITZER! Der Luftkammerreif IRELLI ist ein Halbpneu, Wenn nicht, so verlangen Sie kostenlose Beratung und Offerte über Abänderung derselben bei Bern Lager in ssnitiüiien elektrischen Zürich 2 FournlM lUr flotas Belpstrasse 24 Telephon Bollwerk 17.48 C. 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N" 20 — AUTOMOBIUREVUE 17 Der moderne Mensch, der am Steuer seines Kraftwagens oder im Sattel seines-Motorrades zu sitzen pflegt, gehört ganz der Gegenwart. Seinen Blick aber hat er nach vorwärts gerichtet: Fortschritt und Aufstieg sind sein Lebensziel. Was hinter ihm liest, örtlich und zeitlich, das ist rasch vergessen. Und doch baut auch er auf den Leistungen der Vergangenheit weiter, und er kann es um so erfolgreicher tun, je besser er die Wege kennt, dio zur Gegenwart führten, je genauer er über die Mittel Bescheid weiss, mit denen die Schwierigkeiten überwältigt wurden, dio sich ja üllein Neuen entgegenstemmen. Auch die modernen Verkehrsmittel, Automobil und Kraftrad, deren man sich heute so sicher und bequem bedienen kann, haben in ihren ersten Entwicklungsjahren mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Besonders die Entzünduna des in die Zylinder eingesaugten Gasgemisches wollte nicht einwandfrei gelingen. Zwar hatte schon der erste, 18~5 von Siegfried Markus in Wien eebaute Kraftwagen eine magnetelektrische Zündvorrichtung; wohl wurden schon 1887 beachtenswerte Verbesseningen durch Winand vorgeschlagen. Aber erst 1902 kam ein Zündapparat auf den Markt, der das Hochspannungsprinzip und damit die heute noch allgemein praktisch benutzte Lösuns des Werkstätten und Verkaufsr&ömfe der'' Robert Boaoh A.-G. in Zürich (Utoquai 67) ' '.:•; " •''J ). ••' 5' ~ •'•• .*'\ Zündproblenis brachte. 25 Jahre sind also* verflossen, seitdem -die ersten • Hochsp»nnunE8-Zünd-t apparate In Automobilmotoreh .eingebaut Wurden; Welche ungeahnte Entwicklung hat das Kraftfahrwesen seither genommen I Das Jahr 1902 bildet tatsächlich durch die Einführung der HochsDannunsr»- zündung einen Markstein in der Geschichte des Automobilismus, aber auch in der Entwicklung; &uf, Firma, die lange Zeit eine unbestrittene Roller In der Konstruktion und in der Fabrikation von Zündapparaten spielte: der Firma Robert Bosch. Im Jahre 1888 gründete der aus. einem Albdorf in der Nähe von Ulm stammende Robert Bosch als Fünfundzwanzigiähnger in Stuttgart ;edne kleine Werkstätie, in. der er mit einem Mechaniker und einem Laufburschen allerlei feinmechanische und pfijfctrbtEchnische. Apparate baute' Bort «ntetaöd- Wüch im Herbst ~dw Jahres IB^Tiet erste; Bosch- Magnetzünder als erstes Glied einer unübersehbar langen Reihe von vielen Millionen derartiger Apparate Fünfzehn Jahre nach, der Gründunir .der Firma wurde der" 10 000. Zündäppafaf; feMtesestellt und gleichzeitig das erste eigene Fabrikgebäude" Im Einige Fabrikgebäude der Robert Bosch A.-G. in Stuttgart Herzen der Hauptstadt von Württemberg bezogen Hier entstand dann auch 1902—1903 der von Gottlob Honold entwickelte erste Hochspannungszünder, der die bei ihrer Einführung als «Lichtbogenzündung » bezeichnete stärkere und zuverlässigere Zündung für Automobilmotoren brachte. Bis dahin hatte man für ortsfeste Motoren neben der Flammen- und Gltthrohrsündung vorwiegend die Niederspamrangs-MagnetzÜndung (AbreisszündunsY benutzt, währendbei Fahrzeugmotoreu »Bisef der bereits absterbenden Glührohrzündung vor allem die damals noch sehr unsicher arbeitende Baiteriesündung und dia Niederspannunga-Mägnetztinder mit pendelnder .Hülse,, und ziemlich verwickeltem Antriebs- und Abreissgestänge verwendet " ~wurde. Die wichtigsten Kennzeichen des neuen Apparates waren: feststehender Anker mit Primär- und Sekundärwicklung, amlauf ande.': Kraftlinien-Leitstücke. Kondensator brecher. und ,: mechanisch^ geBteuarte? ..Ünterf Das ; rückhaltlose. Vertrauen, das die,; Bosch- Magrieteünder und späterhin auch "die weiteren von de,r.' Firma Bosch entwickelten*; 'und- gebauten Apparate 5,unä ;: ,Zubehörteile~ifür? die elektrische lAts 1 -" Das Gesohäftsgeb&ude, der Robert Bosch, S. A, in L\'.( /•""Genf (Rüe Jtio Laüsajjne 78) / X .:.':,:' rüstung der Kraftfahrzeuge überall genossen, hängt aufsV engste mit den FabrikationsKrundsätzen des Hauses Bosch zusammen. Nicht der KUte Grundgedanke allein und seine gründliche Durchbildung auf dem Reissbrett führt zum geschlfÜichen Erfolg Die neue, aus Amerika kommende Bewegung im Automobilismus, das Streben, möglichst blllise Wagen in grossen Massen herzustellen! brachte auch für die Zubebörindustrie die Forderung, sich anzupassen. Durch Vereinfachung der Formen, durch Verzicht auf äusserliche VerschSneruns. durch planmässige Organisation der Fliiistrbeit. durch weitgehende Vereinheitlichung vieler Tille, durch Aufstellung neuartiger automatisch« Maschinen und ähnliche Massnahmen ist es BoKOh« gelungen, auch für den Volkswagen eine llektriichp Ausrüstung zu erschwinglichen Preisen herauszubringen, die an Zuverlässigkeit und' Brmchbarkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Wohl «nd die schweren Jahre