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E_1928_Zeitung_Nr.020

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Zur Frage eines neuen

Zur Frage eines neuen Bahnprojektes im Berner Oberland. Wir haben bereits am 24. Februar dieses 'Jahres in der «Automobil-Revue» zur Frage neuer Bahnprojekte im Berner Oberland Stellung bezögen und sind dabei zum Schlüsse gekommen, dass das Projekt einer Meiringen - Gletsch - Bahn aus volkswirtschaftlichverkehrspoiitischen Gründen abzulehnen sei. Die Diskussion über die Frage eines neuen Bahnprojekes im Berner Oberland nimmt in den Tagesblättern ihren Fortgang; Der Ausbau einer meterspurigen Verkehrsbrücke zwischen den Netzen der Montreux-Berner Oberlandbahn, den' Berner Oberlandbahnen ujnd der Brütligbahn wird von Dr. Ingenieur R. Zehnder vorgeschlagen und von Ingenieur Bfüderiin lebhaft unterstützt. Dem gegen-,; über findet ein alter Vorschlag sein© Wiederbelebung, der statt der Meterspur einenAusbait der Brienzersee- und Brünigbahn auf Nortnalspur als zweckmässig erachtet. Die Meiwungsvertreter liegen einander bereits in den Haaren. Die eingesetzte Diskussion beweist zweierlei. Sie deckt ,einenteils herrliche Wahrheiten auf und zeigt, wie belebend und fördernd die gefürchtete Autokonkurrenz in Kreisen verschiedener Eisenbähnuhternehinungen 1 wirkt, die infolge ihres bisher innegehabten Verkehrsmonopols in alten Geleisen ruhig weiterzufahren vermochten und sich um eigentliche brennende Verkehrsbedürfnisse wenig zu scheren brauchten. So schreibt z. B. Herr Ingenieur Brüderlin. dass die finanziellen Aufwendungen, «solange die Bahnen in. der Bewältigung des Verkehrs selbstherrlich "und allein dominierten, nicht von derselben Bedeutung, wie heute» gewesen seien und fährt dabei fort: «Dieses Moment hat sich nun aber seit dem unerhörten Aufschwünge des Automobils, vielfach sogar zu einer förmlichen Lebensfrage verdichtet und wird, wo immer bahnund verkehrstechnische Fragen angeschnitten werden, zu grundsätzlicher, wenn nicht sogar ausschlaggebender Bedeutung gelangen.» Aus diesen und andern Gründen und mit Recht, wendet er sich gegen,den Ausbau der Brienzorsee- und Brünigbahn. Vorab aus dringend eisenbahntechnischen, Erwägungen gelangt er zu einer Ablehnung. Gewiss sprechen auch wichtige volkswirtschaftliche und finanzielle Gründe ebenfalls dafür. Wer könnte und wollte heute noch die i Verantwortung übernehmen, Millionen von Franken am Brünig oben verlochen zu wollen; um 4en schönsten Teil der Fahrt unter die; Erde zu verlegen, gutes Rollmaterial zum alten Eisen zu werfen und damit das Auto doch nicht in seine «natürlichen Grenzen», zu zwingen? Wohl niemand. Im Zeitalter des Automobilismus muten einem solche Befürwortungen wirklich archäisch an. Wir müssen auf unsere grundsätzlichen Auseinandersetzungen «Auto und Bahn> in Nummer 16 der «Automobil-Revue» vom 24. Februar 1928 verweisen. ' Was wir dort über den eventuellen Bau einer MeiringenrGletschbahu ausführten, gilt auch für den Plan eines Umbaus der Brünigbahn in eine Normalspurbahn. Weder vom finanziellen noch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus Hesse er sich rechtfertigen. Er entspräche keinem Transportbedürfnis und bedeutete keine ökonomische Anpassungsfähigkeit an ein beste- 1 hendes Verkehrsbedürfnis. Es sei nur daran. erinnert, dass nicht nur die : Elektrifikatlon; grössten Schwierigkeiten ruft, sondern dass mit ihr auch die Fahrzeiten kaum verringert werden könnten, da auch beim elektrischen Betrieb der acht Kilometer lange Zahnradbetrieb nicht auszumerzen wäre. Was nun die meterspurige Verbindungsbrücke Zwetsimmen-Interlaken anbelangt; so muss auch da erwähnt werden, dass die Verschiedenheit des elektrischen Stromsystems bei der, ,M. 0. B. und der B. L. S. auf gewisse Schwierigkeiten stossen dürfte und die Herstellung der Meterspurstrecke Spiez-Interlaken we-' sentliche Kapitalien bedingen würde*" Wir stemmen uns keineswegs gegen eine wirtschaftliche Betriebsweise der bernischen: Alpenbahnen. Im Gegenteil. Hingegen • dürfte ; die Frage doch aufgeworfen werden, ob es sich angesichts der keineswegs rosigen Lagei der B. L. S. verantworten Hesse, wenn neue] Summen mit Hilfe des Staates, d. h. des Steuerzahlers, in einen schlechtrentierenden Betrieb geworfen würden, r anstatt diese lukrativer für den Ausbau und die Verbesserung der Autostrassen in gleicher Gegend zu verwenden. K. Zeiger rücken. Gelassen steht - er auf und; schlendert durch das Gemach. Vor dem Spiegel bleibt er stehen und betrachtet aufmerk- : sam sein Bild. — üen schmalen Kopf — die 1 scharf gebogene Nase über dem herb geschlossenen Mund •— die ifeinen Linien an den Schläfen — den seltsamen Gegensatz zwischen dem Weiss der Haare und den grossen, dunklen Augen, unter denen zwei Schatten liegen... (Fortsetzung folgt.) Der Chefexperte der Kantonalen Polizeidirektion Bern schreibt uns: Zu der Erwiderung in Nr. 14 der «Automobil- Revue » ist folgendes zu bemerken. 1. Die Verfugung der Kantonalen Polizeidirektion wurde vorerst anlässlich der Espertenkonferona vom 10. Januirr 1928 besprochen und alsdann an einer Konferenz mit den Verbänden der Automobilbrancho erläutert. Irgendwelche Divergenz in der*Auffassung -der-Dirirktion >und der Experten besteht'nicht, nur der Einsender möchte sio^köü- • struieren. - - : ".-•• „•.! .*..•., „v . 2/- Die v erf iigung ist erlassen in Anwendung Von bestehenden •• Konkardatsvorsokrifton Und, bezieht sich nuf auf die Ausrüstung 'dir Fahrxeüflt. Dem aufmerksamen Loser wird nicht entgangen sein'," dass * die "3" Punkte der • Verftigunsr sichnnr auf die Ausrüstung der Tahrfceuse beziehen. 3. Die Einsendung der Verfügung mit der, Erläuterung in Nr. 12 der ? Automobil-Revue » ist orfolgt, „zur.,. Richtigstellung einer irreführenden Mitteilung im ersten diesbezüglichen Artikel in Nr? 10 der genannten Zeitung. Es hoisst dort wörtlich: «In ! der projektierten Verfügung der Polizeidirektion Bern ist vorgesehen, dass. in Zukunft das Polizoilicbt nur noch beim Stationieren berechtigt ist... » 4. Die Experten haben nie beabsichtigt, der Polizeidirektion zu empfehlen, das Fahren^ mit "*verhältnismässig starkem Abblendlicht ivwzusqhreiben in gut beleuchteten Strassen und Plätzen-dos Stadtinnern bei trockenor .Strasse. ; ,, 5. Dass die Anwendung der Beleuchtung für die Stadt Bern nachträglich speziell 1 vorgeschrieben wird durch eine Verfügung defr Stadtpolizei Bern, beweist, die nachstehende Publikation. Beleuchtung der Motorfahrzeuge im Gebiete der Stadt Bern. > Gestützt auf die Verfügung der' kantonalen Polizeidirektion betr. Beleuchtung und Schalldämpfungsvorrichtungen der. Motorfahrzeuge vom 25. Januar 1928 ist -dio'umgeänderte Belcuchtün«? innerhalb des Gemeindeg^bietea der Stadt Bern..,wie folgt anzuwenden : 1. Kleine Polizeilichter sind'In der Innerstadt, begrenzt. durch Hirschengraben inkl. und BärengTabeüj inkl., ferner auf der Kornhausbrücke and Kircbenf eidbrücke. gestattet. 2 Das unter Ziffer 1 a der obon erwähnten Verfügung der kantonalen Pölizeülirektion beschriebene sog Stadtlicht (abgebltSndiitu Scheinwerfer, Reichweite ca. tiO Meter, ohne, zu blenden),- iat auf allen unter Ziffer 1 dieser Bekanntmachung, nicht .erwähnten Strassen uud Plätzen einzuschalten. 3.'Nicht abgeblendete Scheinwerfer dürfen innerhalb 'des Gemeindegebietes nur auf denjenigen Strecken: verwendet werden, diogemäss den gesetzlichen Bealimmungcn ajs Ausserorts-Strecken zu verstehen sind., , , f Wir machen ganz besonders "darauf aufmerks.äm, 'd'as's |iJas'unter Ziffer 2 erwähnte Stadtlicht immer däiin in "der Innenstadt ebenfalls verwendet werden darf, wenn die Sicht ungenüsend-ist (Nebel, nasse, unsichtige. • Strasse usw.). Den Führern wird in ; .Erinnerung gerufen, tdass ; die Gefahrzone Atitomobilistisches aus dem aargäuischen Grossen Rat. Wenn heute eine Regierung oder ein Rat zusammentritt, um über das "Wohl und Wehe des Staates zu'beraten, 5 fehlt auf der Traktandenliste , sicher nicht das Automobil. An der letzten Sitzung des äarganischen Grossen Rates vom 5. März wurde anlässlich, der Feststellung der "Zunahme an Verkehrsunfällen in Erwägung . gezogen,' ob nicht 'bei der Erteilung Von Fahrbewilliguhgeri strengere Bedingungen massgebend sein sollten." Wenn auch diese, Erwägung 1 auf "-die', bei Ratsherren üblichen Ansicht ziirückzü-! führen ist, dass niemand anders als der Auto-' mobilist für die höheren Zahlen in der Unfallstatistik verantwortlich sei .und ,demge- : r.iäss gedrillt werden müsse, so fcuin trotz- 'älledenf auch" uns, die wir" in 'dieseTn^ Punkte erfahrungsgemäss etwas anders zu denken iPflegen, eine noch strengere Durchführung der Fahrprüfungen nur willkommen sein; . Auf eine Anregung aus der Ratsmitte, inskünftig jede Art Motorwettfahren auf vielbegangenen Strassen, strikte zu untersagen, antwortete Polizeidirektor Studier, dass solche Rennen nur \m Einverständnis samt-. Hoher Behörden der Gemeinden bewilligt werden, durch die das Rennen führt. Die Anfrage zielte offenbar aui das Staufberg- .rennen. Die wirtschaftlichen Faktoren spielen ibei der Bewilligung eines Rennens jedoch, eine .weit ausschlaggebendere .Rolle,, als man am grünen Tisch Qft annimmt, ist-doch die Anziehungskraft motorsportlicher Veranstaltungen von grösstem Ausmass. •;••• Xt... ÄUTOMOBTL-REVUE Noch einmal die Beleudifungs- und Signaifrage im Kanton Bern. Bekanntmachung. Es werden weitere Gutachten iabriziert. Herr Professor Dr. ! Blumenstein in Bern hat neuerdings ein weiteres Gutachten über die Frage der Erhebung von Einreise- u.Durchgangsgebühren ,,ausgearbeitet. Selbstver-' ständlich wird auch: darin wiederr.'überzeugend nachgewiesen, dass ein Verbot für solche Gebühren in der Bundesverfassung nirgends zu finden sei. Die Regierungen der acht sich benachteiligt fühlenden'Kantone haben das Gutachten den Bundesbehörden vorgelegt. — Der Vorschlag der uationalrätlichen Studienkommission zur Verteilung des innerhalb des Bremsweges (plus Reaktionszeit) liegt. Bern, den 20. Februar 1928. Der städt. Polizeidirektor: Sdgnö: 0. Schneeberger. Die zeitgemässe Auslegung der bestehenden Konkordatsvorschriften. Dör Cftefexperte des Ksntoiis Bern gibt in einem 'Rundschreiben die zeitgemässe Auslegung der bestehenden Konkordatsvorschriften bekannt: ' " * •-- «Gestützt auf die Verfügung der Kantonalen PolizeidireküoB.. sowie, auf die bestehenden einschlägigen Vorschriften, manche ich Sie darauf aufmerksam, das« .die. Experten angewiesen worden sind, keino Prüfün;rszdugn!sse mehr abzusehen für Fahrzeuge, welche nachstehende mangelhafte EinTjeh.tnjigen-besitzen: , • ... >- 1. Bremsen, welche nicht jode für sich allein die ,,... Räder.auf trockener Strasse zu blockieren ver- , , 'mögen ('Selbstverständlich- soll dio Bremswirkung allmählich zum Blockieren übergehen). 2. Bremsen, welche nicht unabhängig sind oder der internationalen Konvention nicht entsprechen • > 3. Handbremsen, deren Hebel nicht zuverlässig an der liest angezogenen Bremsstelhins: verbleibt. •i. Elektrische Scheinwerfer, welche nicht abgo- _ b.endet wexdeD können, bzw. nur auf schwache 'Polizeilichter umgeschaltet werden. Ebenfalls solche, welche durch SerteEchaltuns oder Widerstand abgeblendet werden. Auch ümschaltung auf Sucberlampe ist nicht statthaft. Auch nicht die sogenannte Codo-Abblehdunx. Zulässig sin d nelgbaro Scheinwerfer, Hilfs- Echeinwerfer odtr —> was zurzeit als das Beste gilt -*- sog.'Dupiolaimpen. Die Strasse muss auf 20—30 m gut beleuchtet sein. 5. Schlusslichter, welche die Nummern nicht oder ungenügend beleuchten, öder kein roteä Glas besitzen (das Glas soll rot gebrannt, nicht gefärbt sein) 6. Unzweckmässißc Signalapparate bzw. beim Fehlen der langgezogenen Hupe. Die Hupe muss bei jedem Fahrzeug eingebaut bzw. korrekt befestig' sein; der Ton soll bei Automobilen sich ujiter dem eingestrichenen a befinden. 7. Ungenügende Schalldämpfer und offene Auspuffklappen. Sowohl heim Automobil wie beim Motorrad wird ein langes Rohr mit verengtem ' Ende •••nicht angenommen. Eine wirksame Schalldämpi'ungs-Einrichtung bzw Aus- ;puffvou-ichtuag muss auffalle Fälle vorhanden sein Die . verschiedenen Systeme der Schalldämpfuttgs-EinTic'htungen bei Motorrädorn werden durch den Motorrad-Experten mit Schallmessappaiat auf die • zulässige Lärmquote untersucht. Für jedes System ist deshalb eine Zeichnung mit Muster vorzulegen und mit dem Experten d£r Zeitpunkt der Prüfung zu vereinbaren. '•• 11 -8.Seitenteile, ;welcho den freien seitlichen Ausblick; des Führers beeinträchtigen. , .9. Ladebrücken,- deren Mitto n,ach hinten, über die ..,,. Hiateraohse^ hinausragt.v .' ., Behzinzolles wird des weitern demjenigen 'der ständerätlichen Kommission vorgezogen. Eine geheimnisvolle Betriebseinstellung. Wie aus dem Tossin gemeldet wird, ist der Ve^waltuugsrat der Linie Mendrisio—Stabio-^-Grenze, welche seit zwei Jahren eröffnet ist, entschlossen, den Betrieb auf 80 April stillzulegen. Da mit Italien bis zur Stunde. kein Vertrag zur Regelung des Warenverkehrs abgeschlossen .werden konnte, erwies sich der Verkehr zu gering, um weiter aufrechterhalten zu werden. Der Hegievungsrat des Kantons Tessin, der 880000 gute Schweizerfranken in der Linie .steekeir hat; wandte sieh an den Bundesrat, um den Abschluss des fraglichen Vertrages mit der ' italienischen Regierung zu erzielen. xi. ! Wieder eine besondere kantonale Bewilliaung! üei'.Regiorungsrat dea, .Kantons lessfai hat ein Dekret erlassen, wonach' für Automobile mit mehr : 'als' acht Sitzplätzen, die zum Transport von Personen; verwendet werden, eine besondere kantonale Bewilligung erforderlich ist wofür eine Gebühr von Fr 20,— bis 50.— zu bezahlen ist Diese Bewilligung ist jeweils für das laufende Kalenderjahr gültig. S. 1 Fahrverbot. Das von der Gemeindo Gossau (Kt St; Gallen) erlassene Verbot für Motorlastwatren auf der Bühlstrasse zwischen der Bedastrasse und der Staatsstrasse nach Flavvil ist ; vom Regierungsrat sanktioniert worden. + ' Begünstigungen für den Besuch des Genfer Salons. Der Salon 1928 wird den Rekord seines Vorgängers brechen. >;Dies nicht nur aus Gründen einer normalen Entwicklung unserer grossen nationalen und internationalen Autoschau, sondern auch — und wir sind glücklich, es hier sagen zu können — dank des weiten Entgegenkommens der S. B. B. An'wiederholten Stellen ist es in frühern Jahren gerügt worden, dass die Fahrten einfacher Fahrt, welche auch für die Rückfahrt Gültigkeit besitzen, erst vom vierten Tage der Ausstellung an in Kraft traten. Tausende mehr hätten den Salon besucht, wenn diese Einschränkung nicht gewesen wäre. Nicht jeder war in-der Lage, sich an den Tagen frei zu machen, welche unsere Bundesbahnen vorschreiben. Dieses Jahr gelten nun die Begünstigungen vom ersten Ausstellungstage an. Wir fühlen uns verpflichtet, den Bundesbahne» für ihr Entgegenkommen zu danken. Die Unterstützung des wichtigen Zweiges unserer Volkswirtschaft wird nicht zum Nachteil der Bahn ausfallen'. Die Eintrittspreise für den Salon sind dieses Jahr für sämtliche Besuchstage auf Fr. 1.50 festgesetzt. xL V. « Angemessen » und « verständig »! Die Bundesbahnen wissen sich mit bewundernswertem Geschick einen Platz an der Sonne der öffentlichen Meinung zu sichern — das muss man ihnen lassen! Das Automobil hat ja schon längst für die nötige Dornenkrone der Bahnen gesorgt, nur dass die Dornen dabei oft nur nach aussen stehen! Oder wer wollte den Geschäftsprinzipien unserer Staatsbahn nicht volle Anerkennung zollen, wenn er folgendes Epistel liest: «Erfüllt uns die gogen^ärtigo Finanzlage der Bundesbahnen mit banger Sorge, eo dürfen wir doch anderseits uns darüber freuen, daas gnaerc Staatsbahn 6ich in unermüdlicher Tätigkeit einen technisch soliden Verkehrsapparat Beschaffen hat, mit den! sie die Konkurrenz mit den neuen Verkehrsmitteln mit Erfolg aufnehmen kann. Dass unsere Staatsbahn dieser netten Aufgabe srowachsen ist, hat sie durch dio verständige Art an den Tag gelegt, mit welcher sio den Kraftwazon in die _ Verkehrsorganisatibn einzugliedern und dem Verkehr in wirtschaftlicher Weise dienstbar zu machen versucht, bei ; welcher dio Eisenbahn und der Kraftwagen seine Rechnung finden kann. Sie wird anch noch weitere Mittel finden, den Verkehr zu fördern und ihre Aufgabe als staatliche Tränst)ortanstalt so zu gestalten, dass bei angemessenen Tarifen die Einnahmen die Ausgaben zu decken vermögen » * In Wirklichkeit sieht die «verständige Art» und der «angemessene Tarif» etwas anders aus. Die S.B.B, wendet im Kampfe um die Frachten Mittel an, die der seriöse Kaufmann nicht kennt Ihre Praxis ist nichts anderes als ein wahrer Dumping-Feldzag, der den Grundsätzen, die in einem staatlich geregelten Güterverkehr herrschen sollten, ins Gesicht schlägt. Wie sich dies niit-der «verständigen Art» und den «angemessenen Tarifen» vereinbaren Iässt, möge jeder selbst beurteilen! v. Das Familien-Billett und das Familien-Auto. Unsere Bundesbahnen rühren gegenwärtig in der gesamten Presse für das Familienbillett eifrig die Werbetrommel. Es ist interessant, was Nationälrat Dr. J. Waldvogel Schafihausen, der seinerzeit eine Motion betreffs Einführung der halben Fahrtaxe für Kinder bis zum 15. Altersjahr lanciert hat, über dieses Kapitel zu sagen weiss. (Die Motion wanderte, nachdem sie vom Nationalrat erheblich erklärt worden war, in den Papierkorb des Ständerates, da man von grossen Schwierigkeiten bei der Durchführung und besonders von einer «grossen finanziellen Einbusse» sprach!) Herr Nationalrat Waldvogel wirft mit Recht die Frage auf, ob die Bahn nicht durch ihr, bisher starr eingehaltenes System dazu beigetragen habe, die Familienbande zu Jocßern/Die Jugend "geniesse bei gesellschaftlichen Ausflügen weiteste Fahrvergünstigungen, während dieselbe Jugend das Nachsehen habe, wenn sie im Verein der Eltern auf Reisen wolle! Dies ist nicht zuletzt der Grund, weshalb das Auto eine so begeisterte Anhängerschaft gefunden hat. Während die Bahn durch ihren starren Organismus Anpassung fordert statt bietet, ja recht eigentlich die Verkörperung der Uniformierung ist, pflegt das Automobil den Individualismus. Das Personenauto ist zum eigentlichen Förderer des Familiensinns geworden. Wie viele sonntägliche Ausfahrten mit Kind und Kegel zum Picknick in freier Höhe oder zum Strandbad sind durch das Auto zur wahren Erholung geworden, während eine Bahnfahrt mit all ihren Umständen eine Quelle endlosen Aergers gewesen wäre! Obwalden und der Benzinzoli. In den Bergkantonen kommen sie nicht mehr zur Ruhe! Noch unlängst haben wir an dieser Stelle die durch den angekündigten Ausfall der Durchgangsgebühren für deu Kanton Uri drohende Krise ins Licht gerückt und schon sehen wir auch die Behörden Obwaldens mit krausgezogenen Stirnen über ihre Strassenbauprojekte gebeugt. Obwalden trägt an seiner Brünigstrasse, deren Unterhalt gebieterisch nach zeitgemässen Massnahmen ruft, namentlich hinsichtlich der Bekämpfung der Staubplage, eine tüchtige Last. Aber wie im Lande Uri zeigt sich auch hier, dass die Unterhaltsgelder nicht aufgebracht werden können, wenn die Einnahmen durch die Dtirchgangsgebühren inskünftig ins Kamin geschrieben werden müssen. Hier muss der Benzinzoll einspringen. Unsere Forderung ist -schon zu x-Malen ausgesprochen und aus allen Landesteilen unterstützt worden — aber die Türen des Bundeshauses schliessen dicht. Muss es wirklich zu einer der drohenden Krisen kommen, ehe man sich endlich ztnn Handeln aufrafft? Man könnte mit dem, was über den Benzinzoll geschrieben wurde, eine ganze Bibliothek füllen. Wenn wir nur endlich mal einen einzigen Satz zu Augen bekommen, dass etwas getan worden ist! xi. Das weisse Auto, unser neuer spannender Roman beginnt in der heutigen Nummer V.

N°20 — 1938 AUTOMOBIL-REVUE Der hässllche Vorfall au der Tieienaustrasse bei Bern hat, wie wir bereits In unserer letzten Nummer'berichteten, die buudesstädtischen Automobilisten stark beschäftigt und vor allem die bernischen Sektionen des A. C. S. und T. G. S. zu entschlossener Stellungnahme, veraulasst In der Vorstandssitzung vom - letzten Montag be- s richtete Herr Polizeikommissär Miilkr über, die umfassenden, bis ins Kleinste durchdachten Massnahmen der Fahndungsbehörden.; 15 Minuten nachdem der Automobilist-den Radfahrer überfahren hatte, war die Polizei am Tatort; augenblicklich setzte die Fahndung nach dem Täter ein. Ein von Zollikofen herfahrender Automobilist, der wenige Minnten nach dem Unfall bei der-Unfallste'le anhielf, jüonnte bereits einige Anhaltspunkte geben; schon inlden -frühen Sonntagmorgensttmden wurden/zahlreiche Garagen der Umgebung von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Durch die Veröffentlichung der Presse und des Radio* wurden der Polizei zahlreiche Anhaltspunkte' ! an-die Hand gegeben, so dass schön binnen kürzester Frist eine grosse Anzahl von Automobilen untersucht bzw. deren Besitzer Auskünfte abzugeben hatten. •• Der fliehende Automobilist wurde auf seiner' Kreuz- und Querfahrt von mehreren Seiten .beobachtet; bereits am Sonntagvormittag übergab- derselbe seinen beschädigten Wagen einem Qaragisten zwecks Instandstellung mit dem .Bemerken, er habe sein Fahrzeug bei der Einfahrt in seine Garage beschädigt; bedauerlicherweise »hat es dieser Garagist unterlassen," der Behörde sofort von der Ablieferung eines Geschädigten Wagens Kenntnis zu geben; immerhin stellte ein Burgdorfer Polizist frühzeitig diesen beschädigten Wa- Seriii fest. Trotz*;Reparatur des Fahrzeuges und Lackierung. des Kotflügels konnten einwandfrei Blutspüren, festgestellt werden; der •Täter gab denn auch, schliesstich seine Verfehlung zu; "der Zttsammenstoss sei durch das Dazwischenspringen eines Küherhundes mirver.schuldet worden; da der fehlbare Autler niemand anders im Wagen hatte, wird die nähere Untersuchung den genauen Sachverhalt erweisen. Die Vorstände der Sektionen Bern des A. C.S. und T. C. S. nahmen mit Genugtuung von,den Wohldurchdachten Mässnahmen der PoHzei, Kenntnis;, beide Sektionen beschlossen;, den Organen der Behörde eine besondere Prämie auszurichten; im übrigen wurde von denselben folgende Resolution gefasst: 1. Die Sektionen de» A. G.S. und T.C.S. bedauern den schweren 'Unfall auf das Tiefste und verurteilen, das Verhalten des, Automobilisten nach dem „Unfall, auf das Entschiedenste. 2."Ste; .«eben klarer Gtoogtaung Ausdruck darüber, jdass es einer tatkräftig und zielbewusst arbeitenden Polizei gelungen, ist. den Urheber des Unfalles zu finden. Siq.'sind fest überzeugt, dass jedör: Jschwfeizerischd Automobilist sich dieser Genugtuung ansohlifrsst, 3. Sie bekunden den' festen Willen.,die Behörden bei ihrer schweren Arbeit zur Auffindung der Urheber von ähnlichen Unfällen mit allen Mitteln •und vereinten Kräften zu unterstützen. Es darf unter teinen Umständen vorkommen, dass der Urheber eines Automobilunfalles unerkannt bleibe. •4, Sie" stellen daher, in künftigen J Fällen den Behörden ihre vereinten Kräfto zur Verfügung, und sind, bereit, ia gemeinsamer Arbeit eine festgelegte,. Organisation schaffen zu helfen, die es ermöglicht, rasch und eicher zum Ziele zu gelangen. Der Kampf um den Kuchen. Um den Benzinzollviertel. Aller Voraussicht nach dürfte die Behandlung der Benzinzollverteilung im Nationalrate ttoch einiges zu reden geben. Die Leser der Automobil-Revue wissen, dass die Anträge der nationalrätlichen Kommission von denen der ständerätlichen im wesentlichen abweichen. Sie wissen auch aus Erfahrung, dass die kantonalen Schlagbäume auch in unserem 20.. Jahrhundert noch, nicht überall gefallen sind und in Form von Durchgattgsgebühren für Automobile weiterbestehen. Man welss zudem, dass die Umbiegung einzelner, Ver-. fassungsartikel keine so grosse Kunst ist und Argumente leicht zu finden sind, um sie so oder anders auszulegen, p • c,:> • ^J« j*J •',. Nun sind die Regierungen der „Kantone Wallis, Tessin, Ob- und Nidwaiden, Glarus, Uri, Schwyz und Graubünden,aufgestanden und haben, gestützt auf ein Gutachten von Professor Blumeristeii} in Bern, dem* Bundesrate'und den Mitgliedern der Bundesverfassung eine Eingabe eingereicht, in welcher sie von den Mitgliedern der Legislative > verlangen, dass sie anlässlich der definitiven Festsetzung des Verteilungsmödus für den Ben-'- zinzollviertel den < tatsächlichen Bedürfnissen und Verhältnfssen'Re^hnung'tragen und "den- Gebirgskaritorien das nötige Ehtgegenlcbmmen beweisen, damit die Regierungen, für den eventuellen Ausfall der von" ihnen bisher'bezogenen Gebühren gedeckt werden'; Sofern diese, Kantone wirklich 1 gewillt, die zu-erwar-, tenden Gelder restlos ins den Dienst ihres, Strassennetzes zu stellen, und damit den Mo-: torverkehr zu .fördern, woran zu zweifeln wir wiederum keinen Grund haben, so sehen wir •. nicht ein, warum dem Begehren finanziell < schwächerer Kantone nicht entsprochen werden sollte. Die Vertreter der finanzstärkereft Flach- Iandkantöne „werden, nicht umhin körinen» ihren freundeidgenössischen Solidaritätssinn" auch in dieser Frage zu bekunden, hängt doch das schwebende Problem der Verhinderung weiterer Entvölkerung der Bergtäler' nicht unwesentlich mit einem • richtig und zweckentsprechenden Stfassenunterhalt und Strassenbäu zusammen. k.. Vor dem Kilometer Lance. Die bis heute eingegangenen Nennungen" sind schon recht beträchtlich, besonders wenn man sie mit denjenigen der Vorjahre zum selben Zeitpunkt vergleicht. Die Steyr-' Agentur in Zürich hat z. B. allein drei Wagen angemeldet. .-;*u Auch die Preisverteilung wird dieses Jähr reichhaltiger ausfallen. Der Regierungsrat 1 * von Genf, sowie die Stadt Genf haben ihren Teil beigetragen. •' s * » •••••••• >,_ > Die Sportkornmissipn der Sektion Genf, nahm mit Genugtuung von denj ^Nennungen ä Kenntnis. Ein; glücklicher Umstand will es, dass das Kilometer-Lance mit der Genfer Zusammenkunft &es' schweizerischen Aero- Clubs und def v Gesellschaft schweizerischer Motorlastwagenoffiziere, zusammenfällt,.' Die Piste befindet sich in vorzügl. Verfassung. ' Die Polizeikömmission wird die Strecke demnächst besichtigen, um die Disponierung der Parks und Garagen vorzunehmen. KurzS unter der energischen und kompetenten Leitung von Herrn A. Chantre, Präsident der Sektion Genf it wird die Organisation wieder ein Ganzes a*n'Arbeit leisten. *- : ! i '* Die Meldefrist ist bis 10. März verlängert worden. (Anmeldungen an das Sekretariat, des A. C. S. in Genf.) Training: vom 15. März an,_zwlschen 5 und 7 Uhr morgens. ' • Einige Namen aus der Nennungsliste: Internationales Rennen: Heusser, Huldreich, (Zürich,) Busatti Schlotterbeck (Basel-Born) Stutz, etc. Nationalt». Renntn •, %, Wehrli, Walter (BernT" * *'•Chrysler Tommasini, R. (T.C.S."Gent) ' talbot* " Landi, H. (Zug) B.N.C. Schlotterbeck (Basel-Bern)"'. Stutz " * * •'•' Frau Spiegel (T.C.S. Bern) . Fiat 609 Keller, Alfred (Zürich) Bignan, etc. «.' . ;! Der sicherste wagen hat das Recht, der, schnellstezu sein. 1928 die uornehmste Schöpfung einer fiutomobilindustrie, die seit zwei Jahrzehnten nur die besten Kreip 1 zu ihrer Kundschaft zählt. Genfer Sternfahrt" küiidigt',^ich. t als grossefiErlolg an. 1 Die Sektion&i" Wakdt, rWailis; Montagnes NeMchateloises und selbst St-Gallen haben'ihre'^Eauipeti; angezeigt. Dass Zürich und Luzenv nicht fehlen werden, steht von vorneherein.fest.. Die. : Organisatoren glauben, mit einer Beteiligung von einem halben Hundert rechnen -zu können ; ~Das wäre die-Hälfte mehr als letztes Jahr. Hoffen wir, dass sich diese Zahl verwirklicht{.tDier'Selcr tion Genf hat es mit ihren aufopfernden Vor?- bereitung^ff reichlich Verdient. - ! "'_ i ', ni ,.'-^ feich einstimmig der Schweiz angeboten. Die nationale Sportkommission wird nun nach der, Persönlichkeit Umschau halten, die zur t-^ Nachfolgend 1 -einige,.. 4 & v r Z. .dieser; -Tage;'.eiä- Bewältigung, der delikaten Aufgabe prädestiert ist. Ein Name wird bereits genannt, gegangenen Nennungen:. >'• .. •:i,..' ; Pierrehumbert'(M.neuchatel.) Hispano-Suiza. > i ••>. aber wir wol}enihn noch nicht nennen, da Dubied (M. neuchatelois.es)••-v.' Bianf&iioh:•'=! Olga Etienne (M. neuchätel.) Willys-Knight es die Bescheidenheit seines Trägers nicht Rufener, Ernst (Bern) Amilcarr gerne sehen würde. Bolme, Arthur (Basel) Delaunay-Belleville ~---'••"•' - "-«;; Di© Preise B$uü, Charles (Wallis) AÜKsburger, Otto (Wallis) Imperia Buick Vanofri, Alph. (Wallis) Willys-Knight Spally, Kurt (Glarus) Amilcar Geiser .fEnunenthal) Studebarker, etc. , ; »?• ; •. v- Internationale Alpenfahrt. ,f jEtfo^lener Sitzuhg, der Organisatoren. i .Di6, gewohnten Vertreter*,der _vier beteiligten "MmierS hatten^-sich in * äeifeDonaustadt eingefunden, ausser,, Herrn Mercanti, welcher siöh durch Herrn. £rer>aldi vertreten lassen musste. Uns«r^Vertteterr|IeTr| r iüies Decrauzat, war direkt von. Lugano eingetroffen, wo er, den., Versuchen" Marchands^ beigewohnt Das Reglement- wurde endgültig aufgestellt. Die Minimalgeschwindigkeiten "wurden allgemein als zu hoch befunden und deshalb die verschiedenen Gruppen wie folgt'reduziert: Von "52, auf 49 ;knv _ | Von 48 auf 46 km/ 1 ü ö /• „-••u'Von 43 auf 41 km. , f Es ist nicht ausgeschlossen^ dasslnoch ernäüte' Reduktionen vorgenommen f werden. Die höhen »Anforderungen, /welche vflie Route an die Fahrer stellt, bedingt nicht "allzu hohe Geschwindigkeiten, die effektiv ..eingehalten werden können. " £ Die Versicherungskontrakte mit den schweizerischen Gesellschaften sind gutgeheissen worden. Di«,Oesterreicher-thaßen die endgültige ErledigUn)näleseS 5 öeK;häftes an die Hand genommen, da sie^ichrfür die schweizerischen und ^für dlat-lieAiefitj'äVersicherungsbeduigungen interessieren. ., Die Rehnleitiuig Italien,' Deutschland und Oester- Pi* Hamen seiner Be- *'sitzerbeweisen seinen , Weltruf. ••••••••••••••••••••••DB j Schweizer Automobilisten! S Besucht den Genfer Salon S 16.-25. März 1928 «••••••••••••••••••Hanaa sind noch nicht endgültig festgesetzt worden. Die ersten Preismodelle trugen einer Eventualität mehrerer ex-aetjuo keine Rechnung, die, wenn dieser Fall eintritt, die, Verabreichung mehrerer Becher , bedingen würde, wodurch das verfügbare Budget zu stark auf den ersten Preis konzentriert wird. Weitere Modelle sollen später geprüft werden. Für den Moment spricht man nicht mehr von einer besonderen: Kategorie für Autobusse. Es ist aber möglich, dass die Frage nochmals aufgeworfen wird., Ein Uebermass an Nachsicht wäre es sowohl in den Augen der Italiener als der Schweizer, wenn, wie die Oesterreicher vorschlagen, beim Zyü'nderinhalt eine Toleranz von bis fünf Prozent zugelassen würde. Die beiden Länder würden dies nur unter Reserve der Ratifizierung durch die internationale Sportkommission genehmigen, welche sich am 17. März in Paris versammeln wird. Von diesen Sitzungen soll zu gunsten der internationalen Alpenfeihrt profitiert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Delegierten int Besitze der Probeabzüge der definitiven deutschen und französischen Reglemente seim Di© Oesterreicher übernehmen das Deutsche, die Schweizer das Französische. Letzten Endes ist indessen nur der französische Text massgebend und sowohl die italienischen wie die deutschen Ausgaben des Regimentes von Mailand und Wien haben demselben Rechnung zu tragen. v. Amerika ehrt Capitain Campbell. Sie Amerikaner wissen, wie man Rekordleute empfängt und ehrt! Sie haben bei den Ozeanfliegern nachgerade genügend Gelegenheit gehabt, sich darin zu üben. So wurde auch Capt. Campbell, nachdem ef Daytona Beach verlassen hpt und^die Staaten noch durchreist, in Washington* mit allem Zeremoniell empfangen. In Begleitung' des englischen Gesandten stattete er dem Präsidenten Coolidge im Weissen Haus einen offiziellen Besuch ab. DaTän anschliessend wurde er 'im Senat begrüsst, wo ihm» vom Vizepräsidenten die Daytona-Coup übergeben wurde, eine prachtvolle, vom Bürgerraft von Daytona gestiftete Silbertrophäe. Weitere inoffizielle Empfänge in englischen Clubs und bei Sportsfreunden schlössen sich daram an. Z. Neue Rekordgelüste. Kaum dass der neue Weltrekord von Capt. Campbell aufgestellt worden ist, befasst man 6ich auf beiden Seiten den Ozeans schon wieder mit neuen Plänen. Wie uns mitgeteilt wird, sollen dio sportsfreudigen Millionäre aus dem Dollarlanilo sich bereit erklärt haben, amerikanischen Rennfahrern dio notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um erneute Versucho zu unternahmen, den Engländern den Rekord zu entreissen. Ebs rekordgewohnte Amerika kann es nicht verwinden, dass ein Europäer die gewaltige Höchstleistung vollbrachte und sich damit Weltmeisterschaftsehren vor den Amerikanern errang. Man macht sich nun auf> englischer Seite bereits auf dio Herausforderung gefasst, und Major Segrave, der hekanntlich bis zur denkwürdigen Fahrt Gajnpbells den Automobil- Weltrekord inne hatte, äusserto bereits seine Absicht, den Fehdehandschuh aufzunehmen Sofern eine Herausforderung bekannt wird, will er nächstes Jahr die englischen Farben nochmals verteidigen; Zu diesem Zwecke werden zurzeit schon die Plan« für ein neues Rennungetüm entworfen. Zwei Londoner Vertreter der Hochfinanz haben Segrave beinahe unbeschränkte Mittel für den Bau eines neuen Rennwageos zur Verfügung gestellt, mit der einzigen Bedingung, dass das kommende Fahrzeug ausschliesslich aus britischem Material und durch britische Arbeitskraft hergestellt werde. Der Tanz 'kann also bald wieder, losgehen! Z. Der nationalrätliche Wunschzettel. Die nationalrätliche Kommission vereinigte sich gestern unter, dem Präsidium von Nationalrat Joss. Sie hat an den Texten, wie sie in der Sitzung vom 23. Februar entstanden sind, keinerlei Aenderungen angebracht. Mit dem Ständerat bestehen somit folgende Divergenzen: 1; Als Basis der Verteilung gilt: Ya nach der Längo der grosson Ditrchgangsstrassen und % nach den Ausgaben der letzten drei Jahre für diese Strassen. —• 2: Der Ausgleichsfonds: von &% wird unterdrückt. 3. Die Ausgaben der Gemeinden für die Kantons- . etrassen zählen nicht mit. , In dar., Kommission trarden fcwei Wünsche vorgQDraeht. •* Der 1 eine will dem Bundesrat die Vollmacht geben, dio grossen Durchgangsstrassen zu bezeichnen. Der andere forderte eine Kompensation an die Kantone Uri, Ob- und Nidwaiden und die p*aäY: Indern Kantone, die durch den Wegfall der Durchgangsgebühren und dos Ausgleichsfonds am meisten betroffen werden in Form einer Auszahlung der .Zinsen, welche die lurücksestellton BenzinzoÜerträgnisse in den letzten vier Jahren abgeworfen haben. Diese beiden Wünsche werden dem definitiven Tcxto beigelegt. fit