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E_1928_Zeitung_Nr.029

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1« AUTOMOBIL-REVUfc N 1

1« AUTOMOBIL-REVUfc N 1 29 Wallis erlasst eine neue Vollziehungsverordnung zum Konkordat. Das Konkordat ist veraltet. Kein einsichtiger Verkehrspolitiker' wird diese Tatsache bestreiten. Auch die Kantone leisten durch fortwährende Abänderungen an ihren Vollzieliungsverordnungen — die vielfach den veralteten Bestimmungen des Konkordates total widersprechen — den Beweis, dass das Konkordat — je rascher je besser — durch ein allgemeines eidgenössisches Verkehrsgeseta abgelöst werden muss. Nun ersetzt auch die Regierung des Kantons Wallis ihre Ausführungsbestimmungen vom 11. Februar 1927 durch eine neue Vollziehutigsverordnung, die sofort in Kraft tritt. Da verschiedene Bestimmungen der neuen Vollziehungsverordnung interkantonale Bedeutung haben, geben wir sie auszugsweise wieder: 1. Auf der Strasse der Ebene. Arl. 18. Die Geschwindigkeit der Automobile und Motorfahrräder darf ausserhalb von Städten und Siedelungen 50 km in der Stunde nicht über- Kcbreitcu. Ist dio Strasso immerhin vollständig frei, kann dio Geschwindigkeit erhöht werden, darf aber selbst auf fruieiu Fcldo CO km in der Stunde nicht überschreiten. Im Innern der Ortschaften ist die Geschwindigkeit auf 18 km in der Stunde fest- , gesetzt. Dio Automobil-Lastwagen mit Vollgummi- ' reifen, wiü auch dio Traktoren mit gleichen Reifen, dio ohno Anhänge wagen verkehren, dürfen dio Geschwindigkeit von höchstens 25 km in der Stunde . nicht überschreiten, wenn das Gewicht nicht 5 Tonnen überstreigf, uml 20 km in der Stunde, wenn es höher ist. Ijio Geschwindigkeit der Autocars, Autobusse, Lastwagen und kleinen Lastwagen darf ausserhalb „von Städten und Siedelungen V>0 km in der Stundu und im Innern der Ortschaften 12 km in der Stunde nicht überschreiten. Fahrzeuge, dio mit Schnoektten oder andern gestatteten Vorrichtungen dieser Art versehen sind, dürfen folgende Geschwindigkeit nicht überschreiten: Automobile: 40 km in der Stunde; Autocars, Autobusse, schwere und leichlo Lastu-agen, mit Luftgummireifen: 20 km, und jeuo mit Vollgummireifen: 15 km in der Stunde. In der Ebene darf das Gewicht 10 Tonnen nicht übersteigen. Als Lastwagen werden Fahrzeuge mit Brücko betrachtet, deren Gewicht 1 Tonne übersteigt. Dio Autolastwagen mit einer Tragfähigkeit von weniger als 1 Tonne, wie auch dem Personen- Iransport dienende Automobile, dio auch für den "Warentransport eingerichtet sind (umgeänderte Wagen oder Lieforungswagen), unterliegen in bezug auf die Geschwindigkeit den gleichen Vorschriften wie dio für den Personentransport verwendeten Automobile oder I^ahrzeugo. 2. Aui den Bergstrassen. Dio -Geschwindigkeit darf auf Berffstes.smv nicht mehr als 30 km in der Stuudo botragen und IS km für Kraftwagen, kleine Kraftwagen und Autocars. a) Auf den nachstehend bezeichneten Strassen können nur Autooars und Autolastwagen verkehren, deren Gewicht 9 Tonnen nicht übersteigt: 1. Gletsch—Furka und Grimsel; 2. Brig—Simplon—Gondo. b) Die Autocars zu höchstens 18 Plätzen und im Gesamtgewicht von 5000 kg, die Kraftwagen, dio 7500 kg nicht übersteigen, dio Automobilo, dio Motorräder und Seitenwagen sind für den Verkehr auf den nachbozciclmolen Strasseu ermächtigt: :1. Brig—Gletsch, i.'. Visp—Stalden, 3. Sitten— Saviuse, 4. Sitten—Vex, 5. Sitten—Nciidaz, (5. Sitten—Agottcp, 7. Jlartiuach—Orsieres—Grossor St. Bernhard, 8. Semhranchor—Chäblcs, 9. Jlonthcy— Morgins. c) Auf folgenden Strassui: 1. Susten—Lcukerbad, 2. Siderö—Ayer und Vissoie—ürj-mentz, Ü. Siders—Montana, 4. Gradotsch —Lens, Ff. Sitten—Arbaz—Aycut, 6. Vex—Hauderes und Vex—Hercniunce, 7. Gundis—Aven— Dailloii, b. Scinbraueher—Ghablcs, 9 Ghäbles— Lourtier, 10. Orsieres—Ferres, 11. Marfinach— Forclaz—Chätclard, 12. St. Maurice—Verossaz, 13. Monthey—Ghamhery, 14. Vionnaz—Rcvcreulaz, 15. Martinach—Ravoirc, Martinach—Gol des Plauchos—Sembranchcr, dürfen nur Autocars zu 12 Plätzen, schwere und JoieJitc Kz'aftwagen, dio dus Gewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten, Automobilo, Motorräder mit und ohne Seitenwagen verkehren. Der gleichzeitige Verkehr in nur einer Richlung ist für folgeudo Abschnitte vorgesehen: 1. Champes—Valcttcs, 2. Cautino de Proz— Grosscr St. Bernhard. Für andere Strassen kann der gleichzeitige Verkehr in nur einer Richtung bestimmt werden. Der Gebrauch von Anhängewagen ist auf den Bergstrassen untersagt. Art. 19. Der Verkehr auf den Aipenstrassen kann nur kraft einer besondern Ermächtigung und nach Bezahlung «adisthcntler Taxen erfolgen: 1. a) Kraftwagen, dio Waren befördern, Fr. 15 pro Fahrt; b) Kraftwagen, Autobus und Autocars, die bis 12 Personen befördern, Fr. 25 pro Fahrt, und für Transporto über 12 Personen Fr. 85 pro Fahrt. 2. Diese Taxen werden für Fahrzeuge mit Vollgummireifen verdoppelt. Für die jährlichen Ermächtigungen wird cino vom Staatsrate festzusetzende einheitliche Taxe erhoben. Art. 20. Für den Verkehr auf den Alpenstrassen müssen sich dio Führer von Motorfahrzeugen auf dorn Landjägorposlon des Abfahrtsortes einschreiben. Art. 21. Personcuautomobilc und Motorfahrräder zahlen für die Benützung der im Art. 18 erwähnten Bergstrassen folgende Taxen: für eine Fahrbewilligung von 1—3 Tagen: Automobile Fr. 5, Motorfahrzeuge Fr. 2; für eino Fahrbcwilligung von 8 Tagen: Automobile Fr 10, Motorfahrzeuge Fr. 4; für eino Fahrbewilügung von 1 Monat: Automobilo Fr. 25, Motorfahrzeuge Fr. 8. Art. 22. Die Fremden, die sich mit Automobilen an Sommerstaüonen aufhalten, bezahlen für diese: für zehn Tage Fr. C, für einen Monat Fr. 12, für dio Saison Fr. 25. Die Bezahlung dieser Taxen ermächtigt die Automobile, während der festgesetzten Dauer auf allen; Bergstrassen- dos Wallis zu verkehren. " Die beim Betreten einer Dergstrasso eatnebtoto Gebühr wird von obiger Taxe in Abzug gebracht. Um von dieser besondern Taxe- Gebrauch machen zu können, müssen die Fremden von Seiten des Hoteliers oder von seito des Hauseigentümers eine Erklärung als Aufenthalter beibringen. Art 23. Der Ertrag dieser Gebühren soll ausschliesslich für den Unterhalt der Strassen verwendet werden. Art. 24 Dio Vorschriften des Konkordates, die durch diese Vol.ziehungsvcrordnung nicht beeinträchtigt werden, sind aufs strenssto innezuhalten. Beurteilung der Surbtalbalmfragc herbeigezogen wurde, betrachtet den von der Bun- Der Inhaber eines Motorfahrzeuges ist verpflichtet, dasselbe ständig in einem solchen Zustand« zu erhalten, dass er für den sichern Gebrauch Garantie bietet. Dio Forderungen der Art. dem jjalinbetrieb in jeder Hinsicht als ebendesbahn vorgeschlagenen Postautoverkehr ii bis 5 des Konkordates insbosondero müssen jederzeit erfüllt sein. Der Gebrauch von Fahrzeugen mit stark abgenutzten Vollgummireifen kann durch das Justizund Polizeidopartcinent untersagt werden. Ein Motorfahrzeug darf keinen unnötigen Lärm verursachen. Es muss mit einer Vorrichtung versehen sein, dio den Lärm gut dämpft. Diese Vorrichtung muss derart an der Maschine angebracht sein, dass der Wagenführer ihre Wirkung weder unterbrechen, vermindern, noch unterdrücken kann. Zuwiderhandelnden wird dio Fahrbewi'liguug entzogen, das erste Mal bis zur Umänderung oder Ersetzung der schadhaften Vorrichtung; das zweite Mal für dio Dauer von 1 bis 0 Monaten. Die Surbtaler wollen um jeden Preis eine Bahn. Die Surbtaler haben sich mit dem Gedanken an eine Surbtalbahn vertraut gemacht. Bald sind es 20 Jahre her, dass die Idee der Bahn in die Politik der Talschaft Eingang fand. Die Bahn wird aber, nach den heutigen Umständen zu schliessen, auch in den nächsten Jahren nicht durchs Surbtal fahren. So wollen es die Bundesbahnen, weil sie lieber das kleinere Defizit der Autokurse als das grosse Defizit eines Bahnbetriebes samt den hohen Anlagekosten übernehmen. Der Betrieb der Autokurse hat nun ein Defizit ergeben, wie es ihm auch vorausgesagt wurde. Herr Ingenieur Dr. Lüscher in Aarau, Mitglied des Surbtalbahnkomitees, stellte im Qrosseii Rat ein gesamtes Defizit von Fr. 230,000 für die Autobuskurse in Aussicht. Nach den bisherigen Betriebsergebnisseti soll sich aber das Defizit des ersten Betriebsjahres für den Personenverkehr allein auf Fr. 150,000 und für den Güterverkehr der Sesa auf weitere Fr. 150,000 belaufen. Daneben müssen die S. B. B. jährlich dem Kanton Aargau- Fr. 50,000 und dem Kanton Zürich Fr. 70,000 an den Strassenunterhalt zahlen. Nach diesen Erwägungen, die aber nur auf den Ergebnissen einiger Monate bsruhen, soll der Gesamtbetrag, den die S.B.B. für den Surbtalcrsatz aufzuwenden haben, auf ca. Fr. 420,000 ausmachen. Diese Dcfizitsumme, die ja vorläufig nur auf vagen Berechnungen fundiert ist, gibt den Balm- Verteidigern Anlass, wiederum ihr Steckenpferd vorzureiten. Jener Erwägung ist folgendes zu entgegnen: Das Gutachten Fellman, das seinerzeit von der Generaldirektion der S. B. B. für die bürtig, da es sich nicht rechtfertige, die enormen Kosten für einen Bahnbau und dazu das jährliche Defizit von Fr. 332,000 zu tragen. Stellt mau die Ergebnisse von Bahn- und Autobetrieb, sowie die entsprechenden Anlagekostcn einander gegenüber, so muss man auch wenn man die Zahlen einer Darstellung aus Bahnkreisen verwendet, sich für den Autobusbetrieb entscheiden. Dennoch wagt ein Einsender in einem Aargauer Blatte den raschen Ersatz des «kostspieligen» Autobetriebes durch den (billigeren?) Bahnbetrieb zu verlangen. Wir möchten nur wissen, was dabei herauskommt und wer die enormen Aulagekosten zahlt? Es ist ohne weiteres verständlich, dass ein Autobusbetrieb unter den heutigen unwirtschaftlichen Verhältnissen, dazu im ersten Betriebsjahre endlich bei Anwendung eines zu günstigen Fahrplanes und äusserst niedriger Fahrtaxen, nicht von Anfang an rentieren konnte. Uebrigens hat niemand eine Rendite vom Autobusbetrieb erwartet. Die polnische Strossenmiserc. Wer in letzter Zeit Reisen durch Polen unternommen hat, dem ist der Zustand des dortigen Strassennetzes, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in wenig angenehmer Erinnerung geblieben. Wio in der Tschechoslowakei scheint es auch dort bei den zuständigen Dehördostellen am notwendigen Verständnis für einen den; modernen Verkehrsbedürfnissen genügenden Ausbau des Durchgangsstrassennetzes zu fehlen. Es scheint nun. dass der bekannte französische? Automobilindustrielle Citroen, der kürzlich Polen besucht hat, der polnischen Regioruug dio Initiative für dio Verbesserung des Strassennetzes in dio Hand geben will, indem er ihr vorgeschlagen hat, eino Gesellschaft zum Ausbau der wichtigeren; Durchgangsstrassen — das Strassennetz Polens ist beute ziemlich begrenzt — zu gründen, wobei dio notwendigen Gelder durch eine Anleihe in deni U. S. A. aufgenommen werden sollen. Für dio er-- forderlichen Zinsen, sollen dio Beträge- durch ciha Aüiosfeuer aufgebracht werden. HILFS- UND RECHTSSCHUTZ. 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N° 29 - 1928 AUTOMOBIL-REVUE n G*«