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E_1928_Zeitung_Nr.033

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Motorwagen nach

Motorwagen nach deutschen Patenten gebaut ist, und dass diese deutschen Fabriken ihr Hauptgeschäft in Frankreich machen, wo eben das Vertrauen in die Sache rascher Fuss gefasst hat. Man ist in deutschen Gauen nur langsam entschlussfähig zu solchen Versuchen, und manche, die schon Lust hätten, sich des Motorwagens zu bedienen, denken oder sagen sich: wir wollen zuwarten, bis die Sache noch weiter vervollkommnet ist. Aber da kann einer schliesslich sein ganzes Leben warten. Wir sind heute doch schon so weit gekommen, dass man ruhig die jetzigen Motorwagen als praktische, ungefährliche und leicht zu handhabende Fuhrwerke bezeichnen kann. Sie nehmen kaum andere Hilfskräfte in Anspruch, als diejenigen, die zur Reinigung des Wagens nötig sind. Der Motor hält sich auf der Fährt besser das Pferd. Dem allzu Aengstlichen halten wir getrost entgegen, dass sich ein Motor auf der Fahrt noch immer besser hält, als ein Pferd. Das Pferd kann stolpern und ein Bein brechen, dann ist es wertlos; der Motor, auch nach einem unglücklichen Ereignis, kann meistens in der nächsten Maschinenfabrik wieder repariert werden, und der Fall, dass man seinen Wagen auf offener Strasse zurücklassen muss, ereignet sich nur mit vertrauenerweckender Seltenheit. In einem Punkt stehen sich beide Triebkräfte, die maschinellen und die tierischen, gleich. Wer sein Pferd schlecht behandelt und zuviel von ihm verlangen will, der wird sich getäuscht sehen und zu Schaden kommen. Ebenso geht es mit dem Motor, er will gut behandelt sein und leistet dann sein volles Mass von Arbeit, aber nicht mehr. Wer einen für zwei Personen berechneten Motorwagen besitzt und neben der Frau Gemahlin auch noch gerne einige Kinder und etwa die Schwiegermutter mit auf die Spazierfahrt mitnehmen will, wohl gar noch mit dieser fast doppelten Last über einen stundenlangen Berg zu fahren versucht, der muss sich nicht wundern, wenn der Motor rebellisch wird und sich Arbeitseinstellung zuschulden kommen lässt. Wer beabsichtigt, mit der ganzen Familie Ausfahrten zu machen, der schrecke dann auch nicht davor zurück, einen vierplätzigen Wagen mit etwa fünfpferdekräftiger Maschine anzuschaffen. Im grossen und ganzen wird man gut tun, sich auch bei der neuen Fahrweise des Sprichwortes zu erinnern, das beim Pferdefuhrwerk stets seine Gültigkeit gehabt hat, nämlich: « Qui va piano, va sano et lontano. » Unwissenheit, mit der sie in ihr Verderben lief. Langsam wird es licht in ihm... Die Demütigung, die Mabel erfahren, erschüttern ihn. Beschämt erkennt er seine Schuld, erkennt das Schicksal dieser Augen, die Zwiespältigkeit ihres Wesens. Ihre Worte verdrängen das Gefühl der Bitterkeit in ihm, bekräftigen die glühende Gewissheit, dass sie ihn liebt. « Ich hätte schweigen sollen, » sehliesst sie ihr Bekenntnis, « aber ich habe es nicht über mich gebracht. Meine Entschuldigungen verletzten meinen Stolz. Tex Higgens Frau darf nicht von Stolz reden. So habe ich gesprochen. Hätte ich es nicht getan, müsstest du mich von dir stossen, mich verabscheuen. Und diesen Gedanken hätte ich nicht ertragen — von dir nicht, Earl! » Der junge Farrington beugt das Haupt. « Verzeih,» sagt er, «ich habe mich hinreissen lassen, dir Unrecht getan.» Und flüsternd: «Ich liebe dich, ich lasse dich nicht mehr — Mabel! » > — Stille. Zwei, deren Weg gezeichnet, haben voneinander Besitz ergriffen. Nicht leidenschaftlich, fast zagend, erfüllt von einer heiligen Scheu, die allem wahrhaft Grossen anhaftet. Sitzen und träumen von Glück. Der gute Jim aber darf nicht ruhen. Mit Tränen in den dunkeln Augen hat er den ganzen Vorgang verfolgt. Er weiss aber, sie alle drei schweben in Todesgefahr, weiss, dass es unverzüglich zu handeln gilt. Ganz schüchtern wagt er sich zu räuspern, und da dies ohne alle Wirkung bleibt, pfeift er ganz leise den Yanke Doodle. ... und die Maximalgeschwhidigkeit. Das «piano» darf da allerdings in den % Motorbegriff» übersetzt werden und heisst, dass auf ebener, guter Landstrasse bei normaler Belastung in einer Stunde Zeit etwa 20 Kilometer (!) zurückgelegt werden. Von Basel nach Strassburg oder nach Karlsruhe zum Beispiel fährt man bequem in diesem Tempo. In Paris soll für dieses Jahr eine Wettfahrt Paris-Marseille organisiert werden, und ohne Zweifel können wir da wieder ganz unglaublich scheinende Leistungen erwarten. Grosse Unterstützung findet der «Automobilismus » — dieses Wort ist französischen Ursprungs — durch den gegen Ende 1895 in Paris gegründeten «Automobil-Club», dessen Mitglieder sich aus der Aristokratie und der hohen Finanz- und Industriewelt rekrutieren. Präsident dieses Clubs ist der Graf de Dion; Vizepräsident der Baron de Zuylen. In einer der letzten Sitzungen wurde durch Akklamation der Prinz Henri von Orleans als Mitglied aufgenommen. Der Club hat selbstverständlich ein entsprechend elegantes und mit allem Komfort ausgerüstetes Clublokal, mit eigener Restauration, die eleganten Salons sind telephonisch mit der grossen Oper verbunden, so dass das von seiner Ausfahrt heimkehrende Clubmitglied bequem vom Fauteuil aus die Arien berühmter Sänger anhören kann. Eine Hauptaufgabe des Clubs ist die Erstellung genau ausgearbeiteter Landkarten und das Errichten von Benzin-Depots, in welchen überall in Preis und Qualität uniforme Ware erhältlich ist. Es werden plombierte Blechkannen ä 10 und ä 5 Liter abgegeben und jedes Depot nimmt die leeren 'ifrvilPSO'i'iiAi/iA* rttdbrt!!] K*A'Cctr.ED nilre iiacu rncec Der junge Farrington ist beleidigt « Jim! » « Mir leid, Massa — aber wir immer noch auf « Good Luck » ! » Der Unmut auf Earls Zügen weicht einer stillen Besorgnis. « Du hast recht, Jim. Wir müssen das Schiff in unsere Gewalt bekommen und nach Chicago zurück! Wo stecken die Kerle? » «In der Kajüte. Bootsman nix gefährlich sein — Bootsman schön still liegen. Grosser Matros Fuss verknackst. Rest Bagatelle, Massa.» Sein Herr und Meister lächelt. « Bist wieder etwas schlimm gewesen — ja? Pay attention — hast du Waffen? » Mit breitem Grinsen zieht der Nigger zwei Browning aus den Hosentaschen. « Habe die Dingerchen Bootsman abgestaubt —» «So — so, hm! Dann mach dich fertig,» sagt Earl mit einem gefährlichen Lächeln, und zu Mabel: «Keine Angst, Liebe. Wir werden Mittel und Wege finden, uns in Sicherheit zu bringen. Jetzt weiss ich, dass ich die Spur meines Onkels gefunden habe. Durch seine Befreiuung gewinne ich einen Zeugen, gegen den die Blackcorners nicht aufkommen werden. Und damit wirst du frei —.» Er küsst sie und verlässt, die schussbereite Waffe in der Faust, mit seinem schwarzen Freund den Raum. Lautlos schleichen die beiden die Treppe hinauf, lauschen. Man hört das monotone Rattern des Motors, sonst nichts. Die Falltüre lässt sich nicht öffnen. Sie muss von aussen beschwert sein. Die beiden stemmen AUTOMOBIL-REVUE 1928 — Die Zivilisation Kannen wieder zu gleichem Preis zurück. Bis jetzt sind etwa 200 solcher Depots eingerichtet. Die Fabriken kommen nicht nach... Ueber einen Punkt herrscht gegenwärtig grosse Ratlosigkeit im Automobil-Club; — die wenigen Fabriken, welche sozusagen Tag und Nacht arbeiten, sind derart mit Bestellungen überhäuft, dass Käufer,- die heute bestellen, nicht vor dem 15. Dezember bedient werden können. Es scheint eine langsame und schwierige Aufgabe zu sein, das richtige Arbeiterpersonal für diesen Industriezweig heranzubilden, und es wird hier, und wahrscheinlich noch während einer Reihe von Jahren, die Nachfrage bei weitem grösser sein als die Produktion. Wir werden in der Schweiz dieser interessanten Bewegung langsam und von ferne nachfolgen. Es darf übrigens konstatiert werden, dass im allgemeinen unsere Strassenverhältnisse sehr gute sind, und dass, trotz der vielen Steigungen, das ganze Land sehr leicht per Motorwagen befahren werden in ihrem unaufhaltsamen Vorwärts bringt-dem Mensdien nicht nur Vorteile, nein, sie erhöht audi die Gefahren. Derweil die Frau, der Mana- ;umal einseitig ihren Geist, ihre In-^ tclligenz kultivieren, wird llire Aluskelkralt langsam aber unerbittlich düren die Maschine überholt Und die Folgen kommen eiligen Schrittes: Nervosität, Herzbesen werden, sdilediter Schlaf, ungenügender Stoffwecbscl. \/ennschon die \\^iderstandsfähigkeit des Menschen nachlässt, sorgt doch die \\^issenschaft, vom ewigen Kreislauf der Dinge mitgerissen, für neilsamen Ausgleich. Sie schuf Kafiee Hag, das völlig unschädlich gemachte GenussmitteL Kaffee Hag ist eben das Nerven und Herz aufpeitschende, wachhaltende Coffein, dessen Ausscheidung einen besonders intensiven Stoffwechsel erheischt, auf so scharfsinnige Weise entzogen, dass ihm alle Genusswerte des echten, edlen .Kaffees geblieben sind. Kaffee Hag ist also das Getränk der heutigen rastlosen Zeit und erst redit cinerimmerfortschreitendenZivilisation ^n_'Av..A^ Av_ At' nrrniiiirfirtD DlirC UkiTU UkCECE'UHr. ihre Rücken gegen die Planken. Der Erfolg bleibt aus. Doch der Ausweg wird rasch gefunden. Es bleibt nichts anderes, als aussen herumzuklettem. Die Treppe hinunter! Zwischen Kabine und Maschinenraum glotzt ein Bullauge, gross genug, einen geschmeidigen Menschen hindurchklettern zu lassen. Jim macht den Anfang. Wie eine Katze windet er sich durch die runde Oeffnung, fasst draussen einige Male ins Leere und scheint irgendwo Halt gefunden zu haben. Earl sieht nur noch die Füsse des Schwarzen hin und her schaukeln, dann füllt wieder der Glast des sonnigen Tages die Lücke. Jetzt ist die Reihe an ihm. Ruckweise drückt er sich durch. Wie er halb draussen ist, streckt ihm Jim seine breite Tatze über den Reeling entgegen. Im Nu steht er oben, gedeckt durch das kleine Rettungsboot. Soweit sie das Deck überblicken können, ist von den Matrosen keine Spur. So sind sie in der Kajüte. Auf ein Zeichen drücken sich die beiden heran. Die Türe ist nur angelehnt, so dass ihnen kein Wort der erregten Unterhaltung entgehen kann. Die Kerle scheinen sich, nachdem sie die schwere Wassertonne auf die Falltüre gewälzt haben, äusserst sicher zu fühlen. « Lumm — hätt' Tex nicht den verfluchten Fimmel gehabt, seine Lady mit auf das Schiff zu schleppen, könnten wir die Schufte um die Ecke bringen — damn it! Der Lady darf kein Haar gekrümmt werden! » «What you said, Tommy? Die! Vor der kannst 1 ein ganzes Dutzend bleichen, of course! Hat Nerven wie Stacheldraht. Ist kann. Wir sind gewöhnt, grössere Strecken per Eisenbahn zurückzulegen und nur wenige geben sich Rechenschaft über den ganz eigenartigen, aber sehr intensiven Genuss, rasch über die Landstrasse daherzufahren, jeden Augenblick halten oder aussteigen zu können, und jedes Dorf, jeden Rain, jeden Wald, jede Gegend von nahebei zu sehen. Wir erinnern uns noch heute mit Freuden, wie wir es uns im letzten Herbst bei einer Fahrt zwischen Murten und Bern nicht nehmen Hessen, mitten im Walde eine ganze Stunde lang den Wagen am Wag stehen zu lassen und die in überreichlicher Zahl vorhandenen prächtig gereiften Brombeeren zu pflücken. Und in einigen Jahren wird vielleicht ein schweizerischer Automobil-Club eine Probefahrt von Genf nach Romanshorn und zurück veranstalten. Vom Saumpfad zur Autostrasse. Saint Augustine, an der atlantischen Küste Floridas, eine der ältesten Städte der Union, und San Diego am Stillen Ozean, die erste Niederlassung der Weissen in Kalifornien, sind in der Luftlinie rund 3500 Kilometer von einander entfernt. Etwa 100 Kilometer länger ist der uralte Landweg, der die beiden Orte verbindet und von Florida aus nach den Staaten Alabama, Mississippi, Luisiana, Texas, Neumexiko und Arizona nach Kalifornien zieht. Er heisst im Volksmunde «The old spanish Trail», der altspanische Pfad, vermutlich aus dem Grunde, weil er einst den spärlichen Verkehr zwischen den spanischen Franziskanermissionen am Atlantik und am Stillen Ozean vermittelte. Durch Sümpfe und Wälder, durch Wüsten, über wilde Ströme und steile Bergketten zieht sich diese alte Strasse, bis vor kurzem an vielen Stellen ganz unterbrochen. Diesen Pfad haben, nach der «Frankfurter Zeitung», der wir diese Zeilen entnehmen, die Amerikaner zu einer Autostrasse ausgebaut. Die Riesenhaftigkeit dieses Unternehmens geht daraus hervor, dass allein der Ausbau der nur 100 km langen Trailstrecke, die dem Staate Mississippi zugehört, hundert Millionen Dollars verschlungen hat. Die schwierigste Aufgabe für die Ingenieure brachte der Mitte 1925 gefasste Beschluss, die Mobile Bai und die östlich davon gelegene Escambia-Bai (bei Pensacola) zu überbrücken, um kostspielige und zeitraubende Umwege zu ersparen. Beide Brücken sind jetzt schon befahrbar. Die grössere bei Mobile, im Jahre 1926 trotz ihrer Länge von 17 Kilometer in sechs Monaten fertiggestellt, hat nun tatsächlich Mobile zur Eingangspforte Floridas gemacht. Es ist inzwischen Grossstadt geworden und baut gegenwärtig ein Riesendock, das zehn Millionen Dollars kosten soll. Die Teile der Brücke übrigens, die nur über Wasserflächen führen, lassen sich aufklappen, so dass die grössten Dampfer bequem durchfahren können. Bei New Orleans hat man an der Autostrecke vier Hotels für sechs Millionen Dollars errichtet, breitere Brücken für 20 Millionen und eine Seemauer für 27 Millionen. An dem Streckenzuge westlich vom Mississippi wird zwar zum Teil noch gearbeitet, immerhin ist die Instandsetzung dieser riesenhaften Autostrasse schon so weit gediehen, dass der leitende Ingenieur unlängst als erster mit dem Kraftwagen von Küste zu Küste fahren konnte. eine Whiteman. Tex hat sie nur wegen den Schiffen genommen.» «Quatsch, — so ein Porzellangesicht! Fällt in Ohnmacht, wenn du dir ein Heftpflaster auflegst! — Hallo, spritz' mal dem Maat einen Whisky hinter die Binde. Liegt wie ein Sack! » « Der schwarze Hund ist ein Mistvieh. Mein Fuss ist zum Teufel und der Maat ist noch steifer als ein geräucherter Hering! — Haben wir die Hotie? > «Halbe Stunde. Stickiges Wetter, keine Luft den ganzen Tag und der verdammte Zirkus mit dem Pack da unten.» « Zehn Minuten zu den Sandbänken.» « Wer ist im Auto? » «Der Schlitzäugige !» «Der macht kurzen Prozess! — Gib' die Flasche — Mill! > Hier zwinkert der junge Farrington dem Nigger zu. Der versteht. Ein donnernder Fusstrltt biegt die Türe aus den Angeln. Zwei Pistolenläufe blitzen, zwei braune Fäuste brechen Bahn, eine stahlhelle Stimme: « Hands up! > Die drei Matrosen sind wie gelähmt. Mechanisch sind ihre Hände in die Höhe geflogen. Der Bootsman liegt immer noch wie leblos auf der Bank. (Fortsetzung folgt.).

No33 - lfl?8 AUTOMOnn. REVUE 15 Das auseinandergeiBois&mene Aisi© Einmal lud mich Georg Bermuda, der Sohn des Präsidenten der Bermuda-Dampfschiftgesellschaft, zu einer Automobilfahrt ein. Wir fuhren nach Werden und kosteten den Heurigen, Alsdann pfiffen wir dem Chauffeur, um zur Heimreise zu rüsten. Aber der Chauffeur kam nicht. Er lag unter einem blühenden Apfelbaum, hatte sechs grösstenteils geleerte Flaschen um sich herumstehen und sang ein Lied, das fast gar keinen Sinn hatte. Wenn ich mich recht erinnere, dann handelte es sich darin um eine Magd, die nach Amerika ging, um das Einmachen von Kokosnüssen zu erlernen. Georg Bermuda forderte den Chauffeur mehrere Male auf, seine Pflicht zu tun, aber das Schwein sang ruhig weiter. Da spuckte Bermuda ihm auf die Mütze und sagte zu mir : « Kommen Sie, wir fahren alleine. » Wir nahmen noch ein paar Flaschen Fruchtsekt an Bord und steuerten los. Es war ein schöner, warmer Frühlingsabend. Unsere sechzig Pferde wieherten vor Lebenslust und trugen uns im Fluge bis hinter Potsdam. Dort hielt Georg Bermuda an. Irgendwo am Wagen hatte es einen scharfen Zischlaut gegeben. Bermuda stieg aus und befühlte die Reifen, aber sie waren alle fest. Wir fuhren weiter, um nach zwei Kilometern abermals anzuhalten. Es hatte schon wieder gezischt, scharf und bedrohlich. Wir klappten die Motorhaube auf und Bermuda schraubte an den Zylindern herum. Nach einer Weile meinte er : «Ich glaube, ich habe es; das eine Ventil funktioniert nicht ! » Nachdem er den Fehler beseitigt hatte, stiegen wir wieder ein. Bermuda machte eine zuversichtliche Miene, aber ich traute ihm nicht, denn er hatte beim Schliessen der Ventile eine Schraube übrig behalten, die sich nirgends unterbringen Hess. Nach fünf Minuten zischte es wieder. «Es hilft nichts, wir müssen den Wagen systematisch untersuchen! » sagte Bermuda und zog sich das Jakett aus. « Verstehen Sie etwas vom Maschinenbau ? » «Nur so ein bisschen für den Hausgebrauch. Ich kann mit einem Teekocher umgehen und weiss, dass eine Nähmaschine zu nichts taugt, wenn kein Garn in der Spule ist!» « Dann ist es wohl das beste, Sie prüfen das Chassis und überlassen mir den Motor. Nehmen Sie die Karbidlampe und kriechen Sie unter den Wagen. Wenn Sie Werkzeug brauchen, dann greifen Sie in den Kasten da ! » Natürlich brauchte ich Werkzeug. Ich fand unter dem Wagen eine Reihe von Zahnrädern und hatte das bestimmte Gefühl, dass mindestens zwei von den Zähnen hohl seien. Deshalb schraubte ich die Zahnräder ab, wobei ein Gefäss wie eine Bratpfanne mit losging, sowie mehrere andere, die wie Kochtöpfe aussahen. Ich brachte alles zu Georg Bermuda, er hatte aber keine Zeit, es anzusehen, sondern schrie, die Düsennase des Vergasers sei verstopft. Darauf reichte ich ihm mein Taschenvon meiner „Nora"-MischungT Feines Aroma u. köstliche Frische, wie Sie meine vom Ofen kommenden, direkt an Private gelieferten Biscuits und Waffeln Ihnen bieten. „Nora" kostet 1 kg 700 netto nur Fp. 6.80, Büchsenpfand u. Porto extra. .Nachnahme. Lockt Sie ein ofenfrisches, knuspriges Bisenit, dann schnell eine Karte an: Biscuits-Abegg, Basel 3 A.R. Kinderkurhaus Feldheim Unteräueri (Kt. ZUG), 730 m ü. M. Idealer Kur- u. Ferienaufenthalt für Kinder von 3—15 Jahren. 20 Betten. — Spielund Sportplatz. — Unterricht in allen Schul- und Musikfächern. — Sorgsamste Pflege. — Leitung durch tüchtige Pädagogen und Arzt. — Verlangen Sie Prospekte. 6822 Bes.: Fr. Stocker-Schönenberg, Lehrer. Erstklassige Zimmereinrichtungen und Einzelmöbel beziehen Sie am vorteilhaftesten direkt durch die DfiGDeifaDriK Mönsingen, E. 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Bermuda entnahm einem Behälter ein Buch, das hiess : :,« Der perfekte Automobilmechaniker ». Ans dem ersah er, dass es an der Sechskantüberwurfmutter liegen müsse. Wir machten uns sofort auf die Suche nach der Sechskantüberwurf - Mutter, was eine schwierige Aufgabe war. « Es ist anzunehmen,» sagte ich, « dass die Mutter sich in der Nähe ihrer Kinder befkidet. Bitte, sehen Sie nach, was der perfekte Automechaniker von Sechskantüberwurfkindern sagt.» «Ihre Kombination ist lächerlich!» erwiderte Bermuda. «Die Sechskantüberwurfmutter hat so wenig mit Sechskantüberwurfkindern zu tun wie mit einem Sechskantüberwurfvater oder einer Sechskantüberwurfgrossmutter. Vielmehr ist sie ein Teil am Verbindungsrohr des Benzinsparapparates.» Die Ueberheblichkeit in seinem Ton verletzte mich. Ich ging still an meine Arbeit und schraubte mehrere Tonnen Kochtöpfe, Bratpfannen, grosse und kleine Hebel, Gabeln, Ringe, Röhren und Schläuche ab. Inzwischen legte Bermuda die Zylinder frei, hob den Kühler heraus und löste die Kardanstangen. Nach zweistündiger harter Arbeit sagte er triumphierend : «Ich hab's gewusst, der Fehler liegt im Schwimmerbassin. Das Benzin hat keinen Abfluss.» «Und die unglückliche Mutter ? » schrie ich entsetzt, « befindet sie sich im Bassin ? » « Sie sind total meschugge ! » antwortete er. « Schrauben Sie alles wieder zusammen. In einer halben Stunde fahren wir 1» Aber wir fuhren nicht. Ich hatte es mir ja gleich gedacht. Erstens war der Auspuff infolge eines Versehens vorne an die Motorhaube geraten, so dass wir bestenfalls wieder nach Werder zurückgelangt wären. Ich hatte den Fehler sofort bemerkt, aber ich schwieg, denn ich fühlte mich beleidigt. Anderseits fehlte das Lenkrad. Es war nirgends aufzutreiben. Eine dunkle Ahnung sagte mir, dass ich es anstelle eines der Zahnräder in das Wechselgetriebe eingefügt haben könnte. Aber wozu sich den Kopf über ein Lenkrad zerbrechen, das wir doch niemals gebrauchen würden, da ja der Wagen wie eine Mauer feststand. Ausserdem war das mit dem Lenkrad nicht das Schlimmste. Es lag ein grosser Kessel auf der Strasse, den wir nicht wieder einzubauen wussten. Man vermochte auch durchaus nicht zu erkennen, wo er hergekommen war. Wir hatten ferner eine Menge Stahlscheiben, mit runden und eckigen Löchern darin, ein Röhrensystem, das aussah wie menschliche Eingeweide, zahlreiche Gefässe aller Art und mindestens dreitausend Schrauben, die überall verstreut waren. Bermuda sah im « Perfekten Automechaniker » nach. Dann sagte er : « Das beste wird sein, wir versuchen, diese Dinge zunächst in sich zu vereinen. Das weitere wird sich finden !» Allerhand fand sich, aber nichts, was uns einer boshaften Antwort, aber er bezwang sich, denn in diesem Moment geschah etwas helfen konnte. Bermuda gewann aus denFurchtbares. Es zischte. Es zischte bedroh- als zuvor. überflüssigen Teilen einen Apparat, der wielicher ein Vakuumsauger aussah, und einen andern, Und plötzlich gab es einen Knall, der uns der einer Schaukelbadewanne glich. Dahingegen konstruierte ich eine ziemlich grosse vertraut war. Bermuda griff in den Wagen. « Ich habe es ja gewusst ! » sagte er. « Der Kanone mit Lafette und Munitionswagen, sowie eine komplette Ritterausrüstung. Wir stellten ferner noch zahlreiche kleinere Sachen her, von denen ich nur einen sehr hübschen Tafelaufsatz, einen Samovar, ein Rauchservice und einen Irrigator erwähne. Weitere Zusammensetzungen erwiesen sich als unmöglich, obgleich noch Waschkörbe voll Schrauben, Rädern, Hebeln und andere Dinge übrig waren. « Die Sache ist mir rätselhaft!» äusserte Bermuda. Er sass am Wegrand, völlig erschöpft und ohne Hoffnung. Seine Glieder waren in einen Schlauch verwickelt, wie ihn die Feuerwehr hat. Nimmermehr hätte- irgend jemand in dem Automobil, mit dem wir nach Werder gefahren waren, einen solchen Schlauch vermutet. Aber der Schlauch war da, ohne dass die geringsten Anzeichen bestanden, an welcher Stelle er fehlen könnte. «Irgend etwas stimmt da nicht ! » fuhr Bermuda fort. « Meinen Sie wirklich?» höhnte ich, während ich mich umsonst bemühte, meinen Bestenspf^foiewe Bnsfiifyfe aus der ECOLE NOÜVELLE „LA CHATA1GNERAIE" COPPET bei Cal-NF Laboratorien. — Handfertigkeit. — Sport VERTIEFTE5 STUDIUM DER FRANZÖSISCHEN SPRACHE.— Direktor: E.Sckwarfz-Buys. Sommer-Ferienaufenthalt Juli—-August Los Plans sur Sex (Waadt änderalpen, 110U M.) Dir Dr. W. Gunning. Internat de premier ordre pour jeunes gens de 15 ä 20 ans Kein neues Präparat, 40jähr. Erfahrung. Verbürgt Wirkung und Zuverlässigkeit. G«n«raldepot: Baef "SEPDen, Römarscliloss-Apotlielte, ZÜPlGÜ 7 Telephon t_i 6010 Asylstrasse •7A Fuss aus einem Blechgefäss zurückzuziehen, in das er ohne jede Schwierigkeit geraten war. « Sie haben nicht nötig, sich zu mokieren! » fauchte Bermuda. «Ich weiss genau, wo der Fehler sitzt. Mein Vater ist Präsident der Bermuda-Dampfschiffgesellschaft. Wir haben gemeinsam manches Dampfschiff zerlegt! » « Aber keines wieder zusammengesetzt! » erwiderte ich bissig. Ich sah durch die Dunkelheit, wie seine Augen feindselig blitzten. Er war bereit zu verfluchte Obstsekt war es ! Eben ist von der einen Flasche der Korken abgegangen ! » Japans höfliche Verkehrsvorschriften. Des Japaners erste Pflicht und Tugend ist Höflichkeit. Aber in welche Formen sich solche Höflichkeit kleidet, übersteigt doch alle europäischen Begriffe. Einen besonders charakteristischen Beweis hierfür bilden die Vorschriften, mit denen die Behörden der japanischen Grossstädte das auch für sie höchst akute Verkehrsproblem zu lösen bestrebt sind. Die folgende «Vorschrift» darf in dieser Hinsicht als typisch bezeichnet werden. Hoffen wir, dass sie auch etwas genützt hat: «0 Automobil! Du bist schön, du bist schnell, du bist kraftvoll. Aber missbrauche deine Schönheit, deine Schnelligkeit, deine Kraft nicht! Denke an deine kleinen Brüder, die dir so unterlegen sind: der Hund, das Pferd und der Fussgänger! Land-Eiziehungsheim tür Knaben von ö—19 Jahren GYMNAS9ÜH, INDUSTRIE- UAÖ HANDELSSCHULE Institut üniner W C u% d vsg' am uenfersee Landerziehungsheim für Knaben und Mädchen Primär-, sehunöar- und Hand3 saDtsiiung Institut (üädeftenpens. 13i ConfAcAi*atlan ÄMlactylo - tailjpie - EomptaWliis - tempcnäancB - Langms NOUVEAUX GOURS £« m«t«S ET Al"?IL Etüde approf-