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E_1931_Zeitung_Nr.001

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Dienstag, 6. Januar 1931 Nummer 20 Cts. 27» Jährgang. - N° 1 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste« Halbjährlich Ff. 5.-, jährlich Fr. 10.-. Im Ausland unter PortoaroseWag, REDAKTION n. ADMINISTRATION: ßreitenrnlnstr. 97, Bern kotern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 Rappen. Postcheck-Rechnung HI/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Eisenbahn- und Autoverkehr in der Schweiz Tatsachen aas der Praxis des Verkehrswesens. Wie wir bereits in der letzten Nummer der « Automobil-Revue » kurz zu erwähnen noch Gelegenheit hatten, befasst sich Herr Ingenieur Monteil in einer mit vielen Tabellen bereicherten Broschüre mit den Beschlüssen des Eisenbahnkongresses in Madrid und den Rundfragen der Internationalen Handelskammer in Paris. Selbstverständlich tangiert er damit das grosse Problem des Eisenbahntwid Automobilverkehrs in unserem Lande. Diese Frage wird um so brennender, je mehr das Automobil die Strasse erobert und als gleichberechtigtes Verkehrsmittel neben die Eisenbahn zu treten gewillt ist. Dass die Bahnen den jungen Konkurrenten nicht gerne sehen, ist begreiflich. Dagegen ist, wie Herr Monteil bereits in seinem Vorworte ausführt, gegen das Automobil doch kein Kräutlein gewachsen. Entsprechend dem technischen Fortschritt kommt das neue Verkehrsmittel einem ausgesprochenen Zeitbedürfni's entgegen und spielen dabei ideale Werte mit, die zu einer Hilfskraft in der gesamten Abwicklung des Geschäftsganges werden. Das Bedürfnis nach einer Beschleunigung des Warenaustausches und der Vervollkommnung des Kundendienstes kommt der Entwicklung des Automobils iti weitgehendem Masse entgegen. Bis heute hatten allerdings die Bahnen sozusagen das Monopol der Waren- und Personenvermittlung an sich gerissen. Aber es ist nicht gesagt, dass dies ein Idealzustand war, im Gegenteil, zeigt doch gerade die ganze Entwicklung, dass man nach einem reigern und engen Kontakte zwischen Lieferanten und Abnehmern strebt und dass in dieser Beziehung den bisherigen offiziellen Verkehrsmitteln es an einer genügenden Ausbaumöglichkeit, an einer persönlichen Note fehlte. Wie stark übrigens das Automobil verkehrsföTdernd wirkt, zeigt am besten die Entwicklung der Automobilposten, die heute infolge ihrer bequemen und raschen Bedienung Frequenzzahlen aufweisen, die man früher gar nicht für möglich gehalten hat. So hat der Verfasser wohl recht, wenn er darauf hinweist, dass das vereinfachte und beschleunigte Verfahren den Reisebetrieb im stärksten Ausmasse gefördert hat und damit unwillkürlich die verschiedensten Landesgegenden in intensiver Weise an den Handel Ram