Views
6 months ago

E_1936_Zeitung_Nr.054

E_1936_Zeitung_Nr.054

Autaraobil-Revne — N°

Autaraobil-Revne — N° 54 JCom&inatum ist Mode gehören heuer jjewiss zu den allerbesten und vorteilhaftesten modischen Effekten. In überraschend kurzer Zeit ist man zu der Erkenntnis gelangt) dass insbesondere der jugendliche Stil der neuen, einfarbigen Jäckchenkleider (Komplets) durch Zusammenstellung mit gemustertem Material in bemerkenswerter Weise gefördert werden kann, indem beispielsweise zu einem gefältelten Röcke und einem dazugehörigen losen Jacken eine breitgegürtete, gemusterte Kasakbluse vorgesehen wird, deren grosse Schmetterlingsmasche durch Schlitze, die im Blendenbesatz de* Jäckchens offengelassen werden, gezogen ist, was für die Einheitlichkeit des Ganzen nicht unwichtig erscheint. Hin und wieder füttert man diese Jäckchen auch mit dem gemusterten Material der Kasak vollkommen ein, um sie gelegentlich auch mit der Innenseite nach aussen tragen zu können, wodurch zwei grundverschiedene Möglichkeiten gegeben sind und «zwei Modelle in einem» geschaffen werden. Meiringen Standquartier für Wanderungen und Autofahrten Tram nach Aareschlucht u. Reiohenbachfälle (Drahtseilbahn). Berühmte Kirchenausgrabungen. Museum. Schwimmbad. Tennis. Beleuchtung der Alpbachfälle. DIE PASSE: Brünie, Grosse Scheidegg, Grimsel, Susten u. Jochpass. — Rosenlaui (Gletscherschl.),Schwar2waldalp,InnertkiretotoiGuttannen.Handeck.Grimselhospiz.Sleingletscher.Enrstlenalp. Freilichtspiele Oberhasll Ab 13. Juni bis 5. September jed. Samstaf 20.30 Uhr. Einzigartige Heimatspiele. Gedeckte Sitzplätze Fr. 3.-. Telephon 2.00. Textbuch Fr. 1.—. Für Bcsuchtr Spezlalpreist in Hotels und für Auto*. — Prospekte d. den Verkehrsverein Meirinzen. Mit den komfortablen Flugzeugen der Swissair reisen Sie am vorteilhaftesten angenehmsten nach Paris - London Stuttgart - Berlin (-Kopenhagen) München -Wien (-Budapest) Platzbestellungen und Auskünfte durch sämtliche Reisebüros, sowie SWISSAIR und Baiel Genere Zürich TeL 43.880 Tel. 21.505 Tel. 73.133 JJasäscht ROIUH' und heuer nicht nur für Blusen, sondern auch für ganze Kleider gerne gesehen, weil diese «wuchtige» Garnierung dazu angetan ist, sich gerade auf den hellen, sommerlichen Sachen autgezeichnet zu präsentieren. Begreiflicherweise muss der Stil eines solchen Stückes von vornherein auf diesen Effekt eingestellt sein, so dass man beispielsweise einen zur Mitte hin drapierten hochgeschlossenen Oberteil gerne mit «plastischen Rollen» an den kurzen Aermeln versehen wird. Wir führen diese interesssante modische Anregung in unserem Bilde vor Augen und können uns gleichzeitig mit der allermodernsten Huttype vertraut machen, die ein aus Lackröllchen gebildetes Gitter in geschmackvollster Art zur Geltung bringt. F. Spitzbarth-Grieb, Zürich 8 Feldaggstraste 58 — Telephon 27.464 SILBERSCHMIED SPORTPREISE BESTECKE Das ideale Weekendhaus für den Autler Sommer und Winter bewohnbar. Möblierung durch wirklich zweckmlssigen Ausbau auf ein Minimum reduziert. Lieferfrist 6 Wochen ab Bestellung, la Referenzen. J. FRUTIGER'S SÖHNE, Baugeschäft OBERHOFEN bei Thun «Si* haben'* nötig!» Rossini und die Patti. Junge Talente unter den Künstlern haben es oft sehr schwer, sich durchzusetzen. Und das nicht nur beim Publikum und bei der Kritik, sondern vielmehr noch bei den berühmten Könnern und Kollegen. So ging es der später so berühmten italienischen Sängerin Patti mit dem Komponisten Hossini. Rossini war, als sie ihn in Paris kennen lernte, schon auf der Höhe seines Ruhmes, — die Patti aber eine noch nicht weit bekannte Anfängerin. Und Rossinis Ermunterung junger Talente konnte manchmal furchtbar bissig wirken. Dabei war er aber innerlich durchaus wohlwollend für diö also Bedachten gesonnen. — Eines Abends war eine Gesellschaft bei einem reichen Kunstverehrer und Förderer jünger Künstler angesagt. Die Patti sollte eine Arie aus Rossinis « Barbier von Sevilla » singen. Der Komponist selber war nicht anwesend. Der Vortrag stieg, und die Patti riss die ganze Gesellschaft zu brausendem Beifall hin. Das «nochmal, nochmal! » erscholl von allen Seiten. Man bestürmte die junge Sängerin geradezu, das Lied nochmals zu wiederholen. Und so sang sie es unter grocsem Jubel zum zweiten Male. Nachdem sich der Begeisterungssturm gelegt hatte, trat der reich* Kunstfreund auf die Sängerin zu, um sie wie üblich zu honorieren. Mit ein paar nettön Worten reichte er ihr einen Tausendfrankenschein. Die Patti lächelte und sagte geistesgegenwärtig: «Sie vergessen, mein Herr, ich habe auf Verlangen « nochmal» gesungen!» «Dann muss ich wohl «nochmal»,» lächelte der andere und tilgte einen zweiten Tauseridfrankenschein dazu. Natürlich hatte die erfolgreiche junge Sängerin nichts Schnelleres zu tun, als Meister Rossini bei der allernächsten Gelegenheit von dem Triumph und — diesem ersten grossen Honorar zU erzählen. Aber der Meister w»r gewillt, keinen allzu frühen Kunstierstolz aufkommen zu lasseh, da er meinte, dass dies dem Können schade. See 2tasetwock Vor reichlich 25 Jahren passierte es, dass eine sehr verwöhnte, sehr elegante und leider ausserordentlich unintelligente Dame auf dem Tröttoir hinfiel. Sie bemühte sich vergebens, wieder auf die Höhe ihrer Erscheinung zu kommen. Die Erde behielt sie. Ein einfacher Mann im Arbeitskittel lief herbei und wollte helfen. Sie aber schrie seinen fleckigen Fingern zu; a Rühren Sie mich nicht an, Sie Mann.» Da er ein echter Berner war, brummte er: «So blib lige, du Chue.» Mit Hilfe eines Geländers und eines Herrn von distinguiertem Aeusseren gelang es endlich, die Vertikale zurückzuerobern. Von dieser Dame ist wenigstens eines mit Bestimmtheit zu behaupten: Diese Dame trug keinen Hosenrock. Sie war auch nicht sportgestählt, niveabraun, und fuhr nicht im Auto zum Weekendhäuschen. Was sie uns aber voraushatte, das war ein knöchelbedeckender Rock von 80 cm Schrittweite, ufcd — ganz diskret — ein Goldkettchen von Fuss zu Futs, damit die 80 cm nicht überschritten würden. Eine Dame im zwei Meter weiten Hosenrock mag sich das heute vorstellen. Der Hosenrock hat schon Geschichte gemacht. Er war eine besondere Sensation zur Hochblüte der Stiffragettes. Heute weist er jeden Spott zurück durch das schlagende Argument « Sport». Er bewegt seine siegreichen Fächerfalten wie die Palme ihre Wedel. In diesen Falten kann man per Auto bis an die Riviera fahren und ist richtig angezogen. Dort wird's allerdings für schwere Wolle zu brandig. Weil der Hosenrock etwas darzustellen hat, muss er ja schwer sein und fallen. Drausgeschlüpft ist man im Nu, eingestiegen auch, Reissverschluss vorn und Knöpfe seitlich. Das Graubeige, Dunkelbraun, Dunkelblau, Schottisch oder Carreaux wird am Bestitnmungsziel mit dem Strassehkleid oder der Gesellschaftstoilette vertauscht, womöglich mit Strandpyjamas und Strandleben. Auf der Heimfahrt tut der Hosenrock wieder seine Dienste. Das geht natürlich nicht nur fürs Auto, sondern ebensowohl für Velos. Auf der Strasse begegnet man ihm noch selten, und er wird sich hier auch kaum einbürgern, es sei denn als Hosenrock in Wickelfacon. Aber diese ist weniger beliebt als die Fächerfalte, besonders in der warmen Jahreszeit. Zum kompletten Dress gehört noch allerhand; aüsser Hut, Wildlederschuhen und -handschuhen doch wohl ein Oberkleid. Das kann ebenfalls aus Wildleder sein und muss möglichst nach Wind und Jacke aussehen. Am Ende trägt man auch die gewöhnliche Windjacke. In der Hitze zieht man nur die helle Seidenbluse an, und wenn wir über den Gotthard fegen, wahrscheinlich Bluse und Jacke dazu. Die Jacke kann ebenfalls aus dem Material der Hosen sein. Dies ist das schönste Complett. Die schrägen Taschen haben nur einen Zweck: Dass man die Hände hineinsteckt und sich photographieren lässt, mit «Royal Palace »zu Häupten. Gertrud Egger. Zwei Anekdoten So lächelte er die strahlende Patb nur ironisch an und meinte ziemlich kühl: «Sie haben zweitausend Franken verdient, gut! Sie scheinen mir ziemlich unverdient, und ich weiss eine vortreffliche Verwendung dafür: Nehmen Sie bei einem tüchtigen Manne Gesangsunterricht. Sie haben's nötig! » Für die Patti war das eine der dunkelsten Minuten ihres Lebens. Aber der Stachel sass und tötete eitlen Stolz. Die Patti wurde gross und hat später Meister Rossini das scharfe, aber nützliche Wort nicht mehr übelgenommen. Lichtenberg und die langweilige Tafelrunde. Der Göttinger Philosoph Lichtenberg befand sich eines Tages in einer Gesellschaft von Menschen, deren geistige Oede ihn herzlich langweilte. Er nahm darum die erste Gelegenheit wahr, sich zu entfernen. Doch kaum merkte man, dass er zu gehen sich anschickte, als einer der Gäste auf ihn zutrat und sagte: « Herr Lichtenberg, ehe Sie gehen, müssen Sie uns schnell noch einen Witz erzählen. Sonst lassen wir Sie nicht fort.» Lichtenberg besann sich einen Augenblick. Dann erzählte er folgende Geschichte: « Ein Dieb hatte sich in eine Kirche geschlichen, um die Opferstöcke zu berauben. Als er jedoch mit seiner Beute verschwinden wollte, fand er das Tor verschlossen. Da sah er einen Strick aus einer Dachluke herunterbaumeln. Vielleicht kann ich mit Hilfe dieses Strickes entkommen, dachte er, und schickte sich an, an dem Strick heraufzuklettern. Er war schon fast oben, als er entdeckte, dass er einen Glockenstrang erwischt hatte. Er Hess sich wieder herunter, wobei es sich jedoch nicht vermeiden Hess, dass die Glocke sich in Bewegung setzte. Was kam, ist leicht zu sagen. Leute aus der Nachbarschaft eilten zur Kirche und nahmen den Dieb fest, der sich, ehe er abgeführt wurde, noch einmal nach der Glocke umsah und sagte: ,Du mit deiner geschwätzigen Zunge und deinem leeren Kopf bist schuld, dass ich nicht fortkommen konnte.' Und nun empfehle ich mich Ihnen », schloss Lichtenberg seine Erzählung. Redaktion des Auto-Magazins: Dr. Hans Rud. Schmld. Vin sämtlichen/ für Damen und Herren paefutfteue militfieucs J. Salzmann Erhältlich in allen Apotheken 10«r Packung Fr. 4.50 — 4erPaokung Fr. 2.—. G»ratl»-Prospekt diskret durch EROVAQA.Q.; Zürich 25, Bachtobeistrasse59. Lasen Sie dl« aufklarend« Broschüre von Dr. R. Engler. Zu beziehen gegen Einsendung von Fr.1.20 In Briefmarken oder auf Postscheck VIII/1819, E R O V A Q A. a. ist die Rasierklinge, wie sie sein sollt Blauband Rotband GrQnband Fr. 3.— Fr. 2.25 Fr. 1.60 10 Stk. PHILCO AUTO-RADIO Modell 816 6-Röhren-Super Fr. Modell 817 6-Röhren-Super Fr. 17, fBem~ *' e 6t Spezialistinnen für ^ ^ 290 340 Vereinfachte Montage. Ein Riesenerfolg. Nicht weniger als 29 prominente Auto-Fabrikanten der Welt verwenden dieses Jahr aussohliesslioh diese neuen PHILCO-Modelle, welche das Beste darstellen, was auf diesem Gebiete geschaffen wurde. Verlangen Sie Gratisprospekt und unverbindliche Vorführung bei den konz. Radiohändlern oder bei der Generalvertretung: Charles Braillard - Bern Kornhausplatz 13 RADIO Telephon 25.397

N° 54 ^ Äutomofcil-Bevue -J7 ^Dichtet, Aewzte und JuicsdichkeUm So war es sieht gemeint! Balzac-Anekdote. Der französische Dichter Balzac schwebte dauernd in Schulden. Oft konnte er sich vor der Verfolgung seiner Gläubiger kaum noch retten. Eines Tages sass er gerade in einer Barbierstube und war schon eingeseift, als plötzlich einer seiner hartnäckigsten Gläubiger in den Raum trat. «Ha, habe ich Sie endlich,» rief der wütend, « Sie werden mir auf der Stelle ihre Schuld bezahlen oder ich lasse Sie durch einen Polizeidiener als Betrüger festnehmen.» Balzac suchte blitzschnell nach einem Ausweg. «Aber wollen Sie mit der Auszahlung nicht warten, bis mir der Bart abgenommen worden ist?» fragte er endlich mit Nachdruck den Gläubiger. Der Gläubiger, der zu hoffen begann, dass das Unglaubliche wahr würde und Balzac tatsächlich Geld bei sich hätte, ging darauf ein. «Aber natürlich,» rief er mit schallender Stimme, « ich warte mit der Auszahlung der Schuld, bis Euch der Bart abgenommen ist. » Im selben Augenblick sprang Balzac auf, riss die Serviette ab und rief mit starker Stimme: «Ich nehme Euch zum Zeugen, Barbier, dass ich erst zu zahlen brauche, wenn mein Bart ab ist — vorläufig gedenke ich mich nicht weiter, rasieren zu lauen!» Der Gläubiger, der sich in der F^lle sah, schrie Zeter und Mordio. Aber der viel gewandtere Dichter war schon aus der Tür und verschwand im Gewirr der Gassen des alten Paris. „Sie schreien ja, bevor ich den Zahn überhaupt angerührt habe! „Sie stehen nämlich auf meinem Hühnerauge —" Bismarcks langjähriger Hausarzt und Freund Schweninger erlangte auf eine merkwürdige Art die Gunst des schwer zu behandelnden Fürsten. Schweninger erhielt bei seinem ersten Besuch auf seine Frage nach dem Befinden des Patienten von Bismarck keine Antwort. Der grosse Arzt erhob sich und sagte ohne Umstände: «Ich stehe gern zu Diensten, Durchlaucht, wünschen Sie jedoch behandelt zu werden, ohne dass man an Sie Fragen stellt, so täten Sie besser, den Tierarzt holen zu lassen, der sich ohne Fragen behilft.» Dichter und Arzt. Als Voltaires «Mohomot» zum ersten Male in Paris aufgeführt worden war, äusserte ein Arzt des Königs dem Dichter gegenüber die Bedenken, es sei vom medizinischen Standpunkt aus ganz unmöglich, dass Alcanor nach einer so tödlichen Verwundung noch so lange am Leben bleiben könne, wie es in diesem Schauspiele geschehe. DM _ rtoc Donnhono Irlnal