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E_1939_Zeitung_Nr.036

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE nrENSTArt 5 WAT 10?« _ WO SfiVl Der sechste Sinn Kleines Brevier fihr-dte-Ausfeilung der Fahrkunst Wenn man nach" einem Unterscheidung mal zwischen dem Autobaby und dem ausgekochten Routinier sucht, dann gibt es dafür ein Kriterium, das wohl alle Nuancen in sich schliesst: den Grad an tStrassensinn», der dieser oder jener Kategorie von Automobilisten eignet. Dieser «sens de la route> verkörpert die wichtigste Eigenschaft, die zu erwerben, der Mann am Volant trachten muss, denn von ihm hing nicht nur die Sicherheit des Wagens und seiner Insassen, sondern auch die Höhe der Rechnungen für Reparaturen und Ersatzonschaffungen ab. Den Wagen derart zn beherrschen, dass einen doch die Unberechenbarkeit der andern nicht aus der Ruhe zu bringen vermag, so lautet das erste, fundamentalste Gebot. Es trägt Ihnen nämlich nicht das Mindeste ob und nützt keinen Deut, wenn Sie sich mit eben diesem andern In einen Wortwechsel einlassen, weil Ihnen ob dessen Benehmen die Galle überläuft. Im Gegenteil: Die ständige Kritik an den übrigen Strassenbenützern ist bloss ein untrügliches Anzeichen Ihrer eigenen Nervosität und Unerfahrenheit. Was aber der Begriff tErfahrung» alles umfasst, das lässt sich nicht mit zwei Worten abtun. Vorerst mal beginnen Sie damit, dass Sie sich «ingewöhnen, immer auf der < rechten StrassenseHe Jxh tecne Sahcm IL Vor 'den Preis haben die Gotter den Schweiss gesetzt Aeusserlich rinnt er zwar im Hinblick auf das Schneegestöber und die steife Bise durchaus nicht, wohl aber innerlich, kraft der Rückwärtsfahrübungen, bei denen ich mit den Enden der untern Extremitäten derart intensiv beschäftigt bin, dass darob das Volant Grund zu Klagen wegen gröblicher Vernachlässigung haben könnte. Das ist einfach zu viel für den einzelnen, und ich atme erleichtert auf, wie mir der Fahrlehrer, wohl bemerkt habend, dass sein Kolleg über das Lenken in diesem Spezialfall wirkungslos an meinem Trommelfell abprallt, die Last des Steuerns teilnahmsvoll abnimmt. Ueberhaupt diese Langmut I Ich zum Beispiel wäre an seiner Stelle schon längst aus der Haut gefahren und hätte mich danebengesetzt. So blöd und dämlich stelle ich mich immer noch mit dem Lenkrad an, dass ich mir selbst eine kleben könnte. Immerwährend liegen wir uns in den Haaren, immerwährend muss «er> mündlich und tätlich intervenieren. Dass die Strasse unter dem verblasenen Schnee heimtückisch glatt und stellenweise vereist ist, freut ihn diebisch. Das gebe nämjich die besten Fahrer, die bei solchen Verhältnissen lernen. «Aha»? Ja natürlich.» — «Sie werden im Sommer nur um so mehr Spass an der Geschichte haben.» Wie Balsam schlürfe ich diese Trostesworte ein. Was jedoch nichts daran ändert, dass ich anschliessend den Motor abwürge und dafür einen sanften Rüffel, verbunden mit geheimnisvollen technischen Erläuterungen einstecke. Ständig nimmt er wieder das Anfahren durch, mit allem was dazu gehört. Denn in den Zehenspitzen muss es sitzen. Und auch das mit dem Schalten wird bei jeder passenden Gelegenheit praktiziert. Gekratzt habe ich übrigens dabei noch nie, bloss — «warum spannen Sie denn dazu die Muskeln an? Ich hab's doch an eo bleiben — mit einer Ausnahme, wovon gleich die Rede sein soll. Halten Sie sich stets vor Augen, dass es normalerweise gilt, soweit als mög- Uch rechts zu fahren. Anders in Städten und Ortschaften: Hier nehmen Sie mit Vorteil genügend Abstand vom Trottoir, weil Sie dabei weniger riskieren, wenn ein Fussgänger unversehens auf die Fahrbahn hinaustritt. Auf offenem Land hingegen •rweisen Sie sich und andern einen um so grösseren Dienst, }e näher Sie an den rechten Strassenrand herangehen. Tagtäglich erlebt man es, dass sich ganze Kolonnen von Fahrzeugen stauen, nur weil sich der Lenker des vordersten Wagens nicht dazu bequemen kann, ganz rechts aussen zu bleiben. Dass er damit die schönste «Staffelfahrerei> heraufbeschwört, mit all ihren verkehrswidrigen und gefährlichen Begleiterscheinungen, daran denkt er offenbar nicht. Oder wenn schon, dann schert er sich einen Pfifferling darum. Soviel MOhe es dem Anfänger tostet, den» Strassenrand zu folgen, so schmerzlos getingt die Sache nachher, ja es entbehrt sogar eines gewissen sportlichen Reizes nicht, seine Geschicklichkeit darin zu erproben. Ein kleiner Tip mag Ihnen dabei noch behilflich sein: Fahren Sie nahe an die Strassenkante heran und merken Sie sich dann die Stelle, wo die Randlinie der Strosse die Kühlerhaube schneidet. Damit haben Sie so etwas wie einen Richtpunkt, der Ihnen — wenigstens auf geraden Strecken — das Aschätzen der Entfernung zwischen Wagen und Bordsteinen erleichtert. Wozu besitzen Sie einen Rückspiegel? Von einem Wagen überholt zu werden, den Sie vorher nicht gesichtet habert, dürfte nicht passieren I Es ist für Sie, genauer gesagt, für die Korrekheit Ihres Verhaltens im Verkehr, durchaus nicht gleichgültig, zu wissen, was hinter Ihnen kommt. Beim plötzlichen Wechseln der Farben an den Lichtsignalanlagen, wenn Sie sich vor dem Bremsen pflichtgemäss zu vergewissern haben, ob Ihnen nicht vielleicht einer dicht auf den Fersen folgt, können Sie mit einem Blick in den Röckspiegel sich selbst und andere vor Schaden.bewahren. Signallichter sind dazu da, um beachtet zu werden. Also widerstehen Sie der Versuchung, schon beim Aufleuchten der gelben Färbe wieder anzufahren. Niemand anderem als sich selbst haben Sie es zuzuschreiben, wenn umgekehrt das Rot wieder erscheint, währenddem Sie noch in der Kreuzung drin stecken. Im übrigen vergeben Sie steh nichts, beim Abbiegen an derartigen mit licht- Signalen ausgerüsteten Stellen daran zu denken, dass der Fussgängerstreifen In der Querstrasse bevölkert zu sein pflegt. Der Richtungsanzeiger wlfl bot jeder Aewüwung Ihrer Fahrtrichtung betätigt sein. Genau gleich wichtig Ist es frelflch auch, ihn nach Gebrauch wieder in die Ruhelage zurückzustellen, ein Gebot der Verkehrssicherheit, gegen das noch Immer allzu häufig gesündigt wird. Ein Tropfen Oel auf das Scharnier des Winkers kann Sie vor, einer Karambolage verschonen. Uebrlgens gestaltet sich* das Bnschwenken In ein* ander« Slro— nfcht zt> einer so einfachen VDQ harmlosen Angelegenheit, wie der Anfänger oft wähnt. Gerade dieses Manöver hat es In sich, weil es dabei gilt, die Verkehrslage sofort zu überblicken und das Tempo der andern Fahrzeuge richtig einzuschätzen. Das jedoch setzt eine Uebung und Gewandtheit voraus, die keinem In den Schoss fällt, Ihrem Arm gespürt Ganz fein und spielend muss das gehen». Von unserer Uebungsstrasse starten wir über Land. Damit ich mich langsam an den Verkehr gewöhne. Und der tut mir den Gefallen, gleich in Erscheinungsformen aufzutreten, die meinen Pulsschlag in etwelche Steigerung versetzen. Dass mir das passieren muss: Gleich drei Pferdeherden hintereinander zu begegnen und in Rencontre* mit breitspurigen Schneepflügen verwickelt zu werden! Doch auch dieser Kelch geht vorüber. Noch eine Erkenntnis dagegen ist mir bei diesem kleinen Abstecher in die Vorortsgegenden aufgedämmert: Dass die Welt voller Blech ist, und dass dieses Blech von mannigfaltiger Form, Farbe und Grosse — Signalschilder genannt — nichts anderes will, als deine Aufmerksamkeit zu erregen, um deiner selbst und der anderen willen. Ogottogott, auch das noch. Ich beginne zu erfassen, was der Fahrlehrer meinte, als er den inhaltsschweren Ausspruch tat, der Automobilist müsse »eine Sinne ständig wachhalten, er müsse hören, sehen, riechen («wes de schmürzelet») und weiss der Kuckuck noch was alles. Zwischenhinein paukt er Theorie, ein Anlass, der mein Selbstbewusstsein erheblich ins Wanken und mich selbst zur Einsicht bringt, dass auch das Wissen zu den vergänglichen Dingen des Lebens gehört * Ob ich mich wohl je zu einem Ritter des Volants durchmausern werde? «Wenn't hoch kommt, zu einem von der traurigen Gestalt.» Das ist das Ergebnis, zu dem ich so zirka nach der fünften Stunde gelange, Benzinsäugling zu sein ist ein harter Beruf, aber noch immer ein erträglicheres Dasein als jenes des schwergeprüften Mannes zu meiner Rechten. Was habe ich ihm nur heute wieder alles angetan, dem Guten! Zwar am Anfang, beim Wiederholungskurs am stehenden Wagen, fand ich den Dreh mit dem Schalten noch ohne irgendwelche Gehirnkrämpfe heraus, hingegen als wir dann — wunderbar sachte und con sentimento in den Füssen — davonrauschten und der Wunsch verlautbart wurde,, ich möchte jetzt mal den zweiten Gang einschalten, da produzierte ich einen vollendeten Salat mit dem Er- sondern mehr oder weniger möhsong ecworoen sei« mm. Und ähnlich liegen die Dinge beim Ueberholen. Nicht nur bedarf es dazu eines unfehlbaren Gefühls für die Geschwindigkeit des eigenen Wagens wie desjenigen, dem Sie vorfahren wollen, sondern überhaupt eines jeden Automobils, das allenfalls In der Ferne auftaucht Sofern Sie schon überholen, dann fackeln Sie nicht lange, tun Sie es entschlossen und schnell. Wenn nötig schalten Sie herunter, damit «er» besser anzieht und drücken Sie auf die Tube, so Sie nachher wieder den direkten «hineinschmeissen». Geben Sie ihm, wert sonst der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Ihrem eigenen Fahrzeug und dem überholten so gering wird, dass die Vorfahrerei sich über Hunderte von Metern erstreckt Setzen Sie Ihren Stolz darein, der Vorsicht und Behutsamkeit die gebührende Ehre zu erweisen. Ein Fussgänger, der beim UeberschreDen einer Querstrasse seine Schritte verlangsamt, zögert oder stillsteht, ist ein sicheres Indiz dafür, dass sich von dort her etwas im Anzug befindet. Auch Spiegelreflexe in den Scheiben von Schaufenstern vermögen Ihnen hin und wieder dabei behilflich zu sein, um die Ecke zu sehen. Schatten verraten Ihnen mitunter, dass etwas «umewäg> ist. Auf [-_*.*'!• ij der landstrass© kann Ihnen das Verhaften von Tieren — flüchtende Hunde und Katzen, Vögel, die auffliegen, Hühnervieh, dos aufgeregt tut — einen Fingerzeig dafür geben, dass hinter einer Kurve, oder seitlich aus einer Kreuzung oder Einmündung etwas naht. Tritt ein Fussgänger vor einem stationierten Lastwagen auf die Strasse hinaus, so können Sie seine Füsse sehen, bevor Sie den Mann ganz, gevyahren.,, ^ " r Selbsf : wenn andere steh unrichtig verhalten, was sich auch beim besten Willen nicht immer vorausahnen lässt, sollte Ihre Geschicklichkeit Imstande sein, die Folgen dieses falschen Benehmens zu vermelden. Das gehört nun einmal mit zum Rüstzeug eines verkehrsgewandten Automobilisten. Auch ohne hellseherische Gaben lässt sich einigermassen lernen, zu «erfühlen», welche Bewegungen die andern, di« Sie auf der Strasse vor sich haben, aller Wahrscheinlichkeit nach ausführen werden. folg, dass a) der Motor eines sanften Todes starb, und b) der Fahrlehrer seine Feststellung «alles falsch!» in merklich erhöhter Stimmlage vorbrachte. Was soll man anderes machen, wenn man zu wenig Augen, Hände und Füsse hat? Also erstellen, das ganze ABC von vorn anfangen. Bin ich denn wirklich so ein hoffnungsloser Fall, so ein Stück Malheur? Oder leiden auch andere meiner Artgenossen an inneren Zwiespälten, so sie beim Schalten zwar fast mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Extremitäten in Aktion treten, dabei jedoch weder das Lenkrad loslassen noch auch nur ganz schnell einen verstohlenen Blick nach der verwirrenden Fülle von Pedalen und Hebeln werfen dürfen?... Und er bewegt sich doch. Mit dem Volant aber lebe ich nach wie vor auf Kriegsfuss. Magisch zieht es mich nach links. Worauf ich wie aus nebelhafter Ferne eine Stimme vernehme: «Korrigieren Sie doch». — «Tu ich ja.» Allein das Biest pariert nicht die Bohne, oder dann entgleitet es mir unaufhaltsam bis in beängstigende Nähe der Schneehaufen am rechten Strassenrand, wofür der Fahrlehrer wiederum kein Verständnis hat, «Natürlich, wenn Sie das Rad *o krampfhaft fassen. Leicht und locker müssen Sie es halten. So — und jetzt Gas weg, Kurve links. Aber jetzt sind Sie ja wieder geklettert!» Allerlei Bekanntschaften macht man da auf der Strasse. Der Fussgänger namens Zögerli, der Radfahrer Haudrian beglücken uns mit ihrer Anwesenheit, was unter den obwaltenden Umständen insofern zur Erweiterung meines Horizontes beiträgt, als ich dabei auch gleich über diese spezifischen Gefahren und die Art und Weise aufgeklärt werde, wie man ihnen begegnet Nicht nur aufpassen müsse ich vor den Radfahrern, nein, fürchten müsse ich sie. —. ?? — «Man weiss bei diesen Leuten nie! Fahren sie dem da vom in respektablem Abstand vor. Er könnte auf dieser vereisten Strasse plötzlich ausrutschen und unter Ihre Räder geraten. Auch Frauen haben so ihre Ticks. Unvermutet steigen sie links vom Velo ab, und dann haben Sie die Bescherung.» Kluger Mann, der Fahrlehrer. Kennt «eine Pappenheimer. Und auch das Gesetz samt Verordnung, vor- und rückwärts, in- und auswendig. Der Umstand beispielsweise, dass der Wagen vor Ihnen, sagen wfr einem stillstehenden Fahrzeug, einer stationären Maschine oder etwas Aehnlichem auszuweichen gezwungen ist, muss in Ihnen automatisch die Erkenntnis auslösen, dass er nun stärker gegen die Mitte der Fahrbahn hin halten wird. Das wiederum bedeutet für Sie nichts anderes, als die Finger vom Ueberholen zu lassen, wozu Sie noch eben ansetzen wollten. Der Augenblick dafür wäre denkbar schlecht gewählt. Im Grunde genommen, geht's hier ähnlich wie beim Schach: Die Züge und Manöver des Gegners zu witt.ern, bevor er sie ausführt — das ist alles, ist aber auch sehr v I e L Erst dann dürfen Sie sich rühmen, ein guter und sicherer Fahrer zu sein, wenn Sie> Reaktionsvermögen derart trainiert haben, dass es in jeder Situation sofort €schnappt> lund das auch dann, wenn Sie sich mit Ihrem Mitfahrer unterhalten). So schwer es anfänglich auch fällt: UeberaU müssen Sie Ihre Augen haben, denn der Richter bringt Ihrer Behauptung, Sie hätten den ändert» nicht gesehen, ganz und gar kein Verständnis ent» gegen. Hat sich der Anfänger einmal an einen anständigen 70er Durchschnitt gewöhnt, so empfindet er ein 50-km-Tempo als pomadige SchleichereL Teuer genug kann ihn dieser Mangel an Gefühl zu stehen kommen. Weshalb es keineswegs übertrieben ist, zu sagen, dit Fähigkeit der schnellen •nd richtigen Einschätzung des Tempos mache zu einem guten Teil den gewiegten Fahrer aus. Schliessüch noch eines: Die Sorte jener Siebenmalschlauer, die es mit spielender Leichtigkeit fertigbringen, ihren Wagen in einer Kurve oder hinter einer Anhöhe zu parkieren, ist leider noch nicht ausgestorben. Es fällt jedoch keinem ein Stein aus seiner automobilistischen Krone, wenn er beim Abstellen seinen Kopf gebraucht und sich nach einem Platz umsieht, wo er den übrigen Ver« kehr nicht stört Mas sein, ia es Ist sogar siener, das« die Konstrakteare Inskünftig Wagen schaffen, die sich noch leichter handhaben lassen und deren Automatisierung noch weiter fortgeschritten sein wird. Eines aber können sie nicht: Dem Fahrer die Bürde seiner Verantwortung abnehmen oder Ihn auch nur teilweise der Notwendigkeit entheben, seine Kunst zu erlernen. Wer Unsicherheit und Gefahr In den Strassenverkehr hineinträgt, das sind jene, die sich da einbilden, das Autofabren erfordere weder ständig gespannte, konzentrierte Aufmerksamkeit noch ein bestimmtes Mass an Können und eine tüchtige Dosis Gefühl. Nur ein paar Kostproben serviert er mir davon, wie er mich auf den Zahn fühlt, allein schon das genügt, dass es mich (siehe oben) gänsehäutig überläuft Alter Knabe, pflanz dich hin und büffle Gesetze! Noch immer zuckeln wir hübsch brav im Zweiten davon, wieder vor die Stadt hinaus. Jede Kreuzung, jede Kurve, jedes Tram, das wir sichten, jedes Auto, das uns begegnet, kurz und schlicht: alles was da auf der Strasse kreucht und fleucht, wird zum Objekt tiefschürfender Belehrung. «Gibt hier die Gesetzesschrift einem Fahrer freie Trift? Oder ist es gar verboten...?» Der Lehrer sprudelt förmlich von Wissen, er fliesst über und offenbart eine höchst eindrucksvolle Kenntnis von Gesetzesartikeln über die ungeahnt massenhaften Pflichten eines Automobilisten. Wie, wenn ich nun an dieser Kreuzung das Gas nicht zurückgenommen und mich vielleicht ein «Rechtsvortrittsberechtigter» kurzerhand gerammt würde haben hätte? Mir wird wüst im Kopf, und wenig fehlt, so kriege ich Zustände. Dass es nicht dazu kommt, dafür sorgt jene Nebcnstrasse, auf die mich der Lehrer mit ausgekochter List und Tücke dirigiert Und worauf sich anmutig eine apfelmusartige Sauce von aufgeweichtem Schnee breitet Wir schwanken wie eine Fregatte in Seenot, und wenn ich auch das Lenkrad umklammere, als wollte ich es zu Brei zermalmen, so zeigt «er» trotzdem eine unbezähmbare Neigung, eigene Wege zu gehen. «Wägelchen, wohin rollst du?» Ob meiner innerlichen Zerknitterung völlig unberührt, frohlockt der Lehrer noch und konstatiert nachdrücklich, es sei dann mit meinen Steuerkünsten noch etwa nicht weit her. Aber erst meine Brems-Stümpereien, wenn ich die Schwerkraft meiner bescheidenen 80 Kilo mit entschlossenem Ruck aufs Pedal verlege, dass es vorwurfsvoll-vernehmlich quietscht) Weder den Pneus noch dem Lehrer tut das gut. Infolgedessen steigt ein Vortrag über das Thema «gefühlsvoll bremsen». Ja, da sitzt man nun und übt, balgt sich dann wieder mit dem Volant herum, das, mag man sich noch zähneknirschend darauf konzentrieren, einstweilen aller Liebesmühe spottet (Fortsetzg. folgt.)

36b — DIENSTAG, 2. MAI 1939 AUTOMOBIL-REVUE Verwenden Sie reinen Schmierstoff: Mobiloil! Während viele Oele im Motor Schmutz bilden, bleibt er mit Mobiloil immer sauber. Mobiloil ist durch das Clirosol-Verfahren von ALLEN unbeständigen Anteilen befreit. Jeder Tropfen ist reiner Schmierstoff und enthält keine Anteile, welche bei hoher Temperatur und hohem Druck den Motor verschlammen und verschmutzen. Mobiloil gewährleistet reichhaltige und ausgiebige Schmierung und weil es zudem den Motor sauber hält, holen Sie das Letzte aus Ihrem Motor heraus bei reduziertem Verbrauch. Ihr Garagist wird es bestätigen: Mit Mobiloil fährt jeder Wagen besser. Füllen Sie heute noch Mobiloil ein, es lohnt sich. VERLANGEN SIE BEI IHREM GARAGISTEN DEN „SPEZIA^SCHMIERDIENST MOBILOIL 0 Mobiloil VACUUM OIL COMPANY N.V., BASEL den Motor SAUBER