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E_1939_Zeitung_Nr.036

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8 .AUTOMOBIL-REVUE

8 .AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 8. MAI 19SS - N° 86b Ford V 8 11 PS Amerikanische Geräumigkeit und Einfachheit der Bedienung verbunden mit europäischer Sparsamkeit Wenige Namen sind so untrennbar verknüpft mit dem glänzenden Aufschwung des motorisierten Strassenverkehrs wie der des amerikanischen Automobilkönigs Ford, der als erster das Automobil in seinem Heimatlande zu einem wahren Volksverkehrsmittel zu machen wusste.. Heute umspannt der Ford-Konzern den ganzen Erdball mit seiner vorbildlichen Verteilungs- und Service-Organisation, die wohl als erste aas beliebte System der Reparaturen zu fixen Preisen eingeführt hat, wobei der Wagenbesitzer selbst an Hand von Preislisten die Kosten der meisten Iristandhattüngs- und Reparaturarbeiten vorausberechnen kann. Soviel zum Ford-Service, der gerade für einen wirtschaftlichen Gebrauchswagen'mit von ausschlaggebender Bsdeutung für die Sparsamkeit des Betriebes sein kann. Ausserdem vereinfacht eine solch weltumspannende Organisation den spatern Absatz gebrauchter Wagen. Doch — zum Thema und das heisst «Ford V 8 11 PS». Wir hatten erst unlängst Gelegenheit, diesen interessanten Wagen, der so recht für unsere Zeit gemacht erscheint, einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Aeusserlich der typische, elegante Amerikaner, mit einem Gepäckabteil von mustergültiger Geräumigkeit (ohne dass es deswegen aus dem stromlinienförmigen Heck vorstehen würde), lehnt sich dieses Fahrzeug auch in seinen Fahreigenschaften an amerikanische Gepflogenheiten an. Die Lenkung ist also beispielsweise sehr hoch übersetzt und das Lenkrad entsprechend leicht zu bedienen. 4% Umdrehung sind notwendig, um es vom vollen Einschlag rechts zur entsprechenden Stellung links zu bewegen. Dadurch werden die höchstens auf sehr schlechten Strossen bei rascher Fahrt beobachteten leichten Lenkradreaktionen auf ein Minimum beschränkt. Die Strassenhaltung war bei allen Geschwindigkeiten und Wegverhältnissen gut. Stark beeindruckt hat uns;sodann der bis hinaufzu hohen Geschwindigkeiten praktisch geräuschlose- Lauf des Wagens. Im Stadtverkehr wurde die hohe Elastizität des 8-Zylinder-Motors angenehm vermerkt, die er nicht zuletzt dem Umstand verdankt, dass sich die Antriebsimpulse infolge der grossen Zylinderzahl sehr dicht folgen. Es ist daher ohne weiteres möglich, den direkten Gang auch bei Fahrtempi weit unter 20 km/Std. zu benützen, sofern man das Gaspedal nicht allzu brüsk bedient. In dieser Beziehung unterscheidet sich dieser 11 PS-Wagen also nicht von Fahrzeugen mit weit grösseren Motoren. 4n- bergigem Gelände allerdings ist es natürlich nicht zu umgehen, dass man etwas häufiger schaltet als dort. Da jedoch der zweite und direkte Gärig synchronisiert sind, und die Steigfähigkeit im zweiten Gang bei Besetzung mit zwei Personen nicht weniger als 17% beträgt, ist dies weiter nicht von Bedeutung, um so mehr als dafür auf der andern Seite der Bilanz als Annehmlichkeit der ausserordentlich niedrige Brennstoffverbrauch steht. Wir haben ihn bei verschiedenen konstanten Fahrqeschwindiakeifen gemessen, und zwar bei 30, 50, 70 und 90 km/Std. Es hat uns selbst in Erstaunen versetzt, dass bei einer konstanten Fahrgeschwindigkeit von 70 km/Std. noch nicht einmal 11 Liter pro 100 km verbraucht werden und bei 90 km/Std. ganze 13,1 Liter pro 100 km. Diese günstigen Zahlen sind einerseits auf das geringe Wagengewicht von nur 1200 kg sowie im weitern auf die aerodynamisch günstige Wagenform mit dem Stromlinienheck und den eingebauten Scheinwerfern zurückzuführen. Ueber die Konstruktion des Wagens dürfen Wir uns kurz fassen, denn in seinen mechanischen Einzelheiten wird er mit geringen Aenderungen schon seit Jahren gebaut. Sein Chassis stützt sich vorn und hinten vermittelst Querfedern auf starre Achsen. Zur Aufnahme des Radschubes dienen hinten und vorn lange Dreieckslenker, die hinten noch durch das zentrale Schubrohr unterstützt ! werden. Die hydraulischen Bremsen zu denen sich jetzt auch Ford bekennt, bieten dank ihrer ausgezeichneten Wirkung volle Gewähr für grösste Sicherheit. Da wir; die Bremswegmessungen über die Mittagszeit .vornahmen, wo der Teer des Strasseh-' Belages infolge der für' diese Jahreszeit redht bedeutenden Aussentemperatur sich etwas aufgeweicht hätte, konnten nicht ganz die mit diesen Bremsen tatsächlich erzielbaren Höchstwerte erhalten werden. Die Reifen glitten zu leicht auf dem erweichten Teer und erzeugten dabei nur selten und ganz kurz jenes sonst bei scharfen Bremsungen, so charakteristische Quietschgeräusch. Trotzdem ergaben sich in Berücksichtigung der obwaltenden Umstände beachtlich kurze Bremswege js. Diagramm). Der Motor ist ein Original V8er, von -2,23 Liter Hubraum, der trotz seines: hohen Kompressiönsverhältnisses von 1 :6,75 mit normalem Benzin betrieben werden kann und bei 3500'U/min 60 PS abgibt. Die Ganzstahlkarosserie zeigt echt amerikanische Geräumigkeit und geschmackvolle Ausstattung, Die Vorderbank ist bei der geprüften Rurigen Limousine ungeteilt und die Rücklehne fest, während sich bei der 2türigen Ausführung jede Häffte der Rücklehne separat nach vorn klappen lässt um das Aussfeigen zu erleichtern. Sehr angenehm 1 fempfdnden wir die Belüftung durch die als Ganzes abstellbare v-förmige Windschutzscheibe. Alles in allem ein Gebrauchswagen, der auch hohe Anspräche in bezug auf Fahrkonifort sowie Leistungsreserve zu befriedigen vermag und sich trotzdem im Betrieb als sehr sparsam erweist. -b- Die elegante Stromlinie des neuen Ford V-8 von 11 PS kommt in diesem Bild besonders schön zur Geltung' Die Innendimensionen des Ford V-8 von 11 PS. Von der Geräumigkeit des Wageninneren feibt 3ä's Mass vom iSitzpolster der Hinterbank bis zum Rückpolster der Vorderbank einen guten Begriff. .Beachten Sie auch die Dimensionen des Kofferräume! Der berühmte V-8-Motor von Ford. nh Technische Merkmale Geprüftes Fahrzeug: Ford V 8 11 PS, 4türlg« Limousine, Modell 1939. Motor: V-8 mit Winkel von 90 Grad zwischen Zylinderblöcken, 2230 ccm Hubraum, Zylinderabmessungen 66,04X81,28 mm Seitenventile, 11/60 PS, 3500 U/min, Kompressionsverhältnis 1 :675, Drückschmierung mittelst Zahnradpumpe; Oelinhalt des Carters 3^75 Liter; Batteriezündung; Batterie 6 Volt 96 Ah; Pumpenkühlung, Wasserinhalt des Kühlsystems 14,25 Liter; Brennstoffzufuhr zum Doppelfallstromvergaser durch mechanische Membranpumpe. Brennstöffreservoir: Hintenliegend. Inhalt 53 Liter. Kraftübertragung: Einscheiben Trockenkupplung mit Zeritrifajgalgewichten zur Erleichterung der Betätigung; 3-Ganggetriebe mit normaler Kugelschattung, 2 synchronisierten Gängen, Uebersetzungen 1:1, 1 =1,604, 1 =2,82, rw. 1 :3,625, Oelinhalt 0,8 Liter; spiralverzahnte Hinterachse, Uebersetzungsverhältnis 1 :4,45, Oelinhalt 1,2 Liter. Abfederung: Vorn: Starre Achse mit Querfeder. Lange Dreieckslenker für Radführung und Uebertragung des Radschubes, hydraulische Doppelkolbenstossdämpfer bei allen Rädern, H i n - ten : starre Achse mit Querfeder. Lange Dreieckslenker und Schubrohr übernehmen Uebertragung des Radschubs sowie Radführung. Bremsen: Hydraulische 4-Rad-Fuss- und davon unabhängige mechanische Handbremse mit Kabel- Betätigung. Bremsoberfläche 1260 cm*. .,-. Lenkung: Lenkgetriebe mit Schrdubenspindel und Rollenfinger; äusserster Lenkradius 5,87 m links und rechts.; 4j^ Lenkradumdrehungen von Endstellung zu Endstellung. ' Reifen: 6,00 X 16. Fahrleistung: Höchstgeschwindigkeit bei Windstille auf ebener Strosse»(graphisch aus Beschleunigungskurven ermittelt) = 114 km/Std.; Steigvermögen bei Besetzung mit 2 Personen im direkten Gang 7%, im 2. Gang 17%, im 1. Gang 26%. Brennstoffverbrauch: Bei Besetzung mit 2 Personen auf ebener Strecke und Windstille voraufgesetzt: Bei konstanter Ge- Verbrauch in Liter pro schwindigkeit v. km/Std. 100 km 30 8,9 50 10,1 70 10,7 • 90 13,1 Nebenstehend: Mit unserem registrierenden Geschwindigkeitsmesser aufgenommene Fahrdiagramme. Links: Beschleunigungskurven für jeden der i drei Gänge. Weiter rechts: Anfahrkurve heim Durchschalten aller Gänge vom Stillstand. Innenbild: Der erzielte Bremsweg in Abhängigkeit von 1 der Fahrgeschwindigkeit. Die Verhältnisse waren für diese Prüfung ungünstig. Trotzdem wurden beachtliche Resultate erzielt Links unten: Die aus den Beschleunigungsdiagrammen errechnete Steigfähigkeit des Ford V-8 11 PS in d«n einzelnen Gängen in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit. o 5 10 15 20 25 30 35 O 5 10 IS 40 45 50 20 25 30 53 60 35 40 Unten: Brennstoffverbrauch in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit bei Einhaltung eines konstanten Fahrtempos über eine abgemessene Strecke. TT 0) 71 (0 in * • • IM tu 30 20 IO # • » AA AM *** ^ *% ^ ** ^f\ A ^K f\^ I ^\ ^ \ Blick auf das Instrumentenbrett des Ford V-8 von 11 PS. Man beachte das dreispeichige Lenkrad, das einen freien Blick auf die Instrumente gewährt. 20 40 60 80 IOO Km/Std - Krn p.h. -+- 120 -Km/RH —-

No 3Gb II. Blatt BERN, 2. Mai 1939 Automobil-Revue No 36b II. Blatt BERN, 2. Mai 1939 Rennwagen, die in Tripolis und Brooklands starten Um die Mittagsstunde des nächsten" Sonntqg wird auf der 13 Kilometer langen Mellaha-Runastrecke in NoVdafrika ! die Saison der interiiatio J nalen GrandrPrix-Veranstaltungen mit dem über 30 Runden gehenden Millionen-Rennen von Tripolis gestartet. Es kommt ihm um so grössere Bedeutung zu, als das im Zeichen der Maximalge* wichtsformel und unter dem Regime der.jetzt gültigen Grand-Prix-Bestimmungen schnellste Rennen der Welt erstmals nur für Rennwägen mit einem Motor von maximal 1,5 Liter Hubvolumen reserviert' ist, also auf einer Basis ausgetragen wird, nach der die Fachleute so ziemlich; aller den Automobilrennsport betreibenden Länder die nächste Grand- Prix-Formel aufgestellt wissen möchten. Schon seit Jahren haben sich ERA in England und Maserati Das wäre der «kleine» Mercedes-Benz, von dem einzig gesagt werden kann, daes er seinem Schwestermodell — dem Grand-Prix-Wagen 1939 wie ein Ei dem andern gleicht. Was unter der Motorhaube versteckt ist, darüber drang bis zur Stunde noch nichts in die Oeffentlichkeit. Lang, der zweimalige Tripolissieger und Caracciola. der dreifache Europameister, werden alles daran setzen, sich gegenüber den italienischen Werken mit ihrer grossen Rennerfahrung in dieser Klasse zu behaupten. Nur in England bekannt waren bisher die Rennwagen der Alta-Werke, die auf Brooklands ebenfalls ein neues Modell herausgebracht haben. Die Konstruktion wird vom Werkpiloten George Abecassis in Brooklands in den Kampf geführt. Dies hier ist die «Alfetta», der kleine Alfa Romeo also, der letztes Jahr in der Goppa Ciano auf Anhieb einen Doppelsieg landete. Er hat einen 8-Zylinder-Motor in Linie «in eich» und erfuhr heuer gegenüber 1938 nur wenige Aenderungen. In Tripolis wird der Wagen von Farina, Biondetti, Villoresi E., Severi Pintacuda und Aldrighetti gesteuert. (und seit dem Sommer 1938 auch Alfa-Kofneo) in Italien mit viel Erfolg der Konstruktion solcher Rennwagen gewidmet, und in Tripolis wird sich mit dem neuen Mercedes-Benz-Boliden erstmals auch Deutschland zu ihnen gesellen. In Tripolis starten an Werkwagen 6 Alfa Romeo, 4 Maserati und 2 Mercedes-Benz. ERA ist demnach nicht von der Partie, da diese Marke am Tag zuvor mit einem nlgelnagelneuen Modell in Brook'lands am Retinen um die internationale Trophäe die Feuerprobe zu bestehen hat. Der neue E.R.A., der am Samstag in Brooklands zum erstenmal eingesetzt wird, könnte äusserlich ein «Verwandter» de« kleinen Mercedes-Benz sein. Er birgt in seinem Innern einen 6-Zylindermotor und soll bei den Probefahrten auf 260 km/St jekommen seihi Mäys undiDobson - von der .Werkmannschaft hofr fen mit dieser-neuen Waffe eine Glufteleistung*zu vollbringen.. Vom neuen Fabrik-Maserati werden ebenfalls Wunder erwartet. Es handelt sich um einen Vierzylinder mit 4 Ventilen pro Zylinder, der an der Bremse seine 228 PS leisten und ebenfalls sehr rasch sein soll. Für Tripolis wird er Trossi, Villoresi Luigi, Cortese und Rocco anvertraut DER TONANGEBENDE n WAGEN POWR-PAX C0LL0IDAL.GRAPHI1ÖI. Der beste Schutz für alle Teile des Motors Der diesjährige Uncoln-Zephyr tst • so weit dies möglich ist • noch schöner, komfortabler und anziehender als seine ' glänzenden Vorganger. Uebeneugen Sie sich persönlich hiervon, dadurch, dass Sie das Angebot einer Probefahrt mit dem Uncoln-Zephyr für 1939 annehmen. Der Katalog wird ihnen auf Anfrage tugesandt. BASEL Autavia AG.. Hardstrasse 14 BERN Willy & Co., nächst Lorrainebrflcke BIEL Grand Garage du Jura S. A.. 18, rue Göuffl CHUR Central-Garage der Rhät. Lagerhaus AG.. Gürtelsir. 15 FRAUENFELD W. Merz & Co.. Bleichestrasse 6a LUZERN Th. Willy. Bundesplatz 6 ÖLTEN G.-K. Pilloud. lag.. Offizielle Ford-Vertretung ST. GALLEN Malier & Häne, St. Leonhard-Gärage. Bogenstrasse SOLOTHURN Tourlng Motor AG. WINTERTHUR Werner Frick. St. Gallerstrasse 16 ZÜRICH Tip-Top-Garage AG.. Seehofstrasse 16 POWR.PAX enthält reinsten Colloldal-Graphlt In ständiger Mischung mit einem Oel, das sowohl den höchsten Temperaturen als der grössten Kälte Widersteht. Wenn PQWR-PAX für einen neuen oder einen revidierten Motor absolut unerlässiieh ist, so sollte es auch sonst dem Oel für jeden Motor beigefügt werden, denn . . . es schützt alle Teile des Motors es erhöht seine Leistungsfähigkeit es spart Benzin und Oel ' äs verhindert das Verschmutzen. Verlangen Sie von Ihrem Qaragfsten das Cqlloidal-GraphitS! POWR-PAX die weltberühmte Marke Generalvertretung für die GENF SAFIA ZÜRICH 8, Av. Rietet de Rochemont Talstrasse 32 Telephon 483 36 Telephon 3 9723 Schweiz: BERN Monbijoustrasse 16 Tel. 2 33 40