Views
2 months ago

E_1940_Zeitung_Nr.027

E_1940_Zeitung_Nr.027

BERN, Dienstag, 2. Juli 1940 Nummer 20 Cts. 36. Jahrgang — No 27 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Aasgab« A (ohne Versicherung) halbjährlich Fr. 5.-, Jährlich Fr. Ausland mit Portozuschlag, wenn nicht postamtlich abonniert Ausgabe B (mit gew. Unlallversich.) vierteljährlich Fr. 7.50 Ausgabe C (mit Insassen Versicherung) vierteljährlich Fr. 7.75 Arbeit um jeden Preis! Strassenbau, hervorgerufen durch das Motorfahrzeug als einen der Hauptträger der Arbeitsbeschaffung Dass wir noch lang« nicht über dem Berg; Sind, auch wenn der Krieg auf dem Kontinent ein Ende gefunden, darüber hat die Kundgebung des Bundesrates "vom 25. Juni wohl auch jenen den Star gestochen, die sich in leichtfertigem Optimismus dem Glauben hingaben, das düstere Gewölk über der Zukunft unseres Landes sei nunmehr gewichen. Wirtschaftlich gesehen tauchen mit der Abschliessung der Schweiz vom Weltmarkt und mit der Abdrängung von den Meeren Schwieligkeiten auf, deren Überwindung noch manchen Verzicht kosten wird. Unser Export stösst auf Hemmnisse, der Fremdenverkehr aus dem Ausland ist praktisch versiegt, die Einfuhr stockt. Diesen Realitäten gilt es mit nüchternem Sinn ins Antlitz zu blicken. Dann wird man erkennen, dass eine Zeit angebrochen ist, in der für weichliches Getue, wehleidiges Lamento und kleinmütiges Verzagen kein Raum ist. Sie fordert harte Entschlossenheit von jedem einzelnen, den Mut, sich mit den Tatsachen abzufinden und seine Konsequenzen daraus zu ziehen. Das hat auch der Bundesrat getan, als im Angesicht der wirtschaftlichen und sozialen Probleme, welche die Erscheint Jeden Dienstag REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breltenrainstr. *7, Bern Tatephon 28.222 - Postcheck III414 - Telegramm-Adre»»: AntorenM, : GenbäftHtelle Zürich: Löwenstrasse 51, Telephon 39.743 teilweise Demobflmachung aufwirft, dem Schweizervolk Arbeit versprach, Arbeit um jeden Preis. An seinem Willen, diese feierliche Zusicherung einzulösen, gibt es nichts zu deuteln ! Ein erster Schritt auf diesem Weg ist bereits vollzogen: die seit der Mobilisation verfügte Sperrung der Bundesbeiträge für Arbeitsbeschaffuttigs-Massnahmen fällt dahin, womit die Kredite für diesen Zweck wieder fliessen können. An Möglichkeiten, sie in produktive Werte umzusetzen, herrscht kein Mangel. Wenn aber dabei Strassenbauprojekte im Vordergrund stehen, wenn sie berufen sind, einen der Eckpfeiler des kommenden Arbeitsbeschaffungs-Programms zu bilden, dann darf eine objektive Würdigung der Dinge auch daran erinnern, dass die < Initialzündung > dazu vom Aufschwung ausgegangen ist, den das Automobil während der vergangenen Jahrzehnte genommen. Ohne Auto branchten •wir weder unsere Strassen zu modernisieren noch an Neubauten heranzutreten. So steigt denn, im Kreis der Zusammenhänge betrachtet, die Tatsache ans Licht, dass das Motorfahrzeug, allzulange von einem unersättlichen Fiskalhunger ausgebeutet und dadurch in seinem Entwicklungsgang faintangehalten, heute in ernster Stunde mithilft, das drohende Gespenst der Beschäftigungslosigkeit zu bannen. 53 Millionen Bundesbeiträge wurden für die Verwirklichung der ersten, die Jahre 1936—1943 umfassenden ersten Etappe des Alpenstrassenprogramms bereitgestellt. Bis Ende 1939 hatte der Bund davon 24,3 Millionen verausgabt. Zu diesen Krediten hinzu bewilligte die Volksabstimmung vom 4. Juni 1939 noch weitere 35 Millionen für die Erstellung einer Strassenverbindung zwischen der Zentralschweiz und dem Südosten unseres Landes. Zur Ausführung bestimmt ist heute dafür die Kistenstrasse; am Ausbau der Oberalpstrasse und -Bahn schreiten die Arbeiten bereits vorwärts, und was die im ersten Ausibauprogramm vom Februar 1937 j vorgesehenen Strassenzüge anbelangt, so sind sie durchwegs in Angriff genommen. Nicht dass es damit sein Bewenden hätte : die Durchführung der kantonalen Strassenbauprogramme, welche nach der Mobilisation eine Verzögerung erlitt, weil es an Ar- Fliegeralarm bei einer Messerschmitt-Jagdstaffel INSERTIONS-PREIS DI* Mfatfwpartene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 . Grossere Inserate nach Spezialtarif •tcnsehlnas 4 Tage vor Erscheinen der Hammer In "dieser Nummer: Der Kanton Zürich reduziert seine Verkehrssteuern bis 50 %. Haftpflichtfragen (aus dem Bundesgericht). Rumänien, seine Strassen und sein Automobilwesen. Fahrtempo, Motordrehzahl und Benzinverbrauch. Feuilleton: Seite 2. Auto-Magazin. beitskräften gebrach, bietet ein weiteres Mittel, um den von der Grenze zurückkehrenden Wehrmännern Verdienst und Brot zu sichern. Für die unverzügliche Ingangsetzung von Strassenbauaktionen in Bund, Kantonen und Gemeinden ist somit der Boden weitgehend vorbereitet. Jetzt, während der schönen Jahreszeit heissf es das unterbrochene Werk in grosszügigem Geist wieder aufnehmen und fördern. « Am Tage der Demobilisation müssen alte Arbeitsgelegenheiten bereitgestellt sein... raschem Handeln stehen keine Hindernisse im Weg », so hat der Zürcher Stadtpräsident seine Auffassung über diese brennende Frage formuliert 1) Ueber das ganze Land verstreut überwacht ein dichtes Netz von Beofoachtungspoeten Tag und Nacht unsern Luftraum (VI Br 222 3). — 2) Auf der Auswertezentrale laufen die Meldungen zusammen und werden auf speziellen Karten eingetragen (VI Br2228). — 3) Stellt der Regimentekommandant eine Verletzung unseres Luftraumes durch ein fremdes Flugzeug fest, so alarmiert er unverzüglich seine startbereiten Jäger (VI Br 2230). — 4) Alarm! Die Sirenen heulen. Mannschaft und Besatzung rennen zum Flugzeug, schon hat sieh der Pilot angeschnallt, der Motor springt an (VI Br 2236). — 5) Mit Vollgas startet die Jagd-Patrouille im Verband (VI Br 2233). — 6) Gleichzeitig ist auch die Flab alarmiert •worden, die in höchster Bereitschaft das Erscheinen des fremden Flugzeugs erwartet (VI Br 2235). — 7) Die Patrouille hat ihre Aufgabe erledigt. Nach jedem Einsatz bespricht der Staffelführer mit seinen Piloten die Kampfhandlungen, wodurch die Besatzungen dauernd taktisch weitergeschult werden (VI Br 2219).