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E_1940_Zeitung_Nr.027

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6 AUTOMOBIL-REVUE

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BERN, Dienstag, 2. Juli 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 27 Drei Erlebnisse Eine illustre Gesellschaft war bei einander gewesen. Gab es doch einen besonderen Anlass: der bekannte Tropenarzt und Forscher aus Liebhaberei war plötzlich heimgekehrt, nachdem er erst vor einem Jahr einen kurzen selbstgewählten Urlaub hinter sich hatte. Heute hatte er zum Erstaunen aller gesagt, er bliebe für immer. Der Jüngste war er freilich nicht mehr, Tropenjahre zählen doppelt, aber man war doch erstaunt. Er hatte in der Tropenmedizin Hervorragendes geleistet und bei seinem letzten Hiersein geäusserr, dass er nun so bald nicht wiederkehre, dass er das Gefühl, wo seine Heimat sei — hier wie dort — habe. Arbeit und Erleben binden fest, hier wie dort. Die Mehrzahl der Besucher hatte sich verabschiedet. Der Professor war auf Wunsch seines Freundes und dessen Gattin bis zuletzt geblieben ... «damit wir noch etwas von dir haben und die Gesellschaft von heute uns dadurch etwas: Besonderes gibt» hatte Frau Irmgard gesagt. Nun sassen die drei bei gedämpftem Licht; es war wie ein Abklingen. — Fred hob sein Glas an das des Freundes. «Nochmals jetzt unter uns ein herzliches Willkommen. Aber vergib', du wurdest heute schon so oft gefragt, warum du, deinen früheren Worten entgegen, plötzlich und dauernd heimkehrst. Dass Irmgard und ich uns besonders freuen, brauche ich dir wohl nicht zu sagen. Wir hoffen, noch viele glücklich-frohe Jahre mit dir zu verleben. Aber uns ist, als hätte dich etwas Besonderes heimgeführt.» «Ihr sollt mich nicht umsonst gefragt haben. Ich kenne eure Freundschaft. Vielleicht werdet ihr über mich lächeln » «Aber lieber Freund — Lieber Alter!» «Ich habe auf der langen Heimfahrt darüber nachgedacht. Drei Erlebnisse sind es besonders, die für mich im eigentlichen Sinne bestimmend gewesen sind. Und das letzte — der grösste Teil meines eigenen Empfindens.» Die Kaminuhr schlug Mitternacht. «Wenn es euch nicht zu spät ist, will ich erzählen. Ihr wisst, ich war überall — und zwanzig Jahre Tropen — Java, China, Japan, Indien — sind keine Kleinigkeit. Ich habe als Arzt, Mann und Mensch viel erlebt. Als Arzt vor allem, wenn man mit seinem vermeintlich vielen Wissen machtlos Menschen jung dahingehen sieht. Und keine Hilfe weiss. Oder der einfachste Eingeborene bringt dir eine Pflanze, die er tagelang gesucht hat — und du siehst dein Wissen, an vielen Universitäten geholt, ohne weiteres diesen Naturmitteln und -menschen untergeordnet. Es gibt noch so vieles, von dem wir hier nichts wissen. von L. Böse Auf Java war's. Einer meiner Mitarbeiter, Holländer, ein kluger Kopf, hatte im Kampong, dem Eingeborenendorf, allerhand Studien gemacht, leider auch ein wenig bei der schönen Saitja. Saitja war die junge Frau eines um zwanzig Jahre älteren Javaners. Er war Diener in der Pflanzung und betreute auch den Doktor-Kollegen, wenn der in der Siedlung seines Landsmannes dicht bei dem zweihundert Kilometer entfernten Kampong übernachtete. Was in letzter Zeit öfter geschah — wie ich erst später erfuhr, der schönen jungen Saitja halber. Wir kamen von einer Forschungsfahrt und blieben im Dorf, da es zu spät war, die Station zu erreichen. Ich konnte nach zwei Stunden noch nicht schlafen und ging daher ins Freie. Dabei sah ich, dass auch Dr. Straaten noch Licht hatte. Sollte ich noch hineingehen? Ich unterliess es, und im gleichen Augenblick erlosch auch das Licht. — Huschte da nicht ein Schatten — oder gar zwei? Einbildung — alles war totenstill. Am nächsten Tage wollten wir weiter, aber Straaten fand kein Ende, so dass ich noch einen Tag zugab. In der Nacht hörte ich einen gellenden Schrei, einen Schuss und Hilferufe. Sofort eilte ich hinaus. Es war Straaten, der gerufen hatte. Nun eilte auch Pietro, der Mann Saitjas, den Straaten so getauft hatte, herbei. Als wir eintraten, lag eine Schlange mit zerschossenem Kopf da, und Straaten stand mit verzerrtem Gesicht vor uns. «Zweimal gebissen, Professor, an Hals und Fuss — vorbei!» In kürzester Zeit hatte er eine Spritze, aber auch ich wusste, dass es vergebens war. Für diese Sorte Schlangen gab es nur ein Gegenmittel. Eine Pflanze, die nur die Eingeborenen kannten. Ich wollte Pietro anherrschen, sofort die Pflanze zu holen; denn die Eingeborenen haben sie immer vorrätig. — Aber dieser war auf einmal spurlos verschwunden. In der Hütte war Saitja, ganz verstört. Sie war auf den Schrei und Schuss herausgeeilt, schnell! als Pietro. Vergeblich hatte Saitja schon selbst / Mittel am bekannten Ort gesucht. Die waren verschwunden. — Straaten musste ste Als ich später mit dem PlantagenblsTr^jg sprach, wunderte er sich mit mir über das Erlebnis. Diese Art Schlangen sei sehr selten, lebte immer zu Paaren und griff fast nie Menschen an. Auch er hatte die Vorliebe Dr. Straatens für die schöne Saitja nicht bemerkt. Später löste sich das Rätsel der Schlange: Saitja hatte, wie schon öfter, Dr. Straaten einen Besuch abgestattet — und als sie in die Hütte zurückkam, hatte Pietro sie eigen angesehen und war verschwunden. Saitja hatte ihn später aus Straatens Zimmer kommen sehen. Er hatte etwas weggeworfen. Sie hatte an nichts Böses gedacht. Kurz, Pietro hatte Dr. Straatens Interesse für seine Frau gemerkt. Als Javaner wusste er, wo die Schlangen hausen. Hatte eine getötet, sie an einer Schnur hin- und hergeschleift, bis zum Zimmer des Dr. Straaten, auf dessen Bett hin und her — wissend, dass das Männchen dem Weibchen unbedingt folgen würde. Die von ihm getötete und später fortgeworfene Schlange wurde später entdeckt. Das Männchen war gefolgt, hatte das Weibchen nicht entdecken können — und hafte dann Straaten, der wohl im Schlaf eine Bewegung gemacht hatte, tödlich gebissen, . ... )" " Es hat mich schwer getroffen. Ich kannte Straa* ten acht Jahre.» Der Professor hatte den Ko.pf gestützt «Als ich vor Monaten zum Abschied ein Fest in der Nähe Kalkuttas am Hofe eines indischen Fürsten mitmachte, war uns wie schon öfter, ein alter Fakir aufgefallen. Er schien sich für uns zu interessieren. Wie hatten hin und wieder mit einander gesprochen. Er war anders als die meisten seiner Art. Eine hohe, fast Ehrfurcht gebietende Erscheinung, mit weitgehendem Bildungsgrad, oft aber glaubte ich in seinen Augen noch mehr zu lesen als nur die Liebe zu seinem Land: Hass, glaubte ich, gegen alles Fremde. Wir sprachen über vieles, natürlich auch über Medizin, und es war merkwürdig, wie der Mann viele Gebiete der Wissenschaft beherrschte. Wir hatten eben ein Gespräch über Hypnose beendet, als ihn der englische Kollege fragte: ob er nicht eines der indischen Sekfenfesfe mit ansehen könne. Der Inder sah den Sprecher lange an. «Ich weiss es nicht.» «Aber in den nächsten Tagen ist doch das Schlangenfest!» «Sie meinen die wunderbare Nacht, in der unseren Göttern geopfert wird und sie sich selber opfern.» «Ja, kann man solchem Fest nicht einmal beiwohnen?» «Noch nie haben Menschen aus fremden Ländern diese Feste gesehen, Dr. Windstone.» «Na, da könnte ich ja den Anfang machen», meinte der Engländer. Sing Rah sah ihn lange an. «Ach, und wenn nicht offiziell, so kann man doch heimlich gehen», fuhr der Engländer fort. «Es tut nicht gut, Dr. Windstone.» Der Engländer sprach noch weiter, aber ich sah, dass es den Inder verdross. Deshalb redete ich Windstone ab, merkte aber, dass er einen heimlichen Plan hatte. Der Fakir nahm mich später beiseite. «Raten Sie Ihrem Mitarbeiter ab. Er darf das Fest der heimlichen Götter nicht belauschen. Es wird sein Verderben —.» Und Sing Rah sah mich einen Augenblick fest an... «Wo bleiben Sie denn, Professor?» Dr. Windstone stand in der Türe. Ich musste mich einen Augenblick sammeln — wie war mir denn —? Lächelnd, mit echt indischer Höflichkeit, verbeugte sicfi Sing Rah. Hatte ich eben geträumt? «Professor, ich gehe morgen in die Dschungel, zum Schlangenfest, heimlich.» «Dr. Windstone, lassen Sie es, ich bitte Sie. Es gibt ein Unglück.» «Aber Professor, sind Sie abergläubisch?» Er lachte laut. «Windstone, es ist Ihr Tod. Sie kennen Sing Rah länger als ich, er ist ein Fanatiker.» «Dann will ich mal hinter seine Sache kommen!» Er war nicht abzubringen. Da erzählte ich ihm kurz, was ich in wenigen Sekunden, gebannt durch Sing Rah's Blick, gesehen hatte: Ein Urwald-Tempel, wimmelnd von Schlangen, eine fanatische Menge, ein uralter Priester im weissen Gewand, neben ihm zwölf jüngere, alle mit Schlangen in den Händen, die geopfert wurden. Der Fanatismus der Menge wurde zur Raserei. — «Da wurden Sie, Dr. Windstone, gebunden gebracht — und der Riesenschlange — geopfert.» «Na, Sing Rah hat in Ihnen ein feines Medium gefunden. So ganz heimlich habe ich schon gehört, dass er manchen Menschen Dinge suggeriert.» «Lassen Sie ab von Ihrem Vorhaben, Dr. Windstone. Wir sind zu höheren Sachen hier, als in die Geheimnisse; dieser Menschen zu dringen.» Genug —.ich sah Dr. Windstone niemals wieder, trotz aller Nachforschungen. Als wir abreisten, war Sing Rah am Quai. Er verbeugte sich tief und berührte die Stirne mit der flachen Hand, kreuzte die Arme über der Brust —: «Du bist gut, Sahib, darum durftest du sehen und warnen. — Er war unaufrichtig, darum nahmen die lautlosen Götter ihn als Opfer. Sahib Professor, gehe fort aus Indien — es ist nur für seine Menschen gut.» Hatte ich wieder eine Vision gehabt? Sing Rah war plötzlich verschwunden.» Lange schwieg der Professor. «Aber — nun werdet Ihr mich vielleicht ausstachen,» wollt Ihr noch wissen, was mich heimtrieb?» «Lieber Freund, das alles, verbunden mit dem schweren Beruf, genügt doch schon. Wir baten schon vor einem Jahr um dein ständiges Bleiben hier.» «Es war in Amerika, Chinatown, das Chinesenviertel der Stadt. Zwischen schmutzigen Häusern, mit bunten Lampions ^geschmückt, im Missklang schreiender Musikinstrumente, war eine Schlägerei gewesen. Wir hatten in der Nähe eine Versuchsstation. Da wurde uns ein Chinese gebracht. Er atmete nur noch leicht. Ein Stich in die Brust. Bei der Untersuchung nahmen wir ihm einen Beutel ab, dessen Inhalt nichts weiter als einfache Erde war. Wir vermutmassten erst Schmuggel — aber es war nichts in der Erde. Am Abend des nächsten Tages Hess sich ein anderer Chinese nicht abweisen. Er wollte den Kranken, der im Verscheiden lag, sehen. Er trug ein ziemlich grosses Paket bei sich. Was es denn sei, wollten wir wissen und es ihm abnehmen. Er hielt es fest umklammert und sah uns mit einem Blick an, den ich nie vergessen werde. «Erde, Herr, Erde.» — «Was wollt Ihr damit? Lasst es hier draussen stehen!» Er wich entsetzt zurück, als wolle man ihm das