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E_1949_Zeitung_Nr.012

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16 AUTOMOBIL REVUE

16 AUTOMOBIL REVUE FREITAG, 18. MÄRZ 1949 - Nr. 12 KONSTRUKTIONSKRITIK 1949 n. Widerspruchsvoller Motorenbau Lange Jahre hindurch galt es als ausgemachte Tatsache, dass die amerikanischen Automotoren alle etwa gleich konstruiert seien, nur in Kleinigkeiten geändert würden und sich durch Begriffe, wie Drosselmotor, runde Leistungskurve, dauernd steigende Verdichtung, niedere Drehzahl usw. kennzeichnen lassen würden. — Am GERAUSCHLOSE LEISTUNGSSTEIGERUNO. Aluminiumansauqrohr und iwel Vergater om Daimler-2y2-Liler-Sport-Speeial. Der Motor komm! durch die« und andere Umänderungen auf 85 Bremi-PS, ohne an Weichheit wesentlich zu verlieren. Genfer Salon 1949 findet man zwei amerikanische Motoren, die wie europäische Rennwagenmotoren aussehen, völlig neu konstruiert sind und — in ihrer schweizerischen Ausführung ein niedrigeres Verdichtungsverhältnis besitzen als ihre Vorgänger. Als vor etwa einem Dutzend Jahre der Motor eines kleinen Sportwagens, der einem Grosskonzern angehört, aus Gründen der fabrikatorlschen Vereinfachung nicht mehr mit einer obenliegenden Nockenwelle versehen wurde, quittierten die Anhänger dieser Marke die Aenderung mit Entrüstung. — Am Genfer Salon 1949 rüstet dagegen ein Grosskonzern seine Tourenwagenmotoren mit obenliegender Nocken- KOMMANDIERTE KOHLUNG. Blick auf die LufteintriHsöffnvng des Claveau < Descartes »-Motors mit den regulierbaren Klappen. Durch sorgfältige Aulbildung und eine neuartige Gestaltung des KCnlerelementes wird der normalerweise durch die Kühlung besonders bei hohen Geschwindigkeiten verursachte Luftwiderstand weitgehend herabgesetzt. welle, die Sportwagen dagegen mit seitlichen Nockenwellen aus. * Ein initiativer Grossindustrieller und ein erfahrener Autobauer entschlossen sich, etwas ganz Neues auf den Markt zu bringen. Sie versuchten kleine Zweizylinder-Boxermotoren, V- Motoren, zusammengebaute Antriebssätze für Frontantrieb und Heckmotor. — Am Genfer Salon 1949 zeigen sie den normalsten aller Motoren mit guten Leistungsziffern, vernünftigem Verbrauch und keinem einzigen ausserordentlichen Merkmal. KRAFTOBERSCHUSS * Der grosse Sechszylindermotor von Hudson mit einer Bremsleistung von rund 120 PS entr spricht der heutigen amerikanischen Normalbauweise für kräftige, weiche Motoren mit hohem Drehmoment bei niederen Drehzahlen. schaft sprach man von Benzmeinspritzung, von sehr hoher Verdichtung, von neuartigen Einzelteilen und von vielen anderen ungewohnten Merkmalen, die ihre langjährige Modellreihe ablösen sollte. — Am Genfer Salon 1949 zeigt sie die gleichen bewährten Typen wie bisher, mit dem einzigen Unterschied einer um wenig erhöhten Kompression. Das gesellschaftliche Ansehen des Autofahrers von vor 1939 schien eine Zeitlang proportional mit der Zylinderzahl seines Motors zu wachsen, und die Motorenbauer taten ihr möglichstes, um diesen Spleen zu unterstützen. Acht' Zylinder galten für besseren Mitterstand als Minimum, und für die wirkliche Elite kam nur ein Zwölf- oder ein Sechzehnzylindermotor in Frage. — Am Genfer Salon 1949 findet man mehr ein- und zweizylindrige Motoren, als je. Ein neuer Tourenwagen von 15 Steuer-PS und einem Preis von fast 25 000 Fr. schämt sich seiner bloss 4 Zylinder nicht, während ein sehr populärer Wagen aus den USA, trotz seinen acht «Töpfen» keinen Anspruch auf Sonderklasse macht * Diese Reihe von scheinbaren Widersprüchen könnte noch eine Zeitlang fortgesetzt werden. Sie zeigt, dass der Genfer Salon 1949, mit den Augen des Motorenbauers gesehen, « Salon ohne Tendenz» heissen sollte. In Tat und Wahrheit stellt sich der Sachverhalt allerdings etwas anders. Konstruktionselemente allein haben aufgehört die Entwicklungsrichtung des Motorenbaues im üblichen Sinne zu verraten. Das halbe Jahrhundert intensivster Ingenieurarbeit am normalen Viertaktmotor sind an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Die Verbesserungen und Verfeinerungen, die heute fast jedem Motorenbauer offenstehen, sind so weit getrieben worden, dass man für zusätzliche Fortschritte von kleiner Auswirkung enorme Mühe und riesige Mittel aufwenden mUSS. (Fortsetzung Seil« 19) KAMPF DEN VIBRATIONEN Die Motoraufhäutung des lolek • Vierliter. Achtzylinder • moten, die auch die hochfrequenten Schwingungen im Leerlauf dampft. Eine Firma, die ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern kann, zeichnete sich dadurch aus, dass sich ihre Motoren in keiner Hinsicht auszeichneten. Ihre Maschinen waren brav, solid, nicht allzu ruhig und fast etwas langweilig. Kein Mensch erwartete von dort etwas besonderes. — Am Genfer Salon 1949 zeigt die gleiche M&rke einen Motor mit einer höchst originellen Ventilsteuerung, zahlreichen neuartigen Detaillösungen und überdurchschnittlicher Leistung. Im Zusammenhang mit einer anderen Gesell- SUPERSPORT. Der schöne Motorblock der Alfa Romeo 2500 mit drei Vergasern und 110 PS bei 2A Liter Hubvolumen. ALTE LIEBE ROSTET NICHT. Und so kehrt Morris dieses Jahr zum Motor mit stehenden Ventilen zurück. Der Anderlhalbliler-Vlerzyllnder des Morris-Oxford leistet bei mässtger Drehzahl dennoch 40 Bremi-PS, also fast 30 PS pro Ufer. ,- LINK-BELT geräuschlos« Zahnketten für die meisten Wagen prompt ab Lager durch Generalvertretung für die deutsch* Schweiz und Tessin ERSA Ersatzteil-Service AG. Zürich, Claridanhof, Gotthardstrasse 4 Telephon (051) 27 37 89/27 67 91 Anhänger. Neuanfertigung für sämtl.Typen.'' : Reparaturen; Verstärken. Kürze, Lieferfrist. »«WWÄBftSKS Von der AAA (Amencan Automobile Association) anerkannte Rekorde werden auf der ganzen Welt als Wertmesser höchster Zuverlässigkeit und maximaler Leistung betrachtet. 149-AAA-Rekorde für geschlossene Serienwagen, von 1 km bis zu 30 000 km und von einer Stunde bis zu 12 Tagen, lauten tiüf den Namen HUDSON. Gibt es einen gut* tigeren Beweis für Spitzenleistungen in Konstruktion, Material und Fabrikation als die Bewährung In diesen härtesten aller Prüfungen? Dar neue HUDSON ist das Ergebnis dieser gesammelten Erfahrungen, Kenntnisse und Forschungen und verkörpert die harmonische Synthese amerikanischen Komforts mit europäischer Straisenhaltung. Mit der tiefsten Schwerpunktlage — die den heuen HUDSON als einzigen Amerikaner Wagen auszeichnet — und seiner überaus reichen Ausstattung Ist das gesetzte Ziel, das fahrsicherste und bequemste Automobil amerikanischer Provenienz zu schaffen, restlos erreicht. Automobil-Salon Genf. Stand 47 Ekzeme, Furunkel, Ausschläge und nichtinfektiöse Hautkrankheiten helle man mit Vorteil auf innerlichem Wege, mit HeiVesan-9-Kräutertabletten, weil sie das Blut entgiften und die Krankheitsursache in der Tiefe beheben. Erweiterte Gebrauchsanweisung für die HAUT-KUR gratis durch Lindenhof-Apotheke, Rennweg 46, Zürich 1. Schon wieder ftfarenitörunren? Verschleppung macht die Heilung Immer schwieriger, währenddem eine heut« begonnene KUR mit Kräutertabletten Helvesan-4 heilt, Krämpfe, Blähungen, Druck und Schwache beseitigt, die Uebersäuerung reguliert und dai Wohlbefinden wieder herstellt. Für die Wechsaljahra, die oftmals allerlei Beschwerden und tiefgreifende Umstellungen mit sich bringen, sind KUREN mit Kräutertabletten Helvesan-8 gut, wall bewährt gegen: Herzklopfen, Schweiuauibrücha und Stoffwechselstörungen. Erkältete Nieren und Harnwere, Schwäche, Entzündungen und Schmerzen bessern mit Kräutertabletten Helvesan-10. In Apotheken, in vielen Kantonen auch in Drogerien, wo nicht, Versand durch Kräuterhauptdepot: Lindenhof-Apotheke, Rennweg 46, Zürich 1. Garagisten Generalvertretung für die Schwein C. SCHLOTTERBECK AUTOMOBILE AQ. BASEL Telephon (061) 2 48 60 ZURICH Telephon (051) 34 00 54 Jeep-Halter JEEP, 11,5 PS. JEEP, Dodge, 19,2 PS. JEEP- und Dodgi-Jeep-Besfandteile. JEEP, Anhlngir und Spizlalanhängir mit 3,2 m länger Ladebrücke. JEEP-Achstn, •Radschelbtn und -Pnius. Eliktro'Strom-Gtnsratorsn mit Benzinmotorantrieb, als Ladestation und Beleuchtungen bis zu 6 Glühbirnen. JOS. RAST, Fahrzeugimport und Anhängerbali SCHENKON (Kt. Luzern). Telephon (015) 5 75 34

Nr. 12 - FREITAG, 18. MÄRZ 1949 AUTOMOBIL REVUE 17 Der Salon verspricht einen schönen Sommer Amerikanische Cabriolets 1949 Nach anfänglichen schüchternen Ansätzen und spaterem Abtasten der Verkaufsmöglichkeiten haben sich die amerikanischen Firmen mit der ihnen eigenen Ueberzeugung und Gründlichkeit dem Cabriolet angenommen. Fast jede überseeische Marke hat am Genfer Salon ein Cabriolet zu zeigen, von denen die meisten mit hydraulischem Verdeck and oft noch weiteren Automaten versehen sind. Ein gemeinsames Merkmal sind im allgemeinen wunderschöne, dem Publikum gefallende Linien. Meist sind die Vordersitze breiter und komfortabler als die hinteren Sitzbänke. •U1CK MIT DYNAFLOW. Ein Cabriolet der Serie Super 50 mit den typischen drei Bullaugen auf der Seite. DER MERCURY. Breite, ovole Kühleröffnung mit mittlerem Chrommotiv, gegen die Unterkante zu eingezogene Seiten* wand. GENERAL MOTORS' SPITZENLEISTUNG. Bei allem Chromaufwand und der ganzen guten Formgestaltung darf man nicht vergessen, den neuen Motor des Cadillac anzusehen. EINE WIRKLICHE PRIMEUR. Kein Publikum der Welt hat den neuen Plymouth vor den Besuchern des Genfer Salons gesehen. Das Bild dieses Cabriolets zeigt die tiefe läge der Karosserie, die wie eine Wiege zwischen den »ädern ouf- ; gehängt ist DAS WAR DER ERSTE. Nämlich der Oldsmobile Futuramie. der schon letztes Jahr die neue Karosserielinie von General Motors einführte. Am neuen Modell (vom Motor wird an anderer Stelle die Rede sein) findet man originelle Verkleidungen. DER NEUE FORD. Den meisten Salons kein Unbekannter, aber einer, der sich gut in da* allgemein farbenfreudige und formenfröhliche Bild der neuen Amerikaner einfugt. NOCH EINMAL DER CHIEFTAIN. Der Ponliac war schon m der ersten Salonnummer abgebildet. Hier sieht man ihn als taubengraue* Cabriolet. IN SOUTH BEND DARF MAN STOLZ SEIN DARAUF. Auf den Sludebaker nämlich, der nun nach 2% Jahren genau so modern wirkt wie damals, als man ihn zum Nachkriegstyp wählte. SUPER EIGHT. Einer aus der gleichgebliebenen Packard-teihe, ein ausgesprochener «Pontonier», nämlich ein Verfechter der sehr glatten, nur schwach gewölbten Seitenwand. (Photos Wassermann, Gent