Tassilo, Ausgabe Juli/August 2018 - Das Magazin rund um Weilheim und die Seen
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Experte in Sachen Smoker: Robert Astleitner von der Zauberhütte.<br />
zu versorgen. Nach 16 bis 20 St<strong>und</strong>en<br />
über niedriger Temperatur war<br />
das Fleisch so weich, dass es ohne<br />
große Mühe vom Knochen gezupft<br />
werden konnte.<br />
Zartes Fleisch mit<br />
reinem Geschmack<br />
Heutzutage wird eher selten über<br />
einer Grube „geräuchert“, sondern<br />
z<strong>um</strong>eist in entsprechenden<br />
Barbecue-Smokern, <strong>die</strong> das Fleisch<br />
ganz langsam bei niedrigen Temperaturen<br />
garen. „Bei etwa 100<br />
bis 130 Grad Celsius“, wie Robert<br />
Astleitner erklärt. Z<strong>um</strong> Vergleich:<br />
beim herkömmlichen Grillen liegt<br />
<strong>die</strong> Temperatur bei mehr als 200<br />
Grad. <strong>Das</strong> Fleisch gart beim Smoken<br />
durch den heißen Rauch, große<br />
Stücke können so durchaus bis<br />
zu 20 St<strong>und</strong>en benötigen, ehe sie<br />
gar sind. War<strong>um</strong> man derart viel<br />
Zeit in Kauf nimmt? „Es ist der reine<br />
Geschmack, mit einer rauchigen<br />
Note <strong>und</strong> weil das Fleisch dadurch<br />
extrem zart wird“, sagt Robert<br />
Astleitner. tner<br />
Bevor der Experte sein<br />
Fleisch in den Smoker-Ofen gibt,<br />
brät er es einige Sek<strong>und</strong>en scharf<br />
an, damit sich <strong>die</strong> Poren schließen<br />
<strong>und</strong> es in der Folge saftig bleibt.<br />
Erst nachdem das Fleisch einige<br />
Zeit im Smoker war, schmiert er<br />
es mit einer zarten Schicht Marinade<br />
ein – allerdings nicht zu viel.<br />
„Sonst geht es zu sehr ins klassische<br />
Grillen <strong>und</strong> verfälscht den Geschmack“,<br />
sagt Astleitner. Um ein<br />
perfektes Smoker-Ergebnis zu bekommen,<br />
sind laut dem Koch unter<br />
anderem <strong>die</strong> Witterungsverhältnisse<br />
entscheidend. „<strong>Das</strong> konnte ich<br />
anfangs ka<strong>um</strong> glauben <strong>und</strong> habe<br />
es auch unterschätzt.“ Ist es zu<br />
schwül, drückt der Rauch zu sehr<br />
<strong>und</strong> es wird schwierig, <strong>die</strong> eminent<br />
wichtige Konstanz in <strong>die</strong> Temperatur<br />
zu bringen. Daher sei es am<br />
besten, wenn es nicht zu heiß <strong>und</strong><br />
ein wenig schattig ist. Dank der Erfahrung<br />
weiß Astleitner allerdings<br />
mittlerweile mit jeder Witterung<br />
<strong>um</strong>zugehen. G<strong>r<strong>und</strong></strong>sätzlich sind<br />
nahezu alle Fleischsorten für <strong>die</strong><br />
Zubereitung im Smoker geeignet.<br />
in Außer Wild, „da man Wild<br />
hoch<br />
erhitzen sollte“, so Astleitner. Z<strong>um</strong><br />
Einheizen bevorzugt er geruchsneutrales<br />
Buchenholz, da sich etwa<br />
Apfel- oder Kirschholz im großen<br />
Smoker verlieren würden. Bei kleineren<br />
Öfen kann <strong>die</strong>s allerdings<br />
durchaus gefallen, falls es jemand<br />
fruchtiger mag.<br />
Die Dicke des Materials<br />
ist entscheidend<br />
Smoker-Grills sollten laut Robert<br />
Astleitner auch für den privaten<br />
Gebrauch unbedingt dickwandig<br />
sein, dass <strong>die</strong> Temperatur lange<br />
konstant gehalten werden kann.<br />
Von den „Blechhäufen“, wie er<br />
sie nennt, <strong>die</strong> einige Ba<strong>um</strong>ärkte<br />
günstig anbieten, hält er gänzlich<br />
wenig. Dünnwandige Blechkonstruktionen<br />
können Temperaturen<br />
nur kurzfristig halten, so<br />
dass man einen ähnlichen Effekt<br />
wie beim normalen Grillen hätte.<br />
„R<strong>und</strong> acht Millimeter sollten <strong>die</strong><br />
Außenwände eines Smokers dick<br />
sein. Und schwer, aus Gusseisen,<br />
damit <strong>die</strong> Hitze gehalten wird“,<br />
sagt er. Seinen eigenen Barbecue-<br />
Grill hat sich der Profi nach seinen<br />
Vorstellungen anfertigen lassen.<br />
Wie viel man für einen Smoker für<br />
den privaten Gebrauch in <strong>die</strong> Hand<br />
nehmen sollte, kann auch Robert<br />
Astleitner nicht exakt bestimmen.<br />
„R<strong>und</strong> 800 bis 1000 Euro muss man<br />
wohl schon ausgeben“, schätzt er.<br />
Wem das zu viel ist, kann freitags<br />
einfach in der Zauberhütte vorbeischauen<br />
– bestenfalls mit Reservierung.<br />
Zu erwarten: Ein unverfälschtes<br />
Fleischerlebnis <strong>und</strong> eine wahre<br />
Geschmacksexplosion direkt aus<br />
dem Rauch.<br />
h. tis<br />
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juli / august <strong>2018</strong> | 45<br />
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