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Tassilo, Ausgabe Juli/August 2018 - Das Magazin rund um Weilheim und die Seen

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eden – in G<strong>r<strong>und</strong></strong> <strong>und</strong> Boden schämen.<br />

Heißt: Während Frauen mehr<br />

dazu ten<strong>die</strong>ren, sich Probleme von<br />

der Seele zu reden, schweigen sich<br />

Männer aus, <strong>um</strong> das in der Öffentlichkeit<br />

dargestellte Bild „des coolen,<br />

starken Typen von nebenan“<br />

aufrechtzuerhalten.<br />

Dar<strong>um</strong> sterben<br />

Männer früher<br />

Englische Wissenschaftler haben<br />

sich mit der allgemein bekannten<br />

Tatsache auseinandergesetzt, dass<br />

Männer durchschnittlich früher<br />

sterben als Frauen. Sie fanden heraus,<br />

dass vor allem Männer im Alter<br />

zwischen 18 <strong>und</strong> 64 Jahren den<br />

Schnitt von männlichen Verstorbenen<br />

nach unten drücken – also<br />

Männer, <strong>die</strong> nicht altersbedingt<br />

sterben, sondern ohnehin viel zu<br />

früh aus dem Leben gerissen werden.<br />

Es gibt viele junge männliche<br />

Unfalltote, weil Fahranfänger <strong>die</strong><br />

PS ihres Motorrades oder Autos<br />

ausreizen möchten, <strong>um</strong> vor anderen<br />

lässig dazustehen. Männer<br />

rauchen <strong>und</strong> trinken wesentlich<br />

mehr als Frauen, weil sie meinen,<br />

als „stärkeres“ Geschlecht es sich<br />

<strong>und</strong> allen anderen immer wieder<br />

beweisen zu müssen. Und: Männer<br />

sterben häufiger an verschiedensten<br />

Krebsarten. War<strong>um</strong>? „Weil<br />

Männer viel zu selten oder viel zu<br />

spät zur Vorsorgeuntersuchung<br />

gehen.“ Überhaupt gehen Männer<br />

total ungern z<strong>um</strong> Arzt, weil für sie<br />

das Aufdecken möglicher Krankheiten<br />

als Zeichen von Schwäche<br />

gesehen wird. Und weil <strong>die</strong> Abhandlungen<br />

beim Arzt – sich von<br />

Kopf bis Fuß untersuchen lassen,<br />

Schmerzen beschreiben, über Sorgen<br />

<strong>und</strong> Probleme reden – so gar<br />

nicht hineinpassen in das Muster<br />

der „harten Kerle“, sondern eher<br />

eine „weibliche Angelegenheit“ ist:<br />

Häusliche Gewalt beginnt für Ian<br />

Pye bereits beim „Ausrutschen“<br />

der Hand, „weil es in <strong>die</strong>ser Sache<br />

keine Toleranz geben darf“.<br />

Die wohl häufigste Ursache für<br />

häusliche Gewalt, unabhängig von<br />

Täter-Opfer-Rolle, ist mangelndes<br />

Kommunikationsverständnis. Und<br />

speziell beim Thema „geschlagene<br />

Männer“ könne man schon sagen,<br />

„dass Männer, <strong>die</strong> ihren M<strong>und</strong> nie<br />

aufbringen, ihre Frau in hohem<br />

Maße aggressiv machen können“.<br />

Einen Masterplan in Sachen Therapie<br />

gibt es hierfür nicht. „Mein<br />

Prinzip ist, dass Leute, <strong>die</strong> zu mir in<br />

<strong>die</strong> Praxis kommen, nicht nur Probleme<br />

mitbringen, sondern auch<br />

Lösungsansätze.“ An <strong>die</strong>se müsse<br />

man sich Schritt für Schritt ranarbeiten.<br />

Durch zuhören, sprechen,<br />

verstehen. „Ganz wichtig ist, dass<br />

der Patient sein Problem akzeptiert<br />

<strong>und</strong> wahrnimmt. Erst dann kann<br />

man versuchen, Lösungsmöglichkeiten<br />

zu finden.“ Neben Ian Pye<br />

gibt es nur wenige Anlaufstellen<br />

für Männer, <strong>die</strong> von häuslicher<br />

Gewalt als Opfer betroffen sind.<br />

Neutrale Anlaufstellen wie Polizei<br />

oder „Weißer Ring“ helfen immer.<br />

In Wielenbach gibt es einen<br />

„Gesprächskreis für Männer“. Und<br />

sonst? „<strong>Das</strong> ist leider auch ein riesengroßes<br />

Problem, dass es für<br />

Männer ka<strong>um</strong> Anlaufstellen für<br />

professionelle Hilfe gibt.“ Deutschlandweit<br />

gebe es laut Ian Pye nur<br />

drei renommierte, stationäre Einrichtungen,<br />

<strong>die</strong> jedoch allesamt im<br />

Norden der Republik liegen.<br />

Verblüffendes Ergebnis<br />

EU-weiter Statistik<br />

Ian Pye hofft, dass er nicht einer<br />

der wenigen bleibt, <strong>die</strong> sich auf<br />

<strong>die</strong> Therapie von Männern spezialisiert<br />

haben. Vor allem nicht,<br />

wenn man der aussagekräftigsten<br />

Statistik in Sachen häuslicher Gewalt<br />

glauben darf. Die wurde über<br />

längeren Zeitra<strong>um</strong> von mehreren<br />

Journalisten in sechs europäischen<br />

Städten – Athen, London, Stuttgart,<br />

Östers<strong>und</strong> (Schweden), Porto <strong>und</strong><br />

Budapest (Ungarn) – sehr detailliert<br />

ausgearbeitet. <strong>Das</strong> für viele<br />

verblüffende Ergebnis: Opfer von<br />

häuslicher Gewalt sind ähnlich viele<br />

Männer wie Frauen.<br />

js<br />

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