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Autos vom Fließband Die Entwicklung beginnt Autos werden sicherer

Fließbandfertigung 1924 Ford Model T

Ausflug mit dem Ford 1920

Bold Ride.com

Bold Ride.com

Ford ließ das Model T in Nord-

amerika, in Manchester und in

Irland bauen. Auch in Deutschland

begann man 1925 in Berlin

mit der Montage. Die dafür notwendigen

Teile wurden über

Kopenhagen und Antwerpen

angeliefert und im Berliner West-

hafen montiert. Der Fahrzeug-

preis lag je nach Ausstattung bei

etwa 4 000 Reichsmark. Am

Ende des Jahre 1927 verließ der

letzte Ford dieser Serie die Wer-

ke in Irland. Insgesamt wurden

weltweit über 15 Millionen Fahr-

zeuge dieses Typs verkauft. Der

Siegeszug des Automobils hatte

begonnen.

Ford Model T

Bis zum Ersten Weltkrieg

waren Autos für die meisten

unbezahlbar und vor allem ein

Privileg der Reichen. Das änder-

te sich, als Henry Ford im Jahre

1913 mit dem Model T die Fließ-

bandfertigung einführte. Damit

sank der Zeitwand und mit ihm

die Kosten für die Produktion

eines Wagens. So benötigte

man für den Zusammenbau

eines Autos anfangs etwa 12

Stunden, die sich später auf

nicht mal 2 Stunden reduzierten.

Am Ende rollte alle zehn Sekunden

ein Model T vom Fließband.

Das erste Fahrzeug dieser Art

hatte einen Motor mit 20 PS und

erreichte eine Geschwindigkeit

Ford Model T Touring von 1912

von über 70 km/h. Der Stückpreis

lag damals bei 350 Dollar.

Stephen Goodal/ Bold Ride.com

Volvo

Volvo baute bereits 1959 den Sicherheitsgurt ein

Zeit der Erfindungen

Auto fahren wird sicherer

Inder Anfangszeit mussten Autos vor allem

schick aussehen. Um die Sicherheit ihrer Insas-

sen machte man sich weniger Sorgen. Die Auto-

käufer sollten gar nicht erst auf den Gedanken

kommen, dass Autofahren auch gefährlich sein

könnte. Das änderte sich erst nach dem Zwei-

ten Weltkrieg. Die Verbesserung der Sicherheit

wurde bald auch zu einem Verkaufsargument.

Der Gesetzgeber unterstützte diese Entwicklungen.

Zu den bedeutendsten Einzelerfindungen,

die Autofahren sicherer machten und vielen

Fahrern das Leben retteten, zählten der

Sicherheitsgurt, das Sicherheitsglas, die

Knautschzone und der Airbag.

Viele Erfindungen sollten das Autofahren vor

allem zuverlässiger, angenehmer und sicherer

machen. Dazu zählen u.a. die elektrische Zündkerze,

das Lenkrad, die Wasserkühlung, die

Beleuchtung, das Tachometer, das Sicherheitsglas

sowie der Luftreifen. Sie waren zum Zeitpunkt

der Erfindung des ersten Autos allesamt

noch völlig unbekannt.

Die Erfindung des Luftreifens

Das Patent für den Luftreifen wurde im Jahre

1888 von dem britischen Tierarzt John Boyd

Dunlop angemeldet. Einer Anekdote zufolge

beobachtete Dunlop, wie sein Sohn mit dem

Dreirad über das harte und holprige Pflaster

des Hofes ratterte. Um seinem Sohn das

Daimler Classic Archiv

Crashtests bei Daimler-Benz 1959

Mit der Entwicklung des Autos sind zahlreiche

Erfindungen verbunden, die zu seiner

ständigen Verbesserung führten. Am Anfang

des 20. Jahrhunderts mussten Autofahrer tech-

nisch versiert und mutig sein. Die Handhabung

des neuen Gefährts war nicht ungefährlich, wie

viele Verletzungen belegen. Da die Motoren

noch mit der Handkurbel gestartet worden sind,

konnten sich ungeschickte Autofahrer leicht an

den Armen verletzen. Ständig war irgend etwas

defekt und erforderte Reparaturen. Daher hiel-

ten sich viele Autobesitzer neben einem Chauffeur

auch einen Mechaniker.

Fahren zu erleichtern, formte Dunlop aus einer

Gummiplatte einen Schlauch, heftete ihn auf

eine Holzscheibe und ummantelte ihn mit Lei-

nenstoff. Als Ventil diente ein Babyschnuller.

Mit einer Fußballpumpe wurde die Gummihülle

aufgepumpt. Es klappte. Der Luftreifen war

erfunden. Doch Dunlop war nicht der Erste mit

dieser Idee. Bereits im Jahre 1845 hatte Robert

William Thomson ein ähnliches Patent ange-

meldet. Seinen Luftschlauch hat er durch Auf-

blasen von Tierdärmen erzeugt. Eine tolle Idee.

Allerdings konnte damals noch niemand etwas

damit anfangen. Die Erfindung kam zu früh.

Der Dreipunktgurt

Der serienmäßige Einbau des Dreipunktgurtes

ab 1959 war ein Meilenstein in der Verbesserung

der Sicherheit der Insassen. Er wurde

von dem schwedischen Ingenieur Nils Bohlin

entwickelt und bereits ab 1959 in alle Volvo-

Modelle eingebaut. Nach einer Untersuchung

des deutschen Patentamts von 1985 gilt seine

Erfindung als eine der acht wichtigsten der letzten

100 Jahre. Tausende Autofahrer verdanken

dem Sicherheitsgurt ihr Leben.

Das Sicherheitsglas

Die ersten Autos waren noch offen gebaut.

Fahrer und Beifahrer saßen frei und ungeschützt

im Fahrzeug. Bald schützte eine Windschutzscheibe

die Insassen vor Niederschlag

und Schmutz. Mit der Einführung der geschlossenen

Karossen wurden auch Seitenfenster

eingebaut. Allerdings bestanden die Scheiben

nur aus einfachem Fensterglas, das bei Un-

fällen zu ernsthaften Verletzungen führte. Im

Jahre 1956 kam der Engländer Pilkington auf

die Idee, zwei Glasscheiben durch eine reißfeste

und elastische Folie miteinander zu ver-

Crashtest des ADAC mit Renault Laguna 2010

kleben. Dadurch wurden im Falle eines Glasbruches

die Splitter gebunden, ohne größere

Schäden anzurichten.

Knautschzone und Crashtest

Bis in die 50iger Jahre glaubten die Ingeni-

eure, dass eine Autokarosse möglichst steif

sein müsse, um viel Sicherheit bei einem Auf-

prall zu bieten. Der Daimer-Benz-Ingenieur

Béla Barényi war anderer Meinung: Er hatte

erkannt, dass die kinetische Energie des Fahr-

zeugs beim Aufprall durch Verformungsarbeit

abgebaut werden muss. Genau das geschieht

in der Knautschzone. Im August 1952 erhält

Barényi dafür das Patent.

Es ist der 10. September 1959, als auf dem

Daimler-Benz-Werksgelände in Sindelfingen

ein Versuchsschlitten beschleunigt wird, der

auf Schienen rollt und von Stahlfedern ange-

trieben wird. Es ist der erste Crashtest. Der

Schlitten wird am Ende auf eine Barriere treffen.

An Bord ist ein Dummy, der damals in den

USA eingekauft wurde. Der Test wurde ein voller

Erfolg.

ADAC

Das Auto mobilisiert die

Welt

Carl Benz und sein Automobil

© Immo Kadner, Berlin 2014

Literatur und Links:

Videos:

Lessing, Hans-Eberhard: Mannheimer Pioniere. Mannheim 2007

Karl Benz, Gottlieb Daimler und das Automobil (MNT). ARD 1992

Möser, Kurt: Geschichte des Autos. Frankfurt / M. / New York 2002 Carl & Bertha. Historischer Fernsehfilm. Deutschland 2011

Seidel, Winfried A.: Carl Benz. Eine badische Geschichte. Die Vision vom "Pferdelosen Wagen" verändert die Welt. 2005

Die Geschichte des Automobils. Teil 1 bis 4. DVD

youtube.com: Carl Benz - Automobilvisonär und genialer Erfinder. 2010

youtube.com: Mythos, Macher und Motoren - 125 Jahre Automobil. 2013

youtube.com: 125 Jahre Automobil - Bertha Benz- Der Benz Patent-Motorwagen. 2008

Impressum:

Autor: Immo Kadner, Berlin

Herausgeber: Bernd Schirmer. NaWiSchool.de

Foto Titelseite (Larson): Mercedes-Benz W 176 im Test 2012

© Immo Kadner, Berlin 2014

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