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FOCUS-MONEY_2022-20

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D IG ITA L UN D

FL E XI B E L

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moneyeditorial

EDITORIAL

Der Schrecken

unserer Maklerin

GEORG MECK

Chefredakteur

FOCUS-MONEY

es lässt sich nur erahnen, welche Schmerzen es Makler kostet, Sätze wie den

folgenden in ihre Tastatur zu hämmern. „Wir können Ihnen das Objekt nun

zu einem reduzierten Kaufpreis anbieten“, so schrieb uns dieser Tage eine

Verkaufsfrau von der Immobilienfront. Mit anderen Worten: Sie wird die Wohnung

nicht so teuer los wie erhofft. Wann haben Sie das zuletzt erlebt? Wann

hat die Welt das zuletzt gesehen? Sinkende Preise für Immobilien. Und das

ausgerechnet in München, Deutschlands attraktivster und damit teuerster

Stadt. Noch dazu, so flötete die Frau im schönsten Maklerslang, für einen

„Inbegriff des zeitgemäßen Stadtlebens“, angesiedelt „in traumhafter Lage“ –

das sowieso.

Vielleicht haben also doch jene Experten recht, deren Prognose vom aufziehenden

Ende des Immobilienbooms wir bislang nur widerstrebend zur

Kenntnis genommen haben. Crash-Propheten gibt es zu jeder Zeit, recht behalten

sie so gut wie nie. Jetzt aber häufen sich die Alarmzeichen, die Warnrufe

werden mit jeder Studie lauter. So hat die Deutsche Bank gerade das Ende

des Immobilienbooms für das Jahr 2024 ausgerufen, serviert im drohenden

Unterton; vom „Risiko einer abrupten Neubewertung im Häusermarkt“ reden

die Ökonomen für den Fall eines Zinsschocks. So weit sind wir davon nicht

entfernt angesichts der jüngsten Aktionen der Notenbanken. Die Fed in Amerika

hat gerade die schärfste Kehrtwende seit Jahrzehnten hingelegt, selbst

die störrische EZB, lange geübt im Ignorieren der schädlichen Nebenwirkungen

ihrer Nullzinspolitik, verspricht, nun endlich zu tun, was nötig ist, also

die Zinsen anzuheben, ehe die Geldentwertung vollends unbeherrschbar wird.

Treiben die Notenbanker die Zinsen aber unter dem Zwang zweistelliger Inflationsraten

schneller nach oben als erwartet, könnte es über Nacht brenzlig

werden am Immobilienmarkt.

Die Kredite für Häuser und Wohnungen sind jetzt schon happig teurer geworden,

die Last wird immer schwerer zu tragen, das drückt die Nachfrage

mangels solventer Käufer, zumal die Anleger mit steigenden Zinsen Alternativen

geboten bekommen. Damit verlieren Immobilien, lange gepriesen

als angebliches „Betongold“, tendenziell an Reiz. Aktien, Rohstoffe

oder echtes Gold sind dann womöglich die bessere Idee: Bleiben Sie

wachsam!

Herzlich Ihr

Aus aktuellem Anlass!

Lesen Sie FOCUS-MONEY bequem zu Hause

Liebe Leserinnen und Leser,

Krieg, Corona, Inflation – es sind ungemütliche Zeiten für

Anleger. Viele Börsianer blicken bange in die Zukunft: Wie

geht es weiter mit den Aktienkursen? Wie schnell erhöhen die

Notenbanken die Zinsen? Was kann die Politik in dieser Gemengelage

ausrichten? Mein Tipp: Sie erfahren alles Wichtige in FOCUS-

MONEY. Den portofreien Kombi-Bezug (Print und Digital) für 1 Jahr erhalten

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ab 8.00 Uhr. Wenn Sie FOCUS-MONEY nach Bezug wieder im Handel kaufen

möchten: Ein Anruf genügt, und das Abo ist beendet.

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: F. Röth

Composing: FOCUS-MONEY

*inkl. MwSt. und Versand. Sie haben ein gesetzliches Widerrufsrecht

3


moneyinhalt

6

Rettungsring für Ihr Geld

Die Risiken an den Märkten sind groß. Doch

es gibt Aktien, Fonds, Branchen- oder Regionen-Investments,

die diese überwinden und 40

Prozent Rendite und mehr versprechen. Wir stellen diese

Ausnahme-Anlagen vor. Plus: Top-Goldsparpläne (S. 76)

moneykompakt

56 Krypto-Ticker: Bitcoin & Co.

stehen am Scheideweg. Wohin es

geht und wer aktuell dort investiert

98 Andis Börsenbarometer: Warum

Adler Real Estate abgestürzt ist

moneytitel

6 Die schaffen das: Inflation,

geopolitische Risiken, Rezessionsgefahr

– diese Aktien, Fonds &

Co. meistern das. Plus: Ein

konkretes Krisen-Depot

10 Versierter Verwalter: Bert

Flossbach, Mitgründer der

Fondsfirma Flossbach von Storch,

zu Chancen und Risiken am Markt

14 Infrastruktur klassisch: Betreiber

von Straßen, Brücken & Co. liefern

solide Erträge auch in rauen Zeiten

20 Infrastruktur modern:

20 krisen- und inflationssichere

Profiteure digitaler Netzwerke

KLARE KANTE: Geldverwalter Bert

Flossbach befürchtet zweistellige

Inflationsraten. Welche Anlage

Geld-Suizid ist und was Investoren

vorziehen sollten (S. 10)

24 Agrarfonds: Die Landwirtschaft wird

global erneuert. In diesen Fonds

stecken Gewinner des Wandels

28 Erfolg im Einkauf: Diese Aktien

sind so günstig, dass sie fast nur

steigen können

34 Solide Skandinavier: Mit sechs

ETFs die Strategie von Norwegens

Staatsfonds kopieren

38 Beste Branchen: Manche Segmente

kommen fast unbeschadet

durch Krisen. Ein Überblick!

41 Das ist (eine) Kunst: Auch mit

ausgefalleneren Anlagen lassen

sich Teuerung und Minizins kontern

moneymarkets

37 Hit & Shit: Impfstoff-Boom bei

Pfizer, Carsharing schwächelt

44 Paul-Achleitner-Interview: Der

scheidende Deutsche-Bank-Chefaufseher

über die Bilanz seiner

Amtszeit und die Rolle der EZB

bei der Inflationsbekämpfung

4 Titelfotos: Depositphotos, M. Andreya/Deutsche Bank

Fotos: Depositphotos (2), T. Schorn, Bloomberg, M. Andreya/Deutsche Bank

FOCUS-MONEY 20/2022


11. MAI 2022 www.money.de

51 Die Ken-Fisher-Kolumne: Der

US-Investor erklärt, warum der

Ölpreisanstieg Aktien nicht bremst

52 Wer wird Milliardär: Was jeder

von sehr Vermögenden lernen kann

– nicht nur beim Geldanlegen!

59 Musterdepots: Wie die Experten

auf höhere US-Zinsen reagieren

64 Essen mit Mehrwert: So verdienen

Aktionäre am Boom bei

Nahrungsergänzungsmitteln mit

moneydigital

50 Chartsignal: Das verraten die Kurven

jetzt über den Dax-Kurs-Index

50 Börsenwissen: Was die Kennzahl

Discounted Cashflow aussagt

60 Social Trends: Die gefragtesten

Aktien der Woche und wie

Tesla-Chef Elon Musk Twitter nutzt

61 Aktienanalyse: Apple ist immer

spannend! Hier der tiefgehende

Einblick in die US-Kultfirma

76

Mit Gold gut gespart

Auch für Gold gibt es automatische

Sparpläne, mit denen Anleger

bequem und kostengünstig

Schwankungen des Edelmetalls

nutzen können. Ein

großer Test zeigt die

besten Anbieter

52

Rezepte der Reichsten

Wir bieten Einblicke, wie die wohlhabendsten

Menschen der Welt, darunter

LVMH-Chef Bernard Arnault (Bild), ihr

Geld anlegen, und viele weitere Fakten

zum schillernden Leben der Milliardäre

dswanlegerschutz

68 Aktionärstreffen: Warum virtuelle

HVs bleiben werden – und die

Gefahren von Meme-Aktien

moneyservice

70 Verlässliche Versicherer: Die

Analyse zeigt, welche Assekuranzen

Kunden fair behandeln

76 Gold nach Plan: Der FOCUS-

MONEY-Test prüft Goldsparplan-

Anbieter auf Herz und Nieren

moneyanalyse

56

Hopp oder top?

Cyberwährungen

wie Bitcoin oder

Ethereum (s. Chart)

stehen vor einer

Richtungsentscheidung.

Im Krypto-

Ticker gibt es

eine ausführliche

Analyse der

aktuellen Lage

Preis für 1 Ethereum in US-Dollar

Unterstützung

symmetrisches

Dreieck

2020 2021 2022

4000

3000

2000

1000

0

Quelle: Bloomberg

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

44

„Die Deutsche Bank hat ihre

Probleme, die es zweifelsfrei gab,

hinter sich gelassen. Heute steht

sie stark und stabil da“

PAUL ACHLEITNER, AUFSICHTSRATSCHEF DER

DEUTSCHEN BANK

FOCUS-MONEY 20/2022

Composing: FOCUS-MONEY 5


moneytitel

Massenstau, geopolitische Spannungen, hohe

Inflation, steigende Zinsen ... Fehlt noch etwas?

Branchen, Aktien, Fonds, mit denen Anleger

solche Probleme meistern können

TITEL

HINDERNISSE

ÜBERWIND

6 Foto: 123RF

FOCUS-MONEY 20/2022


Berlin! Wir haben ein Problem

Die polynomischen Trends deuten es an – das deutsche

Wirtschaftwachstum sinkt tendenziell, die Inflationsrate

zieht an. Berlin! Wir haben ein Problem.

Inflation und Wirtschaftswachstum in Deutschland

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts

in Prozent, 5-Jahres-Mittelwert

polynomischer Trend

2,00

1,50

von DIRK REICHMANN

Inflationsrate in Prozent, 5-Jahres-Mittelwert

polynomischer Trend

1996 2000 05 10 15 2020

Quellen: Bloomberg, eigene Berechnungen

N

1,00

0,50

0

2,50

2,00

1,50

1,00

0,50

0

Der Börsenklassiker „Sell in May and go away“

kommt wieder in Mode. Anleger verkaufen im Mai

ihre Aktien und meiden die Börse. Sehr clever –

oder doch nicht? Denn es kann ein Fehler sein.

Indiz: In den USA erhöhte die Notenbank den

Leitzins um 0,5 Prozentpunkte. Das war heftig,

der stärkste Anstieg seit 22 Jahren. Die Fed kleckerte nicht, sie

klotzte. Dennoch gewann der Dow Jones fast drei Prozent.

Verdienen in der Krise. Probleme gibt es genug. Auf den Seiten

8 und 9 widmet sich FOCUS-MONEY dem Schreckgespenst

jedes Autofahrers – dem Stau. Nur dass der sich nicht auf

Deutschlands Straßen abspielt, sondern auf den Meeren. Oder

auf dem Feld von Öl und Gas. Was wir taten, ist wie alles an der

Börse nicht ohne Risiko. In der Rückrechnung aber zeigte der

Korb, was in ihm steckt. Ein gleichgewichtetes Depot aus zwei

Aktien und einem ETF brachte 142 Prozent Gewinn seit 2020.

Ein Stau kostet immer etwas, im Idealfall nur Nerven. Derzeit

treiben auch geopolitische Spannungen die Preise bei Energieträgern,

Getreide und anderen Produkten in die Höhe. Das

bringt das Inflationsgespenst auf Trab. Wenn das auf eine wirtschaftliche

Schwächephase trifft, orakeln Volkswirte von einer

Stagflation. Das ist eine Wortschöpfung aus Stagnation und Inflation

und erinnert erfahrene Börsianer an die 1970er-Jahre.

Diese Dekade bleibt vielen Investoren in unguter Erinnerung.

Seite

Inhalt

UNTERBROCHENE

BRÜCKE: Auch in Krisenzeiten

gibt es an den

Finanzmärkten Gewinner

8 Krisen-Depot

Mit drei Papieren auf der Gewinnspur

10 Interview

Vermögensverwalter Bert Flossbach im Gespräch

14 Infrastruktur I

Burggräben, Dividenden . . . Wege zum Erfolg

20 Infrastruktur II

Anlage mit eingebautem Inflationsschutz

24 Agrarfonds

Nahrung ist an der Börse ein Thema

28 Günstige Dividendenwerte

Value-Aktien aus Europa

34 Norwegen-Strategie

Was macht man mit 1,3 Billionen Dollar? Anlegen

38 Branchen

Kennt eine Stagflation Gewinner? Kennt sie

41 Interview

Nicola Gräfin Keglevich über den Kunstmarkt

FOCUS-MONEY 20/2022

7


moneytitel

Die Gefahr ist real. Das zeigt auch eine Grafik, die FOCUS-

MONEY entwarf (s. Grafiken S. 7 o.). Die polynomischen

Trends aus der Werkzeugkiste der Statistik signalisieren ein

schwächelndes Wirtschaftswachstum und steigende Inflationsgefahren

in Deutschland. Hinweis: Wir bildeten bei der

Darstellung einen Mittelwert des Wirtschaftswachstums und

der Inflationsrate aus den vergangenen fünf Jahren. Damit

wollten wir extreme Ausschläge der wirtschaftlichen Zeitreihen

eliminieren. Nicht alles an den Finanzmärkten legt in

den Phasen einer solchen Tristesse den Rückwärtsgang ein.

Das zeigt eine Studie. Auch in einer Stagflation gibt es Branchen,

die steigen (s. S. 38).

So soll es sein und das dient ambitionierten Anlegern als

Vorbild. Mit acht Seiten in zwei Artikeln huldigt FOCUS-

MONEY dem Infrastrukturbereich. Schaffe, schaffe, Häusle

baue war gestern. Jetzt ruft die digitale Welt.

Bodenständiger geht es im Nahrungsmittelsektor zu. Was

nicht heißt, dass mit Agrarfonds kein Geld zu verdienen ist (s.

S. 24). In eine ähnliche Kerbe schlagen die Value-Aktien

(s. S. 28). Wem das alles zu dröge ist, der outet

sich als Schöngeist. Und auch die werden bei FOCUS-

MONEY fündig. Auf Seite 41 finden Sie ein Interview

über Kunst. Wenn schon nicht etwas für den Leib,

dann für die Seele. In den Zeiten der Krisen.

DEPOT

Mitten

im Stau

SCHIFFE: Gestörte

Produktionsabläufe können

die Waren verteuern

Die Zeiten, als es niemanden interessierte,

ob in China ein Sack Reis umfällt, sind

vorbei. In Sachen Container-Umschlag

ist der Hafen von Shanghai der größte

der Welt. Das Problem: Vor den Küsten

staut sich der Verkehr.

e = erwartet

Die Mitglieder

Mit Hapag-Lloyd und ExxonMobil hoffen wir, Gewinne zu erzielen, wenn die Störungen der Lieferketten auf See und die

hohen Ölpreise Bestand haben. Ein Drittel des Kapitals fließt in den ShortDax-ETF. So soll eine Schwäche des Dax gekontert

werden. Anleger halten den Kapitaleinsatz klein und beachten die Stoppkurse.

Hapag-Lloyd

WKN/ISIN

HLAG47/DE000HLAG475

Börsenwert 72,30 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 6,5/17,1

Dividendenrendite 2022/23e 8,2/7,4 %

Kursziel/Stoppkurs 500/313 €

Risiko* ■■■■■ Kurspotenzial 21 %

Stand: 4.5.22; *abhängig von der 1-Jahres-Volatilität

+ +

ExxonMobil

WKN/ISIN

852549/US30231G1022

Börsenwert 358,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 9,4/10,5

Dividendenrendite 2022/23e 4,0/4,1 %

Kursziel/Stoppkurs 103,7/72,5 €

Risiko* ■■■■ ■ Kurspotenzial 22 %

Stand: 4.5.22; *abhängig von der 1-Jahres-Volatilität; e = erwartet

8

Foto: Bloomberg

Illustration: VectorStock

FOCUS-MONEY 20/2022


RUSSISCHE GASSTATION:

Erdgas verteuerte sich um

65 Prozent auf Dollar-Basis

Am 11. April warteten 222 Massengutfrachter

vor Shanghai, 15 Prozent mehr

als im Vormonat, heißt es bei der US-

Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein

Grund liegt im Lockdown, mit dem die

Covid-Pandemie bekämpft werden soll.

Deshalb fehlen Arbeiter zum Entladen

der Schiffe.

Störungen in den Lieferketten führen

zu Problemen. Indiz: Schiffe mit Ziel

Hamburger Hafen warten vor Helgoland.

„Die deutsche Industrie befürchtet

in den kommenden Wochen gestörte

Produktionsabläufe. Getroffen sind vor

allem Branchen, die auf Rohstoff- oder

Bauteillieferungen sowie den Versand

ihrer Fertigprodukte über Seetransporte

angewiesen sind“, sagte Siegfried

Russwurm, Präsident des Bundesverbands

der Deutschen Industrie, der

Deutschen Presse-Agentur. Das führt

häufig zu steigenden Preisen und kann

die Börsen unter Druck bringen.

Vorsichtige Anleger analysieren daher

den Xtrackers-ShortDax-ETF. Der will

die Wertentwicklung des ShortDax abbilden

und damit die umgekehrte Wertentwicklung

des Dax. FOCUS-MONEY

legte ihn in sein Krisen-Depot (s. Grafik

u.). In den ETF fließt ein Drittel des Risikokapitals.

Er soll Anleger vor einem

strauchelnden Aktienindex schützen.

Ein weiteres Mitglied unseres Depots

kommt aus Deutschland. Hapag-Lloyd

gehört mit 247 Schiffen (Stand: 31.3.22)

zu den fünf bedeutendsten Container-

Schifffahrt-Konzernen (nach Anzahl der

Schiffe) und zu den Profiteuren der Störungen

der Lieferketten.

Deutschlands größte Reederei hob

zuletzt die Prognose an. Der Betriebsgewinn

soll auf 11,7 Milliarden bis 13,6

Milliarden Euro wachsen. Das sind fast

drei Milliarden Euro mehr als zuletzt prognostiziert,

so die Nachrichtenagentur

Reuters. Ein Grund: Die Frachtraten stie-

gen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

um 80 Prozent. Aber! Die Aktie ist

kein Witwen-und-Waisen-Papier.

Der Stau auf den Weltmeeren ist eine

Sache. Dass Energieträger in Form von

Gas und Öl teurer werden, die andere.

Seit russische Truppen am 24.2.22 in

die Ukraine einmarschierten, verteuerte

sich Erdgas um 65 Prozent auf Dollar-Basis,

der Endlos-Kontrakt für Rohöl

stieg bislang um zwölf Prozent. Deshalb

landet ExxonMobil im Depot.

„Der Gewinn kletterte im Schlussquartal

auf 8,87 Milliarden Dollar nach einem

Verlust von 20 Milliarden im Vorjahr“,

meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das war das beste Quartalsergebnis

sieben Jahren.

Mit diesen drei Papieren hofft FOCUS-

MONEY, ruhig schlafen zu können. In einer

Rückrechnung legte unser Krisen-

Depot seit Anfang 2020 bislang 142

Prozent zu. So kann es weitergehen.

ShortDax-ETF

WKN/ISIN

DBX1DS/LU0292106241

Fondsgröße 0,37 Mrd. €

Replikationsmethode

synthetisch

Ausschüttung

thesaurierend

Gesamtkostenquote 0,40 %

Risiko ■■■■■ Stoppkurs zur Verlustbegrenzung 11,20

Stand: 4.5.22

=

Das Depot

Aus 15 000 wurden über 36 000 Euro. Probleme gab

es allerdings zu Beginn der Corona-Pandemie 2020.

Wert des Krisen-Depots

Angaben in Tausend Euro

2020 2021 2022

Quellen: Bloomberg, eigene Berechnung

35

30

25

20

15

10

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Bloomberg Illustration: VectorStock 9


moneytitel

INTERVIEW

Zweistellige

Inflationsraten

sind möglich“

Vermögensverwalter und Fondsmanager

Bert Flossbach über die drohende

Lohn-Preis-Spirale, Unternehmen mit

Preissenkungsmacht und aktuelle

Chancen im Technologiesektor

Was befürchten Sie?

Flossbach: Die Gewerkschaften verlangen jetzt nachvollziehbar

höhere Löhne, aufgrund der aktuell für jeden

sichtbaren Inflationsentwicklung. So ist die Lohn-

Preis-Spirale in Gang gesetzt. Damit ist die Inflation

auch definitiv nicht mehr transitorisch, wie das die Europäische

Zentralbank (EZB) bis zuletzt vertreten hat.

Jetzt sind wir in einem neuen Inflationsregime mit relativ

hohen Inflationsraten. Die werden nicht mehr nur

durch hohe Rohstoffpreise getragen, denn jetzt verfesvon

MARIO LOCHNER UND FRANK MERTGEN

Schon im letzten Interview (MONEY 2/2022) haben Sie vor Inflation

gewarnt. Droht jetzt auch noch eine Lohn-Preis-Spirale?

Bert Flossbach: Was sich in den letzten vier Monaten

ergeben hat, das Thema Russland, die Lieferknappheiten,

die aus China drohen und noch zunehmen werden –

das verfestigt jetzt die Inflation. Bei den Preisen der Vorprodukte

lagen die Produzentenpreise in Deutschland

im Februar um 26 Prozent höher als im Vorjahr, im März

um 30 Prozent – das frisst sich nach ein paar Monaten

durch, wenn auch nicht in voller Größenordnung. Das

bedeutet, dass wir jetzt durchaus zweistellige Inflationsraten

bekommen können.

10 Foto: T. Schorn

FOCUS-MONEY 20/2022


FOCUS-MONEY 20/2022

BERT FLOSSBACH:

Der Fondsmanager erklärt

im Interview, wie er mit

der neuen Realität

umgeht, warum die

Inflation weiter anziehen

kann und wie scharf die

Zinswende ausfallen wird

Vita

Dr. Bert Flossbach

BWL-Studium in Köln,

Promotion an der

Universität Innsbruck

über Portfolio-Management-Konzepte

zur

Verwaltung von Privatkundenvermögen

1991 bis 1998 in der

Vermögensverwaltung

bei Goldman Sachs

1998 Gründung von

Flossbach von Storch,

seither Vorstand,

zuständig für Research

sowie Investment

Management

tigt sich die steigende Inflation über höhere

Löhne, schon in diesem Jahr, besonders aber

im nächsten Jahr. Die Firmen werden die höheren

Preise weitergeben müssen und die

Notenbanken haben nicht mehr die Möglichkeit,

dagegen anzukämpfen.

Über die Preise wird inflationär gesprochen – auf

TikTok hat der Hashtag Inflation eine Milliarde

Aufrufe. Wie lange wird das anhalten?

Flossbach: Man muss bescheiden sein,

wenn man versucht, solche Entwicklungen

langfristig zu prognostizieren. Entscheidend

war die Pandemie mit den enormen

Zuwendungen, die die Geldmengen nach

oben getrieben haben. In Amerika gab es ja

die skurrilen Fälle, wo Leute mehr verdient

haben als zu Zeiten ihrer Arbeitstätigkeit.

Erst wurde das Geld gebunkert, dann wurde

es langsam kaufkraftwirksam und dann

begann es, die Preise zu treiben – logischerweise

in Amerika früher als bei uns. Jetzt

kommen die Lieferkettenprobleme hinzu

und treffen auf genügend Geld. Die Notenbanken

haben sehr spät angefangen zurückzurudern.

Die Fed hat es jetzt gemacht

und begonnen, die Zinsen zu erhöhen. Mit

der EZB sind wir weit hintendran, die Japaner

sowieso. Der massive Anstieg der Geldmengen

war lange nicht wirklich relevant,

weil die Kreditvergabe relativ beschränkt

war. Das hat sich alles geändert. Weil die

Zentralbanken die Zinsen nicht so hochnehmen

können, wie sie müssten, droht

eine trabende Inflation.

Was bedeutet dieses Bild genau?

Flossbach: Ich habe die 70er-Jahre noch

als Kind und Jugendlicher in Erinnerung. Da

war das ganz normal, dass die Preise um fünf,

sechs, sieben, acht, neun, zehn Prozent stiegen,

in Amerika sogar im Schnitt um zehn

Prozent – ich würde mich auf solche Raten

einstellen. Vielleicht läuft es auf vier, fünf

Prozent raus, vielleicht auf zehn, elf Prozent

– immer wieder angefacht durch partielle

Knappheiten in manchen Bereichen. Das

sind die Nachwehen der Pandemie ...

. . . die aber doch anfangs ganz anders gewirkt hat?

Flossbach: Zunächst haben wir gesagt,

die Pandemie wirkt erst deflatorisch – was

auch eintraf – und dann kommt die Inflation,

weil die Leute mehr Geld haben und

gleichzeitig die Produktion eingeschränkt

wird. Dazu treten Themen, die dauerhaft

wirken und uns in ein, zwei, drei, vier, fünf

Jahren einholen.

Welche Faktoren wirken hier am stärksten?

Flossbach: Das ist zunächst die Demografie.

Wenn wir nach vorn blicken, haben wir

viel zu wenige Arbeitskräfte, also auch keine

Arbeitslosigkeit wie in früheren Zeiten

schlechter Konjunktur. Und dann die Dekarbonisierung,

die auch sehr teuer sein

wird. Möglicherweise auch die Deglobalisierung

– das alles sorgt dafür, dass die Inflation

wahrscheinlich hoch bleibt.

Nun fragen sich die Leute: Was mache ich jetzt

mit meinem Geld?

Flossbach: Wenn man langfristig Geld zurücklegen

möchte oder eine größere Summe

zur Verfügung hat – dann sollte man sich

fragen, welche Risiken drohen. Die Inflation

ist hier mit Abstand das größte Risiko.

Selbst wenn man Volatilität nicht mag – dieses

Jahr geht es auch ein bisschen runter –,

die muss der Investor billigend in Kauf nehmen.

Also weggucken, wenn’s mal ein paar

Prozent fällt, wenn ich mir das leisten kann

und nicht gerade in einer 100-jährigen

Österreich-Anleihe investiert bin, deren

Kurs sich zuletzt fast gedrittelt hat.

Warum heben Sie das Österreich-Beispiel hervor?

Flossbach: Weil man sieht, welchen Einfluss

steigende Zinsen auf Bonds haben. Anleihen

verlieren dabei viel mehr als Aktien.

Das war auch die dramatische Erkenntnis

des ersten Quartals – dass sichere Bundesanleihen

als Puffer in einem Portfolio das

Risiko nicht mindern, sondern erhöhen.

Sind Bonds bei den nun stark gestiegenen Zinsen

schon wieder attraktiv?

Flossbach: Sie erhalten in den nächsten

zehn Jahren je 0,9 Prozent Zins bei einer Inflationsrate

von vielleicht fünf oder mehr

Prozent. Das ist die neue Realität: Es gab bis

vor wenigen Jahren niemals negative Realzinsen

in Deutschland. Wenn früher in

Deutschland die Inflation hoch war, dann

waren die Zinsen noch höher. Davon sind wir

so weit entfernt, dass es für einen Anleger, der

langfristig investieren möchte, überhaupt

keinen Sinn macht, mit einer klassischen

Kaufen-Halten-Strategie in Bonds zu gehen.

Was bedeutet das für die konkrete Strategie?

Flossbach: Wenn ich 100 000 Euro habe,

kann ich 10 000, 15 000 Euro in der Kasse

als Puffer halten, sollte aber 70 bis 80 Prozent

davon langfristig investieren, das Gros

davon in Aktien. Immobilien sind hier ein

ganz, ganz heikles Thema.

11


moneytitel

Warum sind Sie bei Betongold so skeptisch? Und könnten Anleihen

wenigstens eine Alternative zu Immobilien sein?

Flossbach: Ich bin so skeptisch, weil Sie nicht davon ausgehen

können, dass Sie bei Wohnimmobilien die Inflation durch

Mietsteigerungen ausgleichen können. Immobilien sind nur

für sehr große Investoren sinnvoll. Stellen Sie sich das für

den privaten Anleger vor: Sie haben 100 000 Euro, nehmen

400 000 Euro an Krediten auf, kaufen dafür eine oder zwei

Wohnungen und vermieten die. Dann fällt der Mieter aus oder

es gibt anderen Ärger. Das ist ein unternehmerisches Unterfangen

und mit einer passiven Anlage überhaupt nicht vergleichbar.

Die Wertzuwächse der Immobilien sind im Wesentlichen

durch und Mietsteigerungen – das ist ja auch politisch

heikel – lassen sich nicht so ohne Weiteres

durchsetzen wie bei Gewerbeobjekten, die

von großen institutionellen Investoren gehalten

werden. Ich glaube, beide Sektoren haben

ihren größten Sex-Appeal als Zinsanlage verloren.

Die Immobilie für die eigene Nutzung,

zum Selbstbewohnen? Wunderbar!

Wie sehen Sie Energie wie Öl oder Gas und weitere

Rohstoffe im neuen Inflationsregime? Hier sind die

Kurse schon stark gestiegen, doch waren sie zuvor

lange sehr schlecht gelaufen.

Flossbach: Sie können die meisten Rohstoffe

ja nicht kaufen und in den Keller legen.

Kupferbarren gehen vielleicht noch, bei Sojabohnen

wird das schwierig. Sie können also

nur über Futures agieren. Wir tun das nicht.

Anleger müssen dabei bedenken: Diese Futures

weisen oft eine Struktur auf, dass der

Preis des Rohstoffs steigt, aber Ihr Rohstoff

nicht, der sich im sogenannten Contango befindet.

Sie kaufen den Terminpreis höher als

heute den Kassapreis. Selbst wenn die Kasse bis zum Terminpreis

steigt, haben Sie nichts gewonnen. Ich glaube, das hat

viele Anleger bei Rohstoffen verunsichert. Dann habe ich keine

Ahnung, wie sich die Kupfer- oder Sojapreise entwickeln

werden. Und weil Sie Öl angesprochen hatten: Öl können Sie

auch über Terminkontrakte kaufen. Wir haben in der Pandemie

gesehen, wozu das führen kann: Der Preis war zeitweise

negativ. Auch das machen wir nicht. Insofern sind Rohstoffe

als Anlageklasse für uns kein Thema. Wichtige Klarstellung:

Gold sehen wir definitiv nicht als Rohstoff.

Wie schätzen Sie das Edelmetall dann ein?

Flossbach: Gold ist ein bisschen Rohstoff, für Technologie

und Zähne, vor allem aber ist es die Währung der letzten Instanz

und die werden Anleger auch brauchen. Gold übernimmt

ein bisschen die Funktion, die früher langlaufende Staatspapiere

bester Bonität hatten – als Puffer in Zeiten, in denen die

Turbulenzen größer werden als erwartet.

Bei Aktien heißt es immer: Im Inflationsumfeld kommt es besonders

auf die Preissetzungsmacht an. Wie kann ein Unternehmen die Preise

in der Praxis weitergeben? ?

Flossbach: Man sagt pauschal: Die Inflation ist der Freund

Wir werden

keine so gefährlich

hohen

Zinssätze

sehen, dass die

Bewertung von

Aktien massiv

unter Druck

kommt“

der Aktie. Zwei Dinge müssen dafür erfüllt sein. Erstens: Die

Firmen müssen den Kostenanstieg weitergeben und ihre

Margen verteidigen können, nicht eins zu eins und sofort,

aber über einen gewissen Zeithorizont. Der zweite Punkt,

genauso wichtig: Die Zinsen dürfen durch die Inflation

nicht auf ein Niveau gehievt werden wie Ende der 70er-Jahre,

sodass sie zweistellige Zinsen haben, die auch die Bewertung

von Aktien derartig stark drücken, dass die Kurse fallen,

egal, wie schön die Gewinne sind.

Wiederholen sich die 1970er-Jahre?

Flossbach: Letzteres, den starken Zinsanstieg, können wir

ausschließen: Wir werden keine Zinssätze sehen, die so gefährlich

hoch werden, dass die Bewertung

von Aktien massiv in der Breite unter Druck

kommt.

Und der erste Punkt, die Preissetzungsmacht?

Flossbach: Die ist eine Art geflügeltes

Wort geworden. Jeder Vermögensverwalter

sagt: Du brauchst Aktien, die über Preissetzungsmacht

verfügen. Das ist im Detail etwas

komplizierter. Zum Beispiel Mercedes

mit seiner Gewinnsteigerung im ersten

Quartal bei rückläufigem Absatz, da sind es

zwei Effekte: Da ist zum einen der Produktmix.

Die Stuttgarter können die knappen

Güter dorthin verschieben, wo die Margen

höher liegen, also in teurere Autos. Lassen

Sie zweitens mal die Rabatte weg, der Preis

war ja Listenpreis minus Rabatt. Das geht

alles ganz schnell im Moment – und schon

haben Sie die Preissetzungsmacht. Die

Kunst ist jetzt für diese Firmen, die Preissetzungsmacht

zu perpetuieren. Darauf zielt

die Strategie, auf den Premium-Bereich zu setzen, in dem

die Kunden nicht auf den letzten Euro schauen müssen.

Und wenn es nicht um Knappheiten bei Vorprodukten geht wie bei

den Halbleitern in der Autobranche?

Flossbach: Unilever hat kürzlich Zahlen gebracht und berichtet

von um 8,3 Prozent höheren Preisen. Wir haben vor

einiger Zeit mit dem Unternehmen gesprochen, da stand

Unilever gerade in Preisverhandlungen. Die laufen in Europa

ungefähr jährlich, in den USA etwa halbjährlich und

in den Emerging Markets permanent. In Europa gelang es

früher nicht, bei den Supermarktketten in Deutschland und

Frankreich höhere Preise durchzusetzen. Jetzt geht es – weil

auch die Supermarktketten in der Lage sind, von ihren Kunden

höhere Preise zu verlangen. Denn jeder liest jeden Tag

von höheren Preisen und sieht Berichte darüber in der „Tagesschau“.

Aldi und Lidl können also höhere Preise verlangen

und Nestlé und Unilever höhere Preise zahlen. Es läuft

aber nicht so reibungslos, wie Volkswirte sich das vielleicht

vorstellen.

Warum nicht?

Flossbach: Es bedarf verschiedener Verhandlungsrunden

12 FOCUS-MONEY 20/2022


und läuft mit Zeitverzug. Unilever rechnet auch damit, dass

sie erst 2023 die höheren Rohstoffkosten, die sie gerade auf

4,8 Milliarden Euro beziffert haben, vollumfänglich weiterreichen

können. Ansonsten sehen Sie Konzerne wie den

Chip-Zulieferer ASML, der ein Monopol hat auf die Ultraviolett-Computerchipmaschinen,

mit denen die die Chips

bauen: Die könnten wahrscheinlich einfach 50 Prozent

draufschlagen, weil ihnen die Maschinen aus den Händen

gerissen werden. ASML hat aber eine sehr verantwortungsvolle

Preisstrategie gegenüber den Kunden, weil sich die

Zeiten auch wieder ändern können. Also: Firmen mit starker

Marke, starker technologischer Stellung wie ASML haben

Preissetzungsmacht. Und manche haben das sozusagen

eingebaut, wenn sie an Firmen wie Blackrock denken.

Da wachsen die Umsätze mit den Assets.

Wie sieht die Preissetzungsmacht bei Luxus aus? Da wollen manche

Kunden ja fast schon von sich aus höhere Preise zahlen . . .

Flossbach: Im Prinzip ist das richtig, mit einer Einschränkung:

China. Die Chinesen können nicht bei Louis Vuitton

kaufen, wenn sie nicht in die Läden kommen. Die Kurse der

französischen Luxus-Riesen LVMH, Hermès und L’Oréal

gerieten kürzlich unter Druck, als sich das Lockdown-Thema

in Shanghai verschärfte. Das ist ein Aspekt, der diesen

Sektor etwas belastet. Ansonsten haben Sie völlig recht: Die

Preissensitivität ist deutlich geringer – und in Einzelfällen,

etwa bei hochwertigen mechanischen Uhren, wird Luxus

als „store of value“ benutzt. Sie waren zuletzt ein besserer

Wertaufbewahrer als etwa Bitcoin.

Und wie beurteilen Sie die Tech-Branche?

Flossbach: Der Tech-Sektor ist interessant. Von dort

kommen die Innovationen, die wir benötigen. Wir brauchen

eine höhere Produktivität durch den Rückgang der

Arbeitskräfte. Der Schub kam durch die Pandemie. Viele

Geschäftsmodelle, die es schon gab, haben sich als hilfreich

erwiesen, wie etwa Unterschriften mit Docusign,

und einen enormen Boom erfahren. Daraus hat sich eine

Blase entwickelt – die jetzt in mehreren Stufen geplatzt ist.

Eine Aktie wie Shopify, einst über 200 Milliarden Euro

wert, hat sich geviertelt. Jetzt kommen wir in eine Phase,

in der die Korrektur ausläuft. Bei einigen Aktien geht es

noch einmal ein Stockwerk tiefer und einige werden auch

verschwinden, auch solche, die in der Spitze mit 50 Milliarden,

60 Milliarden Dollar bewertet wurden. Aber es gibt

eben auch Unternehmen, bei denen klar ist, dass sie überleben

werden, und deren Bewertung es lohnenswert erscheinen

lässt, ein Auge auf sie zu werfen.

Konkrete Namen wären schön.

Flossbach: Nehmen wir PayPal. Der Bezahldienst ist von

350 Milliarden Dollar Börsenwert auf nun 95 Milliarden gefallen

– bei 70 Milliarden bis 80 Milliarden Dollar wäre die

Bewertung in Ordnung. Bei solchen Unternehmen kritisiere

ich nur die hohen Ausgaben für die Vergütung der Belegschaft

in Aktien (stock-based compensation). Das sind versteckte

Gehälter und sie werden gern außerhalb der

Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Wichtig ist natürlich

auch im Tech-Sektor Diversifikation, da reichen nicht

ein, zwei Titel. Wir haben zuletzt in Ausverkaufssituationen

gelegentlich zugekauft und werden das noch etwas ausbauen

– nur bei Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen,

die auch profitabel sind. Bei der einen Firma ist

vielleicht der Risikofaktor stärker als bei der anderen – wir

sind zum Beispiel stärker mit Visa/Mastercard unterwegs

als mit PayPal. Ich wäge auch ab: Können wir bei Amazon

nach dem starken Kursrückgang mehr machen aufgrund

des stabilen Cloud-Geschäfts (AWS) – wir haben da zwei Prozent

im Fonds Multiple Opportunities, das ist kein Geheimnis.

Für gute Tech-Unternehmen sprechen Preissetzungsmacht

und Transaktionsvolumen, bei Mastercard und Visa

ist das eine Art eingebaute Preissetzungsmacht. Ich denke,

dass wir bei Techs im Lauf des Jahres interessante Opportunitäten

sehen werden.

Vorsprung eingebüßt

In der Blase ließ der Bezahldienst PayPal die Kreditkartenriesen

Visa und Mastercard weit hinter sich –

nur um nach dem Absturz jetzt von diesen überholt

zu werden.

Höhere Preis durchsetzen

Um satte 8,3 Prozent hat der Konsumgüterriese Unilever

seine Preise zuletzt erhöht. Das geht auch deshalb,

weil Supermärkte jetzt höhere Preise bei ihren

Kunden durchdrücken können.

PayPal Holding

Unilever

Entwicklung seit 1.1.2020 in Prozent, auf Euro-Basis

+150

+100

Aktienkurs in Euro

56

52

Mastercard

Visa

PayPal

2020 2021 2022

+50

0

–50

2018 19 20 21 2022

48

44

40

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022

13


moneytitel

INFRASTRUKTUR I

Stabilität gegen den Trend

Wertvolle Burggräben, die stetige Erträge und Dividenden bringen. Zukunftsträchtige

Investitionen von Regierungen rund um die Welt – und Kursgewinne in schwierigen Zeiten

von MIKA HOFFMANN

Die Börsen wackeln seit Jahresanfang. Gründe gibt es

genug: der Ukraine-Krieg. Eine weitere Corona-Welle.

Eine explodierende Inflationsrate. Zinserhöhungen

der amerikanischen Notenbank in Halb-Prozentpunkt-

Schritten. Die Europäische Zentralbank wird wohl bald folgen.

Es gibt sie aber noch: Aktien, die selbst in diesen Zeiten

sichere Erträge bringen, zweistellige Gewinne im bisher so

verlustreichen Börsenjahrgang 2022 – mit Chancen auf 40

Prozent Gewinn und mehr.

Fels in der Brandung. Infrastrukturaktien sind im aktuellen

Umfeld ein Fels in der Brandung. Mit teuren und langlebigen

Anlagen sind sie mit Sachwerten unterlegt, die nicht so

schnell neu gebaut werden können. Die langfristigen Verträge

sorgen für einen solide steigenden, berechenbaren Cashflow,

der oft genug auch noch an die Inflation gekoppelt ist. Und:

Die Regierungen weltweit investieren Billionen Dollar und

Euro in Straßen, Brücken, Bahngleise und Flughäfen sowie

noch höhere Summen in den Klimaschutz – das Anlagethema

Infrastruktur punktet auch noch bei Nachhaltigkeit. Heraus

kommen sichere Kursgewinne in unsicheren Zeiten – die richtigen

Fonds und Aktien finden Sie auf den folgenden Seiten.

„In einem unsicheren makroökonomischen Umfeld wird

die Gewissheit künftiger Erträge und des Wachstums entscheidend

sein: Infrastruktur- und Versorgungsunternehmen

schneiden in dieser Hinsicht deutlich besser ab als andere

Aktien“, analysiert Nick Langley, Co-Manager von LM

Clearbridge, einer Tochtergesellschaft von Franklin Templeton.

„Wir konzentrieren uns auf Unternehmen, die physische

Infrastrukturanlagen besitzen und kontrollieren – entscheidend

ist für uns die Überzeugung, dass die richtigen

physischen Vermögenswerte eine strategische Eintrittsbarriere

darstellen“, ergänzt Alex Araujo von M&G aus London.

Das schütze die Ertragsströme und den zugrunde liegenden

Wert der Investition, erläutert der Manager des M&G Global

EISENBAHN IN DEN USA: Das teure

Streckennetz kann niemand so schnell

nachbauen – das schützt vor Konkurrenz

14 Foto: Adobe Stock

FOCUS-MONEY 20/2022


Listed Infrastructure. Und das gilt besonders in Zeiten steigender

Leitzinsen und höherer Finanzierungskosten: Eine

neue Straße oder ein neues Wasserkraftwerk zu bauen, wird

immer teurer – und damit der Burggraben für Besitzer solcher

Anlagen immer tiefer und breiter.

Der Burggraben wird zusätzlich auch noch weltweit von

den Regierungen geschützt: „Das regulatorische Umfeld ist

weltweit darauf ausgerichtet, die Kapitalstruktur der Vermögenswerte

zu schützen, da sie eine wesentliche Dienstleistung

für eine Gesellschaft erbringen“, analysiert LM-Clearbridge-Manager

Langley. Das zeigt sich gerade angesichts

des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine: Die Versorgungssicherheit

mit Energie steht auf der politischen Agenda

ganz oben.

Eingebauter Inflationsschutz. „Kapitalintensive, oft monopolistische

Firmen mit einer stabilen Cashflow-Generierung“

bringen oftmals attraktive Dividendenrenditen, analysiert

Colm O’Connor, leitender Portfolio-Manager des KBI

Global Sustainable Infrastructure Fund, der zur Fondsgesellschaft

Amundi gehört. Die Verträge mit langen Laufzeiten

und häufig mit starker regulatorischer und staatlicher Unterstützung

bringen nicht nur Sicherheit. „Oft besteht ein

Zusammenhang zwischen Erträgen und Inflation: Die Preise

werden vertraglich festgelegt, wobei es eine Reihe von Mechanismen

zur Weitergabe gibt, das heißt, die Preise können

ganz oder teilweise an kurzfristige Inflationsbewegungen

angepasst werden“, analysiert der Experte. Das bedeutet

nichts anderes als einen eingebauten Inflationsschutz. Das

war in den vergangenen Jahren vielleicht nicht relevant. Mit

den Rekord-Preissteigerungen der vergangenen Monate ist

es das jetzt aber umso mehr.

Diese Entwicklung spiegelt sich in der Kursentwicklung vieler

Infrastrukturaktien wider: In den vergangenen Jahren galten

sie schlicht als langweilig. Das hat sich jetzt mit explo-

Sicherheitspuffer dank Infrastruktur

Vor allem in fallenden Märkten spielen Infrastrukturaktien

ihre Stärken aus.

Beteiligung an steigenden und fallenden Märkten

in Prozent der jeweiligen globalen Aktienklasse

steigende Märkte

Infrastruktur 71,0

Jun. 05 bis

Jun. 06

Immobilien/Reits 77,0

Aktien allgemein 100,0

Dez. 08 bis

Dez. 09

–48,7

–82,5

–100,0

Sep. 12 bis

Dez. 13

fallende Märkte

Infrastruktur

Immobilien/Reits

Aktien allgemein

Immun gegen Zinserhöhungen

Sechs Monate nach einer erstmaligen Zinserhöhung

schlagen Infrastrukturaktien den Gesamtmarkt.

Entwicklung im S&P-Global-Infrastructure-Index

6 Monate nach einer Zinserhöhung, in Prozent

S&P-Global-Infrastructure

MSCI-World-Index

Jun. 16 bis

Dez. 16

Jun. 17 bis

Sep. 18

20

10

0

–10

Quelle: Bloomberg Quelle: Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022

15


moneytitel

Gefragte Nachhaltigkeit

Der KBI Global Sustainable Infrastructure legt seinen

Schwerpunkt auf Unternehmen mit nachhaltigen

Lösungen für Wasser- und Nahrungsmittelknappheit

sowie saubere Energie.

KBI Global Sustainable Infrastructure

Entwicklung seit 17.11.2020

in Prozent, auf Euro-Basis

2021

NOV JAN

Quelle: Bloomberg

2022

JAN

2019 2020 2021 2022

MAI

+30

+20

+10

0

–10

Substanz zählt

Beständigkeit und Werthaltigkeit sind die Grundwerte

des LM Clearbridge Infrastructure Value Fund.

Nach Überzeugung des Managements verheißt börsennotierte

Infrastruktur langfristiges Wachstum.

LM Clearbridge Infrastructure Value

Entwicklung seit 11.1.2019

in Prozent, auf Euro-Basis

Quelle: Bloomberg

+40

+20

0

20

dierenden Preisen geändert: Der Inflationsschutz und die Stabilität

machen die Papiere immer beliebter. „Hohes Diversifikationspotenzial

mit einer geringen Überschneidung zu traditionellen Indizes“,

heißt das bei den Profis wie O’Connor von KBI. „Angesichts

unseres Basisszenarios eines verlangsamten Wachstums und einer

höheren Inflation sollten wir bei Infrastrukturportfolios auf einen

Übergang von einer Wachstumsorientierung zu einer defensiveren

Positionierung achten“, ergänzt LM-Clearbridge-Mann Langley.

Billionenschwere Investitionen. Zusätzlicher Schub kommt

von staatlicher Seite:Der amerikanische Präsident Joe Biden will

550 Milliarden Dollar in die teilweise marode Infrastruktur seines

Landes investieren. Wer schon über amerikanische Straßen

gefahren ist, weiß, wie notwendig das ist. Die Europäische Union

will da nicht nachstehen: Sie hat ein 1,8 Billionen Euro schweres

Programm zum Aufbau eines grüneren, digitaleren und resilienteren

Europa aufgelegt.

Diese Investitionen sind dringend: Bis zu ein Drittel der Ernte

wird in Arbeits-, Produktions- und Transportschritten zwischen

Produzenten und Endverbrauchern verschwendet. In vielen

Städten der Welt versickert ein hoher Anteil des Trinkwassers

durch Lecks in den Leitungen. Angesichts knapper Ressourcen

sind solche Zustände nicht mehr länger tragbar. „Der Aufbau zukunftsrelevanter

Infrastruktur für die Versorgung der Weltbevölkerung

mit Wasser, Energie und Nahrungsmitteln ist von entscheidender

Bedeutung für eine nachhaltige gesellschaftliche

und wirtschaftliche Entwicklung“, sagt KBI-Experte O’Connor.

Zu einer nachhaltigen Politik gehören heute auch die Reduzierung

und letztlich die Abschaffung von fossilen Brennstoffen. „Es

gibt kaum einen Zweifel daran, dass ohne eine deutliche Reduzierung

der CO 2-Emissionen die globale Erderwärmung eskalieren

wird“, erläutert der Fachmann. Net Zero bedeutet kräftigen

Rückenwind für Infrastrukturinvestitionen.

„Wir bevorzugen Versorger mit einem Schwerpunkt auf erneuerbaren

Energien – die alte Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen

laufen, durch Solar- und Windfarmen ersetzen und dadurch

stetige Erträge mit niedrigem Risiko erhalten und die

zusätzlich ihre Netze technisch aufrüsten und ausbauen, um die

erneuerbare Energie zum Endverbraucher zu bringen“, stellt Peter

Meany von First Sentier Investors den wirtschaftlichen Vorteil

von erneuerbaren Energien dar. Mittelfristig würden die stark

steigenden Zulassungszahlen von Elektroautos den Stromverbrauch

deutlich erhöhen, prognostiziert der Experte.

60 Prozent Plus mit Infrastrukturfonds

Während der KBI-Fonds einen noch stärkeren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit setzt als die Konkurrenz, investieren die Produkte von

CS, M&G und DWS in die breite Palette von Infrastrukturaktien. LM Clearbridge stellt die Werthaltigkeit in den Vordergrund.

Name WKN Fondswährung

jährliche

Kosten in %

Fondsvolumen

in Mio. Euro

Wertentwicklung in %

seit 1.1. 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre

Morningstar-

Rating

Quelle: Morningstar

KBI Global Sustainable Infrastructure A2P220 Euro 1,71 1080,4 1,0 16,1 56,3 – – ★★★★★

CS (Lux) Infrastructure Equity A2H66S Dollar – 828,6 4,2 12,4 45,1 62,6 161,1 ★★★★★

M&G (Lux) Global Listed Infrastructure A2DXUB Euro 0,99 2460,2 6,4 19,8 44,4 – – ★★★★

DWS Invest Global Infrastructure DWS0TN Euro 1,61 3024,7 9,6 27,7 38,4 47,5 136,3 ★★★★

LM ClearBridge Infrastructure Value A2AP7G Euro 1,05 822,3 7,1 23,2 37,9 – – ★★★★

16 FOCUS-MONEY 20/2022


FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 17


moneytitel

UNION PACIFIC

Favorit in der Branche

Die Idee: Der Schienenverkehr profitiert vom Wirtschaftsaufschwung in den

USA mit zunehmender Mobilität. Vor allem die stark steigenden Rohstoffpreise

beflügeln die Aktien der US-Eisenbahnen.

Das Unternehmen: Union Pacific ist eine der größten US-Eisenbahngesellschaften

mit mehr als 32 000 Meilen an Gleisen in 23 Bundesstaaten im Westen.

Von 2012 bis 2021 investierte das Unternehmen 35 Milliarden Dollar in

das Schienennetz, Lokomotiven und Waggons – ein breiter Burggraben.

Die Vision: Im April gab die Eisenbahnaktie nach. Schwache Zahlen für das

erste Quartal, Corona-Folgen und zunehmende Konkurrenz von neuen

Frachtkapazitäten – vor allem Lkws drückten die Stimmung der Anleger. Langfristig

gehört die Aktie – auch dank der hohen Dividendenrendite – zu den

Favoriten in der Branche.

Quelle: Bloomberg

Union Pacific

Kurs der Union-Pacific-Aktie in Euro

2017 18 19 20 21 2022

240

200

160

120

WKN/ISIN

858144/US9078181081

Börsenwert 143,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 19,8/17,7

Dividendenrendite 2022/23e 2,1/2,3 %

Kursziel/Stoppkurs 330,00/190,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 50 %

80

e = erwartet

VINCI

Zunehmender Verkehr

Die Idee: Der Straßenverkehr zeigt sich wesentlich resilienter als andere Verkehrsträger

wie das Flugzeug oder die Schiffsfahrt. Davon profitieren Mautstraßenbetreiber

wie Vinci in Frankreich. Darüber hinaus haben die meisten

Unternehmen der Branche in ihren Verträgen die Kopplung an Inflations raten

oder bestimmte Prozentsätze vereinbart – je nachdem, welcher Wert höher

liegt. In diesen Zeiten ist das ein großer Vorteil.

Das Unternehmen: Vinci ist Konzessionär der Hälfte der mautpflichtigen

Straßen in Frankreich. Dazu betreibt das Unternehmen 45 Flughäfen in

zwölf Ländern und ein globales Infrastruktur- und Baugeschäft.

Die Vision: Mit Aufhebung der Lockdowns werden der Straßenverkehr und

insbesondere der Flugverkehr wieder zunehmen. Die starke Bilanz mit zehn

Milliarden Euro Barmitteln bietet Schutz vor Abwärtsrisiken.

Quelle: Bloomberg

Vinci

Kurs der Vinci-Aktie

in Euro

2017 18 19 20 21 2022

100

WKN/ISIN

867475/FR0000125486

Börsenwert 51,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 14,1/12,5

Dividendenrendite 2022/23e 3,8/4,3 %

Kursziel/Stoppkurs 130,00/78,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 40 %

90

80

70

60

50

e = erwartet

NEXTERA

Basisinvestment für Nachhaltigkeit

Die Idee: Der Nachhaltigkeitsgedanke steht bei Nextera im Zentrum der Unternehmensstrategie

– gut für Umwelt, Kunden und Aktionäre: Der Fokus auf

sauberen Energiequellen trägt zum Klimaschutz bei und die Kunden bekommen

zuverlässigen Service und günstige Energie.

Das Unternehmen: Der Energieversorger aus den USA ist der weltweit größte

Produzent von Wind- und Solarenergie. Zudem gehört Nextera Energy zu

den Marktführern bei der Energiespeicherung – mit mehr Speicherkapazitäten

als jedes andere US-Unternehmen. So trägt es zu einer effizienteren

Energienutzung bei. Darüber hinaus ist Nextera ein „klassischer“ Versorger

– das bringt die Stabilität des regulierten Vertragsgeschäfts.

Die Vision: Die Aktionäre profitieren von stetig steigenden Cashflows und

Dividendenzahlungen. Die Aktie ist ein Nachhaltigkeits-Basisinvestment.

Quelle: Bloomberg

Nextera Energy

Kurs der Nextera-Aktie in Euro

2017 18 19 20 21 2022

WKN/ISIN

A1CZ4H/US65339F1012

Börsenwert 135,0 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 26,4/23,2

Dividendenrendite 2022/23e 2,4/2,6 %

Kursziel/Stoppkurs 140,00/60,00 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 100 %

80

60

40

20

e = erwartet

18 FOCUS-MONEY 20/2022


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für die FOCUS Magazin Verlag GmbH, in gemeinsamer Verantwortlichkeit mit mehreren Verlagen von Hubert Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Datenschutzinfo: Kontakt zum Datenschutzbeauftragten: Abonnenten

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Vertragserfüllung sowie zu eigenen und fremden Werbezwecken (Art. 6 I b) bzw. f) DSGVO) solange für diese Zwecke oder aufgrund Aufbewahrungspflichten erforderlich. Bei Art. 6 l f) DSGVO ist unser berechtigtes Interesse die

Durchführung von Direktwerbung. Sollten wir Ihre Daten in einen Staat außerhalb der Europäischen Union übermitteln, stellen wir sicher, dass Ihre Daten gemäß Art. 44ff. DSGVO geschützt sind. Sie haben Rechte auf Auskunft,

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moneytitel

VOLL AUF SENDUNG:

Netzwerktechnologien

(darunter Funktürme)

bieten die Chance auf

langfristige Gewinne

INFRASTRUKTUR II

Ohne sie läuft nichts!

Digitale Netzwerke sind das Rückgrat der Wirtschaft – eine (fast) krisensichere Anlage mit

eingebautem Inflationsschutz. Ein neues Infrastrukturzertifikat setzt auf 20 Top-Profiteure

von JENS MASUHR

Wer’s kann, handelt an der Börse – wer’s nicht kann,

berät andere“, frotzelte Börsenlegende André

Kostolany einst. Bezogen auf die heutige Zeit,

müsste die Börsenwelt von Beratern nur so wimmeln. Putin-

Krieg, zerstörte Lieferketten, Corona-Lockdowns, Zinswende

und Stagflationsgefahren in diversen Wirtschaftsregionen

der Welt machen die starke Kursperformance des vergangenen

Jahres in so manchem Depot zunichte. Anleger sind daher

gut beraten, auf das zu hören, was ihnen im Zustand

höchster Verunsicherung in der Regel am zuverlässigsten

aus der Patsche hilft: der gesunde Menschenverstand.

Wann, wenn nicht jetzt? Geht man also davon aus, dass

sich die Welt weiterdreht, Unternehmen und Märkte auch in

Zukunft wachsen, weil sie wachsen müssen, um die Menschheit

zu ernähren: Welche Firmen aus welchen Branchen sind

es dann, die selbst in Zeiten des „perfekten Sturms“ gar nicht

anders können, als Gewinne zu scheffeln? Beispiel Energiewende:

Wann, wenn nicht jetzt, stehen gut gemanagte Windkraft-

und Solarfirmen angesichts des schnelleren Übergangs

hin zu erneuerbaren Energien vor dem Geschäft ihres Lebens?

Wann, wenn nicht jetzt, sind schlaue Stromnetze ein

Muss, um den Energieverbrauch zu senken und damit die

Wirtschaft unabhängiger von Öl- und Gaseinfuhren zu machen?

Wann, wenn nicht jetzt, öffnen sich mit Start der megaschnellen

Funkstandards 5G und 6G komplett neue Möglichkeiten

in der mobilen Kommunikation?

20 Illustration: 123RF

FOCUS-MONEY 20/2022


Gute Dividendenzahler. Tech-Investment-Experte Thomas

Rappold, Unternehmensberater, Start-up-Investor und

Bestsellerautor („Silicon valley Investing“, „Peter Thiel“)

sieht in der wachsenden Digitalisierung den Haupttreiber

des Infrastrukturbooms, den der Experte als Material-Digital-and-Renewable-Infrastructure-Index

in Form gießt – ein

Korb mit 20 Aktien aus den Sektoren Smart Grid („schlaue

Netze“), Funkturmbetreiber, erneuerbare Energien (Stromerzeugung

und -versorgung), Infrastruktur für elektrische

Ladenetze und digitale Breitbandtechnologie. „Anleger profitieren

mit dem Digital-and-Renewable-Infrastructure-Index

von den hohen Investitionen der Regierungen in zukunftsfähige

Infrastrukturbetreiber, die mit ihren stabilen

Cashflows auch sehr gute Dividendenzahler sind“, trommelt

Rappold. Besser noch: Weil viele Firmen ihre Preise teilweise

an die Teuerungsrate koppeln, dienen Anlagen in diesem

Bereich zugleich als exzellenter Inflationsschutz. FOCUS-

MONEY stellt das entsprechende Vontobel-Zertifikat vor

(s. S. 23). Plus: drei Top-Werte für Stock-Picker, die laut Rappold

besonders aussichtsreich sind.

Mehr Datenverkehr. So viel vorweg: Der Bedarf an neuen

Infrastrukturprojekten ist atemberaubend (s. dazu Artikel auf

S. 14). Neben Straßen, Häfen und Logistikdrehkreuzen wie

Flughäfen brummt der Ausbau der digitalen Netze, die das

Rückgrat der modernen Wirtschaft und eine Art globales Online-Autobahnnetz

bilden, über das gigantische Datenmengen

blitzartig von A nach B jagen. Bereits vor Ausbruch von

Corona schätzte US-Netzwerkprofi Cisco, dass der globale Internet-Verkehr

zwischen 2017 und 2022 um das 3,7-Fache

von 96 auf 350 Exabyte pro Monat wachsen wird (so viel wie

das stündliche Datenaufkommen von 120 Millionen DVDs),

da die Anzahl der Benutzer, die Zahl der vernetzten Geräte

und die Datenmenge pro Gerät steigen. Dann tauchte Covid

wie ein Wurmloch im Weltall auf – ein Zeitenbeschleuniger

aus dem Nichts. „Viele Kunden hatten geplant, ihre Netzkapazitäten

binnen wenigen Jahren um 30 bis 40 Prozent auszubauen,

gemäß der Raten, mit denen das Datenvolumen

wächst“, sagt Sandy Motley, Präsidentin des Festnetzgeschäfts

bei Nokia. „Covid brachte diesen Datenverkehr über Nacht.“

Filme streamen, Reisen buchen, Essen ordern, Fotos teilen

– vor allem in Zeiten der Pandemie gewöhnten sich immer

Menschen an das bequeme Leben per Mausklick, das so

schnell nicht mehr aufgegeben wird, auch wenn die Pandemie

dabei ist, ihren Schrecken zu verlieren. Im Gegenteil: Digitale

Anwendungen werden Alltag und bei Weiterentwicklung

der herrschenden Technologie künftig in noch viel

größerem Ausmaß gelebt. Cisco rechnet aus, dass im Jahr vor

Corona (2019) in den USA innerhalb von nur sechs Sekunden

eine Datenmenge von 4,4 Petabyte (4,4 Millionen Gigabyte)

durchs Internet jagte – ein Zuwachs gegenüber dem

Vorjahr von 41 Prozent.

Peanuts im Vergleich zum Wachstum, das sich aus der Anwendung

neuer Hochgeschwindigkeitsnetze im 5G- oder 6G-

Format ankündigt. Allein für dieses Jahr schätzen Experten

das zusätzliche mobile Datenaufkommen aufgrund der bestehenden

und neuen Anwendungen, die durch 5G möglich

sind, auf 930 Exabyte – eine Steigerung gegenüber 2012 von

11 300 Prozent. Zur besseren Vorstellung: Das Datenvolumen

ist vergleichbar mit dem Aufkommen, das entstehen

würde, wenn alle jemals produzierten Filme in fünf Minuten

durch das globale Mobilfunknetz geschickt würden. Für die

Branche bedeutet ein Mehr an technologischem Fortschritt

und neuen Anwendungsmöglichkeiten: mehr Nutzer und damit

mehr Umsatz und Gewinn aufseiten derer, die die Datenautobahnen

bauen, warten, verwalten und aufrüsten. Eine

unendliche Gewinnspirale nach oben, die immer mehr Bereiche

des Alltags einbindet und dadurch immer neue Geschäftsanwendungen

für Unternehmen eröffnet.

Nächste Zündstufe geplant. Wenn beispielsweise Strom

in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt,

geht es um effiziente Nutzung, darum also, Energie optimalerweise

dann zu verbrauchen, wenn sie viel und günstig zur

Verfügung steht. Digitales Management heißt in dem Fall:

mehr Transparenz, bessere Kontrolle, zielgenaue Steuerung

(etwa bei Nacht- und Feiertagsabsenkungen) und ökologisches

Zwischenspeichern – beispielsweise in Form digital

vernetzter E-Auto-Flotten. Der Vorteil für alle Beteiligten:

Jede Technologie stößt infolge der immer komplexeren

Inflation abgehängt

Zwischen 2002 und 2017 lag die Rendite des globalen

Infrastruktur-Index bei 12,3 Prozent pro Jahr – 10,1 Prozentpunkte

über dem Verbraucherpreis-Index (CPI).

Infrastrukturaktien global 2002 bis 2017

relative Entwicklung gegenüber

hohen Inflationsraten

400

300

Je teurer, desto besser!

Die Historie zeigt: Bei mehr als vier Prozent Inflation

lag die Überrendite von Infrastrukturaktien gegenüber

dem breiten Markt bei fast sieben Prozent.

Infrastrukturaktien in Inflationsphasen

Outperformance gegenüber

globalen Aktien in Prozent

6

4

Inflationsrate pro Jahr: +5 % +8 %

200

2

2002 04 06 08 10 12 14 2016

Quelle: Bloomberg and Colonial First State Global Asset Management

100

0

unter 1 % 1 bis 2 % 2 bis 3 % 3 bis 4 % über 4 %

jährliche Inflationsraten

Quelle: Bloomberg and Colonial First State Global Asset Management

0

FOCUS-MONEY 20/2022

21


moneytitel

Anwendungsmöglichkeiten, die sie schafft, an Grenzen. Konsequenz:

Aktuelle Standards ziehen zwangsläufig neue Innovationen

nach sich. Kein Wunder also, dass die Regierung

in Südkorea bereits an der nächsten Zündstufe 6G tüftelt. Für

2026 sind erste Tests geplant. Spätestens 2030 soll der kommerzielle

Verkauf von Netzwerken und Technologie starten.

Von Krankenhäusern über Banken bis hin zum Militär und

Versorgungseinrichtungen – das digitale Nervensystem aus

Internet und passender Infrastruktur bindet immer größere

Bereiche der Wirtschaft mit ein. Welche besondere Bedeutung

den Spezialisten für Funktürme, Netzoptimierung, Rechenzentren

oder Stromerzeugung und -transport dabei zukommt,

zeigt eine Berechnung des Unternehmensberaters

Deloitte. Die Experten schätzen, dass ein durchschnittliches

Land mit hoher Internet-Anbindung (Konnektivität) an jedem

Tag, an dem sämtliche Internet-Dienste abgeschaltet

werden, mindestens 1,9 Prozent seiner täglichen Wirtschaftsleistung

(BIP) verliert (bei niedriger Konnektivität: 0,4

Prozent). Weiteres Kaufmotiv: Infrastrukturaktien schützen

vor Inflation. „Gerade die Stromnetze und die Funkturmbetreiber

haben in ihren Verträgen Klauseln, dass sie die Servicegebühren

,inflation-adjusted‘ anpassen dürfen – in der

Regel zwischen drei und vier Prozent“, erklärt Rappold.

Sieben Prozent Überrendite. Ein Vorteil, der sich auch an

den Kurstafeln widerspiegelt. So lag die Rendite von Infrastrukturaktien

zwischen 2002 und 2017 bei 12,2 Prozent

pro Jahr – 10,1 Prozentpunkte höher als der Verbraucherpreis-Index

(s. linke Grafik S. 21). Aufgemerkt: Je höher die

Inflation, desto höher war die Outperformance im weltweiten

Vergleich (s. rechte Grafik S. 21). Lag die Inflationsrate

bei mehr als vier Prozent, performten Infrastrukturwerte im

jährlichen Mittel um fast sieben Prozent besser.

AMERICAN TOWER

Portfolio mit Potenzial

Das Unternehmen: Der US-Funkturmbetreiber ist mit aktuell rund 220 000

Standorten nicht nur Marktführer in seinem Segment, sondern bietet als zweitgrößter

Reit (Real Estate Investment Trust) die Chance, sich am Boomgeschäft

mit Kommunikationsinfrastruktur und Speicherlösungen zu beteiligen.

Die Zahlen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 wuchs der Umsatz um 16,4

Prozent. Das Nettobetriebsergebnis (NOI) kletterte ungleich höher um 51 Prozent.

Treiber waren unter anderem die internationale Expansion sowie die

Einführung des superschnellen Mobilfunkstandards 5G.

Die Vision: Der Zukauf von 33 Rechenzentren 2021 (für 20,8 Milliarden US-

Dollar) kündigt weiteres Wachstum an. Das Verhältnis Schulden zu Gewinn vor

Zinsen, Steuern und Sondereffekten (Ebitda) von 6,8 liegt zwar über Branchenschnitt

(5,0), rechtfertigt aber die Chance auf hohe Einnahmen in der Zukunft.

Quellen: Bloomberg, Marketscreener

American Tower

Kurs der Tower-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2018 19 20 21 2022

220

180

140

100

WKN/ISIN

A1JRLA/US03027X1000

Börsenwert 105,3 Mrd. €

Umsatz 2022/23e 10,1/10,6 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23 53,5/48,8

Kursziel/Stoppkurs 272,00/190,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 17,0 %

e = erwartet

NEXTDC

Wachstum vor der Haustür

Das Unternehmen: NextDC ist ein australischer Betreiber von Rechenzentren

mit Standorten in Melbourne, Sydney, Brisbane, Perth und Canberra. Darüber

hinaus besteht ein Ökosystem mit insgesamt 730 Partnern – darunter

die weltweit führenden Betreiber von Cloud-Plattformen.

Die Zahlen: Highlight bei der Präsentation der 6-Monats-Zahlen war der

Sprung beim Nettogewinn um 158 Prozent auf 10,3 Millionen US-Dollar. Die

Bilanz ist stark: Der Konzern verfügt über 2,1 Milliarden Dollar an Liquidität –

davon nicht in Anspruch genommene Kreditlinien von 1,4 Milliarden Dollar.

Die Vision: Australien wird wegen der Fülle seiner Rohstoffe immer wichtiger.

Beim Abbau werden jede Menge Daten und damit Rechenpower benötigt.

Auch im Bereich erneuerbare Energien tut sich was. Mit Deutschland besteht

seit Kurzem eine Kooperation im Bereich Wasserstoff – zukunftsträchtig!

Quellen: Bloomberg, Marketscreener, Onvista

NextDC

Kurs der NextDC-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2018 19 20 21 2022

WKN/ISIN A1C9HQ/AU000000NXT8

Börsenwert 3,3 Mrd. €

Umsatz 2022/23e 278,7/330,0 Mio. €

Gewinn je Aktie 2022/23e 0,02/0,02 €

Kursziel/Stoppkurs 9,50/6,10 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 30,0 %

8

7

6

5

4

3

e = erwartet

22 FOCUS-MONEY 20/2022


SUNNOVA

Prognosen geschlagen

Das Unternehmen: Sunnova mit Sitz in Houston/Texas ist ein privater Anbieter

von Solar- und Energiespeicherdiensten. Ende November kam eine

Partnerschaft mit dem E-Spezialisten ChargePoint dazu, der Ladeausrüstung

für Elektrofahrzeuge anbietet – ein Schritt hin zu neuen Geschäftsfeldern.

Die Zahlen: Auch im jüngsten Quartal übertrafen die Texaner die Marktprognose

und präsentierten einen Verlust von 30 US-Cent je Aktie. Erwartet worden

war ein Minus von 38 Cent. Der Umsatz kletterte von 41,3 auf 65,7 Millionen

Dollar – die vierte positive Überraschung in den letzten vier Quartalen.

Die Vision: Der Solarkonzern ist erst in 33 Bundesstaaten der USA aktiv,

heißt: jede Menge Potenzial auf dem Heimatmarkt (und über die Grenzen

hinaus). Die ehrgeizigen Klimapläne der Biden-Regierung treiben die Nachfrage

nach neuen Solartechnologien und -speichern weiter an.

Quellen: Bloomberg, Marketscreener, Onvista

Sunnova

Kurs der Sunnova-Aktie in Euro

Börsengang

200-Tage-Linie

2019 2020 2021 2022

WKN/ISIN

A2PNYK/US86745K1043

Börsenwert 2,1 Mrd. €

Umsatz 2022/23e 333,00/466,4 Mio. €

Gewinn je Aktie 2022/23e –1,05/0,71 €

Kursziel/Stoppkurs 39,80/15,90 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 108,0 %

40

30

20

10

0

e = erwartet

INFRASTRUKTUR-ZERTIFIKAT

Die All-in-one-Anlage

Anlegern, die sich nicht auf Einzelwerte festlegen

wollen, bietet sich mit dem Material-Digital-and-

Renewable-Infrastructure-Zertifikat von Vontobel

die Möglichkeit, mit nur einer Transaktion in einen

Korb mit 20 Infrastrukturgewinnern aus den Sektoren

Smart Grid (intelligente Netze), Funkturmbetreiber,

erneuerbare Energien (Stromerzeugung,

-versorgung und -speicher), Infrastruktur für

elektrische Ladenetze und digitale Breitbandtechnologie

zu investieren. Basis ist der von der

Solactive AG berechnete Solactive-Digital & Renewable-Infrastructure-Index,

den das Zertifikat

1 : 1 nachbildet. Fast die Hälfte der Unternehmen,

die Tech-Experte Thomas Rappold für den Index

auswählte, haben ihren Sitz in den USA, darunter

der Funkturm-Marktführer American Tower und

der Solarkonzern Sunnova (siehe Kästen).

WKN/ISIN

VV1HD3/DE000VV1HD38

BasiswertSolact.-Digital & Renewable-Infrastr.-Index

Ausgabepreis/aktueller Kurs 100,00/103,20

Managementgebühr p. a. 1,2 %

Laufzeit

endlos

THOMAS RAPPOLD,

EXPERTE FÜR TECH­

INVESTMENTS, START-UP-

UNTERNEHMER UND

BUCHAUTOR („SILICON

VALLEY INVESTING“,

„PETER THIEL“)

20 Profiteure mit Potenzial

Die Lieferengpässe bei Halbleitern belasteten zuletzt das Geschäft. Experten

erwarten im zweiten Halbjahr eine deutliche Entspannung. Langfristig

führt an Funktürmen (American Tower), Rechenzentren (NextDC),

Smart Grids (Red Electrica) und Messtechnik (Keysight) kein Weg vorbei.

Name ISIN Geschäftstätigkeit Weight

American Tower US03027X1000 Funkturmbetreiber 5,00 %

Keyence JP3236200006 Ausrüster f. digitale Infrastruktur 5,00 %

National Grid GB00BDR05C01 Smart-Grid-Betreiber 5,00 %

SBA Communications US78410G1040 Funkturmbetreiber 5,00 %

Cellnex Telcom ES0105066007 Funkturmbetreiber 5,00 %

Keysight US49338L1035 Ausrüster f. digitale Infrastruktur 5,00 %

Red Electrica ES0173093024 Smart-Grid-Betreiber 5,00 %

Infrastrutture Wireless Italiane IT0005090300 Funkturmbetreiber 5,00 %

Chargepoint Holdings US15961R1059

Anbieter v. elektrischer

Ladeinfrastruktur

5,00 %

Atlantica Sustainable

Infrastructure

GB00BLP5YB54

Erzeuger/Versorger

erneuerbarer Energien

5,00 %

NextDC AU000000NXT8 Betreiber von Rechenzentren 5,00 %

Cogent Communications Holdings US19239V3024 Betreiber von Rechenzentren 5,00 %

Innergex Renewable Energy CA45790B1040 Erzeuger/Versorger

erneuerbarer Energien

5,00 %

Keppel DC Reit SG1AF6000009 Betreiber von Rechenzentren 5,00 %

Sunnova Energy International US86745K1043 Erzeuger/Versorger

erneuerbarer Energien

5,00 %

Solaria Olaria Energia y Medio

Ambi

ES0165386014

Erzeuger/Versorger

erneuerbarer Energien

5,00 %

Itron US4657411066 Smart-Grid-Betreiber 5,00 %

Fastly US31188V1008 Betreiber von Rechenzentren 5,00 %

Evgo US30052F1003

Anbieter v. elektrischer

Ladeinfrastruktur

5,00 %

Aussie Broadband AU0000106643 Digital Broadband Provider 5,00 %

Quelle: Vontobel

FOCUS-MONEY 20/2022

23


moneytitel

Quelle: Bloomberg Quelle: Bloomberg

MAISERNTE: Teure Energie, Düngemittel – die Agrarbranche

befürchtet flaue Ernteerträge und weiter steigende Preise

Teuer wie nie

Ukraine-Krieg und Russland-Boykott katapultierten

die Kurse für Weizen auf einen neuen Rekord. Der

Preisaufschwung setzte jedoch schon mit Corona ein.

Entwicklung des Weizenpreises

Preis für 1 Bushel in Euro

2008 10 12 14 16 18 20 2022

Plötzliche Renaissance

Kali als Dünger verteuert sich immens, seitdem die

wichtigen russischen Anbieter ausfallen. Was die

Produzenten freut, ist eine große Last für die Nutzer.

Preisentwicklung bei Kaliumchlorid

Preis für 1 Tonne in US-Dollar

2000 05 10 15 2020

9

7

5

3

700

500

300

100

AGRARFONDS

Neue Ära für

alte Branche

Preisexplosion und Engpässe – Nahrungsmittel

und sichere Versorgung werden zum Kernthema

auch an der Börse. Drei Fonds, die hier mitspielen

von BERND JOHANN

McDonald’s frittiert seine Pommes neuerdings vermehrt

auch in Rapsöl zusätzlich zum Sonnenblumenöl. In vielen

Geschäften war Letzteres phasenweise sogar komplett ausverkauft.

Der Krieg in der Ukraine – das Land deckt mehr als 80

Prozent des europäischen Bedarfs an Öl aus Sonnenblumen –

macht jetzt auch für viele Verbraucher einen Bruch in der Landwirtschaft

und der Versorgung mit Agrargütern greifbar, der schon

etliche Monate vorher mit der Pandemie, der Störung von Lieferketten

und der folgenden Verteuerung vieler Rohstoffe einsetzte.

Nachhaltige Erträge. Weltweit steht die Agrarbranche vor einer

Neuorientierung, sichtbar unter anderem in stärkerer Deglobalisierung

auch hier und in einem deutlich erhöhten Stellenwert der

regionalen Versorgungssicherheit. An der Börse gewinnen in der

Folge Firmen, die dazu einen Beitrag leisten können, teils massiv.

Und die Entwicklung steht erst am Anfang. Geld, das hier investiert

wird, hilft so nicht nur, diese Veränderungen zu bewältigen und den

Nahrungsmittelnachschub ebenfalls für die Zukunft zu sichern, sondern

verspricht zudem auch auf längere Sicht nachhaltige Erträge.

24 Foto: B. B. Schottner/Unsplash

FOCUS-MONEY 20/2022


Umbruch im Landbau . . . Agrarwirtschaft ist heute ein

komplexes System mit vielschichtigen Interdependenzen.

Dazu gehören Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutz,

Ausrüstungen wie Maschinen, die komplette Logistik bis zur

Verteilung von Lebensmitteln und anderen Agrargütern. Erste

Unordnung schufen bereits die von Corona ausgelösten

Preissprünge bei wichtigen Vorprodukten wie Energie oder

Düngemitteln. So fuhren Kunstdüngerhersteller wie BASF

oder Yara ihre Produktion schon im Herbst 2021 wegen explodierender

Gasnotierungen zurück. Weniger Verfügbarkeit

von Dünger bedeutet aber schnell höhere Preise.

Die Welternährungsorganisation FAO befürchtet als Folge

zudem weltweit einen Rückgang der Nahrungsmittelproduktivität

„in der nächsten Saison und darüber hinaus“. Das

wiederum könnte zu noch höheren Lebensmittelpreisen führen.

Ukraine-Krieg und Russland-Boykott kappten zudem

das Angebot an Ölsaaten und Getreide. Schrot aus diesen

Pflanzen bildet einen wichtigen Bestandteil des Viehfutters.

„Von hohen Weizenpreisen über massiv steigende Energiekosten

bis zu teuren Ölsaaten: Die Auswirkungen bekommt fast

die gesamte Branche zu spüren“, klagt die Landwirtschaftskammer

Niedersachsen. Und auch der Bundeslandwirtschaftsminister

warnt vor noch teureren Nahrungsmitteln

und einer erhöhten Preisvolatilität an den Märkten.

Kurzfristige Remedur ist nicht möglich. Landwirtschaft ist

ein Saisongeschäft. Die Anbauphase auf der marktbestimmenden

Erd-Nordhalbkugel ist weitgehend durch, Nachbes-

serung kaum mehr darstellbar. So geht die Furcht um vor einer

deutlich dünneren Ernte im Herbst. Das Wetter als

unberechenbare Komponente kommt noch obendrauf.

. . . bewegt die Börse. Allerdings ist Not erfahrungsgemäß

auch ein guter Motor für neue Anstrengungen. Denn die

Preisexplosion in fast allen Bereichen des Agrarsektors ärgert

nicht nur die Verbraucher, sie stellt auch ein Problem für

die Produzenten dar. Deren Kosten steigen ebenso rasant.

Für die kompletten Lebensmittelversorgungsketten, vom

Anbau bis zur Verteilung, ist das eine große Herausforderung.

Die Agrarexperten der Schweizer BZ Bank rechnen daher mit

einem Innovationsschub und erheblichen Ertrags- und Produktivitätssteigerungen

in den kommenden Jahren. „Für

wertorientierte Investoren ein ideales Umfeld für gute Anlagechancen“,

so ihre Erwartung. Die erste Kursrally nach jahrelang

eher behäbigem Börsendasein haben viele Aktien aus

der Agrarbranche so auch bereits gestartet.

Anleger, die sich hier einklinken wollen, sollten allerdings

Volatilitäten aushalten können, auch bei den Börsenkursen.

Die Entwicklung verläuft je nach Marktstimmung, Ernteund

Wetterprognosen selten geradlinig. Längerfristig ist sie

jedoch eingebettet in einen Megatrend: Bis 2050, so FAO-

Prognosen, soll der Welt-Nahrungsmittelbedarf um bis zu 60

Prozent wachsen. Bei begrenzter Fläche erzwingt dies höhere

Produktivität und neue Technologien, beginnend schon

heute durch die Schocks der vergangenen Monate. Das verheißt

auch neue, interessante Perspektiven an der Börse.

BZ FINE AGRO

Der Perlensucher

Unternehmen, die „in der Gewinnung, der Umwandlung, der Verarbeitung,

dem Transport oder dem Vertrieb von Agrarerzeugnissen tätig sind oder deren

Tätigkeit sich in anderer Form auf die Agrarwirtschaft erstreckt“, hat laut

Management dieser Fonds der schweizerischen BZ Privatbank auf dem Zettel.

Damit umfasst er den Landwirtschaftsbereich praktisch vollständig. Bei

der Aktienauswahl entscheiden vor allem fundamentale Kriterien. Seine noch

überschaubare Größe ermöglicht es dem Pool zudem, schnell und pointiert

auf Änderungen in der Agrar-Anlagelandschaft zu reagieren.

Das lässt sich auch am Portfolio feststellen. Es umfasste zuletzt lediglich

um die 20 Titel mit klarem Schwerpunkt USA bei den Ländern und Dünger

sowie Landmaschinen bei den Sparten. Zu den größten Einzelpositionen

zählten Nutrien, DSM und Deere.

Der Erfolg gibt der Strategie des Managements bisher recht. Der Fonds

zählt seit Langem zu den besten seiner Sparte. Standard & Poor’s bewertet

ihn mit der Top-Note von fünf Sternen. Richtig Fahrt nahm sein Kurs nach einer

in der Zeit vor Corona analog zur Branche eher ruhigen Wertentwicklung

erst seit Frühjahr 2020 auf. Bei dem stark angestiegenen Preis könnte es für

Interessenten so von Vorteil sein, vielleicht zeitversetzt in mehreren Etappen

zu sammeln. Generell eignen sich Agrarfonds insbesondere für eine längerfristige

Anlage. Dabei ist es erklärtes Ziel der BZ-Experten, mit dem Fine Agro

auf Dauer nicht nur die Inflation auszugleichen, sondern auch einen attraktiven

realen Ertrag zu erwirtschaften. Bisher gelang das. Vertrieben wird der

Fonds in Deutschland übrigens vor allem auch über die Volksbanken.

FOCUS-MONEY 20/2022

Quelle: Bloomberg

Beeindruckende Rally

Gut 140 Prozent Kursgewinn brachte der BZ

Fine Agro seit März 2020. Auch wenn dies

zunächst nach einer Korrektur ruft: Das Umfeld

spricht für gute Renditen auch in Zukunft.

BZ Fine Agro

prozentuale Entwicklung seit

1.1.2017, auf Euro-Basis

2017 18 19 20 21 2022

+100

+60

+20

20

WKN/ISIN (thes.) A1H5GD/LU0574144217

Fondsvolumen 39,4 Mio. €

laufende Kosten 1,63 %

Fondswährung

EUR

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 24,2/77,3/97,1 %

Auflagedatum 13.8.2007

25


moneytitel

PICTET NUTRITION

Der Nachhaltige

Auch dieser Fonds hat den gesamten Agrar- und Ernährungssektor als Ziel

für Investitionen, setzt dabei aber strenge qualitative Kriterien an: In das Portfolio

wandern nur Aktien von Gesellschaften, die „zu einer Verbesserung von

Zugang, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion beitragen“,

wie das Management erklärt. ESG-Faktoren seien ein wesentliches Element

der Strategie. Der Fonds versucht so, in erster Linie in Tätigkeiten zu investieren,

die zur Erreichung eines Umwelt- oder sozialen Ziels beitragen. Mindestens

20 Prozent des Unternehmensumsatzes, -gewinns oder -werts müssen

dabei aus Produkten oder Dienstleistungen stammen, die zur Zukunft

der Ernährung beitragen, unterstreichen die Schweizer daher.

Damit schließt die Fondsführung auch gewisse Bereiche aus. Auf der roten

Liste stehen zum Beispiel Hersteller von Rindfleisch, Verarbeiter von

Fleischsorten, Produzenten von kohlesäurehaltigen Erfrischungsgetränken,

Süßwaren und Zucker inklusive Fertiger von Verpackungen für diese Bereiche,

ferner Fast-Food-Restaurants, Tabak, Entwickler von genetisch veränderten

Pflanzen und Samen, Palmöl oder Hersteller synthetischer Düngemittel

und von Pestiziden sowie von Antibiotika für Nutztiere. Firmen, die hier

nennenswerte Umsätze machen, scheiden als potenzielle Anlagen aus. Damit

darf sich der Pictet-Pool „nachhaltiger ESG-Impact-Fonds“ nennen.

Konkret entfallen bei dieser Weichenstellung aktuell 42 Prozent des investierten

Kapitals auf die Nahrungsmittellogistik, weitere 37 Prozent auf Lebensmittelhersteller

und 18 Prozent auf Agrartechnik. Unter den größten Positionen

befinden sich Deere, Darling Ingredients, DSM und Compass Group.

ISHARES-AGRIBUSINESS-ETF

Der Kostengünstige

Dieser ETF der Blackrock-Tochter iShares bildet den S&P-Commodity-Producers-Agribusiness-Index

nach. Der wiederum umfasst die größten börsennotierten

Unternehmen aus dem kompletten Agrarsektor weltweit. Momentan

sind das 72 Gesellschaften mit Archer Daniels Midland, Nutrien, Deere

& Co., Corteva und Tyson Foods an der Spitze. Entscheidend für die Auswahl

ist dabei der Börsenwert des Streubesitzes. Der Index wird halbjährlich im

Juni und Dezember überprüft und bei Bedarf angepasst.

Über den iShares-ETF eröffnet sich Anlegern so ein kostengünstiger Weg,

in die wichtigsten Mitspieler im globalen Agrarsektor zu investieren. Von den

Börsenspesen bei Kauf/Verkauf abgesehen, beträgt die jährliche Gebühr lediglich

0,55 Prozent. Die an Unternehmensgröße und Streubesitz ausgerichteten

Auswahlkriterien bevorzugen vor allem auch die großen Lebensmittelkonzerne

am oberen Ende der Nahrungsmittelversorgungskette. Auf diese

Titel entfallen derzeit 43 Prozent des Fondskapitals. Der Rest verteilt sich auf

Agrarrohstoffproduzenten (38 Prozent) und Ausrüstungen (19 Prozent). Gleichzeitig

dominieren aus regionaler Sicht klar Nordamerika-Anlagen mit aktuell

68 Prozent vor Japan mit sieben Prozent.

Größe ist nicht unbedingt ein Hemmschuh für die Kursentwicklung. Diese

Bilanz lässt sich aus den vergangenen Monaten ziehen. Nachdem es auch

um den S&P-Commodity-Producers-Agribusiness-Index in den Vor-Corona-

Jahren eher ruhig war, legte er seit März 2020 um mehr als einen Zahn zu.

Größere Unternehmen könnten auch künftig im Vorteil sein: Sie besitzen oft

das notwendige Potenzial, sich in schwierigen Märkten durchzusetzen.

Quelle: Bloomberg Quelle: Bloomberg

Rentabler Umweltfreak

Die ambitionierteren Anlagekriterien bremsten

den Pictet-Fonds zuletzt etwas aus – womöglich

Gelegenheit zuzugreifen. Auf längere

Sicht lieferte er bisher verlässliche Erträge.

Pictet Nutrition

prozentuale Entwicklung seit

1.1.2017, auf Euro-Basis

2017 18 19 20 21 2022

Groß und gut

Rund 150 Prozent Kursplus seit 2020 nach

zuvor indes eher müder Vorstellung können

sich sehen lassen: Der iShares-ETF ist Spiegelbild

der Aktien der großen Agrar-Player.

iShares-Agribusiness-ETF

prozentuale Entwicklung seit

1.1.2017, auf Euro-Basis

2017 18 19 20 21 2022

+50

+30

+10

–10

WKN/ISIN (thes.) A0X8VB/LU0428745748

Fondsvolumen 1,63 Mrd. €

laufende Kosten 2,01 %

Fondswährung

USD

Wertentwicklung (EUR) 1/3/5 Jahre 0,8/28,7/43,2 %

Auflagedatum 28.5.2009

+80

+40

0

–40

WKN/ISIN (thes.) A1JKQK/IE00B6R52143

Fondsvolumen

787 Mio. USD

laufende Kosten 0,55 %

Fondswährung

USD

Wertentwicklung (EUR) 1/3/5 Jahre 34,1/70,9/86,6 %

Auflagedatum 16.9.2011

26 FOCUS-MONEY 20/2022


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

„Wir entwickeln Sicherheitstools ,

die nicht nur Fachleute verstehen.“

Konto

Sicherheitscheck

Thomas Lottermann arbeitet bei Google in München

am Sicherheitscheck, der Nutzer:innen mit individuellen

Empfehlungen zum Schutz ihrer Konten unterstützt.

Meine Geräte

Letzte sicherheitsrelevante

Aktivität

Besser geschützt mit Google

FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 27


moneytitel

SHOPPEND DURCH

DEN KONTINENT:

Vor allem Energie- und

Logistikkonzerne gibt es

derzeit rabattiert

VALUE

Die

Schnäppchen

Europas

Die Einkaufstour beginnt, jetzt werden günstige Top-Werte in den Warenkorb gelegt! Doch

welche Aktien gelten als die attraktivsten Angebote? FOCUS-MONEY schaut auf die Zahlen

von LUDWIG BÖHM und TIM HOLZAPFEL

Es ist nach wie vor die vielversprechendste Herangehensweise,

wenn man Aktien aufspüren will, die unter ihrem

Wert über die Ladentheke gehen: der detaillierte

Blick auf aussagekräftige Kennzahlen. Das Problem für Privatanleger:

Die Methode ist mit einer Menge Arbeit verbunden.

Hinzu kommen die oft fehlerhaften und veralteten Zahlen,

die sich online tummeln. Und außerdem: Welche

Kennziffern liefern die besten Informationen und somit auch

die besten Anlagemöglichkeiten? FOCUS-MONEY kennt die

aktuelle Analyse der Hamburger Privatbank Berenberg, die

sich europäische Spitzenpapiere anhand einer Reihe von

Kennzahlen genauestens angeschaut hat. Die Grundlage dafür

bietet der Stoxx-Europe-600-Index, der die 600 größten

europäischen Unternehmen – gemessen an der Marktkapitalisierung

– umfasst. Dabei ist der Index nicht auf die Euro-

Zone beschränkt, sondern bezieht unter anderem auch Aktien

aus Dänemark, Norwegen, Schweden und der Schweiz

mit ein – das volle Sortiment des Kontinents. Machen Sie sich

also bereit für eine Einkaufstour durch Europa, wir haben

echte Schnäppchen ausfindig gemacht!

Akribische Analyse. Um eine erste Auswahl aus dem

Stoxx-Europe-600-Index vorzunehmen, konzentrierten

28 Illustration: VectorStock

FOCUS-MONEY 20/2022


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

„Selbst entscheiden , welche

Werbung man sieht und welche nicht.“

Konto

Fitness

18–44 Jahre alt

Natalia Krylova entwickelt bei Google in München Tools,

mit denen Nutzer:innen Einfluss auf personalisierte

Werbung nehmen können.

Fahrzeuge

Besser geschützt mit Google

FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 29


moneytitel

sich die Analysten auf große Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung

von mindestens zehn Milliarden Euro. Aber:

Die größten europäischen Aktien mussten noch weitere Kriterien

erfüllen, um in die Liste der günstigsten Papiere aufgenommen

zu werden. So muss der Quotient unter 1,5 liegen,

wenn man die prognostizierten Nettoschulden durch

den in zwölf Monaten erwarteten Gewinn vor Zinsen, Steuern

und Abschreibungen (Ebitda) teilt. Auch eine prognostizierte

Free-Cashflow-Rendite von mindestens drei Prozent

sollten die Unternehmen aufweisen. Und: Sie müssen innerhalb

von zehn Prozent ihrer EV/Ebit-Tiefstände nach 2016

gehandelt werden. Die Kennzahl EV/Ebit beschreibt das Verhältnis

zwischen dem Enterprise Value und dem operativen

Gewinn und dient als Indikator für eine Über- oder Unterbewertung

eines Wertpapiers. Je geringer der Wert, desto

besser – denn er beschreibt die Zeit, die das Unternehmen

benötigt, um seinen eigenen Wert zu „refinanzieren“. Der Enterprise

Value ist der Börsenwert des Eigenkapitals,zuzüglich

aller Schulden, also des Fremdkapitals, und abzüglich

der liquiden Mittel.

Globale Lieferkette unter Druck. Angesichts des Angriffskriegs

Russlands in der Ukraine, der mit schwerwiegenden

Sanktionen belegt wird, sind die weltweiten Lieferkette weiterhin

mit einer Belastungsprobe konfrontiert. Zahlreiche

Verbindungen zwischen Westeuropa und etwa China sind eigentlich

auf die beiden Kriegsstaaten angewiesen. Und nicht

nur die gegen Russland verhängten Sanktionen sind ein Problem,

in der Ukraine macht die zerstörte Infrastruktur in den

Häfen den Schiffshandel unmöglich. Im April ist dieser fast

vollständig zum Erliegen gekommen.

Die strikte Null-Covid-Politik Chinas verschärft die Lage

zusätzlich. In Shanghai herrscht nach wie vor ein Lockdown,

die Exporte aus dem Hafen der Wirtschaftsmetropole sind

Mitte April drastisch zurückgegangen. Laut Berenberg dürfte

es noch bis 2023 dauern, bis sich die Versorgungskette etwas

normalisiert hat. Dennoch: Logistikaktien könnten aufgrund

ihrer Widerstandsfähigkeit durch anhaltend starke

Preise und hohe Margen die Papiere der Stunde sein.

15 Schnäppchen auf dem Serviertablett. Berenberg listet

nach dem Herausfiltern 25 günstig bewertete Europa-Aktien

auf, sortiert nach einer bestimmten Kennziffer: die Anzahl der

Jahre seit 2010, in denen der Gewinn pro Aktie des jeweiligen

Unternehmens gesunken ist. Das Ergebnis: Nur eine Aktie

glänzt mit durchweg konstantem Gewinnwachstum: DSV. Das

dänische Transport- und Logistikunternehmen konnte seine

Gewinne in den letzten Jahren immer steigern und führt daher

die Top 15 der Schnäppchen-Tabelle an (siehe unten). Aber auch

deutsche Konzerne lassen sich auf den vorderen Plätzen ausmachen,

darunter die Deutsche Post, Henkel und Mercedes-

Benz. Mit Logitech, das für sein Computerzubehör bekannt ist,

hat es auch ein Schweizer Wert in die Top 5 geschafft.

Auf den folgenden Seiten wirft FOCUS-MONEY einen genaueren

Blick auf den Spitzenreiter DSV sowie auf Adidas,

den Luxus-Konzern Kering und mit Shell auch auf einen Vertreter

aus dem Energiesektor. Diese Branche taucht in den

Top 25 von Berenberg besonders häufig auf.

Also: Nehmen Sie sich Stift und Papier und erstellen Sie

eine Einkaufsliste für Ihre Shoppingtour durch den Kontinent!

Prozente auf qualitativ hochwertige Aktien mit attraktiven

Kurschancen gibt es schließlich nicht alle Tage.

15 Sonderangebote aus der Europa-Abteilung

Geht es um den anhaltenden Anstieg des Gewinns je Aktie, macht DSV, den Logistikern aus Dänemark, keiner was vor. Aber auch

14 weitere Papiere gelten laut der Privatbank Berenberg als unterbewertet. Es schlummern Chancen – und die Auswahl ist groß.

Name Branche WKN/ISIN Börsenwert

EV/Ebit*

in

Mrd. Euro

*12-Monats-Prognose

EV/Ebit

(Durchschnitt

seit

2016)

EV/Ebit

(im Verhältnis

zum Tiefstand

2016)

Free-

Cashflow-

Rendite*

Dividendenrendite*

Überschuss

der Free-

Cashflow-

Rendite*

Nettoschulden/

Ebitda*

Anteil der Jahre

mit negativem

EPS-Wachstum

seit 2010

DSV Logistik A0MRDY/DK0060079531 35,7 15,4 20,8 1,09 4,6 0,7 3,9 1,3 0,0 %

Deutsche Post Logistik 555200/DE0005552004 49,7 8,2 11,3 1,00 7,8 4,5 3,3 1,2 16,7 %

Henkel Konsumgüter 604843/DE0006048432 10,6 11,0 13,1 1,00 6,4 3,0 3,4 0,0 16,7 %

Logitech Technologie A0J3YT/CH0025751329 10,2 11,5 18,2 1,00 6,5 1,6 4,9 –2,3 25,0 %

Mercedes-Benz Automobil 710000/DE0007100000 66,9 10,8 15,3 1,06 11,7 6,9 4,8 –1,0 33,3 %

Kering Konsumgüter 851223/FR0000121485 60,3 11,4 15,7 1,05 6,2 2,9 3,4 0,1 33,3 %

BMW Automobil 519000/DE0005190003 48,2 10,8 15,2 1,00 14,1 7,4 6,7 –1,2 33,3 %

Kühne + Nagel Logistik A0JLZL/CH0025238863 32,7 11,9 18,0 1,00 6,3 3,2 3,0 –0,5 33,3 %

Volkswagen Automobil 766403/DE0007664039 30,7 11,9 14,0 1,08 14,4 5,6 8,8 –0,8 33,3 %

Carlsberg Lebensmittel 861061/DK0010181759 12,8 14,5 15,0 1,04 6,0 2,9 3,1 1,3 33,3 %

Lundin Energy Energie 729364/SE0000825820 11,5 2,4 9,6 1,05 17,1 5,6 11,5 0,3 33,3 %

HeidelbergCement Baustoffe 604700/DE0006047004 11,0 6,8 9,9 1,00 13,9 5,1 8,8 1,2 33,3 %

Shell Energie A3C99G/GB00BP6MXD84 193,8 4,4 10,5 1,03 17,0 3,8 13,1 0,4 41,7 %

Adidas Konsumgüter A1EWWW/DE000A1EWWW0 38,9 14,7 19,4 1,08 5,6 2,1 3,5 –0,3 41,7 %

Ericsson Kommunikation 850001/SE0000108656 24,0 6,5 13,2 1,06 10,9 3,4 7,5 –1,6 41,7 %

Quellen: Berenberg, comdirect

30 FOCUS-MONEY 20/2022


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

„Passwörter sollten schwer zu knacken

sein, aber einfach zu managen.“

Konto

Patrick Nepper entwickelt bei Google in München

den Passwortmanager, um Passwörter sicherer zu

machen und den Umgang mit ihnen zu erleichtern.

gefunden

Besser geschützt mit Google

FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 31


moneytitel

DSV

Effizienter Logistiker aus Nordeuropa

Das Unternehmen: Auch wenn es nicht der erste Name ist, der Privatanlegern

einfällt, wenn sie an Logistikunternehmen denken, so sind die Dänen

bei Branchenkennern doch durchaus bekannt. DSV gilt seit dem Zukauf des

Konkurrenten GIL vor gut einem Jahr als drittgrößter Frachtkonzern der Welt.

Und das, obwohl das Unternehmen nicht einmal darauf ausgelegt ist, eine

große Anzahl an eigenen Schiffen, Flugzeugen oder Lastwagen zu besitzen.

Die Skandinavier aus dem dänischen Hedehusene verfolgen ein Asset-Light-

Geschäftsmodell. Das bedeutet, Kunden buchen die Transporte bei einem

der Subunternehmen. Das DSV-Netzwerk besteht aus weltweit über 200 000

Lieferanten, Partnern und Vertretern.

Die Zahlen: Die jüngsten Quartalsergebnisse, die Ende April veröffentlicht

wurden, können sich nach eigenen Angaben in allen drei Geschäftsbereichen

– „Road“, „Air & Sea“ und „Solutions“ – durchaus sehen lassen. Der

Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal von umgerechnet rund

4,5 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro fast verdoppelt. Der operative

Gewinn (Ebit) stieg um über 110 Prozent auf rund 873 Millionen Euro.

Die Vision: DSV hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lieferketten der Kunden

am Laufen zu halten. Dabei steht inzwischen mehr und mehr der Nachhaltigkeitsgedanke

im Fokus. „Eine gut geplante Lieferkette ist auch eine

grünere Lieferkette“, heißt es auf der Unternehmenswebsite. Dank des kostensparenden

Geschäftsmodells steht mehr Geld für Investitionen zur Verfügung,

die die gute Marktposition in den kommenden Jahren stärken dürften.

Quellen: Bloomberg, marketscreener

Ende der Korrektur?

Seit dem Höchststand der Aktie Mitte September

2021 verlor das DSV-Papier rund ein

Drittel an Wert. Durch die Unterbewertung

des Logistikers ergeben sich für Investoren

nun jedoch neue Einstiegsmöglichkeiten.

DSV

Kurs der DSV-Aktie in Euro

2018 19 20 21 2022

200

160

120

WKN/ISIN A0MRDY/DK0060079531

Börsenwert 35,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 19,1/19,5

Dividendenrendite 2022/23e 0,75/0,77 %

Kursziel/Stoppkurs 217,00/130,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 40 %

80

40

e = erwartet

ADIDAS

Lockdowns bremsen

Das Unternehmen: Adidas versucht, seine Kunden

noch stärker an sich zu binden. Seit 2018 läuft ein Mitgliedschaftsprogramm.

Dieses verschafft Zugang zu

gehypten Produkten, neuen Angeboten und zu speziellen

Veranstaltungen. Ziel ist es, die Zahl der Mitglieder

bis 2025 auf 500 Millionen zu steigern.

Die Zahlen: Während das Geschäft im Westen rundläuft,

belasten die Lockdowns in China spürbar Umsatz

und Gewinn. In der Volksrepublik gingen aufgrund von

Geschäftsschließungen die Verkaufserlöse im ersten

Quartal 2022 um 35 Prozent zurück. Dadurch stieg

weltweit der Umsatz nur noch um ein Prozent auf 5,3

Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie brach von 2,60

auf 1,60 Euro ein.

Die Vision: Trotz der Schwierigkeiten in China will

Adidas 2022 beim Umsatz prozentual zweistellig

wachsen. Dazu muss sich aber die Lage in der Volksrepublik

zeitnah stabilisieren. Die möglichen Einbußen

im Russland/GUS-Geschäft sind bei der Prognose

bereits zur Hälfte berücksichtigt. Der Verkauf von

Reebok ist mittlerweile über die Bühne gegangen. Die

Aktie ist nichts für schwache Nerven.

Quellen: Onvista, eigene Schätzungen

ADIDAS-

MODEL:

Einbußen in

Russland bei

der Prognose

schon teils

berücksichtigt

Deutlicher Kursdämpfer

Die Ergebnisse des ersten Quartals kamen

an der Börse nicht gut an, der Aktienkurs

sank spürbar. Für Adidas ist es entscheidend,

dass Peking die Corona-Pandemie in den

Griff bekommt.

Adidas

Kurs der Adidas-Aktie in Euro

2018 19 20 21 2022

320

280

240

200

160

WKN/ISIN A1EWWW/DE000A1EWWW0

Börsenwert 36,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 24,5/18,5

Dividendenrendite 2022/23e 2,0/2,4 %

Kursziel/Stoppkurs 234,80/158,90 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 30 %

e = erwartet

32 Foto: Adidas

FOCUS-MONEY 20/2022


KERING

China ist entscheidend

Das Unternehmen: Der Konzernname Kering ist deutlich weniger bekannt

als seine Marken. Zu diesen zählen unter anderem Gucci, Yves Saint Laurent

oder Brioni. Das Unternehmen verkauft alles, was schick, luxuriös und teuer

ist. Das reicht von Uhren über Anzüge bis hin zu Handtaschen. Der Name

Kering ist an das englische „caring“ angelehnt und soll wohl andeuten, dass

sich das Unternehmen um seine Kunden und Mitarbeiter kümmert.

Die Zahlen: Im ersten Quartal des laufenden Jahres ist der Umsatz um 27

Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro gestiegen. Vor allem in Westeuropa,

Nordamerika und Japan liefen die Geschäfte gut. In China belasteten dagegen

die Lockdowns in verschiedenen Großstädten die Verkaufserlöse. Das

höchste Wachstum erzielte Yves Saint Laurent. Gucci, die umsatzstärkste

Marke, legte dagegen schwächer zu, wuchs aber immer noch prozentual

zweistellig. Angaben zum Gewinn macht Kering im ersten Quartal nicht. Die

Ergebnisse kamen an der Börse nicht besonders gut an. Vor allem die jüngste

Entwicklung in China, die insbesondere Gucci ausbremst, macht den Analysten

Sorgen. Umgekehrt besteht aber die Chance, dass Gucci wieder besser

läuft, wenn sich die Lage in der Volksrepublik normalisiert.

Die Vision: Kering fokussiert immer wieder sein Geschäft. Im Januar gab das

Unternehmen bekannt, die beiden Schweizer Uhrenmanufakturen Girard-

Perregaux und Ulysse Nardin an das Management verkauft zu haben. Und

vor rund dreieinhalb Jahren trennte sich Kering von seiner Beteiligung an

Puma.

Quellen: Onvista, eigene Schätzungen

Über Gebühr abgestraft

Die Aktie von Kering notiert mittlerweile auf

dem Niveau von Mitte 2020, als die Corona-

Pandemie noch sehr viel schlimmer wütete.

Die Börsianer übertreiben in diesem Fall offenkundig.

Kering

Kurs der Kering-Aktie in Euro

2018 19 20 21 2022

700

600

500

400

300

WKN/ISIN

851223/FR0000121485

Börsenwert 59,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 16,0/14,5

Dividendenrendite 2022/23e 2,8/3,2 %

Kursziel/Stoppkurs 612,80/431,00 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 25 %

e = erwartet

SHELL

Die Öl- und Gaseinnahmen sprudeln

Das Unternehmen: Öl der Sorte Brent Crude hat sich allein seit Jahresanfang

um rund 40 Prozent verteuert. Und die Sanktionen gegen Russland werden

wohl dafür sorgen, dass der fossile Energierohstoff vorerst teuer bleibt.

Davon profitieren natürlich Ölförderer wie Shell. Der Konzern betreibt unter

anderem Tiefsee-Bohrplattformen im Golf von Mexiko oder vor der Küste

Großbritanniens und fördert dort Öl und Gas. In Kanada gibt es außerdem

eine Anlage zur Produktion von Flüssiggas, was angesichts der Abhängigkeit

Europas von russischen Gaslieferungen äußerst interessant ist.

Die Zahlen: Shell hat im ersten Quartal 2022 schon 9,1 Milliarden Dollar verdient

und damit mehr als im gesamten Corona-Jahr 2020. Im Vergleich zum

Auftaktquartal des vergangenen Jahres bedeutete dies fast eine Verdreifachung

des Gewinns. Gleichzeitig hat der Konzern seine Schulden 2021 um

rund 30 Prozent auf zuletzt 52,6 Milliarden Dollar zurückgefahren.

Die Vision: Der größte Öl- und Gaskonzern Europas reklamiert für sich das

Ziel, bis spätestens 2050 CO 2 -neutral zu arbeiten. Dazu investiert Shell in

kohlenstoffarme Energieträger wie Biokraftstoffe, Wasserstoff, Ladestationen

für Elektrofahrzeuge oder in Wind- und Solarparks. Trotz des jüngsten Kursanstiegs

wird die Aktie, verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen

sechs Jahre, mit einem Abschlag von fast 60 Prozent gehandelt. Derzeit prüft

das Management die Abschaffung der vielfach kritisierten Doppelspitze. Details

sollen im November bekannt gegeben werden. Die Börse würde das

begrüßen.

FOCUS-MONEY 20/2022

Quellen: Onvista, eigene Schätzungen

Dickes Aktienrückkaufprogramm

Im Februar hat Shell angekündigt, für 8,5 Milliarden

Dollar eigene Aktien zurückzukaufen

– in etwa vier Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung.

Knapp die Hälfte wurde bereits

umgesetzt.

Shell

Kurs der Shell-Aktie in Euro

2018 19 20 21 2022

WKN/ISIN A3C99G/GB00BP6MXD84

Börsenwert 189,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 6,3/6,6

Dividendenrendite 2022/23e 3,7/3,9 %

Kursziel/Stoppkurs 36,65/23,90 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 35 %

30

25

20

15

10

33

e = erwartet


moneytitel

NORWEGEN-STRATEGIE

Das

Maximum-

Prinzip

Norwegen steckt seine Ölgewinne

in Aktien, Anleihen & Co.

– und das mit großem Erfolg!

FOCUS-MONEY erklärt das

Norwegen-Modell und zeigt,

wie Sie es für sich nutzen

von SINAN KRIEGER

SICHER IST SICHER: So

legen Sie Ihr Geld wie die

Norweger an

Warren Buffett? Kennen Sie! George Soros? Ebenfalls

bekannt. Ray Dalio? Auch schon häufiger gehört.

Nicolai Tangen? Nicolai wer? Nein, wir haben uns

nicht vertippt. Dieser Name gehört nämlich ganz sicher in

diese Liste. Genauer gesagt: ganz an die Spitze. Denn mit einem

verwalteten Vermögen von 1,3 Billionen US-Dollar lässt

Tangen die genannten Börsenstars erblassen. Doch keine

Sorge, Sie sind nicht der Einzige, der diesen Namen vermutlich

nicht zuordnen kann, deshalb helfen wir Ihnen. Nicolai

Tangen ist Vorstandsvorsitzender des Staatlichen Pensionsfonds

Norwegens, des größten Staatsfonds der Welt. Seit

1998 steckt Norwegen seine Öleinnahmen in diesen Fonds.

„Unser Prinzip ist einfach: Wir tauschen unser Öl und Gas

gegen internationale Unternehmensbeteiligungen“, erklärt

Björn From, Investmentdirektor im Osloer Finanzministerium.

Der Erfolg spricht dabei für sich: Über 350 Milliarden

Euro investierte Norwegen aus seinen Steuereinnahmen aus

der Öl- und Gasindustrie bisher in den Fonds, der mittlerweile

jedoch fast viermal so viel wert ist. Anders ausgedrückt:

Für jeden Einwohner hat Norwegen bislang also rund

241 000 US-Dollar zurückgelegt. Das Prinzip ist dabei simpel

und bewährt: maximale Diversifikation.

Mehr ist mehr. Die Norweger sind über ihren Fonds an über

9300 Unternehmen beteiligt – und das im Durchschnitt mit

1,3 Prozent. Die Top-Positionen sind dabei Apple, Microsoft,

Alphabet, Amazon und Nestlé. In Deutschland sind die Norweger

an insgesamt 212 Unternehmen direkt beteiligt.

Knapp 1,9 Prozent von SAP gehören dem Staatsfonds. Bei

34 Illustrationen: VectorStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 20/2022


Thyssenkrupp sind es sogar 4,9 Prozent. Mit insgesamt

72 Prozent am Gesamtvolumen machen

Aktien den größten Anteil aus. Ein Viertel des

Gesamtvolumens fließt in Anleihen – davon 70

Prozent in Staatsanleihen und 30 Prozent in Unternehmensanleihen.

Hierbei gilt: Qualität vor

Quantität. Laut Management dürfen Anleihen

mit einem Kreditrating unterhalb von „Investment

Grade“ nicht mehr als fünf Prozent des gesamten

Anleihenbestands des Fonds ausmachen.

Der restliche Teil am Gesamtvolumen entfällt auf

Immobilen. Kurzum: Tangen und sein Team setzen

auf maximale Diversifikation – und das mit Erfolg.

Die durchschnittliche Jahresrendite seit 1998 beträgt

6,6 Prozent. Lediglich in fünf Kalenderjahren haben die

Geldmanager ein Minus verzeichnet. Besonders spannend:

Die Norwegen-Strategie brilliert vor allem in den jüngsten

Jahren mit satten Renditen. Allein 2021 wurde eine Rendite

von 14,5 Prozent erzielt. „Die guten Ergebnisse sind hauptsächlich

auf die sehr starke Entwicklung des Aktienmarkts

während des gesamten Jahres zurückzuführen. In allen Sektoren

wurden gute Renditen erzielt, aber die Anlagen in

Technologie- und Finanzwerte schnitten besonders gut ab“,

kommentierte Nicolai Tangen die Ergebnisse.

Norwegen für jedermann. Grund genug für FOCUS-

MONEY, diese bewährte Strategie näher zu beleuchten. Das

Ziel: Norwegen für jedermann. Ein Portfolio, welches nach

demselben Konzept aufgebaut ist und von jedem Privatanleger

einfach umgesetzt werden kann. Das Ergebnis: ein

Portfolio, bestehend aus nur sechs ETFs, welches wir Ihnen

erstmalig bereits 2018 vorgestellt haben und wovon Sie sich

ein Update gewünscht haben. So zeigt die Rückrechnung:

Dieses ETF-Portfolio hätte seit 2013 eine durchschnittliche

Jahresrendite von 9,3 Prozent erzielt. Ein Investment von

10 000 Euro wäre in diesem Zeitraum auf insgesamt 22 800

Euro angewachsen. Und das bei einer Volatilität von unter

zehn Prozent. Zum Vergleich: Der MSCI-World-Index

kommt im selben Zeitraum auf eine Durchschnittsvolatilität

von 12,7 Prozent. Diese Beständigkeit zeigt sich auch in

der Gewinnrelation, also dem Anteil an Monaten, in denen

die Norwegen-ETF-Strategie im Plus abschließen konnte.

Diese beträgt fast 70 Prozent. Und auch der maximale Jahresverlust

liegt mit 6,9 Prozent signifikant unter den 7,5 Prozent

Einbuße beim MSCI-World.

Kurzum: Das Norwegen-ETF-Portfolio hat seit seiner Vorstellung

vor knapp vier Jahren beeindruckende Ergebnisse

geliefert. Und insbesondere in diesen volatilen Zeiten scheint

die Norwegen-Strategie durch ihre breite Diversifikation

sinnvoll zu sein. FOCUS-MONEY hat die hauseigene ETF-

Strategie deshalb nochmals dem Original angepasst.

1000 Investments in sechs ETFs. Zum Verständnis: Als

größter Staatsfonds der Welt mit einem Gesamtvolumen von

über einer Billion US-Dollar hat das Team um Tangen Möglichkeiten,

die für den Privatanleger nicht zu 100 Prozent

nachzubilden sind. Interessierte Anleger finden auf der

Homepage www.nbim.no eine detaillierte Auflistung aller

Investments des Fonds. Dieser Transparenz ist es auch zu

verdanken, dass Privatanleger mit nur sechs ETFs die Idee

Er steigt und steigt und steigt . . .

Der norwegische Staatsfonds ist mit 1,3 Billionen

US-Dollar der größte Staatsfonds der Welt und an

über 9000 Unternehmen auf der ganzen Welt

direkt beteiligt.

Vermögen des norwegischen Staatsfonds

in Milliarden norwegischen Kronen

98 2000 05 10 15 2020

Quelle: Bloomberg

Sicher ist sicher

Nicht nur der Aktienteil ist breit diversifiziert – auch

das Portfolio selber. Denn außer in Aktien investieren

die Norweger auch in Anleihen und Immobilien.

Gewichtung im norwegischen Staatsfonds

Anteile der Anlageklassen in Prozent

Immobilien 2,5 0,1

Anleihen

Quelle: Bloomberg

25,4

72,0

erneuerbare Energien,

Infrastruktur

Aktien

Robuste Gewinne

Seit 1998 hat der norwegische Staatsfonds lediglich

in fünf Jahren eine negative Rendite erzielt. Die monatliche

Gewinnquote liegt in den letzten zehn Jahren

bei fast 70 Prozent.

Jährliche Rendite im norwegischen Staatsfonds

in Prozent

98 2000 05 10 15 2020

Quelle: Bloomberg

12

8

4

0

20

10

0

–10

20

–30

FOCUS-MONEY 20/2022 35


moneytitel

Wie das Original

Die jüngste Historie zeigt: Das Norwegen-ETF-Portfolio,

welches FOCUS-MONEY 2018 kreiert hat, konnte

in den vergangenen Jahren deutlich überzeugen.

Jährliche Rendite des ETF-Portfolios

2014 15 16 17 18 19 20 2021

Quelle: Bloomberg

Verteilung der monatlichen Renditen

in Prozent

Fast immer im Gewinn

Die Robustheit des Portfolios ist das vielleicht größte

Asset der Norwegen-Strategie. In sieben von zehn

Monaten liefert die Strategie im Schnitt Gewinne.

Das ist stark!

Anzahl der Monate

–14 –12 –10 –8 –6 –4 –2 0 2 4 6 8 10

monatliche Rendite in Prozent

Quelle: Bloomberg

Mit weniger mehr erreichen

Sechs ETFs reichen aus, um nach norwegischem

Vorbild die maximale Diversifikation zu erreichen.

Ebenfalls attraktiv: Die ETFs sind kostengünstig zu

handeln. FOCUS-MONEY empfiehlt ein jährliches

Rebalancing anhand des Originals.

20

15

10

5

0

–5

30

20

10

0

SPRUDELNDE GEWINNE: Aus Ölerträgen werden Aktieninvestments

des Staatsfonds nachbauen können. Die Voraussetzungen:

geringe Kosten, etablierte Fonds und einfache Handhabung.

Der Grundgedanke: Diversifikation für mehr Stabilität. Hierzu

setzt das ETF-Portfolio auf drei Aktien-Indexfonds.

Im Fokus stehen neben wachstumsstarken Smallcaps vor

allem hochkapitalisierte Weltunternehmen aus den USA und

Europa. Im Bereich Anleihen, der wie im Original-Portfolio

rund 25 Prozent ausmacht, setzen Anleger vornehmlich auf

Staatsanleihen mit niedrigem Emittentenrisiko und ergänzen

diese durch Unternehmensanleihen, die im Durchschnitt

eine erhöhte Verzinsung versprechen.

Immobilien sind mit fünf Prozent ein eher kleiner Faktor.

Anleger können diesen Anteil entweder in einen der Anleihenfonds

umschichten oder auf einen globalen Immobilien-

ETF wie den iShares Developed Markets Property Yield setzen.

Dieser investiert in Immobilienunternehmen und Reits,

die eine aktuelle Dividendenrendite von mindestens zwei

Prozent aufweisen. Das Resultat: die nötige Balance aus Rendite

und Risiko und starke Argumente – gerade in stürmischen

Zeiten.

Das Indexfonds-Portfolio ist somit nichts für Adrenalinjunkies

oder Lautsprecher, die den Kick suchen. Es ist für

Menschen wie Nicolai Tangen, die ihren Kaffee fernab des

Schweinwerferlichts in Ruhe genießen wollen. Menschen

mit Verstand und Weitsicht – clever und vor allem erfolgreich,

gerade auf lange Sicht. Für die Schlagzeilen sind die anderen

zuständig.

Kategorie Name WKN ISIN Repliktionsmethode

Fondsvolumen

in Mio. Euro

TER in %

Rendite 1/3 Jahre

in %

Gewichtung

in %

Aktien Xtrackers MSCI World Swap DBX1MW LU0274208692 synthetisch 3043 0,45 10,9/43,9 30

Xtrackers MSCI World Value Factor A1103E IE00BL25JM42 physisch 1254 0,25 12,2/23,4 20

SPDR MSCI World Small Cap A1W56P IE00BCBJG560 physisch 702 0,45 0,5/31,4 20

Anleihen iShares Global Corporate Bond A1J0YD IE00B7J7TB45 physisch 1026 0,2 –0,6/5,0 10

iShares Global Government Bond A0RGEM IE00B3F81K65 physisch 904 0,2 –1,6/-0,4 15

Immobilien iShares Developed Markets Property Yield A0LEW8 IE00B1FZS350 physisch 1832 0,59 13,7/14,7 5

Quelle: Bloomberg

36 Foto: H. Pettersen/Equinor

FOCUS-MONEY 20/2022


PFIZER

Der Kraftstoff aus der Spritze

Quarantäne verkürzt, Maskenpflicht aufgehoben – nach

zwei Jahren Pandemie schafft es die Gesellschaft wieder

langsam in den Alltagsmodus. Erst im kommenden Herbst

wird sich aber erweisen, ob Corona wirklich seinen Schrecken

verloren hat. Die Normalisierung basiert auf der inzwischen

deutlich erhöhten Impfquote. Und einer der füh-

HIT

CARSHARING

UMSATZGARANT:

Corona-Impfstoff

Comirnaty

UND

renden Impfstoff-Hersteller kann diesen Erfolg weiterhin

in seiner Bilanz ablesen: Pfizer.

Auch im ersten Quartal 2022 hat der US-Pharma-Konzern

den Impfstoff Comirnaty, den er zusammen mit dem deutschen

Erfolgsunternehmen Biontech vermarktet, sehr gut

verkauft. Allein mit Comirnaty will Pfizer bis Ende Dezember

32 Milliarden Dollar erwirtschaften, das Corona-Medikament

Paxlovid soll weitere 22 Milliarden einbringen.

Der Gesamtumsatz zog im ersten Quartal um 77 Prozent

an. Damit steht das Unternehmen als einer der großen

Gewinner der Virenwelle da. Seit Beginn der Pandemie

hat der Börsenkurs um 66 Prozent zugelegt. Zum Vergleich:

Johnson & Johnson plus 23 Prozent, AstraZeneca

plus 45 Prozent. Den Mainzer Impfstoff-Hersteller

Biontech schlägt allerdings so schnell keiner. Nach stürmischen

Aufs und Abs liegt dessen Aktie noch immer 350

Prozent über dem Stand von vor der Pandemie. GD

SHIT

Wenn das Spiel die Spieler verändert

Noch so ein Zukunftstrend, der zur Vergangenheit wird?

Carsharing – eine ganze Reihe von Automobilherstellern

hatte noch vor einigen Jahren schwer darauf gesetzt. Die

Annahme: Künftig würden speziell in Städten weniger

Menschen einen Pkw kaufen wollen, stattdessen im Bedarfsfall

im Abosystem mieten. Über Apps und Mobilitätsdienstleistungen

wollten die Konzerne mehr erwirtschaften

ANREISSER: als mit dem rectem reinen erro Verkauf il int doluptat von eturerition Wagen.

NEQUE

Die beiden deutschen Premium-Hersteller BMW und Mercedes-Benz

ziehen sich nun aber aus dem einstigen Zukunftsbusiness

zurück und verkaufen ihr Joint Venture

Share Now zu einem günstigen Preis an den Konkurrenten

Stellantis. Was sie mal als „Gamechanger im Wachstumsmarkt

urbane Mobilität“ annoncierten, scheint ziemlich

müde auf der Strecke geblieben zu sein. Corona hat

dem Geschäftsmodell zugesetzt. In der App des Anbieters

sank die Zahl der Interaktionen im vergangenen Jahr von

CORONA BREMST: Wagen des Mobilitätsdienstes Share Now

16,3 Millionen auf 14,4 Millionen. Das Prinzip „Leihen statt

kaufen“ dürfte aber nicht am Ende sein. Kommunale Anbieter

wie Stattauto machen damit immer noch ein gutes

Geschäft. Der Bundesverband CarSharing teilt mit, dass

die Zahl der deutschen Städte mit entsprechendem Angebot

inzwischen auf 935 gestiegen sei, die Zahl der Nutzer

auf 3,4 Millionen. Die Konkurrenz unter den Anbietern lichtet

sich jedoch allmählich.

GD

FOCUS-MONEY 20/2022

Illustrationen: Vecteezy Fotos: Biontech, Share Now 37


moneytitel

STAGFLATION

FÜNF JAHRZEHNTE LANG

bewiesen bestimmte

Sektoren während einer

Stagflation ihre Stärke

Das Beste

aus 50 Jahren

Eine neue Studie gibt Aufschluss

darüber, welche drei Branchen in

den letzten 50 Jahren während

Stagflationsphasen besonders

kräftig zulegten

von ISABEL SCHOMMERS

Quelle: HQ Trust

Deutlicher Vorsprung

Sie sind eindeutig auszumachen – die Verlierer und

Gewinner eines Stagflationsszenarios.

Rendite von

US-Branchen

in Stagflationsphasen

in Prozent

pro Jahr

Versorger 10,1

Basiskonsumgüter

6,4

Energie 3,7

Kommunikation 2,1

Gesundheit 0,3

IT 0,3

–3,4 Industrie

–3,5 Nicht-Basiskonsumgüter

–9,1 Rohstoffe*

–9,6 Finanzen

–11,3 Immobilien

*inkl. Hilfs- u.

Betriebsstoffe

Düster drängt sich zurzeit das Drohszenario der 70er-

Jahre auf: Die Preise steigen unaufhaltsam, während

die Konjunktur ins Stocken gerät. Diese giftige Mischung

mündete damals in das Unheil einer Stagflation, die

zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz trieb. Jetzt befürchten

viele Ökonomen, dass sich die Geschichte wiederholt.

Wie könnten Anleger sich für solch schwierige Zeiten

rüsten? Eine Studie des deutschen Familiy Office HQ Trust

gibt Antworten.

Die Untersuchung. Die Frage, der das Institut nachging:

Welche Branchen schneiden in verschiedenen wirtschaftlichen

Phasen am besten ab? Für die Antwort wurde zunächst

die relative Rendite der einzelnen Sektoren ermittelt, die

dann mit dem Gesamtmarkt verglichen wurde. Der Zeithorizont

der Untersuchung erstreckt sich von Dezember 1973

bis Februar 2022 und umfasst damit knapp 50 Jahre. Im

nächsten Schritt wies HQ Trust die Entwicklung des Gesamtmarkts

je nach wirtschaftlicher und inflationärer Situation

verschiedenen Konjunkturphasen wie einer Stagflation oder

einem Boom zu. Die Einteilung erfolgte auf Basis des Leading-

Economic-Index (LEI), der den aktuellen Konjunkturzyklus

sowie dessen Wendepunkte anzeigt.

Die Gewinner. Und welche Branchen setzten sich in Stagflationsphasen

durch? Drei Bereiche taten sich als deutliche

Gewinner hervor. Auf Platz drei: der Energiesektor, der den

Gesamtmarkt um 3,7 Prozent schlug. Es folgen Konsumgüter,

die die Benchmark um 6,4 Prozent übertrafen. Top eins:

Versorger, die im Mittel um ganze 10,1 Prozent besser abschnitten

als der Index. Zum Vergleich: Der Immobiliensektor,

der zu den größten Stagflationsverlierern zählte, hinkten

dem Markt um 11,3 Prozent hinterher – das macht die

größte Kluft deutlich, die während dieses Konjunkturzyklus

zwischen den schwachen und den starken Branchen besteht.

Besonders schlecht entwickelten sich neben dem Immobiliensektor

noch das Finanzwesen sowie der Bereich Roh-,

Hilfs- und Betriebsstoffe.

Die besten Aktien. Natürlich gilt es nun für Anleger, dieses

Wissen für sich zu nutzen. Daher stellt FOCUS-MONEY

Ihnen auf den nächsten Seiten die besten Werte unserer drei

Gewinnerbranchen Versorger, Konsumgüter und Energie vor.

Übrigens: Auch Dividendenjäger werden in dieser Auswahl

fündig werden.

38 Illustration: VectorStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 20/2022


RWE

ENCAVIS

PROCTER & GAMBLE

Growing Green

Starkes Momentum

Pionier der Marken

Das Unternehmen: Seit über 120

Jahren versorgt RWE Menschen und

Unternehmen mit Strom. Nach wie vor

stammt ein Großteil des Umsatzes

aus dem Gas- und Braunkohlegeschäft.

Doch im November 2021 stellte

RWE seine neue Strategie „Growing

Green“ vor. Das Ziel: die

Kapazität bis 2030 von 25 auf 50 Gigawatt

verdoppeln – und den Ausbau

erneuerbarer Energiequellen vorantreiben.

Die Stromerzeugung auf See

soll so in der nächsten Dekade von

2,4 auf 8 Gigawatt zulegen. Für die

Bereiche Onshore-Windkraft- sowie

Solaranlagen ist ein Ausbau von

sieben auf 20 Gigawatt geplant. Insgesamt

50 Milliarden Euro will RWE

dafür in die Hand nehmen.

Die Zahlen: Für den Stromriesen lief

es 2021 prächtig: Der Umsatz wuchs

um stolze 80 Prozent auf 24,5 Milliarden

Euro. Das Nettoergebnis stieg

um ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro

und übertraf damit deutlich die erwartete

Spanne zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden

Euro.

Die Vision: Mithilfe seiner Investitionsoffensive

will RWE seinen operativen

Gewinn in der nächsten Dekade

in die Höhe treiben. Bis 2030 soll er

auf fünf Milliarden Euro anschwellen,

2021 lag er bei 3,7 Milliarden Euro.

Das Unternehmen: Das Hamburger

Unternehmen Encavis erwirbt und

betreibt Onshore-Windkraftanlagen

und Solarparks in Europa. Um in das

Portfolio aufgenommen zu werden,

müssen staatlich garantierte Einspeisevergütungen

oder Abnahmeverträge

von bis zu 20 Jahren bestehen.

Zudem investiert Encavis ausschließlich

in Projekte, die bereits in der

Bauphase, schlüsselfertig oder in Betrieb

sind – und sich in einem stabilen

wirtschaftlichen Umfeld befinden.

Laut Angaben des Unternehmens

umfasste das Portfolio im letzten

Jahr 199 Solarparks sowie 100 Windkraftanlagen

mit einer Leistung von

über drei Gigawatt.

Die Zahlen: Encavis steigerte seinen

Umsatz im ersten Quartal 2022 um

knapp die Hälfte auf 90 Millionen

Euro. Der bereinigte operative Gewinn

vor Zinsen und Steuern (Ebit)

legte um fast 170 Prozent zu: von 13

auf 35 Millionen Euro.

Die Vision: Konzernchef Dierk Paskert

rechnet für das Gesamtjahr

2022 mit einem Umsatz von 380 Millionen

Euro – im Vergleich zu 2020

ein Plus von 14 Prozent. Der bereinigte

operative Gewinn vor Zinsen und

Steuern (Ebit) soll sich um elf Prozent

auf 166 Millionen Euro erhöhen.

Das Unternehmen: Wer eine Drogerie

betritt, der ist – ohne es zu merken

– umgeben von den Produkten von

Procter & Gamble. Ariel, Gillette, Always,

Oral-B, Febreze – hinter fast 30

dieser bekannten Namen verbirgt

sich der US-amerikanische Konsumgüterkonzern.

P&G hat sich so als

Pionier des Markenmanagements

etabliert – das Unternehmen rangierte

auch 2022 auf Platz eins der größten

Werbetreibenden der Welt, die

Investitionen beliefen sich auf 1,8 Milliarden

Euro. Doch nicht nur die Marketingstrategie

überzeugt, sondern

auch die Dividendenpolitik. Seit insgesamt

66 Jahren hat der Konzern

seine Ausschüttungen kontinuierlich

gesteigert, in der letzten Dekade um

durchschnittlich 5,2 Prozent jährlich.

Die Zahlen: Im abgelaufenen Quartal

wuchs der Konzernumsatz um sieben

Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Der

operative Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen

erhöhte sich um knapp

fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Die Vision: Nach einem starken dritten

Quartal hob P&G seine Prognose

für 2022 jetzt schon zum zweiten Mal

an: Der organische Umsatz soll nun

um sechs bis sieben Prozent wachsen,

zuvor lag die erwartete Spanne

bei vier bis sechs Prozent.

RWE

Aktienkurs in Euro

2021

JAN

2022

JAN

MAI

WKN

A0JBPG

ISIN

DE000A0JBPG2

Börsenwert 27,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 17,1/23,4

Dividendenrendite 2022/23e 2,3/2,3 %

Kursziel/Stoppkurs 54,00/33,00 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 41,7 %

40

36

32

28

e = erwartet

Encavis

2021

JAN

Aktienkurs in Euro

JAN

2022

MAI

WKN 609500

ISIN

DE0006095003

Börsenwert 3,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 38,4/35,5

Dividendenrendite 2022/23e 1,5/1,6 %

Kursziel/Stoppkurs 24,70/17,00 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 23,4 %

24

20

16

12

e = erwartet

Procter & Gamble

Aktienkurs in Euro

JAN

2021

2022

JAN

MAI

150

140

130

120

110

100

WKN 852062

ISIN

US7427181091

Börsenwert 366,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 27,1/25,3

Dividendenrendite 2022/23e 2,2/2,4 %

Kursziel/Stoppkurs 156,72/125,97 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 5,7 %

e = erwartet

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022

39


WALMART

Das neue Amazon

Das Unternehmen: Der Einzelhändler

Walmart ist, gemessen am Umsatz

von 544,2 Milliarden Euro, das größte

Unternehmen der Welt. 65 Prozent

davon werden auf dem heimischen

US-Markt erzielt. Seit dem Ausbruch

des Ukraine-Kriegs am 24. Februar

2022 explodiert der Kurs förmlich – innerhalb

von drei Monaten schoss er

um 21 Prozent nach oben. Doch noch

ist es nicht zu spät: Jefferies sieht weiterhin

solides Aufwärtspotenzial von

14,7 Prozent. Zudem profitieren Investoren

von einer lukrativen Dividende,

die Walmart seit nunmehr 49 Jahren

stetig gesteigert hat.

Die Zahlen: Die im Jahr 2021 erzielten

Umsatzerlöse von 544,2 Milliarden

Euro stellten im Vergleich zum

Vorjahr ein Plus von 2,4 Prozent dar.

Das operative Ergebnis verbesserte

sich in diesem Zeitraum um 15 Prozent

auf etwa 24,7 Milliarden Euro, der

Nettogewinn legte um ein Prozent auf

12,4 Milliarden Euro zu.

Die Vision: 50 000 neue Beschäftige

will der Konzern einstellen. Unter anderem

werden sie für den Ausbau des

Online-Geschäfts gebraucht. Denn

der Konsumgüterriese will sich vom

Einzelhändler zum E-Commerce-

Business wandeln und damit Amazon

Konkurrenz machen.

Walmart

Kurs der Walmart-Aktie in Euro

2021

JAN

2022

JAN

MAI

140

130

120

110

100

WKN 860853

ISIN

US9311421039

Börsenwert 397,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 28,7/22,6

Dividendenrendite 2022/23e 1,5/1,5 %

Kursziel/Stoppkurs 166,20/123,20

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 14,7 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

CONOCOPHILLIPS

Zurück zu alter Kraft

Das Unternehmen: ConocoPhillips

zählt zu den führenden Ölkonzernen

der USA. Nachdem das Unternehmen

im Corona-Jahr 2020 heftige Umsatzeinbußen

hinnehmen musste, holte

sich ConocoPhillips seitdem mit

gleich zwei Zukäufen neue Stärke ins

Portfolio: Für 9,2 Milliarden Euro übernahm

der Ölgigant zunächst den kleineren

Mitbewerber Concho und weitet

damit seinen Marktanteil im

Perm-Becken aus, das sich von Texas

bis New Mexico erstreckt. Nun erwarb

das Unternehmen Ende 2021 auch

die dortigen Förderaktivitäten vom

Konkurrenten Shell für neun Milliarden

Euro. Durch die zwei Megadeals

ist ConocoPhillips in die Riege der

fünf größten Produzenten im Permischen

Becken aufgestiegen.

Die Zahlen: Im vergangenen Quartal

hat der Ölriese wieder Kraft bewiesen.

So hatte sich der Umsatz mehr als verdoppelt:

Er wuchs um 158,4 Prozent

auf 14,8 Milliarden Euro. Der Gewinn

je Aktie (EPS) belief sich auf 2,15 Euro,

nach minus 0,18 Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Vision: Für das nächste Quartal

erwarten Analysten im Schnitt Erlöse

von 16,4 Milliarden Euro, im Vergleich

zum Vorjahr hätte ConocoPhillips damit

ein Plus von gut 64 Prozent erzielt.

ConocoPhillips

Kurs der Conoco-Aktie in Euro

2021

JAN

2022

JAN

MAI

WKN 575302

ISIN

US20825C1045

Börsenwert 118,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 7,7/9,1

Dividendenrendite 2022/23e 2,5/2,9 %

Kursziel/Stoppkurs 116,43/81,25 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 21,8 %

Quelle: Bloomberg

90

70

50

30

e = erwartet

ENBRIDGE

Kanadas Energieheld

Das Unternehmen: Enbridge betreibt

das weltweit größte und komplexeste

Pipelinesystem in Kanada und den

USA. Dort werden etwa 30 Prozent

des in Nordamerika geförderten Rohöls

transportiert sowie 20 Prozent des

in den Vereinigten Staaten verbrauchten

Erdgases. Schon früh investierte

Enbridge auch in erneuerbare Energien.

Das Unternehmen legte seinen

Fokus zunächst auf Offshore-Windfarmen,

insgesamt 23 befinden sich im

Portfolio des Konzerns. Inzwischen

hat Enbridge diesen Bereich deutlich

erweitert – unter anderem um 17 Solarparks,

fünf Anlagen zur Wärmerückgewinnung

und ein Wasserkraftwerk.

Zusammen verfügen diese

Projekte über eine Kapazität von 5179

Megawatt.

Die Zahlen: 2021 konnte Enbridge

seine Erlöse um 21,2 Prozent auf 35

Milliarden Euro steigern. Der operative

Gewinn kletterte um 33 Prozent auf

14,2 Milliarden Euro. Zudem beschloss

Enbridge Ende 2021, die Dividende,

die der Konzern seit 66 Jahren ausschüttet,

zum 49. Mal zu erhöhen.

Die Vision: Bis 2023 will Enbridge

etwa zwölf Milliarden Euro in die Erweiterung

und Modernisierung seiner

Anlagen stecken. Auch neue Windund

Solarparks sollen entstehen.

Enbridge

Kurs der Enbridge-Aktie in Euro

2021

JAN

2022

JAN

MAI

WKN 885427

ISIN

CA29250N1050

Börsenwert 84,0 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 18,8/17,8

Dividendenrendite 2022/23e 6,1/6,3 %

Kursziel/Stoppkurs 49,54/35,57 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 18,4 %

Quelle: Bloomberg

42

38

34

30

26

e = erwartet

40 FOCUS-MONEY 20/2022


moneytitel

INTERVIEW

Die Nachfrage lässt die

Preise weiter steigen“

Für Meisterwerke zahlen Sammler jeden Preis. Doch welchen Wert

hat Kunst? Nicola Gräfin Keglevich, Senior Director bei Ketterer

Kunst, über einen Markt, auf dem die Preise weiter steigen dürften

von HEIKE BANGERT

450 Millionen Dollar zahlte ein Sammler 2017 für Leonardo

da Vincis „Salvator Mundi“. Berechtigt? 1958 war das Bild bei

Sotheby’s in London für 45 Pfund über den Tresen gegangen.

Nicola Gräfin Keglevich: Ein Kunstwerk ist immer das

wert, was man selbst bereit ist auszugeben. Offensichtlich

war es jemandem so viel wert. Und er war nicht allein.

Es gibt ja immer noch den Unterbieter. Gemeinsam

haben sie um das Werk gekämpft. Am Kunstmarkt

bestimmen wie überall Angebot und Nachfrage den

Preis. International gehandelte Kunstwerke treffen auf

eine höhere Nachfrage. Ein lokaler Künstler muss sich

den Markt erst erarbeiten. Wenn es nur wenige Sammler

gibt, dann sind die Preise entsprechend geringer.

Zu den Sammlern gesellen sich mehr und mehr Investoren.

Was unterscheidet die beiden?

Keglevich: Sammler kaufen, weil ihnen die Kunst

gefällt und ihnen der Künstler etwas sagt. Sie versuchen,

eine Sammlung aufzubauen. Investo-

Vita

Nicola Gräfin Keglevich

Geb. 1972 in München, Studium der

Kunstgeschichte in München und Florenz

DIE LEIDENSCHAFT

zum Beruf gemacht zu haben,

empfindet Nicola Gräfin Keglevich

als großes Privileg

Berufseinstieg bei Gurr Johns (Art

Advisory & Valuation), 2007 Wechsel

zu Sotheby’s, wo sie 2016 die Leitung

des Münchner Büros übernimmt

2021 wechselt sie ins Leitungsteam

des Münchner Auktionshauses

Ketterer Kunst

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Ketterer Kunst GmbH & Co. KG 41


moneytitel

Erich Heckel:

„Kinder“, 1909/10. Schätzpreis der Auktion am

10.6.2022 bei Ketterer: 600 000–800 000 Euro

August Macke:

„Mädchen mit blauen Vögeln“, 1914.

Schätzpreis der Auktion am 10.6.2022 bei

Ketterer: zwei bis drei Millionen Euro

ren hingegen sehen sich eher das Umfeld des Künstlers an.

Sie sind gut beraten, die Blue Chips der Kunst zu kaufen, also

Top-Namen wie Picasso, Warhol und Richter. Wenn ich zudem

auf Top-Qualität achte, habe ich in der Regel ein gutes

Investment getätigt, weil die Nachfrage weiter steigen wird.

Was bedeutet Kunst für Sie?

Keglevich: Kunst ist mein Leben, privat wie beruflich. Da

bin ich sehr privilegiert, weil ich meine Leidenschaft zu meinem

Beruf machen konnte. Ich bin mit Kunst aufgewachsen.

Meine Eltern haben Kulturreisen gemacht und es fertiggebracht,

dass wir Museen nicht als Schreckgespenst in

unserem Leben gesehen haben, sondern als Bereicherung.

Später habe ich dann Kunstgeschichte studiert.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Kunstkauf?

Keglevich: (lacht) Ich habe es nicht selbst gekauft, sondern

meinen Mann dazu überredet. Es war eine sehr schöne Tuschezeichnung

von Otto Dill, ein schreitender Löwe. Die

Leichtigkeit des Striches, das Lavierende hebt die Dynamik

des Löwen hervor. Die Zeichnung werde ich nie verkaufen.

Und was bedeutet Kunst für die Gesellschaft?

Keglevich: Anfangs spiegelte die Kunst mythologische und

christliche Themen wider. Sie brachte uns unsere Herkunft

nahe. Die zeitgenössische Kunst ist kritischer und manchmal

unbequem. Sie eröffnet die Möglichkeit, die Welt aus einem

anderen Blickwinkel zu betrachten, und bereichert die Welt.

Wann ist Kunst ein gutes Investitionsobjekt?

Keglevich: Wichtig ist, dass ich mir Künstler ansehe, die

schon einen Markt haben. Das sollte sich auf dem Sekundärmarkt,

also dem Auktionsmarkt, widerspiegeln. Man sollte

sich mit dem Künstler genau beschäftigen, weil nicht jede

Epoche und nicht jedes Werk des Künstlers gleich wertvoll

ist. Auch Künstler haben mal schlechte Tage. Top-Qualität

und die richtige Epoche ist wichtig. Und dann ist es wie auf

anderen Märkten auch: Wenn ich zum höchsten Level einsteige

und nicht mehr daran glaube, dass der Preis weiter

steigt, bin ich schlecht beraten. Wenn ich allerdings meine

Hausaufgaben mache, kann es eine sehr gute Investition sein.

Gibt es in der Kunst auch die Coca-Colas, die alles überdauern?

Keglevich: Das meine ich mit den Blue Chips der Kunst. Ich

habe natürlich keine Glaskugel und weiß nicht, was die

nächsten Generationen als erstrebenswerte Kunstwerke

erachten. Doch die Vielfältigkeit eines Künstlers ist eine

Voraussetzung dafür, dass er interessant bleibt. Ein großer

Treiber im Kunstmarkt sind die Asiaten. Sie kaufen jetzt

westliche Kunst. Das war vor 15 Jahren noch nicht der Fall.

Da hatten sie sich eher auf die eigene besonnen. Heute sind

sie an Gerhard Richter und Cindy Sherman interessiert.

Durch die Erweiterung des Marktes sind die Preise gestiegen.

2020 haben die Millennials die Boomer als größte Käuferschicht

abgelöst. Haben die Digital Natives denn einen leichteren Zugang?

Keglevich: Die sind in der Tat spekulativer unterwegs, etwa

in ganz junger Kunst, die gerade auf den Markt gekommen

ist. Auch die NFTs (Non-Fungible Token) sind da sehr gefragt.

Aber als Sammler entwickelt man sich. Man fängt mit Werken

an, die einem nahe sind, kommt dann aber sehr oft zu älterer

Kunst zurück. Das sieht man bei zeitgenössischen

Sammlern. Die entdecken häufig die Klassische Moderne und

sehen, das die für ihre Zeit auch ganz modern waren.

Was ist hingegen gar nicht mehr gefragt?

Keglevich: Da gibt es einiges. Möbel gehören dazu. Auch

alte Meister waren eine Zeit lang rückläufig. Jetzt finden

42 Fotos: Ketterer Kunst GmbH & Co. KG (2)

FOCUS-MONEY 20/2022


überraschenderweise jüngere Sammler wieder Interesse daran.

2010, zwei Jahre nach der Finanzkrise, kam bei der jüngeren

Generation das Interesse an Zero-Kunst auf, an Uecker

und Yves Klein. Interessant daran ist: Die Zero-Kunst ist ja

in den 60er-Jahren als ein Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg

entstanden. Als Neustart könnte man das auch nach

der Finanzmarktkrise verstehen. Die nächste Generation fing

wieder von vorn an.

In der Zero-Kunst haben sich die Preise ja vervielfacht. Wie erkenne

ich die nächste Chance und wo informiere ich mich?

Keglevich: Man sollte sich mit vielen unterhalten und sein

eigenes Auge schulen, um zu erkennen, welches das bessere

Kunstwerk oder der bessere Künstler ist. Qualität setzt sich

immer durch. Es lohnt sich, häufig in Museen zu gehen. Und

es ist wichtig, den Markt zu beobachten. Wo werden Künstler

vertreten? Welche Kreise sprechen diese an? Am Ende des

Tages bestimmt die Nachfrage bei einem begrenzten Angebot

den Preis. Das zu analysieren, ist die Kunst.

Sie sprechen über das Top-Segment. Was empfehlen Sie Investoren,

die mit 3000 Euro einsteigen wollen?

Keglevich: Das ist die gleiche Frage wie am Aktienmarkt.

Ich muss mich fragen: Bin ich innovativ und hochspekulativ?

Dann gehe ich in eine Galerie und sehe nach jungen

Künstlern, die gerade anfangen haben, den Markt für sich zu

erobern. Bin ich konservativer, bleibe ich bei etablierten

Künstlern. Eine werthaltige und sichere Anlage ist beispielsweise

die Klassische Moderne. Es wird keine exponentielle

Wertsteigerung von heute auf morgen geben, aber sie sind

attraktiv auf längere Zeit. Für Käufer mit einem kleineren

Budget sind Druckgrafiken interessant. Es muss nicht immer

Öl auf Leinwand sein. Das haben wir bei Andy Warhol gesehen.

Die gab es früher noch zu günstigen Preisen.

Warhol hatte eine Delle, ist jetzt aber wieder stark im Kommen . . .

Keglevich: Absolut. Es sind oft 10-Jahres-Wellen. Dann ist

oft ein erster Peak erreicht. Das ist eine Frage von Angebot

und Nachfrage. Dahinter steckt: Nach zehn Jahren hat jeder

sein Bild gefunden. In der Regel bleiben die Preise dann deutlich

über den Anfangspreisen erstmals auf diesem Plateau

stehen und entwickeln sich von dort idealerweise weiter.

Richter steht als Blue Chip aus Deutschland an der Spitze der gefragtesten

noch lebenden Künstler. Wird er sich halten können?

Keglevich: Er wird spannend bleiben. Ähnlich einem Picasso

hat er sich immer weiterentwickelt. Wenn ich aber ein früheres,

ein mittleres und ein späteres Werk kaufe, zeige ich die

Vielfältigkeit des Künstlers. Tritt ein Künstler hingegen auf

der Stelle, stellt sich die Frage: Warum sollte ich ein weiteres

Werk kaufen, wenn ich schon eines habe?

Was sind die Trends nach der Corona-Pandemie?

Keglevich: In den Pandemiejahren traten die figurative

Kunst und eher bekannte Künstler in den Vordergrund. Das

hängt vielleicht damit zusammen, dass sich diese im digitalen

Format besser verkaufen lassen. Einen Gerhard Richter

muss ich mir nicht im Original ansehen. Ich kenne seine Arbeiten

und seine Farbpalette. Jetzt freue ich mich darauf, auf

Kunstmessen zu gehen und Neues zu entdecken. Ich sehe

auch sehr viele Arbeiten von Künstlerinnen. Ein zweiter Fokus

sind Arbeiten aus neuen Märkten, etwa aus Afrika. Das

ist ein großer Trend.

2021 sprachen alle von NFTs – und jetzt?

Keglevich: 2021 waren NFTs in der Tat DAS Thema auf dem

Kunstmarkt – auf allen Plattformen. Alle großen Häuser haben

eine NFT-Auktion nach der anderen veranstaltet. Ich

habe das Gefühl, der Hype ist jetzt ein bisschen abgeflacht.

Aber es ist natürlich eine tolle neue Technologie für Kunstschaffende.

Es wird spannend, es weiter zu verfolgen. Und es

ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Warum zahlen Kunden solch horrende Preise für ein Kunstwerk, das

sie sich noch nicht einmal an die Wand hängen können?

Keglevich: Da sprechen wir überwiegend von jüngeren Käufern.

Ein digitales Kunstwerk ist deshalb schon ideal, da ich

keine Transport- und Versicherungskosten habe. Durch die

Blockchain-Technologie kann es mir keiner nehmen und ich

kann es gleich auf meinem iPhone zeigen. Es gibt die Möglichkeit,

in den dreidimensionalen Raum zu gehen. Erwin

Wurm hat sich dieses Mediums bereits bedient. Und es bietet

eine Vermarktungsmöglichkeit für Künstler aus abgelegenen

Regionen, die keine Galerie vor der Haustüre haben.

Oder doch schade um den Banksy, der für ein NFT zerstört wurde?

Keglevich: (lacht) Stimmt. Aber zum Glück gibt es mehr

Werke von Banksy – wenn sie nicht geschreddert werden.

Was ist der größte Fehler, den ein Kunstkäufer machen kann?

Keglevich: Der größte Fehler ist es, das Lieblingswerk nicht

zu kaufen. Man sollte mutig sein, das auszugeben, was einem

das Kunstwerk wert ist. Ich habe es so häufig erlebt, dass Kunden

den letzten Schritt nicht gegangen sind und das lange

bereut haben. Kunstwerke sind Unikate. Ein Werk kommt

maximal zwei- bis dreimal im Leben eines Käufers wieder auf

den Kunstmarkt – vielleicht aber auch nie wieder.

Das Interview auf YouTube

Sie wollen das Interview mit Nicola Gräfin Keglevich

in voller Länge als Video sehen? Dann surfen

Sie einfach auf YouTube

und genießen Sie die

Ausführungen kostenlos!

Hier geht’s

zum Video

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Ketterer Kunst GmbH & Co. KG Composing: FOCUS-MONEY 43


moneymarkets

44

Foto: M. Andreya/Deutsche Bank FOCUS-MONEY 20/2022


INTERVIEW

Ist unser Wohlstand

in Gefahr,

Herr Achleitner?

FINALE:

Mit der Hauptversammlung

am 19.Mai endet

für Paul Achleitner

die Tätigkeit in der

Deutschen Bank.

Nach zehn Jahren an der Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank

tritt Paul Achleitner ab. Im großen Abschiedsinterview spricht er

über schwere Stunden und die neue Stärke des Konzerns sowie über

die Neuordnung der globalen Wirtschaft als Lehre aus Putins Krieg

von GEORG MECK und CARLA NEUHAUS

Vita

Paul Achleitner

Der Sohn eines Bankangestellten

wird 1956 im österreichischen

Linz geboren.

Paul Achleitner studiert und

promoviert von 1976 bis 1984

in St. Gallen

Seine Karriere startet er bei

der Unternehmensberatung

Bain in Boston, von dort

wechselt er 1988 zu Goldman

Sachs. Es folgen

zwölf Jahre im Vorstand der

Allianz in München

Seit 2012 ist Achleitner

hauptberuflicher Aufsichtsrat,

neben dem Mandat in der

Deutschen Bank arbeitet er

für die Dax-Konzerne Bayer

und Henkel

Herr Achleitner, Sie verabschieden sich nach zehn Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender

der Deutschen Bank, der Aktienkurs hat sich

in der Zeit halbiert. Was lief da falsch?

Paul Achleitner: Über diese Entwicklung bin ich sicher nicht

glücklich. Aber der Aktienkurs ist nicht der alleinige Maßstab

für den Erfolg. Die Deutsche Bank hat gerade erst den

höchsten Quartalsgewinn seit neun Jahren vorgelegt. Und

das, obwohl Europa in der schwersten Krise seit Jahrzehnten

steckt. Die Bank hat ihre Probleme, die es zweifelsfrei gab,

hinter sich gelassen, heute steht sie stark und stabil da. Das

ist es, was in erster Linie zählt.

Warum honoriert die Börse das dann nicht?

Achleitner: Die Börse hatte es zwischenzeitlich ja honoriert

– der Kurs war bis in den März hinein stark gestiegen. Aber

unser Aktienkurs hat eben nicht nur etwas mit der Deutschen

Bank selbst zu tun. Da ist zum einen der Ukraine-Krieg,

der europäische Banken insgesamt unter Druck setzt. Und

da sind zum anderen strukturelle Versäumnisse in Europa:

Es gibt, allen Ankündigungen zum Trotz, immer noch keinen

gemeinsamen Kapitalmarkt.

Was würde das ändern?

Achleitner: Der europäische Finanzsektor wäre dann zum

Beispiel für internationale, langfristig orientierte Großinvestoren

interessanter. So aber treten im jetzigen Umfeld wieder

die europäischen Schwächen in den Vordergrund. So hat

sich zum Beispiel erst kürzlich die Capital Group als Groß-

FOCUS-MONEY 20/2022

45


moneymarkets

aktionär bei der Deutschen Bank und anderen europäischen

Instituten zurückgezogen. Das war keine Entscheidung gegen

uns – sondern gegen Europa und gegen den hiesigen Bankensektor.

Natürlich spielte da die aktuelle geopolitische Unsicherheit

eine Rolle, aber auch unabhängig davon sehen Investoren

derzeit große Defizite: Europas Kapitalmarkt mit seinen

27 Einzelmärkten kann einfach nicht mit den USA mithalten.

Welche Folgen hat das?

Achleitner: Das kann zum Beispiel dazu führen, dass langfristig

orientierte Investoren als Aktionäre durch andere Akteure

wie Hedge-Fonds ersetzt werden. Und die agieren nun

mal sehr kurzfristig. Das bringt eine Volatilität mit, mit der

wir leben müssen. Wenn dadurch der Kurs fällt, selbst wenn

wir sehr gute Ergebnisse vorlegen, ist das natürlich frustrierend

– aber dagegen können wir nicht viel tun.

Selbst die große altehrwürdige Deutsche Bank ist folglich ein Spielball

von Spekulanten?

Achleitner: Das ist Ihre Wortwahl. Fakt ist: Außereuropäische

Investoren haben einen relativ großen Einfluss, weil es

Europa nicht geschafft hat, eigene Großinvestoren aufzubauen.

Versicherungen zum Beispiel dürfen nur noch sehr begrenzt

Aktien halten. Ich halte das für einen Fehler. Das schadet

auch Europas Unternehmen und Banken.

Es gibt schon lange die Furcht, dass die Deutsche Bank irgendwann in

die Fänge chinesischer Großinvestoren gerät. Wie groß ist diese

Gefahr heute?

Achleitner: Banken sind systemrelevant und daher stark reguliert.

Deswegen haben Aufsichtsbehörden und Politik im

Zweifel Einfluss darauf, wer in unserer Branche die Kontrolle

übernimmt.

Ihr Vorstandschef Christian Sewing hat stets gesagt, die Bank müsse

erst mal profitabel werden, dann könne man über Zusammenschlüsse

reden. Nähert sich dieser Zeitpunkt?

Achleitner: Wir haben immer betont: Wir möchten so aufgestellt

sein, dass wir Akteur sein können und nicht Getriebener.

Dies hat die Deutsche Bank erreicht. Ob und wann man in

Richtung Fusionen aktiv wird, müssen dann Vorstand und

Aufsichtsrat entscheiden. Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen

stimmen.

Wie oft waren Sie in der Vergangenheit kurz davor, übernommen zu

werden? Das Interesse der Schweizer UBS ist gut dokumentiert.

Achleitner: Da will ich die Spekulationen nicht anheizen.

Klar ist: Im Jahr 2016, als das US-Justizministerium von der

Deutschen Bank in einem ersten Schritt 14 Milliarden Dollar

an Zahlungen forderte, waren wir sehr getroffen. So etwas

würde jedes Unternehmen belasten. Gerade bei einer Bank

aber wirkt sich das sofort aufs Rating und die Finanzierungskosten

aus. Entsprechend stark hat das die Deutsche Bank erschüttert.

Der Existenzkampf war Ihnen damals förmlich anzusehen, wie knapp

stand es da um die Bank?

Achleitner: Ich will das nicht dramatisieren, aber ja, das war

eine Situation, die an die Substanz gegangen ist. Entscheidend

ist: Wir haben diese schwierige Situation bewältigt.

Aber die Not war so groß, dass Sie sich der Rückendeckung im Kanzleramt

versichert haben?

Achleitner: Letztlich haben wir die Probleme aus eigener

Kraft gelöst und heute steht die Deutsche Bank ganz anders da.

Ein deutliches Indiz dafür: Wenn wir in der jetzigen Situation

mit Regierung und Politik sprechen, dann drehen sich die Gespräche

nicht darum, wie es der Bank geht. Dann geht es um

unseren Rat und darum, wie wir die wirtschaftlichen Folgen

der aktuellen Lage einschätzen oder wie man Sanktionen erfolgreich

umsetzen kann. Das zeigt: Um die Deutsche Bank

muss sich heute keiner Sorgen machen. Das konnte man vor

einigen Jahren nicht immer behaupten.

Wie viele Milliarden hat die Gier der Investmentbanker mit ihren

kriminellen Ausfwüchsen den Konzern am Ende gekostet, haben Sie

die Zahl im Kopf?

Achleitner: Natürlich gab es Auswüchse und sie sind die Bank

auch teuer zu stehen gekommen. Ich wehre mich aber dagegen,

deshalb das Investmentbanking pauschal zu verteufeln.

Ohne ein erstklassiges Kapitalmarktgeschäft wären wir keine

relevante Bank für viele unserer Kunden – insbesondere nicht

für mittlere und größere Unternehmen.

Trotzdem hat die Deutsche Bank unter Sewing das Investmentbanking

zusammengestrichen. Schmerzt Sie das, da Sie selbst einst Investmentbanker

waren?

Achleitner: Überhaupt nicht, die Strategie ist genau richtig.

Heute konzentriert sich die Deutsche Bank auf den Teil des Investmentbankings,

in dem wir echten Mehrwert für unsere

Kunden schaffen und nicht irgendein beliebiger Wettbewerber

sind.

Die Deutsche Bank hat lange gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu

gelangen.

Achleitner: Was man leicht übersieht: Die Restrukturierung

eines Hauses von der Größe der Deutschen Bank braucht Zeit.

In den zehn Jahren, in denen ich Aufsichtsratschef war, haben

wir die Bilanz der Deutschen Bank um fast eine Billion Euro

verkleinert und damit die Risiken enorm reduziert. Das machen

Sie nicht von einem Tag auf den anderen.

Zwischendurch haben Sie zweimal die Chefs ausgewechselt. Was kann

Christian Sewing, woran seine Vorgänger gescheitert sind?

Achleitner: Ich unterteile den Umbau der Deutschen Bank in

drei Phasen. Als Erstes kam die Reformphase. Damals hat man

noch gedacht: Wir sind erfolgreich, wir sind gut durch die Finanzkrise

gekommen – es bedarf lediglich ein paar Reformen,

aber das fundamentale Geschäftsmodell ist in Ordnung. Das

hat nicht nur der Vorstand so gesehen, auch die Investoren haben

dem Kurs vertraut, sonst hätten sie nicht 2014 bei der

größten Kapitalerhöhung in der Geschichte der Deutschen

Bank mitgezogen. Auch im Aufsichtsrat haben wir dann aber

feststellen müssen: Ganz so einfach ist es nicht – das Geschäftsmodell

hat ein Problem, weil die Basis der Bank weniger stark

war als gedacht und weil sich das Umfeld nach der Finanz krise

46

FOCUS-MONEY 20/2022


Ein Österreicher an der Spitze

der Deutschen Bank

Ein Rückblick in Bildern auf die zehn Jahre von Paul

Achleitner als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

MAI 2012: Die Hauptversammlung wählt Achleitner in den

Aufsichtsrat, links neben ihm Peter Löscher, Ex-Siemens-Chef

2012 BIS 2015: Investmentbanker Anshu Jain führte die Bank,

bis Achleitner ihn durch John Cryan ersetzte

2016: die Vollbart-Phase

SEIT 2018: Der neue CEO Christian

Sewing stabilisiert die Bank

erheblich geändert hatte, vor allem durch strengere Regulierung.

Statt ein paar Reformen brauchte die Bank daher eine

grundlegende Restrukturierung.

Dafür haben Sie dann John Cryan als Knochenbrecher geholt.

Achleitner: John Cryan hat als Vorstandsvorsitzender die

Grundlage für die Restrukturierung gelegt. Er hat die Lage

genau analysiert, das Kind beim Namen genannt und Lösungswege

aufgezeigt. Danach ging es darum, diese Lösungen

konsequent umzusetzen. Dafür haben wir Christian Sewing

zum Vorstandschef berufen. Er hat die Deutsche Bank

von der Restrukturierung in die Wachstumsphase geführt.

Damit steht der Konzern heute wieder gut da und erfüllt die

Rolle als eine der zentralen Finanzinstitutionen Europas.

Sie haben stets gesagt: Die deutsche Industrie braucht deutsche

Banken. Gilt das immer noch?

Achleitner: Noch mehr als vor zehn Jahren! Wir sind doch

gerade in einer Situation, die das besonders deutlich macht.

Heute beschweren wir uns, wie kurzsichtig es war, sich von

Energielieferungen aus Russland abhängig zu machen. Aber

auch wenn es ganz anders gelagert ist, bei der Finanzierung

machen wir uns seit Jahrzehnten abhängig von den Vereinigten

Staaten – also von einem einzigen Land, wenn auch

einem demokratischen. Hier gilt aber genauso wie in der

Energie: Wir sollten unsere Souveränität im Auge behalten.

Ich predige deshalb seit 20 Jahren, dass wir eine Kapitalmarktunion

in Europa brauchen, um den Finanzstandort zu

stärken. Leider ist bis heute kaum etwas passiert.

Wenn die Deutsche Bank aus den vorderen Rängen der wichtigsten

globalen Banken weit nach hinten durchgereicht wurde, liegt das

wirklich nur am uneinheitlichen Kapitalmarkt in Europa?

Achleitner: Wenn Sie sich die Tabellen in den vergangenen

drei Jahren ansehen, dann werden Sie feststellen, dass wir

wieder so einige namhafte Institute in Europa hinter uns gelassen

haben. Aber natürlich hat die Deutsche Bank auch unter

hausgemachten Problemen gelitten. Aus denen haben wir

uns jedoch systematisch herausgearbeitet. Geblieben sind

die strukturellen Nachteile in Europa. Die US-Institute haben

den Vorteil, dass sie in einem einheitlichen, hochprofitablen

Markt unterwegs sind. Wir dagegen schwächen die

Branche vielfach selbst. Schauen Sie sich nur an, wie das in

Europa mit dem gemeinsamen Abwicklungsfonds gelaufen

ist. Da haben wir zu Recht einen Fonds aufgelegt, den die

Banken für den Fall füllen, dass ein Institut in Schieflage gerät.

Aufgrund der dahinter liegenden Formel und der Entwicklung

in der Pandemie ist der Fonds aber schon jetzt über

die einst angestrebten 55 Milliarden Euro hinaus angewachsen

und steuert jetzt auf ein Volumen von mehr als 80 Milliarden

Euro zu. Doch statt darauf zu reagieren und die Formel

anzupassen, haben Regulierer und Politik das laufen

lassen. Dabei sind das rund 30 Milliarden Euro, die die Banken

als zusätzliche Kapitalgrundlage für die Finanzierung

von Unternehmen hätten nutzen können. Damit entziehen

wir der europäischen Wirtschaft eben mal etwa 300 Milliarden

Euro an Krediten, die sonst möglich gewesen wären. So

etwas wäre in den USA nicht passiert. Noch dazu wird das

FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: B. Roessler/picture alliance/dpa, picture alliance/dpa, Bloomberg (2) 47


moneymarkets

Geld zu einem großen Teil bei der EZB geparkt, und was

kriegt der Fonds dafür? Negativzinsen!

Damit soll bald Schluss sein, im Juli wird die EZB, im Kampf gegen

die Inflation, wohl die Zinsen anheben – gerade noch rechtzeitig oder

schon zu spät?

Achleitner: Aus heutiger Sicht muss man sagen: zu spät.

Allerdings befindet sich die EZB dabei in guter Gesellschaft.

Viele Notenbanker haben das Thema Inflation lange unterschätzt.

Aus dieser Ecke droht daher aus meiner Sicht das

größte Risiko für die Weltwirtschaft, neben einer weiteren

Eskalation im Ukraine-Krieg und einem unkontrollierten

Corona-Verlauf in China. Und ich fürchte, dass uns die Inflation

noch lange beschäftigen wird. Ein einschneidendes

Thema, das uns alle berührt.

mehr funktionieren. Vereinfacht gesagt, fußte es darauf, dass

wir unsere Verteidigung und Finanzierung an die Amerikaner

ausgelagert haben, das Währungsmanagement an die

EZB, die Energieversorgung an Russland und die Nachfrage

nach unseren Gütern an China.

Was folgt als Lehre daraus?

Achleitner: Für Deutschland und Europa gilt gleichermaßen:

Wir dürfen uns nicht einseitig abhängig machen, auch

nicht von den Vereinigten Staaten. Die transatlantische

Partnerschaft ist wichtig, und wir werden in dieser Beziehung

immer eher ein Juniorpartner sein – aber das ist etwas

anderes als ein Bittsteller. Dies zu vermeiden, gelingt aber

nur, wenn wir nicht zu abhängig sind und auch etwas anzubieten

haben.

Es droht eine Lohn-Preis-Spirale wie in den 1970er-Jahren.

Die hohe Inflation wird Wachstum kosten“

Waren die Zentralbanker naiv oder hat erst der Krieg in der Ukraine

mit den teureren Energiepreisen die Inflation zu einem ernsten Thema

gemacht?

Achleitner: Wir haben schon vor dem Kriegsausbruch

davor gewarnt, und wir waren nicht die Einzigen: Vorsicht,

die Inflation ist kein kurzfristiges Phänomen, das kann noch

viel schlimmer werden und sich vor allem verfestigen. Nun

zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Die ersten Ökonomen prophezeiten bereits zweistellige Ziffern für

die Geldentwertung, Sie auch?

Achleitner: Es gibt hierzu schon genug Prognosen, ich

möchte keine weitere hinzufügen. Sicher ist: Weil sich die Inflation

als hartnäckig erweist, müssen die Zentralbanken

jetzt gegensteuern. Und da sie damit später dran sind, als sie

es idealtypisch wären, müssen sie umso stärker reagieren.

Die Erfahrung zeigt aber, dass das dann meist zu einer Rezession

führt.

Das verheißt nichts Gutes für Börse wie Arbeitsmarkt.

Achleitner: Nein, zumal die hohen Inflationsraten verständlicherweise

die Lohnerwartungen steigen lassen. Dann

droht eine Lohn-Preis-Spirale, wie wir sie zuletzt in den

1970er-Jahren gesehen haben. Und hohe Inflationsraten verunsichern

nun mal die Wirtschaft, das wird Wachstum kosten.

Die Stagflation, das Horrorwort dieser Tage, ist also eine reale

Gefahr?

Achleitner: Ja, ich halte das mittelfristig für eine reale Gefahr.

Steht damit der deutsche Wohlstand auf dem Spiel?

Achleitner: So weit würde ich nicht gehen. Aber das deutsche

Geschäftsmodell wird in der bisherigen Form so nicht

Was könnte das sein? Höhere Ausgaben fürs Militär?

Achleitner: Zum Beispiel, aber auch die angesprochene Kapitalmarktunion.

Ich bin ein überzeugter Transatlantiker.

Aber Charles de Gaulle hatte recht, als er sagte: Staaten

haben keine Freunde, sie haben Interessen. Und was wir

brauchen, ist gegenseitiger Respekt mit Amerika, nicht einseitige

Abhängigkeit. Den Respekt der Amerikaner bekommen

wir aber nur, wenn Europa ein eigenständiger, selbstbestimmter

Partner ist. Wohlgemerkt, mir geht es nicht

um Autonomie, sondern um Souveränität in den Entscheidungen.

In welchem Bereich kann Europa in dieser neuen Weltordnung

punkten?

Achleitner: Wir sind zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte

an dem Punkt, an dem die Arbeit dorthin kommt,

wo der Mensch lebt – und nicht der Mensch dorthin ziehen

muss, wo die Arbeit ist. Dadurch wird Lebensqualität zu einem

unglaublichen Wettbewerbsfaktor. Und Lebensqualität

haben wir in Europa ohne jeden Zweifel vorzuweisen, gerade

auch in Deutschland. Wir haben auch sehr gut ausgebildete

Menschen, ein vergleichsweise gutes Gesundheitssystem,

soziale Absicherung. Und Demokratie und Freiheit. Das

ist eine enorme Chance, man könnte es auch fast als Alleinstellungsmerkmal

bezeichnen.

Unser Erfolg als Exportweltmeister basierte auf der fortschreitenden

Globalisierung. Stößt die nun an ihre Grenzen?

Achleitner: Die Zeit ist vorbei, in der man behaupten

konnte: „The world is flat“, alles wird eins. Unternehmen

müssen ihre Lieferketten neu justieren. Es gibt das schöne

Wort „Friendsourcing“. Das heißt, man geht bewusst

in Länder, in denen die politischen Risiken möglichst gering

sind.

48

FOCUS-MONEY 20/2022


Quelle: Bloomberg

Konzerne wie VW oder Daimler sind längst abhängig vom kommunistischen

China als ihrem wichtigsten Absatzmarkt. Wohin mit all

den Autos, wenn sich die Konzerne von dort zurückziehen?

Achleitner: So einfach ist es nicht. Ich sage nur: Die Unternehmen

müssen sorgsamer umgehen mit politischen Risiken,

die Politik muss integraler Bestandteil ihrer strategischen

Überlegungen werden. Lange schon ist die Rede von

der sozialen Verantwortung von Unternehmen, bereits Anfang

der 80er-Jahre habe ich dazu meine Dissertation geschrieben.

Heute trägt die Wirtschaft auch eine politische

Verantwortung. Es gibt eine neue „Corporate political

responsibility“.

Das heißt: Wir dürfen uns nicht von einem Markt abhängig machen – so,

wie wir nun versuchen, uns in der Energiefrage von Russland zu lösen.

Achleitner: Wenn wir aktuell etwas lernen, dann genau das.

Ich habe mich schon vor etwa 20 Jahren für den Bau der Nabucco-Pipeline

von Aserbaidschan nach Europa eingesetzt.

Hätten wir die damals gebaut, wären wir heute nicht so einseitig

abhängig von Russland. Es ist absolut nötig, dass wir

alles tun, um dies zu ändern – ohne dass wir uns selbst dabei

mehr schaden als Putin. Das ist ein schwieriger politischer

Spagat. Verstehen Sie mich nicht falsch: Krieg und Gewalt

sind inakzeptabel und das muss Europa Russland unmissverständlich

klarmachen – auch mit Sanktionen. In der Praxis

ist das aber nicht so einfach, wie sich etwa beim Kohle-Embargo

zeigt: Wenn wir die Kohle jetzt nicht mehr kaufen,

kann Russland sicherlich zumindest einen Teil davon, soweit

die Transportkapazitäten das zulassen, am Weltmarkt absetzen

– oft zu höheren Preisen, als sie die bisherigen Langfrist-Verträge

vorsahen. Und wir kaufen die Kohle dann, weil

Die Deutsche Bank unter Achleitner

Nach dem Corona-Tief im Frühjahr 2020 hat sich die

Aktie in der Spitze verdreifacht, zuletzt aber wieder

korrigiert. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten

beläuft sich auf 13,31 Euro.

Deutsche Bank

Aktienkurs in Euro

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

WKN/ISIN

514000/DE0005140008

Börsenwert 19,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 6,1/5,4

Dividendenrendite 2022/23e 3,2/4,5 %

Kursziel/Stoppkurs 13,31/8,66 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 38,6 %

30

25

20

15

10

5

e = erwartet

wir ohne nicht auskommen, an anderer Stelle zu, oft ebenfalls

zu höheren Preisen. Welche Seite da mehr verliert und

wie sehr wir Russland damit wirklich unter Druck setzen

können, ist also nicht so leicht zu beantworten.

Sie mokieren sich über den moralischen Überschuss in diesen Tagen.

Achleitner: Moral und Ethik sind essenziell. Es ist kein Widerspruch

zu fordern, dass wir rational handeln: Wir sollten

dem Aggressor wehtun, ohne uns dabei selbst noch mehr zu

schaden als dem Gegenüber.

Also sind Sie auch gegen einen Boykott von Putins Gas?

Achleitner: Es ist ein enormer Fortschritt, dass es in so kurzer

Zeit gelungen ist, den Anteil der Gasimporte aus Russland

von 55 auf 35 Prozent zu senken. Würden wir jetzt aber

das russische Gas ganz abstellen, geht es nicht nur darum,

ob wir zu Hause frieren – es geht um erhebliche Schäden in

der deutschen Industrie. Gleichzeitig ist eine starke Wirtschaft

eine Voraussetzung dafür, Russland dauerhaft in seine

Schranken zu weisen. Wir können bedauern, dass wir uns

abhängig gemacht haben von Russland. Aber wir können es

nicht von jetzt auf gleich ändern.

Sie loben, wie viele Top-Manager, den Grünen Robert Habeck, wie

steht es mit dem Tadel für Kanzler Scholz?

Achleitner: Es steht mir nicht zu, hier Einzelnoten zu vergeben.

Aber fest steht für mich: Die Zeitenwende-Rede, die

Herr Scholz an jenem Sonntag im Februar gehalten hat, ist

eine der bedeutendsten politischen Reden, an die ich mich in

meinem Leben erinnere.

Ist mit Putins Krieg das Konzept „Wandel durch Handel“ obsolet?

Achleitner: Die Idee hat funktioniert, aber etwas anders als

erhofft. Der wirtschaftliche Austausch hat dazu geführt, dass

es auf dem ganzen Globus praktisch keinen Staat mehr gibt

ohne Marktwirtschaft. Dieses System ist als effizienteste

Form des Wirtschaftens in einer Welt mit knappen Gütern anerkannt.

Nicht erfüllt hat sich dagegen die Hoffnung, dass

die Demokratie zwangsläufig zur Marktwirtschaft gehört

oder sich quasi automatisch daraus entwickelt. Es war eine

Illusion, dass wir unsere westlichen Werte mit der Wirtschaft

gleichsam in andere Länder mitexportieren könnten.

Nun ist der Jammer groß, selbst Ur-Marktwirtschaftler Friedrich Merz

mahnt, dass wir den Höhepunkt des Wohlstands überschritten

haben. Teilen Sie den Pessimismus?

Achleitner: Nein. Veränderungen führen dazu, dass es manchen

Leuten besser geht und anderen weniger gut. Aber dass

es uns als Gesellschaft insgesamt schlechter gehen wird, den

Gedanken teile ich in dieser Pauschalität nicht. Die bisherige

Geschichte der Globalisierung kam einem traditionellen

Arbeiter in der Autoindustrie in Michigan sicher weniger zugute,

dafür erfreuen sich Hunderte Millionen Inder am wachsenden

Wohlstand einer Mittelschicht, die es vor nicht allzu

langer Zeit überhaupt nicht gab. In Deutschland werden wir

nun kämpfen müssen, damit wir uns als Gesellschaft auch in

einem neuen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld behaupten.

Das ist es wert, sich anzustrengen.

FOCUS-MONEY 20/2022

49


Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS-MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen.

Führende Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Karin Roller, Vorstandsmitglied der VTAD e. V., Autorin,

Traderin und Technische Analystin (CFTe), www.vtad.de

Quelle: Bloomberg

CHARTSIGNAL DER WOCHE

Flagge zeigen

Frage beim Dax-Kurs-Index: Hat er in den letzten Wochen eine

trendbestätigende Flagge ausgebildet oder ist die Abwärtsbewegung

seit Anfang April Startschuss für ein weiteres Abwärtsbein?

Dax Kurs-Index in Punkten, logarithmische Darstellung

Jahrestief 2021

Unterstützungen

Fibonacci-Retracements/

Korrekturziele

Widerstand

Allzeithoch

Flagge?

Unterstützungen

2020 2021 2022

40-Wochen-Linie

Jahrestief 2022

7000

6500

6000

5500

5000

4500

4000

3500

Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist nicht in Sicht, die Sanktionen

werden verschärft, die Rohstoffpreise steigen weiter

und die Inflation erreicht den höchsten Stand seit 40

Jahren. Anfang März hat der Dax-Kurs-Index (er wird ohne

Dividenden berechnet) sein aktuelles Jahrestief bei 5240

Punkten ausgebildet und damit auch das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement

erreicht, ein Ende Februar prognostiziertes

Short-Kursziel. Die aktuelle Abwärtsbewegung

testet derzeit die Unterstützung bei ca. 5700 Punkten.

Prallt der Index daran nach oben ab und bildet einen Wochenschlusskurs

über rund 6000 Punkten aus, qualifiziert

sich die Abwärtsbewegung als trendbestätigende Flagge.

Für eine untere Trendumkehr muss der Index allerdings

sehr dynamisch und impulsiv steigen! Dann wäre

auch der Weg bis zum nächsten Widerstand bei ca. 6350–

6450 Punkten frei.

Wird die Abwärtsbewegung hingegen fortgesetzt, ist

das Erreichen des 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracements

bei 4897 Punkten einzuplanen. In diesem Preisbereich

notiert auch eine historische Unterstützungs- und Widerstandszone

vom Frühjahr 2020. Es kann also aus

charttechnischer Sicht noch keine Entwarnung gegeben

werden.

BÖRSENWISSEN: DISCOUNTED CASHFLOW

Ein gängiges Unternehmensbewertungsverfahren, das häufig von Börsenexperten, Aktienanalysten oder im

Rahmen von Unternehmensübernahmen verwendet wird, ist die Discounted-Cashflow-(DCF-)Methode.

Wie funktioniert die DCF-Methode?

Im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode (DCF) wird der

faire Unternehmenswert ermittelt. Der englische Begriff des

Bewertungsverfahrens lässt schon vermuten, dass der Unternehmenswert

aus der Diskontierung zukünftiger Cashflows

resultiert. Finanzexperten prognostizieren im Rahmen des Unternehmensbewertungsverfahrens

die Cashflows für zukünftige

Jahre, die dann mittels eines Zinses, des gewichteten Kapitalkostensatzes,

abgezinst werden. Wurden die Cashflows

auf den heutigen Zeitpunkt diskontiert, erhält man den Gesamtunternehmenswert

aus Eigenkapital- und Fremdkapitalgebersicht,

im Börsenumfeld auch häufig als EV bezeichnet.

Von dem EV werden die Netto-Finanzverbindlichkeiten abgezogen,

um auf den Eigenkapitalwert bzw. den fairen Unternehmenswert

eines Aktienunternehmens zu gelangen.

Wieso werden die künftigen Cashflows diskontiert?

Angenommen, Sie bekommen 100 Euro geschenkt und die

50

Frage lautet lediglich, ob Sie 100 Euro heute erhalten möchten

oder erst in einem Jahr. Natürlich würde man sich für die

100 Euro heute entscheiden. Denn man könnte das Geld über

den Zeitraum gewinnbringend anlegen. Aufgrund der Existenz

von Zinsen und Inflation ist das Geld also heute mehr

wert als in der Zukunft. Aus diesem Grund werden in Bewertungsmodellen

nach dem DCF-Verfahren die zukünftigen

Cashflows diskontiert. Das erklärt auch, warum gerade Tech-

Werte im aktuellen Börsenumfeld unter die Räder kamen. Hier

liegen die Gewinne oft noch in der Zukunft und werden bei

steigenden Zinsen mit einem höheren Zins diskontiert.

Warum verwenden Aktienexperten das DCF-Verfahren?

Liegt der im Rahmen der DCF-Methode ermittelte Eigenkapitalwert

aus dem Bewertungsmodell unterhalb der Marktkapitalisierung

einer Aktienmarktfirma, ist das Unternehmen aus

Analystensicht überbewertet. Liegt der Wert aus dem DCF-

Bewertungsverfahren oberhalb des aktuellen Börsenwerts,

ist das Unternehmen hingegen unterbewertet.

PF

FOCUS-MONEY 20/2022


moneymarkets

GASTKOMMENTAR

Warum der Ölpreisanstieg

die Aktien nicht ausbremsen wird

Wie weit wird er noch steigen? Die Gespräche

über ein Verbot russischer Energielieferungen

schüren die Ängste vor sinkenden Aktienkursen

und einer Rezession – insbesondere im von diesen

Lieferungen abhängigen Deutschland. Jedes

plötzliche deutsche oder EU-Verbot wäre ein

Schlag für das regionale Wachstum. Ja, die hohen

Energiepreise tun weh. Doch es ist auch zu beachten,

dass die derzeit hohen Energiepreise Konsumausgaben

verlagern, aber nicht zunichtemachen.

Ungeachtet der russischen Gräueltaten, sind

solche Schritte jedoch unwahrscheinlich. Ja, die

russischen Exporte tragen mit etwa 10 Prozent

zum weltweiten Ölverbrauch bei. Das Land liefert

27 Prozent des Rohöls und 41 Prozent des

Erdgases, das in die EU importiert wird – eine

große Menge. Und nach Deutschland? Noch

mehr: 34 Prozent des Öls und 55 Prozent des

Gases. Das wissen die Regierenden in Deutschland

– also bremsen sie alle Embargo-Dis -

kus sionen, indem sie Verbote russischer Kernbrennstoffe,

Nachrichtenkanäle und Banken vorschlagen,

auch wenn die EU strengere Antworten

auf Putins Gräueltaten erwägt. Stattdessen

sprechen sie über eine schrittweise Verlagerung

der Energieversorgung.

Die derzeitigen Verbote sind vor allem symbolischer

Natur. Die Embargos der USA und der Briten

auf russische Energielieferungen haben wenige

Auswirkungen. Das Kohleembargo der EU

scheint größer zu sein, da die EU 70 Prozent ihrer

thermischen Kohle aus Russland importiert.

Kohle befeuerte 2021 aber nur 15 Prozent der

europäischen und 18 Prozent der deutschen

Energie. Das ist nicht viel – und Australien sowie

andere können und werden die Exporte steigern.

Russland könnte die Energielieferungen stoppen,

wenn die EU-Länder nicht in Rubel zahlen.

Aber Energie macht 62 Prozent seiner Exporte in

die EU aus. Ein Stopp dieser Exporte lässt Russlands

eigenen Haushalt zusammenbrechen. Dieses

Eigeninteresse ist mächtig. Daher ist Putins

„Forderung“ nach Rubel-Zahlungen eher leise.

Beim Gas sind Lieferungen aus den USA nach

Europa unterwegs. Der jüngste LNG-Deal wird

mehr davon bringen, ebenso wie schwimmende

Speicher- und Wiederverdampfungsanlagen in

Deutschland. Die US-Ölproduktion steigt bereits

und wird in diesem und im nächsten Jahr weiter

zulegen – auf über eine Million Barrel pro Tag . . .

Unterdessen wird russisches Öl mehr als 35 USD

unter Brent gehandelt. Diese Arbitragemöglichkeit

wird mehr Käufer wie Indien, China und Teile

Europas anlocken. Damit werden die Auswirkungen

der Sanktionen auf Russland gedämpft.

Diese Verlagerung der Versorgungswege sollte

die Engpasssorgen bald zerstreuen.

Der allgemeine Einfluss von Öl wird überbewertet.

Vom ersten Quartal 2011 bis zum dritten

Quartal 2014 überstieg Brent die 100-USD-Marke.

Die Konsumausgaben in der EU stiegen sogar

leicht an, trotz der durch die Schuldenkrise

verursachten Rezession, die mit Öl nichts zu tun

hatte. Bereits jetzt zeigen Umfragen in der Wirtschaft,

dass Europa wächst.

Der Ölpreisanstieg treibt auch Investitionen an.

Zwischen 2011 und 2014 boomte die US-Ölproduktion.

Die Investitionen in Bergbau und Bohrungen

stiegen um 47 Prozent, während Investitionen außerhalb

des Energiesektors nur um 30 Prozent zulegten.

Als die Ölpreise fielen, gingen die Energieinvestitionen

zurück. Und die Gewinne? In diesem

Zeitraum von 2011 bis 2014 wuchsen die globalen

Gewinne um 18,2 Prozent. Die weltweiten Aktien

kletterten um 61,2 Prozent. Umgekehrt fielen 2015

die Gewinne um 8 Prozent, während des Preisrückgangs

für Brent um 33,8 Prozent.

Hohe Ölpreise sorgen nicht automatisch für fallende

Aktienkurse. Es stimmt, dass die Preise 2008

in die Höhe gingen, aber ein zeitliches Zusammenfallen

ist nicht gleichbedeutend mit Verursachung.

Dasselbe gilt für die Euro-Schuldenkrise

in den 2010er-Jahren. Teures

Öl konnte die Aktien der Euro-Zone

und den Anstieg des Dax aus

seinem Tief 2011 nicht aufhalten.

Wenn Sie die hohen Energiekosten

schmerzen, fühle ich mit

Ihnen. Aber der Einfluss des Öls

auf die allgemeine Wirtschaft wird

überschätzt. Furcht vor einem

falschen Faktor ist positiv.

Lassen Sie sich

durch hohe Energiepreise

nicht

von Aktien abschrecken.

Vita

Ken Fisher

War über 30 Jahre

„Forbes“-Kolumnist und

warnte rechtzeitig vor

dem Platzen der

New-Economy-Blase

Zählt zu den 400

reichsten US-Amerikanern

und belegt auf der

aktuellen „Forbes“-

Rangliste Platz 151

Gründete 1979 in San

Francisco Fisher

Invest ments und

beschäftigt heute rund

2200 Mitarbeiter

Expandierte 2007 nach

Deutschland und rief

mit seinem Partner

Thomas Grüner die

Vermögensverwaltung

Grüner Fisher Investments

(www.gruenerfisher.de)

ins Leben

FOCUS-MONEY 20/2022

51


moneymarkets

ELON MUSK

219 Mrd. €

JEFF BEZOS

171 Mrd. €

BERNARD ARNAULT

158 Mrd. €

BILL GATES

129 Mrd. €

RANKING 2022

Wer wird Milliardär?

Sie sind die reichsten Menschen der Welt 2022! Wir verraten Ihnen alle Milliardärs-Fakten und

zeigen, wie Sie vom Reichtum der Reichen profitieren

von JENNIFER SENNINGER

Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär . . . wären wir

dann alle Milliardär? Wer weiß! Eine Zauberformel

dafür gibt es leider noch nicht. Vielleicht liegt das

Geheimnis darin, sein Studium hinzuschmeißen. Bei Bill

Gates und Mark Zuckerberg hat’s jedenfalls geklappt. Oder

man sollte sein Unternehmen in einer Garage starten. Aus so

einer heraus entstanden immerhin Amazon, Apple oder

auch Google. Und manch einer muss vielleicht einfach noch

abwarten, bis er 51 wird – denn in diesem Alter werden, statistisch

gesehen, die meisten Menschen Milliardär. Kurz gesagt:

Ein Patentrezept kennen wir leider auch nicht. Macht

aber nichts, gibt es doch etwas viel Besseres und Einfacheres,

wie Sie am Reichtum der Reichen teilhaben können. Die Lö-

sung: investieren. Wir stellen Ihnen die reichsten Menschen

der Welt 2022 vor und zeigen Ihnen drei Flaggschiffkonzerne,

die jetzt lukrative Renditen versprechen.

Die exklusivste Liste der Welt

Wer hier drauf steht, hat es geschafft: Jedes Jahr im Frühjahr

gibt das „Forbes“-Magazin die Liste der reichsten Menschen

der Welt heraus. Die lässt sich dann das Jahr über zwar in

Echtzeit verfolgen und kann sich ändern. Doch am Stichtag

bei Herausgabe der Liste wird die große Bilanz gezogen. Und

die offenbart: 2022 gibt es 2668 Milliardäre auf der Welt –

87 weniger als noch im Vorjahr. Vor allem in Russland gibt

es aufgrund des Ukraine-Kriegs weniger von ihnen, auch

52 Fotos: Bloomberg

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 20/2022


China hat durch sein strenges Durchgreifen gegenüber Tech-

Konzernen einige Milliardäre weniger. Rund 329 fielen

innerhalb des Jahres von der Liste, so viele wie seit der Finanzkrise

nicht mehr. Dafür gab es aber auch einige Neuankömmlinge.

Die Länder Barbados, Bulgarien, Estland und

Uruguay etwa brachten 2022 ihre ersten Milliardäre hervor.

In den USA gibt es noch immer die meisten, gefolgt von China,

Indien, Deutschland und Russland.

Wer steht drauf?

86 Milliardäre sind unter 40, darunter etwa Melanie Perkins.

Die 34-jährige Australierin ist Mitgründerin und CEO der Grafikdesign-Plattform

Canva. Zwölf Milliardäre sind sogar erst

unter 30. Der Jüngste: der 19-jährige dm-Drogerieerbe David

Lehmann aus Deutschland. Von den 2668 Milliardären sind

327 Frauen, 101 davon Selfmade-Milliardärinnen. Auch Sängerin

Rihanna schaffte es, größtenteils durch ihre Kosmetikmarke

Fenty Beauty, 2022 auf die Liste. Reichster Krypto-milliardär

ist mit 65 Milliarden Dollar Changpeng Zhao, Gründer

und CEO der Kryptobörse Binance. Diese ist nach Handelsvolumen

die größte Kryptowährungsbörse der Welt. 71 Prozent

der Personen auf der Liste sind Selfmade-Milliardäre.

Die Reichsten der Reichen

Doch jetzt wollen wir es genau wissen: Wer schaffte es im Jahr

2022 in die legendäre Top-10-Riege? Die ist immerhin rund

1,3 Billionen Dollar schwer. Anders ausgedrückt: Das sind

etwa 1,4 Prozent der Weltwirtschaft. Oder: Mit dem Vermögen

dieser zehn Personen könnte man jeden Tag eine Million

Dollar ausgeben. 3000 Jahre lang. Die zehn sind 2022 beinahe

doppelt so viele Milliarden schwer wie noch 2020.

Zum ersten Mal zum Stichtag genau führte Tesla-CEO Elon

Musk mit einem Vermögen von 219 Milliarden Dollar die Liste

an. Sein Tesla-Konzern brachte zuletzt trotz schwierigen

Marktumfelds überzeugende Zahlen, konnte neue Rekorde

einfahren. Elon Musks Vermögen stieg unterdessen um 45

Prozent innerhalb der Zeitspanne eines Jahres an. Elon kann

es gut gebrauchen: Erst kürzlich wurde bekannt, dass er für

44 Milliarden Dollar die Plattform Twitter kaufen will.

Amazon-Gründer Jeff Bezos wurde 2022 nach vier Jahren

unterdessen auf Platz zwei zurückgeworfen, das Vermögen

des Unternehmers nahm um drei Prozent ab. Grund dafür war

ein Rückgang der Amazon-Aktien zum Zeitpunkt des Rankings,

auch nahmen die Spenden für wohltätige Zwecke zu.

Auf Platz drei bleibt der reichste Europäer, Bernard Arnault.

Der Chef von LVMH ist 2022 acht Milliarden reicher.

Auch für LVMH läuft es rund: 2021 war das beste Geschäftsjahr

der Unternehmensgeschichte, viele Erwartungen wurden

übertroffen, die Analysten raten mehrheitlich zum Kauf.

Auf Platz vier hält sich weiterhin Bill Gates, dessen Microsoft-Konzern

sich 2022 als absolutes Muss fürs Depot entpuppen

könnte. Dank des Microsoft-Konzerns schaffte es dieses

Jahr auch der ehemalige CEO Steve Ballmer, Platz neun,

unter die reichsten zehn, der wohl den Großteil seines üppigen

Vermögens seiner Beteiligung an Microsoft verdankt.

Bye-bye, Zuckerberg! Der war letztes Jahr noch auf Platz

fünf, flog 2022 jedoch komplett aus den Top 10. Die Facebook-Aktie

konnte 2022 bisher nicht überzeugen, vor allem

schwindende Nutzerzahlen machen ihr zu schaffen.

Diesen Platz hat sich nun das Orakel von Omaha geschnappt:

Warren Buffett erreichte seinen Milliardärsstatus

zwar erst mit 56, die erste Aktie kaufte er aber schon mit elf.

Während sich andere Investoren aktuell zurückhalten, ging

Buffett mit Berkshire Hathaway auf Einkaufstour, investierte

im ersten Quartal 2022 bereits rund 51 Milliarden Dollar.

Außerdem beschloss die Mehrheit der Aktionäre, den 91-Jährigen

weiterhin als CEO und Chairman zu behalten.

Auf Platz sechs und sieben folgen die Google-Gründer Larry

Page und Sergey Brin mit einem Vermögen von 111 und

107 Milliarden Dollar. Sie lernten sich einst als Informa-

Die Top 10 im Jahr 2022

In jedem Frühjahr offenbart „Forbes“ das große Milliardärs-Ranking und zieht Bilanz im Vergleich zur Liste des Vorjahrs. Bei den Vermögen

handelt es sich um eine Momentaufnahme vom 11. März. Die Liste kann über das Jahr in Echtzeit auf www.forbes.com/realtime-

billionaires verfolgt werden. „Forbes“ bezieht sich beim Ranking auf die Aktien- und Wechselkurse sowie eine Vielzahl von Vermögenswerten

wie private Unternehmen, Immobilien oder Kunst.

Rang Name Vermögen in

Milliarden Dollar

Alter Flaggschiffkonzern WKN Marktkapitalisierung

in Euro

Kurs/Stoppkurs

in Euro

Kursziel in Euro/Kurspotenzial

in Prozent

Quellen: Forbes, Bloomberg, comdirect

1 Elon Musk 219 50 Tesla A1CX3T 835,14 Milliarden 832/707 927/11,41

2 Jeff Bezos 171 58 Amazon 906866 1,2 Billionen 2365/2010 3475/46,93

3 Bernard Arnault 158 73 LVMH 853292 307 Milliarden 610/518 802/31,47

4 Bill Gates 129 66 Microsoft 870747 1,99 Billionen 265/225 341/28,67

5 Warren Buffett 118 91 Berkshire Hathaway A0YJQ2 403 Milliarden 309/262 343/11

6 Larry Page 111 49 Google (Alphabet) A14Y6F 1,44 Billionen 2181/1854 3066/40,57

7 Sergey Brin 107 48 Google (Alphabet) A14Y6F 1,44 Billionen 2181/1854 3066/40,57

8 Larry Ellison 106 77 Oracle 871460 187 Milliarden 70/60 85/21,42

9 Steve Ballmer 91,4 66 Microsoft 870747 1,99 Billionen 265/225 341/28,67

10 Mukesh Ambani 90,7 65 Reliance Industries Ltd. 884241 234 Milliarden 69/59 75/8,69

FOCUS-MONEY 20/2022

53


moneymarkets

Mehr Milliardäre

Die Zahl der Milliardäre nimmt, langfristig gesehen,

immer weiter zu. 2022 sind es allerdings 87 weniger

als noch im Jahr zuvor. Grund hierfür

sind vor allem Rückgänge in Russland

und in China.

Anzahl der Milliardäre weltweit

269

2755

1990 95 2000 05 10 15 2020

Quelle: Forbes

2400

2000

1600

1200

800

400

0

tikstudenten an der Stanford University kennen. Oracle-

Gründer Larry Ellison landet mit einem Vermögen von 106

Milliarden Dollar auf Platz acht. Bis 2014 war er dort noch

CEO, seitdem ist er Executive Chairman und CTO.

Die Top-10-Milliardärs-Liste ist wohl die einzige, bei der

man es leicht verkraften kann, auf dem letzten Platz zu landen:

Hier findet sich erneut Mukesh Ambani. Der Erbe und

CEO der indischen Öl- und Textilfirma Reliance Industries gilt

mit 90,7 Milliarden Dollar als der reichste Mensch Asiens.

Im Jahr 2000 belegten die ersten drei Plätze noch Bill Gates,

Larry Ellison und Paul Allen, der Co-Gründer von Microsoft.

2010 waren es Carlos Slim, Bill Gates und Warren Buffett.

Die Top 3 der Top 10

Die Konzerne der zehn Reichsten sind alle vielversprechend

– sonst hätten es die Herren nicht auf die Liste geschafft. Im

herausfordernden Umfeld 2022 (steigende Zinsen, Inflation,

Krieg, Corona . . .) muss man Investments jedoch mit Bedacht

auswählen. Wir nahmen die Flaggschiffkonzerne unter die

Lupe und untersuchten sie anhand bestimmter Kriterien:

Befinden sie sich in einer aussichtsreichen Branche, die

Sicherheit plus Wachstum verspricht? Sind durchschnittliche

Kurschancen von mindestens zwanzig Prozent drin?

Lag in den letzten zwei Jahren mindestens zweistelliges

Umsatzwachstum vor, kann sich dieses in den nächsten zwei

Jahren fortsetzen? Ist der Konzern unter dem Strich profitabel?

Drei Unternehmen hielten allen Kriterien stand.

ALPHABET

Suchmaschinen-Gigant

Das Unternehmen: Können Sie sich ein Leben ohne Google überhaupt vorstellen?

Eben. 1998 in einer Garage gegründet, erreichen Google heute

63 000 Suchanfragen – pro Sekunde! Und trotz einer sagenhaften Marktkapitalisierung

von 1,44 Billionen Euro bietet die Aktie des Mutterkonzerns

Alphabet noch immer Wachstum pur. Vor allem im Cloud-Bereich holt er auf

und investiert viel, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Selbst beim autonomen

Fahren mischt Alphabet mit. Gleichzeitig besitzt der Konzern in seinen

Kerngeschäften wie YouTube und der Suchmaschine Google einen starken

Burggraben. Allein Google als Suchmaschine hat weltweit einen Marktanteil

von über 90 Prozent.

Die Zahlen: Das meiste Geld macht Alphabet mit Werbeeinahmen. Im ersten

Quartal stieg der Umsatz um 23 Prozent, der operative Gewinn um über

22 Prozent. Im Cloud-Bereich legte der Umsatz sogar um fast 44 Prozent zu.

In den kommenden Quartalen könnte das Wachstum allerdings leicht abgeschwächt

sein, da einige Konzerne wegen des Ukraine-Kriegs möglicherweise

weniger für Werbung ausgeben werden.

Die Vision: Alphabet besitzt eine der solidesten Bilanzen der Welt. Ende

2021 lag der Bargeldbestand bei 140 Milliarden Dollar – mehr als genug für

den weiteren Ausbau. Ein bevorstehender Aktiensplit im Juli von 1 : 20 könnte

dem Kurs zudem kurzfristig weiteren Schub verleihen. Kurschance: 40 Prozent!

Google kommt übrigens von Googol: eine Zahl mit einer Eins und hundert

Nullen, um den riesigen Umfang des Internet darzustellen.

54

Quellen: Bloomberg; comdirect

Weiter geht’s

Die Alphabet-Aktie legte in fünf Jahren stolze

150 Prozent zu. Mehr ist definitiv noch drin:

Allein das durchschnittliche Kursziel von

3066 Euro bietet derzeit rund 40 Prozent Luft

nach Alphabet oben.

Kurs der Alphabet-

Aktie in Euro

Allzeithoch

Widerstand

Unterstützungen

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

2500

2000

1500

1000

500

WKN/ISIN

A14Y6F/US02079K3059

Börsenwert 1,44 Bio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 20,6/17,3

Dividendenrendite 2022/23e 0,0/0,0 %

Stoppkurs/Kursziel 1854/3066 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 40,6%

0

FOCUS-MONEY 20/2022

e = erwartet


AMAZON

Die Once-in-a-lifetime-Einstiegschance

Das Unternehmen: Sie ärgern sich, weil Sie den Einstieg damals verpasst

haben? Dann haben Sie jetzt DIE Chance! Die Amazon-Aktie ist so günstig

wie lange nicht. Amazon gilt als Synonym für E-Commerce und zudem mit

einem Marktanteil von 33 Prozent als führender Spieler bei Cloud-Diensten.

Die Zahlen: Zuletzt verlor die Aktie. Im ersten Quartal verfehlte Amazon die Erwartungen

der Analysten größtenteils. Der Gewinn je Aktie etwa betrug statt

8,40 Dollar nur 7,56 Dollar. Zum einen machte Amazon die Beteiligung am E-

Auto-Hersteller Rivian zu schaffen, dessen Aktien an Wert einbüßten. Zum anderen

bremsen Inflation, steigende Preise und Lieferengpässe das E-Commerce-Geschäft.

Das Cloud-Segment aber läuft, hier konnte der operative

Gewinn fast 57 Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr könnte laut Analysten der

Gewinn je Aktie zwar nur 16,87 Dollar betragen nach 42,79 Dollar im Vorjahr.

Doch schon im Jahr darauf sind über 53 Dollar möglich, dann gar 87 Dollar.

Die Vision: Und genau da liegt der Punkt. Wir reden hier von Amazon. Der

Konzern mag sich aktuell in einem schwierigen Umfeld bewegen, hat aber

das Zeug, langfristig weiter durchzustarten. Der E-Commerce-Markt boomt

nach wie vor, ist lange nicht gesättigt. Bis 2027 soll er jährlich um fast 15 Prozent

wachsen. Auch verlagern immer mehr Unternehmen ihre Aktivitäten in

die Cloud. Amazon arbeitet nun daran, produktiver und kosteneffizienter zu

werden – das war schon immer eine Stärke des Konzerns. Bei einigen Analysten,

darunter auch Goldman Sachs, zählt Amazon trotz aktuellen Gegenwinds

auf 12-Monats-Sicht weiterhin zu den Top-Picks.

Quellen: Bloomberg; comdirect

Rückschläge nutzen

Die Aktie legte in zehn Jahren 1300 Prozent

zu, büßte zuletzt wegen des herausfordernden

Umfelds allerdings ein. Günstige Einstiegschancen,

denn Amazon bietet nach wie

Amazon

vor Wachstum! Kurschance: 47 Prozent!

Kurs der Amazon-

Aktie in Euro

Unterstützungen

Allzeithoch

Widerstand

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

3000

2000

1000

WKN/ISIN

906866/US0231351067

Börsenwert 1,2 Bio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 147,8/56,7

Dividendenrendite 2022/23e 0,0/0,0 %

Stoppkurs/Kursziel 2010/3475 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 46,9 %

0

e = erwartet

MICROSOFT

Wachstum PLUS Sicherheit

Das Unternehmen: 95 Prozent seines Vermögens will Bill Gates bis zu seinem

Tod spenden, seinen Kindern will er je „nur“ zehn Millionen Dollar vererben.

Gates verkörpert Microsoft wie kein Zweiter: Bodenständig, zuverlässig

– doch nicht zu unterschätzen! Mit einer Marktkapitalisierung von 1,99 Billionen

Euro ist Microsoft eines der größten Unternehmen der Welt. Das Geschäft

ist breit diversifiziert: Neben Software-Produkten, dem Betriebssystem Windows

oder Office 365 ist Microsoft einer der stärksten Spieler im Cloud-Geschäft.

Mit der geplanten Übernahme von Activision Blizzard kann Microsoft

zukünftig noch tiefer den Gaming- und Metaverse-Bereich erschließen.

Die Zahlen: Microsoft zählt zu den stärksten Cashflow-Generatoren. In den

ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs 2022, das im Juni endet, erhöhte

der Konzern den freien Cashflow um 19 Prozent auf über 47 Milliarden Dollar

zum Vorjahr. Im dritten Quartal legten alle Geschäftssparten sowohl auf

Umsatz- als auch auf Ergebnisseite zu, die Cloud-Sparte Azure konnte den

Umsatz sogar um 49 Prozent steigern. Laut CEO Satya Nadella profitiert Microsoft

weiterhin von den hohen IT-Ausgaben anderer Konzerne.

Die Vision: Der Markt für Cloud-Computing soll bis 2030 jährlich um rund

15,7 Prozent wachsen. Schon jetzt verwenden 95 Prozent aller Fortune-

500-Unternehmen Microsofts Cloud-Plattform Azure. Auch behandelt Microsoft

seine Aktionäre stets gut: Seit 2005 hat es die Dividende nie gekürzt,

erhöhte sie im Schnitt um 12,8 Prozent jährlich. Im dritten Quartal blätterte

Microsoft 13 Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe hin.

FOCUS-MONEY 20/2022

Quellen: Bloomberg; comdirect; GJ endet jeweils am 30.6.

Zuverlässig nach oben

In zehn Jahren stieg die Microsoft-Aktie um

rund 1000 Prozent. Ein durchschnittliches

Kursziel von 341 Euro bietet fast 30 Prozent

Kurschance. Microsofts Plus-Faktor: sein breit

diversifiziertes Microsoft Geschäftsmodell.

Kurs der Microsoft-Aktie in Euro

Widerstand

Unterstützung

Allzeithoch

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

300

200

100

WKN/ISIN

870747/US5949181045

Börsenwert 1,99 Bio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 30,0/25,9

Dividendenrendite 2022/23e 0,86/0,91 %

Stoppkurs/Kursziel 225/341 €

Risiko ■■■■■ Kurspotenzial 28,7 %

0

55

e = erwartet


moneykompakt

KRYPTOWÄHRUNGEN

Unruhige Zeiten für Kryptos

Mal wieder stehen Kryptowährungen am Scheideweg. Wie lange hält der Bärenmarkt

für Bitcoin & Co. noch an? Dabei zeigt eine neue Studie, wer in Kryptos

investiert. Und ein weiteres Land erklärt den Bitcoin zum Zahlungsmittel

von MARIAN KOPOCZ

+++ Aktuelle Staking-Zinssätze +++ Polkadot: 14,0 Prozent +++ BNB Chain: 7,1 Prozent +++ Terra:

Können die Kryptowährungen den Absturz verhindern?

Geht man nach der Theorie der 4-Jahres-Zyklen, so

sieht es nicht gut aus für Bitcoin, Ethereum & Co. Der

Bärenmarkt dürfte in diesem Fall noch anhalten. Doch auf

der fundamentalen Seite tut sich viel. Welche Länder den Bitcoin

jetzt auch als Zahlungsmittel akzeptieren und welche

Steuererleichterung es überraschenderweise für deutsche

Kryptoanleger gibt, das lesen Sie jetzt.

Die neuen Crypto-Countries

Jetzt sind es schon mindestens zwei. Nachdem El Salvador

bereits vergangenes Jahr den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel

neben dem US-Dollar einführte, folgt jetzt direkt

ein weiteres Land und eines zumindest halb. Ende April gab

die Zentralafrikanische Republik bekannt, den Bitcoin ebenfalls

als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen. Der Präsident

Faustin Archange Touadéra unterschrieb dazu ein Gesetz,

welches zuvor einstimmig vom Parlament angenommen

worden war. Die Zentralafrikanische Wirtschafts- und Währungsmeinschaft

hingegen, die auch eine gemeinsame Währung

hat, fühlte sich von dem Schritt übergangen. Und zudem

zeigt eine neue Studie des amerikanischen National

Bureau of Economic Research, dass die Kryptoadaption in

El Salvador nur spärlich vorangeht. Nur etwa die Hälfte der

Befragten hätten das Chivo-Wallet heruntergeladen und lediglich

4,9 Prozent der Einkäufe der Salvadorianer würden

in Bitcoin gezahlt. Zudem erließ das zentralamerikanische

Land Panama ein großes Bitcoin-Gesetzespaket. Dieses sieht

zwar nicht vor, den Bitcoin zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel

zu machen, doch jeder im Land kann selbst entscheiden,

ob er die Cyberdevise als Zahlungsmittel annehmen

möchte oder nicht. Zudem können Steuern in der Kryptowährung

beglichen werden und es gibt Erleichterungen für

die Kryptowirtschaft.

Verwirrung am Kryptomarkt

Derweil zeigt sich der Markt für Kryptowährungen nach wie

vor wackelig. Der gesamte Markt befindet sich weiterhin in

einem langfristigen Abwärtstrend, der zuletzt von einem

kurzfristigen Aufwärtstrend begleitet wurde. Doch demnächst

dürfte sich entscheiden, in welche Richtung der Markt

tendiert. Denn sowohl der Bitcoin als auch Ethereum und damit

schließlich der Gesamtmarkt befinden sich in einem symmetrischen

Dreieck. Dieses dürfte bald unweigerlich aufgelöst

werden und somit den Trend für die kommenden

Monate offenbaren. Wirft man einen Blick auf den 4-Jahres-

Zyklus des Bitcoin, so könnte man annehmen, der Kryptomarkt

sinke noch mal beträchtlich. Denn dies tat er zu denselben

Zeitpunkten in vergangenen Zyklen (siehe 2018 oder

2014). Doch ob dies wirklich geschieht, kann natürlich nie-

56 Illustration: iStock

FOCUS-MONEY 20/2022


Top 10 Kryptowährungen

Es gab wieder etwas Bewegung in den Top Ten. Gemein haben die meisten Kryptos aber einen ordentlichen Kursverlust. Binance

Coin konnte sich noch gut halten sowie die in US-Dollar denominierten Stablecoins, weil der Euro schwächer wurde.

Rang Name Marktkapitalisierung Kurs

in Euro

Preisveränderung

1

Monat in %

RSI auf

Wochenbasis

20-Wochen-Linie

in Euro

News

1 Bitcoin 693,9 Mrd. Euro 36478 –13,89 46 37.291 Die Schweizer Nationalbank sagte, sie könne, technisch gesehen, Bitcoin kaufen, hat

dies zu Reservezwecken aber bislang nicht vor.

2 Ethereum 322,3 Mrd. Euro 2675 –16,87 47,76 2.716 Durch den Drop der NFT-Kollektion Otherside von Yuga Labs gab es einen riesigen

Hype, der die Ethereum-Blockchain an ihre Belastungsgrenze brachte.

3 Tether 79,1 Mrd. Euro 0,9512 3,36 – – Tether bekommt wieder leicht mehr Zuflüsse. Der Tether-CTO sieht seinen Stablecoin

der wachsenden Konkurrenz noch weit voraus.

4 BNB 60,2 Mrd. Euro 368,77 –10,10 48,22 376,6 Konnte Binance Coin Anfang 2021 den Markt noch outperformen, so verläuft der Coin

aktuell nur wie der Markt.

5 USDC 46,6 Mrd. Euro 0,9513 3,37 – – Der zweitgrößte Stablecoin der Welt von Coinbase und Circle verliert weiter Einlagen.

6 XRP 27,9 Mrd. Euro 0,5804 –24,67 40,68 0,67 Der April war mit einem Minus von 28 Prozent der schlechteste Monat für XRP seit Juni 2021.

7 Terra 27,6 Mrd. Euro 80,23 –23,52 56,44 71,55 Um Terra Luna ist es etwas ruhiger geworden. Der Coin verlor deutlich, bewegt sich

aber noch auf einem hohen Niveau.

8 Solana 27,5 Mrd. Euro 82,21 –34,7 44 100 Ein Ansturm von Bots ließ die Solana-Blockchain abermals ausfallen. Hier stehen die

Dezentralität und die Funktionalität infrage.

9 Cardano 25,1 Mrd. Euro 0,7438 –33,57 38,24 0,93 Cardano performt weiter schwach. Doch Gründer Hoskinson bringt sich bei Elon Musk

für eine dezentrale Social-Media-Plattform ins Spiel.

10 TerraUSD 17,8 Mrd. Euro 0,9506 3,28 – – Der Stablecoin von Terra Luna schaffte es in die Top Ten. Der Marktwert beträgt

mittlerweile mehr als 18 Milliarden Dollar.

*alles Stand: 4.5.2022; Quellen: coinmarketcap.com, tradingview.com, eigene Recherche

5,9 Prozent +++ Solana: 5,4 Prozent +++ Cardano: 5,0 Prozent +++ ETH 2.0: 4,4 Prozent +++

mand mit Gewissheit sagen. Deswegen sollten Anleger sich

auf beide Varianten einstellen. Am besten investieren langfristig

orientierte Anleger per Sparplan und halten sich etwas

Cash für den Crash auf der Seite. Wer ohnehin sehr

skeptisch ist, sollte aktuell die Finger von den Kryptowährungen

lassen und erst wieder einsteigen, wenn ein klarer

Trend erkennbar ist.

Doch wie Anleger im Ethereum-Chart rechts und im

Chart aller Kryptowährungen auf Seite 58 sehen können,

steht der Kryptomarkt momentan auf Messers Schneide.

Die Coins testen aktuell wichtige Unterstützungen. Sollten

diese Bereiche fallen, könnte es zu einem für Anleger sehr

unschönen Abverkauf kommen.

Dieses Spannungsfeld charakterisiert den Bitcoin aktuell

gekonnt. Denn er befindet sich in einer Schwebephase

zwischen einer hohen Inflation und der Erhöhung der Zinsen.

Während immer noch viele Marktteilnehmer davon

überzeugt sind, dass der Bitcoin einen guten Schutz gegen

Inflation bietet, ist es aber auch genau diese Inflation, die

ihn in die Knie zwingen kann. Und zwar zeigt sich seit

Herbst 2021 eine hohe Korrelation zum Nasdaq-100. Geht

der Tech-Index in die Knie, tut der Bitcoin es ihm nach. Der

Tech-Index geht in die Knie, weil deutlich höhere Leitzinsen

der Zentralbanken erwartet werden. Diese werden erwartet,

weil die Inflation so hoch ist. Quo vadis?

FOCUS-MONEY 20/2022

Chartanalyse Ethereum

Auch die zweitgrößte Kryptowährung

befindet sich wie der Bitcoin in der

Korrektur. Und auch Ethereum bildet

ein symmetrisches Dreieck aus.

Fällt der Kurs aus diesem Dreieck,

bietet die Region um 2500 Dollar eine

erste Unterstützung. Danach folgt die

Marke um 2000 Dollar bis 1700 Dollar auf

der Unterseite. Löst Ethereum das Dreieck

doch noch nach oben hin auf, so winken Kursziele

von 4000 US-Dollar und danach tatsächlich

das 1,618-Fibonacci-Level bei 8000 Dollar.

Preis für 1 Ethereum in US-Dollar

Unterstützung

symmetrisches

Dreieck

2020 2021 2022

4000

3000

2000

1000

0

57

Quelle: Bloomberg


Jetzt wird es aber langsam eng

Der gesamte Kryptomarkt schleicht auf einen Showdown

zu. Seit Anfang des Jahres ist eigentlich nicht

viel passiert, doch der Aufwärtstrend schiebt die

Kryptos nun in den Widerstand. Wer gewinnt?

Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen

in Milliarden US-Dollar

Quelle: coinmarketcap.com

Widerstand

Aufwärtstrend

2020 2021 2022

Planungen für Kryptobestände

in Prozent der Befragten

handeln/verwahren 25

ausgeben 16

Staking 15

NTFs kaufen 14

Zinsinvestment 11

Kreditsicherheiten 10

Auslandszahlungen 9

2500

2000

1500

1000

500

Was haben Anleger vor?

Die folgende Grafik zeigt, was Kryptoanleger mit ihren

Coins zu tun gedenken. Es zeigt sich eine große

Vielfalt an möglichen Anwendungen und damit ein

Wachsen des Ökosystems.

Quelle: Coinbase Crypto Report Europe

Überwiegend optimistisch

Die im Report befragten Privatpersonen wollen ihre

Kryptobestände eher erhöhen. Interessant ist die

Aufteilung nach Altersgruppen und dass nur wenige

ihre Kryptobestände reduzieren möchten.

Geplante Anpassungen in den nächsten 12 Monaten

im Krypto-Portfolio, in Prozent der Befragten nach Alter

Bestände

erhöhen

62 59 57

29

9

18–29

30

11

30–39

32

11

40–49

Quelle: Coinbase Crypto Report Europe

44

46

10

50–59

36

50

14

60–69

56

33

11

gesamt

Bestände

behalten

0

Bestände

reduzieren

Die neue Kryptostudie

Anfang Mai veröffentlichte die Kryptobörse Coinbase in Zusammenarbeit

mit dem Frankfurt School Blockchain Center

und INTAS.tech eine neue Studie über europäische Kryptoinvestoren.

„Der Coinbase Crypto Report Europe (CCRE) untersucht

das Verhalten und das Investitionsklima von Krypto-Asset-Besitzern

in Deutschland und Europa im ersten

Halbjahr 2022“, wie es zu Beginn heißt. Dabei wurden im

Februar 2022 genau 6115 Personen von Qualtrics per Online-Umfrage

befragt. Die Teilnehmer aus Deutschland,

Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und

Spanien äußerten sich zum Kryptomarkt. Heraus kam, dass

etwa 30 Prozent dieser Menschen Kryptowährungen besitzen.

Dazu sagt Professor Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt

School Blockchain Center und Mitautor der Studie:

„Kryptowährungen breiten sich weiter in der Bevölkerung

aus. Dieses Wachstum geht etwa vom männlichen Investor

um die 30 aus und dehnt sich dann aus. Aber auch Frauen

interessieren sich immer mehr für Kryptowährungen.“ So

macht der Anteil der weiblichen Kryptobesitzer laut des Reports

bereits rund 30 Prozent aus. Zudem zeigt sich, dass vor

allem jüngere Menschen mehr Kryptos besitzen. Aber: „Meines

Erachtens befinden wir uns noch lange nicht am Peak für

Kryptowährungen. Ich denke, wir stehen erst ganz am Anfang“,

erklärt Sandner.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wofür Anleger

ihre Coins aktuell nutzen (siehe Grafik links). Es scheint nämlich

nicht so zu sein, dass die jungen Zocker nur auf hohe Gewinne

aus sind. Kryptos erfüllen mittlerweile diverse Aufgaben,

wie Auslandszahlungen, Kauf von NFTs, Staking von

Coins, Lending von Coins und viele weitere Bereiche in diesem

Ökosystem. Dabei ist der Bitcoin in 69 Prozent der Wallets

der Kryptohalter aufzufinden, Ethereum in 45 Prozent,

gefolgt von Binance Coin mit 25 Prozent.

Spannend ist auch, dass der Report beleuchtet, warum

Menschen keine Kryptos kaufen. Bei der Präsentation des

„Coinbase Crypto Report Europe“ wird Sandner auch gefragt,

wie er den Markt aktuell beurteilt. Sandner: „Mittel- und

langfristig müsste der Kurs aus fundamentalen Gründen wieder

steigen. Das mache ich daran fest, dass das regulatorische

Umfeld in den USA und Europa deutlich positiver wird

als noch vor Kurzem gedacht. Aber die Regulatorik und Besteuerung

in der westlichen Welt wird insgesamt zunehmen.“

Krypto-Steuererleichterung

In Deutschland gibt es wohl recht überraschend eine Steuererleichterung

für Staker. Wer am Proof-of-Stake-Konsens einer

Kryptowährung teilnimmt und Zinsen mit seinen Coins

verdient, der kann auf Steuererleichterungen hoffen. So vermeldete

der Branchendienst BTC-ECHO: „Mussten Bitcoin

und Co. für den steuerfreien Verkauf nach dem Staking vorher

zehn Jahre gehalten werden, wird dies künftig regulär

nach einem Jahr möglich sein.“ Möglich macht dies ein

Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen, welches

BTC-ECHO vorliegen soll. Daraus geht anscheinend hervor,

dass die von der FDP geführte Behörde bald weitere Rechtssicherheit

und Anpassungen im Kryptobereich vorstellen

möchte.

58 FOCUS-MONEY 20/2022


moneymarkets

MUSTERDEPOT

US-Notenbank

wird aggressiv

Tech-Titel wie Meta Platforms

holen auf. Jaensch verkauft

seine gesamte E.on-Position

WÄHREND IN EUROPA über ein mögliches

Öl-Embargo diskutiert wird, stand in den

USA die FOMC-Sitzung der US-Notenbank

im Vordergrund“, sagt Nicole Sperch von

Impact AM. Der Leitzins wurde um 50 Basispunkte

angehoben und weitere Zinsschritte

angekündigt, so die Anlageexpertin.

„Die Aktienmärkte legten daraufhin deutlich

zu“, sagt Sperch. Sie warnt aber vor Auswirkungen

der seit 40 Jahren stärksten Preisanstiege

und Corona-Lockdowns in China.

„Obwohl die Leitzinserhöhung der US-Notenbank

zunächst mit Erleichterung aufgenommen

wurde, stagnieren mit Sicht auf die

vergangenen Monate die Kurse der meisten

Aktien“, so Hartmut Jaensch, prediqma. An

den Börsen bleiben hingegen Rohstoffwerte

auf Favoritenkurs. So erzielte BP im ersten

Quartal mit 6,2 Milliarden US-Dollar den

höchsten Gewinn seit mehr als zehn Jahren.

Jaensch verkauft diese Woche seine 820 E.on,

dessen Geschäfte von den Sanktionen gegen

Russland beeinträchtigt sind, mit tagesgültigem

Verkaufslimit von 9,51 Euro.

Im Musterdepot von Frank Fischer, Shareholder

Value Management, konnten sich die

Tech-Werte Alibaba, Meta Platforms und

Tencent kräftig verbessern.

JH

Anzahl/nominal

des Wertpapiers

ISIN

aufgenommen

Ausgabe

Kaufkurs

in Euro

Kaufsumme

in Euro

Limits Euro

je Stück/

Anzahl

Kurs am

5.5.2022

in Euro

Kurswert

am

5.5.2022

Kursveränderung

in %

DEPOT 1

NICOLE SPERCH,

Impact Asset

Management GmbH

15 ASML Holding NL0010273215 5/22 623,90 9358,50 – 555,50 8332,50 –11,0

65 Michelin FR0000121261 5/22 153,00 9945,00 – 120,80 7852,00 –21,0

150 Saint-Gobain FR0000125007 5/22 65,38 9807,00 – 55,62 8343,00 –14,9

25 L’Oréal FR0000120321 5/22 377,20 9430,00 – 336,85 8421,25 –10,7

30 Linde IE00BZ12WP82 5/22 285,80 8574,00 – 303,20 9096,00 6,1

110 Novo Nordisk A/S-B DK0060534915 5/22 86,10 9471,00 – 107,34 11807,40 24,7

Guthaben: 2 257,50 € 370 RELX GB00B2B0DG97 5/22 27,61 10 215,70 – 28,17 10 422,90 2,0

Depotwert: 92 366,24 € 55 Schneider Electric FR0000121972 5/22 159,52 8 773,60 - 132,98 7 313,90 –16,6

Gesamtwert*: 94 623,74 € 1 451 Terna IT0003242622 5/22 6,75 9 794,25 – 7,69 11 155,29 13,9

Depotveränderung:–5,4 % 680 National Grid GB00BDR05C01 12/22 13,42 9 122,20 – 14,15 9 622,00 5,5

DEPOT 2

HARTMUT JAENSCH,

prediqma – Institut

für Börsenstrategie

350 Axa FR0000120628 5/22 28,06 9 821,00 – 25,08 8 776,25 –10,6

1 400 Commerzbank DE000CBK1001 5/22 7,41 10 379,60 – 6,30 8 817,20 –15,1

820 E.on DE000ENAG999 5/22 12,09 9 917,08 V: 9,51/820 9,91 8 124,56 –18,1

320 Occidental Petroleum US6745991058 5/22 31,89 10 203,20 – 59,25 18 960,00 85,8

2 100 BP GB0007980591 6/22 4,66 9 777,60 – 4,96 10 416,00 6,5

4 255 BT Group GB0030913577 9/22 2,38 10 126,90 – 2,16 9 190,80 –9,2

Guthaben: 27909,43 € 250 Halliburton US4062161017 17/22 33,92 8478,75 – 35,85 8961,25 5,7

Depotwert: 73246,06 €

Gesamtwert*: 101155,49 €

Depotveränderung:1,2 %

DEPOT 3

FRANK FISCHER,

Shareholder Value

Management AG

2524 Agfa-Gevaert BE0003755692 5/22 3,84 9679,54 – 3,95 9957,18 2,9

60 Alibaba Group Holding US01609W1027 5/22 113,00 6780,00 – 93,60 5616,00 –17,2

4 Cable One US12685J1051 5/22 1380,00 5520,00 – 1050,00 4200,00 –23,9

20 Charter Communications US16119P1084 div. 524,90 10498,00 – 418,80 8376,00 –20,2

2200 Intershop Communic. DE000A254211 5/22 4,32 9504,00 – 4,58 10076,00 6,0

17 Meta Platforms US30303M1027 5/22 286,25 4866,25 – 209,50 3561,50 –26,8

Guthaben: 17 870,38 € 1 100 MTG Modern Times Gr. SE0000412371 5/22 8,71 9 581,00 – 10,88 11 968,00 24,9

Depotwert: 75 844,34 € 600 Ryanair Holdings IE00BYTBXV33 div. 17,08 10 245,00 – 14,15 8 487,00 –17,2

Gesamtwert*:93 714,72 € 200 Tencent Holdings KYG875721634 5/22 52,00 10 400,00 – 44,09 8 818,00 –15,2

Depotveränderung:–6,3 % 111 Unilever GB00B10RZP78 5/22 44,59 4 949,49 – 43,11 4 784,66 –3,3

*Startkapital am 19.1.22 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss

Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner

Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden.

FOCUS-MONEY 20/2022

59


money

DIGITAL

SOCIAL TRENDS

KOLUMNE

Wie kann man noch

Geld verdienen?

ES GIBT SOLCHE UND SOLCHE ZEITEN. An der Börse gibt es Zeitspannen,

da kann man sich gar nicht vor Gewinnen retten. Alle Kurse

blinken in Grün und alle Anlageklassen bescheren Anlegern satte

Renditen. Aktuell gilt das Gegenteil. Fast alles fällt. Nun auch noch

Gold und Silber, was sich bislang im Jahresverlauf gut gehalten hatte.

Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wie können Investoren denn

jetzt eigentlich noch Geld verdienen?

Klar, man kann shorten. Doch für viele Marktteilnehmer ist dies

dann doch eher ein unsicheres und aufwendiges Unterfangen. Einen

Short kann man nicht mit einer Buy-and-Hold-Strategie betreiben.

Doch es gibt auch abseits der bekannten Märkte viele spannende

Möglichkeiten, um Gewinne einzufahren. Auf unserem Blog

www.kleingeldhelden.com finden Sie jetzt zwei Artikel zu alternativen

Investments. Zum einen können das NFTs sein, also einzigartige

digitale Güter. Zugegeben, auch dieser Markt ist riskant, aber

eben auch mal was anderes. Etwas gesetzter kommt dann der zweite

Artikel daher, der erklärt, wie Anleger mit P2P-Krediten und ähnlichen

Angeboten Geld verdienen können. Auf Plattformen können

Sie Ihr Geld an andere Privatpersonen verleihen und kassieren dafür

Zinsen. Oder Sie finanzieren per Crowdlending Immobilienobjekte

und partizipieren an deren potenziellen Erfolgen. Besuchen

Sie jetzt unseren Blog und erfahren Sie, was es abseits der Börse noch

so gibt. Und wenn die guten Zeiten wieder anbrechen, dann werden

hoffentlich alle Bestände erneut in Grün blinken.

MARIAN

KOPOCZ

zum

Artikel

Musk treibt via Twitter NFT-Kurse

und erwägt Nutzungsgebühren

Schon öfter kam es vor, dass Elon Musk via

Twitter die Märkte bewegte. Nun tat er es erneut:

Am 4. Mai änderte er sein Profilbild in

ein Foto mit verschiedenen Avataren, die aus

der NFT-Sammlung Bored Ape Yacht Club

stammen. Der Token ApeCoin stieg daraufhin

innerhalb einer Stunde um rund 19 Prozent

an. Noch ist nicht klar, ob Musk tatsächlich

einen Bored Ape NFT gekauft oder das Bild

lediglich kopiert hat. Die Bored-Ape-NFT-

Sammlung, die es seit letztem Jahr gibt,

erfreut sich bereits zahlreicher Fans. Auch

machte Musk mit einer weiteren Aktion

Schlagzeilen: Nach seiner Ankündigung,

Twitter übernehmen zu wollen, zieht er jetzt

in Erwägung, für gewerbliche oder staatliche

Nutzer Gebühren zu verlangen. Private Nutzer

bleiben davon unberührt.

MONEY-MEINUNG

Machen Sie mit

SIE sind gefragt! Ab sofort wartet auf Sie jede

Woche im Heft eine spannende Frage.

Stimmen Sie per QR-Code ab und teilen Sie

uns IHRE Meinung mit. Das Ergebnis der

MONEY-Leser-Umfrage gibt es in der nächsten

Ausgabe.

Sie haben abgestimmt:

„Was denken Sie über die Zukunft von

Tesla und Elon Musk?“

in Prozent der Online-Teilnehmer

Ich habe eine

differenzierte Meinung. 41,7

Die meistgesuchten Aktien der Woche

Ich bin pro Tesla

und Elon Musk. 33,3

Ich bin contra Tesla

und Elon Musk. 16,2

Quelle: eigene Darstellung

#1 #2 #3 #4

Tesla Biontech Plug Power BASF

#5

Amazon

Quelle: Finanzen100

Frage der Woche:

Setzen Sie auf Bitcoin oder Gold in

diesem krisengebeutelten Jahr?

Stimmen Sie ab:

60 Illustration: VectorStock

FOCUS-MONEY 20/2022


AKTIENANALYSE

Sie wählen, wir analysieren! Der FOCUS-MONEY YouTube-Kanal „Mission Money“

stellt jede Woche drei Aktien zur Wahl – und Sie entscheiden, welche wir genauer

unter die Lupe nehmen.

Sie haben abgestimmt:

Apple 45,98 % | Alphabet 16,34 % | Microsoft 37,67 %

WKN: 865985 ISIN: US0378331005

Hier geht es zur Abstimmung auf mission-money.de

Mario Lochner, Mission Money

APPLE

Buffetts

größte Wette

Oft wurde Apple ein Überschreiten des

Zenits bescheinigt. Doch die Aktie hat sich als

sicherer Hafen für Investoren erwiesen.

Muss sie nun neu bewertet werden?

von MATTHIAS DWORAK

Apple präsentierte jüngst das drittbeste Quartal in seiner Geschichte

und übertraf sämtliche Erwartungen. Dennoch kommt

die Aktie seit Anfang 2022, als Apple als erster Konzern überhaupt

einen Börsenwert von drei Billionen Dollar erreichte, aus einer

volatilen Seitwärtsbewegung nicht wirklich heraus. Hat Apple nun

endgültig seinen Zenit überschritten?

Buffett bleibt überzeugt. Der legendäre Gründer von Berkshire

Hatha way sieht das bekanntlich anders und kaufte kürzlich, nachdem

die Aktie etwas gefallen war, erneut Apple-Papiere im Wert von 600

Millionen Dollar. „Leider ist die Aktie wieder gestiegen, also habe ich

aufgehört. Wer weiß, wie viel wir sonst gekauft hätten“, kommentierte

Buffett seine Shoppingtour. Aber was überzeugt den 91-jährigen Investor

derart von der Aktie?

TECHNISCHE ANALYSE

Bekommt die Aktie die Kurve?

Nachdem die Apple-Aktie im März fast die 200-Tage-

Linie von oben durchbrochen hatte, startete sie erneut

Richtung ihres Rekordhochs vom Jahresbeginn durch.

Diese kurze Rally wurde allerdings rasch wieder abverkauft

und die Aktie steht aktuell recht unentschlossen

bei 151 Euro (Stand: 4.5.). Das zeigt auch der Relative-

Stärke-Index (kurz: RSI), der derzeit in neutralem Territorium

verharrt. Sollte die Aktie es aber wieder über 157

Euro schaffen, wäre charttechnisch der Weg nach oben

frei. Für kurzfristiger agierende Anleger könnte sich ein

Stoppkurs bei 141 Euro als Absicherung anbieten.

Apple

Aktienkurs in Euro

Relative-Stärke-Index in Prozent

2021

JAN

200-Tage-Linie

2022

JAN

1990 95 2000 05 10 15 2020

MAI

160

140

120

100

80

80

60

40

20

0

Quelle: Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: iStock 61


AKTIENANALYSE

FUNDAMENTALDATEN

Rentabilität

Eigenkapitalrendite 22/23e in % 151,8/143,5

Gesamtkapitalrendite 22/23e in % 28,3/28,1

Ebitda-Marge 22/23e in % 33,5/32,7

Nettomarge 22/23e in % 25,5/25,1

Bruttospanne 22/23e in % 43,2/43,2

Qualitätsscore

Risiko

Wachstum

Bewertung

9/10

Maximaler Drawdown (5 Jahre) –38,7%

Drawdown Erholungszeit

373 Tage

Gesamtschulden/Kapital 68,4

Nettoschulden/Eigenkapital –85,6

Ebit zu Zinsaufwand 41,2

Qualitätsscore

Umsatz 22/23e in Mrd. € 374,0/395,0

Ebitda 22/23e in Mrd. € 125,1/129,0

Ebit 22/23e in Mrd. € 113,5/118,0

Gewinn je Aktie 22/23e in € 5,8/6,2

Free Cashflow 22/23e in Med. € 104,0/107,4

Qualitätsscore

KGV 2022/23e 26,0/24,4

KBV 2022/23e 41,9/34,4

KUV 2022/23e 6,4/6,0

PEG 2,4

KCV 2022/23e 24,0/22,3

Qualitätsscore

8/10

7/10

7/10

Operativ läuft es hervorragend

Trotz der anhaltenden Chip-Krise und Problemen bei

den Lieferketten konnte Apple in den vergangenen Monaten

in Nordamerika, Europa und China Rekordumsätze

erzielen. Insgesamt stiegen die Erlöse im zweiten

Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 92,5

Milliarden Euro. Dank einer satten Marge von 43,7 Prozent

landeten rund 23,8 Milliarden Euro als Gewinn in

den Konzernkassen. Das waren knapp sechs Prozent

mehr als ein Jahr zuvor. Die Erwartungen der Analysten

hat Apple damit wieder einmal klar geschlagen.

Die Zahlen zeigten eindrucksvoll, warum Apple von

vielen Anlegern inzwischen als sicherer Hafen angesehen

wird. Die Nachfrage nach iPhones, Macs und Services

blieb trotz des nachlassenden Verbrauchervertrauens

hoch und die Bruttomargen zeigen, dass es

Apple nicht schwerfällt, in Zeiten hoher Inflationsraten

die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben.

Bei aller Begeisterung über den Status quo hörten Investoren

bei zwei Äußerungen allerdings genauer hin.

Beim iPhone lag das Wachstum nur noch bei fünf Prozent

und Lieferengpässe könnten laut Apple-Chef Tim

Cook im zweiten Quartal bis zu acht Milliarden Dollar an

Umsatz kosten. Sind die Grenzen des Wachstums also

nicht doch bald erreicht?

Bei Diensten noch viel zu holen. Selbst ein Konzern

wie Apple kommt einmal an den Punkt, an dem eine strategische

Neuausrichtung nötig wird. Was einst von manchen

Analysten belächelt wurde, entpuppt sich jetzt als

Gewinnmaschine: der Wandel zu einem Serviceunternehmen.

Das lukrative Geschäft mit den Diensten glänzte

im vergangenen Quartal mit starkem Wachstum und

einer Bruttomarge von 73 Prozent. Insgesamt erreicht

Apple inzwischen 825 Millionen aktive Abonnenten über

sämtliche Dienste hinweg und verzeichnet nach wie vor

in allen geografischen Regionen Nutzerwachstum. Mit

neuen Initiativen wie Business Essentials, einem Dienstleistungsangebot

für mittelständische Unternehmen,

soll das Servicegeschäft weiter ausgebaut werden. Analysten

von J.P. Morgan sehen in der Transformation große

Vorteile und Wachstumschancen, die von Investoren

nach wie vor unterschätzt würden.

Analystenschätzungen

Analystenrating (Buy/Hold/Sell)

Positivste Empfehlung

Negativste Empfehlung

Konsensschätzung

36/10/1

203 Euro

149 Euro

177 Euro

62 FOCUS-MONEY 20/2022


SZENARIEN FÜR DIE ZUKUNFT

Strategische Vorteile

Trotz des kurzfristigen Gegenwinds erwarten wir in unserem

Basisszenario dank Apples Preissetzungsmacht, der robusten

Nachfrage nach iPhones sowie steigenden Erlösen im Servicegeschäft

weiterhin wachsende Gewinne und einen moderat

steigenden Aktienkurs. In unserem optimistischen Szenario

könnte die Aktie in den kommenden Monaten allerdings deutlich

an Dynamik gewinnen, wenn das strategische Potenzial von

Apple seitens der Investoren neu bewertet würde.

Neubewertung könnte anstehen. Neben positiven Überraschungen

im Servicegeschäft könnte der Konzern dieses Jahr

durchaus noch ein paar Cash-Asse im Ärmel haben. Neben einem

Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 90 Milliarden Dollar

– kein anderes Unternehmen der Welt hat ein so großes Programm

aufgelegt – hätte Apple dank üppiger Cash-Reserven und

eines Nettogewinns von rund 24 Milliarden Dollar allein im ersten

Quartal auch mehr Geld für Zukäufe zur Verfügung als jedes

andere Unternehmen. Dank des Tech-Crashs könnte man spektakuläre

Zukäufe sogar zum Schnäppchenpreis bekommen. Auf

der Liste einiger Marktbeobachter stehen dabei Namen wie Netflix

oder Peloton. Auch mit Blick auf Produktneuheiten ist Apple

immer wieder für eine Überraschung gut. So erwartet der gut vernetzte

Analyst Ming-Chi Kuo im vierten Quartal ein erstes Augmented-Reality-Headset.

Laut seinen Prognosen könnte Apple

damit der nächste große Wurf gelingen und es könnte in den

kommenden zehn Jahren mehr als eine Milliarde Geräte verkaufen.

Apple könnte in den virtuellen Welten des Metaverse dann

eine ähnlich große Rolle spielen wie derzeit bei Smartphones

und Tablets. Man bedenke: Apples erfolgreiche Serviceangebote

machen auch heute nur in Kombination mit iPhone, iPad oder

einer Apple Watch wirklich Sinn.

200

Apple

Aktienkurs in Euro

Faire Werte nach dem DDM-Modell

auf Euro-Basis

optimistisches Szenario

202,86

160

aktueller Wert:

151,06 Euro

Standard-Szenario 177,15

120

80

2021

JAN

2022

JAN

MAI

pessimistisches Szenario 138,13

Quelle: Bloomberg

FAZIT

Die Chancen überwiegen

Chancen

■ Der jüngste Ausverkauf bei Tech-

Aktien eröffnet Chancen für

Übernahmen

■ Die Marke verleiht Apple Preissetzungsmacht

■ Starkes Wachstum im lukrativen

Servicegeschäft

■ Zukunftspotenzial dank

Technologieführerschaft

Risiken

■ Probleme bei den Lieferketten

■ Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

könnten die Nachfrage

nach iPhones stärker bremsen

als erwartet

■ Übernahmen könnten sich als

Fehler herausstellen

■ Starke lokale Konkurrenz in

China und Indien

Die voranschreitende Transformation Apples zu

einem Unternehmen mit starkem Servicefokus,

das weltweite Nutzerwachstum, die Technologieführerschaft

und die Möglichkeiten für strategische

Zukäufe – all dies lässt eine Neubewertung

des Potenzials der Aktie seitens der Investoren

durchaus wahrscheinlich erscheinen. Bei der aktuellen

Bewertung mit einem KGV von 26 bietet

sich zudem eine recht attraktive Einstiegschance

für langfristig orientierte Anleger.

Kaufen

FOCUS-MONEY 20/2022

63


moneymarkets

NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL

Vitale

Kraftpakete

Gesund leben in einer immer

hektischeren Welt? Nicht

einfach, weshalb immer mehr

Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln

greifen. Daran

können Anleger mitverdienen.

Drei Aktien für ein gesünderes

und stärkeres Depot

von MARC BÄCHLE

Hereinspaziert ins Feinschmeckerlokal

von FOCUS-MONEY. Bei uns gibt es kein

„Menu Turistico“ von minderwertiger

Qualität zu überteuerten Preisen, nein, wir kredenzen

nur Gesundes, Gewichtsschonendes

und vor allem Trendiges. Okay, zwar nicht unbedingt

was für Gourmets, dafür aber umso

mehr für renditehungrige Anleger. Ganz frisch

auf der Karte: drei Konzerne, die ihr Geld mit

Nahrungsergänzungsmitteln verdienen. Und

das außerordentlich erfolgreich, wie die Infokästen

auf den nachfolgenden Seiten zeigen.

Schließlich schwimmen sie im weltweit anhaltenden

Gesundheitstrend im Nährstoffbereich

ganz vorn mit. Dieser Umstand könnte sich äußerst

vitalisierend auf die Depots auswirken.

64 Illustration: Depositphotos Foto: Can Stock Photo Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 20/2022


Der Markt für

Gesundheitspillen

und -pulver ist

noch lange nicht

gesättigt. Anleger

können damit

auf der Gesundheitswelle

reiten“

MARC BÄCHLE, REDAKTEUR FOCUS-MONEY

Herbalife Nutrition 22,80 €

Proteinshakes, Tee- und Getränkemischungen,

Proteinchips und andere

Snacks, Kapseln, Kosmetik

Medifast 164,90 €

Gesundes Fertigessen (z. B. Ingwer-

Zitronengras-Hühnchen), Suppen,

Müsliriegel, Popcorn, Tees und Smoothies

Steigendes Marktvolumen

Das weltweite Marktvolumen von Nahrungsergänzungsmitteln

soll in den nächsten Jahren

stark zunehmen. Bis 2028 wird im Schnitt

mit jährlich 8,6 Prozent Wachstum gerechnet.

Weltweites Marktvolumen

von Nahrungsergänzungsmitteln

Erwartungen in

Mrd. US-Dollar

108,9

100,2

92,2

84,8

71,8

78,0

118,3

128,6

Bellring Brands 19,90 €

Sporternährungsprodukte, Proteinpulver

für Shakes, Power-Riegel und weitere

Snacks

2021

22

23

Quelle: Fortune Business Insights

24

Intakter Trend in Deutschland

Die Zahl derer, die ein oder mehrere

Nahrungsergänzungsmittel kaufen und

einnehmen, wächst, auch wenn die Nicht-

Konsumenten noch in der Mehrheit sind.

25

Kauf von Ergänzungsmitteln

in Deutschland

in Prozent der Befragten,

in den letzten 6 Monaten

26

27

65

2028

51

26

23

20

15

2016 2021

Ja, eines

Ja, mehrere

Quelle: Bundesverband Verbraucherzentrale e. V., (repräsentative Umfragen)

Nein

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Depositphotos Composing: FOCUS-MONEY 65


moneymarkets

Vor allem dann, wenn man sich das weltweit prognostizierte

Wachstum bei Nahrungsergänzungsmitteln vergegenwärtigt.

In weniger als zehn Jahren soll sich deren globales Marktvolumen

mehr als verdoppeln, so die Analysten des

Trendforschers Fortune Business Insights. Im Detail: Lag das

Volumen 2020 bei rund 60 Milliarden Dollar und ein Jahr später

bei etwa 70 Milliarden Dollar, sollen es 2028 über 128 Milliarden

Dollar sein (siehe Grafik S. 65 oben). Das entspricht einer

durchschnittlichen jährlichen Zunahme zwischen 2021

und 2028 von 8,68 Prozent pro anno oder einem Gesamtwachstum

von knapp 80 Prozent in sieben Jahren.

Breit gefächerte Zielgruppen. Für den Siegeszug von Erdbeer-Proteinpulver,

Diät-Vanilleshakes, Vitaminkapseln & Co.

ist ohne Zweifel der weltweite Gesundheits- und Wellnessboom

verantwortlich. Immer fitter, schlanker, gesünder, ausdauernder,

attraktiver und leistungsstärker soll’s bitte schön

sein. Und genau aus dieser Motivation heraus wird nicht nur

in Fitnessstudios geschwitzt, sondern immer öfter auch zu einem

oder mehreren Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen.

Beides passt zusammen, ist der Sport doch ein wichtiger Katalysator

für diesen Markt. Doch auch anderweitig versprechen

sich die Verbraucher einen Nutzen davon. So sollen die

oral einzunehmenden „Gesundheitshelfer“ angesichts zunehmender

alters-, stress- und lebensstilbedingter Krankheiten

eine präventive Wirkung entfalten. Die Hoffnung: Die kompakte

und konzentrierte Einnahme von Mineralien, Vitaminen,

Aminosäuren und Eiweißen soll schützen, das Wohlbefinden

steigern und das Krankheitsrisiko mindern.

Vor diesem Hintergrund sind die praktizierenden Zielgruppen

vielfältig. Sie reichen vom übergewichtigen Stubenhocker,

der durch Diätprodukte abzunehmen versucht, über

den termingeplagten Manager, der Vitaminkapseln schluckt,

bis zum Kraftpaket, das sich an der Hantelbank quält und

Proteinshakes für den Muskelaufbau trinkt. Wie die Nahrungsergänzungsmittel

eingesetzt werden, ist unterschiedlich.

Die Anwendung kann entweder tatsächlich ergänzend

zur eigentlichen Nahrung und in Form von Kapseln, Snacks

oder Ähnlichem erfolgen. Sie kann aber auch die herkömmliche

Mahlzeit nahezu ersetzen, beispielsweise in Form

schmackhafter Shakes oder ganzer Fertigessen, wobei der

Wortbestandteil „Ergänzung“ dann irreführend ist.

Allseits gern genommen. In jedem Fall breitet sich der

Boom, wichtige Nährstoffe auf die schnelle und bequeme

Art zu sich zu nehmen, immer weiter aus. Als Vorreiter sind

selbstverständlich die USA zu nennen. Dort nahmen laut einer

2021 durchgeführten Umfrage des „Council for Responsible

Nutrition“ rund 80 Prozent der Amerikaner mindestens

ein Nahrungsergänzungsmittel regelmäßig zu sich. In

Deutschland erfreut sich der Trend ebenfalls zunehmender

Beliebtheit. So geht aus einer Studie des Verbraucherzentrale

Bundesverband e. V. hervor, dass mittlerweile fast die

Hälfte der Erwachsenen hierzulande Nahrungsergänzungsmittel

konsumiert (siehe Grafik S. 65 unten). Aber nicht nur

in Industrieländern sind Vitamine, Mineralien & Co. in Gels,

Kapseln und Tabletten en vogue. In Schwellenländern mit

leistungsorientierten Gesellschaften wie China und Indien

sind sie ebenfalls auf dem Vormarsch.

Staatliche Marktpusher. Das stetig wachsende Bedürfnis

der Verbraucher ruft nach Ansicht der Fortune-Analysten

sogar Regierungen auf den Plan. Sie halten es für möglich,

dass es zunehmend staatliche Initiativen zur Förderung der

Produktion von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln

gibt, die das Marktwachstum positiv beeinflussen könnten.

Als Beispiel führten sie die indische Regierung an, die im Juli

2020 ein Konjunkturpaket in Höhe von 535 Millionen US-

Dollar beschloss, um den Anbau von Kräutern zu fördern.

Drei für das Vitamin-D(epot). Doch selbst ohne diese staatlich

unterfütterte Schubkraft wird die Bedeutung von Nahrungsergänzungsmitteln

weltweit zunehmen. Zu den Profiteuren

dürften dann die drei nachfolgenden Konzerne

zählen. Ihre fundamentalen Daten könnten in Zukunft vor

Kraft nur so strotzen.

BELLRING BRANDS

Gewinnmaschine auf Hochtouren

Bequeme Ernährung: Einmal schlürfen und schon gibt’s Muckis. Ganz so einfach

ist es nicht, aber zumindest will der US-Konzern Bellring Brands mit seinen

trinkfertigen Proteinshake- und -pulverprodukten dabei helfen. Diese werden

über ein vielfältiges Netzwerk an Vertriebskanälen an den Mann und die Frau

gebracht, darunter (Fitness-)Clubs, Supermärkte, Drogerien und E-Commerce.

Effizientes Wachstum: Und das macht das Spin-off des US-Food-Riesen Post

Holding erfolgreich, profitiert man doch vom allgemeinen Fitnesshype. Lag der

Umsatz 2016 bei 570 Millionen Dollar, wurde er 2021 bei 1,25 Milliarden Dollar

taxiert und für 2022 mit 1,4 Milliarden Dollar prognostiziert. Das wäre zum Ende

des Geschäftsjahrs ein Wachstum von 145 Prozent in sechs Jahren. Beim Gewinn

vor Abschreibung und Steuern wären es sogar über 600 Prozent, wenn

2022 die von Analysten erwarteten 227 Millionen Dollar erreicht würden.

Quelle: Bloomberg

Frisch an der Börse nach Spin-off

Bellring Brands

Kurs der Bellring-

Aktie in Euro

Börsengang

FEB MÄR APR MAI

23

22

21

20

19

WKN/ISIN

A3DGED/US07831C1036

Börsenwert 3,18 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 20,5/17,9

Dividendenrendite 2022/23e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 27,00/16,40 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 33,0 %

e = erwartet

66 FOCUS-MONEY 20/2022


GESUNDHEITSSHAKE: Angereicherte

Getränkemischungen kommen bei Fitnessmuffeln

wie Sportsüchtigen gleichermaßen an

HERBALIFE NUTRITION

Exotische Expansion für

fundamentale Rekorde

Günstiger Einstieg: So gesund sein wie Cristiano Ronaldo und das mithilfe

einer Trinkkur? Das suggeriert zumindest der Proteinshake-Hersteller Herbalife,

der den Megastar als Testimonial unter Vertrag hat. Doch auch das Ballgenie

vermag es nicht, 2022 höhere Zahlen herbeizuzaubern. Nach dem Rekordjahr

2021 mit einem Umsatz von 5,8 Milliarden Dollar und einem Nettogewinn von

447 Millionen Dollar werden heuer kleinere Brötchen gebacken, wie der Konzern

am 3. Mai mitteilte. Nach rückläufigen Q1-Zahlen rechnet Herbalife für das

Gesamtjahr mit niedrigeren Umsätzen und Gewinnen. Der Grund: Die Vertriebshändler

(Vertriebsmodell ähnlich Weight Watchers), die während der Pandemie

eingestiegen sind, blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie reagierte

mit einem Minus von 15 Prozent, was sie zu einem echten Schnäppchen macht.

Stärkeres Vertriebsnetz: Die Zukunft sieht jedoch besser aus als die Vergangenheit.

Erstens rechnet Herbalife durch die Rückkehr der persönlichen Verkaufsveranstaltungen

mit steigenden Umsätzen. Zweitens kündigte das Management

ein Margenverbesserungsprogramm an. Und drittens will man in

sein weltweites Vertriebsnetz investieren. Unter den 95 Ländermärkten gilt

das speziell für Indien. Der Subkontinent ist aufgrund zweistelliger Wachstumsraten

mittlerweile der zweitwichtigste Herbalife-Markt und dürfte bald die USA

ablösen. Es gibt also genügend Fantasie für den Aktien-Turnaround.

Einsteigen im Tief

Herbalife Nutrition

200-Tage-Linie

Kurs der Herbalife-

Aktie in Euro

2017 18 19 20 21 2022

WKN/ISIN

A0DNX7/KYG4412G1010

Börsenwert 2,78 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 5,8/4,8

Dividendenrendite 2022/23e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 30,00/16,50 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 35,0 %

Quelle: Bloomberg

50

40

30

20

e = erwartet

MEDIFAST

Gürtel enger, Profitabilität höher

Treue Konsumentengemeinde: Das auf gesunde Ernährung spezialisierte

US-Unternehmen Medifast schreibt selbstbewusst auf seiner Website, dass

man Diäten und ungenutzte Fitnessstudio-Mitgliedschaften getrost vergessen

soll. Denn: „Wir haben Optava.“ Dahinter verbirgt sich ein Produktprogramm,

das helfen soll, Körpergewicht zu verlieren. Dazu zählen kalorienarmes

Fertigessen, Getränke sowie Snacks. Als Bezugsquellen dienen den

Abnehmwilligen E-Commerce-Plattformen, Telemarketing, Franchise-Abnehmkliniken

oder der in Deutschland bisweilen argwöhnisch betrachtete Strukturvertrieb

(ähnlich Tupperware). Das auf Empfehlung ausgelegte Konstrukt sorgt

für einen Großteil der Erträge und trägt dafür Verantwortung, dass in den USA

eine zwei Millionen starke Optava-Community entstanden ist.

Top-Mittelständler: Auf die kann sich Medifast verlassen, denn sie bringen

wiederkehrende Umsätze und hohe Profitabilität. So rechnen die Analysten

für 2022 beim Gewinn je Aktie mit einem neuen Bestwert von 15,68 Dollar,

bevor dann 2023 mehr als 18,50 Dollar erreicht werden sollen. Der Gewinnanstieg

zahlt damit auf die zu Anfang des Jahres verliehene Auszeichnung

des „Forbes“-Magazins ein, wonach Medifast Platz 23 der besten 100 US-Mittelständler

einnimmt. Die Grundlagen, um erneut Kurshöhen von 330 Dollar

zu erreichen, sind vorhanden.

38-Tage-Linie dreht gerade bei

Medifast

Kurs der Medifast-Aktie in Euro

38-Tage-Linie

2017 18 19 20 21 2022

Quelle: Bloomberg

250

200

150

100

WKN/ISIN

889384/US58470H1014

Börsenwert 1,96 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2022/23e 11,5/9,5

Dividendenrendite 2022/23e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 220,00/135,90 €

Risiko ■■■■ ■ Kurspotenzial 21,0 %

50

0

e = erwartet

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Herbalife 67


dswanlegerschutz

EXPERTEN-TIPP

Jella Benner-Heinacher,

Rechtsanwältin und stellv.

DSW-Hauptgeschäftsführerin

Frage: Vor ein paar Tagen habe ich erstmals

Aktien über einen Smartbroker gekauft.

Nun überlege ich, ob ich nicht in

sogenannte Meme-Aktien einsteigen soll

– zumindest ist das eine der Empfehlungen

aus den einschlägigen Internet-Foren.

Könnten Sie mir sagen, was ich hierbei

beachten sollte? Und wann ist der

beste Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg?

Florian Becker aus Tübingen

Antwort: Investitionen in Meme-Aktien

sind hochspekulativ. Schließlich spielen

fundamentale Kennzahlen wie Umsatz

oder Gewinn bei der Auswahl keine Rolle.

Es handelt sich meist um Unternehmen

mit niedriger Marktkapitalisierung,

deren Kurse über Foren auf Social-Media-Plattformen

wie Reddit nach oben getrieben

werden. Begünstigt wird dies

durch preisgünstige Neobroker wie etwa

Robinhood in den USA. Bekannt wurde

vor allem der Fall des Computerspielehändlers

Gamestop. Hierbei führten

Anleger einen „symbolischen“ Kampf

gegen einige US-Hedge-Fonds, die

sich über ungedeckte Leerverkäufe mit

Gamestop-Aktien eingedeckt hatten, um

so auf den Verfall des Aktienkurses zu

wetten. Die Anleger hielten dagegen und

riefen zum Kauf der Papiere auf – mit Erfolg.

Der Kurs stieg, die Shortseller mussten

tatsächlich Gamestop-Aktien kaufen

und verloren dabei Milliarden. Wer bei

solchen Aktionen zu den ersten Investoren

gehört, kann durchaus Gewinne machen,

allerdings nur, wenn

weitere Anleger einsteigen

und der Aktienkurs

in der Folge steigt. Sobald

die ersten Anle -

ger wieder aussteigen,

kann der Kurs massiv

einbrechen. Wir würden

einem Börsenanfänger

daher nicht unbedingt

zum Kauf von Meme-

Aktien raten.

SIEMENS-HV: „Auf virtuellen HVs soll echte Interaktion ermöglicht werden“

VIRTUELLE HV

Gekommen, um zu bleiben

DSW ist mit Gesetzentwurf grundsätzlich zufrieden

Die Hauptversammlungssaison 2022

kommt langsam in die heiße Phase. Mai

und Juni sind traditionell die Monate, in

denen mit Abstand die meisten deutschen

Aktiengesellschaften die Treffen

mit ihren Anteilseignern veranstalten.

In diesem Jahr werden fast alle Unternehmen

das noch bis Ende August 2022

gültige Covid-Notstandsgesetz nutzen,

um ihre Hauptversammlung erneut

rein virtuell über die Bühne zu bringen

– mit den entsprechenden Einschränkungen

der Aktionärsrechte insbesondere

beim Frage- und Auskunftsrecht.

„Lediglich die Deutsche Telekom und einige

wenige kleinere Gesellschaften haben

entschieden, freiwillig zur Präsenz-

Hauptversammlung zurückzukehren.

Diese positiven Beispiele zeigen, dass es

funktioniert, wenn der Wille da ist“, erklärt

DSW-Hauptgeschäftsführer Marc

Tüngler.

„Zum Glück scheint die große Gefahr,

dass die rein virtuelle Hauptversammlung

auch zukünftig in dieser wenig aktionärsfreundlichen

Form erlaubt sein

könnte, zunächst vom Tisch zu sein“, so

Tüngler. Nach einem Referentenentwurf

des Justizministeriums wäre ein

solches Szenario realistisch gewesen, ist

der Anlegerschützer überzeugt. „In

dem nun vom Kabinett verabschiedeten

Gesetzentwurf wurden viele der Anregungen

der DSW übernommen, wenn es

um die Aktionärsrechte geht. Das ist

eindeutig ein Fortschritt“, stellt Tüngler

klar.

Die DSW ist mit dem nun vorliegenden

Gesetzentwurf daher grundsätzlich

zufrieden. „Wir sind zwar nicht mit

sämtlichen, aber doch mit vielen unserer

Kritikpunkte durchgedrungen. Insbesondere

fällt auf, dass auf virtuellen

Hauptversammlungen eine echte Interaktion

ermöglicht werden soll. Der Referentenentwurf

war da noch deutlich

restriktiver“, erläutert Tüngler und sagt

weiter: „Zudem ist eine pauschale Beschränkung

der Fragen in der Hauptversammlung

nicht mehr vorgesehen.

Damit wird es möglich sein, im Rahmen

eines virtuellen Aktionärstreffens Fragen

zu neuen Themen und auch zu Aspekten

zu stellen, die andere Aktionäre

vorgetragen haben.“

Klar ist allerdings, dass der Gesetzgebungsprozess

noch nicht vorbei ist:

„Für die DSW geht es jetzt darum, dass es

auf parlamentarischer Ebene nicht wieder

zu einer Verwässerung der nunmehr

im Regierungsentwurf vorgesehenen,

deutlichen Verbesserungen kommt“,

formuliert der DSW-Mann das Ziel für

die kommenden Monate.

68

Foto: Siemens FOCUS-MONEY 20/2022


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FOCUS-MONEY 20/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 69


moneyservice

STUDIE

Unruhige Zeiten,

verlässliche

Partner

von GUNTHER MEYN

SCHUTZSCHIRM:

Einmal mehr

attestieren die

Kunden den

Vollversicherern

ein hohes Maß

an Fairness

Die Kunden setzen auf Deutschlands Versicherer

als verlässliche und faire Größe in unsicheren

Zeiten. FOCUS-MONEY hat die Branche zum

zwölften Mal bewerten lassen

Wenn es eine Branche gibt, die gesund durch die Corona-Pandemie

gekommen ist, dann ist das die Versicherungswirtschaft.

Während etwa in Gastronomie

und Einzelhandel reihenweise die Lichter ausgingen, vermelden

Konzerne wie Talanx, Allianz und Zurich kräftige Gewinnsteigerungen.

Auch die 8,2 Milliarden Euro Versicherungsleistungen

an die Opfer der Flutkatastrophe im Sommer

2021 hat die Branche geschultert. Selbst der Ukraine-Krieg

mit seinen unvorhersehbaren ökonomischen Folgen bringt

die Assekuranz bislang kaum aus der Ruhe. „Wir würden auch

im theoretisch schlimmsten Fall gut zurechtkommen“, zitiert

das „Handelsblatt“ Joachim Wenning, Vorstandschef bei der

Munich Re, dem größten Rückversicherer der Welt.

Doch warum steht die Branche eigentlich so gut da? Zum

einen sind die Menschen in unsicheren Zeiten offenbar wieder

sensibler für das Thema Risikovorsorge. Eine befürchtete

große Kündigungswelle von Lebensversicherungen blieb

aus. Und auch Riester-Verträge erlebten 2021 einen überraschenden

Nachfrageboom. Gleichzeitig wurden die Versicherer

spürbar entlastet. So kam es wegen Lockdown und

Home-Office zu deutlich weniger Einbrüchen (Hausratversicherung)

und Autounfällen (Kfz-Versicherung). Vor allem

Kfz-Versicherer sparten dadurch Milliardenbeträge.

Gute Zeiten. Einige Anbieter haben die coronabedingten

Überschüsse zum Teil an ihre Kunden weitergegeben. Auch

wenn dabei für den Einzelnen nur ein paar Euro abfielen –

schon die Geste zählt.

Um die Kundenbindung zu stärken, müssen es aber

nicht gleich Geldgeschenke sein. Ob kompetenter Kunden-

70

Foto: Adobe Stock

FOCUS-MONEY 20/2022


Beratung

nach Maß

Wissen, was

der Kunde

braucht: 91 Prozent

der Befragten

loben

die individuell

passende Beratung.

Dauerbrenner

5 JAHRE

FAIRSTER

VOLL-

VERSICHERER

Eingehen auf Kundenbedürfnisse

„Mein Vollversicherer geht auf meine

Bedürfnisse ein.“ In Prozent der Befragten

trifft überhaupt nicht zu 2

trifft eher nicht zu

7

trifft eher zu

54

Erste Klasse seit 2018

Sieger in Serie:

Das Ranking listet

jene Vollversicherer

auf, die

in den vergangenen

fünf Jahren

durchgängig

in der

Jahresbestenliste

der Fairsten

vertreten waren und dabei mindestens

dreimal die Gesamtnote

„Sehr Gut“ erhalten haben. Das

trifft diesmal auf neun Anbieter

zu, zwei mehr als im Vorjahr. Dabei

schafften sieben Unternehmen

die maximale Ausbeute und

37 trifft voll und ganz zu

Quelle: ServiceValue

5-Jahres-Ranking

Urteil

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Sehr Gut

Unternehmen

Allianz

CosmosDirekt

DEVK

HUK24

HUK-Coburg

LVM

Provinzial Versicherungsgruppe

SV SparkassenVersicherung

VGH

service, individuelle Beratung, gezielte Ansprache oder

Hinweise auf Produktneuheiten und günstigere Tarife –

Versicherer können an allen Fronten Pluspunkte sammeln.

An Themen mangelt es nicht. Was ist etwa mit dem Unfallschutz,

wenn Kinder nur noch zu Hause sind? Was mit der

Cybersicherheit, wenn man aus den eigenen vier Wänden

ständig im Firmennetzwerk unterwegs ist? Insbesondere

Vollversicherer, bei denen der Kunde gleich mehrere Arten

von Risiken abgedeckt hat, sollten mit diesem Pfund

wuchern.

Starke Partner. FOCUS-MONEY untersucht jedes Jahr aufs

Neue, wie die Branche in Sachen Fairness aufgestellt ist.

Dazu hat das Kölner Beratungs- und Analyseinstitut Service-

Value Kunden anhand eines ausführlichen Kriterienkatalogs

zu insgesamt 39 Anbietern befragt. Ergebnis: Auch im zweiten

Corona-Jahr können die Vollversicherer überzeugen. Dabei

erweisen sich zwölf Anbieter als besonders verlässliche

und faire Vertragspartner. Die Rankings (ab Seite 73) zeigen,

was sie im Einzelnen so stark macht.

FOCUS-MONEY 20/2022

erhielten über den gesamten

Zeitraum die Bestnote „Sehr Gut“.


alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

RANKING

Die fairsten Versicherer

in Deutschland

Der deutsche Versicherungsmarkt ist

in seiner Vielfalt im internationalen

Vergleich wohl einmalig. Davon profitiert

der Wettbewerb. Egal, ob große

Player wie Allianz und Ergo, Vereine

auf Gegenseitigkeit wie HUK-Coburg

oder öffentliche Versicherungen wie

Provinzial und SV Sparkassenversicherung

– sie alle

schafften es mit der

Top-Note „Sehr Gut“

in die Bestenliste der

fairsten Vollversicherer.

Insgesamt umfasst

das Ranking 25

Anbieter. Der Kunde

hat also die Qual der

Wahl.

Rangliste

Urteil

Unternehmen

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Gut Barmenia

Gut CONCORDIA

Gut Debeka

Gut Gothaer

Gut HanseMerkur

Gut HDI

Gut R+V

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VHV

Gut wgv

Gut Württembergische

Gut WWK

Gut Zurich

FAIRSTER

VOLL-

VERSICHERER

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

71


moneyservice

So wurden die Rankings ermittelt

Das Kölner Analysehaus ServiceValue

hat im Auftrag von FOCUS-MONEY

zum zwölften Mal die größten Vollversicherer

Deutschlands einer genauen

Prüfung unterzogen. Für die Studie

wurden 2647 Kunden befragt.

Um den Begriff „Fairness“ messbar

zu machen, ließen die Fachleute 27

Attribute beurteilen. Die einzelnen

Parameter beeinflussen die Bindung

des Kunden zum Anbieter unterschiedlich

stark. Wie intensiv die

„Kundenbindungstreiber“ wirken, hat

die Studie anhand einer Relevanzanalyse

ermittelt. Jeder Teilnehmer durfte

bis zu drei Gesellschaften bewerten,

bei denen er in den vergangenen

zwölf Monaten Kunde war. Dabei kamen

fast 3900 Urteile zusammen.

Zunächst errechneten die Experten

über eine vierstufige Bewertungsskala

für jedes Service- und Leistungsmerkmal

einen normierten Indexwert.

Die Leistungsprofile sind für jedes Unternehmen

im Vergleich zum Gesamtmarkt

dargestellt (s. Grafik). Werte, die

links davon liegen, dokumentieren ein

überdurchschnittlich positives Kundenurteil.

Außerdem legten die Experten

sechs Fairness-Kategorien fest

und ordneten ihnen die Attribute zu.

Zusätzlich zum Gesamturteil zeigt die

Studie so die Stärken und Schwächen

der Anbieter. Das Urteil „Fairster Vollversicherer“

ergibt sich aus den sechs

Kategoriewerten, die zu gleichen Teilen

in das Gesamtergebnis einfließen.

Ein „Gut“ erhalten Unternehmen, die

besser als der Durchschnitt abschneiden.

Die Top-Bewertung „Sehr Gut“

gibt es für Anbieter, die über dem Mittelwert

der „Guten“ landen.

27 Merkmale – ein Fairness-Profil

Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)

Faire

Kundenberatung

Faire

Kundenkommunikation

Faires

Preis-Leistungs-

Verhältnis

Fairer Schutz

und Vorsorge

Faire

Leistungsabwicklung

Nachhaltigkeit und

Verantwortung

Eingehen auf Kundenbedürfnisse

Fachkompetenz

Soziale Kompetenz

Eigeninitiative der Mitarbeiter

Ehrlichkeit

Beratungsqualität

Regelmäßige Überprüfung von Versicherungsumfang und -beiträgen

Leistungserweiterungsangebote oder Wechselangebote

Belohnung von Kundentreue

Verbindlichkeit von Aussagen

Verständlichkeit der Angebots- u. Vertragsunterlagen

Erreichbarkeit von Mitarbeitern

Preis-Leistungs-Verhältnis

Kostentransparenz

Qualität der Produkte

Transparenz der Tarife und Angebote

Sicherheit der Produkte

Flexibilität der Produkte

Unkompliziertheit der Leistungsabwicklung

Nachvollziehbarkeit der Leistungsabwicklung

Reaktionsgeschwindigkeit

Qualität der Anliegenbearbeitung

Einhalten von Zusagen

Umgang mit Beschwerden/Reklamationen

Ökonomische Nachhaltigkeit

Sozial verantwortliches Handeln

Ökologische Nachhaltigkeit

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8

Max

Generali Versicherungen

gesamt

Min

1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 1,9 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8

Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue

72

FOCUS-MONEY 20/2022


SCHUTZ: Vollversicherer

decken

mehrere Risiken ab

Nachhaltigkeit und

Verantwortung

HÖCHSTE

NACHHALTIGKEIT &

VERANTWORTUNG

Klar ist: Versicherer wissen, wie man

mit Geld umgeht. Beim Leistungskriterium

ökonomische Nachhaltigkeit

sind die Kundenbewertungen

daher geradezu

überschwänglich:

93 Prozent

positive Antworten.

Ganz anders sieht es

beim Thema ökologische

Nachhaltigkeit aus. Hier sehen

vier von zehn Befragten (39 Prozent)

noch Nachholbedarf. Das bedeutet:

Entweder tun die Versicherer in diesem

Bereich aus Kundensicht einfach

zu wenig – oder es gelingt den

Unternehmen nicht, ihre Bemühungen

in diesem Bereich ausreichend

zu kommunizieren.

Rangliste

Urteil

Unternehmen

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Gut BGV Badische

Gut CONCORDIA

Gut Debeka

Gut DEVK

Gut Gothaer

Gut HUK24

Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Gut R+V

Gut Zurich

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Fairer Schutz und

Vorsorge

Rangliste

Urteil

Unternehmen

FAIRSTER

SCHUTZ UND

VORSORGE

Verlässlicher

Schutz vor finanziellen

Risiken –

das ist die Kernfunktion

von

Versicherungspolicen.

Erfreulich:

86 Prozent

der befragten Kunden können dieses

Gefühl der Sicherheit bestätigen.

Ähnlich hoch ist die Einschätzung

der Produktqualität. Werte, die

sich sehen lassen können.

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Sehr Gut R+V

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Gut ARAG

Gut Barmenia

Gut Debeka

Gut HanseMerkur

Gut HDI

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VHV

Gut wgv

Gut Württembergische

Gut WWK

Gut Zurich

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Faire

Leistungsabwicklung

Im Ernstfall verlangt

der Kunde schnelle

und unkomplizierte

FAIRSTE

Hilfe. Besonders sensibel

reagieren Versi-

ABWICKLUNG

LEISTUNGScherte

auf den Umgang

mit Beschwerden

bzw. Reklamationen.

Anbieter, die hier den richtigen Ton

finden, haben große Vorteile in Sachen

Kundenbindung. Die Top-

Anbieter sind hier klar im Vorteil.

Rangliste

Urteil

Unternehmen

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Sehr Gut R+V

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Gut Barmenia

Gut CONCORDIA

Gut Debeka

Gut DEVK

Gut Gothaer

Gut HanseMerkur

Gut HDI

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VHV

Gut wgv

Gut Württembergische

Gut WWK

Gut Zurich

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

FOCUS-MONEY 20/2022

Foto: Adobe Stock 73


moneyservice

KUNDENGESPRÄCH: Alle relevanten Themen müssen angesprochen werden

Faire

Kundenberatung

Nirgends wurde so

umfangreich abgefragt

wie im Bereich

FAIRSTE

KUNDEN- Faire Kundenberatung.

Dabei zeigen

BERATUNG

sich Licht und Schatten.

So gab es viel

Lob für die Fachkompetenz der Mitarbeiter

und das Eingehen auf die

Kundenbedürfnisse. Bei der Belohnung

der Kundentreue hapert es jedoch.

Zudem wünschen sich viele

Kunden mehr Versicherungschecks

seitens der Berater.

Rangliste

Urteil

Unternehmen

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Sehr Gut Württembergische

Gut BGV Badische

Gut CONCORDIA

Gut Debeka

Gut DEVK

Gut Gothaer

Gut R+V

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VHV

Gut wgv

Gut WWK

Gut Zurich

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Faire Kundenkommunikation

Ob telefonisch, postalisch,

per E-Mail

oder Chatbot – moderne

Versicherer

sind für ihre Kunden

über viele Drähte erreichbar.

Das zahlt

Rangliste

Urteil

Unternehmen

FAIRSTE

KUNDEN-

KOMMUNIKATION

sich aus. 85 Prozent der Befragten

finden es leicht, einen Mitarbeiter zu

kontaktieren. Fast noch wichtiger:

Dass man sich auf die Zusagen der

Berater verlassen kann, können

ebenfalls 85 Prozent bestätigen.

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut Generali Deutschland

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Sehr Gut R+V

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Sehr Gut VGH

Gut Barmenia

Gut Debeka

Gut Gothaer

Gut HanseMerkur

Gut HDI

Gut HUK24

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VHV

Gut wgv

Gut Württembergische

Gut WWK

Gut Zurich

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

Faires Preis-Leistungs-

Verhältnis

Auch in Zeiten rasant

steigender Verbraucherpreise

bleiben die

FAIRSTES

Prämien der Versicherer

stabil. Durchschnitt-

VERHÄLTNIS

PREIS-LEISTUNGSlich

90 Prozent der Befragten

attestieren

ihren Anbietern eine faire Preispolitik.

Bei CosmosDirekt und Concordia

ist die Quote sogar noch höher.

Von solchen Werten können andere

Branchen nur träumen. Viel richtig

machen die Versicherer auch in

puncto Kostentransparenz: Fast

neun von zehn Kunden äußern sich

hier positiv.

Rangliste

Urteil

Unternehmen

Sehr Gut Allianz

Sehr Gut CosmosDirekt

Sehr Gut DEVK

Sehr Gut ERGO

Sehr Gut HUK24

Sehr Gut HUK-COBURG

Sehr Gut LVM

Sehr Gut Mannheimer

Sehr Gut SV SparkassenVersicherung

Gut Barmenia

Gut CONCORDIA

Gut Debeka

Gut EUROPA

Gut Generali Deutschland

Gut HanseMerkur

Gut Provinzial Versicherungsgruppe

Gut SIGNAL IDUNA

Gut VGH

Gut VHV

Gut wgv

Gut WWK

alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue

74

Foto: Adobe Stock

FOCUS-MONEY 20/2022


THANK GOD – IT´S

RACE DAY

ODER STREAMEN AUF

FOCUS-MONEY 20/2022/2022

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS-MONEY Composing: xxx/FOCUS-MONEY 75


moneyservice

GOLDSPARPLÄNE

Stetiger Aufbau für langfristiges

Absichern in Krisen

Unser Geld verliert an Kaufkraft. Um dies abzuwehren und Werte zu erhalten, ist Gold seit

Jahrtausenden erprobt. Auf welche Edelmetallhändler Sie bei Goldsparplänen bauen können

von JOHANNES HEINRITZI

GOLDBERG: Das richtige

Ansparen von Edelmetallen

bringt mehr Sicherheit

für die Zukunft. Der

FOCUS-MONEY-Goldsparplan-Test

gibt dazu

Hilfestellung, damit

Anleger die richtigen

Anbieter finden.

76 Illustrationen: iStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 20/2022


Goldpreis besitzt weiteres Potezial

Bereinigt um die Inflation (Basis 1980), liegt der faire Wert des Goldpreises bereits bei fast 2400 US-Dollar. Holt der aktuelle

Goldpreis dies auf und steigt vier Jahre entsprechend der Inflation weiter, sind mehr als 40 Prozent Gewinn drin.

Preis für 1 Feinunze Gold

Goldpreis in US-Dollar

Goldpreis in Euro

1990 91 92 93 94 95 96 97 98 99 2000 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

Quelle: Bloomberg

1600

1200

800

400

0

Heute ein Kursziel für den Goldpreis von 10 000 US-Dollar

je Unze auszurufen, klingt wohl ebenso futuristisch,

wie im Jahr 1999 von 2000 Dollar für die 31,1

Gramm zu schwärmen. Doch innerhalb von zwölf Jahren

stieg der Wert des Edelmetalls von rund 260 auf knapp 2000

Dollar. Ob sich die Geschichte in den nächsten zwölf Jahren

wiederholen wird, bleibt abzuwarten. Ein Verfünffachen erscheint

zumindest sehr ambitioniert. Doch dass der Goldpreis

steigen könnte, ist zumindest plausibel. Denn Gold ist

ein knappes Gut und gilt daher seit vielen Jahrhunderten als

Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel Nummer eins.

Das Argument der Wertaufbewahrung und damit des

Kaufkrafterhalts sticht gerade in Zeiten mit Inflationstendenzen.

Dass wir diese nicht zu knapp haben, wird niemand

bestreiten. Jüngst hat sogar der Internationale Währungsfonds

(IWF) erklärt, dass die Inflation länger als bisher erwartet

„erhöht“ bleiben wird. Krieg, Nachfrage und der Arbeitsmarkt

seien Treiber, so die jüngste IWF-Prognose vom 22.

April. Dabei erhöhten die Experten ihr Ziel für die Inflation

im laufenden Jahr in den Industriestaaten auf 5,7 Prozent

von zuvor knapp vier Prozent. Um die Brisanz zu zeigen: Das

ist der höchste Wert seit 38 Jahren. 2023 soll die Inflationsrate

zwar dann nur mehr 2,5 Prozent betragen. Doch erstens

kommt dies auf die dann bereits gestiegenen Preise obendrauf,

zweitens erhöhte das IWF im April auch die Prognose

für 2023 und drittens: Warum sollte diese Zahl nicht auch

nochmals in den nächsten Monaten vom IWF angehoben

werden. Immerhin erwarten die Experten in den aufstrebenden

Ländern sogar eine Inflationsrate von 8,7 Prozent (am

22. Januar schätzten sie noch knapp sechs Prozent). Das dürfte

langfristig auch für viele Produkte in den Industriestaaten

weiter preistreibend wirken.

Gold, Hort der Stabilität. Eine Absicherung gegen diese seit

Jahren drohende und jetzt sich zeigende Geldentwertung

wird daher immer wichtiger. Gold sollte bei Privatanlegern

dabei eine tragende Rolle spielen. Es geht aber nicht darum,

schnell einmal Tausende von Euros zu „vergolden“. Auch mit

kontinuierlich geringen Summen können Anleger über die

Zeit einen stattlichen Goldschatz anhäufen. Dies gelingt sehr

gut über Sparpläne. Immer mehr Angebote haben mittlerweile

aufgrund der Konkurrenz in der Branche die Gebühren

FOCUS-MONEY 20/2022

sinken lassen. Was daher vor Jahren aufgrund der Kosten

noch nicht sinnvoll darstellbar war, kann heute durchaus als

eine Art Versicherung für Teile des Portfolios angesehen werden.

Im Auftrag von FOCUS-MONEY hat deshalb das Deutsche

Finanz-Service Institut (DFSI) aus Köln die Goldsparpläne

führender in Deutschland aktiver Edelmetallhändler

untersucht.

Mit dem vorliegenden Goldsparplantest sollen Sparern

zum einen seriöse Anbieter vorgestellt werden, bei denen

Sparverträge in Bezug auf Transparenz, Preisgestaltung,

Lagerung und Service besonders wettbewerbsfähig sind. Anleger

können damit einen ersten Eindruck

gewinnen, welche Edelmetallhändler als

Partner zu ihren Bedürfnissen am besten

passen könnten. Da der Markt jedoch immer

breiter an Angeboten wird, kann der

Goldsparplantest nur eine Unterstützung

bei der endgültigen Auswahl bieten. Es

Quelle: DFSI; Reihenfolge innerhalb der Noten alphabetisch

BESTER

ANBIETER VON

GOLD-

SPARPLÄNEN

Starke Goldhändlerriege

Zwölf Edelmetallhändler konnten sich im FOCUS-MONEY-

Goldsparplanhändlertest 2022 Bestnoten sichern.

Anbieter Produktname Note

Aureus Golddepot Gmbh Standard und B plus Sehr Gut

Auvesta Edelmetalle AG Cube+ Depot Sehr Gut

Golden Gates Golden Gates Exclusiv Sehr Gut

GranValora GmbH & Co. KG Sachwertdepot Sehr Gut

heraeus-gold.de GoldSparplan Sehr Gut

Noble Metal Factory Maximum Flex Sehr Gut

OPHIRUM Sparplan Sehr Gut

philoro EDELMETALLE GmbH philoro Edelmetallsparplan Sehr Gut

pro aurum GmbH pro aurum GoldSparplan Sehr Gut

SOLIT Gruppe SOLIT Edelmetalldepot Sehr Gut

Anlagegold24 AG24 Goldsparplan Gut

Reisebank AG Goldsparplan Gut

77


moneyservice

METHODIK

Wie der Test ablief

In den vergangenen Jahren war das Angebot, auch

Bruchteilseigentum zu erwerben, für einige Sparpläne

Gold wert. Denn dadurch konnten die Kosten

niedrig dargestellt werden. Heute bietet nahezu jeder

Edelmetallhändler, der Sparpläne im Repertoire

hat, auch Ausgestaltungen mit Bruchteilseigentum

an. Daher liegt der Fokus heute verstärkt auf Lagerung,

Vertragsgestaltung, wozu zum Beispiel eine

monatliche Kündigungsmöglichkeit gehört, Service,

Auslieferung und eben Preise. Das DFSI (Deutsches

Finanz-Service Institut) aus Köln hat einen umfangreichen

Fragenkatalog konzipiert, um vor allem herauszufinden,

ob den Belangen der Kunden von den

Sparplananbietern Rechnung getragen wird. Mit

Stichproben sollte die Richtigkeit der Angaben geprüft

werden. Die Unterlagen waren in 120 Merkmale

unterteilt. Für diese Umfrage im Auftrag von

FOCUS-MONEY wurden mehr als 45 in Deutschland

aktive Edelmetallhändler kontaktiert. Der Stichtag

für die Abgabe des Fragenkatalogs war der 25. April

2022.

Insgesamt konnten mit den abgefragten 120 Merkmalen

77,75 Punkte erreicht werden. Wobei die vier

Unterkategorien „Allgemeines/Service“ (17,25 Punkte),

„Vertragsgestaltung“ (12,75 Punkte), „Lagerung

und Lieferung“ (28,25 Punkte) und „Preisgestaltung“

(19,5 Punkte) zuerst für sich allein betrachtet wurden,

um die jeweiligen Sieger in der Kategorie herauszufiltern.

Ausgerichtet an der Punktzahl des Besten,

wurden in einer Abstufung von 100 Prozent bis 80

Prozent die Note „Sehr Gut“, bei 79,99 Prozent bis

60 Prozent „Gut“, bei 59,99 Prozent bis 40 Prozent

„Befriedigend“ sowie danach die Noten „Ausreichend“

und „Mangelhaft“ vergeben. Dabei werden

Ergebnisse, die schlechter sind als „Befriedigend“,

in den Tabellen nicht dargestellt, da es sich auch um

fehlerhaft ausgefüllte Unterlagen handeln und daraus

nicht unbedingt auf die Seriosität oder Wettbewerbsfähigkeit

geschlossen werden kann. Danach

hat das DFSI die Gesamtbewertung aus den Einzelteilbewertungen

errechnet. Dafür wurden die einzelnen

Unterkategorien aufsummiert und ebenfalls in

eine prozentuale Einstufung gebracht.

Um die Seriosität der Sparplan anbietenden Edelmetallhändler

zu beurteilen, wurden in den Fragenkatalog

auch entsprechende Kriterien aufgenommen.

Wichtig ist dabei, ob der Edelmetallhändler

Mitglied des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels

e. V. ist, ob schon Jahresabschlüsse

im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden und

wie lange bereits Sparpläne angeboten werden.

GOLDBARRENKAUF: Die Lagerung des Kleinods sollte bedacht werden

sollten immer mehrere Angebote eingeholt werden und in

Bezug auf die Ausgestaltung der Verträge, die Gebühren, die

Lagerung und die Transparenz entsprechend den eigenen

Vorlieben geprüft werden. Je nach Ausgestaltung kann auf

einzelne Münzen wie den Krügerrand gespart werden, der

dann nach Hause geliefert wird, oder auch besonders kostengünstig

regelmäßig Bruchteilseigentum an einen großen

Barren erworben werden, der in einem Hochsicherheitslager

versichert untergebracht ist. Tatsächlich ist die sichere,

seriöse Lagerung beziehungsweise die Auslieferung ein

wichtiger Aspekt bei Sparplänen.

Sparplanvorteile nutzen. Monat für Monat eine gewisse

Summe zu sparen, verlangt schon viel Disziplin. Soll das Sparen

dann auch noch in ein bestimmtes Produkt geschehen,

kann es kompliziert werden. Mit organisierten Sparplänen

kann dies jedoch leicht dargestellt werden. Sicherlich kostet

die Organisation. Dennoch sollte sich ein langfristiges

Ansparen lohnen. Denn auf die Dauer kommen die Vorteile

des regelmäßigen Sparens zum Tragen. Zum einen werden

Risiken vermieden, immer wieder zum falschen Zeitpunkt

zu kaufen. Zudem werden bei gleichen Raten bei hohen

Preisen weniger Gramm Gold gekauft als bei niedrigen Preisen.

Damit entsteht ein in der Regel günstiger Durchschnittskosteneffekt.

Ein Blick auf die seit 2000 positive Preisentwicklung

(s. Grafik, S.77) zeigt, dass Gold für Sparpläne

geeignet ist.

Inflation noch nicht am Höhepunkt

Die jüngsten Schätzungen für die Dynamik der Geldentwertung

sind weiter in die Höhe geschossen. Aus heutiger

Sicht dürften auch die Prognosen für 2023 weiter nach

oben angepasst werden.

Inflation in Industrie- und Schwellenländern

prozentuale Veränderung der Preisindizes,

gleitender 3-Monats-Durchschnitt

Quelle: IWF

Emerging Markets und Schwellenländer

Industrieländer

2017 18 19 20 21 2022

10

6

2

–2

78

Foto: Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022


BESTER

SERVICE

Bester Service

Kann der Kunde einen Sparplan nur in

einer Filiale oder auch telefonisch beziehungsweise online abschließen?

Beim Service sind Flexibilität, Kundennähe und Ausgestaltung

gefragt. Auch die Möglichkeit, neben Gold in andere

Edelmetalle zu investieren, ist vorteilhaft.

Anbieter Produktname Note

BESTER

PREIS

Bester Preis

In dieser Kategorie wurde zum Beispiel

die Preisfindung an einem Stichtag (7.4.22, 11.30 Uhr) abgefragt

und geprüft. Dabei wurde sowohl der Kaufpreis wie auch der

Verkaufspreis für unterschiedliche Euro-Summen erhoben. Auch

sonstige Kosten sind ein Kriterium.

Anbieter Produktname Note

GranValora GmbH & Co. KG Sachwertdepot Sehr Gut

philoro EDELMETALLE GmbH philoro Edelmetallsparplan Sehr Gut

SOLIT Gruppe SOLIT Edelmetalldepot Sehr Gut

Aureus Golddepot GmbH Standard und B plus Gut

Auvesta Edelmetalle AG Cube+ Depot Gut

Golden Gates Golden Gates Exclusiv Gut

Noble Metal Factory Maximum Flex Gut

OPHIRUM Sparplan Gut

Anlagegold24 AG24 Goldsparplan Befriedigend

heraeus-gold.de GoldSparplan Befriedigend

pro aurum GmbH pro aurum GoldSparplan Befriedigend

Reisebank AG Goldsparplan Befriedigend

Quelle: DFSI; Reihenfolge innerhalb der Noten alphabetisch

Anlagegold24 AG24 Goldsparplan Sehr Gut

Aureus Golddepot GmbH Standard und B plus Sehr Gut

Auvesta Edelmetalle AG Cube+ Depot Sehr Gut

Golden Gates Golden Gates Exclusiv Sehr Gut

GranValora GmbH & Co. KG Sachwertdepot Sehr Gut

heraeus-gold.de GoldSparplan Sehr Gut

Noble Metal Factory Maximum Flex Sehr Gut

OPHIRUM Sparplan Sehr Gut

philoro EDELMETALLE GmbH philoro Edelmetallsparplan Sehr Gut

pro aurum GmbH pro aurum GoldSparplan Sehr Gut

Reisebank AG Goldsparplan Sehr Gut

SOLIT Gruppe SOLIT Edelmetalldepot Sehr Gut

Quelle: DFSI; Reihenfolge innerhalb der Noten alphabetisch

BESTE

VERTRAGS-

GESTALTUNG

Beste Vertragsgestaltung

Für Kunden kann es immer sinnvoll sein,

flexibel handeln zu können. Daher gehören in diese Kategorie

zum Beispiel Fragen, ob ein Sparplan zwischenzeitlich aussetzbar

ist, ob Sonderzahlungen möglich sind und ob auch variable

Sparraten monatlich vorgenommen werden können.

Anbieter Produktname Note

BESTE

LAGERUNG &

LIEFERUNG

Beste Lagerung und Lieferung

Bei der Lagerung ist eine Bestandsprüfung

durch einen Wirtschaftsprüfer wichtig. Ist dies nicht regelmäßig

der Fall, gab es Punktverluste. Auch der Lagerort, ob es

sich um Sondervermögen handelt, Versicherung und Ausliefermodalitäten

brachten Punkte.

Anbieter Produktname Note

Aureus Golddepot GmbH Standard und B plus Sehr Gut

Auvesta Edelmetalle AG Cube+ Depot Sehr Gut

Golden Gates Golden Gates Exclusiv Sehr Gut

GranValora GmbH & Co. KG Sachwertdepot Sehr Gut

heraeus-gold.de GoldSparplan Sehr Gut

Noble Metal Factory Maximum Flex Sehr Gut

OPHIRUM Sparplan Sehr Gut

pro aurum GmbH pro aurum GoldSparplan Sehr Gut

SOLIT Gruppe SOLIT Edelmetalldepot Sehr Gut

Anlagegold24 AG24 Goldsparplan Gut

philoro EDELMETALLE GmbH philoro Edelmetallsparplan Gut

Reisebank AG Goldsparplan Gut

Quelle: DFSI; Reihenfolge innerhalb der Noten alphabetisch

Aureus Golddepot GmbH Standard und B plus Sehr Gut

Auvesta Edelmetalle AG Cube+ Depot Sehr Gut

Golden Gates Golden Gates Exclusiv Sehr Gut

GranValora GmbH & Co. KG Sachwertdepot Sehr Gut

heraeus-gold.de GoldSparplan Sehr Gut

Noble Metal Factory Maximum Flex Sehr Gut

OPHIRUM Sparplan Sehr Gut

philoro EDELMETALLE GmbH philoro Edelmetallsparplan Sehr Gut

pro aurum GmbH pro aurum GoldSparplan Sehr Gut

SOLIT Gruppe SOLIT Edelmetalldepot Sehr Gut

Anlagegold24 AG24 Goldsparplan Gut

Reisebank AG Goldsparplan Gut

Quelle: DFSI; Reihenfolge innerhalb der Noten alphabetisch

FOCUS-MONEY 20/2022

79


moneyleserbriefe

HEILLOSE IDEOLO-

GEN ÜBER GRÄBERN

(17/22) Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Schreiben Sie Ihre Meinung zu den

Themen in diesem Heft – bitte

unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse:

Redaktion FOCUS-MONEY

Arabellastraße 23, 81925 München

oder E-Mail:

leserservice@focus-money.de

oder Leserbrief-Fax: 0 89/92 50-3610

Leserservice -Tel.: 0 89/92 50-25 65

(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)

In Zeiten, in denen Gesellschaft,

Wirtschaft und auch

Politik versuchen, russisches

Öl zu substituieren,

und Szenarien einer Energie-Triage

planen müssen,

kann es nicht zu viel verlangt

sein, Ressourcen verantwortungsvoller

und effizienter

zu nutzen.

Hierzu gehört auch der

Verkehrssektor, der bislang

rund ein Drittel des zu 35

Prozent aus Russland importierten

Rohöls verbrauchte.

Eine Einsparung von zehn

bis 20 Prozent an fossilen

Kraftstoffen durch die Anpassung

von Fahrgewohnheiten

oder den Verzicht auf

überdimensionierte Fahrzeuge

kann sofort und

unmittelbar einen Beitrag

leisten.

Es geht dabei nicht darum,

wie von Ihnen polemisiert,

den bösen Mann im

Kreml zu erschrecken, sondern

darum, die haushaltsrelevanten

und währungsstützenden

Deviseneinnahmen

eines totalitären Angreiferstaats

zu reduzieren.

Möglicherweise müsste der

eine oder andere Rennfahrer

seine persönlichen Spaßund

Freiheitsgefühle einschränken,

aber angesichts

der selbst von Ihnen attestierten

„grausamen Angelegenheit“

Ukraine-Krieg ein

zumutbares Opfer.

Vor diesem Hintergrund

wären mir selbst „heillose

Ideologen“, die sich außer

über den Krieg in Europa

auch über eine globale Hungersnot

und über verschleppte

Klimaziele sorgen, lieber

als ignorante Totengräber.

G. Hoyer, Münsing

NOTENBANK-

BILANZEN

(16/22) Editorial

Notenbank-Bilanzen können

schrumpfen, jedoch

sind Zweifel angebracht,

denn mit jeder Finanzkrise

wuchsen bisher die Bilanzen.

Genügten anfangs

noch kleinere Milliardenbeträge

und Zinssenkungen,

so wurden zuletzt Billionen

innerhalb weniger Monate

aus dem Nichts gezaubert.

Fiat-Money heißt der Zauberspruch

hierzu.

Jetzt wurden die Notenbanken

von der Inflation kalt

erwischt, die doch nicht so

„transitory“ war, wie uns erzählt

wurde. Die Fed hat

ihre Tonart verschärft, im

Vorgriff sind die US-Zinsen

seit Jahresanfang merklich

gestiegen, US-Anleihen haben

ihren Investoren deutliche

Verluste beschert, werden

aber immer mehr zur

Anlagealternative zu Aktien.

Müssen Aktieninvestoren

jetzt vorsichtiger werden?

Nicht unbedingt, es wäre

das erste Mal in den letzten

Jahrzehnten, dass Notenbank-Bilanzen

wirklich

schrumpfen, jedoch nicht

die erste Kehrtwende weg

von einer strafferen Geldpolitik.

Und viel Liquidität,

die angelegt werden will,

parkt immer noch an der

Seitenlinie.

Manfred Sax, Wackersdorf

ISSN: 1615-4576

FOCUS Magazin Verlag GmbH, FOCUS-MONEY, Arabellastr. 23, 81925 München,

Postfach 88 88, 81903 München Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-20 26

Pflichtblatt der Börse in Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin,

Stuttgart, Bremen und Hannover

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Chefredakteur: Georg Meck

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MONEY-Markets (Tel.: -3822, Fax: -3610): Frank Mertgen (FM); Marc Bächle (MB), Heike Bangert

(BAN), Peter Bloed (BLO), Matthias Dworak (MD), Johannes Heinritzi (JH), Mika Hoffmann (HF),

Tim Holzapfel (TH), Andreas Körner (KÖ), Marian Kopocz (MK), Sinan Krieger (SK), Mario Lochner (ML),

Jens Masuhr (JM), Dirk Reichmann (DR), Sascha Rose (SR), Lioba Schulz (LS), Jennifer Senninger (JS),

Verena Sepp (VS)

DSW Anlegerschutz (Tel.: 0211/6697-02): Jürgen Kurz (JK) (verantwortlich)

MONEY-Service (Tel.: -3822, Fax: -3610): Gregor Dolak (GD), Werner Müller (WM), Thomas Schickling

(TS), Martina Simon (SIM)

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VERLAG

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80

FOCUS-MONEY 20/2022


moneyanalyse

Branchenfonds im Check

Top-

Fonds

auf einen

Blick

Goldminen- und Rohstoff- sowie Infrastruktur-Aktienfonds bauen ihre Gewinne seit Jahresanfang überwiegend aus. Dagegen

rutschen die meisten Biotech- und Technologie-Aktienfonds weiter zum Teil deutlich in die roten Zahlen.

Aktien

Biotechnologie

Aktien

Gesundheitswesen

Aktien

Goldminen

Aktien

Infrastruktur

Aktien

Konsumgüter

Aktien

Ökologie

Aktien

Rohstoffe

Aktien

Technologie

Rang Name WKN Kurs

in Euro

Währung

jährliche

Gebühr

in %

Fondsvol.

in Mio.

Euro

Wertentwicklung in %*

lfd. Jahr 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre

*Wertentwicklung (Total Return) kumuliert auf Euro-Basis; **Morningstar-Rating: Bewertung von Morningstar auf Basis der risiko- und kostenadjustierten Rendite, Top-Fonds erhalten ★ ★ ★ ★ ★ , die schwächsten zehn Prozent nur ★

Morningstar-

Rating**

1. Polar Capital Biotech R A1W70F 31,25 Dollar 1,33 1395,7 – 10,2 – 6,5 47,3 76,0 – ★★★★★

2. Janus Henderson H. Bio A2 A2N85V 13,19 Dollar 4,30 74,0 – 21,3 – 20,2 35,4 – – ★★★★★

3. Candriam Eqs L Biotech C 939838 656,03 Dollar 1,94 1453,3 – 4,8 0,4 31,4 40,9 329,6 ★★★★

4. Allianz Biotechnologie A 848186 194,78 Euro 2,04 274,9 – 12,5 – 6,5 30,9 27,1 215,1 ★★★

5. Bellevue Biotech B A0X8YU 647,22 Euro 2,22 60,5 – 9,8 – 4,0 26,0 23,0 256,1 ★★★

1. AB International HC A A0JMHJ 477,81 Euro – 2767,9 – 3,8 19,7 60,0 92,2 312,9 ★★★★★

2. KBC Pharma Classic Cap 633868 2506,08 Euro – 384,2 – 2,7 23,8 56,7 70,1 257,9 ★★★★

3. Candriam L Onclgy Impact R A2PA0M 239,76 Dollar 1,11 1746,5 – 5,9 4,0 56,0 – – ★★★★

4. UBS Sust Health Trnsfm P 988083 372,78 Dollar 2,07 201,7 – 1,1 16,4 55,5 64,2 280,6 ★★★

5. BGF World Healthscience A2 630928 59,54 Dollar – 14043,9 0,8 16,5 55,2 77,8 342,9 ★★★★

1. Earth Gold Fund UI R A0Q2SD 125,09 Euro 5,85 236,7 6,7 9,1 161,8 129,4 37,8 ★★★

2. Multipartner Konw. Gold Eq B A0HF3P 214,41 Euro 1,82 630,2 7,7 6,7 136,3 76,2 17,1 ★★★

3. NESTOR Gold Fonds V A2ALWQ 748,20 Euro – 20,4 13,1 6,3 130,3 77,4 – ★★★

4. Franklin Gold & Prec Mtls A A1CU84 9,23 Euro 1,84 480,4 8,5 11,9 106,7 58,8 6,4 ★★★

5. STABILITAS Gold+Res. Spec S. P A0MV8V 65,84 Euro 3,05 24,1 7,0 8,4 99,6 153,6 18,6 ★★★★

1. KBI Glb Sust Infras F A2P220 15,23 Euro 1,71 1080,4 1,0 16,1 56,3 – – ★★★★★

2. CS Infrastructure Equity B A2H66S 205,90 Dollar – 828,6 4,2 12,4 45,1 62,6 161,1 ★★★★★

3. M&G Global Listed Infras CI A2DXUB 17,16 Euro 0,99 2460,2 6,4 19,8 44,4 – – ★★★★

4. DWS Invest Global Infras LD DWS0TN 180,74 Euro 1,61 3024,7 9,6 27,7 38,4 47,5 136,3 ★★★★

5. LM ClearBridge Infras Val X A2AP7G 15,41 Euro 1,05 822,3 7,1 23,2 37,9 – – ★★★★

1. Pictet-Premium Brands P A0MQYX 263,23 Dollar 2,01 1846,1 – 8,5 9,2 54,9 81,2 157,6 ★★★★

2. LO Funds World Brands MA A2JLM7 217,85 Euro 1,30 738,1 – 14,8 – 5,1 43,8 106,5 – ★★★★★

3. BNP Paribas Cons. Inno. Privl C A1T8WM 380,55 Euro 1,08 1262,4 – 18,1 – 12,7 37,2 72,3 258,3 ★★★★★

4. GAM Multistock Lux. Brands A A0NCNS 375,63 Euro 2,06 506,3 – 14,4 – 0,2 32,7 65,0 136,7 ★★★

5. NN (L) Food & Beverages P 657634 9871,81 Dollar – 196,0 2,1 20,4 31,6 27,9 131,1 ★★★

1. green benefit Gl. Impact Fund P A12EXH 207,45 Euro – 184,8 – 11,7 – 21,9 163,0 256,6 – ★★★★★

2. Green Effects NAI-Werte Fonds 580265 379,78 Euro – 195,6 – 6,8 – 0,5 74,7 85,9 271,3 ★★★★★

3. DWS Invest ESG Cli. Tech TFC DWS2XJ 178,31 Euro 0,93 779,0 – 8,8 1,8 67,6 – – ★★★★★

4. Nordea 1 – Global Cli. & Envir. BP A14VLZ 30,99 Dollar 1,79 10700,4 – 6,6 10,4 64,6 86,0 – ★★★★

5. KEPLER Umwelt Aktienfonds T A2N30B 179,86 Euro – 162,7 – 5,6 4,5 63,7 – – ★★★★

1. Structured Sol Next Gen. Res. HAFX4V 257,71 Euro – 200,5 2,4 26,7 290,4 159,2 280,2 ★★★★★

2. Bakersteel Glb Fds – Elctm A2 A0F6BP 80,19 Euro 2,48 310,0 11,7 11,3 124,8 124,2 73,5 ★★★★

3. Earth Explo. Fund UI R A0J3UF 42,51 Euro 2,31 72,5 15,4 22,2 99,2 95,0 13,3 ★★★

4. GR Dynamik A0H0W9 28,49 Euro 2,04 18,0 – 6,0 – 8,1 97,2 42,1 – 13,6 ★★

5. BGF World Mining A4 A0RFC4 62,61 Euro – 6976,3 20,2 24,4 91,9 115,5 33,5 ★★★★

1. Thematica – Future Mob. Ret. A2JKSS 40,81 Krone – 241,0 6,0 42,6 329,6 – – ★★★★★

2. BIT Gl. Internet Leaders 30 R – I A2N812 280,41 Euro 1,90 372,9 – 35,2 – 43,2 112,4 – – ★★★★

3. ABAKUS New Growth Stocks A0RGKU 220,98 Euro 2,12 16,9 – 18,7 – 6,4 102,0 164,0 395,6 ★★★★★

4. Threadneedle Global Tech AU A1CU1W 86,01 Dollar 1,95 545,3 – 11,3 11,3 97,6 160,3 501,1 ★★★★

5. PrivilEdge Fidelity Tech PD A2AGH5 60,27 Dollar 1,85 397,7 – 7,2 4,1 81,8 157,7 – ★★★★

FOCUS-MONEY 20/2022

81


moneyanalyse

Deutsche

Aktien

SIEMENS HEALTHINEERS

Prognose erhöht

Die große Nachfrage nach Antigenschnelltests hat Siemens Healthineers ein

starkes zweites Quartal verschafft. Der Umsatz stieg um 38 Prozent auf 5,5 Milliarden

Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern 583 Millionen Euro, 30 Prozent

mehr als im Vorjahr. Das übertraf die Analystenerwartungen deutlich. So erhöhte

der Medizintechniker auch seine Prognose für 2022: Der Gewinn je Aktie soll

sich nun auf 2,3 bis 2,4 Euro erhöhen, zuvor lag die Spanne bei 2,2 bis 2,3 Euro.

Siemens Healthineers

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

60

50

40

30

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000SHL1006 Empfohlen am 30.3.2022 Empfehlungskurs 45,52 € Kurs aktuell 53,62 € +/– in % +17,8 Neuer Stopp 45,58 € Kursziel 71,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

DAX

Adidas NA A1EWWW 177,46 –8,4 –29,9 336,25 / 170,08 254,88 4,5 11,1 10,90 9,49 18,7 1,9 2,1 12.05. 275,34 29 5 3

Airbus 938914 109,98 4,2 –1,6 121,06 / 90,32 110,94 8,0 18,3 5,36 5,11 21,5 1,4 1,6 148,29 21 4 0

Allianz vNA 840400 196,98 –8,9 –5,1 232,5 / 178,3 206,71 1,0 7,1 15,83 21,19 9,3 5,5 5,8 252,53 22 6 0

BASF NA BASF11 47,03 –6,7 –23,9 71,05 / 46,61 61,44 1,0 6,0 6,00 5,76 8,2 7,2 7,4 27.04. 67,52 19 10 2

Bayer NA BAY001 60,11 –4,4 27,9 67,99 / 43,91 51,53 1,8 14,7 1,02 7,26 8,3 3,3 3,6 28.04. 74,17 21 8 0

BMW St 519000 77,78 –0,93 –12,1 100,42 / 67,58 85,17 0,6 3,3 18,77 18,19 4,3 7,5 8,2 11.05. 104,69 17 11 1

Brenntag NA A1DAHH 70,34 –4,9 –11,6 87,40 / 64,82 78,63 2,8 28,0 2,89 5,15 13,7 2,1 2,5 09.06. 92,34 17 5 0

Continental 543900 59,44 –10,0 –36,2 118,65 / 56,78 89,03 1,0 4,0 7,28 6,24 9,5 3,7 3,4 87,68 8 15 4

Covestro 606214 38,49 –6,8 –29,0 60,24 / 38,06 52,32 0,9 3,5 8,37 5,64 6,8 8,8 6,9 19.04. 56,89 18 10 1

Daimler Truck DTR0CK 25,66 –0,56 –20,5 35,76 / 20,29 28,63 1,3 10,1 2,85 2,73 9,4 — 3,9 22.06. 38,06 18 0 0

Delivery Hero A2E4K4 30,27 –10,5 –69,1 134,95 / 26,18 87,29 1,3 — –4,47 –5,01 — — 0,0 16.06. 78,00 15 8 1

Deutsche Bank NA 514000 9,29 –3,5 –15,7 14,64 / 8,16 11,22 0,3 2,3 0,91 1,56 5,9 2,2 3,3 19.05. 13,31 9 14 5

Deutsche Börse NA 581005 162,75 –2,1 10,6 169,95 / 132,65 150,20 3,8 32,9 6,59 7,53 21,6 2,0 2,2 18.05. 181,85 14 11 1

Deutsche Post NA 555200 39,13 –4,4 –30,8 61,38 / 38,49 52,07 2,3 5,1 4,01 4,05 9,7 4,6 4,8 61,07 22 4 0

Deutsche Telekom NA 555750 17,46 –0,65 7,1 18,92 / 14,47 16,91 2,0 2,6 0,87 1,32 13,2 3,7 3,9 05.04. 22,50 25 3 0

E.ON NA ENAG99 9,65 –2,9 –20,9 12,54 / 9,51 11,09 2,1 6,2 1,80 0,90 10,8 5,1 5,3 12.05. 12,29 15 12 2

Fresenius 578560 34,83 3,0 –1,6 47,60 / 26,69 37,58 1,0 3,8 3,26 3,42 10,2 2,6 2,7 13.05. 45,77 16 7 0

Fresenius M. C. St. 578580 58,78 –1,1 2,9 71,14 / 50,98 60,18 1,2 6,9 3,31 3,74 15,7 2,3 2,3 12.05. 65,05 7 13 3

Hannover Rück NA 840221 138,05 –7,3 –17,4 181,7 / 134,65 158,06 1,6 3,4 10,21 12,24 11,3 0,9 4,3 03.05. 173,79 11 12 3

HeidelbergCement 604700 53,38 –3,4 –10,3 76,98 / 47,01 62,87 0,7 4,4 8,91 8,01 6,7 4,5 5,0 12.05. 65,41 12 13 3

HelloFresh A16140 35,03 –13,7 –48,1 97,50 / 31,69 66,98 7,4 13,3 1,48 1,29 27,2 — 0,0 12.05. 69,79 18 4 2

Henkel Vz. 604843 60,32 –1,7 –15,2 97,14 / 56,56 73,69 1,3 12,4 3,76 3,96 15,2 3,1 3,0 24.04. 73,42 9 20 0

Infineon NA 623100 27,22 –0,84 –33,2 43,85 / 25,69 35,26 3,3 11,5 0,87 1,71 15,9 1,0 1,2 43,95 25 3 1

Linde PLC A2DSYC 293,15 –2,8 –4,2 309,35 / 236,75 276,90 3,6 16,4 6,97 11,26 26,0 1,4 1,5 25.07. 340,94 27 9 0

Mercedes-Benz 710000 60,56 –9,7 –10,4 77,90 / 54,67 66,93 0,8 2,6 21,50 11,23 5,4 8,3 7,3 89,52 26 4 0

Merck 659990 167,20 –5,5 –26,3 231,5 / 134,5 195,30 3,4 15,8 7,03 9,64 17,4 1,1 1,2 219,40 14 8 2

MTU Aero Engines A0D9PT 189,85 –2,0 5,8 224,9 / 161,55 193,52 3,6 17,9 4,09 8,00 23,7 1,1 1,4 223,33 14 11 3

Münch. Rück vNA 843002 219,40 –3,5 –15,8 282,25 / 205,15 248,44 1,0 5,9 20,93 22,98 9,5 5,0 5,2 05.05. 284,61 17 8 2

Porsche Vz. PAH003 76,34 –4,0 –8,5 102,0 / 67,02 84,54 0,6 31,9 14,90 16,22 4,7 3,4 5,4 13.05. 108,85 12 5 0

Puma 696960 65,80 –6,9 –38,8 115,4 / 62,38 95,18 4,4 23,0 2,07 2,68 24,6 1,1 1,3 11.05. 102,77 21 3 0

Qiagen A2DKCH 43,60 –1,00 –11,0 51,56 / 37,38 45,19 3,2 16,3 2,10 1,98 22,0 — 0,0 51,80 10 12 1

RWE St. 703712 40,11 1,3 12,3 41,83 / 28,39 34,98 1,8 3,7 1,07 2,36 17,0 2,2 2,2 46,81 24 3 0

SAP 716460 93,28 –4,4 –25,3 129,74 / 93,27 115,12 2,9 17,7 4,46 5,06 18,4 0,5 2,3 18.05. 124,80 24 11 1

Sartorius Vz. 716563 331,10 –7,8 –44,4 631,6 / 330,3 494,00 19,7 26,9 4,66 9,48 34,9 0,4 0,5 559,75 14 2 0

Siemens Healthineers SHL100 52,30 2,0 –20,5 67,66 / 45,17 58,55 3,5 20,7 1,57 2,28 23,0 1,6 1,9 66,58 18 6 0

Siemens NA 723610 115,02 –2,3 –24,7 157,96 / 105,92 138,49 2,1 9,9 7,59 8,50 13,5 3,5 3,7 170,28 23 5 2

Symrise Inh. SYM999 107,85 –4,9 –17,2 132,65 / 94,60 116,43 4,7 29,9 2,70 3,12 34,6 0,9 1,1 118,43 11 13 4

Volkswagen Vz. 766403 144,50 –3,0 –18,6 245,45 / 131,3 180,12 0,5 1,9 29,59 32,19 4,5 5,2 5,8 12.05. 234,75 19 4 1

82 FOCUS-MONEY 20/2022


So lesen Sie die Aktientabelle

1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert der

200 letzten Handelstage. Schneidet der Aktienkurs

die Linie von unten nach oben und gibt damit ein

technisches Kaufsignal, erscheint der Stand der

200-Tage-Linie in einem grünen Viereck. Schneidet

der Aktienkurs die Linie von oben nach unten

und erzeugt damit ein technisches Verkaufssignal,

steht der Stand der 200-Tage-Linie in einem roten

Rechteck.

2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des letzten

berichteten Buchwerts.

3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des letzten

berichteten Netto-Cashflow.

4 Gewinn je Aktie 21: von den beim Finanzdienst

Bloomberg erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie im laufenden

Geschäftsjahr. In der Regel handelt es sich dabei

um das Kalenderjahr. Gebrochene Geschäftsjahre,

die z. B. bis 30. September laufen (Beispiele aus

dem Dax: Siemens, Infineon), werden dem Kalenderjahr

zugeordnet, das den größeren Anteil am

gebrochenen Geschäftsjahr hat.

5 Gewinn je Aktie 22: Von den beim Finanzdienst

Bloomberg erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr,

das auf das Geschäftsjahr nach Ziffer 4 folgt.

6 Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen

für das Kalenderjahr/Geschäftsjahr 2022.

7 Dividendenrendite 21 in %: Dividendenrendite auf

Basis der für das Kalenderjahr/Geschäftsjahr 2021

prognostizierten Dividende, auszuzahlen in der

Regel 2022.

Dividendenrendite 22 in %: Dividendenrendite auf

Basis der für das Kalenderjahr/Geschäftsjahr 2022

prognostizierten Dividende, auszuzahlen in der

Regel 2023.

8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung.

9 Kursziel: durchschnittliches Kursziel der Analysten,

die laut Finanzdienst Bloomberg die Aktie beurteilen.

10 Analystenempfehlung: 18/10/6 (diese Ziffern dienen

hier nur als Beispiele): Zahl der Analysten, die laut

Erfassung des Finanzdienstes Bloomberg zum

Kaufen/Halten/Verkaufen der Aktie raten.

Quelle:

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Vonovia NA A1ML7J 35,76 –5,9 –26,3 57,15 / 34,60 48,20 0,8 15,6 4,22 2,57 13,9 4,6 5,1 59,40 21 3 0

Zalando ZAL111 31,52 –16,7 –55,7 105,9 / 31,00 70,77 3,7 13,2 0,88 0,94 33,5 — 0,0 18.05. 76,45 21 9 3

MDAX

Aixtron NA A0WMPJ 23,97 –3,2 34,1 26,60 / 14,82 20,51 4,4 — 0,85 0,81 29,7 1,3 1,1 25.05. 28,05 10 2 0

Aroundtown A2DW8Z 4,69 –2,3 –11,9 7,16 / 4,43 5,73 0,5 13,0 0,53 0,43 10,9 4,7 5,8 6,81 13 4 2

Aurubis 676650 101,05 –7,4 14,8 119,75 / 62,20 87,47 1,2 5,5 14,03 9,77 10,3 1,6 1,9 103,44 2 6 3

Bechtle 515870 41,60 –6,1 –33,9 69,56 / 40,82 56,11 3,9 18,8 1,84 1,96 21,2 1,3 1,4 02.06. 60,15 9 5 0

Befesa A2H5Z1 57,05 –4,0 –15,4 73,60 / 55,00 65,36 3,4 21,0 1,40 3,52 16,2 2,1 2,9 78,77 9 2 0

Beiersdorf 520000 93,42 –2,5 3,4 108,05 / 79,00 94,27 3,1 20,8 2,81 3,23 28,9 0,7 0,8 102,66 16 7 7

Cancom 541910 36,80 –20,2 –37,9 64,82 / 36,34 54,64 1,7 19,9 7,08 1,56 23,7 2,7 2,7 28.06. 60,89 6 3 1

Carl Zeiss Meditec 531370 113,50 –5,7 –38,6 202,0 / 111,1 163,05 6,1 28,0 2,64 2,84 40,0 0,8 0,8 22.03. 159,00 7 6 4

Commerzbank CBK100 6,09 –3,1 –9,0 9,51 / 5,01 6,57 0,3 — 0,34 0,68 9,0 — 3,2 11.05. 8,74 12 15 0

CTS Eventim 547030 65,10 –1,4 1,1 72,68 / 50,34 62,21 11,8 12,4 0,92 1,32 49,2 — 0,9 12.05. 66,88 4 4 1

Dt. Wohnen Inh. A0HN5C 26,88 –1,5 –27,3 53,04 / 26,34 41,74 0,6 20,7 2,45 1,40 19,3 0,1 3,8 02.06. 42,50 5 6 2

Dürr 556520 24,28 –2,3 –39,5 44,08 / 23,26 36,41 1,7 7,2 1,16 2,25 10,8 2,1 3,6 13.05. 40,13 13 2 3

Evonik Industries EVNK01 24,87 –0,56 –12,6 30,37 / 22,44 27,49 1,2 6,7 1,60 2,23 11,2 4,7 4,7 25.05. 31,11 14 9 4

Evotec 566480 22,30 –4,2 –47,5 45,83 / 22,06 35,99 2,9 30,5 1,30 0,15 149,7 — 0,0 22.06. 39,83 10 2 0

Fraport 577330 50,94 –0,82 –13,9 69,90 / 44,88 57,67 1,3 11,2 0,89 1,61 31,7 — 0,1 24.05. 62,33 12 9 5

freenet NA A0Z2ZZ 22,58 –14,2 –3,0 26,86 / 19,29 23,09 1,6 7,5 1,62 1,66 13,6 7,0 7,0 26,49 10 6 2

Fuchs Petrolub Vz. A3E5D6 28,40 –5,6 –28,9 45,40 / 26,88 38,57 2,1 24,5 1,82 1,88 15,1 3,6 3,7 42,06 11 1 1

GEA Group 660200 35,49 –4,5 –26,2 48,55 / 33,27 40,83 3,1 9,5 1,70 1,90 18,7 2,5 2,7 43,29 11 14 2

Gerresheimer A0LD6E 65,75 –1,1 –22,4 99,40 / 53,45 78,24 2,0 9,7 2,67 4,69 14,0 1,9 2,0 08.06. 89,11 8 4 0

Grand City Prop. A1JXCV 16,51 –1,7 –20,9 24,14 / 16,29 20,71 0,7 16,5 2,90 1,18 14,1 5,0 5,3 23,91 8 6 2

Hugo Boss NA A1PHFF 50,36 –6,5 –5,9 59,98 / 40,37 52,45 3,7 5,5 1,99 2,50 20,1 1,4 2,1 24.05. 59,09 10 15 0

Hypoport SE 549336 254,00 –4,2 –50,3 612,0 / 252,2 463,84 6,4 24,9 4,79 6,72 37,8 — 0,0 03.06. 431,60 3 1 1

Jungheinrich Vz. 621993 22,80 –2,9 –49,2 47,88 / 22,28 38,83 1,3 9,3 2,60 2,01 11,4 3,0 2,5 34,71 9 6 1

K+S NA KSAG88 31,68 –1,6 108,6 36,45 / 9,48 18,21 1,1 18,5 15,59 6,99 4,5 0,2 3,6 12.05. 32,06 10 10 2

Kion Group KGX888 49,36 –7,3 –48,8 103,7 / 47,68 82,75 1,2 9,0 4,33 4,03 12,2 3,0 2,7 11.05. 82,82 15 7 1

Knorr-Bremse KBX100 68,02 –0,47 –21,7 113,6 / 61,42 87,44 4,7 11,6 3,85 3,69 18,4 2,7 2,6 24.05. 89,14 10 7 1

Lanxess 547040 35,33 –4,7 –35,2 65,88 / 33,47 52,64 0,7 8,7 3,09 4,73 7,5 3,0 3,2 25.05. 61,44 20 8 0

LEG Immobilien LEG111 95,72 –1,9 –22,0 139,8 / 92,10 120,15 0,8 19,6 21,72 6,51 14,7 4,3 4,9 19.05. 138,86 15 5 1

Lufthansa vNA 823212 6,76 –5,5 9,4 8,16 / 5,24 6,54 1,5 13,5 –2,99 –0,12 — — 0,0 6,97 6 12 8

Nemetschek 645290 69,04 –9,5 –38,8 116,15 / 54,64 88,65 13,9 37,5 1,17 1,50 46,1 0,6 0,6 12.05. 88,47 4 11 2

ProSiebenSat.1 PSM777 9,67 –12,2 –31,0 19,00 / 9,60 13,95 1,2 1,4 1,98 1,61 6,0 8,3 8,2 16,15 13 5 2

Rational 701080 534,50 –8,4 –40,6 1033,5 / 529,0 788,11 10,1 35,4 10,88 12,82 41,7 0,5 1,7 10.05. 713,00 2 7 5

Rheinmetall 703000 212,70 –0,98 156,1 225,0 / 76,28 110,20 3,8 26,7 6,72 11,36 18,7 1,6 1,9 211,31 12 4 1

RTL Group 861149 41,78 –15,8 –10,4 54,15 / 41,78 49,69 1,8 7,1 8,41 4,41 9,5 12,0 10,8 58,23 6 7 1

Scout24 NA A12DM8 60,02 –0,96 –2,3 73,36 / 46,90 60,35 2,8 42,0 1,03 1,72 34,9 1,4 1,4 30.06. 70,19 11 8 0

FOCUS-MONEY 20/2022

83


moneyanalyse

FRESENIUS

Starker Jahresauftakt

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat im ersten Quartal die Prognosen des Marktes

deutlich geschlagen. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 9,7 Milliarden Euro

zu – die Analysten hatten im Mittel nur 9,5 Milliarden Euro erwartet. Der bereinigte

operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 996 Millionen Euro etwa ein

Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotzdem übertraf das Dax-Unternehmen damit

den Expertenkonsens, der mit etwa 962 Millionen Euro gerechnet hatte.

Fresenius SE

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

50

45

40

35

30

25

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005785604 Empfohlen am 17.2.2021 Empfehlungskurs 36,04 € Kurs aktuell 35,23 € +/– in % –2,2 Neuer Stopp 29,95 € Kursziel 36,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

MDAX

Siemens Energy ENER6Y 17,12 –7,1 –23,9 27,65 / 16,64 22,01 0,8 6,6 –0,63 0,25 67,4 0,6 0,9 26,83 13 7 1

Siltronic NA WAF300 83,00 –7,5 –41,3 147,0 / 81,80 122,72 — 5,0 8,44 10,56 7,9 3,6 4,0 115,75 4 4 0

Sixt St. 723132 125,70 0,96 –19,2 170,3 / 103,7 136,97 3,4 48,2 6,68 7,05 17,8 2,9 2,5 25.05. 162,97 9 1 1

Software A2GS40 29,28 –0,88 –16,5 44,00 / 27,94 35,85 1,4 18,6 1,13 1,56 18,7 2,6 2,7 17.05. 36,92 8 9 1

Ströer & Co. 749399 55,30 –3,2 –20,2 76,05 / 54,45 67,51 6,6 7,3 2,14 3,54 15,6 4,1 4,4 22.06. 77,93 8 3 2

TAG Immobilien 830350 18,73 –1,7 –23,9 29,37 / 18,55 24,45 0,9 16,7 3,58 1,71 11,0 5,0 5,1 13.05. 26,43 9 5 1

Talanx NA TLX100 37,84 –4,9 –11,0 44,42 / 33,44 39,91 1,0 1,0 4,00 4,46 8,5 4,2 4,7 04.05. 45,27 5 5 0

TeamViewer A2YN90 12,88 11,5 8,9 34,68 / 10,72 16,85 13,4 14,3 0,25 0,77 16,7 — 0,0 17.05. 18,21 8 7 2

Telefónica Deutschl. A1J5RX 2,94 2,6 20,6 3,02 / 2,20 2,47 1,5 4,1 0,07 0,01 368,0 6,1 6,2 19.05. 2,86 8 11 4

thyssenkrupp 750000 7,07 –4,2 –27,0 11,73 / 6,67 8,88 0,4 47,1 –0,18 1,68 4,2 — 2,1 03.02. 12,50 11 4 2

Uniper NA UNSE01 22,06 –10,0 –47,2 42,45 / 16,05 34,11 3,0 2,2 –11,39 2,21 10,0 0,3 0,3 18.05. 27,76 2 9 7

United Internet NA 508903 30,44 –0,94 –12,9 37,67 / 26,24 33,41 1,3 6,4 2,22 2,22 13,7 1,6 1,7 19.05. 40,35 13 10 0

Vantage Towers A3H3LL 31,96 –1,1 –0,75 33,59 / 25,70 30,21 3,1 51,5 0,76 0,84 37,9 2,0 2,0 28.07. 34,04 5 14 1

Varta A0TGJ5 83,30 –7,2 –27,2 165,9 / 78,50 111,18 6,3 49,0 3,12 2,78 30,0 3,0 2,4 21.06. 93,75 3 3 4

Wacker Chemie WCH888 160,95 5,8 22,3 177,75 / 116,65 146,65 2,6 7,5 16,24 17,69 9,1 5,0 5,0 20.05. 173,68 13 7 2

SDAX

1&1 554550 19,64 –1,9 –18,2 27,86 / 19,52 24,27 0,7 8,0 2,10 1,90 10,3 0,3 0,3 18.05. 26,51 6 12 2

Aareal Bank 540811 32,04 –1,5 11,4 33,16 / 19,03 26,94 0,6 0,7 0,89 2,15 14,9 1,6 4,1 31,73 2 5 3

About You Hold. A3CNK4 9,30 –9,5 –54,5 26,98 / 9,19 18,50 0,0 — –0,54 –0,43 — 0,0 0,0 23.08. 22,19 9 0 0

adesso A0Z23Q 178,00 –4,8 –14,8 228,5 / 107,8 185,19 6,0 23,2 7,63 5,87 30,3 0,3 0,4 31.05. 232,60 4 1 0

Adler Group A14U78 6,37 –12,0 –41,6 27,74 / 3,88 13,40 0,2 4,8 –10,03 0,82 7,8 7,2 6,4 11,55 2 1 1

ADVA Optical Net. z.Vk. A3MQBT 12,60 –3,1 — 15,10 / 11,10 13,57 — — — — — — — 18.05. — 0 0 0

Amadeus Fire 509310 124,80 –6,6 –31,4 206,5 / 117,2 166,06 4,8 — 6,09 7,94 15,7 2,4 2,8 19.05. 200,00 1 0 0

Atoss Software 510440 132,60 –4,7 –38,9 226,0 / 132,2 182,23 26,7 40,3 2,43 2,40 55,3 1,4 1,3 192,00 3 2 0

Auto1 Group A2LQ88 8,66 –13,7 –55,5 47,06 / 8,58 23,31 1,9 32,1 –1,81 –1,04 — — 0,0 09.06. 25,03 11 2 1

Basler 510200 99,30 –6,8 –37,5 174,4 / 92,00 131,65 7,7 40,4 2,08 2,25 44,2 0,6 0,7 23.05. 124,32 2 2 0

BayWa vNA 519406 45,10 –0,55 17,0 48,20 / 32,35 38,55 2,1 — 2,00 1,72 26,2 2,3 2,3 24.05. 51,81 7 1 1

Bilfinger 590900 38,32 –0,88 28,2 39,98 / 22,92 31,54 1,2 17,8 3,19 2,35 16,3 2,6 2,7 11.05. 38,13 5 4 1

Ceconomy St. 725750 3,15 –4,2 –17,0 5,20 / 2,83 3,73 1,4 2,8 0,65 0,54 5,9 5,4 2,7 4,20 5 6 2

CeWe Stiftung 540390 83,60 –3,8 –34,9 138,4 / 83,60 113,72 1,8 9,6 6,72 6,90 12,1 2,8 3,0 15.06. 128,40 7 0 0

CompuGroup Med. A28890 52,30 2,1 –26,5 82,80 / 44,40 64,85 4,3 16,8 1,30 1,94 27,0 1,0 1,1 19.05. 72,30 11 1 0

Dermapharm Holding A2GS5D 50,45 –6,6 –43,5 91,95 / 50,30 73,62 6,4 21,7 3,89 4,27 11,8 4,3 4,3 01.06. 95,50 5 1 0

Deutz 630500 4,09 –3,7 –37,7 8,45 / 4,00 6,34 0,8 5,6 0,32 0,37 11,0 3,7 3,4 7,23 5 1 0

DIC Asset NA A1X3XX 12,80 –3,9 –16,7 16,19 / 12,74 14,99 0,9 24,2 0,71 0,91 14,1 5,9 6,4 20,70 10 0 0

Drägerwerk Vz. 555063 47,35 0,32 –14,3 82,70 / 45,45 60,31 0,7 2,3 8,22 0,54 87,7 0,4 0,5 05.05. 47,14 2 6 1

Dt. EuroShop NA 748020 15,53 –1,3 6,1 21,68 / 13,26 17,00 0,5 7,4 0,97 1,90 8,2 6,4 4,9 23.06. 20,97 7 5 1

Dt. Pfandbriefbank 801900 11,94 –0,91 13,0 12,44 / 7,91 10,50 0,5 2,6 1,70 1,20 10,0 9,9 7,6 19.05. 12,75 5 2 1

DWS Group DWS100 30,78 –2,2 –13,2 41,88 / 27,66 35,74 0,8 7,9 3,90 3,69 8,3 6,5 7,2 09.06. 40,85 16 3 1

84 FOCUS-MONEY 20/2022


DÜRR

Margenziel außer Reichweite

Inflation, Lockdowns in China, eine kritische geopolitische Lage – der Maschinenund

Anlagenbauer Dürr geht davon aus, dass die bestehenden Lieferkettenprobleme

sich in diesem Jahr nicht mehr verbessern werden. 2022 hatte der Konzern für

das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) eigentlich eine Marge von 6,5

bis 7,6 Prozent angepeilt. Jetzt erwartet das Unternehmen, dass diese aufgrund der

schwierigen Situation höchstens zwischen fünf und sechs Prozent liegen wird.

Dürr

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

40

35

30

25

20

15

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005565204 Empfohlen am 17.3.2021 Empfehlungskurs 34,78 € Kurs aktuell 25,38 € +/– in % –27,0 Neuer Stopp 18,96 € Kursziel 47,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Eckert & Ziegler 565970 44,66 –7,5 –52,5 141,4 / 44,38 93,18 4,9 28,1 1,66 1,53 29,1 1,1 1,2 01.06. 121,50 2 0 1

Encavis 609500 19,92 –4,9 28,0 21,59 / 11,82 16,22 — 14,8 0,52 0,50 40,1 1,5 1,6 19.05. 21,75 9 3 0

Fielmann 577220 47,16 –2,2 –20,3 67,85 / 46,90 57,11 4,6 22,9 1,63 1,99 23,7 3,2 3,8 14.07. 61,70 9 4 1

flatexDEGIRO FTG111 14,70 –10,5 –27,4 29,70 / 14,39 19,28 3,4 4,1 0,47 1,18 12,4 — — 17.05. 30,89 9 0 1

GFT Technologies 580060 33,70 –11,3 –27,0 47,50 / 18,28 37,45 — 16,8 1,14 1,51 22,4 1,0 1,2 01.06. 49,80 4 1 0

Grenke NA A161N3 25,02 –0,71 –18,4 40,25 / 20,98 31,19 1,1 — 1,94 1,57 16,0 2,0 1,9 25.05. 39,57 5 3 0

Hamborner Reit A3H233 8,49 –4,3 –15,3 10,31 / 8,48 9,65 1,4 12,9 0,67 0,39 22,1 5,5 5,2 27.04. 11,35 2 2 0

Heidelberger Druck. 731400 1,98 –7,2 –25,2 3,14 / 1,30 2,37 3,7 — 0,13 0,26 7,5 0,0 0,0 21.07. 2,57 2 3 1

Hella A13SX2 60,85 1,3 –1,9 68,72 / 48,67 60,52 2,6 9,9 1,75 3,20 19,0 1,0 1,6 30.09. 61,11 0 12 1

Hochtief 607000 55,60 –4,4 –21,7 76,60 / 50,32 66,89 4,9 9,8 3,05 6,86 8,1 3,4 7,7 75,21 3 4 1

Hornbach Hold. 608340 107,20 –6,0 –19,1 140,1 / 80,40 113,31 1,0 4,9 11,97 12,28 8,7 2,0 2,2 08.07. 148,40 6 0 0

Indus Holding 620010 26,70 –1,5 –18,5 37,40 / 25,65 32,31 0,9 6,0 1,78 2,33 11,4 3,9 4,5 31.05. 41,10 6 1 0

Instone Real A2NBX8 14,44 –1,5 –13,2 28,35 / 13,92 20,08 1,1 22,9 1,77 2,13 6,8 4,3 4,5 09.06. 26,30 6 0 0

Jenoptik A2NB60 25,86 –4,0 –30,4 37,80 / 21,62 31,18 1,9 16,3 1,43 1,47 17,7 1,0 1,2 15.06. 36,89 9 4 0

Jost Werke JST400 34,65 –5,8 –30,0 57,80 / 34,05 46,51 1,7 10,7 2,94 4,52 7,7 3,0 4,2 61,00 3 4 0

Klöckner & Co. NA KC0100 10,85 –12,4 1,2 13,50 / 9,06 11,22 0,6 — 5,58 2,78 3,9 9,2 6,8 01.06. 13,58 5 4 2

Krones 633500 77,95 5,1 –18,7 99,60 / 67,50 85,95 1,8 7,8 4,47 4,81 16,2 1,8 1,9 31.05. 106,36 8 4 2

KWS Saat 707400 63,80 –9,1 –12,6 80,90 / 55,40 69,90 2,2 12,5 3,35 3,39 18,8 1,3 1,3 06.12. 76,83 3 4 0

LPKF Laser & Electr. 645000 11,63 –3,9 –40,5 26,80 / 10,56 17,72 3,1 37,5 0,00 0,19 61,2 0,9 1,1 19.05. 26,75 4 0 0

Metro St. BFB001 8,37 –0,18 –9,3 11,85 / 6,63 9,91 1,5 2,6 –0,15 0,32 26,2 — 2,9 9,18 2 11 4

MorphoSys 663200 19,32 –4,9 –42,1 74,70 / 18,84 33,93 4,7 — –15,40 –8,97 — — 0,0 18.05. 42,11 6 7 0

Nagarro A3H220 125,00 –7,3 –38,1 212,0 / 82,00 153,00 20,2 20,6 2,16 3,53 35,4 — — 196,50 4 0 0

New Work NWRK01 151,00 –6,8 –30,6 277,0 / 150,4 205,27 5,7 10,0 7,05 7,98 18,9 2,4 2,0 01.06. 260,20 4 1 0

Nordex A0D655 12,61 –9,5 –9,4 19,79 / 11,30 14,98 1,9 13,6 –1,68 –0,46 — — 0,0 31.05. 19,73 8 6 0

Norma Group NA A1H8BV 23,26 –1,2 –31,3 49,36 / 22,54 34,15 1,1 7,6 1,76 2,57 9,1 3,2 3,9 17.05. 38,33 9 6 1

Patrizia PAT1AG 15,64 –3,8 –23,7 24,55 / 15,52 20,09 1,1 47,4 0,54 0,77 20,3 2,0 2,3 01.06. 26,71 8 1 0

Pfeiffer Vacuum 691660 158,80 –6,5 –26,5 226,0 / 153,0 186,41 — 17,1 6,28 8,41 18,9 2,6 2,4 19.05. 180,20 1 2 3

PVA TePla 746100 21,64 –8,9 –48,4 50,60 / 19,14 33,04 5,6 8,0 0,56 0,73 29,5 — 0,0 23.06. 34,21 4 3 1

S&T A0X9EJ 16,04 –0,99 9,4 23,94 / 11,22 18,07 2,4 11,4 0,74 1,04 15,5 1,9 2,0 28,92 6 0 1

SAF Holland SAFH00 7,41 2,1 –39,8 14,44 / 6,77 10,96 0,9 10,0 0,81 1,09 6,8 4,7 4,3 19.05. 12,82 4 3 1

Salzgitter 620200 36,54 –8,2 16,3 48,76 / 22,78 33,32 0,6 7,3 10,74 12,91 2,8 2,1 2,3 02.06. 43,60 6 7 5

Schaeffler Vz. SHA015 4,92 –3,9 –32,5 8,29 / 4,58 6,70 1,1 2,6 1,13 0,96 5,1 10,2 8,9 6,93 8 6 5

Secunet 727650 371,00 –9,1 –10,3 608,0 / 251,5 415,19 18,5 44,8 6,66 — — 0,5 — 25.05. 612,50 2 0 0

SGL Carbon 723530 4,68 –11,0 –39,1 10,88 / 4,65 7,57 1,4 5,1 0,62 0,21 22,6 — 0,0 17.05. 7,86 3 3 1

Shop Apotheke A2AR94 88,10 11,3 –22,2 182,0 / 65,28 117,75 4,0 293,7 — –2,04 — — 0,0 123,36 10 3 2

SMA Solar Techn. A0DJ6J 43,70 –0,05 16,9 50,90 / 25,10 38,82 3,7 16,1 –0,66 –0,06 — 0,7 — 31.05. 38,60 0 5 1

Stabilus A113Q5 45,95 1,7 –28,8 72,55 / 40,00 59,33 2,0 9,2 2,97 3,73 12,3 2,7 2,8 61,50 7 2 1

Sto & Co. Vz 727413 184,60 –7,9 –16,5 260,0 / 158,2 210,34 2,3 7,2 14,43 12,43 14,9 2,7 3,0 22.06. 310,00 1 0 0

FOCUS-MONEY 20/2022

85


moneyanalyse

COVESTRO

Langsameres Wachstum erwartet

Der wichtigste Standort des Werkstoffherstellers Covestro befindet sich in Shanghai

– dort hat die chinesische Regierung nun harte Lockdown-Maßnahmen ergriffen.

Zusätzlich belasten den Dax-Konzern die steigenden Preise für Rohstoffe und Energie.

Jetzt korrigierten die Leverkusener ihre Ergebnisprognose für 2022 deutlich

nach unten. Zuvor hatten sie einen operativen Gewinn (Ebitda) zwischen 2,5 und 3,0

Milliarden Euro angepeilt, jetzt dürfte er nur bei 2 bis 2,5 Milliarden Euro liegen.

Covestro

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

60

50

40

30

20

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0006062144 Empfohlen am 12.2.2020 Empfehlungskurs 39,43 € Kurs aktuell 40,04 € +/– in % +1,5 Neuer Stopp 34,03 € Kursziel 43,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

SDAX

Stratec STRA55 103,00 –4,5 –25,3 147,4 / 94,20 123,86 6,1 19,7 3,28 3,21 32,1 0,9 1,0 20.05. 127,71 2 6 0

Südzucker 729700 12,12 –2,4 –8,5 14,62 / 9,75 12,93 0,9 5,2 0,57 0,89 13,6 2,5 3,1 14.07. 12,77 3 7 1

Suse SUSE5A 29,72 –4,3 –26,1 43,60 / 20,40 32,25 2,4 743,0 — 0,80 37,2 — — 36,57 5 2 0

Synlab A2TSL7 14,25 0,42 –39,6 25,00 / 13,65 19,60 1,4 3,5 2,82 1,45 9,8 2,3 2,3 16.05. 22,94 7 3 0

Takkt 744600 15,62 1,7 1,7 16,78 / 12,40 14,70 1,5 18,2 0,87 0,89 17,6 3,8 3,8 18.05. 17,51 5 3 1

Traton TRAT0N 15,32 –3,8 –30,8 28,46 / 14,60 21,39 0,5 5,0 0,91 2,68 5,7 3,3 5,2 09.06. 20,64 8 12 1

Verbio Verein. Bio. A0JL9W 65,95 –2,7 9,4 88,10 / 32,60 61,47 6,6 35,5 1,47 3,47 19,0 0,3 0,3 95,60 4 0 0

Vitesco Techn. Grp. VTSC01 39,02 1,2 –9,7 66,88 / 25,65 43,46 0,6 3,7 –3,05 2,40 16,2 — 0,4 61,40 8 7 1

Wacker Neuson NA WACK01 19,72 –1,1 –21,9 30,90 / 17,74 24,21 1,0 4,2 1,99 1,74 11,4 4,6 4,2 03.06. 28,00 5 0 1

Zeal Network ZEAL24 36,70 –0,54 –7,8 44,55 / 34,80 38,62 2,2 152,9 0,48 0,86 42,8 3,0 2,9 30.06. 51,00 4 0 0

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

2G Energy A0HL8N 102,80 –2,3 –2,3 130,6 / 82,50 104,96 4,8 52,7 2,85 3,20 32,1 0,5 0,6 03.06. 135,50 4 0 0

3U Holding 516790 2,42 3,0 –38,4 4,75 / 2,33 3,46 1,6 — 0,08 0,07 34,6 2,1 2,1 25.05. 3,90 2 1 0

7C Solarparken A11QW6 4,52 2,6 4,6 4,80 / 3,62 4,13 1,9 8,1 0,14 0,19 23,8 2,4 2,3 5,30 3 1 0

A.S. Création NA A1TNNN 17,00 ±0,0 –9,1 29,80 / 13,50 19,70 0,6 6,7 1,40 — — 5,3 — 17.05. — 0 0 0

Accentro Real Est. A0KFKB 4,86 6,1 –25,2 9,00 / 4,20 6,29 0,6 — 0,11 0,61 8,0 — 2,9 22.06. — 5 1 0

ad pepper media 940883 3,49 –0,29 –40,2 6,22 / 3,41 5,00 3,8 31,7 0,08 0,08 43,6 — — 17.05. 6,30 2 0 0

All for One Group 511000 61,60 –1,3 –14,0 75,20 / 55,60 67,53 3,2 9,1 2,68 3,31 18,6 2,4 2,4 90,80 2 0 0

Allane A0DPRE 14,60 3,5 –6,5 17,94 / 13,30 16,23 1,4 7,3 0,28 0,45 32,8 0,4 2,1 29.06. 14,25 0 2 0

Allgeier A2GS63 38,65 –5,4 –31,7 59,40 / 21,30 35,68 4,2 4,7 1,02 1,59 24,3 1,3 1,4 30.06. 64,00 4 0 0

Alstria Office A0LD2U 13,28 –0,60 –32,0 19,62 / 11,43 16,86 0,7 20,4 1,18 0,63 20,9 0,3 2,1 10.06. 17,77 1 7 1

AT&S 922230 46,05 –6,6 5,3 54,80 / 28,20 41,86 2,3 9,7 1,52 2,28 20,2 0,8 1,1 07.07. 64,00 6 2 0

Aumann A2DAM0 14,02 –5,0 2,2 18,78 / 11,40 15,46 1,1 15,2 –0,40 0,02 609,6 0,7 0,0 08.06. — 1 3 0

Aurelius A0JK2A 25,00 –2,0 –7,1 30,70 / 22,50 26,56 1,6 16,7 4,86 3,65 6,9 6,0 6,0 21.06. 47,40 4 0 0

Bastei Lübbe A1X3YY 6,42 –6,4 –9,6 7,80 / 5,10 7,01 1,8 5,0 0,74 0,60 10,8 4,5 4,5 14.09. 8,93 4 0 0

Bauer 516810 8,80 –3,1 –11,4 13,76 / 7,99 10,38 0,4 3,2 –0,02 0,28 31,4 — 0,0 23.06. 11,50 1 4 0

BB Biotech NA A0NFN3 55,90 –1,9 –24,5 85,65 / 55,50 71,74 — — — — — — — 72,38 0 0 0

Berentzen Group 520160 6,64 3,1 5,1 7,18 / 5,50 6,38 1,3 5,4 0,39 0,32 20,8 3,3 2,8 18.05. 7,92 3 0 0

Bertrandt 523280 42,75 –4,0 –25,1 63,10 / 41,45 51,25 — 6,4 0,68 3,01 14,2 0,6 2,7 67,00 4 2 1

Bet-at-home.com A0DNAY 14,52 –0,55 12,0 45,80 / 11,14 18,49 3,0 9,7 –2,32 –0,08 — 17,2 — 6,9 17.05. 24,00 1 2 0

Bike24 A3CQ7F 6,06 –9,4 –59,7 27,18 / 5,93 16,01 1,2 — 0,05 0,15 39,6 — 0,0 11,15 1 2 0

Biofrontera NA 604611 1,03 –8,8 –32,0 3,14 / 0,95 1,81 2,7 — 0,61 –0,02 — — — 3,50 1 0 0

BioNTech A2PSR2 136,55 3,5 –36,2 396,9 / 111,6 213,17 2,8 37,4 39,63 35,56 3,8 — 0,2 01.06. — 0 0 0

Biotest Vz. 522723 35,20 –1,4 –7,4 43,80 / 28,30 37,14 1,9 — –1,61 –0,86 — 0,1 0,1 36,30 0 1 0

Blue Cap A0JM2M 27,00 –0,37 –12,3 34,80 / 24,60 28,94 1,4 10,2 1,24 2,62 10,3 3,1 3,4 29.06. 44,05 3 0 0

Borussia Dortmund 549309 3,79 1,2 –11,4 6,72 / 3,25 4,68 1,2 22,3 –0,77 0,19 20,0 — 0,8 8,00 4 0 0

Brain Biotech 520394 7,50 –12,6 –17,8 11,10 / 7,50 9,53 4,1 — –0,25 –0,23 — — — 16,70 5 0 0

Cenit 540710 14,45 –3,3 5,9 15,80 / 10,40 13,76 2,8 14,7 0,51 0,67 21,6 5,2 2,8 20.05. 18,03 3 1 0

86 FOCUS-MONEY 20/2022


DEUTSCHE POST

Weiter auf Rekordjagd

Langsam normalisiert sich der Online-Handel und sorgt so für geringere Paketmengen.

Trotzdem konnte die Deutsche Post im ersten Quartal ihren Erfolgskurs fortsetzen,

insbesondere durch ein gut laufendes globales Logistikgeschäft. So wuchs der

Umsatz um ein Fünftel auf 22,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen

und Steuern (Ebit) belief sich auf 2,2 Milliarden Euro. Damit hat das Unternehmen

den Rekordwert aus dem ersten Quartal 2021 übertroffen – um ganze 13 Prozent.

Deutsche Post

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

60

50

40

30

20

10

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005552004 Empfohlen am 19.1.2022 Empfehlungskurs 53,71 € Kurs aktuell 41,29 € +/– in % –23,1 Neuer Stopp 35,10 € Kursziel 55,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Cherry A3CRRN 9,00 –10,9 –63,1 39,00 / 9,00 25,04 0,7 — — 0,60 14,9 — — 08.06. 30,75 4 0 0

Cliq Digital A0HHJR 24,40 –2,0 1,0 36,40 / 17,92 23,70 2,7 7,6 2,71 3,50 7,0 4,5 5,6 61,22 5 1 0

Compleo Charg. Sol. A2QDNX 29,65 –11,4 –48,9 112,08 / 26,90 61,34 1,5 — –5,69 –4,74 — — — 21.06. 88,33 5 0 0

Corestate Capital A141J3 7,10 –14,1 –35,9 13,99 / 7,06 10,86 0,4 13,4 –6,29 2,16 3,3 — 5,9 11,30 0 4 1

CropEnergies A0LAUP 13,04 7,6 7,8 14,80 / 9,70 11,82 1,8 10,8 1,03 1,00 13,1 2,9 2,9 12.07. 13,50 3 1 0

CureVac A2P71U 16,15 –0,21 –46,5 102,0 / 13,09 31,49 — — — –2,28 — — — 26,76 3 4 2

cyan A2E4SV 2,95 2,4 8,1 8,89 / 2,25 3,43 0,5 — –1,30 –0,70 — — — 22.06. 4,10 1 0 0

Daldrup & Söhne 783057 6,72 5,0 36,0 7,14 / 3,86 4,94 2,2 24,9 — — — — — 25.08. — 0 2 0

Data Modul 549890 56,00 –0,88 –10,4 67,50 / 45,20 59,29 1,7 — 2,24 2,68 20,9 1,8 0,2 62,00 0 1 0

Datagroup SE A0JC8S 72,60 –7,6 –24,8 97,80 / 55,40 80,19 6,0 12,6 2,52 3,39 21,4 1,4 1,6 102,20 5 0 1

Delignit A0MZ4B 7,95 1,3 –11,7 10,80 / 7,30 9,43 2,8 10,9 0,29 0,42 18,9 — 0,9 02.06. — 1 0 0

Demire Real Estate A0XFSF 4,52 –0,66 5,1 4,80 / 4,02 4,35 0,9 9,6 0,55 — 6,8 — 6,9 5,8 18.05. 5,00 1 1 0

Deutsche Beteiligung A1TNUT 29,30 –0,17 –25,0 40,55 / 26,50 35,78 0,8 — 10,76 0,23 125,8 5,5 4,8 48,38 6 1 0

Deutsche Rohstoff A0XYG7 29,20 6,6 43,8 31,10 / 12,45 22,36 2,5 22,5 –3,05 5,93 4,9 2,1 3,4 28.06. 36,00 2 0 0

DFV Dt. Familienvers. A2NBVD 11,70 2,3 12,1 14,66 / 9,91 11,82 1,9 9,2 –0,12 0,02 585,0 — — 25.05. 19,33 4 0 0

Dr. Hönle 515710 25,80 3,2 –33,6 52,50 / 24,60 38,70 1,4 129,0 –0,80 1,68 15,4 0,8 3,5 53,50 2 0 0

Dt. Konsum REIT A14KRD 12,20 3,8 –12,2 15,70 / 11,75 13,78 0,9 15,6 1,84 1,53 8,0 2,0 5,5 18,10 4 0 0

EDAG Engineer. A143NB 11,90 3,5 1,7 12,75 / 7,96 11,44 2,6 20,9 — 1,15 10,3 — 4,2 15,40 2 3 0

Einhell Germany Vz. 565493 188,00 –2,7 –14,2 224,0 / 132,0 186,20 2,3 19,5 15,50 17,87 10,5 1,4 1,6 24.06. 287,50 2 0 0

Elmos Semicond. 567710 47,15 –0,95 –17,7 60,10 / 32,60 46,78 2,7 10,5 2,24 3,37 14,0 1,4 1,8 11.05. 61,00 2 2 0

ElringKlinger NA 785602 7,40 –7,9 –33,2 18,18 / 7,40 11,17 0,5 3,0 0,88 0,93 8,0 2,0 2,7 19.05. 12,26 6 3 2

Energiekontor 531350 88,50 –2,9 28,3 102,8 / 50,50 69,30 15,0 25,7 2,54 2,82 31,4 1,0 1,0 19.05. 108,25 4 0 0

Epigenomics A3H218 0,45 –2,6 –32,6 1,86 / 0,29 0,76 0,5 — –0,22 –0,91 — — — 15.06. 0,95 0 2 0

EQS Group 549416 29,10 –4,9 –34,8 48,26 / 29,10 38,10 3,6 582,0 –0,81 –0,17 — — 0,0 28.06. 48,67 6 0 0

Eurokai 570653 31,80 0,63 –9,7 39,80 / 26,00 34,44 1,3 7,3 5,34 2,51 12,7 3,1 4,7 09.06. — 1 0 0

Exasol A0LR9G 4,82 –8,8 –35,4 20,26 / 4,82 9,37 2,4 — –1,18 –0,72 — — — 06.07. 20,50 2 0 0

Fabasoft 922985 23,55 –2,3 –32,9 47,80 / 21,10 32,73 11,0 12,3 0,69 0,87 27,1 3,7 3,8 40,50 2 0 0

fashionette A2QEFA 5,80 –0,51 –73,4 35,60 / 5,78 18,68 0,6 6,8 –0,27 0,22 27,0 — — 26,60 2 0 0

Ferratum Oyj A1W9NS 3,22 –3,3 –13,3 5,84 / 3,22 4,32 0,4 0,5 0,02 0,52 6,3 — 2,0 9,70 3 0 0

FinLab 121806 17,10 –3,1 –20,1 25,00 / 17,10 21,56 1,6 39,8 –0,06 — — 2,9 — — 0 0 0

Formycon A1EWVY 62,70 –3,1 8,1 68,80 / 42,50 52,84 11,7 — –1,02 –0,08 — — — 30.06. 84,80 5 0 0

Fr. Vorwerk Group A255F1 27,55 –1,4 –4,5 52,00 / 23,40 35,42 3,6 18,7 1,37 1,60 17,3 — 1,2 01.06. 49,33 3 0 0

Francotyp-Postalia FPH900 2,69 –6,6 –10,0 3,30 / 2,51 2,90 2,6 1,9 0,02 0,32 8,4 — 3,0 15.06. 5,00 3 0 0

Frequentis A2PHG5 30,30 4,1 16,1 34,90 / 23,20 26,99 3,2 8,3 1,50 1,32 23,0 0,5 0,8 02.06. 31,10 1 1 0

Frosta 606900 71,80 1,1 –16,7 96,40 / 67,00 85,19 2,5 16,4 4,20 — — 2,2 — 65,00 0 0 1

Gesco NA A1K020 24,30 ±0,0 –3,2 26,10 / 19,95 23,98 1,1 5,1 2,48 2,80 8,7 4,0 4,5 24.08. 41,25 4 0 0

GK Software 757142 124,80 –4,6 –19,5 171,0 / 107,5 145,05 3,5 15,1 5,66 5,94 21,0 0,2 0,9 17.06. 196,00 3 0 0

Global Fashion Grp. A2PLUG 1,81 –0,66 –57,9 13,90 / 1,55 6,05 0,7 — — –0,54 — — — 5,14 4 2 1

FOCUS-MONEY 20/2022

87


moneyanalyse

VW

VW bleibt optimistisch

Obwohl Volkswagen deutlich weniger Fahrzeuge verkaufte, verbuchte der Dax-

Konzern im vergangenen Quartal ein leichtes Umsatzplus. Die Erlöse stiegen um 0,6

Prozent auf 62,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 77,1 Prozent auf

8,5 Milliarden Euro zu. Grund für den großen Sprung ist, dass VW sich mithilfe von

Finanzinstrumenten gegen höhere Rohstoffpreise abgesichert hatte. 2022 rechnet

das Management weiter mit einem Umsatzwachstum von acht bis 13 Prozent.

Volkswagen, Vorzugsaktie

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

240

200

160

120

80

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0007664005 Empfohlen am 10.7.2020 Empfehlungskurs 140,36 € Kurs aktuell 147,04 € +/– in % +50,3 Neuer Stopp 132,85 € Kursziel 234,75 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

Grammer 589540 15,35 –4,1 –14,0 28,50 / 14,30 19,36 0,7 4,0 0,08 0,30 52,0 — 0,0 18.05. 22,00 1 1 0

H+R A2E4T7 5,64 –7,5 –19,7 10,25 / 5,46 7,78 0,6 5,6 1,35 0,45 12,6 7,1 0,0 24.05. 6,20 2 1 1

Hamburger Hafen A0S848 15,52 –1,1 –24,8 22,56 / 13,31 18,69 — 3,7 1,50 1,07 14,5 4,8 3,8 16.06. 17,35 1 5 2

Hanseyachts A0KF6M 3,85 0,52 –28,7 6,25 / 3,68 5,03 12,4 6,1 –0,64 0,13 29,6 — — — 1 0 0

Hapag-Lloyd NA HLAG47 397,20 6,5 45,9 415,4 /126,0 245,53 4,3 6,8 51,63 63,57 6,2 8,8 8,5 25.05. 248,09 2 6 5

Hawesko 604270 51,40 3,0 –0,39 65,80 / 44,60 54,28 3,8 6,0 3,74 3,30 15,6 1,2 3,6 14.06. 57,00 0 3 0

HELMA Eigenheimbau A0EQ57 48,10 –4,2 –25,3 69,40 / 48,10 62,05 1,5 — 4,69 5,58 8,6 3,6 4,2 01.07. 86,74 4 0 0

Hensoldt HAG000 24,40 –7,9 95,2 31,10 / 11,70 16,08 5,6 8,6 0,60 1,37 17,8 1,0 1,4 13.05. 29,00 5 2 0

home24 A14KEB 4,86 –12,7 –57,9 18,81 / 4,86 11,14 0,8 — –1,05 –0,90 — — 0,0 14.06. 10,95 4 0 0

Identive Group A11404 11,67 –2,2 –52,1 25,00 / 10,94 16,42 3,7 233,3 0,02 0,08 138,9 — — 23,78 5 0 0

Init Innovation 575980 31,10 –1,4 –6,5 49,60 / 24,20 37,71 3,0 19,3 1,25 1,25 24,9 1,8 1,7 18.05. 51,25 2 0 0

JDC Group A0B9N3 21,30 –9,7 –15,1 27,60 / 11,90 22,84 10,2 38,0 0,07 0,24 88,8 — — 01.07. 37,00 3 0 0

Knaus Tabbert A2YN50 38,50 –5,2 –28,0 69,40 / 38,50 55,34 3,0 15,5 2,50 3,70 10,4 3,9 5,2 25.05. 64,80 5 1 0

Koenig & Bauer 719350 18,36 –1,3 –40,8 32,30 / 17,94 26,46 0,8 3,2 0,83 1,28 14,3 — 1,6 24.05. 31,00 3 1 0

KPS NA A1A6V4 4,21 –0,71 –5,2 5,52 / 4,00 4,63 — 9,4 0,23 0,24 17,9 4,5 5,3 18.05. 7,83 3 2 0

KSB Vz. 629203 355,00 –4,8 –3,0 410,0 / 310,0 368,33 — — — 50,37 7,0 0,8 3,5 497,50 1 1 0

KUKA 620440 82,70 –0,48 13,9 83,80 / 45,50 72,35 3,2 15,2 0,98 1,46 56,6 0,1 0,3 17.05. — 0 0 1

Leifheit 646450 21,50 3,1 –36,2 49,40 / 20,35 32,32 1,8 12,4 1,49 1,05 20,6 4,9 4,1 25.05. 32,07 2 1 0

Leoni NA 540888 8,09 –7,4 –17,7 18,37 / 7,60 11,64 1,2 3,1 –1,46 1,36 5,9 — 0,0 24.05. 8,93 0 2 6

Lloyd Fonds A12UP2 7,62 –11,6 –49,5 17,10 / 7,54 10,91 2,4 — 0,36 0,12 65,1 — 0,4 16,65 3 0 0

Logwin NA A2DR54 274,00 7,9 3,0 302,0 / 184,0 255,96 2,8 6,3 — 22,42 12,2 2,2 1,3 267,00 0 1 0

MagForce A0HGQF 2,10 –4,5 –23,9 4,10 / 1,81 2,89 2,0 — –0,16 0,00 — — — 11,00 2 0 0

Manz A0JQ5U 38,00 –1,9 –23,4 71,90 / 36,05 47,22 2,7 — –2,89 1,01 37,8 — — 05.07. 60,67 3 0 0

MAX Automation A2DA58 4,10 2,5 –5,0 4,86 / 3,42 4,34 3,5 5,3 –0,05 0,14 29,3 — 1,2 03.06. 5,77 4 0 0

MBB A0ETBQ 115,00 –9,6 –15,7 145,2 / 98,80 129,82 1,2 12,2 –1,96 — — 0,9 — 30.06. 176,00 3 1 0

Mediclin 659510 3,68 1,1 –2,1 4,30 / 3,22 3,72 1,0 2,4 0,03 0,21 17,5 1,4 1,4 31.05. 5,07 2 0 0

Medigene NA A1X3W0 2,86 –2,7 –1,0 4,57 / 1,93 3,25 1,4 — –0,41 0,84 3,4 — — 18.05. 8,55 2 1 0

Medios A1MMCC 24,85 1,6 –36,0 41,35 / 23,90 34,13 1,4 8,3 0,37 1,08 23,1 — — 21.06. 49,40 7 0 0

Mensch & Maschine 658080 52,70 –1,7 –18,5 68,60 / 47,10 60,46 9,9 24,3 1,26 1,45 36,3 2,3 2,6 11.05. 69,25 2 0 0

Mister Spex A3CSAE 6,59 –2,9 –41,2 26,08 / 6,55 14,91 0,9 — –1,11 –0,53 — — — 30.06. 18,42 6 0 0

MLP 656990 6,30 –7,5 –25,0 8,87 / 6,30 7,71 1,4 1,8 0,57 0,50 12,5 4,8 4,9 02.06. 10,25 5 0 0

MPC Capital A1TNWJ 3,56 –2,7 1,7 3,85 / 2,80 3,34 1,3 32,4 0,20 0,69 5,2 3,4 4,2 3,90 2 0 0

Mühlbauer 662720 60,40 –0,33 8,8 61,50 / 40,60 55,93 3,6 12,7 — — — — — — 0 0 0

Mutares A2NB65 21,30 –2,5 –6,8 30,10 / 17,16 23,26 0,6 — 26,83 2,46 8,7 7,0 7,8 17.05. 32,08 5 0 0

MVV Energie NA A0H52F 33,10 0,91 –6,5 36,80 / 27,40 33,47 1,8 1,9 3,02 2,41 13,7 3,2 3,3 — 0 1 0

Mynaric A0JCY1 34,65 –14,3 –24,8 82,10 / 32,90 51,95 2,6 — –6,31 –2,23 — — — 94,25 4 0 0

Nabaltec A0KPPR 29,50 –6,9 –18,3 39,30 / 26,90 33,78 2,9 11,5 1,85 2,04 14,5 0,8 1,1 29.06. 40,50 2 0 0

Nexus 522090 48,45 4,5 –31,8 80,50 / 44,70 64,72 5,3 24,3 1,09 1,51 32,1 0,4 0,4 72,80 4 1 0

88 FOCUS-MONEY 20/2022


ALBA

Unruhigeres Fahrwasser

Alba SE (in FOCUS-MONEY 29/21 rieten wir zum Verkauf) verliert ihren Nimbus als

Renditetitel. Nach Kündigung des Beherrschungsvertrags durch Mutter Alba Europe

wird die Garantiedividende von 4,17 Euro je Aktie zur HV am 28. Juni letztmals fällig.

Der Markt befürchtet danach mit Blick auf die Zahlen (2021 Gewinn je Aktie 1,10 Euro,

KGV 34) tiefere Kurse. Doch sucht Alba Europe einen neuen Eigner für den

Recycler. Das könnte auf längere Sicht den Kurs neu beleben.

ISIN DE0006209901 Kurs aktuell 37,00 € Neuer Stopp –

Alba

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

70

60

50

40

30

Quelle: Bloomberg

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

NFON A0N4N5 12,95 –6,8 –16,5 19,65 / 12,35 15,72 3,2 — –0,55 –0,52 — — — 20,50 5 1 0

Noratis A2E4MK 19,30 –1,5 0,52 21,70 / 18,70 20,05 1,3 — 1,67 1,86 10,4 3,6 4,0 23.06. 28,87 3 0 0

OHB 593612 32,45 –3,4 –9,2 42,05 / 30,00 36,61 2,4 — 1,58 2,05 15,9 1,5 1,8 01.06. 47,50 5 0 0

OVB Holding 628656 25,00 5,0 0,81 27,40 / 20,00 23,37 4,1 11,8 1,10 1,23 20,4 3,6 4,0 15.06. 29,00 2 0 0

PAION A0B65S 1,11 1,8 –8,7 2,03 / 1,06 1,50 11,1 — –0,31 –0,11 — — — 25.05. 4,03 4 0 0

PharmaSGP Hold. A2P4LJ 23,40 1,3 –5,6 26,30 / 16,10 23,40 24,4 18,3 0,89 1,33 17,6 1,9 1,7 15.06. 34,50 2 0 0

Pierer Mobility A2JKHY 73,50 –5,3 –18,1 94,00 / 67,10 80,83 2,4 5,0 — 4,23 17,4 1,4 1,2 105,54 3 0 0

PNE NA A0JBPG 12,14 ±0,0 44,5 12,50 / 6,54 8,48 4,0 39,2 0,33 –0,13 — 0,3 0,4 18.05. 10,38 1 2 1

PSI Software NA A0Z1JH 34,30 –5,0 –24,6 49,30 / 27,80 40,35 4,6 13,9 1,01 1,31 26,2 1,2 1,8 19.05. 47,75 7 1 0

publity 697250 24,80 –0,80 11,0 28,90 / 16,32 22,90 0,6 — — — — — — — 0 0 0

q.beyond 513700 1,43 –1,9 –26,9 2,04 / 1,34 1,76 1,2 — 0,08 –0,07 — — 0,0 18.05. 2,87 3 1 0

R. Stahl NA A1PHBB 14,50 –0,68 –14,2 26,20 / 14,00 18,67 1,9 5,2 –0,76 0,04 362,5 — — 13.07. 21,00 1 0 0

Rhön-Klinikum 704230 14,95 –0,33 3,4 16,08 / 14,08 15,15 0,8 10,2 0,42 0,37 40,4 — 0,0 08.06. 16,00 0 2 0

Ringmetall A3E5E5 4,05 –4,5 –6,3 4,78 / 2,78 4,08 2,2 10,9 0,50 0,40 10,0 2,2 1,4 20.06. 6,63 3 0 0

Schloß Wachenh. 722900 18,40 1,1 –7,1 20,80 / 16,30 19,16 0,8 3,4 1,32 1,55 11,9 2,7 2,7 24,80 2 1 0

SFC Energy 756857 26,45 5,0 –5,2 35,30 / 18,60 26,98 7,5 — –0,40 0,08 339,1 — 0,0 36,76 5 0 0

SLM Solutions Gr. A11133 10,76 –8,7 –36,0 23,60 / 10,76 16,27 6,5 — –0,90 –0,71 — — — 17.05. 22,00 3 0 0

SNP 720370 31,50 7,7 –17,6 63,95 / 27,48 41,18 2,2 — 0,14 0,88 35,8 1,2 0,3 02.06. 43,75 3 1 0

STEICO A0LR93 90,00 –5,1 –18,8 131,0 / 76,00 104,30 6,0 30,4 3,42 3,54 25,4 0,4 0,5 23.06. 125,20 5 0 0

Stemmer Imaging A2G9MZ 29,20 –3,3 –30,6 47,80 / 24,70 35,31 2,9 17,6 1,61 1,81 16,2 2,6 2,5 18.05. 51,33 3 0 0

Surteco Group 517690 27,90 –7,0 –25,4 40,00 / 26,60 33,62 1,0 11,0 3,08 2,58 10,8 3,6 3,6 07.06. 43,00 1 0 0

Süss MicroTec NA A1K023 14,06 –6,6 –31,9 27,85 / 14,06 20,55 1,7 11,1 0,84 1,07 13,2 1,1 0,6 31.05. 26,17 4 1 1

Syzygy 510480 5,78 –3,7 –7,4 7,54 / 5,48 6,28 1,4 9,6 0,30 0,32 18,1 2,6 4,3 05.07. 9,47 3 0 0

technotrans NA A0XYGA 24,05 5,0 –16,6 32,10 / 21,15 26,76 — 12,4 1,02 1,21 19,8 2,1 2,5 13.05. 30,88 4 0 0

TUI NA TUAG00 2,70 –1,7 0,11 4,49 / 2,07 2,93 — — –2,19 0,05 50,0 — 0,0 2,59 1 7 13

Umweltbank 557080 17,90 ±0,0 –8,7 23,90 / 13,90 19,04 2,0 7,7 0,90 0,88 20,3 1,8 1,8 23.06. 19,05 2 0 0

USU Software A0BVU2 22,10 2,3 –7,1 27,90 / 19,95 23,95 3,6 17,4 0,64 — — 2,3 — 01.07. 30,57 3 0 0

Uzin Utz 755150 68,20 –7,3 –20,7 93,50 / 68,00 79,84 1,7 6,1 6,53 4,03 16,9 2,6 2,3 17.05. 95,00 1 0 0

Va-Q-Tec NA 663668 16,50 –1,3 –34,9 36,00 / 15,74 24,55 4,3 66,0 0,16 0,36 45,8 — 0,0 02.06. 38,50 6 0 0

Vectron Systems A0KEXC 4,66 –13,1 –34,6 14,94 / 4,60 7,92 1,5 — –0,26 0,08 58,3 1,1 2,1 21.06. 14,85 2 0 0

Veganz Group A3E5ED 47,40 –1,9 –47,5 102,1 / 46,70 73,06 — — –10,56 –4,48 — — — 12.07. 103,00 3 0 0

VIB Vermögen A2YPDD 33,45 –2,9 –26,1 53,90 / 31,15 41,45 1,5 18,0 5,39 2,27 14,8 2,5 2,5 30.06. 52,81 3 3 1

Villeroy & Boch Vz. 765723 19,65 –5,1 –15,3 25,00 / 16,35 22,65 0,8 7,0 2,25 2,44 8,1 5,1 6,0 37,00 1 0 0

Vita 34 NA A0BL84 10,40 –14,4 –31,8 17,25 / 10,40 14,44 1,4 10,6 0,46 0,59 17,6 0,8 1,0 29.06. — 1 1 0

Vossloh 766710 35,35 –3,8 –20,7 49,15 / 35,00 43,34 1,5 18,0 1,31 2,16 16,4 2,8 3,0 18.05. 48,14 8 2 0

Washtec 750750 50,80 –1,4 –5,6 60,60 / 43,85 52,60 6,9 15,2 2,32 2,43 20,9 1,6 4,4 16.05. 63,25 4 0 0

Westwing Group A2N4H0 9,64 –9,4 –56,5 53,40 / 9,64 24,75 1,7 9,9 0,55 –0,86 — — 0,0 18.05. 22,98 5 0 0

Wüstenr. & Württ. 805100 17,76 –0,22 ±0,0 19,90 / 16,72 18,10 0,3 3,8 3,74 2,82 6,3 3,7 4,1 25.05. 23,67 3 0 0

FOCUS-MONEY 20/2022

89


moneyanalyse

Internationale

Aktien

MONDELEZ

Gutes erstes Quartal

Der US-amerikanische Lebensmittelkonzern Mondelez steigerte seinen Umsatz

im abgelaufenen Quartal von 6,9 Milliarden Euro um 7,3 Prozent auf rund 7,4 Milliarden

Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 0,8 Euro. Die

Analysten der Privatbank Berenberg erwarten 2022 ein weiteres organisches

Wachstum von 5,6 Prozent. Das Management rechnet allerdings damit, dass der

Ukraine-Krieg zu Umsatzeinbußen von rund 190 Millionen Euro führen könnte.

Mondelez

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

60

55

50

45

40

35

Quelle: Bloomberg

ISIN US6092071058 Empfohlen am 14.8.2020 Empfehlungskurs 47,42 € Kurs aktuell 62,15 € +/– in % +30,9 Neuer Stopp 52,83 € Kursziel 68,35 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

EURO STOXX 50 / STOXX 50

AB Inbev A2ASUV /BE0974293251 53,99 –1,5 1,4 65,65 / 46,87 52,76 1,6 7,7 2,17 3,07 17,6 0,9 1,3 65,15 19 10 2

ABB NA 919730 /CH0012221716 27,80 –2,7 –17,5 34,55 / 26,59 31,14 4,3 17,6 2,14 1,42 19,5 2,8 3,0 33,62 15 20 2

Adyen A2JNF4 /NL0012969182 1435,60 –10,1 –38,0 2804 / 1412,4 2187,25 24,5 24,1 15,31 21,15 67,9 — 0,0 2381,71 24 10 1

Ahold Delhaize A2ANT0 /NL0011794037 27,74 –1,8 –8,5 31,15 / 22,90 28,69 2,0 5,3 1,87 2,14 13,0 3,2 3,6 30,41 14 11 2

Air Liquide 850133 /FR0000120073 162,62 –1,2 5,7 166,3 / 136,5 150,77 3,6 14,1 5,42 6,37 25,5 1,7 1,9 179,89 20 10 2

ASML Hold. A1J4U4 /NL0010273215 522,80 –2,7 –26,8 776,2 / 495,0 648,07 24,1 19,8 14,34 16,44 31,8 1,1 1,1 735,47 27 7 2

AstraZeneca 886455 /GB0009895292 122,45 –2,5 18,1 134,0 / 86,50 105,88 5,5 30,5 0,08 6,38 19,2 2,2 2,3 137,13 29 4 1

AXA 855705 /FR0000120628 23,19 –8,4 –11,8 29,07 / 20,75 25,24 0,9 9,1 3,06 2,98 7,8 6,2 7,1 30,26 24 3 1

Banco Santander 858872 /ES0113900J37 2,67 –3,7 –8,2 3,53 / 2,57 3,09 0,5 0,4 0,44 0,51 5,3 3,0 5,5 4,05 22 8 1

BBVA 875773 /ES0113211835 4,60 –7,2 –12,6 6,26 / 4,40 5,45 0,7 1,1 — 0,73 6,3 5,5 7,6 6,37 14 17 1

BNP Paribas 887771 /FR0000131104 50,75 2,6 –16,6 68,01 / 44,38 56,22 0,6 1,5 7,26 7,41 6,8 3,1 7,3 67,24 20 5 0

BP PLC 850517 /GB0007980591 4,98 6,9 24,5 5,00 / 3,23 4,17 1,6 4,5 0,36 0,93 5,3 4,1 4,3 5,76 17 7 1

Brit. Am. Tobacco 916018 /GB0002875804 39,20 –2,3 19,1 41,35 / 29,65 34,44 1,1 9,2 3,47 4,14 9,5 6,5 6,8 45,27 13 4 1

CRH 864684 /IE0001827041 37,19 –4,0 –20,3 48,38 / 34,31 42,43 1,6 8,1 2,76 3,14 11,8 3,1 3,3 50,34 19 5 1

Danone 851194 /FR0000120644 55,96 –3,1 2,1 65,17 / 46,49 56,42 2,1 10,4 — 3,21 17,4 3,5 3,5 58,77 13 13 4

Diageo 851247 /GB0002374006 45,80 –5,0 –6,1 49,90 / 36,62 44,23 11,8 24,9 1,33 1,66 27,7 1,9 2,0 49,98 15 8 3

Enel 928624 /IT0003128367 6,08 –2,6 –13,7 8,36 / 5,31 6,83 2,1 6,1 0,31 0,56 10,8 6,1 6,6 8,30 24 3 1

Eni 897791 /IT0003132476 13,64 2,2 11,3 14,71 / 9,40 12,30 1,0 3,8 1,60 2,50 5,4 4,9 6,5 16,30 19 10 0

EssilorLuxottica 863195 /FR0000121667 154,50 –6,3 –17,8 195,34 / 134,72 170,06 1,9 14,9 3,28 6,09 25,4 0,7 1,9 187,29 14 10 1

Flutter Entertain. A14RX5 /IE00BWT6H894 99,42 2,9 –26,8 186,9 / 94,58 138,00 1,4 27,7 –2,78 3,58 27,8 — 2,1 170,98 20 3 0

GlaxoSmithKline 940561 /GB0009252882 20,92 –3,1 6,5 21,71 / 15,60 18,60 5,5 12,4 1,02 1,45 14,5 4,5 3,0 21,35 9 18 1

Hermes Intern. 886670 /FR0000052292 1050,00 –9,8 –32,1 1671,5/1032 1329,59 11,8 31,8 23,30 25,78 40,7 0,8 0,8 1330,19 6 12 4

HSBC Hold. 923893 /GB0005405286 5,91 0,92 11,8 6,74 / 4,10 5,41 0,7 1,0 0,59 0,63 9,4 5,4 4,5 7,42 12 7 2

Iberdrola A0M46B /ES0144580Y14 10,70 –2,9 4,3 11,37 / 8,44 9,88 1,4 9,5 0,58 0,65 16,5 3,2 4,4 11,84 22 10 0

Inditex A11873 /ES0148396007 20,78 1,9 –25,9 32,61 / 19,52 27,18 4,1 9,6 — 1,14 18,2 4,0 5,2 26,91 22 10 3

ING Groep A2ANV3 /NL0011821202 8,99 –0,16 –26,8 13,99 /7,91 11,72 0,7 13,6 1,23 1,06 8,5 9,9 6,2 13,28 17 3 1

Intesa Sanpaolo 850605 /IT0000072618 1,90 –2,2 –16,6 2,93 / 1,71 2,33 0,6 4,2 0,22 0,22 8,6 9,5 8,2 2,68 22 7 0

Kering 851223 /FR0000121485 459,60 –11,5 –35,1 796,3 / 459,6 650,03 4,3 12,2 25,49 31,71 14,5 2,6 3,1 752,29 22 10 0

Kone Corp. A0ET4X /FI0009013403 43,20 –6,3 –31,4 72,26 / 43,20 58,51 9,8 14,1 1,96 1,87 23,1 4,9 4,4 54,66 12 16 2

L’Oréal 853888 /FR0000120321 327,95 –6,4 –22,2 433,25 / 326,5 382,06 7,4 27,2 8,21 10,29 31,9 1,5 1,7 386,40 12 12 5

LVMH 853292 /FR0000121014 564,90 –8,4 –22,9 759,4 / 540,0 667,97 6,0 15,2 23,89 26,92 21,0 1,8 2,0 792,65 31 6 1

Nestlé NA A0Q4DC /CH0038863350 119,58 –1,7 –2,8 125,32 / 104,21 115,02 6,4 24,9 5,84 4,52 26,4 2,3 2,4 125,21 19 6 3

Novartis NA 904278 /CH0012005267 82,20 –1,6 6,1 85,03 / 70,32 77,31 3,1 12,9 10,11 5,89 14,0 3,6 3,9 87,65 16 13 3

Novo-Nordisk AS B A1XA8R /DK0060534915 106,00 –2,8 7,3 112,3 / 61,37 92,82 27,0 32,9 2,79 3,09 34,3 1,3 1,4 105,98 13 16 6

Pernod Ricard 853373 /FR0000120693 192,75 –2,4 –9,0 215,2 / 170,6 194,94 3,2 25,2 4,99 7,87 24,5 1,6 2,0 220,95 13 10 3

Philips Elec. 940602 /NL0000009538 24,93 –0,30 –24,1 48,11 / 24,00 33,49 1,5 13,1 3,65 1,63 15,3 3,4 3,5 31,92 8 13 0

Prosus A2PRDK /NL0013654783 41,67 –11,3 –40,8 90,24 / 40,88 66,38 1,6 463,0 — 2,79 3,80 11,0 0,2 0,2 92,24 19 2 0

Prudential 852069 /GB0007099541 11,20 –7,4 –26,8 18,60 / 11,10 15,46 1,9 112,0 — –0,74 1,04 10,8 1,5 1,5 18,56 14 3 0

90 FOCUS-MONEY 20/2022


CAMPARI

Überzeugende Zahlen

Mit einem Nettoumsatz in Höhe von 534,8 Millionen Euro schlug der italienische Getränkehersteller

Campari im ersten Quartal 2022 die Analystenprognosen deutlich.

Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte das Unternehmen damit ein Plus von 34,4 Prozent,

die Experten hatten nur mit knapp 14 Prozent gerechnet. Das bereinigte operative

Ergebnis wuchs um gut die Hälfte auf 134,7 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente

Campari 107 Millionen Euro, 65,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum.

Davide Campari

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

13

11

9

7

5

Quelle: Bloomberg

ISIN NL0015435975 Empfohlen am 20.3.2020 Empfehlungskurs 6,19 € Kurs aktuell 10,63 € +/– in % +71,7 Neuer Stopp 8,75 € Kursziel 11,60 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Reckitt Benckiser A0M1W6 /GB00B24CGK77 75,60 0,40 –1,3 79,10 / 64,30 70,95 — — –0,05 3,57 21,2 2,7 2,7 84,42 14 5 4

Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 27,52 –4,2 –4,1 29,39 / 20,82 26,88 14,0 22,2 0,89 1,16 23,8 2,1 2,3 29,44 11 8 3

Richemont A1W5CV /CH0210483332 100,79 –9,6 –23,8 142,5 / 89,21 115,44 2,9 17,7 4,82 5,69 17,7 2,2 2,5 147,25 22 11 0

Rio Tinto 852147 /GB0007188757 64,90 –5,1 9,1 79,60 / 52,30 63,86 2,1 4,4 12,32 11,48 5,7 1369,7 — 12,8 74,00 10 11 4

Roche Hold. GS 855167 /CH0012032048 335,50 –4,1 –8,3 390,24 / 286,31 348,59 11,4 14,4 15,62 19,95 16,8 2,7 2,8 388,02 19 9 2

Safran 924781 /FR0000073272 96,52 –5,9 –9,2 126,6 / 92,56 108,31 3,2 16,9 0,10 3,82 25,3 0,4 1,6 131,06 17 4 0

Sanofi S.A. 920657 /FR0000120578 96,02 –0,20 12,0 101,51 / 77,72 86,10 1,8 11,4 4,95 7,57 12,7 3,3 3,7 114,00 23 6 1

Schneider Electr. 860180 /FR0000121972 128,70 –7,2 –25,8 178,68 / 122,88 150,63 3,0 19,8 5,67 6,88 18,7 2,0 2,4 162,76 13 12 1

Shell A3C99G /GB00BP6MXD84 27,16 7,7 39,8 27,40 / 15,50 20,92 — — 2,45 4,31 6,3 0,8 3,5 30,38 23 4 0

Stellantis A2QL01 /NL00150001Q9 12,66 0,17 –23,6 19,31 / 12,34 16,34 0,7 2,1 4,55 4,27 3,0 8,2 9,0 24,07 20 5 1

TotalEnergies 850727 / FR0000120271 49,94 6,5 11,2 52,89 / 34,33 44,07 1,2 5,1 — 10,45 4,8 5,3 5,8 59,42 18 10 0

UBS Group N A12DFH /CH0244767585 16,23 0,57 2,4 19,21 / 12,65 15,91 1,0 1,0 1,96 2,11 7,7 2,9 3,1 20,92 18 9 1

Unilever plc. A0JNE2 / GB00B10RZP78 42,45 –3,7 –10,3 51,05 / 39,61 45,44 6,4 14,1 2,32 2,47 17,2 404,3 — 4,0 49,55 13 11 2

Vinci 867475 /FR0000125486 90,29 –2,7 –1,5 103,44 / 80,24 91,87 2,2 6,6 4,51 6,48 13,9 3,2 3,9 112,42 21 5 0

Zurich Insur. Grp 579919 /CH0011075394 432,43 0,45 11,9 445,75 / 340,61 398,34 1,8 9,3 32,97 33,68 12,8 4,9 5,5 464,65 15 11 1

DOW JONES

3M 851745 /US88579Y1010 142,32 3,9 –9,9 172,45 / 125,05 150,89 5,7 11,6 9,63 10,13 14,1 4,0 4,0 150,21 1 13 7

American Express 850226 /US0258161092 162,04 –5,7 11,3 175,7 / 124,2 153,25 5,7 9,2 9,53 9,31 17,4 1,1 1,2 186,76 16 14 1

Amgen 867900 /US0311621009 220,20 –0,65 9,0 238,9 / 174,0 197,71 135,1 14,2 9,78 16,63 13,2 3,1 3,3 235,85 9 19 2

Apple Inc. 865985 /US0378331005 148,36 –1,1 –6,4 162,98 / 100,62 140,80 37,5 25,0 5,34 5,83 25,4 0,6 0,6 177,07 36 10 1

Boeing 850471 /US0970231058 142,42 0,72 –20,5 211,35 / 138,7 180,67 — — –6,80 0,57 248,1 — 0,0 219,77 20 5 1

Caterpillar 850598 /US1491231015 205,00 1,5 12,1 218,0 / 160,0 182,84 6,8 16,3 11,25 11,77 17,4 2,1 2,1 227,10 16 11 2

Chevron Corp. 852552 /US1667641005 157,64 5,9 51,6 162,0 / 79,91 111,19 2,2 10,9 7,74 14,35 11,0 3,3 3,4 164,92 16 12 1

Cisco Systems 878841 /US17275R1023 46,92 –1,6 –17,3 56,77 / 40,40 49,52 5,8 15,1 2,74 2,92 16,1 2,7 2,7 56,36 15 14 0

Coca-Cola 850663 /US1912161007 61,03 –0,29 17,3 63,00 / 43,95 51,50 11,2 22,0 2,14 2,35 26,0 2,6 2,7 65,60 21 9 1

Disney Co. 855686 /US2546871060 106,94 0,92 –21,9 162,0 / 105,96 136,61 2,5 29,2 2,16 4,21 25,4 0,0 1,3 165,13 29 8 0

Dow Inc. A2PFRC /US2605571031 64,87 0,56 29,2 66,99 / 46,18 53,04 2,6 7,2 — 7,51 8,6 4,1 4,1 69,97 10 14 1

Goldman Sachs 920332 /US38141G1040 296,75 2,3 –12,9 366,5 / 283,45 328,44 1,0 118,7 — 56,56 36,90 8,0 2,3 2,7 392,50 20 10 0

Home Depot 866953 /US4370761029 283,80 –1,9 –21,8 373,1 / 251,2 306,72 326,2 — 18,3 13,70 14,30 19,8 2,1 2,2 335,73 24 9 2

Honeywell 870153 /US4385161066 187,56 1,2 2,3 199,3 / 154,15 183,76 7,3 22,6 7,53 8,27 22,7 1,9 2,0 210,75 16 11 0

IBM 851399 /US4592001014 129,28 2,6 9,9 130,6 / 101,8 114,20 6,4 9,5 6,04 9,25 14,0 4,8 5,0 133,18 7 12 2

Intel 855681 /US4581401001 42,23 1,6 –7,8 49,95 / 38,20 44,56 2,2 5,7 4,69 3,25 13,0 2,9 3,0 48,71 18 22 8

Johnson & Johnson 853260 /US4781601046 167,26 –2,6 10,5 175,0 / 133,14 149,36 7,1 21,2 7,41 9,13 18,3 2,1 2,3 177,35 14 5 1

JP Morgan Chase 850628 /US46625H1005 117,40 3,7 –16,1 149,88 / 113,0 134,68 1,4 4,8 14,61 10,62 11,1 3,2 3,4 144,98 16 12 2

McDonald’s 856958 /US5801351017 236,75 –0,06 –0,65 243,5 / 182,05 218,45 — 20,3 9,55 9,33 25,4 2,1 2,2 264,79 26 11 1

Merck & Co. A0YD8Q /US58933Y1055 83,50 –0,36 22,6 85,20 / 58,52 69,74 5,8 15,7 4,89 6,91 12,1 3,1 3,2 91,02 17 11 0

Microsoft 870747 / US5949181045 262,50 –0,91 –13,2 310,45 / 195,6 268,66 12,7 27,1 7,66 9,04 29,0 0,9 0,9 341,26 48 4 0

Nike 866993 /US6541061031 111,88 –7,5 –24,9 156,46 / 106,4 133,97 12,5 27,8 3,54 4,41 25,4 1,0 1,1 151,48 28 7 1

FOCUS-MONEY 20/2022

91


moneyanalyse

RECKITT

Preise erhöht

Der Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser ist gut ins neue Jahr gestartet. Das Unternehmen

steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal 2022 auf rund vier Milliarden

Euro – ein Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Reckitt profitierte vor allem

von den Preiserhöhungen und deutlichen Gewinnen in seinem Babynahrungsgeschäft

in den USA. Für 2022 rechnet Reckitt mit einem vergleichbaren Wachstum

am oberen Ende der prognostizierten Spanne von einem bis vier Prozent.

Reckitt Benckiser

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

85

80

75

70

65

60

55

Quelle: Bloomberg

ISIN GB00B24CGK77 Empfohlen am 11.2.2021 Empfehlungskurs 71,68 € Kurs aktuell 75,60 € +/– in % +5,5 Neuer Stopp 64,26 € Kursziel 94,01 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

DOW JONES

Procter & Gamble 852062 /US7427181091 147,64 –3,3 1,8 155,22 / 108,5 132,98 8,3 20,8 5,23 5,56 26,6 2,3 2,3 153,11 13 10 2

Salesforce Inc. A0B87V /US79466L3024 163,34 –2,9 –27,5 273,6 / 157,36 213,51 2,9 27,3 1,41 4,45 36,7 — 0,0 269,26 42 7 0

Travelers Comp. A0MLX4 /US89417E1091 162,60 –1,4 17,4 171,74 / 121,15 143,68 1,6 5,8 13,78 12,62 12,9 2,1 2,2 173,06 4 13 3

UnitedHealth 869561 /US91324P1021 469,85 –6,0 5,1 505,7 / 325,7 406,46 6,1 20,8 17,20 20,50 22,9 1,2 1,2 530,26 23 4 1

Verizon 868402 /US92343V1044 45,36 2,7 –2,0 51,23 / 43,50 46,62 2,4 5,0 5,06 5,13 8,8 5,3 5,4 54,26 9 21 2

VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 195,36 –3,5 1,6 213,2 / 168,0 192,66 11,8 26,3 — 6,83 28,6 0,7 0,7 251,79 37 5 0

Walgreens Boots A12HJF /US9314271084 41,53 –1,5 –9,8 50,50 / 38,52 42,48 1,4 6,8 2,79 4,81 8,6 4,4 4,4 44,24 1 16 3

Walmart Inc. 860853 /US9311421039 145,10 0,18 14,9 148,6 / 112,5 127,27 5,1 17,6 4,77 5,09 28,5 1,3 1,3 149,44 28 8 3

USA WEITERE

Abbott Lab 850103 / US0028241000 106,90 –1,5 –14,9 125,75 / 86,86 109,60 5,6 18,9 3,75 4,62 23,1 1,6 1,7 130,00 16 4 2

Adobe 871981 /US00724F1012 379,60 –2,3 –25,0 621,4 / 364,1 489,60 14,1 35,9 11,08 12,61 30,1 0,0 0,0 516,42 24 7 0

AirBnB A2QG35 /US0090661010 136,04 –8,1 –7,6 185,0 / 106,72 144,44 19,2 40,2 –0,54 2,10 64,9 — 0,0 180,02 18 19 4

Alphabet Inc. A A14Y6F /US02079K3059 2207,50 1,2 –15,0 2699,5 / 1805,4 2429,91 6,0 16,9 106,74 118,32 18,7 — 0,0 3066,82 53 0 0

Altria Group 200417 /US02209S1033 52,99 0,15 27,0 53,63 / 37,76 43,40 — 12,2 1,28 4,61 11,5 6,4 6,7 53,97 6 12 0

Amazon 906866 /US0231351067 2202,00 –6,2 –26,4 3322,5 / 2188,5 2852,91 8,8 25,3 61,65 43,88 50,2 — 0,0 3475,26 57 1 1

American Water A0NJ38 /US0304201033 139,94 –4,4 –16,0 167,85 / 118,1 148,34 3,6 18,6 6,61 4,25 33,0 1,6 1,8 153,40 5 7 4

AT&T A0HL9Z /US00206R1023 18,95 5,6 –13,1 27,84 / 16,95 21,86 0,8 3,4 2,63 2,49 7,6 9,2 7,1 21,15 15 17 2

Bank of America 858388 /US0605051046 35,60 4,7 –9,6 44,32 / 30,98 38,26 1,3 — 3,40 3,16 11,3 2,2 2,4 45,59 18 11 0

Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 303,05 –0,95 14,0 330,15 / 229,3 267,57 — — — 12,66 23,9 — — — 0 0 0

Biogen Inc. 789617 /US09062X1037 190,92 –4,1 –12,3 349,3 / 174,94 223,43 2,6 8,2 9,89 14,91 12,8 — 0,0 232,22 16 17 0

Citigroup A1H92V /US1729674242 48,50 3,1 –9,2 66,00 / 45,73 56,37 0,6 1,7 9,65 6,46 7,5 4,0 4,1 60,21 14 12 1

Coinbase Global A2QP7J /US19260Q1076 109,28 –2,0 –51,4 318,0 /107,4 204,56 3,9 1,9 15,68 1,73 63,1 — 0,0 245,90 23 4 4

Colgate-Palmolive 850667 /US1941621039 72,20 –1,1 –3,7 77,32 / 63,84 69,23 200,6 — 19,3 2,43 2,95 24,5 2,4 2,5 77,64 8 13 3

Comcast A 157484 /US20030N1019 38,04 0,40 –14,8 52,27 / 37,70 45,24 1,9 6,3 2,89 3,38 11,2 2,6 2,7 52,99 24 11 1

eBay 916529 /US2786421030 45,61 –6,2 –22,4 69,73 / 43,46 57,40 4,0 11,8 19,54 3,97 11,5 1,6 1,7 56,66 11 17 0

Eli Lilly 858560 /US5324571083 278,15 0,16 13,2 286,4 / 158,2 228,15 29,8 36,5 5,82 8,07 34,5 1,2 1,3 295,18 16 8 1

Expedia Grp. A1JRLJ / US30212P3038 131,52 –23,7 –17,5 188,28 / 117,56 151,51 10,5 5,5 –1,71 6,77 19,4 — 0,0 199,77 13 19 0

ExxonMobil 852549 /US30231G1022 86,38 7,3 60,3 87,00 / 44,72 60,69 2,3 8,1 5,13 9,01 9,6 3,9 3,9 89,32 10 19 1

General Electric A3CSML /US3696043013 74,30 1,8 –10,3 106,0 / 69,80 86,16 2,2 25,7 –5,86 2,89 25,7 0,4 0,4 100,16 17 7 0

Gilead Sciences 885823 /US3755581036 58,18 3,3 –10,4 65,17 / 52,23 58,84 3,9 6,7 4,69 6,23 9,3 4,7 4,7 66,75 14 15 1

Lockheed Martin 894648 /US5398301094 419,55 2,3 34,3 441,3 / 281,2 335,11 11,7 13,2 21,65 25,52 16,4 2,4 2,6 444,99 8 14 0

LYFT A2PE38 /US55087P1049 20,72 –36,3 –45,2 52,84 / 19,19 38,44 6,6 — –2,87 0,15 140,9 — 0,0 40,23 25 14 1

MasterCard A0F602 / US57636Q1040 334,75 –3,1 5,0 364,05 / 271,05 311,90 48,8 36,7 8,33 9,96 33,6 0,5 0,5 410,20 38 3 1

Medtronic PLC A14M2J /IE00BTN1Y115 98,52 –2,3 6,9 115,0 / 83,64 101,37 3,2 22,3 4,68 5,50 17,9 2,0 2,5 112,12 23 7 0

Meta Platforms A1JWVX /US30303M1027 197,20 0,08 –35,2 324,5 / 162,44 261,99 4,6 10,1 13,10 13,12 15,0 — 0,0 275,05 43 16 2

Moderna A2N9D9 /US60770K1079 134,14 4,0 –38,7 432,65 / 109,74 229,03 3,3 4,2 26,91 25,53 5,3 — 0,0 212,11 10 9 0

Netflix 552484 /US64110L1061 179,00 –1,0 –66,9 617,9 / 177,18 442,18 4,8 213,1 — 10,69 10,64 16,8 — 0,0 294,24 15 32 5

Newmont Corp. 853823 /US6516391066 68,50 –3,2 28,1 79,59 / 45,74 55,50 2,7 13,5 1,39 3,14 21,9 3,1 3,1 75,08 7 15 0

92 FOCUS-MONEY 20/2022


GEBERIT

Solider Start im Jahr 2022

„Wir hatten einen guten Start ins Jahr“, äußerte sich kürzlich Geberit-Chef Christian

Buhl anlässlich der Bilanz zum ersten Quartal 2022. Der Sanitärtechnikkonzern

konnte seinen Umsatz um rund acht Prozent auf 980 Millionen Schweizer Franken

(CHF) erhöhen. Aufgrund der gestiegenen Preise von Rohmaterialien, Energie und

Transport sank der operative Gewinn leicht um 3,7 Prozent auf 303 Millionen CHF.

Dank einer hohen Nachfrage blickt Buhl dennoch optimistisch in die Zukunft.

Geberit

Aktienkurs in

Schweizer Franken

2019 2020 2021 2022

700

600

500

400

300

Quelle: Bloomberg

ISIN CH0030170408 Empfohlen am 5.5.2021 Empfehlungskurs 630,00 CHF Kurs aktuell 549,60 CHF +/– in % –12,8 Neuer Stopp 467,20 CHF Kursziel 594,70 CHF

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Nvidia 918422 /US67066G1040 177,44 0,82 –33,1 307,55 / 110,26 215,78 21,2 85,7 3,82 4,62 38,4 0,1 0,2 296,04 39 6 2

Oracle 871460 /US68389X1054 68,99 –4,4 –11,7 92,56 / 62,00 76,24 — 13,4 4,52 5,00 13,8 1,7 1,8 81,84 8 17 3

PayPal A14R7U / US70450Y1038 81,17 –3,4 –51,7 264,15 / 78,20 166,24 4,8 15,8 3,35 3,70 21,9 — 0,0 114,76 38 16 1

Pepsico 851995 /US7134481081 162,38 –1,0 6,0 169,28 / 118,08 144,33 16,2 24,2 5,46 5,88 27,6 2,3 2,4 172,37 12 8 2

Pfizer 852009 /US7170811035 46,06 –4,5 –9,7 54,50 / 31,49 43,63 3,5 8,3 3,66 6,55 7,0 3,2 3,3 54,54 14 14 0

Philip Morris A0NDBJ /US7181721090 94,62 –2,3 13,3 98,70 / 75,88 86,54 — 12,9 5,55 5,30 17,9 5,0 5,1 103,85 10 7 0

QUALCOMM Inc. 883121 /US7475251036 134,02 –3,4 –18,9 169,8 / 102,24 137,42 11,9 15,1 7,49 8,00 16,8 1,9 1,8 182,59 27 10 0

Snap A2DLMS /US83304A1060 25,82 –9,4 –37,5 71,87 / 21,38 44,80 12,4 143,4 –0,30 0,30 85,2 — 0,0 44,22 36 7 0

Starbucks Corp. 884437 /US8552441094 74,62 5,1 –27,2 107,14 / 70,00 91,12 — 15,4 3,37 2,85 26,2 2,4 2,5 88,19 16 17 1

Tesla A1CX3T /US88160R1014 826,00 –0,72 –13,6 1079,4 / 441,65 803,87 26,4 74,5 4,66 11,32 73,0 — 0,0 927,14 23 10 13

Texas Instruments 852654 /US8825081040 160,08 –3,3 –4,9 177,58 / 142,22 162,31 11,1 17,7 7,86 8,56 18,7 2,6 2,8 173,62 13 16 4

T-Mobile US A1T7LU /US8725901040 122,54 1,4 18,4 126,98 / 89,28 109,23 2,3 8,9 2,29 2,71 45,3 — 0,0 161,23 31 5 1

Twitter A1W6XZ /US90184L1026 48,05 2,8 27,2 62,65 / 28,00 43,51 6,5 64,1 –0,27 0,88 54,4 — 0,0 47,74 2 33 3

UPS 929198 /US9113121068 170,40 –5,0 –9,9 207,3 / 153,25 177,79 10,2 10,4 13,97 12,18 14,0 2,6 3,4 208,54 16 14 2

SCHWEIZ

Adecco Group NA 922031 /CH0012138605 33,59 –8,8 –25,3 63,02 / 33,21 44,60 1,4 7,5 3,60 4,30 7,8 10,8 7,3 51,50 10 7 3

Alcon N A2PDXE /CH0432492467 66,27 –2,4 –15,0 78,59 / 58,06 70,87 1,8 25,4 0,72 2,28 29,1 0,3 0,3 80,90 16 8 2

Clariant NA 895929 /CH0012142631 16,57 2,3 –9,7 19,70 / 13,42 17,52 2,5 18,0 0,83 0,94 17,7 2,5 2,6 19,85 8 12 1

Credit Suisse NA 876800 / CH0012138530 6,39 –1,4 –25,4 9,82 / 5,99 8,41 0,4 0,4 –0,65 0,59 10,8 0,8 2,5 7,63 6 16 7

Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 511,69 –5,4 –28,9 753,05 / 505,9 649,57 9,4 18,9 20,41 19,97 25,6 2,4 2,4 554,74 2 11 10

Georg Fischer NA A3DHG1 /CH1169151003 48,76 –5,6 –27,1 74,77 / 46,87 64,31 2,8 14,3 — 2,66 18,4 2,0 2,1 62,92 7 3 0

Givaudan NA 938427 /CH0010645932 3641,70 –3,2 –21,3 4702,7 / 3334,7 4093,87 8,9 28,4 85,22 95,61 38,1 1,7 1,8 3792,89 6 15 5

Kühne + Nagel NA A0JLZL /CH0025238863 253,62 –4,5 –10,8 352,0 / 216,07 277,47 8,3 12,9 16,28 18,25 13,9 3,8 3,8 280,88 4 9 5

Logitech NA A0J3YT /CH0025751329 59,24 –4,8 –20,2 120,59 / 58,12 75,37 4,4 7,2 3,60 4,35 13,6 1,4 1,7 92,07 12 3 1

SGS NA 870264 /CH0002497458 2396,26 –1,6 –18,5 2969,7 / 2299,7 2662,73 16,7 16,6 78,87 93,39 25,7 3,2 3,3 2691,00 4 16 4

Sonova NA 893484 /CH0012549785 336,27 –1,9 –2,7 388,11 / 244,55 341,85 8,5 29,1 10,48 12,55 26,8 1,2 1,3 371,90 10 8 4

Swatch Inh. 865126 /CH0012255151 224,95 –8,4 –16,5 322,37 / 216,07 258,57 1,0 9,3 14,24 15,92 14,1 1,5 3,1 306,89 16 10 3

Swiss Re NA A1H81M /CH0126881561 75,48 –2,7 –13,4 98,67 / 69,94 84,30 1,1 5,6 4,55 6,99 10,8 7,5 8,0 92,31 9 10 6

VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 272,07 –8,2 –38,0 479,44 / 237,69 370,82 13,3 35,8 6,98 8,73 31,2 1,6 2,2 367,96 7 7 1

ÖSTERREICH

Andritz 632305 /AT0000730007 38,50 –5,1 –15,4 50,45 / 35,90 45,04 2,3 7,2 3,27 3,97 9,7 4,3 4,5 57,80 12 0 0

BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 44,46 –3,0 –17,9 57,75 / 40,44 50,92 1,0 12,7 — 5,66 7,9 17,4 — 7,2 66,48 9 1 0

Erste Group Bank 909943 /AT0000652011 28,83 –8,6 –30,4 44,96 / 24,62 36,74 0,7 2,2 4,17 4,09 7,0 5,2 5,9 42,69 18 4 1

Flughafen Wien A2AMK9 /AT00000VIE62 26,00 –1,7 –2,6 31,90 / 23,90 27,49 1,7 20,6 — 0,67 38,8 — 1,3 29,33 2 4 0

Immofinanz A2JN9W /AT0000A21KS2 22,76 –0,52 0,80 23,26 / 17,23 21,83 0,8 16,1 2,59 0,99 23,0 3,3 3,2 21,59 0 4 3

Lenzing 852927 /AT0000644505 83,00 –5,5 –31,7 134,0 / 82,70 105,61 1,5 5,6 — 5,39 15,4 5,2 2,4 119,39 3 4 0

Mayr-Melnhof 890447 /AT0000938204 154,80 –8,1 –12,1 190,6 / 147,4 171,70 1,9 11,8 — 10,80 14,3 2,3 2,5 177,50 2 2 0

OMV 874341 /AT0000743059 48,15 –2,2 –3,9 58,14 / 37,60 49,29 1,1 2,2 6,40 11,19 4,3 3,8 5,1 56,59 11 9 2

FOCUS-MONEY 20/2022

93


moneyanalyse

BP

Ausstieg aus Russland – na und?

Im jüngsten Quartal verzeichnete das britische Energieunternehmen BP ein Umsatzwachstum

von knapp 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 46,7 Milliarden Euro –

und das, obwohl der Konzern eine Belastung von 24,2 Milliarden Euro für den Ausstieg

aus seinem russischen Geschäft hinnehmen musste. Dabei gab er seine

19,75-prozentige Beteiligung an der russischen Rosneft Oil ab. Der Gewinn von BP

lag im ersten Jahresviertel bei 0,30 Euro je Aktie gegenüber 0,12 Euro im Vorjahr.

BP

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

6

5

4

3

2

Quelle: Bloomberg

ISIN GB0007980591 Empfohlen am 28.4.2021 Empfehlungskurs 3,56 € Kurs aktuell 4,95 € +/– in % +39,0 Neuer Stopp 4,20 € Kursziel 5,84 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

ÖSTERREICH

Palfinger 919964 /AT0000758305 23,80 –2,9 –32,0 39,75 / 21,60 32,69 1,5 10,2 — 1,73 13,7 3,2 2,5 33,41 6 1 0

Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 11,02 –0,09 –57,2 29,84 / 10,11 21,22 0,3 2,7 — 2,19 5,0 6,8 4,8 15,94 8 6 6

Schoeller-Bleckm. 907391 /AT0000946652 53,80 0,19 77,0 55,20 / 28,25 37,62 2,5 36,8 — 2,19 24,6 — 1,9 58,80 2 3 0

Telekom Austria 588811 /AT0000720008 6,83 –0,73 –11,3 8,08 / 6,74 7,38 1,4 3,0 — 0,80 8,5 3,7 4,4 8,38 7 6 0

Verbund 877738 /AT0000746409 88,55 –13,4 –11,1 106,6 / 67,05 92,02 5,6 316,3 — — 4,50 19,7 1,2 2,3 86,22 2 5 8

Voestalpine 897200 / AT0000937503 23,74 –4,7 –26,9 40,36 / 23,68 31,70 0,7 2,6 5,75 4,60 5,2 4,7 5,0 35,33 11 5 3

Wienerberger 852894 /AT0000831706 24,30 –9,7 –24,6 35,50 / 23,20 30,90 1,3 5,4 2,75 3,09 7,9 3,1 3,3 37,17 7 6 0

WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN

Accor 860206 /FR0000120404 30,60 –3,1 8,7 35,67 / 23,50 29,73 1,9 — — 0,36 86,0 — 1,0 34,63 10 8 2

Advantest 868805 /JP3122400009 61,70 –4,9 –25,1 88,04 / 59,74 73,28 5,4 20,8 3,27 4,24 14,6 1,4 2,1 82,09 12 7 1

Akzo Nobel A2PB32 /NL0013267909 80,54 –2,9 –15,9 107,65 / 70,02 92,90 2,6 24,0 4,46 4,89 16,5 2,5 2,6 104,29 15 6 2

Alibaba A117ME /US01609W1027 87,00 –4,7 –11,9 193,3 / 65,65 119,19 1,7 7,1 6,29 7,22 12,0 0,0 0,0 154,34 49 6 2

Anglo American A0MUKL /GB00B1XZS820 42,20 –3,2 16,6 52,00 / 28,60 38,53 1,9 3,3 6,51 6,59 6,4 9,4 6,4 46,77 10 7 2

ANZ Bank 864144 /AU000000ANZ3 17,96 –2,8 1,0 19,19 / 16,41 17,68 1,2 23,6 138,70 — 1,42 12,7 5,4 5,4 19,66 8 7 1

ArcelorMittal A2DRTZ /LU1598757687 26,24 –5,7 –7,8 32,93 / 23,13 28,03 0,5 3,1 12,83 10,93 2,4 1,1 2,1 41,91 19 2 0

Atos 877757 / FR0000051732 24,38 2,3 –33,9 56,82 / 21,01 36,15 0,6 7,5 –27,03 2,41 10,1 3,7 0,5 28,80 5 10 3

BAE Systems 866131 /GB0002634946 8,92 0,22 36,7 10,39 / 5,81 7,28 3,2 10,6 0,64 0,60 14,9 3,3 3,5 9,42 8 10 2

Baidu Inc. A0F5DE /US0567521085 115,80 –4,1 –3,5 174,8 / 92,60 133,12 1,3 13,9 — 6,05 19,2 — 0,0 195,31 40 6 2

Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 7,95 1,3 –23,2 16,98 / 7,10 11,56 1,9 — — –0,48 — — 0,0 13,69 9 12 1

Bank of China A0M4WZ /CNE1000001Z5 0,36 –4,4 12,8 0,38 / 0,29 0,32 0,4 0,6 0,10 0,10 3,5 7,7 9,1 0,48 21 3 0

Barclays 850403 /GB0031348658 1,77 –0,56 –22,3 2,66 / 1,70 2,19 0,4 0,6 0,43 0,32 5,6 4,0 5,0 2,67 14 11 0

Barrick Gold 870450 / CA0679011084 21,26 –1,6 31,2 23,94 / 15,08 18,16 1,6 8,1 1,08 1,11 19,2 3,5 2,5 26,78 18 5 0

BHP Group 850524 /AU000000BHP4 31,09 –2,8 17,0 36,41 / 22,00 28,35 3,3 6,1 212,14 — 4,12 7,5 10,7 10,3 32,65 7 13 4

BYD CO A0M4W9 /CNE100000296 27,68 0,69 –6,8 36,74 / 14,12 28,69 5,9 8,9 — 0,34 82,1 0,1 0,1 39,15 28 1 1

Capgemini 869858 /FR0000125338 186,40 –5,1 –13,8 219,9 / 148,1 194,24 3,8 12,8 6,66 10,15 18,4 1,0 1,5 233,30 20 3 1

China Life A0M4XJ /CNE1000002L3 1,36 –1,1 –6,5 1,77 / 1,30 1,46 0,6 0,6 — 0,25 5,3 6,7 6,6 1,99 19 8 1

China Mobile 909622 /HK0941009539 6,11 –0,63 17,3 6,45 / 4,99 5,56 0,7 2,6 0,81 0,84 7,3 6,7 8,5 8,86 32 1 0

CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 6,62 –0,75 16,0 7,00 / 5,53 6,11 0,4 4,0 — 1,07 6,2 4,6 5,3 8,80 10 0 0

CSL 890952 /AU000000CSL8 180,02 –2,3 –4,3 203,35 / 152,3 182,30 6,5 23,8 4,96 4,73 38,1 1,2 1,1 208,96 13 2 0

Engie A0ER6Q / FR0010208488 11,12 –1,9 –15,2 14,60/9,80 12,44 0,7 4,3 — 1,38 8,0 7,6 8,2 16,66 20 3 0

Equinor ASA 675213 /NO0010096985 33,57 2,7 41,3 36,50 / 15,75 24,82 2,6 4,0 2,50 5,16 6,5 1,8 4,1 32,80 10 15 6

Ericsson B 850001 / SE0000108656 7,55 –2,2 –22,4 11,64 / 6,79 9,39 2,4 6,7 0,65 0,73 10,3 2,8 3,7 10,64 18 10 1

Eurofins Scientific A2QJCT /FR0014000MR3 83,16 –7,5 –24,9 129,2 / 78,53 101,92 4,4 11,9 3,90 3,66 22,7 0,8 1,2 101,76 10 8 2

Ferrari N.V. A2ACKK / NL0011585146 188,90 –7,7 –16,7 247,2 / 160,0 201,19 16,6 27,2 4,50 4,81 39,2 0,7 0,8 220,46 9 9 3

Franco-Nevada A0M8PX /CA3518581051 143,15 –1,9 20,6 157,95 / 108,95 127,20 4,6 30,1 3,64 3,68 38,9 0,8 0,8 164,85 11 8 0

Generali 850312 /IT0000062072 17,97 –0,11 –3,6 21,35 / 15,61 18,26 1,0 — 1,78 1,85 9,7 2,6 6,2 20,02 6 18 4

Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 5,63 –3,4 24,0 6,51 / 3,34 4,69 1,9 7,0 0,35 1,29 4,4 3,9 11,1 6,92 14 3 0

Heineken A0CA0G /NL0000009165 91,56 –2,1 –8,1 104,35 / 77,86 92,82 3,0 12,6 5,77 4,37 20,9 1,4 1,7 102,63 12 10 5

94 FOCUS-MONEY 20/2022


ORSTED

Gewinn je Aktie fast verfünffacht

Der Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie Orsted blickt auf einen erfolgreichen

Start in das Jahr 2022 zurück. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,77 Euro gegenüber

0,38 Euro im Vorjahreszeitraum. Auf der Umsatzseite standen 4,54 Milliarden

Euro in den Büchern, damit eine Steigerung um knapp 80 Prozent. Die Dänen

profitieren dabei von einem diversifizierten Portfolio: Weltweit entwickelt, baut und

betreibt Orsted Windparks, Solarparks, Energiespeicher sowie Bioenergieanlagen.

Orsted

Aktienkurs in Euro

2019 2020 2021 2022

160

120

80

40

Quelle: Bloomberg

ISIN DK0060094928 Empfohlen am 11.3.2020 Empfehlungskurs 89,94 € Kurs aktuell 98,71 € +/– in % +9,8 Neuer Stopp 83,90 € Kursziel 121,30 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 21 Gewinn 22 KGV 22 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.21 52 Wochen Linie je Aktie je Aktie Rendite 21 Rendite 22 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Hennes & Mauritz 872318 /SE0000106270 11,30 –6,7 –34,7 21,19 / 11,30 15,95 3,2 4,4 — 0,67 16,9 5,5 5,9 14,93 12 12 10

Hon Hai A2N7M5 /US4380908057 6,55 –1,5 2,3 7,75 / 5,75 6,54 2,0 — 0,64 0,68 9,6 3,9 5,3 8,81 16 8 0

Honda Motor 853226 /JP3854600008 24,97 –0,44 1,5 28,34 / 23,41 25,71 0,6 5,5 2,94 3,22 7,8 3,3 3,8 29,96 14 8 1

ICBC A0M4YB /CNE1000003G1 0,54 –3,5 11,4 0,57 / 0,45 0,50 0,4 1,0 0,14 0,14 3,8 7,0 8,1 0,75 25 3 0

Just Eat Takeaway A2ASAC / NL0012015705 20,44 –21,4 –56,1 83,07 / 20,44 52,33 0,3 — –5,61 –3,41 — — 0,0 66,88 17 4 1

LG Electronics 576798 /US50186Q2021 20,80 ±0,0 –13,3 30,60 / 19,60 23,19 0,3 — 1,7 — 6,33 3,16 3,3 6,6 1,5 2,3 60,46 30,23 24 3 2

MTN Group 897024 /ZAE000042164 9,75 –5,3 3,3 12,67 / 5,45 9,16 2,7 4,4 0,44 0,77 12,7 1,8 2,4 13,34 8 3 2

Naspers 906614 /ZAE000015889 85,40 –12,1 –36,8 196,0 / 83,95 133,30 1,5 533,8 — 6,82 12,26 7,0 0,7 0,9 178,70 13 1 0

National Grid A2DQWX /GB00BDR05C01 14,05 –2,4 8,1 14,75 / 10,22 12,23 2,1 11,3 0,76 0,82 17,2 4,3 4,4 13,47 7 7 2

NEL A0B733 /NO0010081235 1,30 –6,1 –14,2 2,14 / 1,05 1,50 3,7 — — –0,03 — — 0,0 1,68 10 6 8

Newcrest Min. 873365 /AU000000NCM7 17,64 –2,8 14,6 19,71 / 13,47 15,96 1,5 6,6 1,35 0,97 18,1 2,6 0,9 20,03 7 8 1

Nintendo 864009 /JP3756600007 423,20 –3,4 2,6 515,8 / 366,6 422,54 3,5 11,3 26,68 27,10 15,6 3,2 3,3 508,22 14 6 2

Nippon Tel. & Tel. 873029 /JP3735400008 27,86 ±0,0 15,9 28,70 / 21,00 24,84 1,7 4,7 2,31 2,49 11,2 3,0 3,2 29,80 15 6 0

Nokia 870737 /FI0009000681 4,82 –0,48 –13,5 5,75 / 3,91 5,02 1,5 10,3 0,29 0,39 12,5 2,1 2,2 6,19 20 10 1

Nordea Bank A2N6F4 /FI4000297767 9,34 –2,8 –13,1 11,39 / 8,01 10,29 1,2 3,3 0,95 0,92 10,1 7,4 7,0 11,38 17 10 2

Orange 906849 /FR0000133308 11,47 2,9 22,1 11,68 / 8,97 9,99 1,1 2,7 0,00 1,10 10,4 7,0 6,2 12,19 17 8 3

Panasonic Hold. 853666 /JP3866800000 8,65 1,4 –9,3 11,98 / 8,01 9,79 1,0 5,5 0,76 0,79 10,9 2,6 2,7 11,26 11 7 1

Powercell Sweden A14TK6 /SE0006425815 13,82 –3,9 –24,5 24,85 / 11,16 17,58 20,9 — — –0,12 — — 0,0 21,42 1 2 0

Reliance Ind GDR 884241 /US7594701077 65,20 –3,6 16,4 70,20 / 42,90 57,41 4,7 203,8 — 2,28 2,90 22,5 0,3 0,4 69,67 27 9 4

Samsung El. St.GDR 896360 /US7960508882 1235,00 –2,4 –15,4 1540 / 1200 1353,90 32,9 — 149,7 — 109,32 136,30 9,1 2,2 2,2 1742,22 41 2 0

Sibanye-Stillwater A2PWVQ /ZAE000259701 2,92 –12,8 7,4 4,89 / 2,50 3,29 1,7 4,3 0,67 0,77 3,8 9,7 9,3 4,45 8 3 0

Siemens Gamesa A0B5Z8 /ES0143416115 14,23 –6,7 –32,3 29,04 / 14,20 20,26 2,6 12,8 — –0,63 — — 0,0 18,91 10 11 7

Softbank 891624 /JP3436100006 37,95 –4,7 –8,3 76,74 / 32,76 44,95 0,8 17,6 2,25 3,96 9,6 0,8 0,9 59,59 18 2 0

Sony 853687 /JP3435000009 80,34 –0,99 –28,1 119,32 / 75,00 96,18 1,8 10,0 5,12 5,14 15,6 0,6 0,6 118,22 22 3 0

Takeda Pharm. 853849 /JP3463000004 27,65 1,9 15,6 29,67 / 23,41 26,40 1,1 5,9 3,05 3,38 8,2 4,8 4,8 31,35 8 9 0

Telefónica 850775 /ES0178430E18 4,71 0,81 21,8 5,00 / 3,47 4,05 1,2 18,1 — 0,36 13,1 5,9 6,4 4,83 13 16 5

Telia Comp. 938475 /SE0000667925 3,85 –2,9 11,9 3,97 / 3,12 3,55 1,9 6,0 — 0,16 24,4 5,0 5,2 3,78 7 11 10

Tencent A1138D /KYG875721634 42,23 –5,6 –15,5 66,90 / 33,75 50,15 3,5 16,0 3,31 1,91 22,2 0,5 0,5 59,48 62 5 3

Tomra Systems 872535 /NO0005668905 35,00 –6,8 –45,2 63,96 / 34,95 49,97 8,5 28,9 0,74 0,78 44,6 1,7 1,2 40,61 1 7 2

Toyota 853510 /JP3633400001 16,77 3,1 3,8 18,78 / 12,43 15,99 1,3 11,8 1,52 1,60 10,5 2,5 2,9 18,73 18 7 0

Ubisoft Entert. 901581 /FR0000054470 47,60 9,1 13,0 62,96 / 33,97 46,80 3,4 5,9 2,18 2,32 20,5 0,0 0,0 59,84 16 8 3

Umicore A2H5A3 /BE0974320526 39,22 6,3 9,2 60,40 / 31,98 43,40 3,0 7,8 2,56 2,29 17,1 2,0 2,1 38,10 3 13 7

Vestas Wind Sys. A3CMNS /DK0061539921 23,19 –5,0 –12,5 38,40 / 20,10 29,06 6,0 23,4 0,17 –0,08 — 0,2 0,2 25,93 10 14 8

Vodafone A1XA83 /GB00BH4HKS39 1,46 –0,49 8,6 1,68 / 1,27 1,44 0,7 2,6 0,10 0,12 12,6 6,2 6,2 1,93 20 3 2

Volvo B 855689 /SE0000115446 14,85 –3,4 –27,4 22,78 / 14,38 18,95 2,0 9,4 1,54 1,65 9,0 14,5 — 6,9 21,44 19 5 2

Wheaton Prec. Met. A2DRBP /CA9628791027 41,61 –2,1 12,4 47,80 / 31,77 38,10 3,2 23,2 1,59 1,40 29,8 1,3 1,4 53,85 15 2 0

Woodside Petroleum 855377 /AU000000WPL2 20,96 –0,10 52,4 24,00 / 11,85 16,20 1,6 5,6 194,16 — 3,15 6,7 6,1 10,0 22,68 10 4 0

Zijin Mining A0M4ZR /CNE100000502 1,30 –6,4 25,6 1,65 / 0,96 1,21 3,0 9,3 0,09 0,13 9,9 1,3 3,5 1,96 16 1 0

FOCUS-MONEY 20/2022

95


moneyanalyse

ETFs

JPM-EUROZONE-RESEARCH-ENHANCED-INDEX

Solides Kerninvestment

Nach dem J.P.-Morgan-Europe-Research-Enhanced-Index-Equity-(ESG-)UCITS-ETF

hat J.P. Morgan Asset Management ein vergleichbares Produkt für die Euro-Zone

aufgelegt. Die aktiv gemanagten Research-Enhanced-Index-(REI-)ETFs gelten als

kostengünstige Bausteine für Core-Allokationen. Doch im Gegensatz zu passiven

Produkten etwa auf den Euro-Stoxx-50 können die REI-ETFs von den Chancen

eines aktiven Managements profitieren und somit den Gesamtmarkt schlagen.

Euro-Stoxx-50

Kurs-Index in Punkten

4000

3500

3000

2500

2000

2012 13 14 15 16 17 18 19 20 21 2022

Quelle: Bloomberg

WKN A3DEH3 Anbieter JPMorgan ETFs (Ireland) ICAV Referenz-Index Eurozone-Research-Enhanced-Index Ertragsverwendung thes. Nachbildungsart physisch Kosten p. a. 0,25 %

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

iShares Core DAX 593393 0,16 T 116,16 –9,0 3,2 1,3

Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 131,08 –8,9 3,4 1,3

Deka DAX ETFL01 0,15 T 122,94 –8,9 3,3 1,3

iShares TecDAX 593397 0,51 T 27,34 –11,0 1,5 7,1

Deka MDAX ETFL44 0,30 T 275,80 –10,2 3,7 2,7

Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 48,81 –10,0 3,7 —

Lyxor SDAX ETF005 0,70 A 114,80 –17,3 3,6 3,4

Xtrackers ATX DBX0KJ 0,25 T 55,55 –1,6 2,6 3,1

Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,30 A 121,12 14,8 12,1 8,9

Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 74,50 15,0 16,3 —

Invesco S&P 500 A1CYW7 0,05 T 744,00 15,2 — —

iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 402,32 14,9 16,3 14,6

Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 297,75 8,7 21,3 19,9

Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,07 T 110,61 12,9 16,2 14,3

Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,30 T 251,95 –4,8 8,3 7,9

Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,09 A 38,76 12,1 4,4 —

iShares Core FTSE 100 552752 0,07 A 8,60 12,2 4,3 4,5

Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 64,72 2,7 7,2 5,9

Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 96,86 2,0 6,9 5,8

Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,09 A 20,32 –10,5 4,4 5,9

iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,15 T 41,48 –4,3 4,0 4,1

Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,15 A 28,72 –3,7 4,4 —

Lyxor Japan (TOPIX) (DR) A0ESMK 0,45 A 135,43 –4,3 3,5 3,3

Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 13,81 –30,6 –5,9 1,6

Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 13,88 –8,9 8,9 11,1

iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 4,56 –10,8 6,3 7,7

Lyxor MSCI India LYX0BA 0,85 T 23,54 25,1 10,9 8,7

Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,19 T 80,01 9,7 12,8 11,0

Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,22 A 101,08 7,1 11,4 —

SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,40 T 164,20 7,1 11,3 10,4

iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 5,99 –0,4 9,3 —

Amundi Prime Global A2PBLJ 0,05 A 26,50 9,3 12,6 —

VanEck Vec. Sust. World Equal Weight A12HWR 0,20 A 27,24 5,5 10,8 —

Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 84,28 –5,3 4,4 3,0

iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,10 A 37,05 –5,0 4,6 3,1

iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 43,20 1,7 6,6 4,9

Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,12 A 41,69 –4,9 4,4 3,2

Lyxor MSCI EMU Small Cap (DR) LYX0W3 0,40 A 340,90 –2,7 8,2 —

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 71,01 3,2 6,4 4,8

iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 27,18 3,1 6,4 4,9

Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,30 T 52,88 –7,7 6,6 5,0

Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 33,23 –12,7 3,8 5,1

Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 48,20 –9,4 2,6 —

ComStage MSCI Emerging Markets ETF127 0,14 A 43,65 –9,1 2,9 4,3

iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 28,59 –7,2 3,6 5,1

Lyxor MSCI Emerging Markets Asia LYX0YF 0,12 T 9,60 –12,5 4,0 —

Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 13,25 12,7 –1,2 0,8

iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 9,71 –3,9 11,6 12,4

iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 57,63 11,0 15,0 13,4

iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 10,38 –0,4 26,9 20,0

iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 6,94 –19,7 4,0 8,1

VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 35,52 13,4 22,6 11,6

Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 44,47 18,5 15,4 11,9

iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 6,80 –17,8 6,7 8,2

Lyxor MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 490,25 11,6 22,0 21,1

iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 16,77 18,1 25,0 23,6

Lyxor New Energy LYX0CB 0,60 A 38,41 –1,5 17,1 14,2

VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 29,80 –15,0 — —

iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 30,15 9,1 7,0 5,8

SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 65,67 17,7 12,4 11,4

SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 20,98 –4,4 0 0,4

Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 35,66 14,0 8,0 8,1

iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,30 T 53,01 3,4 12,4 13,6

iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,30 T 33,62 10,2 7,2 6,0

VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 44,75 3,4 13,2 13,1

UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 117,40 7,4 12,9 11,2

Lyxor MSCI Water ESG Filtered LYX0CA 0,60 A 52,37 2,3 12,5 8,9

BNP Paribas Easy Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 15,00 8,3 — —

iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 6,54 1,0 6,2 —

iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 56,22 0,9 8,9 6,9

UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,12 A 26,46 17,3 13,7 —

UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 158,76 9,8 16,0 14,4

iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 6,83 –3,6 4,9 5,8

BNP Paribas Easy Low Carb. 100 Eu. A2DPX9 0,30 T 207,05 2,9 6,1 —

Arero Der Weltfonds DWS0R4 0,50 T 255,50 7,7 8,2 6,5

Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 260,10 –1,7 5,6 4,6

96 FOCUS-MONEY 20/2022


Zertifikate

PARTIZIPATIONSZERTIFIKAT

Vom Rohölanstieg profitieren

Die EU-Kommission will kein russisches Rohöl mehr importieren. Das ist eine Absichtserklärung,

brachte den Preis für den Energieträger aber auf Trab. Das Partizipationszertifikat

der Deutschen Bank, X-pert-Quanto-Zertifikat auf Nymex-Light-

Sweet-Crude-Oil, kletterte über 100 Euro. Steigen die Öl-Futures an, machen kun -

dige Anleger mit dem Papier Gewinne. Das Zertifikat ist im Basisinformationsblatt

des Emittenten mit dem Risikoindikator 6 von 7 bewertet. Vorsicht: Emittentenrisiko.

X-pert-Quanto-Zertifikat auf

Nymex-Sweet-Crude-Oil Kurs in Euro

2021

JAN

2022

JAN

MAI

100

80

60

40

Quelle: Bloomberg

WKN DC84MT Emittent: Deutsche Bank Laufzeit: endlos Kurs aktuell 101,56 € Währungsgesichert: ja Bezugsverhältnis 1,00 Stoppkurs zur Verlustbegrenzung: 85 €

Stand: 5.5.22

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung p.a. in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung p.a. in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

THEMENZERTIFIKATE

Aqua Index (VON) VF55L2 152,93 –4,4 –11,1 2,0 Open End

Baix (HVB) HVB4BY 94,93 –11,0 –20,0 –15,8 Open End

Bauwirtschaft Basket (RCB) RCB9FM 10,44 –12,5 –13,6 –18,6 Open End

Belt and Road (VON) VF5Y6S 95,89 –11,2 –12,1 –16,7 Open End

Bitcoin (VON) VQ63TC 339,10 –3,3 –36,0 –29,2 Open End

China Policy (VON) VZ60CP 155,30 –12,4 –16,6 –22,3 Open End

Circular World (VON) VE85VQ 182,01 –5,0 –14,4 2,7 Open End

Digital Marketplaces (VON) VN19ER 191,50 –15,2 –24,2 –20,5 Open End

EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 54,25 –9,3 –15,0 –8,8 Open End

Erix (SOG) SG1ERX 194,00 6,4 –9,9 –10,6 Open End

ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 99,62 –2,2 –13,9 –6,6 Open End

FTSE EPRA/NAREIT Germany(HVB) HV2CFJ 16,46 –26,8 –31,6 –28,2 Open End

Gene Therapy (VON) VA3BPR 102,10 5,3 –13,5 –1,1 Open End

Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 204,67 19,3 –3,9 7,0 Open End

Green Invest (ERG) EB013Z 14,80 –4,8 –8,8 –1,2 Open End

Impact for Good (VON) VA9QNW 145,44 –6,6 –18,7 –14,0 Open End

Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 204,20 –16,8 –19,5 –10,6 Open End

NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 444,29 0,8 –7,6 –2,2 Open End

Smart Farming (VON) VA8HXD 143,68 4,0 –3,6 –3,2 Open End

Smart Mobility (UBS) UBS0SM 150,92 –2,6 –16,1 –2,2 Open End

Solactive 3D-Printing (UBS) UBS13D 125,78 –19,2 –42,2 –36,2 Open End

Solactive 5G (VON) VA9H37 154,90 –1,8 1,3 7,2 Open End

Solactive Artificial Intelli. (VON) VL3SJB 227,60 –13,1 –22,7 –3,2 Open End

Solactive Batt. En. Storage (VON) VL53BE 220,30 –2,0 –20,6 4,4 Open End

Solactive Best Age (HVB) HV3AGE 31,24 –1,8 –3,8 4,2 Open End

Solactive Blockchain Tech. (VON) VL9NBT 153,80 –8,0 –12,3 –10,4 Open End

Solactive BRIC E-Comm. (HVB) HV1BEC 22,45 –22,3 –37,4 –40,2 Open End

Solactive China Internet (VON) VP6CJ5 72,00 –14,2 –24,2 –39,8 Open End

Solactive Cyber Security (VON) VS5ZCS 326,30 6,7 –7,9 42,4 Open End

Solactive Dt Maschinenb. (HVB) HV3DMB 17,61 –17,2 –23,1 –5,0 Open End

Solactive German M&A (HVB) HU5JPC 36,03 –11,0 –17,9 –16,9 Open End

Solactive Gl. Family Owned (UBS) UBS1FA 144,17 1,0 –0,5 6,1 Open End

Solactive Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 159,50 3,8 –12,6 –9,6 Open End

Solactive Home Office Tech.(VON) VP796R 111,50 –10,8 –24,4 –5,5 Open End

Solactive Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 220,20 –13,0 –23,0 –8,7 Open End

Solactive Innovat. Technol. (UBS) UBS1RU 224,61 –6,4 –28,0 –14,2 Open End

Solactive Robot. a. Drones (UBS) UBS0RD 235,54 –13,8 –29,4 –26,2 Open End

Solactive Smart Grid (VON) VT0DSG 301,00 1,4 –12,1 –1,0 Open End

Solactive Social Media (VON) VZ6ASM 220,70 –10,6 –27,7 –28,2 Open End

Solactive Uranium Mining (SOG) SH02Q8 9,06 28,9 — — Open End

Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 27,34 –3,2 –0,4 –18,8 Open End

STRATEGIEZERTIFIKATE

CROCI Euro (DB) DB091Z 331,58 –6,7 –7,3 –0,2 Open End

CROCI Germany (DB) DB0WKS 279,17 –6,5 –10,6 –4,5 Open End

DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 68,41 –8,3 –18,3 –12,7 Open End

DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 82,75 –7,5 –18,4 –12,6 Open End

DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 68,81 –9,6 –10,7 –5,9 Open End

DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 64,79 –9,0 –13,8 –7,4 Open End

Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 119,19 –6,0 –12,9 –5,0 Open End

Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 167,12 –3,4 8,6 –2,7 Open End

European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 1838,27 3,1 2,0 9,1 Open End

Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 202,12 15,3 –4,8 –9,0 Open End

Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 349,32 1,5 5,5 10,7 Open End

RADA Strategy Dax (UBS) UB0C7S 180,48 –1,5 –9,7 –4,5 Open End

RADA Strategy E. Stoxx 50 (UBS) UB0C7T 150,11 –1,2 –9,7 0,1 Open End

Solactive Europ. Buyback (SG) A12V1Y 18,80 –1,8 –3,1 5,0 Open End

Solactive High Div Low Vol (VON) VZ7HDL 124,10 –6,3 –12,2 3,0 Open End

Solactive Value Investoren (UBS) UBS1SV 296,68 0,8 –4,0 5,0 Open End

REGIONENZERTIFIKATE

Next-11 (GS) GS8N11 136,14 5,5 4,1 10,0 Open End

S&P SMIT 40 (HVB) HV72PR 13,42 11,7 8,3 14,8 Open End

Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 120,87 –8,7 –16,2 –5,8 Open End

ROHSTOFFZERTIFIKATE

Bloomberg Commodity (RCB) RCB9UP 12,54 31,2 41,4 63,7 Open End

Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 140,02 20,6 31,5 46,7 Open End

Brent Oil (SOG) CU0L1S 111,82 35,9 57,7 107,3 Open End

CO2-Emissionsrechte (SOG) SD54UU 86,36 –8,4 47,6 — Open End

Gold Quanto (DB) DB0SEX 149,76 4,2 2,9 1,6 Open End

Kupfer Quanto (DZ) DZ0CDD 70,15 –6,6 –1,4 –10,0 Open End

Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 63,44 63,8 93,3 201,4 Open End

Silber (Quanto) (HVB) HV2XAG 15,21 –2,3 –12,4 –27,3 Open End

EMITTENTEN: BNP BNP Paribas

DB Deutsche Bank

DZ Bank

ERG Erste Group

GS Goldman Sachs

HVB HypoVereinsbank

LEO Leonteq

MS Morgan Stanley

RCB Raiffeisen Centrobank

SOG Société Générale

UBS UBS

VON Vontobel

FOCUS-MONEY 20/2022

97


moneyinside

Andis

Börsen-

Barometer

ANDREAS KÖRNER, REDAKTEUR FOCUS-MONEY

Warum der Adler abstürzte

ANLEGER, DIE AKTIEN VON IMMOBILIENFIRMEN KAUFEN,

streben überdurchschnittliche Sicherheit durch das Betongold

in deren Bestand an sowie einen gewissen Ausgleich der Inflation

dank steigender Mieteinnahmen. Automatisch und in jedem

Fall gibt es beides aber auch in der Boombranche nicht –

wie der Fall Adler Real Estate eindrucksvoll zeigt.

Die Aktien des SDax-Werts mit operativem Schwerpunkt in

Berlin sind vom Hoch um bis zu 77 Prozent abgestürzt (siehe

auch FOCUS-MONEY 19/2022). Der Einbruch fiel auch deshalb

so heftig aus, weil von den Aktien lediglich 3,28 Prozent frei

handelbar sind („Free Float“) und 96,72 Prozent der Luxemburger

Muttergesellschaft Adler Group S.A. gehören.

So wie im Fall Wirecard hat die britische Investmentfirma Viceroy

des Leerverkäufers Fraser Perring den Stein ins Rollen gebracht.

Viceroy wirft Adler unter anderem vor, die Bilanz künstlich aufgebläht

zu haben und Geld aus übernommenen Firmen abzuziehen.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG haben dem Unternehmen das

Testat der Bilanz verweigert. Adler selbst wies die Anschuldigun-

gen zurück und nannte die Corona-Pandemie als Auslöser der

Misere. Fragt sich nur, warum die die Kurse anderer Immobilienkonzerne

nicht oder nur deutlich weniger nach unten zog. Kleiner

Trost: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat – anders als bei

Wirecard – versprochen, den Fall gründlich zu untersuchen.

Doch selbst wenn keinerlei Betrug oder Unregelmäßigkeiten

vorliegen, sollten Anleger sich bewusst machen, dass ihnen Bestandsimmobilien

oft nicht den gewünschten Schutz bieten.

Denn falls die Schulden, wie im Fall Adler, im Verhältnis zum

Portfolio-Wert sehr hoch sind, sichern die Objekte erst einmal

die Kredite der Banken ab. Auch entfällt ein bedeutender Teil des

Geschäfts der Branche auf die Entwicklung von Projekten – ein

oft unsicheres Feld, bei dem erst nach langer Zeit Mieten fließen.

Häufig wird auch übersehen, dass der Gesetzgeber selbst

dazu beiträgt, dass die Bilanzierung von Immobiliengesellschaften

Risiken birgt. So werden diese Firmen durch den europäischen

Rechnungslegungsstandard IFRS dazu gezwungen,

Bewertungsgewinne, die nur auf dem Papier stehen und die

Zahlen besser aussehen lassen, jedes Jahr auszuweisen, beim

US-Standard GAAP ist das gar nicht zulässig.

BÖRSENTERMINE von Donnerstag 12.5. bis Mittwoch 18.5.2022

Donnerstag

Siemens: An diesem Tag berichtet der

Technologiekonzern mit Hauptsitz

München über die Entwicklung im

zweiten Quartal des bei Siemens

traditionell versetzten Geschäftsjahrs.

RWE: Wie es im ersten Jahresviertel

beim Essener Energieversorger

gelaufen ist, erfahren die Anteilseigner

heute. Analysten loben den konsequenten

Ausbau regenerativer Energien.

Volkswagen: Der Autoriese aus

Wolfsburg hält an diesem Datum seine

Jahreshauptversammlung ab. Dort

werden sicher die aktuellen Lieferengpässe

ein wichtiges Thema werden.

Freitag

Fresenius: Nichts mit Schnittchen auf

der HV des Dialysespezialisten, sie findet

virtuell statt. Dort wird u. a. über „erneute

Ermächtigung zum Erwerb und zur

Verwendung eigener Aktien“ abgestimmt.

Deutsche Telekom: Seit Ende 2013

bewegt sich die Aktie im Korridor zwi -

schen 10 und 20 Euro. Vielleicht läuten

die Q1-Zahlen ja eine Zeit ein, in der sie

endlich die obere Marke knackt.

Montag

Jungfraubahn: Nach einer sehr

erfolgreichen Wintersaison lädt die

Jungfraubahn zur jährlichen Hauptversammlung.

Automilliardär Martin Haefner

hat seine Position derweil vergrößert.

Vantage Towers: Die Vodafone-Tochter

Vantage Towers ist einer der größten

Betreiber von Sendemasten in Europa.

Heute verkündet der Konzern seine

Jahresergebnisse.

Global Fashion Group: Wie ist der

E-Commerce-Modehändler in das

aktuelle Geschäftsjahr gestartet? Die

heutigen Q1-Zahlen liefern wichtige

Antworten.

Dienstag

Software AG: Die Baader Bank ruft als

Kursziel 42 Euro auf, derzeit liegt die

Aktie bei um die 30 Euro. Neue Impulse

für einen Kursanstieg könnten von der

heutigen Hauptversammlung ausgehen.

Walmart: Der größte private Arbeitgeber

der Welt präsentiert das erste

Quartal. Stellen sich die Analystenschätzungen

beim Gewinn je Aktie

von 1,47 US-Dollar als wahr heraus?

Mittwoch

Aareal Bank: Nehmen die Aktionäre

das Kaufangebot der Beteiligungsfirma

Atlantic Bidco an? Zeit bleibt bis zum 24.

Mai. Auf der HV wird sich der Vorstand

den Fragen der Anteilseigner stellen.

Deutsche Börse: Der Dax-Konzern

verdient so viel wie noch nie. Die Aktie

notiert dicht an ihrem Allzeithoch. Für

den Vorstand wird das heutige Aktionärstreffen

zum Heimspiel.

SAP: Firmenchef Christian Klein hat

mehrere Baustellen zu meistern – maue

Zahlen, müde Aktie und der Weggang

von Finanzvorstand Luka Mucic. Einiges

an Zündstoff auf der heutigen HV.

98 Fotos: Telekom, Bloomberg

FOCUS-MONEY 20/2022


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