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Pädagogik für Dich – Neustart

Es gibt kleine und große Neubeginne, einschneidende und kaum spürbare Veränderungen in unserem Leben. Verbunden ist jeder Neustart mit Risiken, Unsicherheiten, aber auch mit Vorfreude, Motivation und vielen Chancen. Wie erleben Kinder den Neustart in der Kita und wie kannst du sie dabei unterstützen? Welche innovativen Wege kannst du als Fachkraft bei der Auswahl eines Arbeitgebers gehen und was bedeutet die Columbusenergie für dich persönlich? Wie sehen die "Macher" der Kitafachkräfteverbände ihren Neustart und was kannst du verändern, wenn du an deiner Berufswahl zweifelst? Welche Chancen bietet eine Waldgruppe? Diese und viele weitere Themen beinhaltet unsere kostenfreie Online-Schnupperausgabe von Pädagogik für DICH, die du hier gleich lesen kannst.

Es gibt kleine und große Neubeginne, einschneidende und kaum spürbare Veränderungen in unserem Leben. Verbunden ist jeder Neustart mit Risiken, Unsicherheiten, aber auch mit Vorfreude, Motivation und vielen Chancen. Wie erleben Kinder den Neustart in der Kita und wie kannst du sie dabei unterstützen? Welche innovativen Wege kannst du als Fachkraft bei der Auswahl eines Arbeitgebers gehen und was bedeutet die Columbusenergie für dich persönlich? Wie sehen die "Macher" der Kitafachkräfteverbände ihren Neustart und was kannst du verändern, wenn du an deiner Berufswahl zweifelst? Welche Chancen bietet eine Waldgruppe?

Diese und viele weitere Themen beinhaltet unsere kostenfreie Online-Schnupperausgabe von Pädagogik für DICH, die du hier gleich lesen kannst.

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Pädagogik

DeinlebendigesFachmagazin

praxisnah -klar-ermutigend

Neustart

LassdeinenPioniergeistwirken

ElternundKindergutbegleiten

UnterwegsineineneueÄrafrühkindlicherBildung

www.W ir-Bauen-Bruecken.com

www.Paedagogik-Fuer-Dich.com

Ausgabe01|2022

1.Jahrgang


Auch pädagogische Fachkräfte brauchen Urlaub

Wie wäre es mit Erholung in der Heimat?

Unser Hotel befindet sich in Aschau im Chiemgau, direkt unterhalb

vom Schloss Hohenaschau und gegenüber der Kampenwandbahn.

Perfekter Ausgangspunkt für Gleitschirmflieger, Wanderer, Kletterer,

Mountainbiker und alle Ruhesuchende.

Genießen Sie Kultur, lebendige und intakte Bergwelt, sowie den

Chiemsee, alles direkt vor unserer Haustüre.

Seit 2021 haben wir mittlerweile 30 Zimmer neu renoviert.

Unsere Superior Zimmer überzeugen mit einem hellen und modernen

Design. Die Zimmer sind mit einem Lift barrierefrei zu erreichen.

Ausstattung: Große, geräumige Zimmer mit Bad/Dusche, Fön und WC.

Wohn-/Schlafraum mit Smart-TV, WLAN, Sitzecke, Schreibtisch und

Balkon oder Terrasse - Mansardenzimmer im OG haben keinen Balkon.

Alle Zimmer sind mit einer kleinen Küche, Kaffeemaschine,

Wasserkocher und Kühlschrank ausgestattet, sodass Sie Ihr Frühstück

nach Ihrem eigenen Geschmack abrunden können.

An der Rezeption können Sie bei Bedarf auch einen Toaster oder eine

Filtermaschine bekommen. Wir bieten Ihnen einen Brötchenservice mit

frischen Backwaren und regionalen Frühstücksprodukten während der

Hauptsaison.

Schwitzen & Relaxen - es soll Ihnen bei uns an nichts fehlen!

Der Wellnessbereich umfasst eine finnische Sauna, eine

Infrarotkabine, eine Bio-Sauna und unsere Vital-Erlebnisduschen.

Vergessen Sie Zeit und Stress und schalten Sie einfach ab.

Besonderheiten: Fahrradwaschplatz, Tesla-E-Auto-Ladestation,

bestuhlter Biergarten zur freien Verwendung, 58 Stellplätze rund um

das Haus und Tiefgarage. 24-Stunden Snack- und Getränkeautomat,

Rund um die Uhr Check-in mit Pin-Code.

Bei Buchung über die Homepage Rabattaktionen je nach Saison

verfügbar.

www.hotel-hohenaschau.de

Wir freuen uns darauf, Sie im Hotel Hohenaschau willkommen zu heißen.

Hotel Hohenaschau

Aparthotel

Kampenwandstr. 94/94a

83229 Aschau im Chiemgau

Tel.: +49 (0)8052 9568960

info@hotel-hohenaschau.de

www.hotel-hohenaschau.de


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Ein Gruß aus der Redaktion

Liebe Leserin, lieber Leser,

endlich ist es so weit und wir

können dir dieses neue, besondere

Magazin präsentieren. Vielleicht

fragst du dich jetzt, wieso

es besonders ist?

Das erkläre ich dir gern: Wir

haben es gewagt, gemeinsam mit

Menschen aus der Praxis, neu zu

denken. Der Neustart für uns begann

schon lange, bevor du jetzt

das Ergebnis dieses Prozesses zu

sehen bekommst.

Als Team haben wir entschieden,

ein Praxismagazin zu gestalten,

das allen Beteiligten im elementarpädagogischen

Bereich Hilfe

und Unterstützung, Impulse und

Ideen für den Alltag liefert. Bunt

Marion Bischoff ist ehemalige

Kitaleitung und ausgebildete

Naturpädagogin. Seit mehr als

acht Jahren ist sie als Coach

und Referentin für Kita-Teams,

-Leitungen und verschiedene

Träger tätig. Das abwechslungsreiche

Fortbildungsprogramm

findest du unter

www.wir-bauen-bruecken.com

wie das Leben ist es geworden.

Jeder Kategorie haben wir eine

Farbe zugeordnet und da wir

nicht nur die pädagogischen und

fachlichen Themen ins Zen‐​

trum rücken, sondern auch die

Persönlichkeitsentwicklung in

den Blick nehmen, fließen einige

metaphysische Betrachtungsweisen

in die Gestaltung des Magazins

ein.

Deshalb ist es kein Zufall, dass

du insgesamt neun Kategorien

findest allerdings nicht alle

in jeder Ausgabe. Anhand der

Farben kannst du dich sicher

schnell orientieren. Wir arbeiten

klimabewusst und bieten unser

Magazin deshalb sowohl als Online-Magazin

im PDF-Format als

auch in der Druckvariante an.

Allerdings drucken wir nur so

viele Exemplare, wie tatsächlich

bestellt werden. Warum? Weil wir

damit einen kleinen Beitrag zum

Umweltschutz leisten können.

Bewusst haben wir uns auch für

zwei

Maskottchen entschieden:

Pädi und Gogi tauchen in

der Pädagogik für Dich immer

wieder auf und lassen die Zeilen

unserer Expertinnen und Experten

noch lebendiger werden.

Nun wünsche ich dir viel Freude

beim Lesen und freue mich,

wenn wir dich mit unseren Artikeln

begeistern können.

Viele Grüße

Chefredaktion

3


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Unser Thema dieser Ausgabe:

NEUSTART

Metaphysik begegnet Pädagogik

S. 6 Mit Columbus-Energie voran Petra Knickenberg

Kitaleitung

S. 8 Ist das wirklich noch mein Beruf? Anja Braekow

S. 11 Onboarding in Kitas Silvia Engler

Fachkräfte



S. 14 Neue Wege gute Wege? Lena Gelbke

S. 22 Kollegin Pusteblume Heidi Roloff

S. 34 Sieben Impulse fürs neue Kita-Jahr Miriam Fisseni

Eltern

S. 16 Eingewöhnung als Trauerprozess Vanessa Pivit

S. 18 Wir sind die Neuen aus der Krabbelgruppe Monika Laut-Zimmermann

Fachkräfteverbände

S. 24 Unterwegs in eine neue Ära der frühkindlichen Bildung

Kita-Fachkräfteverband Baden-Württemberg

Kinder



S. 26 Größer denken, bunter handeln Anika Smits

S. 29 Der nächste Schritt Angelika Kirn

S. 32 Angst, Unsicherheit und Vorfreude Stephanie Wendle

S. 36 Lernen und entwickeln in freier Natur Melanie May

Die Psychologin sagt

S. 38 Kindertränen im Eingewöhnungsprozess Ulrike Karner

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Webinar „Trau dich! Neue Kinder, neue Eltern, neue Wege?“

Am Donnerstag, 22. September von 18 Uhr19.30 Uhr

mit Petra Knickenberg & Marion Bischoff

Preis: 16,99 EURO

Melde dich gleich an unter

www.pädagogik-für-dich.de

Zur Anmeldung

hier klicken

Die Maskottchen der Pädagogik für DICH

Ich bin Pädi. Wenn du mich entdeckst, habe ich einen besonderen

Tipp oder eine Anregung für dich. Manchmal möchte

ich dich auch ermuntern, dir etwas zu notieren. Ich freue

mich, wenn meine Ideen dir helfen.

Warum ich Pädi heiße? Nun, ich bin ein Teil der Pädagogik.

Der Teil des Wissens und der Informationen.

Zum Newsletter

hier klicken

Ich bin Gogi. Und ohne mich läuft in der Pädagogik nix!

Denn wann immer du mich entdeckst, rege ich dich zum

Nachdenken, Reflektieren, Hinterfragen an. Ich kann

manchmal nervig sein. Aber am Ende wirst du sehen, alles

Wissen nützt nichts, wenn du nicht weise mit diesem

Wissen umgehst.

Nun brauche ich auch meinen Namen nicht mehr weiter

erläutern. Ich denke, du weißt jetzt, warum ich Gogi heiße.

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Mit Columbus-Energie voran

Lass Deinen Pioniergeist wirken

von Petra Knickenberg

In jedem Augenblick fängt

etwas Neues an. Jeden Tag,

jede Woche, jeden Monat. Oft

ist uns das gar nicht bewusst,

wir machen einfach weiter.

Später, wenn wir zurückblicken,

erkennen wir vielleicht, wann

eine Stufe endete und die neue

begonnen hat.

Mit der ersten Ausgabe von „Pädagogik

für Dich“ fängt jetzt auch

etwas Neues an. Nicht, dass wir

alle das Rad neu erfinden wollen,

doch mit einem neuen, frischen

„besonderen Spirit“ geben verschiedene

Fachleute ihre Erfahrungen,

Erlebnisse, Kenntnisse,

Fähigkeiten und Talente weiter. In

der Hoffnung, dass diese bei dir

ankommen.

Wenn wir etwas Neues starten,

sind wir hoffentlich motiviert, haben

gute Gründe und wollen unseren

Beitrag leisten. Idealerweise

mit dem Ziel, dass das große Ganze

gelingt. Gerade in der heutigen

Zeit braucht es Menschen, die mit

Pioniergeist Neues wagen.

Oft wissen wir vorher nicht, was

dabei herauskommt.

So wohnt auch diesem Anfang

ein Zauber inne. Da fällt es leicht,

die Schwerkraft zu überwinden.

Auf zu neuen Ufern. Ich nenne

das sehr gerne die „Columbus-

Energie“. Denn sobald wir in die

Gänge kommen, geht’s dann auch

schon leichter. Der Ball kommt ins

Rollen. Als ob uns ein Engelchen

von hinten anschiebt und eines

vorne zieht.

„Popo hoch“ und schon geht’s

weiter. Das sage ich oft und gerne

zu Menschen, die zu mir in Seminare

oder Coachings kommen.

Mir hat dieses Bild immer sehr

geholfen, und hilft auch heute

noch, wenn ich mir vorstelle, ich

brauche die ganze Strecke nicht

alleine zu gehen. Wir alle haben

Wegbegleiter, die mit uns unterwegs

sind. Manche für die Kurzstrecke,

andere auf Mittelstrecken

und einige auch ganz lange.

Mit Gelassenheit geht es

leichter

Auf dem Weg ins Abenteuer

werden uns immer wieder Hürden

und Hindernisse begegnen.

Sind, werden und bleiben wir

gelassen und gehen einfach

weiter. Wem wir dabei begegnen

und was sich daraus

entwickelt? Keine Ahnung.

Doch je offener du sein

kannst, wenn der Kompass

und das Mindset stimmen,

und du Vertrauen hast in deine

Fähigkeiten und eine höhere,

größere Führung, kann meiner

Erfahrung nach nur Gutes geschehen.

Dafür solltest du natürlich

wissen, was du kannst. Dich

selbst gut einzuschätzen, und

andere auch, ist eine wichtige

Voraussetzung.

Frage dich deswegen:

• Welche Talente bringe ich mit

und ein?

Klarheit ist eine wichtige Eigenschaft,

die mit in den Reiserucksack

gehört. Mich selbst und die

anderen weder zu über- noch zu

unterschätzen, ist ein wesentlicher

Erfolgsfaktor.

Ein bisschen Metaphysik in

der Pädagogik

Mögen unsere Artikel dich inspirieren,

dir Impulse geben und zum

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Metaphysik begegnet Pädagogik

Mit- und Nachmachen bewegen.

Jeder einzelne von uns ist wichtig,

einmalig und soll beitragen.

Frage dich:

• Wie trage ich bei?

• Was könnte/möchte ich tun

oder auch nicht?

• Wo will ich durchstarten?

Das kann etwas ganz Kleines sein.

Doch daraus kann sich so viel

mehr entwickeln.

Bist du bereit für einen Neustart?

Geh los. Nicht morgen, nächste

Woche, wenn die Umstände

ideal sind. Den perfekten Zeitpunkt

gibt es nicht, glaube ich.

Was kannst du jetzt tun, damit

es beruflich, in der Kita, mit den

Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten,

dem Träger, den Kids und

natürlich auch in dir immer besser

wird?

Üben und bereit sein

Das braucht ein bisschen Übung.

Doch du weißt ja: Übung macht

den Meister. In kleinen Etappen,

Schrittchen für Schrittchen

kommst du dann ans Ziel. Entwickle

dabei die so wichtigen,

fast altmodisch klingenden, doch

ewig gültigen Eigenschaften

wie Durchhaltevermögen, Disziplin,

Ausdauer, Mut, Zuversicht,

Selbstsicherheit, Leichtigkeit und

Lebensfreude. Hast du die alle

schon? Falls ja, super! Falls noch

nicht, eigne sie dir langsam, aber

sicher an. Suche dir Vorbilder,

an denen du dich orientieren

kannst. Nicht, weil du

sie kopierst oder nachmachst,

sondern

weil sie dir wie

ein Kompass sein

können in diesen

extremen Zeiten

des Wandels. Baue

dir stabile Muskeln für die

Seele auf. Sie sind zwar unsichtbar,

doch jeder Mensch, der mit

dir in Kontakt kommt, wird spüren,

dass da mehr dahintersteckt,

auch ganz ohne Worte. In der

Stille, weil du wirkst.

Starten wir durch gemeinsam

und lernen wir von- und miteinander.

Mein Tipp:

„Mit leichtem Gepäck“

Gehe ohne Schnickschnack, sei

aufs Wesentliche fokussiert.

Im Denken, im Fühlen und im

Handeln. Schleppe nichts mehr

mit, was du nicht mehr wirklich

brauchst. Keine belastenden oder

bremsenden Gedanken, keine

Ängste oder was auch immer dich

bisher aufgehalten hat. Mach dich

frei für Neues, doch die Essenz,

das Konzentrat aus dem Alten,

das hab dabei. Sei also gut aufgeräumt,

geordnet und reflektiert.

Und falls da noch kein Land für

dich in Sicht ist, hol dir jemanden,

der dich zeitweise begleitet.

Einen Coach beispielsweise. Alle

Spitzensportler haben Trainer für

verschiedenste Bereiche. Wir sind

manchmal beratungsresistent und

wollen alles selbst schaffen. Doch

wir gehen ja auch zum Steuerberater,

zum Friseur oder in die

Autowerkstatt und machen nicht

alles alleine, oder?

Finde die passende

Unterstützung und sei

bereit, immer wieder

dazuzulernen. Bereichert

und beflügelt

euch gegenseitig.

Nicht im alten Ehrgeiz,

nach dem Prinzip, wer ist

besser, schneller, weiter, sondern

in respektvollen, wohlwollenden

Verbindungen, die stabil, solide

und tragend sind.

In diesem Sinne: Auf zur nächsten

Stufe!

Viel Erfolg, Freude und Glück

beim Neustart wünsche ich dir!

Petra Knickenberg

ist Metaphysikerin und als

„Fitnesstrainerin für die Seele“

bekannt. Sie arbeitet als (Team-)

Coach, Autorin und Referentin.

www.towol-aschau.de

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Ist das wirklich noch mein Beruf?

Aufhören oder neu anfangen? Ich gründe eine eigene Kita

von Anja Braekow

Bereits während meiner eigenen

Kindergartenzeit stand

fest, ich werde Erzieherin. Mein

Glück war eine sehr wertschätzende

und mutmachende Pädagogin,

die mich durch meine

Kindergartenzeit begleitet hat.

Sie ermutigte uns Kinder stets

eigene Träume zu formulieren

und auch viele davon zu leben.

Auch noch Jahre später bin ich

ihr dafür sehr dankbar.

Die Ausbildung war für mich

keine schöne Zeit, ich mühte

mich oft mit den Inhalten und

den Menschen aus der Fachschule

ab. Schon damals hatte

ich das Gefühl, dass es möglich

sein muss, eigene Ideen und Vorstellungen

einzubringen. Leider

war dies nicht erwünscht und so

waren diese vier Jahre Ausbildung

mit einigen Herausforderungen

behaftet.

Als junge Erzieherin begann das

Lernen für mich. So belegte ich

einige Fortbildungen und saugte

das dort vermittelte Fachwissen

auf. Den Start bildete eine Zusatzausbildung

zur Umwelt- und

Naturpädagogin. Mit den Kindern

in den Wald, das war ein großer

Traum. Als Nächstes folgte

die Kindergartenfachwirtin und

danach nebenberuflich Psychologie,

Fachrichtung Erziehungsberatung.

Stillstand sollte es nicht

geben.

Zu dieser Zeit gab es sehr wenige

unbefristete freie Stellen und so

nutzte ich die Möglichkeit, verschiedene

Einrichtungen, Träger

und Erziehungsstile kennenzulernen.

Wirklich mein Traumjob?

In jeder Kita gab es neue, andere

Herausforderungen. Die Wende

kam durch meine Arbeit in einer

großen Einrichtung. Hier besetzte

ich eine Elternzeitvertretung für

drei Jahre. Ich hatte mir diese Kita

bewusst ausgesucht und dafür

eine unbefristete Stelle gekündigt.

Leider war die Zusammenarbeit

zwischen der Leitung und

mir von Anfang an mit Schwierigkeiten

behaftet und so stand ich

ständig unter großem innerem

Stress.

Die Folge war Krankheit, immer

öfter und immer heftiger. Der

Druck in der Kita stieg und alle

waren unzufrieden. Die Eltern

machten sich Sorgen, die Kolleginnen

waren genervt und ein

ums andere Mal musste ich bei

der Leitung Rede und Antwort

stehen. Was als Krankenrückkehrgespräch

getarnt war, baute mehr

und mehr Druck auf, der mich

krank machte.

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Am Ende stand ein Hörsturz.

So war ich sehr erleichtert, als

die drei Jahre vorbei waren, die

Kollegin zurückkam und ich endlich

gehen durfte. Kündigung

kam nicht infrage, die Kinder

und Eltern durften nicht im Stich

gelassen werden. Das war meine

Einstellung, für die Kinder und

gegen mich.

Loyalität und Zuverlässigkeit

gehören in meinen Augen untrennbar

zusammen und so hielt

ich, unverständlicherweise, bis

zum Schluss durch. Immer wieder

versuchte ich die Situation

zu entspannen, suchte Kontakt

und Gespräche und versuchte

alles möglich zu machen, dass es

besser wird.

Im Nachhinein betrachtet, bin

ich viel zu lange geblieben, ohne

wirklich was ändern zu können.

Immer größere Zweifel

So ist es nachvollziehbar, dass ich

inzwischen große Zweifel an meiner

Berufung und meinen Fähigkeiten

hatte. Die Psyche meldete

sich und ich musste mich, das

erste Mal in meinem Berufsleben,

arbeitslos melden. Ich war am

Ende meiner körperlichen und

psychischen Belastbarkeit.

Mein Arbeitsberater war sehr

wohlwollend und bot mir an,

mich zuerst zu stabilisieren und

zeigte mir inzwischen verschiedene

Möglichkeiten im Berufsfeld

Pädagogik auf. Das war ein

großes Glück. Bei einem Abendspaziergang

entdeckte ich ein

Schild „Tagesmutter gesucht“. Das

machte mich neugierig. Bei der

Infoveranstaltung fasste ich den

Entschluss, diese Ausbildung zu

absolvieren und als Tagespflegeperson

zu arbeiten.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich

noch keine eigenen Kinder,

zurück in eine Kita kam nicht infrage,

also startete ich mein Business

in den eigenen vier Wänden.

Bald fand sich noch eine weitere

Tagespflegeperson und wir eröffneten

eine Großpflegestelle in

einer eigens dafür angemieteten

Wohnung. Leider ging das nicht

lange gut. Als ausgebildete Erzieherin

hatte ich andere Vorstellungen

von Pädagogik. Das Kind

in den Mittelpunkt zu stellen,

konnte alleine besser verfolgt

werden. Es dauerte nicht lange

und ich stellte die ersten pädagogischen

Fachkräfte an, von denen

eine heute immer noch in meiner

Kita arbeitet. Aus der einstigen

Großpflegestelle entwickelte sich

im Laufe der Jahre eine gGmbH.

Meilensteine

Voller Mut, und mit einem eigens

erstellten Geschäftsplan in der

Tasche, ging es zum Gemeinderat,

gleichzeitig stellten wir die

Kitaleitung/Fachkräfte

ersten Anträge beim KVJS, nach

einigem Hin und Her wurden wir

in die Bedarfsplanung der Stadt

Rheinfelden aufgenommen und

bekamen die erste Betriebserlaubnis.

Wir eröffneten eine

Krippe für 10 Kinder im Alter

von 3 Monaten bis 3 Jahren. Das

fühlte sich großartig an.

Ein toller Meilenstein im Berufsleben

einer Erzieherin, die schon

aufhören wollte und sich nach

Alternativen umgesehen hat.

Natürlich wartete nun viel Arbeit,

aber auch sehr viel Glück, Wertschätzung

und neue Herausforderungen.

Meine Mutter hielt bei der Eröffnung

eine Rede und teilte allen

mit, dass ihre Tochter schon als

Kind immer gesagt habe, dass sie

mal ihr eigenes Kinderhaus haben

möchte.

Dann ging es Schlag auf Schlag.

Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen

ab drei Jahren stieg

und so erweiterten wir unser Angebot.

Wir mieteten im gleichen

Haus die zweite Wohnung dazu

und erweiterten auf nun zwei

Gruppen, eine für 20 Kinder Ü3

und die bestehende U3 Gruppe

für zehn Kinder.

Es war schwierig, gutes Personal

zu finden und es auch zu halten.

Von Personalführung und -einsatz

hatte ich wenig Ahnung. Wir

wollten einen transparenten und

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

wertschätzenden Umgang. Manche

pädagogischen Fachkräfte

passten nicht in unser Konzept,

dann haben wir uns getrennt. Es

ist so wichtig, sich selber treu zu

sein und nicht nur Dienst nach

Vorschrift zu machen. Die Erwartungen

an das pädagogische

Team sind hoch, aber der Gewinn

und die guten Arbeitsbedingungen

auch. Inzwischen sind wir ein

festes Team mit flachen Hierarchien,

voller Herausforderungen,

aber auch Stabilität. Es tut gut, so

zu arbeiten.

Hürden meistern

Wir sind inzwischen ein Haus der

Vielfalt mit vielen Nationen im

Team und bei den Familien. Mit

der Corona Pandemie kamen die

nächsten Ausbaupläne zunächst

zum Erliegen.

Da wir eine Ganztags-Kita und

die Kinder teilweise zehn Stunden

bei uns sind, ist eine gute

und stabile Erziehungspartnerschaft

mit den Familien wichtig.

Bei uns dürfen die Menschen

mitdenken und sich einbringen.

Dies gilt für das pädagogische

Team, die Eltern und auch für die

Kinder. Bei uns wird Partizipation

großgeschrieben, auch wenn

das für mich

manchmal

anstrengend ist. Einfacher wäre

es, alles selbst zu entscheiden.

Unsere aktuellen Ausbaupläne

liegen

noch in der Schublade,

denn es hat

sich etwas anderes

entwickelt.

Während der

Pandemie schalteten

sehr viele Kitas auf

„Überleben und Betreuen“ um,

wir nicht. Während der Notgruppenzeit

besuchten wir einige Online-Fortbildungen

und arbeiteten

an unserem gewünschten Niveau

und an der Team-Mission.

Es war nicht immer leicht und die

Corona-Kita-Verordnung hat uns

oftmals einen Strich durch die

Rechnung gemacht. Aber wir sind

stärker geworden und meisterten

als Team bisher alle Hürden. Die

Transparenz den Eltern gegenüber

hat sich ebenso ausgezahlt.

Natürlich sind auch unsere

Mütter und Väter gestresst und

gerade hier an der Schweizer

Grenze, wo viele Eltern nicht in

Deutschland arbeiten, gab es riesige

Herausforderungen zu lösen.

Pandemiezeit als

Entwicklungsfeld

Für die Karten

hier klicken

Die letzten zwei Jahre waren

für uns alle eine Zeit

der Weiterentwicklung,

auch für

mich.

Es

gab

viele

Situationen, die neu waren,

beispielsweise Online-Video-

Meetings. Spannend war,

sich das erste Mal vor

der Kamera zu zeigen

und ins Mikrofon zu

sprechen. Es war Vernetzung

möglich. Wir

pädagogischen Fachkräfte

hatten endlich die

Möglichkeit, Netzwerke zu bilden.

Es gibt so viele tolle Kolleginnen

in ganz Deutschland, so viel

Potenzial zum Austausch und zur

Weiterentwicklung.

Seit über 25 Jahren bin ich Erzieherin.

Das ist meine Berufung,

und auch wenn ich zurückblicke

auf anstrengende und herausfordernde

Jahre, hat es sich gelohnt,

nicht aufzugeben.

Heute bin ich Geschäftsführerin

meiner eigenen gGmbH und

führe ein kleines Unternehmen

mit zehn Angestellten. Wir haben

Pläne und Träume, die wir gemeinsam

erreichen werden.

Sehr dankbar bin ich, dass immer

mehr Fachkräfte sich für bessere

Rahmenbedingungen stark

machen. In den letzten Monaten

sind in vielen Bundesländern Kitafachkräfteverbände

entstanden,

so auch in Baden-Württemberg,

wo ich die erste Vorsitzende bin.

Wir alle haben es in der Hand,

etwas zu verändern, dafür kann

ich nur Mut machen.

Anja Braekow ist Kindergartenfachwirtin

und Geschäftsführerin ihrer

eigenen Kita. Außerdem ist sie Vorsitzende

des Verbandes für Kitafachkräfte

Baden-Württemberg.

10


Kitaleitung/Fachkräfte

Onboarding in Kitas

Wie neue Mitarbeitende gut im Team ankommen und bleiben

von Silvia Engler

Personalmangel macht auch

vor der besten Kita nicht Halt.

Nicht selten bleibt eine Stelle

über mehrere Monate unbesetzt

und der Kita-Alltag lässt

sich nur schwer stemmen. Hast

du es dann endlich geschafft,

qualifiziertes Personal einzustellen,

möchtest du es natürlich

auch über die Probezeit

hinaus halten.

Der eingestaubte Begriff der

Einarbeitung wurde in den letzten

Jahren ersetzt durch einen

wesentlich griffigeren und moderneren:

das Onboarding. In diesem

Begriff steckt noch viel mehr als

in der klassischen Einarbeitung.

Er stammt ursprünglich aus dem

Amerikanischen und bedeutet so

viel wie „An Bord nehmen“. Es ist

ein Wording aus dem Personalmanagement

und bezeichnet das

Einstellen neuer Mitarbeitenden

sowie alle Maßnahmen, die die

Eingliederung fördern. Neue

Kollegen und Kolleginnen sollen

sich vom ersten Tag an als vollwertiges

Mitglied der Organisation

wohlfühlen, denn zufriedene

Mitarbeitende sind motivierter,

engagierter und produktiver. Und

damit sie dem Unternehmen

auch länger erhalten bleiben und

aus Onboarding nicht schnell

wieder Offboarding wird, macht

es Sinn, sich genauer damit zu

beschäftigen.

Ein guter Onboardingprozess

schafft eine Wohlfühlatmosphäre,

um die Zusammenarbeit und

Arbeitsabläufe zu harmonisieren,

und gliedert sich in drei Phasen.

1. Phase: Preboarding

Das Preboarding beginnt noch

vor dem eigentlichen Arbeitsantritt

mit der Zusage oder spätestens

mit der Vertragsunterzeichnung

und dauert bis zum ersten

Arbeitstag. Es geht dabei vor

allem darum, den neuen Mitarbeitenden

bereits vor dem ersten

Tag eine nette Begrüßungsnachricht

(per E-Mail, Telefon

oder Brief) zu senden, in der alle

wichtigen Informationen über die

Einrichtung stecken.

Außerdem ist bereits vor Arbeitsantritt

die Mitarbeit der neuen

Kolleginnen und Kollegen gefragt:

Termine beim Amtsarzt müssen

terminiert und Unterweisungen

beim Gesundheitsamt durchgeführt

werden. Liegt kein aktueller

Erste-Hilfe-Kurs vor, ist jetzt der

richtige Zeitpunkt, diesen zu belegen.

So stellt man sicher, dass

die erste Arbeitswoche nicht

komplett von organisatorischen

Fragestellungen und Terminen

überlagert wird.

Auch die Einrichtung des zukünftigen

Arbeitsplatzes (zum

Beispiel Spind beschriften) zählt

zu den Aufgaben in der Phase

des Preboardings, damit der erste

Arbeitstag gut vorbereitet ist.

2. Phase: Tag 1 in der

Einrichtung

Der erste Tag beinhaltet viele

erste Eindrücke, an die sich neue

Mitarbeitende noch lange erinnern

werden und die daher im

Idealfall positiv sein sollten, damit

die Mitarbeiterbindung funktioniert.

Die Begrüßungsphase ist

also für das Onboarding äußerst

wichtig.

Alle Kolleginnen und Kollegen des

Hauses und auch die Kinder müssen

rechtzeitig darüber informiert

werden, wann der erste Tag der

11


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

• Träger

• Besonderheiten des

Hauses (z.B. Sprachkita)

• Rundgang

• Räumlichkeiten und

Außenanlagen

• Vorstellung des Teams, der

Kinder und der Eltern

• Elternbeirat

• Gruppen- und Altersstrukturen,

Diversität

• konzeptionelle

Ausrichtung

• Werte in der pädagogischen

Arbeit

• pädagogische Haltung

• Qualitätsstandards

• Leitbild

• Prozessbeschreibungen

• Handbuch der Einrichtung

mit wichtigen Informationen

• Was tun im Notfall?

(Sicherheitseinweisungen)

• Organisation des gesamten

Teams und des Kleinteams

(z.B. Teamsitzungen,

Bezugsfachkraftsystem)

• Dienstplan: Schichten,

Arbeitszeiten, Vorbereitungszeiten)

• Zuständigkeiten im Haus

• Elternveranstaltungen

• Feste und Feiern

neuen Mitarbeitenden stattfindet.

Ein freundliches Lächeln kombiniert

mit einem „Schön, dass du

da bist“ und einer persönlichen

Vorstellung ist nicht zu viel verlangt

und bewirkt doch wahre

Wunder.

Im Eingangsbereich kann ein

kleiner Willkommenstext ausgehängt

werden, damit sich erstens

der oder die „Neue“ gleich willkommen

fühlt und zweitens auch

die Familien Bescheid wissen,

dass heute eine neue Fachkraft

beginnt.

Es ist auch nett, eine Kleinigkeit

zum Start zu schenken, wie

beispielsweise einen Planungskalender

für das Kitajahr oder einen

Stift oder Schlüsselanhänger mit

dem Logo der Einrichtung. Auch

ein Blumenstrauß kann eine

schöne Geste sein.

Bereite am besten eine Willkommensmappe

vor, in der alle wichtigen

Dokumente, Handbücher

und Vereinbarungen abgeheftet

werden, die ihr dann gemeinsam

in einem Austauschtermin zu Beginn

des ersten Tages besprecht.

Auch Sicherheitseinweisungen

sollten berücksichtigt, können

aber an die Sicherheitsbeauftragten

weitergegeben werden.

Nutze den ersten Tag bzw. die

erste Arbeitswoche dazu, weitere

Grundlagen zu schaffen, wie beispielsweise

einen Vorstellungsbogen

auszufüllen, ein Foto dafür

zu machen und weitere Personen

wie den Elternbeirat oder Trägervertreter

kennenzulernen. So

fühlen sich die Neuen gleich als

vollwertige Teammitglieder.

Ein kurzes Feedbackgespräch am

Ende des ersten Tages oder der

ersten Woche gibt zum einen der

Leitung ein Gefühl dafür, wie die

Stimmung beim neuen Mitarbeitenden

ist, und das neue Mitglied

des Teams fühlt sich wiederum

gesehen.

3. Phase: Mit Plan durch die

Probezeit

Das Onboarding begleitet neue

Mitarbeitende während der gesamten

Probezeit, da die soziale

Eingliederung und Integration ins

Team natürlich nicht nach einer

Woche erledigt ist. Nutze die

Probezeit für regelmäßige Gespräche.

Das schafft Vertrauen

und ein Gefühl von Wertschätzung.

In den Gesprächen können

offene Fragen und Wünsche

geklärt sowie gegenseitige Erwartungen

abgeglichen werden. Auch

Leitung und Einarbeitungspate

(siehe Paten-Modell) sollten sich

regelmäßig austauschen, um ein

möglichst umfassendes Bild aus

verschiedenen Arbeitsbereichen

und Perspektiven zu erhalten.

Kleine Kennenlernspiele in der

Teamsitzung fördern die Integration

und sind ein bekanntes Mittel

aus dem Teambuilding. Erzählt

12


Kitaleitung/Fachkräfte

doch einfach mal drei Fakten

über euch, wovon eine al‐ lerdings

frei erfunden ist,

und lasst das Team

dann raten, welche

das wohl sein mag.

So lernen nicht nur

die neuen Kolleginnen

und Kollegen

alle besser und persönlicher

kennen, sondern auch das

Team sich untereinander. Vielleicht

fällt sogar ein gemeinsamer

Teamtag in diese dritte Phase des

Onboardings, was die Eingliederung

zusätzlich verstärkt.

Der Onboardingprozess endet

idealerweise nicht direkt mit

dem erfolgreichen Bestehen der

Probezeit, sondern geht darüber

hinaus, um motivierte und professionelle

Fachkräfte dauerhaft

an die Einrichtung zu binden.

Je schneller Mitarbeitende über

alles Bescheid wissen und somit

voll einsatzfähig sind, desto

besser lässt sich der Kita-Alltag

meistern.

Nutzt man nun dieses neugewonnene

Wissen des Onboardings,

versteht man besser, was

neue Mitarbeitende benötigen,

um sich schnell

wohl- und willkommen

zu fühlen. Durchdacht

vorbereitet, strukturiert

durchgeführt und

wertschätzend begleitet,

kann das Onboarding dazu

beitragen, dass neue Kolleginnen

und Kollegen gut im Team ankommen

und bleiben.

Übrigens: Auch für Rückkehrer

aus längerer Abwesenheit wie

beispielsweise der Elternzeit, die

aufgrund eines vorherigen Beschäftigungsverbots

gerne auch

mal ein paar Jahre betragen kann,

gelten die goldenen Regeln des

Onboardings. Denn in dieser

Zeit hat sich wahrscheinlich viel

verändert, es sind neue Teammitglieder

dazugekommen und

andere gegangen, und man muss

sich erst wieder einen Überblick

verschaffen und seine Rolle im

Team finden. Eine Rückkehr nach

der Elternzeit ist mit vielfältigen

Emotionen verknüpft, auf die

man sich gut vorbereiten kann:

Am besten tritt man mit der betreffenden

Person schon ein paar

Monate vor dem Wiedereintritt in

Kontakt, um über Neuigkeiten zu

informieren und Unsicherheiten,

Sorgen und Ängste bereits vorab

zu klären (→ Preboarding). Wenn

man offen, ehrlich und transparent

zu allen Beteiligten (und sich

selbst) ist, steht einem gelungenen

Wiedereinstieg im Sinne

des Onboardings nichts mehr im

Wege.

Literatur

Brenner, Doris (2020): Onboarding.

Als Führungskraft neue Mitarbeiter

erfolgreich einarbeiten und integrieren.

Springer Gabler.

Silvia Engler ist Sozialpädagogin für

Aus-, Fort- und Weiterbildung (M.A.)

und Projektleiterin bei educcare für

„Digitale Medien in Kitas“.

Zwei hilfreiche Instrumente für ein gelingendes Onboarding:

Einarbeitungsplan

• Ein Leitfaden zur Einarbeitung ist unumgänglich.

• Auf die Gegebenheiten des Hauses abgestimmt.

• Wichtige Informationen, die den reibungslosen

Ablauf der Kita bedingen, sollen nach wenigen

Wochen geklärt sein.

• Administrative und organisatorische Formalitäten,

fachliche und soziale Integration sind beinhaltet.

• Darstellung der pädagogischen Haltung in der

Kita.

• Muss frühzeitig fertig sein, um Durcheinander

und Leerlauf zu Beginn des Onboardings zu verhindern.

Das Paten-Modell

• Mentor, Buddy, Pate egal, wie man es nennen

mag: Es hilft jedem Neuankömmling, wenn es

einen festen Ansprechpartner bzw. eine feste

Ansprechpartnerin in der Einrichtung gibt.

• Im Idealfall ein direktes Mitglied aus der eigenen

Gruppe, da so spezifische Verantwortungen im

Kleinteam direkt geklärt werden können.

• Kita-Leitung ist fester Ansprechpartner, kann

durch das Paten-Modell allerdings einige Bereiche

der Einarbeitung an einen weiteren Ansprechpartner

abgeben.

13


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Neue Wege gute Wege?

Möglichkeiten und Grenzen für pädagogische Fachkräfte in Zeitarbeitsfirmen

von Lena Gelbke

Meist denken wir bei Zeitarbeit

an große Konzerne, die auftragsbedingt

mehr Mitarbeitende

in der Produktion benötigen,

welche sie nach einiger

Zeit unkompliziert wieder

abgeben. In Ferienjobs habe ich

an Fließbändern gemeinsam

mit Zeitarbeitskräften gearbeitet.

Ich empfand ihr Schicksal

als wenig erstrebenswert.

Dann wurde ich zu Pandemiebeginn

selbst zur Zeitarbeitskraft

als studierte Sozialpädagogin.

Bei der Stellensuche im pädagogischen

Bereich stößt du schnell

auf das Gesuch einer Zeitarbeitsfirma.

Viele von ihnen sind auf

den pädagogischen Bereich

spezialisiert. Sie bieten oft überdurchschnittliche

Bezahlung,

unbefristete Arbeitsverträge,

flexible Arbeitszeitgestaltung

und einige weitere Benefits, wie

Dienstfahrzeug mit privater Nutzung,

Tickets für den öffentlichen

Nahverkehr und vieles mehr.

Sicher kommt es immer auf den

Einzelfall an, aber bei

mir wurden all diese

Versprechungen

realisiert.

In einigen

Fällen

werden die

Mitarbeitenden

sogar bei

der Finanzierung

ihrer

Fahrerlaubnis

unterstützt. Ich beispielsweise

trage meine Fahrtkosten seit zwei

Jahren nicht mehr selbst.

Jede Medaille hat zwei

Seiten

Bei der Auswahl deines Einsatzortes

wirst du aktiv einbezogen.

Wenn du in einer Kita arbeiten

möchtest, kein Problem. Allerdings

kann diese ein ganzes Stück

von deinem Wohnort entfernt

liegen. Die Fahrtkosten bezahlst

du zwar nicht, einen Teil

deiner freien Zeit musst

du dann jedoch für

den Arbeitsweg

einplanen. Auch

die Arbeitsbedingungen

sind oft

herausfordernd.

Der Entscheidung, eine

Zeitarbeitskraft ins Team

zu holen, geht meist eine lange

Phase der Personalnot voraus.

Die Situation im Team kann angespannt

sein und auch die Eltern

sind eventuell unzufrieden, da

sie seit einiger Zeit immer wieder

wechselnde Fachkräfte und

Gruppenkonstellationen erleben.

Du musst dir das Vertrauen der

Kinder und Eltern sowie das der

Kollegen und Kolleginnen erarbeiten.

Sei dir im Klaren darüber,

dass du immer wieder von

vorn beginnen wirst. Ein neues

Konzept, neue Strukturen, neue

Menschen. Das verlangt viel Flexibilität

und Anpassungsfähigkeit.

Ich hatte bisher das Glück, immer

für mindestens sechs Monate am

gleichen Einsatzort zu bleiben.

Das bietet die Möglichkeit, Ideen

und Projekte in die Einrichtung

einzubringen. Wie lange ein Einsatz

dauert, ergibt sich meist erst

bei der Arbeit vor Ort. Das macht

eine langfristige Planung schwierig,

ebenso die Identifikation mit

deinem Arbeitsort, da du eben

nur Teammitglied auf Zeit bist.

Andererseits bieten dir genau

diese wiederkehrenden Neuanfänge

auch viele Möglichkeiten.

So kannst du in kurzer

Zeit verschiedene

pädagogische

Konzepte

kennenlernen.

Fühlst du dich

nicht wohl, genügt

ein kurzer Anruf

bei deiner Firma und es

wird nach einer Alternative gesucht.

Das erspart zum einen die

vielleicht unangenehme Auseinandersetzung

mit der Leitungsebene

der Einrichtung, zum

anderen musst du bei der Suche

nach der nächsten Stelle nicht

rechtfertigen, wieso du dich vom

alten Arbeitgeber getrennt hast

dieser bleibt nämlich immer der

gleiche, nur mit wechselnden Einsatzorten.

Dankbarkeit und

Wertschätzung

In meiner bisherigen Arbeit ist mir

sehr viel Dankbarkeit entgegengebracht

worden. Die meisten

Kollegen und Kolleginnen sind

froh über die Entlastung und

14


Fachkräfte

Auch wenn du noch nicht weißt, welche Tür die richtige für dich ist: Trau dich, denn jeder Weg bietet Chancen.

auch Eltern spüren, dass die Unterstützung

auf Zeit ein Gewinn

sein kann. Schließlich kommen so

auch frische Ideen und Ansätze in

den pädagogischen Alltag Stillstand

ist ausgeschlossen.

Leider sind wir damit auch bei

dem für mich größten Problem

der Zeitarbeit im pädagogischen

Bereich: die Beziehungsabbrüche.

Fühlst du dich gerade richtig

wohl an einem Einsatzort, kennst

mittlerweile Kinder und Eltern,

hast tolle Projekte durchgeführt

und den Alltag verinnerlicht, fühlt

sich das Ende ungut an.

Eine Kollegin wird fest angestellt

oder kommt aus Krankheit

zurück, deine Firma hat andere

Pläne mit dir, weil ein anderer

Kunde besser zahlt dein Einsatz

ist beendet.

Es gibt Möglichkeiten zur Festanstellung.

Allerdings ist dies mit

hohen Kosten für den Träger

verbunden. Zugleich verlierst

du deine Benefits bei der Zeitarbeitsfirma.

Für mich kam eine

Festanstellung bisher nie infrage

und ich habe schon viele traurige

Abschiede erlebt. Jedes Mal

vor dem Hintergrund, dass diese

Trennung meinem Fachwissen

zur Bindungstheorie vollkommen

entgegensteht. Ich wusste jedoch

auch, dass ich für meine persönliche

Work-Life-Balance gerade

das Richtige tue.

Persönliche Pläne

Du überlegst in den kommenden

Jahren eine große Reise zu machen

oder (noch einmal) zu studieren?

Zeitarbeitsfirmen wissen,

dass sie meist eine Übergangslösung

sind, und ermöglichen

dir all diese Freiheiten. Einen

kompletten Sommer lang Überstunden

abbauen in der Festanstellung

kaum vereinbar mit den

Urlaubsplänen des Kollegiums, als

„freie Mitarbeitende“ in Zeitarbeit

problemlos möglich.

Wie so oft im Leben gibt es

viele Gründe für und gegen die

Zeitarbeit. Es kommt auf deine

momentane Lebenssituation an.

Ein No-Go ist die Vorstellung,

dass ein Fachkräfteteam ausschließlich

aus Zeitarbeitskräften

besteht. Bildung passiert durch

Bindung und somit sind andauernde

Beziehungsabbrüche

absolut ungünstige Faktoren für

die kindliche Entwicklung. In vielen

Kitas lässt sich das aufgrund

der, auch ohne Zeitarbeitskräfte,

hohen Fluktuation schon lange

beobachten.

Fachkräftemangel fördert

Zeitarbeit

Zeitarbeitsfirmen im pädagogischen

Bereich sind durch den

jahrelangen Fachkräftemangel

entstanden und federn dieses

Problem nun gewinnbringend ab.

Selbstverständlich verschärft sich

der Mangel in den Einrichtungen,

also in der Festanstellung, durch

die vielversprechenden Angebote

der Zeitarbeit zusätzlich.

Darauf müssen die freien und

auch öffentlichen Träger dringend

reagieren. Sie müssen attraktiv

für die pädagogischen Fachkräfte

bleiben oder werden und sich auf

die Bedürfnisse der Mitarbeitenden

einlassen.

Ich persönlich wünsche mir eine

Festanstellung bei einem Träger,

der mir Kontinuität und Freiheit

gleichermaßen ermöglicht. Gefunden

habe ich es noch nie so

ganz. Und du?

Lena Gelbke studierte Soziale

Arbeit mit Schwerpunkt Elementarpädagogik

und ist in unterschiedlichen

pädagogischen Arbeitsfeldern aktiv.

15


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Eingewöhnung als Trauerprozess

Kinder und Eltern gut begleiten

von Vanessa Pivit

Eingewöhnung und Trauer?

Gibt es eine Verknüpfung dieser

beiden Begriffe? In den folgenden

Zeilen möchte ich dich

mit auf eine Reise durch meine

Erfahrungen als Erzieherin

und auch als Trauerbegleiterin

nehmen. Seit der Bereich der

Trauerbegleitung mit in meinen

Kita-Alltag einfließt, bereichert

er meine Sichtweise und auch

mein Handeln im Miteinander.

Alljährlich gibt es den Neustart.

Die Eingewöhnung. Neue Kinder,

neue Eltern, neue Lebensgeschichten

und alle sind aufgeregt

auch wir als pädagogische

Fachkräfte.

• Wie wird es werden?

• Wie wird das Kind auf mich

reagieren?

• Werde ich das Kind gut eingewöhnen

können?

Es entwickeln

sich Fragen, Gedanken und auch

Unsicherheit. Mir hilft es, mich

gut auf mein Bauchgefühl und

meine Haltung zu verlassen.

Offen dem Kind und auch seinen

Eltern gegenüberzutreten und

ihnen ihre Zeit des Ankommens

zu ermöglichen.

Jede Einrichtung arbeitet nach

einem Eingewöhnungsmodell

und dort gibt es unterschiedliche

Zeitfenster, zum Beispiel für eine

erste Trennung. Wichtig finde ich,

neben den Vorgaben der Eingewöhnungsmodelle,

immer individuell

das Kind in den Fokus zu

stellen und es bedürfnisorientiert

zu begleiten.

Der Schritt ins

Unbekannte

Beim Wort Trauer denken wir

gleich an Sterben und Tod. In

der Eingewöhnungsphase geht

es darum, dass das Kind in eine

unbekannte Welt eintaucht. Es

trifft auf neue Menschen,

Räume, Gerüche, Regeln

… Alles ist ungewohnt,

nichts ist bekannt

und vertraut. Das

Kind soll eine Bindung

zu einer Person

entwickeln,

die es noch nicht

kennt. Je nach

Alter und Erfahrungen

des Kindes

kann dies zu Verunsicherung

führen. Das

Kind wird sich wahrscheinlich erst

mal an seine vertraute Begleitperson

anschmiegen, vielleicht auch

mit seinem Kuscheltier am Körper.

Das Gesicht ist noch dicht

am Hals seiner Begleitung und es

lauscht gespannt den neuen Geräuschen.

Eltern nehmen manchmal auch

ihr Kind anders wahr, als sie es

eigentlich kennen. Dabei gilt es

zu beachten, dass das Kind genau

spürt, wie es den Eltern geht.

• Fühlen sie sich in der Kita

wohl?

• Sind sie offen für das Neue

oder eher schüchtern und zurückhaltend?

• Findet eine Unterhaltung mit

den Fachkräften statt oder ist es

eher stockend?

Betrachte den Umgang der Eltern

mit ihrem Kind: Darf das Kind auf

dem Arm bleiben oder versuchen

sie es auf die Erde zu stellen?

Dies ist gelebte Alltagstrauer und

legt einen wichtigen Grundstein

für spätere Trauererfahrungen.

Du kannst in der Eingewöhnungsphase

Eltern darin ermutigen,

das Kind sein zu lassen. Das

bedeutet, ihm Zeit zu geben, sie

als Eltern „zu lesen und zu spüren“.

Wenn es innerlich bereit ist,

wird es sich auch allen anderen

zuwenden. Sich die Welt aktiv

anzueignen kann auch durch Beobachtung

geschehen. Das Kind

spürt so seine eigenen Empfin‐

16


Eltern

dungen, Fähigkeiten, sein Können

und die persönlichen Grenzen.

Es erlebt sich in einem neuen

Prozess.

Die Aufgabe der

Fachkräfte

Was kannst du als Fachkraft jetzt

anbieten? Ich beginne meine

Eingewöhnungen immer über die

Eltern. Wenn möglich, in einem

persönlichen Vorgespräch, bei

dem ich zum Beispiel die Lebensgeschichte

des Kindes erfahren

darf.

• Wie verliefen Schwangerschaft

und Geburt?

• Wie ist die Bindung des Kindes

zu Mutter/Vater und auch zu

anderen Angehörigen?

• Hat das Kind schon Trennungserfahrungen

erlebt?

Es gibt ja zum Glück schon sehr

gute Vorlagen, die für das Erstgespräch

genutzt werden können.

Transparenz sollte auch immer

ein wichtiger Baustein in der

Eingewöhnung sein. Was ist der

aktuelle Schritt und wie wird der

Nächste aussehen? Je transparenter

du mit den Eltern kommunizierst,

umso sicherer fühlen sie

sich.

Das Kind nimmt diese Sicherheit

bei den Eltern wahr. Den Kontakt

zwischen mir und dem Kind lasse

ich im Tempo des Kindes geschehen.

Ich bin in Sichtweite und

erkenne trotzdem die Distanz an,

die das Kind einhält. Ich unterhalte

mich mit den Eltern und bin

zugleich dem Kind zugewandt.

Nach und nach wird eine Beziehung

entstehen.

Hürden meistern

Doch was kannst du tun, wenn

die Eingewöhnung feststeckt?

Besprich mit deinen Kolleginnen

und Kollegen im Gruppenteam,

ob eine andere Fachkraft einen

Kontakt herstellen kann, und

wechselt bei Bedarf

die Bezugsperson.

Sprich mit

den Eltern,

ohne Kind,

und versucht

eure Wahrnehmung/Empfindung

mitzuteilen. Vielleicht gibt es eine

Situation, ein Erlebnis, das noch

nicht verarbeitet ist und eine

Trennung nicht gelingen lässt.

Das kann ein Trauerprozess sein,

der nicht bewusst wahrgenommen

wurde. Nimm das Verhalten

der Eltern behutsam an und danke

ihnen für das Vertrauen.

Findet gemeinsam einen Weg

der gelingenden Eingewöhnung

ohne Zeitdruck. Entwickelt

Vereinbarungen, die für die Eltern

gut annehmbar sind. Habt immer

das Wohl des Kindes im Blick.

Aushalten

Kinder, die noch keine Trennung

von den Eltern kennen, sich überfordert

fühlen, zeigen sehr unterschiedliche

Reaktionen. Manche

weinen und versuchen wegzulaufen,

einige verstecken sich, manche

schmiegen sich ans Kuscheltier,

andere schreien und werfen

vielleicht mit Dingen durch den

Raum. All dies sind normale und

wichtige Reaktionen.

Solange das Kind aktiv handelt

und nicht in Traurigkeit verharrt,

ist alles in Ordnung. Es lebt sein

Gefühl aus. Gib ihm die Möglichkeit

dafür. Ja, du darfst es aushalten

und musst nicht gleich eine

Lösung präsentieren. Sei in

der Nähe. Bei Bedarf wird

das Kind zu dir kommen.

Manchmal reicht ein

Blick, der besagt: Ich

sehe dich und ich nehme

dich wahr und du kannst

hier du sein. Damit schenkst

du dem Kind Wertschätzung. So

entsteht Bindung. So wird auch

die Eingewöhnung gelingen.

Vertraue dem Kind. Es kennt sich

am besten und kann gut für sich

sorgen und neue Kompetenzen

an sich entdecken. Vertraue auch

dir selbst und gib euch Zeit. In

der Eingewöhnung stecken viele

Trauerprozesse, die als solche gesehen

werden müssen, damit sich

alle gut zusammenfinden.

Ich wünsche euch eine spannende

Zeit der Eingewöhnung.

Vanessa Pivit ist Erzieherin und

Trauerbegleiterin. Sie bietet Einzelcoachings

und Vorträge zu verschiedenen

Bereichen der Trauer an.

www.trauerbegleitung-pivit.de

17


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Wir sind die Neuen aus

der Krabbelgruppe

Familien in der Kita

Am Anfang werden die Grundlavon

Monika Laut-Zimmermann

Der Kita-Start stellt für die ganze

Familie einen neuen Lebensabschnitt

dar: Das Kind muss

sich in der neuen Umgebung

zurechtfinden, eine Bindung

zu neuen Menschen aufbauen,

sich von den Eltern lösen und

sich den Herausforderungen

eines Kita-Alltags stellen. Doch

auch die Eltern müssen sich im

neuen Umfeld eingewöhnen.

Neue Kita-Eltern sind einerseits

erleichtert, bei heutiger Knappheit

einen Kita-Platz für ihr Kind

bekommen zu haben. Dennoch

kann der Start sehr einschneidend

und auch emotional sein.

Auf die frischen Kita-Eltern kommen

nämlich viele Veränderungen

und Anforderungen zu:

• Sie müssen sich daran gewöhnen,

zu festen Zeiten ohne ihr

Kind zu sein.

• Sie wissen nicht, wie sich ihr

Kind in der Kita fühlt, was es

dort tut, wie es ihm ohne die

Anwesenheit seiner Eltern

geht.

• Sie müssen lernen, den Erzieherinnen

und Erziehern zu

vertrauen.

• Sie müssen lernen, Zeit wieder

für sich in Anspruch zu nehmen.

• Sie müssen lernen, ihr Kind loszulassen

und zu vertrauen, dass

es selbstständig wird und den

Tag ohne die Eltern meistert.

• Sie werden Sorgen haben,

wenn das Kind sich mit der Verabschiedung

schwertut.

Eltern müssen sich genauso eingewöhnen

wie ihre Kinder. Damit

dies gut gelingt, ist erstmal Vertrauen

in die Erzieherinnen und

Erzieher nötig. Haben die Eltern

Vertrauen und können sie guten

Gewissens ihr Kind loslassen,

gelingt auch die Eingewöhnung.

Vertrauen aufbauen:

von Anfang an

Die ersten Schritte in der Kita

sind bezeichnend für die Anbindung

der Familien in die Kita-Gemeinschaft.

Und diese Anbindung

der Familien beginnt im Idealfall

noch vor dem Start der Eingewöhnung,

und zwar durch:

Erste Kontaktaufnahme: Bei der

Knappheit an Kita-Plätzen ist es

für die Eltern von großer Bedeutung,

dass die Platz-Zusage

so früh wie möglich stattfindet.

Steht die Fachkraft für die Eingewöhnung

schon fest, so gibt das

den Eltern Sicherheit. Der erste

Kontakt findet bei der Anmeldung,

beim Tag der offenen Tür,

der Kitabesichtigung statt. Hier ist

der erste Eindruck, den die Eltern

von der Kita und dem anwesenden

Team erhalten, sehr wichtig.

Kitaführungen versus Tag der

offenen Tür: Ein Tag der offenen

Tür lädt Eltern ein, sich die Räume

und das Gelände der Kita anzuschauen.

Dies kann von Vorteil

sein, wenn viele Eingewöhnungen

anstehen. Andererseits ist es mit

Ungewissheit für die Eltern verbunden,

die sich mit anderen Familien

um einen Platz bewerben.

Persönlicher ist eine individuelle

Kitaführung.

Schnuppertage/Hospitationen:

Nichts schafft mehr Sicherheit, als

die neue Kita-Umgebung gemeinsam

mit dem Kind zu erkunden

und den Kita-Alltag kennenzulernen.

An solchen Tagen erlebt man

den Umgang der Kinder und Erzieherinnen/Erzieher

miteinander

und spürt die Stimmung in der

Kita. Auch Fachkräfte profitieren

von diesen Schnupperstunden,

indem sie Eltern gemeinsam mit

ihrem Kind erleben, ins Gespräch

kommen.

Aufnahmegespräch: Nimm dir Zeit

für ein individuelles Gespräch

mit den Eltern und lernt euch

gegenseitig kennen. Was macht

diese Familie aus? Was braucht

das Kind, um sich wohlzufühlen?

Was brauchen die Eltern, um Vertrauen

aufzubauen? Was, um Teil

der Elternschaft und als Familie

gesehen zu werden?

Von der Eingewöhnung

zum festen Teil einer

Kita-Gemeinschaft

18


Eltern

gen für eine gelingende Bildungspartnerschaft

gelegt. Was viele

an dieser Stelle unterschätzen, ist,

dass diese Partnerschaft auch gepflegt

werden möchte, indem die

pädagogischen Fachkräfte von

Anfang an Interesse an der Lebenssituation

der Familie zeigen

und jede Familie als Gesamtkonstrukt

wahrgenommen wird.

Heißt sie in der Gemeinschaft

willkommen. Eltern müssen als

Expertinnen und Experten für

ihre Kinder wahrgenommen werden.

Für die gute Bildungspartnerschaft

brauchst du die Eltern

in der Kita. Genau das solltest

du ihnen vermitteln. Eine Eltern-

Sitzecke ist nur eine Möglichkeit,

ihnen zu zeigen, dass sie immer

herzlich willkommen sind.

Transparenz zeigen

Wenn du Entwicklungsgespräche

vereinbarst,

sei verlässlich

und achte auf den Austausch

auf Augenhöhe zwischen Eltern

und pädagogischer Fachkraft.

Hausbesuche bei den Familien

zeugen von gegenseitiger Wertschätzung

und deinem echten

Interesse an der Lebenssituation

der Kinder und ihrer Familien.

Sind die neuen Kita-Eltern in der

Gemeinschaft gut angekommen

und haben das Gefühl, dass ihr

Kind sich wohlfühlt, so gilt es,

diese Beziehung zu festigen.

Zugleich ist es wichtig, Raum zu

schaffen, damit die Eltern sich

gegenseitig eine Stütze sind: sich

kennenlernen, sich vernetzen und

die Kita als Begegnungsraum für

Familien sehen. Manche Eltern

sind darin richtig gut, andere sind

jedoch dankbar für die Unterstützung

durch die Fachkräfte.

Bildungs- und Beratungsmöglichkeiten:

Angebote zur Entlastung

von Familien,

Vermittlung von Beratungsstellen,

Babysitter-Vermittlung, themenbezogene

Elternabende (organisiert

von Fachkräften, aber auch

mit externen Referenten).

Mitwirkung der Familien: Interessen,

Kompetenzen der Eltern

werden in der Kita zugelassen

und angenommen und machen

die Kita dadurch zu einer Begegnungsstätte

für alle. Zusätzlich

können Fachkräfte davon in ihrer

pädagogischen Arbeit profitieren,

wenn Eltern bei Projekten mitmachen,

auf Ausflüge mitgehen,

Feste mitorganisieren etc.

Familienbegegnungen: Bekommen

Familien den Raum, sich in der

Kita zu treffen, so wird die Kita

automatisch zu einem Willkommenshaus

für alle. Dies könnten

selbstorganisierte Treffen, Elternstammtische,

Selbsthilfegruppen

etc. sein.

Monika Laut-Zimmermann ist

Facherzieherin für Sprache und

Integration und leitet eine inklusive

Einrichtung in Berlin.

19


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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Kollegin Pusteblume

Der Umgang mit Mitarbeitenden der Generation Z

von Heidi Roloff

„Ich habe keine Hoffnung in die

Zukunft unseres Landes, wenn

unsere Jugend die Männer von

morgen stellt. Unsere Jugend

ist unerträglich, unverantwortlich

und entsetzlich anzusehen.“

Diese Äußerung stammt

nicht etwa von einer langjährig

im Erzieherberuf tätigen Fachkraft

in Bezug auf ihre jüngeren

Kollegen, sondern von Aristoteles,

der bereits zwischen 384

-322 v. Chr. zu dem Schluss

kam, dass sich unterschiedliche

Generationen in Denken, Fühlen

und Handeln unterscheiden

und diese Tatsache augenscheinlich

wenig zufriedenstellend

bewertete.

Hast du dich schon mal dabei erwischt,

dass dir über „die Jungen“

ähnliche Gedanken durch den

Kopf gegangen sind? Dass du

dich gefragt hast, ob es überhaupt

noch fähige Praktikantinnen

und Praktikanten, Auszubildende

oder junge Fachkräfte

gibt? Kennst du Befürchtungen,

es könnte mit all den empfindlichen,

vorsichtigen, langsamen,

unzuverlässigen Aufs-Handy-

Schauern und Dauerpostern gar

keine qualitätsvolle Kita-Arbeit

mehr geben? Vielleicht bist du ihnen

schon begegnet: den jungen

Unbekannten der Generation Z.

Zwei Beispiele

Da ist Toni, 21 Jahre und die einzige

Bewerberin auf die vakante

Gruppenleiterstelle. Toni möchte

Teilzeit arbeiten, um genug

Freizeit für ihr Engagement im

Tierschutz zu haben. Aus einem

Gespräch über eine Vollzeitstelle

mit Führungsverantwortung

wird schnell ein Gespräch über

artgerechte Tierhaltung. Am

Ende einigt man sich gemäß der

Wunschkonditionen der Bewerberin:

Anstellung zu 60% trotz

Verantwortung für die 20-köpfige

Kindergruppe inklusive Zweitund

Zusatzkraft. Vier-Tage-Woche

mit freiem Freitag und keine

Spätdienste. Doch dann, einen

Tag vor der Vertragsunterzeichnung,

die Absage …

Oder Luis, 22 Jahre, ebenfalls Bewerber

auf eine Gruppenleitungsstelle.

Luis erscheint mit Mama

beim Bewerbungsgespräch und

formuliert sehr schnell, dass er

sich zu Höherem geboren sieht.

Er ist hier, weil ein Freund von

ihm ebenfalls in dieser Kita arbeitet.

Bei der Verabschiedung fragt

er die Leitung, wie lange sie ihre

Stelle denn noch besetzen wird …

Vier Generationen

Seit Jahren beschäftigen sich

Generationsforscher mit den

jeweiligen Besonderheiten der

verschiedenen Altersgruppen.

Als eine Generation bezeichnet

man eine Geburtenkohorte von

Menschen, die mit denselben

gesellschaftlichen und politischen

Ereignissen, Herausforderungen,

Wertehaltungen usw. aufgewachsen

ist und dadurch Ähnlichkeiten

in ihren Denk- und Verhaltensweisen,

ihren Wünschen und

Vorstellungen hat.

Aktuell finden sich auf dem

Arbeitsmarkt vier Generationen,

wobei die aktuell jüngste Generation

Z sich von den anderen

stark unterscheidet. Charakterisiert

werden kann „GenZ“ jedoch

durch folgende Fakten:

• Jahrgänge von ca. 1997 bis 2010

• aufgewachsen in einer digitalisierten

Welt

• bevorzugte Werte sind Wohlfühlen,

Weltoffenheit und

Sicherheit

• Motivatoren sind Selbstverwirklichung

und attraktive Freizeitgestaltung

• Merkmale sind geringe Loyalität

an Arbeitgeber und der Wunsch

nach Sinnhaftigkeit und Spaß

bei der Arbeit

Aus diesen Erkenntnissen ergeben

sich folgende Empfehlungen

für den Umgang mit Kolleginnen

22


Kitaleitung/Fachkräfte

und Kollegen der Generation Z:

1. Sei schnell

Komprimiere komplexe

Infos und vermeide

unnötigen Aufwand:

Z-ler sind Digital Natives

und gewohnt,

dass Handlungen

eine sofortige Reaktion

zur Folge haben. Dies

ist vor allem im Bewerbungsprozess

wichtig. Z-ler wünschen

die digitale Abgabe einer Bewerbung.

Sie werden kaum mehr

als einmal zum Kennenlernen

erscheinen. Ein Handyverbot

während der Arbeitszeit empfinden

sie als Einschränkung ihrer

Persönlichkeitsrechte. Versuche

eine halbwegs attraktive Lösung

zu finden, denn für Z-ler ist das

Handy kein Luxusgerät, sondern

ein Teil ihrer Selbst.

2. Denke an die Eltern!

Der Einfluss der Eltern auf die Z-

ler ist enorm. Es wird daher nicht

als Unselbstständigkeit gewertet,

wenn Eltern mit bei Bewerbungsterminen

erscheinen. Dies war

noch vor einigen Jahren anders,

aber Eltern sind mittlerweile

eher Coach, Berater und

Freund als Erziehungsberechtigter

Abnabelung

dauert und

Familie ist Sicherheit.

Wer Z-ler einstellt,

wird deren Eltern mit

überzeugen müssen.

3. Sei Berufseinstiegsbegleiter

Generation Z wohnt in der Regel

lange im Elternhaus und ist das

Umsorgtwerden gewohnt. Der

Schritt hinaus aus der vertrauten

Umgebung fällt schwer, also hilft

nur Abholen und die Bereitstellung

eines Mentors. Dieser kann

zugleich dem Wunsch Rechnung

tragen, dass Z-ler sich meist recht

schnell eine (noch unrealistische)

Führungsposition zutrauen. Zeige

deshalb von Anfang an Perspektiven

und den Weg dorthin auf.

Z lässt sich motivieren, aber nur

mit realistischen Entwicklungsmöglichkeiten

und einem „Sicherheitsnetz“

im Hintergrund.

4. Sei nicht „bossig“

Z-ler wollen auf gleicher Augenhöhe

und mit Respekt behandelt

werden. Dass „Lehrjahre keine

Herrenjahre“ sind, ist für sie ein

Spruch aus der Steinzeit. Dazu

folgender Vergleich: Im alten

Rom wurden Straßen mit Kies

als Fundament präpariert, um zu

verhindern, dass der Löwenzahn

durchbricht. Dies tat er allerdings

trotzdem und ist so ein Sinnbild

für die Generation X, die aktuell

die meistvertretene Generation in

Leitungs- und Managementpositionen

stellt. X-ler lassen sich nicht

durch Widerstände entmutigen,

sie beißen sich durch und vertragen

auch mal ein hartes Wort.

Im Gegensatz dazu sind Z-ler

die Pusteblumen. Sie sind empfindlicher

und lassen sich durch

Widerstände schnell vertreiben.

Ein etwas harscheres Wort und

sie fliegen davon. Der leergefegte

Fachkräftemarkt erleichtert es

ihnen.

Fazit

GenZ erfordert also ein Umdenken

im Umgang mit Mitarbeitenden.

Doch wenn man bedenkt,

vor wie langer Zeit Aristoteles

sich bereits beklagte, ohne, dass

es zum absoluten Untergang kam,

ist es durchaus eine wertvolle

Option, der Generation Z eine

Chance zu geben.

Heidi Roloff ist Kitaleitung und

Fachwirtin für Organisation und

Führung.

23


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Unterwegs in eine neue Ära der

frühkindlichen Bildung

Gründungen der Kitafachkräfteverbände in Deutschland

Im August 2020 war es so weit:

Pädagogische Fachkräfte

aus Rheinland-Pfalz

gründeten den ersten

Kitafachkräfteverband

in Deutschland, der sich

als Stimme aus der Praxis

definiert.

Das war der Startschuss für drei

Pädagoginnen aus Baden-Württemberg,

auch ins Tun zu kommen.

Aufrufe über Facebook

erreichten genügend Personen

für die Verbandsgründung. Am

04.01.2021 wurde der Verband

für Kitafachkräfte Baden-Württemberg

gegründet. Damit war

deutschlandweit der zweite Berufsverband

aktiv. Bis zum heuvon

Steffi Wendle, Anja Halder und Anja Braekow (Verband Kitafachkräfte Baden-Württemberg)

Im Frühjahr 2020 trifft sich ein

kleiner Kreis pädagogischer

Fachkräfte, die in den Kitas des

Landes arbeiten. Sie sprechen

über die Arbeit, die Herausforderungen,

geben sich Hilfestellung

und sprechen über

Lösungen. Mit dabei eine Führungskräfteexpertin,

die dieses

Treffen initiiert und damit den

Raum zum Austausch gegeben

hat.

Im Gespräch stellen sie fest: Ein

stabiles und qualitativ wertvolles

Arbeiten ist unter den vorherrschenden

Bedingungen in den

Kitas nicht mehr vorstellbar.

Die Rahmenbedingungen

passen nicht

Gruppen mit 25 bis 28 Kindern

sind nicht nur überlastet. Es gibt

in der Gruppe jeweils lediglich

zwei pädagogische Fachkräfte.

Bedürfnisorientiertes Arbeiten

kann so nicht stattfinden.

Räumlichkeiten sind oft in desaströsem

Zustand oder zu klein, um

jedem Kind den benötigten

Platz zu bieten.

Daraus folgt ein viel

zu hoher Lärm- und

Stresspegel für alle.

Die Coronapandemie

mit all ihren Herausforderungen

gibt der Elementarpädagogik

den Rest. Viele

Fachkräfte sind nach jahrelangen

Überbelastungen am Ende ihrer

Kräfte und kehren dem Beruf den

Rücken.

Die Pandemie brachte die Missstände

in deutschen Kitas ans

Licht und zeigte, was Politik und

Gesellschaft lange nicht wahrhaben

wollten: Gute Bildungschancen

brauchen andere Bedingungen.

Die Pioniere

Baden-Württemberg

Email: Info@verband-kitafachkraefte-bw.de

https://verband-kitafachkraefte-bw.de

Ansprechpartner:innen:

Anja Braekow, Angela Becker

Bayern

E-Mail: info@verband-kitafachkraefte-bayern.com

https://www.verband-kitafachkraefte-bayern.de

Ansprechpartner:innen:

Veronika Lindner, Lisa Pfeiffer

Sachsen/Sachsen-Anhalt

E-Mail: kontakt@verband-kitafachkraefte-s-sa.de

https://verband-kitafachkraefte-s-sa.de

Ansprechpartner:innen:

Claudia Ungefehr, Kathrin Klähn

Nordrhein-Westfalen

E-Mail: vorsitz@kitafachkraefteverband-nrw.de

https://kitafachkraefteverband-nrw.de

Ansprechpartner:innen:

Maren Kremer, Anke Bandorf

Niedersachsen-Bremen

E-Mail: info@kitafachkraefte-niedersachsen-bremen.de

https://www.kfkv-niedersachsen-bremen.de

Ansprechpartner:innen:

Melanie Krause, Anita Arndt

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Kita-Fachkräfteverbände

tigen Zeitpunkt haben sich zehn

Verbände für zwölf Bundesländer

gegründet.

Jeder von ihnen

macht auf die

Rahmenbedingungen

in seinem

Bundesland aufmerksam

und knüpft Kontakte zu

Politik und Presse. Die Verbände

machen immer wieder auf vorherrschende

Missstände in den

Kitas aufmerksam. Es ist allen ein

Anliegen, gemeinsam mit Politikern

und Entscheidungsträgern

Lösungen zu finden.

In Baden-Württemberg stellte

sich das als großes Unterfangen

dar, aber inzwischen gibt es seit

Februar 2022 ein Referat im

Kultusministerium, das für den

Bereich frühkindliche Bildung zuständig

ist.

Kontakte knüpfen

Kontakte zu Politik und Presse

sind enorm wichtig, um sich Gehör

zu verschaffen. Durch stetiges

Wachstum der Verbände wird

die Stimme aus der Praxis immer

lauter. In Baden-Württemberg

sind aus

anfänglich zehn

Mitstreitern inzwischen

über

300 geworden,

Tendenz steigend.

Auch die Verbände der

anderen Bundesländer verzeichnen

Zuwachs. Der konstruktive

Austausch mit den Mitgliedern

ermöglicht unmittelbare Hinweise

zu Missständen. Dadurch können

wir in Kooperation mit Trägern,

Eltern und der Politik bessere

Rahmenbedingungen gestalten.

Ziel: Deutschlandweite

Verbesserungen

Zugleich kooperieren die Verbände,

um auch Verbesserungen auf

Bundesebene anzugehen. Zentrales

Thema ist hier derzeit der

akute Fachkräftemangel, dem es

entgegenzuwirken gilt. Die Ausbildung

muss reformiert werden.

Der Start ins Berufsleben ist ein

wichtiger Aspekt in der Fachkräfteentwicklung.

Wer frisch in den

Beruf startet, muss dies stark und

selbstsicher tun können.

Beispielhafte Ziele aller Verbände:

• drei pädagogische Fachkräfte

pro Gruppe

• maximal 18 Kinder zwischen

drei und sechs Jahren pro

Gruppe

• Einhaltung der Vorbereitungszeiten

• individuelle Begleitung durch

eine Zusatzkraft für Kinder mit

erhöhtem Förderbedarf

• Kita-Leitung coacht das Team,

unterstützt in der persönlichen

Entwicklung

• Kita-Leitung hat ausreichend

Zeit (Freistellung) für Verwaltungstätigkeiten

Anja Braekow, Steffi Wendle

und Anja Halder

Beitrag des Kita-Fachkräfteverbandes

Baden-Württemberg

Rheinland-Pfalz

E-Mail: info@kitafachkraefteverband-rlp.de

https://kitafachkraeftevervand-rlp.de

Ansprechpartner:innen:

Claudia Theobald, Kristin Starck-Fürsicht

Hessen

E-Mail: kfvhessen@gmail.com

https://kfvhessen.org

Ansprechpartner:innen:

Vera Mengler, Verena König

Saarland

E-Mail: Verband@kita-fachkraefte-saar.de

https://www.kita-fachkraefte-saar.de/

Ansprechpartner:innen:

Susanne Kunz (Ansprechpartner für Presse)

Susanna Schwarz-Urff (Mitglieder u. Interessierte)

Thüringen

E-Mail: info@kita-fkv-th.de

https://www.kita-fachkraefteverband-thueringen.de

Ansprechpartner:innen:

Daniel Reinhardt, Nadine Fenner

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Größer denken, bunter handeln

Kreativität ist mehr als Basteln

von Anika Smits

Wenn das Wort Kreativität

im Bereich der frühkindlichen

Bildung fällt, sind die Gedanken

in den meisten Fällen am

Maltisch und bei Bastelarbeiten

der Kinder. Daher auch das

immer noch vorherrschende

gesellschaftliche Bild von der

pädagogischen Fachkraft als

Basteltante. Dieses Vorurteil

versuche ich nun mit einer Reise

in die Kreativität aufzulösen.

Zuerst brauchen wir eine gemeinsame

Definition, damit wir vom

selben Standpunkt aus auf dieses

Thema schauen: Kreativität

leitet sich vom lateinischen Wort

„creare“ ab, was so viel bedeutet

wie: etwas erschaffen, etwas herstellen.

Fantasie ist die Voraussetzung

für Kreativität.

Fantasien, Träume, Ideen, Vorstellungen

und Wünsche können

dich beschäftigen, ohne dass du

diese in die Tat umsetzt. Sie finden

nur in deinem Kopf statt.

Du hast eine Idee, benötigst für

dein Spiel weitere Materialien,

die nicht vorhanden sind,

oder die es noch gar

nicht gibt, die noch

gar nicht erfunden

sind. Diese

inneren Bilder

sind für andere

Menschen weder

erleb- noch spür- oder fühlbar.

Sie gehören dir ganz alleine.

Wenn nun noch positive Emotionen,

ein Motiv und damit Motivation

dazukommen, dann setzt du

mit Hilfe deiner Kreativität deine

Ideen um. Du machst deine Fantasien

und Vorstellungen sichtbar

für andere Menschen. Dies birgt

aber ein großes Risiko. Denn alles

Sichtbare wird bewertet. Deine

Umwelt hat nun die Macht, das,

was du aus deinem Innersten

offenbart hast, zu bewerten, zu

kritisieren oder zu loben. Auch

wenn du mit deinem Ergebnis zufrieden

bist, kann die Bewertung

dein Selbstwertgefühl beeinflussen.

Was, wenn dein Umfeld

deine Arbeit in höchsten

Tönen lobt, du aber völlig

unzufrieden mit dem

Ergebnis bist? Oder du

wirklich all deine Fähigkeiten

genutzt hast und

zufrieden mit dem Ergebnis

bist, aber dein Gegenüber

kritisiert dein Werk?

Warum die Sicht der

Fachkraft?

Du wirst dich fragen, warum an

dieser Stelle von dir als Fachkraft

gesprochen wird und nicht aus

Sicht der Kinder?

Wenn du selbst spürst, was Bewertung

deiner kreativen Lösungen

in dir auslöst oder auch gut

gemeinte Ratschläge bewirken,

kannst du sensibel mit den dir

anvertrauten Kindern im Bereich

der Kreativität unterwegs sein.

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Kreativität/Kinder

Stell dir vor du baust ein Haus

aus einem Karton. Du hast die

nächsten Schritte schon im Kopf,

möchtest Dinge ausprobieren,

schauen, ob der Kleister ausreicht

oder ob du doch lieber Klebstoff

nimmst. Und ein anderer, vielleicht

erfahrenerer Mensch, greift

ein und nimmt dir all diese Erfahrungen,

indem er sagt: „Das wird

nix. Nimm Klebstoff.“ Oder sogar

im schlimmsten Fall: „Gib her, ich

kleb das für dich.“

• Was macht dies mit deinem

Flow?

• Was mit deinem Selbstwertgefühl,

deiner Neugierde und

deiner Offenheit?

• Was passiert mit deinem Mut,

neue Dinge auszuprobieren?

Der Weg ist das Spiel

In der frühkindlichen Bildung

werden die besten Rahmenbedingungen

benötigt, um kindliche

Gestaltungskraft zu fördern und

wachsen zu lassen. Der beste

Weg hierfür ist das Spiel. Im Spiel

bringt das Kind mit Hilfe von Fantasie

und Vorstellungsvermögen

Kreativität hervor.

Der Motor des Spiels liegt in

der eigenen Motivation und der

eigenen Kreativität. Dabei verfolgt

das Kind keinen bestimmten

Zweck. Durch Spielen gestaltet

es seine eigene Wirklichkeit und

setzt sich kreativ gestaltend mit

der Umwelt auseinander.

Das Kind versucht Lösungen für

Aufgaben seines Lebens zu finden

und in Handlungen umzusetzen.

Dafür braucht es Offenheit,

Mut zu experimentieren und die

Bereitschaft, verschiedene Lebenserfahrungen

miteinander zu

verknüpfen, um neue Ergebnisse

zu erzielen. Durchhaltevermögen,

Konzentration und Frustrationstoleranz

gehören auch dazu.

Durch den individuellen Umgang

mit seinen Aufgaben erkennt das

Kind seine persönlichen Fähigkeiten,

aber auch Grenzen. Dies

nimmt Einfluss auf das Selbstbild

und beeinflusst somit auch das

Verhalten.

Kreativität kann demnach sowohl

Problemlösungskompetenz als

auch spielerische, zweckfreie

Kompetenz sein, die den Zufall

und die Freude am schöpferischen

Tun einbezieht.

All diese Dinge sind wichtig, um

unsere Kinder für eine unbekannte

Zukunft zu stärken. Die Welt

verändert sich schnell, Digitalisierungsprozesse

und Industrie

4.0 sind nur zwei Schlagworte,

die uns zumindest wage bekannt

sind.

Ein gedanklicher

Selbstversuch

In meiner Kita gibt es eine Malwand.

Ich möchte dich einladen

mit mir an dieser Malwand zu

malen. Keine Angst, nur gedanklich.

Vielleicht sagst du jetzt:

„Aber ich kann nicht malen.“

Eine Reaktion wie bei vielen

anderen Erwachsenen vor dir,

bevor sie mit mir an der Malwand

waren. Ich frage dich: „Kannst du

einen Pinsel halten?“ Du nickst.

„Dann kannst du auch malen!“, ist

meine Antwort. Oft kommt dann

noch die Reaktion: „Na ja, den

Pinsel über ein Blatt führen kann

ich. Aber schön malen kann ich

nicht.“ Wenn ich frage: „Wer entscheidet

denn, was schön ist?“,

bekomme ich Antworten wie diese:

„In Kunst hatte ich immer nur

eine vier.“ Genau hier bremsen

Bewertungen unsere Kreativität.

Das Selbstbewusstsein, das viele

Menschen im Kindesalter besaßen,

als sie unzählige Bilder

malten, ist zumindest stark eingeschränkt

worden.

Nachdem wir jetzt dieses oft

typische Gespräch geführt haben,

bitte ich dich gedanklich offen zu

sein und mir mit deiner Fantasie

zu folgen:

Stell dir einen Raum vor, in dem

die Wände bis zur Decke mit

Holz verkleidet sind. In der Mitte

des Raumes steht ein Farbtisch.

27


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Dort findest du Pinsel und Behälter

mit Farben. Die Fenster sind

blickdicht durch einen Vorhang

verschlossen. Du hörst leise Musik

im Hintergrund, die mögliche

Störgeräusche übertönt. Du hast

Malkleidung an. Das können ein

alter Pulli und eine Hose oder ein

langer Malkittel sein.

Ich bitte dich, dir einen Platz an

der Wand auszusuchen, an dem

du malen möchtest. Wenn du

deinen Ort gefunden hast, frage

ich dich, ob du ein großes oder

ein kleines Blatt haben möchtest.

Ist deine Wahl getroffen, frage ich

dich noch, ob dein Blatt hochkant

oder quer aufgehängt werden

soll. Dann befestige ich für dich

das Papier.

Die Regeln

Haben alle Teilnehmenden ihren

Platz gefunden, klären wir kurz

die Regeln: Es ist erlaubt, miteinander

zu sprechen. Allerdings

nicht über die jeweiligen Bilder.

Ist dein Bild fertig, verlässt es

diesen Raum nicht. Es bleibt allen

anderen Menschen außerhalb

des Raumes verborgen.

Jede Farbe hat einen eigenen

Pinsel. Möchtest du Rot

malen, nimmst du

einen Pinsel

aus dem

roten

Becher, tauchst ihn in die Farbe,

gehst zu deinem Blatt und malst.

Brauchst du eine andere Farbe,

stellst du den Pinsel zurück in

den roten Pinselbehälter. Haben

sich Farben auf deinem Pinsel

gemischt, wasche ihn kurz aus,

damit die Farben in den Bechern

sauber bleiben.

Es geht los

Nun ist das Malspiel

eröffnet. Du kannst

gegenständlich malen

oder abstrakt.

Alle Teilnehmerinnen

und Teilnehmer entscheiden

selbst. Manche

folgen der Musik, andere ihrem

eigenen Rhythmus. Zu Beginn

ist die Anspannung einzelner

noch spürbar. Es finden Gespräche

über Alltägliches statt.

Aber je mehr Zeit verstreicht,

und je mehr Pinselstriche getätigt

wurden, umso vertiefter sind die

Teilnehmer. Nach und nach wird

es ruhig im Raum. Ich fülle Farbe

nach, wasche Pinsel aus, beobachte

genau, ob einzelne Teilnehmerinnen

und Teilnehmer etwas

von mir benötigen, um in ihrem

Flow zu bleiben. Manchmal

sind es Mischpaletten, da

unser Farbtisch nur

Platz für 6 Farben

hat, manchmal

ist es

eine Erweiterung

der

Malfläche,

weil jemand

ein Motiv begonnen

hat,

was aber nicht mehr auf das Blatt

passt. Ich frage dann leise, ob wir

die Fläche erweitern sollen. Erhalte

ich ein „Ja“, befestige ich ein

weiteres Papier. So bleiben die

Malerinnen und Maler im Flow.

Alle entscheiden selbst, wann sie

ihr Malen beenden.

Die Rolle der Fachkraft

Die dienende Rolle der pädagogischen

Fachkraft

an der Malwand ist

vergleichbar mit der

Begleitung kreativer

Prozesse im Alltag. In

der Bauecke, im Rollenspielbereich

oder auch am

Maltisch. Es findet Co-Konstruktion

statt. Eine Verbindung zum

Gegenüber. Wenn du dich als

Fachkraft darauf einlassen kannst,

wirst du in eine Welt mitgenommen,

die nicht deine eigene ist.

Du darfst zu Besuch sein in der

Lebenswirklichkeit eines anderen

Menschen. Dazu benötigt es

Achtsamkeit, Regeln, Vertrauen,

Beziehung und ein wenig Demut.

Kreativität ist eine zarte Pflanze,

die liebevoll gepflegt werden

möchte, um ihre ganze Pracht zu

entfalten.

Hinweis: Der ursprüngliche Malort ist von

Arno Stern entwickelt worden. Wir haben ihn

ein wenig verändert und für die Gegebenheiten

in der Kita angepasst.

Anika Smits ist Kindheitspädagogin

und Kita-Leitung. Ihr pädagogischer

Schwerpunkt ist die Kreativität.

28


Kinder

Der nächste Schritt

Vorschulkind werden und sein

Stell dir vor, Vorschulpädagogik ist

wie der Zahnwechsel bei fünf- bis

siebenjährigen Kindern. Wie die

zweiten Zähne, wachsen auch

die Kompetenzbereiche über die

gesamte Schulzeit. Jedes Kind

ist stolz auf die erste Zahnlücke,

aber auch ein wenig überrumpelt

über den Verlust des Milchzahvon

Angelika Kirn

Der Sommer ist vorbei, die

ersten Blätter färben sich

schon bunt und es beginnt zu

„herbsteln“. Damit beginnt für

die „Wackelzahn-Kinder“ eine

neue Phase. Seit längerer Zeit

freuen sie sich, dass sie „die

Großen“ werden und sich auf

den Weg vom Kindergartenzum

Schulkind machen.

Was passiert in diesem Entwicklungsprozess?

Findet sich jede

und jeder in der Rolle des Vorschulkindes

wieder? Sind alle auf

einem ähnlichen emotionalen,

entwicklungsspezifischen und

für uns altersgerechten Niveau?

Wie erleben wir die Gefühlswelt

der Kinder und wann begegnen

wir ihnen im Alltag auf Augenhöhe?

Wie holen wir eifrige Eltern

ab, die es mit Schwungübungen,

Buchstaben und Ziffern lernen zu

gut meinen und dabei die Bedürfnisse

des Kindes nicht richtig

erkennen?

Gefühlschaos zwischen

Wackelzähnen

Wenn die Zähne wackeln, stürmt

ein Orkan durch das Gefühlsmeer

der Kinder. Von größer, stärker,

erster bis hin zu ich kann das

nicht, das ist zu

viel, ich muss

weinen,

erste Verliebtheit.

Die Kinder

können

ihre Gefühle

kaum kontrollieren und jedes

fühlt und handelt anders. Deshalb

ist auch die Vorschularbeit nicht

gleichzusetzen mit der Vorschulpädagogik.

Für viele beinhaltet

die Vorschularbeit meist die kognitiven

Fähigkeiten, wie Namen

schreiben, Zahlen erkennen, Texte

verstehen und vorgegebene

Lerninhalte zu reproduzieren.

Die Vorschulpädagogik beschäftigt

sich unter anderem mit dem

emotionalen Bereich sowie der

Selbstständigkeit, dem Selbstbewusstsein

und den motorischen

Fähigkeiten. Das individuelle

Rundum-Versorgungs- und Umsorge-Paket

für das einzelne Kind.

Und natürlich hat auch dieses Paket

in der Gruppe seine Grenzen.

Dank deiner Motivation stellst du

die Kinder in den Mittelpunkt und

kannst die dazugehörigen Eltern

informieren und ebenfalls beteiligen.

Aus Kleinkindeltern werden

Vorschuleltern. Sie brauchen

Transparenz, nicht nur sichtbare

Endergebnisse.

Die Bedeutung der Vorschule

Wenn du in deinem Team nachfragst:

„Was verstehst du unter

Vorschule?“, ist oft die Antwort:

„Vorschule beginnt mit dem Eintritt

in den Kindergarten. Alles im

Kindergartenbereich ist Vorschularbeit.“

Ja, stimmt. Aber: Kinder im letzten

Kindergartenjahr brauchen

mehr. Mehr Mitverantwortung,

mehr eigene Entscheidungen,

mehr Selbstbestimmung, mehr

Mitsprache, mehr Autonomie.

Alles in allem: mehr Partizipation.

Vom Kleinkind zum

Vorschulkind

Bevor die lebendige Arbeit mit

den Kindern im letzten Jahr

beginnt, muss im pädagogischen

Team abgeklärt werden, was für

die einzelnen Fachkräfte das letzte

Kitajahr der Kinder bedeutet

und wie für sie Partizipation der

Vorschüler aussieht.

Vergleichbar mit dem

Zahnwechsel

29


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

nes. In dieser Gefühlsachterbahn

sitzen Kinder und Eltern. Umso

wichtiger ist die Begleitung der

Familie durch uns Pädagogen. Die

Lücken füllen sich mit den zweiten

Zähnen, aufbauend auf altbewährten

und neuen Bereichen.

„Erwachsenenzähne“ können

sich nur ganzheitlich entwickeln,

wenn das Gebiss bereit ist und

die neuen Zahnwurzeln im

Zahnfleisch mit Liebe,

Geborgenheit, positiven

Vorbildern und Gesundheit

gepflegt werden.

Der Grundstock ist

bereit. Im Vorschulalter

beginnt der wichtige Wandel,

die Transformation. Wenn ihr im

Team die Erwartungen und Vorstellungen

des Kindes in dieser

Zeit für euch erörtert habt, ist

die nächste Frage: In welchen

Bereichen können Fachkräfte

ihre Entscheidungsmacht an die

Kinder abgeben? Wie könnt ihr

für die Kinder selbstbestimmte

Aktionen im Alltag einbauen?

Weiß sich das Kind zu helfen,

wenn es am Frühstückstisch sein

Getränk verschüttet hat? Wie

reagiert das pädagogische Fachpersonal?

Freundlich, gelassen

und unterstützend? Oder mit genervtem

Blick und meckernd den

Lappen schwingend? Sind die

Wasserkannen oder Saftflaschen

zu schwer oder zu groß zum Einschenken

in ein Glas?

Viele Kleinigkeiten gilt es

zu beobachten und analysieren.

Für die Kinder

ist es ein kleiner Schritt

Richtung Selbstständigkeit

und Selbstbestimmung. Dadurch

wächst das Vertrauen in sich.

Dann traut sich das Kind auch

neue Aufgaben zu und die Explorationsfreude

wächst.

Von der Vorbereitung zum

ersten Treffen

In die partizipativen Vorschulprojekte

müssen nicht nur die pädagogischen

Fachkräfte reinwachsen,

sondern auch die Kinder. Es

ist nicht so einfach für jedes Kind,

seine Meinung zu sagen, zu vertreten

und Kompromisse in der

Gruppe zu schließen.

In der ersten Stunde erarbeitest

du mit den Kindern die Gesprächsregeln.

Mögliche Fragen

für den Austausch:

• Was brauchst du, damit du in

Ruhe sprechen kannst?

• Wie verhältst du dich, wenn ein

anderes Kind reden möchte?

• Was machen wir, wenn sich ein

Kind nicht an die Absprachen

hält?

Gestaltet gemeinsam ein Plakat,

mit kleinen gemalten Bildern oder

von dir mitgebrachten ausgedruckten

Comics. Auch pantomimisch

dargestellte Kommunikationsregeln

könnt ihr nutzen und

fotografieren. So gestaltet ihr die

Regeln anhand von Fotos. Kinder

dieser Altersgruppe können die

Kamera betätigen und sich geeig‐

30


Kinder

nete Szenen ausdenken, wie

zum Beispiel „Leise sein, wenn

ein anderer spricht.“

Die erste

Gruppenentscheidung

Für die erste Gruppenentscheidung

könnte der Name der

Vorschulgruppe zur

Diskussion stehen.

Jedes Kind äußert

seinen Vorschlag.

In vielen Einrichtungen

werden mittlerweile

Kinderkonferenzen abgehalten.

Die Kinder dort kennen das

Verfahren des Abstimmens und

brauchen keine Vorbereitung.

Falls Abstimmungen für deine

Vorschüler neu sind, dann kläre,

was demokratische Abstimmung

bedeutet.

Nimm ein Tuch, einen Stein, eine

Blume oder ähnliches mit in die

Runde. Das dient zur Unterstützung

beim Reden, woran man

sich festhalten kann, und für die

anderen ist es sichtbar, wer jetzt

das Sagen hat.

Vor einigen Jahren hatte ein Kind

die Idee, statt dem von mir mitgebrachten

Chiffontuch, seine neue

Hai-Figur mit den vielen Zähnen

zu nutzen. Die Kinder waren alle

begeistert und in besagtem

Jahr gab

es bei uns

den Gesprächs‐

hai, der die Kinder unterstützte.

Nachdem die Kinder ihre Gedanken

auf einem Zettel skizziert

haben, stimmen sie ab.

Manchmal müsst ihr Kompromisse

schließen. Unsere Kinder

waren auch schon mal die Hasen-

Dinosaurier-Gruppe (gleiche

Anzahl an Stimmen). Daraus

entstanden weitere

Projektideen, wie ein

Logo gestalten, Plakate

von den verschiedenen

Dinosauriern entwerfen und

den jüngeren Kindern zeigen und

erklären. Eine Hasenturnstunde

mit Hindernisspringen und Haken

schlagen. Lass dich ein auf die

kreativen Ideen der Kinder und

bringe auch eigene mit ein. Du

bist ein Teil der Gruppe und auch

deine Stimme zählt.

Regeln der partizipativen

Vorschulpädagogik

Die pädagogische Fachkraft beobachtet,

hört zu, ist verlässlich,

unterstützt, hat selbst Motivation

und Freude am Tun und ist stets

im wertschätzenden positiven

Dialog mit den Kindern. Projekte

werden von den Kindern angeregt

und ausgesprochen. Die

Fachkraft hilft bei der Umsetzung,

initiiert das Projekt mit den

Ideen und der Unterstützung

der

Kinder weiter.

Gedanken der Kinder werden nie

abgeschmettert, sondern wohlwollend

und wertschätzend aufgenommen.

Partizipation fördert

Selbstvertrauen

Bei einer Gesprächsrunde zum

Thema: Was möchtest du beim

ersten Schulbesuch sehen, lernen

und verstehen? Was interessiert

dich am meisten?, meinte ein

Junge, er würde gerne wissen,

wie das Pippi entsteht und wohin

man die Kacke bringt. Erstmal gab

es wildes Gelächter in der Gruppe,

doch der Junge erinnerte alle

daran, dass er den Gesprächshai

in der Hand halte und alle zuhören

sollen. Ihn interessiere es, wie

das Wasser, das er trinkt, gelb ins

Klo gepieselt werden könne. Somit

beschäftigten wir uns in den

nächsten Stunden mit Verdauung

und dem Abwasserkanal.

Probiere es aus, der pädagogische

Alltag lebt und erblüht wieder

neu mit den Ideen der Kinder.

In der nächsten Ausgabe „Pädagogik

für Dich“ werde ich die

praktische Umsetzung von Projektideen

an Beispielen erklären.

Angelika Kirn ist Erzieherin und

Praxisanleitung mit den Schwerpunkten

Partizipation und Vorschularbeit.

Mehr über

Kinderrechte

hier klicken

31


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Angst, Unsicherheit und

Vorfreude

Der neue Lebensabschnitt in der Kita

von Stephanie Wendle

Montagvormittag, ein sonniger

warmer Morgen. Felix zittert,

er spürt die wärmenden Sonnenstrahlen

nicht. Seine Hände

sind schweißnass, die Kehle ist

wie zugeschnürt, der Puls rast.

Sein Blick wandert nach oben

und er fühlt sich elend. Was

soll er denn hier? Am liebsten

würde er wieder umkehren.

Schnell nach Hause, wo es

sicher für ihn ist und er sich geborgen

fühlt. Er hat Angst und

steht unter sogenanntem negativem

Stress, dem Distress.

Felix‘ Körper hat in Sekundenschnelle

alle Mechanismen

in Bewegung gesetzt, die uns

schon seit Urzeiten das

Überleben sichern.

Für das Entstehen

der Angst sind verschiedene

Bereiche

im Gehirn verantwortlich.

Dort werden

angstmachende Reize

verarbeitet und eine Reihe

von Abläufen in Gang gesetzt.

Es wird zum Beispiel erhöhtes

Adrenalin, Cortisol und Dopamin

ausgeschüttet. Das hat zur Folge,

dass das Herz anfängt zu rasen,

der Blutdruck steigt, die Atmung

wird flach, die Kehle ist wie zugeschnürt

und die Sinne sind

geschärft. Außerdem befinden

sich die Muskeln jetzt in erhöhter

Anspannung, um schnell reagieren

zu können.

Alles anders als daheim

Die Tür, vor der Felix steht, führt

in die Kita. Felix ist drei Jahre alt

und heute ist sein erster Kita-Tag.

Gott sei Dank ist er nicht allein.

An seiner Seite ist seine Mama

und die beugt sich zu ihm herunter,

drückt fest seine Hand

und lächelt ihm aufmunternd

zu. Gemeinsam betreten Sie die

Kita. Felix schlägt eine Mischung

aus Lärm, Stimmengewirr und

fremden Gerüchen entgegen. Er

hält die Hand seiner Mama fest,

gibt sie ihm doch ein Gefühl der

Sicherheit. Auf dem Weg zur

Garderobe treffen sie auf viele lachende

und spielende Kinder. Die

Geräuschkulisse löst Unbehagen

in ihm aus, zu Hause

war es viel ruhiger.

Die ersten Tage

verbringt er gemeinsam

mit seiner

Mama in der Kita.

Sie erkunden gemeinsam

die Räume,

knüpfen erste Kontakte zu

anderen Kindern und Erzieherinnen,

spielen in der Puppenecke

und bauen im Bauzimmer einen

großen Turm. Mit jedem Tag

wird er etwas sicherer. Zweimal

geht sogar Papa mit, der sich

extra frei genommen hat, um die

Kita kennenzulernen. An diesen

Tagen zeigt Felix ihm alles und

ist ganz stolz, dass er sich schon

so gut auskennt. Die anfängliche

Angst verschwindet allmählich

und er wird immer neugieriger.

Felix kann jetzt schon ohne seine

Mama mit den Kindern spielen. Er

ist aber froh, dass er immer wieder

zu ihr gehen kann, auch wenn

sie jetzt etwas abseits sitzt. Sieht

sie entspannt aus und lächelt,

ist alles in Ordnung. Felix lernt

langsam die Abläufe und Regeln

kennen und braucht seine Mama

immer weniger.

Anderes Kind, andere

Gefühle

Vor der gleichen Tür stehen ein

paar Tage später die dreijährige

Marie und ihre Mama. Sie ist aufgeregt

und hüpft wie ein Gummiball

von einem Bein auf das

andere. Seit Tagen spricht Marie

von nichts anderem, so sehr hat

sie sich auf diesen Tag gefreut.

Auch Maries Körper steht unter

Strom. Ihre Haut kribbelt, als

würden tausend Ameisen darüber

32


Kinder

laufen. Genau wie bei Felix laufen

in Maries Körper automatisch die

Mechanismen ab, die uns schon

seit Urzeiten beschützen. Stresshormone

wie etwa Adrenalin,

Noradrenalin und Cortisol werden

ausgeschüttet. Gehirn und

Muskeln steht mehr Sauerstoff

zur Verfügung, der Herzschlag

beschleunigt sich, Blutdruck und

Blutzuckerspiegel steigen an. Wir

sind voller Energie. Bei Marie ist

aber der Auslöser ein anderer als

bei Felix. Bei

Marie ist

es

die Freude und Aufregung. Sie

steht unter sogenanntem positivem

Stress, auch Eustress genannt.

Erkunden mit Begeisterung

Sie kann es kaum erwarten und

sobald die Tür sich öffnet, stürmt

sie hinein und zieht ihre Mama

mit sich. Vom ersten Moment an

machen Marie der Trubel und die

lachenden und lärmenden Kinder

nichts aus.

Nachdem sie ihre Sachen verstaut

haben, geht sie sofort auf

die spielenden Kinder zu. Auch

Marie erkundet mit ihrer Mama in

den nächsten Tagen die Räume.

Das Kreativzimmer hat es ihr am

meisten angetan und sie malt

eifrig ein Bild nach dem anderen.

Im Gegensatz zu Felix braucht

sie ihre Mama schnell nicht mehr.

Bald sitzt diese abseits und freut

sich darüber, dass Marie schon so

selbstständig und offen ist.

Den Zeitpunkt bestimmen

Erwachsene

So wie Felix oder Marie geht es

vielen Kindern beim Neustart in

die Kita. Sie kennen bis zu diesem

Zeitpunkt nur das Zusammenleben

mit der Familie. Das Zuhause

ist ein sicherer Hafen, in dem

sie all ihren Bedürfnissen

nachgehen

können. In

den

meisten

Fällen

werden

Kinder

nicht

gefragt, ob sie bereit dafür sind,

in die Kita zu gehen. Wenn die

Mutter wieder in den Beruf

einsteigen möchte, bleibt ihnen

nichts anderes übrig. Zum körperlichen

Stress kommt der psychische

Stress. Sie wissen nicht, was

auf sie zukommt, und oft sind

Kinder wie Felix emotional noch

nicht bereit diesen Schritt zu tun.

Eingewöhnungsfaktor Zeit

Nach dem erfolgreichen Kennenlernen

der Kita ist es enorm

wichtig, dass die Kinder von den

Fachkräften und ihren Familien

die Zeit bekommen, die sie brauchen,

um richtig anzukommen. In

der Kita gibt es deshalb im besten

Fall ein gutes Eingewöhnungskonzept,

das unter dem Fokus

der frühkindlichen Entwicklung

erarbeitet wurde. Im Mittelpunkt

steht dabei immer das einzelne

Kind. Der Übergang aus der Familie

in die Kita ist der prägendste

Neustart im Leben. Verläuft er

gut und sanft und ist an den Bedürfnissen

und dem individuellen

Tempo des Kindes angepasst,

wird es später beim Übergang

in die Schule davon profitieren

können. Dabei spielt es keine

Rolle, ob es eine, zwei oder sechs

Wochen dauert, denn das lässt

sich nie genau vorhersagen.

Wenn du mit Eltern die Eingewöhnung

planst, gib zu Bedenken,

dass sie sich genügend

Zeit einplanen sollten. Hierfür

lohnt sich die Absprache mit dem

Arbeitgeber, um Zeitdruck zu vermeiden.

Stephanie Wendle ist Erzieherin

und zertifizierte Praxisanleitung.

33


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Sieben Impulse fürs neue Kita-Jahr

Was die Kitaleitung für ihr Team tun kann

von Miriam Fisseni

Ihr startet nach den Ferien in ein neues Kita-Jahr.

Die vergangenen beiden Jahre waren anders. Sie

waren kräftezehrend und nicht immer einfach.

Umso wichtiger ist es, deine Kräfte nun zu bündeln,

deinem Team eine Führungskraft zu sein, mit Zielen

und auch mit Visionen. Beginne mit kleinen Impulsen

zu signalisieren, ich schätze euch, ich nehme

euch wahr und wir starten gemeinsam in ein neues

Jahr voller positiver Momente mit herzlichem Kinderlachen.

So gestaltest du ein WIR-Gefühl.

Nutze hierfür gerne diese sieben Impulse, sie sind

meist leicht und mit kleinem Aufwand im Alltag zu

integrieren, können jedoch viel bewirken.

1. Ich wünsche dir

Nimm dir die Zeit jedem deiner Teammitglieder

nach den Ferien eine „Ich

wünsche dirKarte“ zu schenken. Notiere

hierauf ein paar individuelle Zeilen zu

allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

auch neue Auszubildende solltest du

nicht vergessen.

2. „Guten Morgen“ und „Schönen

Feierabend“

Nimm dir am Morgen ein paar Minuten

Zeit, in jede Gruppe beziehungsweise

jeden Bereich zu gehen und deinen Fachkräften

„Guten Morgen“ zu sagen. Auch

wenn du in den Feierabend gehst, solltest

du dich bewusst verabschieden. Plane dir

hierfür einen kleinen zeitlichen „Puffer“

ein, um terminlich selbst nicht ins Rotieren

zu geraten, häufig entstehen noch

kurze informelle Gespräche, die so viel

wert sind.

3. Wochenimpuls

Bringe im Eingangsbereich deiner Einrichtung

eine Pinnwand an und gestalte

diese, vielleicht auch gemeinsam mit den

Kindern. Sie kann jahreszeitlich dekoriert

sein oder Symbole aufzeigen, die

dir wichtig sind. Es sollte ein Rahmen für

ein DIN-A 4 Blatt geschaffen werden,

auf dem du wöchentlich einen neuen

Impuls, ein Zitat oder auch eine schöne

Situation aus der Kita anbringst. So haben

die Familien, dein Team und weitere

Interessierte die Möglichkeit, am Eingang

kurz innezuhalten und diesen Gedanken

wirken zu lassen.

Freitagsimpulse

hier klicken

34


Kitaleitung/Fachkräfte

4. Geburtstagskarte

Nimm die Geburtstage deiner Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in den Blick und

überrasche jedes Teammitglied in diesem

Jahr mit einer Karte zum Geburtstag.

Halte im Alltag einmal bewusst die Augen

offen nach schönen Karten, die dann

vielleicht besonders gut zu den einzelnen

Personen passen. Diese noch individuell

beschriftet: Eine tolle Form der Wertschätzung!

5. Teamsitzung mal anders

Nimm dir bewusst die Zeit, die Teamsitzungen

individuell zu gestalten. Vielleicht

lädst du zu einem Spaziergang ein, bei

dem ihr über Fragen ins Gespräch kommt,

die du vorher ins Team gegeben hast oder

du lässt die ortsansässige Buchhandlung

neue Kinderbücher vorstellen, um gemeinsam

auszuwählen, was angeschafft

werden kann. Gib dir und deinen Fachkräften

Zeit, miteinander zu kommunizieren

und zu kooperieren.

6. Newsletter

Nutze im Rahmen eines monatlichen

Newsletters die Möglichkeit, eure pädagogische

Arbeit transparent zu machen.

Hierfür kann jede Gruppe beziehungsweise

jeder Bereich einen Newsletter

oder einen klassischen Aushang gestalten,

welcher den Familien darlegt, was in diesem

Monat thematisiert wurde. Darüber

hinaus könnt ihr am Ende des jeweiligen

Monats über die Newsletter auch im

Team ins Gespräch kommen. So erfahren

alle, was in den anderen Bereichen in den

letzten Wochen passiert ist.

7. Feedbackkarten

Führe in deiner Einrichtung Feedbackkarten

ein, die positive Momente aufzeigen.

Gestalte hierfür im Teamzimmer eine

Pinnwand. Hier solltest du leere Karteikarten

bereitstellen. Nun können alle individuelles

Feedback geben, beispielsweise

zu Projekten, Situationen oder Gefühlen.

Die Fachkräfte fühlen sich so untereinander

wahrgenommen und wertgeschätzt.

In der Teamsitzung könnt ihr die Feedbacks

auch immer mal wieder thematisieren

und so den Austausch untereinander

fördern.

Miriam Fisseni ist Sozialpädagogin,

Kita-Leitung und Autorin.

35


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Lernen und entwickeln in

freier Natur

Ein Tag im Waldkindergarten

von Melanie May

Es ist kurz vor 8.00 Uhr warm

eingepackt stehe ich bei 10

Grad und strahlendem Sonnenschein

an unserer kleinen

Holzhütte, die als Treffpunkt

dient. Noch ist es still, doch das

wird sich bald ändern. Nach

und nach treffen die 25 Kinder

des BRK Montessori Waldkindergartens

ein, hängen ihre

Rucksäcke an die dafür vorgesehenen

Haken und beginnen,

die Umgebung hier auf dem

Sammelplatz zu erkunden.

In der Natur gibt es jeden Tag so

viel Interessantes zu entdecken.

Kein Tag gleicht dem anderen

und jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten.

Wenn dann gegen

8.15 Uhr alle Kinder angekommen

sind, wird der Bollerwagen

beladen, und schon beginnt der

Fußmarsch zum Basisplatz in

den Wald. Bereits auf dem Weg,

vorbei an einem Weiher, erleben

die Kinder die Umwelt hautnah

und sammeln so wichtige Naturerfahrungen.

Das freie Spiel

Im Waldkindergarten beschäftigen

sich die Kinder fast ausschließlich

mit den Materialien,

welche die Natur bietet: Erde,

Wasser, Steine, Stöcke laden zum

freien Spiel ein. So kann jedes

Kind ohne festen Spielplan tätig

werden. Das freie Spiel in und mit

der Natur gibt den Kindern die

Möglichkeit, mit allen Sinnen ihre

Welt zu erkunden.

Durch die Vielfalt an Form, Größe,

Gewicht und Beschaffenheit

der Naturmaterialien, erleben

die Kinder immer wieder neue

körperliche Erfahrungen und

Herausforderungen. Das schärft

den Gleichgewichtssinn und

fördert Bewegungssicherheit.

Zudem wird das Selbstvertrauen

durch diese Entwicklung

gestärkt.

Der Wald ist die

perfekte Umgebung,

um wichtige

Erfahrungen

im Bereich der

körpernahen Sinne

wie Sehen, Hören,

Fühlen, Riechen zu erleben.

Durch die Vielfalt und die Veränderlichkeit

der Materialien eröffnen

sich unzählige Möglichkeiten

zum ganzheitlichen Entdecken

und Lernen. Der Aufenthalt in der

Natur fördert die Gesundheit und

ist ein idealer Erlebnisraum.

Partizipation in der Natur

Das freie Spiel wird im Waldkindergarten

ergänzt durch Projekte

und Angebote, wie etwa Werken,

Pflege von Pflanzen, Bilderbuchbetrachtungen

oder individuelle

Angebote, Experimente und

Naturbeobachtungen, je nach

Interesse der Kinder im Rahmen

der Partizipation.

Die ursprüngliche Idee des Waldkindergartens

stammt aus Dänemark.

Dort wurde 1954 der erste

Waldkindergarten gegründet. Erst

im Jahr 1993 entstand in Flensburg

der erste deutsche staatlich

anerkannte Waldkindergarten.

Der wesentliche Unterschied zu

konventionellen Kindergärten

besteht darin, dass die betreuten

Kinder den Tag in der freien Natur

verbringen. Die Aktivitäten im

Freien finden bei jedem Wetter

statt. Einschränkungen

gibt es nur bei witterungsbedingten

gefährdenden Situationen,

wie etwa

Sturm, Gewitter,

extreme Kälte oder

Glatteis. Für diese Fälle

steht jedem Waldkindergarten

ein Schutzraum außerhalb

des Waldes zur Verfügung.

Ankunft am Basisplatz

Mittlerweile haben wir unseren

Weg hinter uns gebracht und

erreichen nach etwa 20 Minuten

Fußweg den Basisplatz. Hier

befindet sich unser Fuchsbau,

eine Holzhütte, ausgestattet mit

Tischen und Hockern, Leseecke,

Gasheizung, Biotoilette und den

Dingen, die wir während unserer

Zeit im Wald benötigen. Zudem

haben wir auf dem Gelände

einen überdachten Brotzeittisch

36


Kinder

mit Baumstämmen als Hocker.

Dort können die Kinder nach

dem gemeinsamen Morgenkreis

frühstücken oder sich einen Platz

suchen, um am Tisch kreativ zu

werden oder sich auszuruhen.

Die meisten Kinder gehen erst

einmal auf Entdeckungstour und

erforschen das Waldgelände im

freien Spiel. Unser Waldkindergarten

hat keine Umzäunung.

Die Kinder wissen jedoch genau,

wie weit sie sich von der Hütte

entfernen dürfen und welche Bereiche

verboten sind. Momentan

befindet sich eine große Pfütze

direkt neben unserer Hütte.

Diese lädt die Kinder ein, darin

zu hüpfen oder mit dem Eimer

Wasser für das experimentelle

Spiel zu schöpfen. Nicht selten

wird die Kleidung hierbei auf eine

harte Probe gestellt.

Gut ausgestattet in den

Wald

Eine wichtige Voraussetzung, um

mit Freude und Motivation in den

Waldtag zu starten ist daher die

passende Kleidung. Hier gilt es,

auf hochwertige, praktische und

bequeme Kleidung zu achten.

Die Kinder verbringen auch bei

regnerischem Wetter nahezu den

ganzen Tag im Freien und haben

große Freude am

Experimentieren

mit

Wasser

und Matsch. Eine robuste und

strapazierfähige Regenkleidung

kostet zwar etwas mehr, hält

dafür länger und bietet für die

Kinder hohen Tragekomfort. Hier

kann man sich bereits bei der

Anmeldung im Waldkindergarten

Tipps holen und vielleicht auch

zu klein gewordene Kleidung von

größeren Waldkindern übernehmen.

Bei unseren Holzfüchsen ist der

Großteil der Kinder gerade ins

freie Spiel vertieft. Sie sammeln

Steine, konstruieren mit Stöcken,

matschen an der Pfütze oder

ernten Himbeeren von den

Sträuchern, die entlang

der Hütte wachsen.

Einige unserer

Vorschulkinder

haben sich

in die Hütte

zurückgezogen

und beschäftigen

sich mit

einem Experi‐

Zur Kita

hier klicken

ment. Währenddessen helfen

andere Kinder der Erzieherin,

die Tische für das Mittagessen

vorzubereiten. Dieses wird von

einer Kollegin gerade mit dem

Bollerwagen vom Kindergarten,

dem die Holzfüchse angegliedert

sind, abgeholt. Dann gibt es

Mittagessen. Kürbiscremesuppe

und Gemüserisotto. Gerade an

kühleren Tagen wärmt die Suppe

und gibt den Kindern neue

Energie für die restliche Zeit im

Wald. Gegen 13.30 Uhr säubern

die Kinder zusammen mit den Pädagoginnen

das Gelände und die

Hütte. Dann geht es zurück zum

Bringplatz. Dort warten bereits

die Eltern und empfangen glückliche

und ausgepowerte Kinder,

die viel über ihren Tag im Wald zu

erzählen haben.

Melanie May ist diplomierte

Sozialpädagogin und Kitaleitung.

37


Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

Kindertränen im

Eingewöhnungsprozess

Vom liebevollen Loslassen und Ankommen

von Ulrike Karner

Das Herzenswunschkind fremden

Menschen anzuvertrauen,

erfordert viel Mut und Zuversicht.

Mein Sohn war bei der

Eingewöhnung in den Kindergarten

etwas über zwei Jahre

und konnte sich sprachlich gut

verständlich machen. Doch

würde er es auch sagen, wenn

er Hilfe braucht oder Durst

hat? Würden seine Erzieher

bemerken, wenn andere ihn

benachteiligen?

Zur Vorbereitung auf das neue

Abenteuer wurden wir zum

Elternabend eingeladen. Ich saß

dort eingequetscht mit all meinen

Unsicherheiten zwischen anderen

Eltern auf einer niedrigen Turnbank.

In einem Film wurde ein

vierzehnmonatiger Junge beispielhaft

von seinem Vater eingewöhnt.

In den Trennungsphasen

begann der Junge zu weinen und

wurde dann von den Erziehern

getröstet und mit Spielzeug abgelenkt.

An mehr kann ich mich nicht

mehr erinnern, da ich längst in

meinen eigenen Film gewechselt

hatte. Ich sträubte mich gegen

die Vorstellung, mein weinendes

Kind in einer unsicheren Situation

mit wenig vertrauten Menschen

zurückzulassen eigentlich zu

verlassen. Würde ich damit die sichere

Bindung gefährden, die ich

zu meinem Kind geknüpft hatte?

Für mich war klar: Das schaffe ich

nicht. Deswegen musste der andere

Elternteil die Eingewöhnung

übernehmen.

Konsequent verabschieden?

Es gab streckenweise Tränen

beim Abschied und pädagogische

Diskussionen mit den Pädagoginnen

und Pädagogen, wie darauf

zu reagieren wäre. Die Aufforderung,

unser Kind trotz Tränen

konsequent zu verabschieden,

weil es sich in der Gruppe schnell

beruhigt, fanden wir beide nicht

hilfreich. Mein Sohn gewöhnte

sich im Kindergarten ein, obwohl

wir keine zufriedenstellende Lösung

gefunden hatten.

Ein Jahr später trat meine Tochter

in unser Leben und damit

die Weigerung meines Sohnes,

weiter den Kindergarten zu besuchen.

Wieso sollte er in den Kindergarten

gehen müssen, wenn

seine kleine Schwester zu Hause

bleiben durfte? Damit standen

mühselige Verhandlungen jeden

Tag auf unserem Frühstückstisch,

die mich nach und nach

zermürbten. Wir verkürzten die

Kindergartenwoche auf drei bis

vier Tage und probierten erfolglos

unterschiedlichste Verführungsund

Überredungstaktiken aus. Ich

wusste nicht mehr weiter, spürte

jedoch, dass ich auch exklusive

Zeit mit meiner Tochter verbringen

wollte und mein Sohn von

den Angeboten im Kindergarten

profitieren konnte. Und dann kam

der Tag, an dem mich mein Sohn

eine wichtige Lektion lehrte …

Nie wieder

An diesem Morgen verfrachtete

ich meinen widerständigen,

knapp Vierjährigen in den Kindergarten.

Er zog sich in der Garderobe

aus und begann zu weinen,

weil er wieder mit nach Hause

gehen wollte. Eine Erzieherin, die

er seit mittlerweile zwei Jahren

kannte und mochte, zog ihn in

den Arm und bedeutete mir mit

einer wegweisenden Handbewegung

zu gehen. Würde er sich

gleich in ihrer Umarmung beruhigen?

Mir wurde von Seiten der

Pädagogen immer wieder rückgemeldet,

dass er im Kindergarten

ein fröhliches Kind und gut in die

Gruppe integriert ist. Also ließ ich

ihn mit einem dumpfen Gefühl im

Bauch zurück.

Als ich ihn zu Mittag abholte,

setzte er sich in der Garderobe

neben mich und bedachte mich

mit einem vorwurfsvollen Blick.

„Du bist gegangen, OBWOHL

du gesehen hast, dass ich weine.

Tu das NIE WIEDER!“, fauchte er

mich an und verlor seither kein

38


Wenn die Psychologin auch Mama ist

Wort mehr darüber.

Ich habe ihn nicht enttäuscht, da

ich begriffen habe, wie richtig

mein Gefühl damals am ersten

Elternabend war: Könnten unsere

Kleinen sich bereits sprachlich

ausdrücken, würden wir sie nicht

weinend zurücklassen,

weil sie sich mit der

Zeit schon „von

selbst“ beruhigen.

Sie würden uns

sagen, dass sie

von uns enttäuscht

sind, weil

wir ihr Vertrauen

und unsere sichere

Verbindung aufs Spiel

setzen. Unsere Kinder

hören doch nur zu weinen auf,

weil sie sich an die Situation anpassen.

Sie spüren genau, was

wir uns von ihnen wünschen, und

tun ihr Bestes, um unsere Erwartungen

zu erfüllen.

Kind zwei war meine

Aufgabe

Ein Jahr später war ich an der

Reihe, unsere Tochter in den Kindergarten

einzugewöhnen. Schon

Wochen vorher hatte ich mich

mit diesem großen Schritt auseinandergesetzt,

damit ich mein

zweites Herzenswunschkind ein

Stück weiter loslassen konnte.

Außerdem war für mich klar, dass

ich sofort benachrichtigt werden

möchte, wenn sie zu weinen beginnt,

damit ich sie abholen kann.

Ich wollte erst wieder zu arbeiten

anfangen, wenn sie spürbar im

Kindergarten angekommen

war.

Mit diesem Entschluss

brachte

ich das erste Mal

meine BEIDEN

Kinder in den

Kindergarten.

Die normalerweise

recht geordneten

fünf Familiengruppen,

erlebte

ich nun im Ausnahmezustand.

Ich beobachtete Pädagogen, die

den ganzen Vormittag weinende

Babys am Arm herumschleppten,

ihre Geduld verloren und Kinder

anmotzten. Das Weinen der

anderen Kinder irritierte meine

Tochter, belastete aber auch alle

anderen Kinder. Und ich entdeckte

stille Kinder, die sich

absonderten und in ihrer Trauer

übersehen wurden. Dazwischen

flatterten wir Eltern zwischen den

Trennungsphasen mit unseren

eigenen Geschichten im Gepäck

ein und aus.

Es war augenscheinlich eine

Situation, die alle an ihre Grenzen

und darüber hinaus trieb. Es

fehlten noch einige Augenpaare,

die Zeit für einen Blickwechsel

hatten, und weitere Hände, die

mit anpackten. Gerade in der Eingewöhnungszeit

ist der Mangel

an Fachpersonal in den Kindergärten

am deutlichsten sichtbar.

Doch auch die Ansprüche von

uns Eltern können zur Verschärfung

der Situation beitragen.

Wenn wir unseren Kindern nicht

genügend Zeit lassen, um in

unserer sicheren und liebevollen

Begleitung anzukommen, setzen

wir sie und ihre Erzieher unnötig

unter Druck.

Meine Tochter hat übrigens nicht

geweint. Wir hatten auch den

Vorteil, dass sie den Kindergarten

kannte und mit ihrem Bruder im

Garten spielen durfte. Mit ihr hat

sich bestätigt: Tränen sind nichts

Schlimmes, aber sie müssen nicht

notwendigerweise Teil der Eingewöhnung

sein.

Ulrike Karner ist ausgebildete

Elementarpädagogin und arbeitet als

Psychologin und Autorin in Wien.

www.ulrike-karner.at

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

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Impressum:

Pädagogik für Dich Dein lebendiges Fachmagazin

wird herausgegeben von Wir bauen Brücken

Kreuzbergstr. 17a, 66978 Clausen

www.wir-bauen-bruecken.com

Verantwortlich: Philipp Bischoff

Redaktion

Marion Bischoff

Kreuzbergstr. 17a, 66978 Clausen

Layout, Design, Satz und Gestaltung

Eva Martin

Am Scherzacker 2, 36358 Herbstein

Korrektorat

Sandra Jungen www.sandra-jungen.de

Illustrationen Pädi und Gogi

Tobias Thies www.tobiasthies.de

Titelbild

Pixabay/Victoria_Art

Marketing

Headlight Marketing, Christof Classen www.headlight-marketing.de

Online-Magazin generiert durch YUMPU.com

i-magazine AG, Verwaltungsrat Kuster Martin

Gewerbestrasse 3, 9444 Diepoldsau

Bezugsbedingungen

Pädagogik für Dich Dein lebendiges Fachmagazin erscheint sechs Mal jährlich für

75 EUR zzgl. 15 EUR Versandkosten. Auslandspreise auf Anfrage. Die Mindestbezugsdauer

beträgt ein Jahr. Eine Kündigung ist schriftlich bis 31.10. des Bezugsjahres

einzureichen, ansonsten verlängert sich der Bezug um weitere zwölf Monate. Es

gelten unsere aktuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

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ISSN 2751-8434

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Pädagogik für Dich | Ausgabe 01/2022

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