MarienKonkret 84 Winter 2016/2017

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Unternehmensmagazin | St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Unternehmensmagazin 84 | Winter 2016/2017

MarienKonkret

St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Fokus Patientensicherheit

Seite 8

16 Strategie

Zukunft gestalten –

Kliniken wollen

kooperieren

22 Gesundheit

Alles fließt –

Vom kosmetischen

Problem zur Krankheit

32 Report

Herz unter Stress –

20. Siegener

Herz-Tag


18

Inhalt

Konkret

4 Jährliche Skiunfälle

8

Mailbox

6 Kurznachrichten

7 Termine

Schwerpunkt

8 Menschen machen Fehler

12 Primum nil nocere

Report

14 Notfall-Übung

32 Herz unter Stress

34 13. Siegener Immun-Tag

Strategie

16 Zukunft gestalten

Gesundheit

18 Der Tod aus dem Nichts

22 Alles fließt

24 Sieben gute Vorsätze für das neue Jahr

Perspektive

26 Was ist der Moment?

26

28

Großes Preisrätsel

Gewinnen Sie einen

Überraschungspreis

Panorama

28 Rätsel

30 Ansporn für unser geistliches Leben

Intern

20 Fritz A. Autsch

36 Personalnews

Impressum:

Herausgeber: St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Kampenstraße 51,

57072 Siegen, Siegen - HRB 3188, USt.-IdNr.: DE176257881,

Geschäftsführer: Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann,

Vorsitzender des Verwaltungsrats: Bruno Sting

Kommunikation & Marketing: Dr. Christian Stoffers (V.i.S.d.P.)

Druck: Vorländer, Siegen

Satz & Layout: Dr. Christian Stoffers; Wilke kreativ, Hilchenbach

Bildnachweis: Fotolia, shutterstock, Thinkstock, K-MediaNews, H.-G. Siemon,

C. Stoffers

Leserbriefe, Bildbeiträge und Anmerkungen an die Redaktion „MARIEN konkret“

adressieren. Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzungen

eingereichter Unterlagen vor. Beiträge für die MARIEN konkret 1/2017 können

bis zum 15. Februar 2017 eingereicht werden.

MARIEN konkret Nr. 84, Dezember 2016 bis Februar 2017, ISSN 1863-9356

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein ereignisreiches und spannendes Jahr neigt sich schon wieder dem Ende zu. Die Weihnachtsmärkte

locken und die Medien „beglücken“ uns – alle Jahre wieder – mit einer unüberschaubaren Fülle an

Jahresrückblicken. Und auch wir wollen, der aktuellen Winterausgabe der MARIEN Konkret vorangestellt,

einen Blick zurück auf die hinter uns liegenden zwölf Monate werfen.

Das vergangene Jahr hat uns bestärkt auf unserem Weg als umfassender, qualitätsorientierter und

dem Menschen zugewandter Gesundheitsversorger unseres Versorgungsgebietes. Es hatte dabei Höhen

und Tiefen. Vor allem hat es uns aber weiter vorangebracht in unserem Bestreben, ein verlässlicher

Dienstleister für die Menschen unserer Region zu sein.

Es gab viele gute und Mut machende Momente. Beispielhaft zu erwähnen ist hier unser gleich zu

Beginn eingeleiteter „Aktionsplan Hygiene“, mit dem unternehmensweit umfassende Maßnahmen

zur Verbesserung und nachhaltigen Sicherung unserer Hygienequalität etabliert wurden. Auch über

die in diesem Jahr vertieften Kooperationsgespräche mit der Katholischen Hospitalvereinigung Südwestfalen

in Olpe wurden Maßnahmen angestoßen, die für unsere zukünftige Entwicklung von großer

Bedeutung sind. Wesentlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfte auch die Auszeichnung

mit dem Zertifikat „Beruf & Familie“ sein, was uns als traditionell familienorientiertes Unternehmen

weiter festigt und verlässliche Angebote für unsere Beschäftigten schafft.

Aber es gab auch traurige Momente in diesem Jahr: So wurden in kurzer Folge die lange in unserem

Krankenhaus tätigen Schwestern M. Luciosa und Schwester M. Reinharda heimgerufen. Beide waren

prägend für Werteorientierung und Engagement, für welches unser Haus seit jeher steht. Im Oktober

verstarb plötzlich und unerwartet Herr Geschäftsführer Wolfgang Nolte aus Olpe, der als verlässlicher

Partner die Kooperationsprojekte mit der Hospitalvereinigung in Olpe vorangebracht hat. Unmittelbar

vor Drucklegung dieses Magazins erfuhren wir vom Tod unseres geschätzten langjährigen Verwaltungsratsvorsitzenden,

Herrn Fritz A. Autsch. Dankbar denken wir an alle Verstorbenen zurück,

die sich für unser Unternehmen stark gemacht haben und in diesem Jahr von uns gegangen sind.

Und doch zieht uns das neue Jahr schon gedanklich in seinen Bann. Unlängst haben wir den „Aktionsplan

Patientensicherheit“ für die kommenden zwölf Monate ins Leben gerufen, und wir bauen

jetzt schon fleißig an der Weiterentwicklung des Unternehmens. Das geplante Demenz-Zentrum in

Netphen und das Hospizprojekt auf der Eremitage seien hier nur beispielhaft erwähnt.

Was wäre aber ein Jahresrückblick ohne den Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ohne Sie,

jeden einzelnen an seinem Platz, hätten wir dieses Jahr nicht abermals erfolgreich beenden können.

Und auch wenn für viele das Jahr schon gelaufen ist, wollen wir die nicht vergessen, die die Feiertage

über in unserem Krankenhaus und unseren Pflegeeinrichtungen dafür sorgen, dass Menschen auch

über den Jahreswechsel gut versorgt und gepflegt werden. Wir sind dankbar, so tolle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zu haben, die durch ihr loyales Engagement zum gemeinsamen Erfolg beitragen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und Gottes reichen Segen für das

Neue Jahr.

Christoph Rzisnik

Geschäftsführer

Hans-Jürgen Winkelmann

Geschäftsführer

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Konkret

4 _ Marienkonkret / 84/16


39.000

Die Zahl der verletzten Skifahrer sinkt weiter: In der letzten Saison

ergaben sich hochgerechnet ca. 39.000 Deutsche, die nach einem

Skiunfall ärztlich behandelt wurden. Im Vergleich zur Basissaison

1979/80 bedeutet dies einen Rückgang von insgesamt fast 62

Prozentpunkten. Nur noch 1,56 je 1.000 beträgt das Risiko für eine

stationäre Behandlung nach einem Skiunfall. Dies bedeutet einen

leichten Rückgang im Vergleich zur Saison 2013/14 und ergibt hochgerechnet

ca. 6.400 bis 6.700 Skifahrer, deren Verletzung einer stationären

Behandlung bedurfte.

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Mailbox

Abschied

Mitte November wurde der langjährige Direktor der Wohnund

Pflegeeinrichtungen des GSS Gesundheits-Service Siegen,

Willi Ax, feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Die

Geschäftsführung des Unternehmens würdigte mit einer

Feierstunde die Verdienste von Willi Ax. Der ausgebildete

Krankenpfleger starte seine berufliche Laufbahn vor über

40 Jahren im St. Marien-Krankenhaus Siegen. In den 1990er

Jahren übernahm er den Aufbau des Bereichs „Altenhilfe“

im Unternehmen, der heute mit circa 400 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern eine der drei tragenden Säulen des integrierten

Gesundheitsunternehmens ist.

Examen

Den erfolgreichen Abschluss ihrer

dreijährigen Ausbildung in

der Gesundheits- und Krankenpflege

feierten im September

insgesamt 28 Auszubildende.

Die Prüfungskommission konnte

sich im Rahmen der praktischen,

schriftlichen und mündlichen

Prüfung ein umfangreiches Bild

über das Können und Wissen

der Absolventen verschaffen.

Schulleiter Klaus Stinner dankte

allen Beteiligten für den geleisteten

Anteil am erfolgreichen

Examen. In seiner Abschlussrede

betonte er, dass die Ausbildung

junger Menschen für

diesen gesellschaftlich bedeutsamen

Beruf oberste Priorität

haben muss. Denn die Pflege

werde im Gesundheitssystem

der Zukunft eine herausragende

Rolle einnehmen.

Dinner for 100

Zum Candle-Light-Dinner lud das Haus St. Elisabeth

Mitte November Angehörige und Bewohner

in einem festlich geschmückten Restaurant und

Bistrobereich ein. Nach einem Sektempfang

gab es ein leckeres Vier-Gänge-Menü, das die

Küche des St. Marien-Krankenhauses wieder

einmal erstklassig zubereitet hatte. Festtagssuppe,

Gänsebrust, Rotkohl, Bratäpfel sowie

einen leckeren Nachtisch erfreuten die

Gaumen der über einhundert Gäste. Eine

Weinkarte rundete den Genuss ab. Viele

Gespräche und eine tolle Atmosphäre,

so angenehm verlief der Abend beim

Dinner im Haus St. Elisabeth.

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Reflux

Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung

leiden an Sodbrennen.

Treten die Beschwerden in einer

Häufigkeit auf, welche das körperliche

Wohlbefinden erheblich

beeinträchtigen spricht man von

einer „Reflux-Krankheit“. Das Reflux-Zentrum Siegerland, das vor

zwei Jahren von Prof. Frank Willeke (im Bild) mit gegründet wurde,

hat sich auf die Behandlung dieser Krankheit spezialisiert. Experten

für die Diagnostik, konservative und operative Therapie haben sich

hierbei zusammengeschlossen, um für Problemfälle gemeinsam Lösungen

aufzuzeigen. Mit dem dritten Siegener Reflux-Tag informierte

das Zentrum insbesondere Betroffene und interessierte Laien über die

Krankheit und zeigte Möglichkeiten der Behandlung auf.

Rückruf

Aufgrund einer möglichen vorzeitigen

Batterieentladung bei

bestimmten Modellen von Defibrillatoren

des Herstellers

St. Jude Medical, die in dem

Zeitraum von 2010 bis 2016

implantiert wurden, werden

betroffene Patienten gebeten, sich entweder bei ihrem niedergelassenen

Kardiologen oder im St. Marien-Krankenhaus Siegen, wenn

der Defibrillator dort implantiert wurde, zu melden, um den Batteriestatus

des Gerätes kontrollieren zu lassen und Sicherheitsrisiken

auszuschließen. Im St. Marien-Krankenhaus Siegen liegt eine Liste

der dort implantierten Defibrillatoren und der betroffenen Patienten

vor. Unabhängig davon werden alle Patienten, bei denen ein solcher

Defibrillator im St. Marien-Krankenhaus Siegen implantiert wurde,

gezielt angeschrieben.

1.000

Um 4 Uhr 36 war es geschafft. Mit

3.440 Gramm Gewicht und einer

Körpergröße von 52 Zentimetern

kam am 4. November das 1.000-

ste Baby des Jahres 2016 im

St. Marien-Krankenhaus Siegen

zur Welt. Müde, aber glücklich

nahmen Mutter Serpil Aldogan die Glückwünsche von Chefarzt Dr.

med. Badrig Melekian und Klinikgeschäftsführer Christoph Rzisnik

entgegen. Der kleine Abdulla absolvierte seinen ersten öffentlichen

Auftritt mit ganz besonderer Gelassenheit. Das St. Marien-Krankenhaus

Siegen erlebt aktuell einen regelrechten Babyboom. Bereits im

August konnte mit 126 Babys ein Allzeithoch bei der Anzahl der monatlichen

Geburten erreicht werden.

Termine

Update Knie

Am 6. Dezember 2016 von 15.30 bis

17.00 Uhr organisiert die Orthopädische

Klinik die Fortbildung „Update Knie“ für

Physiotherapeuten und Ärzte.

Weihnachtsgottesdienst

Der Weihnachtsgottesdienst im

St. Marien-Krankenhaus Siegen findet

am 23. Dezember 2016 um 16.00 Uhr

statt. Musikalisch gestaltet wir der

Gottesdienst vom Mitarbeiterchor des

Krankenhauses.

Notfallmedizin

Da sich die Therapiekonzepte für das

Verhalten in Notfallsituationen rasch

ändern, möchten Prof. Michael Buerke

und Prof. Werner Hering am 17. Januar

2017 von 16.15 bis 18.45 Uhr mit der

Veranstaltung „Notfalltraining für notfallmedizinisch

tätige Ärzte und Rettungssanitäter“

die aktuellen Notfallkonzepte,

die von kompetenten Referenten

ausgiebig erörtert werden, vorstellen.

Aktienmesse

Am 21. Februar 2017 um 18.00 Uhr

findet die Aktienmesse statt. Die Messe

erinnert an die Gründer des Krankenhauses,

die im Jahr 1858 Aktien zu

dessen Errichtung ausgegeben haben.

Pflegekongress

Nach der sehr guten Resonanz zum

ersten Siegener Pflegekongress im

Kulturhaus Lÿz freuen sich die Veranstalter,

schon jetzt den Termin zur zweiten

Veranstaltung am 26. April 2017

ankündigen zu können. Ein Ziel dieser

Veranstaltung ist es, dass sich Pflegende

aller Versorgungsbereiche mit aktuellen

Themen der Berufsgruppe Pflege und

deren Weiterentwicklung auseinandersetzen.

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Schwerpunkt

Menschen

machen

Fehler

Im Mittelpunkt jeder Gesundheitsversorgung

hat die Sicherheit

des Patienten zu stehen.

Unerwünschte Ereignisse gefährden

die Patientensicherheit.

Im Sommer 2013 wurde vor dem Landgericht

Bielefeld im Berufungsverfahren ein tragischer

Unfall verhandelt. Ein Medizinstudent injizierte

zwei Jahre zuvor einem Baby ein zur oralen Verabreichung

gedachtes Medikament; das Baby erlitt

einen anaphylaktischen Schock und verstarb kurz

darauf. Im Blickpunkt der Berichterstattung in den

Medien standen der Fehler des angehenden Arztes

und die Frage, wie es dazu kommen konnte. Der

Student war mit der Mutter des Babys allein im

Raum und sollte dem Neugeborenen Blut abnehmen.

Er ging jedoch davon aus, dass er das Medikament

verabreichen sollte, obwohl er dies noch

gar nicht ohne Anleitung hätte tun dürfen. Darauf

gründete sich dann auch der Strafbefehl.

Unterschiedliche Faktoren

Der Fehler aber war durch Faktoren auf mehreren

Ebenen der Klinik begünstigt worden. So gab es dort

anscheinend keine schriftlich fixierte Einarbeitung

für Medizinstudenten bezüglich der Tätigkeiten im

sog. Praktischen Jahr, die sie übernehmen dürfen.

Eine Pflegekraft hatte eine Spritze mit dem oral zu

verabreichenden Antibiotikum gefüllt, aber unbeschriftet

ans Bettchen des Babys gelegt. Auch die

Arbeitsgeräte trugen zu dem tödlichen Medikationsfehler

bei: Die Spritze, die zum Träufeln in den

8 _ Marienkonkret / 84/16


Marienkonkret / 84/16 _ 9


Schwerpunkt

Mund des Neugeborenen gedacht war, passte auf

die Dosierpumpe.

Das tragische Beispiel zeigt auf, dass und wie Patientensicherheit

durch Verhaltensweisen mehrerer

Einzelner, durch die Organisation der Arbeitsprozesse

und die Gestaltung der Arbeitsmittel gefährdet

wird. Dabei sind die aufgeführten Faktoren nicht auf

diesen einen Fall oder ein Krankenhaus reduziert.

Im Mittelpunkt steht dabei – nicht nur vor Gericht

– der Faktor „Mensch“.

Schlüssel „Patientensicherheit“

Der Faktor „Mensch“ und seine Befähigung spielen

eine gewichtige Rolle bei Ereignissen, bei denen

Patienten zu Schaden kommen, und sind ein

zentrales Element für mehr Patientensicherheit.

Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren in

der Diskussion um Patientensicherheit zunehmend

durchgesetzt. Es wurde und wird auf das Knowhow

anderer Branchen und auf die Erkenntnisse der Sicherheitswissenschaften

zurückgegriffen, vorrangig

aus dem Luftfahrtsektor. Dabei wurden aus ihr

vor allem Aspekte der Verhaltenssicherheit – Umgang

mit Fehlern sowie Verhaltensweisen des Crew-

Resource-Managements – übertragen. Aspekte der

Systemgestaltung, insbesondere der Gestaltung von

Arbeitsmitteln und -plätzen, werden in der Medizin

jedoch noch unzureichend beachtet.

Die Entstehung und Verhinderung menschlicher

Fehler (Human Errors) innerhalb des Systems ist

also zentral. Relevant ist hier die Differenzierung

zwischen (aktiven) Fehlern im Umgang mit Patienten,

die Zwischenfälle oder Unfälle auslösen, und

den Vorläufern für jene Fehler, die auf Ebenen von

Führungsentscheidungen liegen. Fehler können

durch Barrieren auf allen Ebenen des Systems verhindert

oder abgefangen werden.

Durch Führungsentscheidungen werden die Arbeitsbedingungen,

unter denen Patienten behandelt

werden, definiert. Deshalb ist Patientensicherheit

zentral auch Aufgabe des Managements im Krankenhaus,

auch in nicht medizinischen Bereichen

wie Einkauf oder Personalverwaltung. Relevante

Bereiche der Systemgestaltung sind etwa das Gerätedesign,

die Arbeitsplatzgestaltung, die Prozessgestaltung

sowie die Ausgestaltung des innerbetrieblichen

Fort- und Weiterbildungsangebots.

Prozessgestaltung im Mittelpunkt

Sicherheitskultur

Eine nachhaltige Sicherheitskultur ist Bedingung für ein erfolgreiches

Fehlermanagement. Die offene Auseinandersetzung mit Fehlern liefert

das nötige Wissen für ihre Handhabung. Fehlermanagement umfasst

im Einzelnen das frühzeitige Erkennen von Fehlern sowie die Einleitung

von Maßnahmen, sie zu verhindern oder ihre schädlichen Folgen abzuwenden.

Die Prozessgestaltung besitzt dabei eine herausgehobene

Stellung. Die Arbeitsprozesse im Krankenhaus

können bezüglich ihrer zeitlichen Gestaltung,

der Arbeitsmittel oder der Prozessstruktur verbessert

werden, sodass sie menschlichen Fähigkeiten

und Merkmalen möglichst ideal entsprechen. Ein

Beispiel für eine solche Prozessgestaltung ist die

Vermeidung von Unterbrechungen: Diese können

Fehler bewirken, da man Arbeitsschritte oder Ziele

der ersten unterbrochenen Aufgabe vergisst. Da wo

Unterbrechungen im klinischen Alltag nicht komplett

vermeidbar sind, kann man versuchen, ihre

Auswirkungen durch ein kurzes Innehalten, dem

„resumption lag“, abzufangen.

Natürlich können nicht alle Prozesse so ideal gestaltet

werden, da die Bedürfnisse der Patienten

anders als bei Abläufen in der Industrie zeitlich

nicht zu kontrollieren sind. Auch im best möglich

organisierten Krankenhaus muss beispielsweise im

Herzkatheterlabor gearbeitet werden, obwohl die

Fehleranfälligkeit nachts deutlich erhöht ist. Aber

solche Situationen sollten auf den Notfall beschränkt

sein und durch andere Maßnahmen wie optimierte

Teamarbeit oder technische Unterstützung abgefedert

werden.

Standards sind hierbei eine weitere Möglichkeit,

die Gleichförmigkeit des Handelns über Personen

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700 Mio.

Rund 3.700 Mal erkannten die Prüfer des Medizinischen

Diensts der Krankenversicherungen einen

Fehler an. Die Zahl der Behandlungsfehler liegt

zwar angesichts von jährlich fast 700 Millionen

Behandlungsfällen im Promillebereich, doch ist

jeder tragische Fall einer zu viel. Deshalb hat das

St. Marien-Krankenhaus Siegen den Aktionsplan

„Patientensicherheit“ initiiert – einmalig für Südwestfalen.

und Situationen hinweg zu erreichen. Diese können

beispielsweise über Checklisten transportiert

werden, setzten jedoch deren gewissenhafte Befolgung

und Abarbeitung voraus. Sie lassen sich

jedoch nicht – auch wenn sie sinnvoll sind – einfach

in ein System „hineinwerfen“, sondern müssen an

die Gegebenheiten im Operationsbereich etc. angepasst

werden. Deshalb ist die Mitarbeit aller

Ebenen unbedingt erforderlich. Oder: Ohne eine

korrespondierende Kulturveränderung wird die

Checkliste – oder jeder andere Standard – vielleicht

offiziell eingeführt, aber nicht „gelebt“ und somit

nicht nützlich sein.

Arbeitsprozesse sind insbesondere an Schnittstellen

fehleranfällig durch erhöhten Kommunikationsbedarf

und unterschiedliche Annahmen und Wissen

der Beteiligten. Deshalb muss deren Gestaltung

besonders sorgfältig erfolgen. In der Klinikrealität

fallen aber gerade diese Prozesse „zwischen“ die

Zuständigkeiten. Ein Beispiel ist die Patientenübergabe,

bei der wichtige Informationen wie Komorbiditäten,

Allergien, Probleme während der Operation

und der postoperative Plan nicht übergeben

werden. Ein weiteres Beispiel: die Schnittstellen der

Klinik nach außen. Fehler die hier gehäuft auftreten

können, betreffen unter anderem Übergänge

im Behandlungssystem und hier beispielsweise die

Arzneimittelversorgung.

Trainings sind generell nützlich, um mit neuer

Technologie vertraut zu werden, um Verhaltensweisen

und Strategien einzuüben, um Routinen für

bestimmte Szenarien zu erwerben, um eigenes Verhalten

zu reflektieren. Vor allem Abläufe, die quasi

automatisch klappen müssen – beispielsweise die

Reanimation oder die Blutabnahme –, müssen wieder

und wieder geübt werden, ob in formalen Trainings

oder unter Supervision während der Arbeit.

Das kann helfen, den „Hochrisikobereich“ Krankenhaus

sicherer zu gestalten und Tragödien – wie

in dem Bielefelder Verfahren – möglichst zu verhindern.

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Schwerpunkt

Primum nil nocere

Aktionsplan „Patientensicherheit“

gestartet

To Err is human

Das ethische Gebot des „primum nil nocere“

– zu allererst keinen Schaden anrichten – ist

so alt wie die Medizin selbst. Patienten müssen

darauf vertrauen können, dass ein Krankenhaus

alles ihm Mögliche unternimmt, um Schaden

abzuwenden und Fehler zu vermeiden. Diesem Null-

Fehler-Anspruch versuchen die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im St. Marien-Krankenhaus Siegen

nach bestem Wissen und Gewissen gerecht zu

Der 1999 in den USA veröffentlichte Bericht des Institute of Medicine,

„To Err is Human“ (Kohn et al., 2000), fokussierte erstmalig auf Risiken der

Patientenversorgung und identifizierte das Gesundheitswesen (u. a. neben

der Atomindustrie) als Hochrisikobereich. Seit seinem Erscheinen dient der

Bericht weltweit als Ausgangspunkt aktueller Überlegungen und Initiativen

zur Förderung der Patientensicherheit.

werden. Im Mittelpunkt jeder qualitätsorientierten

Patientenbehandlung steht also klar die Sicherheit

des Patienten. Unerwünschte Ereignisse, die das

ungewollte Ergebnis einer Behandlung sind, gefährden

die Patientensicherheit. Daher ist neben dem

Thema Hygiene, für das im St. Marien-Krankenhaus

Siegen bereits der „Aktionsplan Hygiene“ ins Leben

gerufen wurde, ein weiteres wichtiges Ziel der Strategie

2020 das Thema „Patientensicherheit“.

Hochrisikobereich Krankenhaus

„Ein Krankenhaus ist ein Hochrisikobereich, in dem

auch Fehler passieren. Deshalb bemühen sich im

St. Marien-Krankenhaus Siegen Akteure über alle

Berufsgruppen hinweg Risiken zu minimieren und

entwickeln Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit“,

so Hans-Jürgen Winkelmann und

Christoph Rzisnik, Geschäftsführer der St. Marien-

Krankenhaus Siegen gem. GmbH.

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Fehleranfälligkeit

Untersuchungs- und Behandlungsabläufe werden in Einrichtungen

des Gesundheitswesens immer komplexer. Um

die Patientensicherheit zu gewährleisten, werden hohe

Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

der Gesundheitsversorgung gestellt. So belegen Studien,

dass bei 5 bis 10 Prozent der Krankenhausbehandlungen

unerwünschte Ereignisse vorkommen. Oft sind solche

Pannen auf Organisations- und Kommunikationsdefizite

zurückzuführen. Um sie künftig zu vermeiden, bedarf es

eines Kulturwandels im Umgang mit medizinischen Fehlern.

Nicht mehr „wer“ ist schuld, sondern „was“ ist schuld,

ist relevant.

In den vergangenen Jahren hat das St. Marien-

Krankenhaus Siegen eine Vielzahl unterschiedlicher

Schritte eingeleitet, um auf dem Weg zu einer

Sicherheitskultur voran zu kommen:

Im Fehlerberichts- und Lernsystem „CIRS“ können

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym sicherheitsrelevante

Ereignisse in der Medizin und

Pflege melden. Dies können Fehler, Beinahe-Schäden,

Kritische Ereignisse oder auch Unerwünschte

Ereignisse sein.

Darüber hinaus werden Fortbildungen in Patientensicherheit

und Risikomanagement angeboten.

Auch das eingeführte Zertifizierungsprogramm

„KTQ/proCumCert beinhaltet als integralem Bestandteil

Module zum Risikomanagement.

Aktionsplan „Patientensicherheit“

Für das Jahr 2017 initiiert das Unternehmen nun

einen „Aktionsplan Patientensicherheit“, der das

Krankenhaus in drei zentralen Bereichen der Patientensicherheit

entscheidende Schritte weiterbringen

wird:

Arzneimitteltherapiesicherheit

Medikamente können Krankheiten heilen und Leben

retten. Sie können jedoch auch Schaden anrichten.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat

dies bereits in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten

gestellt. Die vielfältigen Risiken bei der Anwendung

von Medikamenten und deren Vermeidung stehen

daher im Jahr 2017 im Vordergrund.

Vermeidung von Stürzen

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, unerwartet

zu stürzen. Es gibt viele Gründe für einen Sturz,

und ein Sturz im Alter bleibt meistens nicht ohne

Folgen: Neben Verletzungen oder Behinderungen

bleibt oft die Angst vor einem erneuten Sturz zurück.

Im Krankenhaus steigt das Sturzrisiko noch

einmal deutlich an. Daher ist die Vermeidung von

Stürzen ein weiterer Schwerpunkt im Aktionsjahr.

Sicherer Einsatz der Medizintechnik

Mit Blick auf den steigenden Einsatz moderner und

komplexer Medizintechnik auch in unserem Krankenhaus

spielt die Einweisung in die Eigenschaften

und Funktionsfähigkeit eingesetzter Medizingeräte

und -systeme eine wichtige Rolle für die Patientensicherheit.

Dies kann, so zeigen es aktuelle

CIRS-Meldungen, zu einer Gefährdung der Patientensicherheit

führen. Dies bildet der Einsatz der Medizintechnik

den dritten Schwerpunkt für das Jahr

2017.

Den Auftakt für die Erablierung des Aktionsplans

bildete Ende November die Kick-Off-Veranstaltung

„Aktionsplan Patientensicherheit 2017“. Für den

Eingangsvortrag konnte der renommierten Experte

Dr. Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risiko-

Beratung aus Detmold gewonnen werden. Etwa

100 Führungskräfte nahmen hieran teil.

Die Verantwortlichen hoffen, dass durch die

Schwerpunktlegung, dem ethischen Gebot des

Nichtschadens mehr Rechnung getragen wird.

Dr. Peter Gausmann bei seinem Impulsvortrag

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Report

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AlarmIm November fand im St. Marien-Krankenhaus Siegen die

Übung eines Massenanfalls von Verletzten statt. Etwa 20

Darsteller des Jugend-Rotkreuzes Siegen-Wittgenstein

simulierten dabei mit unterschiedlichsten (geschminkten)

Verletzungsmustern einen Industrieunfall. In kurzer

Zeitfolge wurden diese durch den DRK-Rettungsdienst

dem Krankenhaus zugewiesen. An der Übung nahmen

auch circa 60 Mitarbeiter des Krankenhauses teil. Seit dem

sogenannten Loveparade-Unglück führt das St. Marien-

Krankenhaus Siegen regelmäßig Übungen durch. Bei diesen

wird die Funktionalität des Krankenhausalarmplans

und die Zusammenarbeit mit den Diensten unter weitgehend

realistischen Bedingungen geprüft. Der Krankenhausalarmplan

sieht vor, dass Patienten bei einem

solchen Szenario im Bereich der Zentralen Notaufnahme

gesichtet werden und jeder von ihnen einer Verletzungskategorie

zugeordnet wird. Entsprechend dieser Zuordnung

erfolgte dann auch seine Verbringung in einen der

sog. Schockräume oder weiteren für derartige Fälle vorgehaltene

Räumlichkeiten. Die Übung fand in Abstimmung

mit den Rettungsdiensten der Region statt. Der reguläre

Krankenhausbetrieb lief dabei ungestört von der Übung

weiter, wenngleich sich in einzelnen Bereichen des Hauses

übungsbedingt eine ungewöhnliche Szenerie darstellte.

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen bedankt sich für die

Unterstützung bei allen an der Übung Beteiligten: den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des Krankenhauses, den

Übungsdarstellerinnen und -darstellern, den zahlreichen

freiwilligen Mitwirkenden des DRK-Rettungsdienstes und

der Siegener Feuerwehr, den Beobachterinnen und Beobachtern

aus verschiedenen Behörden und Institutionen.

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Strategie

Zukunft gestalten

Katholische Kliniken in Siegen, Olpe und

Lennestadt wollen kooperieren

Auf Augenhöhe

Die Anforderungen an die Akteure im Gesundheitswesen

sind sehr anspruchsvoll.

Neue Ansätze und Strukturen sind erforderlich,

um unsere hochwertige medizinische und

pflegerische Versorgung auf stabile Beine zu stellen.

So wurden verschiedene Maßnahmen zur Sicherung

unserer Wettbewerbsposition, die Hebung

von Effizienzreserven und die Bündelung der Investitionsfähigkeit

diskutiert und vorgeplant.

„Die Unternehmensführung der St. Marien-

Krankenhaus Siegen gem. GmbH war und ist aus

der Situation der Stärke und Stabilität offen für Lösungsansätze

zur Bewältigung von gegenwärtigen

und zukünftigen Aufgaben in der Gesundheitsver-

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen hat über 1.800 Beschäftigte, die Katholische

Hospitalgesellschaft Südwestfalen gem. GmbH circa 1.700 Mitarbeiter.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in beiden Unternehmen werden

nach kirchlichem Tarifvertrag gemäß den Arbeitsvertragsrichtlinien des

Deutschen Caritasverbandes (AVR) entlohnt.

sorgung und Pflege. Ein möglicher Lösungsansatz

ist die Schaffung von Unternehmensstrukturen,

die als gemeinsam agierende, größere Einheiten

am Gesundheitsmarkt auftreten“, erklären die Geschäftsführer

Hans-Jürgen Winkelmann und Christoph

Rzisnik.

Unternehmen solide aufgestellt

So gab es seit einiger Zeit einen Informationsaustausch

zwischen der St. Marien-Krankenhaus Siegen

gem. GmbH und der Katholischen Hospitalgesellschaft

Südwestfalen gem. GmbH (dazu gehören

das St. Martinus-Hospital in Olpe und das St. Josefs-

Hospital in Lennestadt) auf unterschiedlichen Leitungsebenen.

„Unsere Unternehmen arbeiten bereits

seit einigen Jahren enger zusammen und sind

die beiden großen katholischen Gesundheitszentren

in Südwestfalen“, so die Geschäftsführer. Beide

Unternehmen hätten vergleichbare Strukturen,

seien wirtschaftlich solide aufgestellt und schrieben

seit Jahren schwarze Zahlen.

Gemeinsame Gespräche, in denen die beiden

Unternehmen ausgelotet haben, wie Potenziale für

die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung

genutzt werden könnten, waren daher eine

16 _ Marienkonkret / 84/16


Die Standorte und Einrichtungen der

katholischen Kliniken

Schmallenberg

Olpe

Lennestadt

Interview

Wenden

Kreuztal

Erndtebrück

Hilchenbach

Gemeinsam

Friesenhagen

Niederfischbach

Betzdorf

Siegen

Burbach

Netphen

Herr Winkelmann, im November wurden wir über die Kooperationsgespräche

informiert. Was ist bislang passiert?

Hans-Jürgen Winkelmann: Es haben Gespräche zwischen

den beiden Unternehmen auf unterschiedlichen Leitungsebenen

stattgefunden, in denen sich beide Seiten einig

geworden sind, enger miteinander zu kooperieren.

Krankenhaus

Med. Versorgungszentrum

Senioreneinrichtung

logische Konsequenz. „Die Gespräche waren und

sind geprägt von gegenseitigem Respekt, kollegialem

Miteinander und dem Wissen, dass sich zwei

große Gesundheitszentren aus Südwestfalen auf

Augenhöhe gegenüber treten“, berichten beide Geschäftsführer.

Katholischer Krankenhausverbund denkbar

Konkret in Planung ist etwa die Errichtung einer gemeinsamen

Krankenhauslogistik mit einer gemeinsamen

Speisenversorgung. Darüber hinaus haben

Gespräche mit der Überlegung begonnen, ob eine

Zusammenführung weiterer Tätigkeitsfelder der

beiden Gesellschaften sinnvoll ist.

„Getragen wurden all diese Überlegungen selbstverständlich

von dem Leitgedanken, die Einrichtungen

langfristig zu sichern und alle Arbeitsplätze

zu erhalten und ggf. sogar weitere zu schaffen“,

heißt es abschließend.

Warum gibt es überhaupt Gespräche?

Hans-Jürgen Winkelmann: Die Herausforderungen, die

Krankenhäuser bewältigen müssen, sind anspruchsvoll.

Es werden größere Unternehmenseinheiten bzw. klare

Kooperationen benötigt. Durch eine Zusammenarbeit

bieten sich neue Chancen, das Leistungsspektrum der

beiden Unternehmen sinnvoll weiterzuentwickeln und die

Herausforderungen zu bestehen. Die Gelegenheit, diese

Chancen zu ergreifen, wollten beide Unternehmen nicht

verstreichen lassen.

Steht jetzt der große katholische Krankenhausverbund in

Südwestfalen vor der Türe?

Hans-Jürgen Winkelmann: Der Verbund ist jetzt noch

nicht das Thema. Beide Partner begegnen sich auf Augenhöhe

und keiner ist von wirtschaftlicher Not getrieben.

Anlass, über einen gemeinsamen Weg nachzudenken,

geben die in allen Häusern anstehenden Investitionen

und der Druck, diese mit nicht auskömmlichen Landeszuschüssen

finanzieren zu müssen. Die neue Küche zum

Beispiel müsste am Standort des St. Marien-Krankenhauses

sonst auch gebaut werden. Kooperationen sind in einem

weiteren Schritt in der Verwaltung denkbar, erst auf der

Zielgeraden, dann auch in Medizin und Pflege. Verbund

oder gar Fusion sind noch in weiterer Ferne. Aber für das

„Miteinander anfangen“ ist jetzt ein idealer Zeitpunkt.

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Gesundheit

Der Tod

aus dem

Nichts

Niemand ahnt, dass Thorsten S.* dem Tod

ganz nahe gekommen ist. Die Spuren sind

fast unscheinbar. Eine kleine, vier Zentimeter

lange Narbe an der Brust. Darunter, gleich neben

dem Herzen, ertastet man eine kleine feste Beule. Es

ist der Defibrillator, der nun in seiner Brust steckt

und verhindern soll, dass sein Herz nochmals zu

schlagen aufhört.

Ein paar Monate ist es her, da kippte der Manager

eines mittelständigen Unternehmens in seinem

Büro einfach um. Eine Warnung war dem Kollaps

nicht vorausgegangen. Eben noch scherzte S. mit

seiner Sekretärin herum, griff nach seinem Sakko,

dann lag er auf einmal rücklings auf dem Teppich.

Die Sekretärin, die den Sturz nur hörte, drehte sich

um; sie konnte die Situation nicht richtig einschätzen

und glaubte an einen seiner üblen Scherze. Erst

als seine Lippen blau anliefen, bekam sie es mit der

Angst. Und sie handelte: Sofort wählte sie 112. Denn

schnell war klar, dass dies keine gewöhnliche Ohnmacht

war. Der Kreislauf von S. war innerhalb von

Sekunden vollständig zusammengebrochen, seine

Atmung stockte. Die Sekretärin begann mit der

Herzmassage; wie durch eine Bestimmung geführt

hatte sie erst kurz zuvor an dem Wiederbelebungsworkshop

beim Siegener Herz-Tag teilgenommen.

Hätte sie auch nur kurz gezögert, wäre der Notarzt

umsonst gekommen.

„Plötzlicher Herztod“ lautete die Diagnose, die

die Ärzte im St. Marien-Krankenhaus Siegen später

stellten. Nur durch die perfekt funktionierende Rettungskette

konnte dem Manager geholfen werden.

Dass S. überhaupt noch lebt und keine bleibenden

Schäden davongetragen hat, ist sehr selten – die Diagnose

„plötzlicher Herztod“ wird meist postmortal

erstellt.

Rund 120.000 Bundesbürger sterben Jahr für

Jahr am plötzlichen Herztod. Plötzlich, da es fast nie

Warnsignale gibt. Auch wenn der Betroffene bereits

an einer Herzkrankheit leidet, kommt die Attacke

immer unerwartet. Besonders beunruhigend dabei:

Es trifft Menschen aller Altersgruppen.

Auslöser des plötzlichen Herztods ist regelmäßig

ein sogenanntes Kammerflimmern. Der Herzmus-

kel schlägt dann so schnell, dass er nur noch zittert;

es wird kein Blut mehr durch den Körper geschickt.

So werden Gehirn und Muskeln nicht mehr mit Sauerstoff

versorgt. Sie sterben ab. Unversorgt führt

dies nach fünf Minuten zu bleibenden Hirnschäden.

Nach spätestens zehn Minuten ist der Mensch

tot. „Zuerst wurde mir schwarz vor Augen und ich

erlebte das, was man Nahtoterfahrung nennt“, berichtet

S.. „Angst hatte ich nicht.“

Das Team in der Kardiologie unternimmt in solchen

Situationen alles Menschenmögliche, um die

Betroffenen ins Leben zurückzuholen. Denn häufig

erwischt der plötzliche Herztod jene Menschen, die

noch lange nicht ans Sterben denken. Meistens geschieht

es vor dem 60. Lebensjahr. Klar weist die

Statistik den plötzlichen Herztod dabei als Problem

der Männer aus: 2/3 beträgt ihr Anteil. Zusätzlich

erschreckend: Viele von ihnen sind unter 40 Jahre

alt.

Letztgenannte Gruppe wirkt dabei äußerlich

meist vollkommen fit. Auch der 40-jährige Thorsten

S. war sich über das Risiko, das er in seinem

Herz trägt, keineswegs bewusst. „Ich hatte zwar ab

und zu Herzrasen, aber dem habe ich keine große

Bedeutung beigemessen.“ Stress gehöre einfach

zu seinem Job, dachte er. Und so ließ er auch das

18 _ Marienkonkret / 84/16


Risiko senken durch Bewegung

Regelmäßige Bewegung gilt als eine der besten Möglichkeiten, um

das Risiko für einen plötzlichen Herztod zu reduzieren. Auch wenn

es gelegentlich durch übermäßige körperliche Belastung zu dem

fatalen Vorfall kommt, überwiegen die schützenden Effekte von angemessenem

Sport bei weitem. Das individuelle Pensum kann mit

dem Arzt abgestimmt werden. Aber Achtung: Keinen Sport treiben,

wenn eine Erkältung vorliegt.

50 % der Todesfälle

Es kann jeden treffen und jederzeit passieren.

Urplötzlich sackt ein Mensch in sich zusammen,

verliert das Bewusstsein, sein Herz

stockt – es kommt zum plötzlichen Herztod.

Schätzungen zufolge lässt sich etwa die Hälfte

der Todesfälle, die durch Herz-Kreislauf-

Krankheiten bedingt sind, auf den plötzlichen

Herztod zurückführen.

Angebot, den sein Unternehmen ihm mit einem

Checkup im Marien Präventionszentrum machte,

verstreichen. „Nie habe ich damit gerechnet, dass

ich einfach umfallen würde.“

Präventionsangebote nutzen

Natürlich kann der plötzliche Herztod tatsächlich

ohne irgendeine vorherige Erkrankung auftreten.

In den meisten Fällen ist er jedoch die Folge einer

unerkannten Herzkrankheit. Meist sind es lädierte

Herzkranzgefäße, die den plötzlichen Herztod

verursachen. Den entscheidenden Impuls liefert

oft eine übermäßige körperliche oder psychische

Belastung. Auch die üblichen Verdächtigen treten

auf: Denn wer raucht, trinkt und übergewichtig

ist, erhöht die Gefahr dramatisch. Entzündungen

und andere Erkrankungen des Herzmuskels und

genetisch bedingte Herzrhythmusstörungen können

auch ursächlich für den schnellen Tod sein.

Ein wesentlicher Auslöser sind zudem verschleppte

Viruserkrankungen. Viren können sich im Herz

einnisten und den Muskel entzünden. Meist heilt

diese Entzündung folgenlos ab. Bei starker körperlicher

Anstrengung kann es allerdings zum Totalausfall

kommen.

Wer sich schützen will, dem ist ein Besuch beim

Kardiologen zu empfehlen. Ab dem 50. Lebensjahr

sollten Männer alle zwei Jahre zur Herzuntersuchung,

bei Frauen gilt dies ab dem 60. Lebensjahr.

Ist eine familiäre Vorbelastung bekannt, sollte man

bereits ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorge.

Angebote wie Management-Checkups sind

als Angebot für besonders gestresste Menschen

sicher eine sinnvolle Ergänzung; auch ist das mit

dem „Wir für Gesundheit“-Programm verbundene

Präventionsprogramm empfehlenswert.

Wer vom Arzt einer Risikogruppe zugeordnet

wird, erhält regelmäßig vorbeugende Medikamente.

Bei Hochrisikopatienten, die bereits einmal

wiederbelebt werden mussten, wird ein Defibrillator

implantiert. Dieses Gerät – etwa so groß wie eine

Streichholzschachtel – erkennt Rhythmusstörungen

und beendet sie durch einen oder mehrere Stromstöße.

„Das ist wie ein kräftiger Schlag in die Brust“,

sagt Thorsten S.. Nach dem plötzlichen Herztod hat

ihm das kardiologische Team von Professor Michael

Buerke den „Defi“ implantiert. Schon zweimal hat

das Gerät sein Herz seitdem wieder in Takt gebracht

und ihn vor Schlimmerem bewahrt.

* Name von der Redaktion geändert

Marienkonkret / 84/16 _ 19


Intern

Fritz

20 _ Marienkonkret / 84/16


A. Autsch

Am 21. November verstarb Fritz A. Autsch, langjähriger Vorsitzender des

Verwaltungsrats der St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH im Alter

von 88 Jahren. Über 30 Jahre wirkte er im obersten Kontrollgremium des

St. Marien-Krankenhauses Siegen. In seiner Amtszeit wurde das damalige

kirchliche Sondervermögen „Marienkrankenhaus“ in ein modernes Unternehmen

überführt. Mehrjährige Verhandlungen mit dem Generalvikariat

gingen dem voraus. Unter seinem Vorsitz wurde das St. Marien-Krankenhaus

Siegen rundum erneuert, die Schwerpunkte in den Bereichen Kardiologie,

Onkologie, Orthopädie, Gynäkologie, Chirurgie, Strahlentherapie und

Diagnostik ausgebaut und moderne Management-Strukturen implementiert.

Zwei Tochtergesellschaften wurden gegründet. Am Ende seiner Amtszeit

entstanden Neubauten für die Altenheime „Haus Mutter Teresa“ Niederfischbach

und „Haus St. Klara“ Friesenhagen sowie für das Therapiezentrum

Siegen. Auch legte er den planerischen Grundstein für die Wohn- und Pflegeeinrichtung

„Haus St. Raphael“ Burbach.

Marienkonkret / 84/16 _ 21


Gesundheit

Alles fließt

Krampfadern betreffen vor allem die hautnahen Venen am Bein

und ihre Verbindungen nach innen. Früh behandelt, verbessern sich

Venenfunktion wie Optik, und das Risiko für Komplikationen sinkt

Krampfadern sind weit verbreitet. So sind

rund 14 Prozent der Deutschen maßgeblich

betroffen. Angesichts der steigenden

Lebenserwartung und anderer begünstigender

Faktoren liegen Venenleiden unverändert im Aufwärtstrend.

Anders gesagt: Die große Mehrheit der

deutschen Bevölkerung weist Veränderungen unterschiedlichen

Ausmaßes an den Venen auf.

Krampfadern sind dauerhaft erweiterte, unregelmäßig

geschlängelte Venen. Sie kommen vor allem

an den Beinen vor, mitunter auch im Beckenbereich.

Schon die Minimalvariante, die eigentlich harmlosen

Besenreiser, empfinden viele Betroffene als

kosmetisch störend. Gelegentlich verursachen sie

aber auch örtliche Schmerzen. Besenreiser sind

kleinste erweiterte Hautvenen, die mit ihren Verästelungen

violett oder blau durch die Haut schimmern.

Eine Verödungsbehandlung oder eine Lasertherapie

kann das Hautbild verbessern.

Komplikationen

Krampfadern ziehen mitunter Komplikationen nach sich. So kann sich eine erweiterte Hautvene entzünden und

das Gefäß an dieser Stelle durch ein Blutgerinnsel verstopfen. Das ist sehr schmerzhaft, der entzündete Bereich ist

überwärmt und gerötet. Zwar besteht unter bestimmten anatomischen Voraussetzungen bei einer Varikophlebitis

die Gefahr, dass das Blutgerinnsel sich bis in die tiefe Venenstrombahn hinein fortsetzt und dort zu einem Verschluss

führt. Dann liegt eine tiefe Venenthrombose vor. Sie bringt ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie mit sich. Jedoch

überwiegen die harmlosen Formen von Venenentzündungen bei weitem.

22 _ Marienkonkret / 84/16


Krampfadern vorbeugen

Vom kosmetischen Problem zur Krankheit

Allerdings geht es bei dem Gefäßleiden nicht nur um

Schönheit: Einmal fortgeschritten, sind Krampfadern

auch ein medizinisches Problem. Häufig spannen

die Beine unangenehm oder schwellen im Laufe

des Tages an. Es kann zu bleibenden Hautveränderungen

und teilweise hartnäckigen Geschwüren

kommen. Manchmal ist auch eine Venenthrombose

die Ursache oder Folge. Die Medizin unterscheidet

zwischen primärer und eine sekundärer Varikose.

Primäre Varikose

Die genauen Ursachen der primären Form des

Krampfaderleidens sind vielfältig und nicht vollständig

klar. Viele Menschen haben eine vererbte

Veranlagung zu Bindegewebs- und Venenschwäche.

Häufig neigen sie dann auch zu Krampfadern.

Begünstigend sind Bewegungsmangel, Übergewicht

und stehende berufliche Tätigkeit.

Eine weitere Ursache der Varikose sind Alterungsvorgänge

des Gewebes: Ähnlich wie die Festigkeit

der Haut im Lauf des Lebens nachlässt,

werden auch die Venen mit der Zeit schlaffer. Dies

macht sich verstärkt in der zweiten Lebenshälfte bemerkbar.

Betroffen sind deutlich mehr Frauen als

Männer.

Sekundäre Varikose

Liegt Krampfadern eine andere Erkrankung zugrunde,

handelt es sich um eine sekundäre Varikose.

Infrage kommen vor allem tiefe Beinvenenthrombosen.

Normalerweise werden etwa 90 Prozent des

Blutes über die tiefen und nur zehn Prozent über die

oberflächlichen Venen zum Herzen zurücktransportiert.

Wenn tiefe Beinvenen infolge einer Thrombosebildung

verstopft sind, erhöht sich dadurch

der Bluttransport über die oberflächlichen Venen.

Langfristig ist deren Transportkapazität vollkommen

überfordert, sie erschlaffen und bilden sich zu

Krampfadern um, zu einer sekundären Varikose.

Eine weitere Ursache von Krampfadern kann eine

Herzschwäche sein. Die gestörte Herzfunktion kann

unter anderem dazu führen, dass der Druck in den

Beinvenen steigt. Typischerweise kommt es dann

auch zu Beinschwellungen.

Viele Patienten möchten gerne vorbeugend etwas gegen die

Krampfadern tun. Teilweise ist das möglich – der Versuch lohnt

sich immer. Eine gesunde Lebensweise, mäßiger Alkoholkonsum,

Nichtrauchen, Gewichtskontrolle, Venengymnastik und Kneippen

wirken in dieser Richtung. Empfohlen wird auch regelmäßiger Ausdauersport

wie zum Beispiel Walking. Bewegungssportler können

ihr Venensystem im Allgemeinen wesentlich länger stabil halten als

Nicht-Sportler. Oft ist bei den Betroffenen jedoch schon eine Therapie

notwendig. Der Gefäßspezialist kann die Verhältnisse an den

Beinvenen und ihre Behandlungsbedürftigkeit überprüfen und geeignete

Behandlungswege vorschlagen.

Krampfadern: häufige Beschwerden

Anfangs kommt es zu Symptomen wie schwere,

müde oder schmerzende Beine und Schwellneigung,

vor allem nach langem Stehen oder Sitzen.

Betroffene Frauen leiden kurz vor der Menstruation

verstärkt darunter. Abends und bei warmen Temperaturen

nehmen die Beschwerden zu, bessern sich

aber nach Hochlagerung oder Kühlung der Beine.

Wadenkrämpfe werden zwar häufig genannt, gehören

aber nicht zu den typischen Beschwerden bei

Krampfadern. Sie beruhen in der Regel auf einer

Fehlbelastung des Bewegungssystems.

Wenn erweiterte Adern sich unter der Haut abzeichnen

oder in Form von Schlängelungen und

Knoten hervortreten, nimmt das Venenleiden deutlich

sichtbare Züge an. Möglichst schon bei den ersten

Anzeichen, die auf ein Venenproblem hinweisen,

ist der Rat eines Venenspezialisten gefragt.

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen ist in puncto

Gefäßchirurgie Vorreiter in der Region und jüngst

ein Gefäßzentrum etabliert, bei dem auch ambulante

Einrichtungen eingebunden sind.

Marienkonkret / 84/16 _ 23


Gesundheit

Sieben gute Vorsätze

für das neue Jahr

1. Weniger Stress

2. Mehr Bewegung und Sport

3. Gesündere Ernährung

4. Mehr Zeit für sich selbst

5. Mehr Zeit für die Familie

6. Zur Vorsorge gehen

7. Weniger Smartphone

Die Zeit vor dem Jahreswechsel eignet sich

am besten, um Bilanz für das vergangene

Jahr zu ziehen und sich Gedanken über

gute Vorsätze für das neue Jahr zu machen. Spätestens

im neuen Jahr entsteht dann der Impuls, alles

besser zu machen als vergangenes Jahr und die

Vorsätze in die Tat umzusetzen. MARIEN konkret

verrät sieben gute Vorsätze, die der Gesundheit gut

tun, und nennt kleine Tricks, die zur Umsetzung

beitragen.

Weniger Stress

Jeder ist von Stress betroffen. Wer häufig hieran leidet,

ist dauerhaft angespannt und riskiert Burnout

und weitere körperliche Beschwerden. Deswegen

sollten gestresste Personen darauf achten, den inneren

Druck gezielt abzubauen.

Unser Tipp: Überlegen Sie dafür, welche Situationen

besonders belastend für Sie sind und versuchen

Sie, diese zu vermeiden. Entspannende Bäder

nach der Arbeit und Sport wirken sich beispielsweise

positiv auf das Gemüt aus. Nehmen Sie außerdem

keine Arbeit mit nach Hause mit und bewältigen Sie

eine Aufgabe nach der anderen.

Mehr Bewegung und Sport

Sport ist gesund, macht fröhlich und steigert die

Konzentration. Konkrete Ziele wie Abnehmen oder

mehr Sport für die Gesundheit dienen bei jeder

Sporteinheit als Motivation. Zudem helfen sie dabei,

die richtige Sportart zu finden.

Unser Tipp: Um den richtigen Sport zu finden,

können Sie zunächst unterschiedliche Sportarten

ausprobieren. Oft hilft ein Trainingspartner bei der

Motivation. Auch eine Sportgruppe oder ein Verein

wie Marien aktiv verpflichten und helfen durch regelmäßige

Trainingszeiten eine Routine im Alltag

zu schaffen. Trainingserfolge können Sie mit Kleinigkeiten

belohnen. Ein Geheimtipp ist der Basis-

Fit-Kurs im St. Marien-Krankenhaus.

24 _ Marienkonkret / 84/16


Freunden getroffen werden. Das hält die Psyche fit

und leistungsfähig und wirkt sich gleichzeitig positiv

auf die Gesundheit aus.

Unser Tipp: Halten Sie jede Woche mindestens einen

Tag oder einige Stunden täglich in Ihrem Terminkalender

für Ihre Zeit mit sich selbst frei. Am besten

sollte es immer der gleiche Tag oder die gleiche

Uhrzeit sein. So entsteht nämlich eine Routine, die

sich in Ihren Alltag integrieren lässt. Um Unterstützung

zu erhalten und eine größere Verbindlichkeit

zu erzeugen, sollten Sie die Termine Familie und

Freunden mitteilen.

Mehr Zeit für die Familie

Für eine größere Zufriedenheit in der Familie ist es

sehr wichtig, sich genügend Zeit zu nehmen. Familiäre

Termine und Aufgaben müssen dabei die gleiche

Priorität besitzen wie geschäftliche Termine.

Unser Tipp: Planen Sie Familientage in Ihren Alltag

ein. Bei der Planung sollten Sie bereits festlegen,

was genau Sie zusammen unternehmen werden. Vor

allem Kinder freuen sich über Ausflüge, Spiele und

Freizeitaktivitäten. Das fördert den Zusammenhalt

und macht die gesamte Familie glücklicher. Feste

Pläne schüren zudem die Vorfreude und machen es

schwieriger, Ausflüge zu verschieben.

Gesündere Ernährung

Eine gesunde Ernährung zeichnet sich durch

ausgewogene und abwechslungsreiche Kost aus.

Dazu zählen viel Obst, Gemüse, Fisch, fettarme

Milch und fettarmes Fleisch sowie Mineralwasser.

Eine solche Ernährung wirkt sich nicht nur positiv

auf die Gesundheit aus, sondern steigert auch das

Wohlbefinden.

Unser Tipp: Für eine langfristige Umstellung der

Ernährung müssen Sie alte Gewohnheiten aufgeben

und diese durch Neue ersetzen. Machen Sie

sich dafür am besten jede Woche einen Koch- und

Ernährungs-Plan. Nimmt die ganze Familie an dem

Vorhaben Teil, ist es noch einfacher, die Ernährung

umzustellen.

Mehr Zeit für sich selbst

Um das Leben im Gleichgewicht zu halten, sind

Freizeit und Zeit für sich selbst sehr wichtig. In dieser

Zeit kann Hobbys nachgegangen oder sich mit

Zur Vorsorge gehen

Ab 35 Jahren hat jeder gesetzlich Versicherte einen

Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen zur

frühen Erkennung von Erkrankungen. Gerade

Männer müssen hier ihren inneren Schweinhund

überwinden.

Unser Tipp: Machen Sie bereits zu Beginn des Jahres

Termine bei Ärzten, sodass die Termine fest in

ihrem Kalender eingeplant sind. Belohnen Sie sich

ruhig nach jedem Arztbesuch mit einer Kleinigkeit.

So erscheint der Gang zum Arzt weniger lästig und

lässt sich mit einer schönen Tätigkeit verbinden.

Weniger Smartphone

Wer viel Zeit mit dem Smartphone verbringt, schadet

nicht nur seinem Nacken. Auch die Gedächtnisleistung

und das Gewicht sind betroffen. Vor allem

auf die Frühentwicklung von Kindern wirkt sich ein

hoher Smartphone-Konsum negativ aus.

Unser Tipp: Um weniger auf das Smartphone zu

glotzen, sollten Sie bestimmte Zeiten arrangieren.

Wählen Sie die Nutzung mit Bedacht aus und versuchen

Sie, maximal eine Stunde am Tag sinnlos

durch die Gegen zu surfen. Machen Sie sich klar,

dass Sie die Zeit viel sinnvoller nutzen könnten. Lesen

Sie beispielsweise die MARIEN konkret oder ein

Buch oder investieren Sie mehr Zeit in Kochen und

Freunde.

Marienkonkret / 84/16 _ 25


Perspektive

Was ist

der Moment?

Eigentlich müsste sie mit dem Pinsel auf die

Welt gekommen sein, denn schon von Kindesbeinen

an steht das Interesse an der

Kreativität, besonders der Malerei, bei Heidrun

Fincks hoch im Kurs. In der Oberstufe des Evangelischen

Gymnasiums in Weidenau belegt sie den

damals ersten Leistungskurs in Kunst im hiesigen

Raum. Nicht erst dort lernt sie den Umgang und die

Techniken mit den unterschiedlichsten Materialien.

Kurz vor ihrem Abitur hat sie bereits ihre erste Ausstellung

in den Räumen der Sparkasse Netphen. Ihr

ist klar, dass sie beruflich in die künstlerische Richtung

gehen muss. Sie absolviert eine Ausbildung

zur Grafikerin mit Schwerpunkt Illustrationen und

arbeitet in verschiedenen Werbeagenturen. Nebenbei

verfeinert sie ihren Malstil und stellt in den unterschiedlichsten

Einrichtungen aus.

Nach einer kleinen Pause, in der sie ausschließlich

den Fokus auf ihre Familie setzt, schlägt sie dann

den Weg in die Selbstständigkeit ein: 1999 gründet

sie ihr „Atelier für Werbung und Kunst“. 2004 bietet

sie Mal-Workshops für Kinder an, die sich einer

sehr guten Resonanz erfreuen und zu regelmäßigen

Kursen ausgebaut werden. Heute ist sie Leiterin der

Kunstschule Netphen und organisiert mit anderen

Künstlerinnen das Künstlercafé „Cafè Couleur“.

Eine kurze minimale Zeit

„Ohne die Malerei und deren Ausdruckskraft wäre

ich nur ein halber Mensch“, so sagt sie selbst. Ihre

eigenen Werke, die meist großformatig sind, werden

in Öl, Acryl oder Mischtechnik gemalt und sind

in ihrer Farbkomposition fein aufeinander abge-

26 _ Marienkonkret / 84/16


Belegen eines Raums

Mensch und Raum sind unzertrennbar. Der Mensch betritt einen Raum, durchschreitet ihn, verweilt dort, erkundet

ihn, oder er wohnt dort. Dieses „Belegen“ eines Raumes steht in Abhängigkeit zu negativen wie positiven Stimmungen,

die ein Raum, als gebauter Raum, ausstrahlen kann. Akustik, Licht und Farbe können beklemmende wie

auch zuversichtliche Gefühle des Menschen frei setzen. Das Krankenhaus stellt einen besonderen Raum dar: Er ist

ein Aufenthaltsraum auf Zeit, verknüpft mit Erwartungen und Hoffnungen beim Patienten. Er stellt sich oft als Neutralraum

dar, dessen Nüchternheit und medizinischer Zweck ein Gefühl der Unsicherheit und Angst beim Patienten

freisetzt.

stimmt. Nichts darf zu grell oder aufdringlich wirken.

Feine, fast transparente Übergänge werden

von einfarbigen Flächen abgegrenzt. Hier und da

mischt sich auch schon mal ein typografisches Element

mit ein. Heidrun Fincks arbeitet vielseitig. Abstrakte

Phasen wechseln sich mit fotorealistischer

Malerei ab, aber auch das Experimentieren mit unterschiedlichen

Techniken und Materialien bereit

ihr große Freude. Dabei entdeckt sie immer wieder

neue Nuancen ihrer Schaffenskraft.

Ihre aktuelle „MediArt-Ausstellung“ im Therapiezentrum

am St. Marien-Krankenhaus Siegen

zeigt Bilder, die Augenblicke im Leben eines Menschen

beziehungsweise eines Tieres darstellen.

Was ist der Moment? Eine kurze minimale Zeit, die

schnell vergeht, oder etwas, das sich einprägt und

einen nicht mehr loslässt? „Diese Augenblicke hat

die Künstlerin in ihren aktuellen Bildern malerisch

festgehalten“, sagt Dr. Christian Stoffers, Leiter

Marketing im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Der

Moment, in dem ein Kind das erste Mal eine Pusteblume

entdeckt oder den Wellengang des Wassers.

Zwei exotische wohlproportionierte Damen, die auf

einem Mofa fahren und Lebensfreude ausstrahlen

und der Mops, der nicht gerade begeistert mit einer

Badekappe versehen im Cabrio seines Frauchens

sitzt, bringen den Betrachter zum Schmunzeln. All

dies sind Momente, an die es festzuhalten gilt. Bei

all den schrecklichen Bildern, die durch die Medien

gehen und die wir tagtäglich sehen, ist es der

Künstlerin wichtig, einen positiven Akzent zu setzen

und die schönen Dinge des Lebens in den Fokus

zu setzen.

Wer Heidrun Fincks kennt, weiß, dass die Gemälde

direkt aus ihrem Herzen kommen, denn sie ist

eine humorvolle, lebensbejahende Künstlerin, was

in der Vergangenheit nicht nur ihre Malschüler feststellen

konnten. Alles in Allem wollen ihre Bilder

mehr sein, als nur bloße „Hingucker“. Unikate, die

Freude und Spaß vermitteln sollen. Die Ausstellung

ist bis Mitte Dezember während der Öffnungszeiten

des Therapiezentrums in der Siegener Friedrichstraße

133 zu sehen.

15 Jahre MediArt

Die Bilder im Therapiezentrum sollen

zur konstruktiven Auseinandersetzung

beitragen. Dabei ist die Form und der Inhalt

der Reaktionen, der Resonanz offen

– wichtig ist, dass die Bilder im Gespräch

sind und sein werden – erst dann erfüllt

sich der Wunsch aller am Programm MediArt

Beteiligten. Das Projekt „MediArt“

besteht schon seit 15 Jahren im St. Marien-Krankenhaus

und wird auch in dessen

Tochtereinrichtungen umgesetzt. Bei

MediArt haben sich, unterstützt durch die

UNESCO, zahlreiche Einrichtungen des

Gesundheitswesens zusammengeschlossen,

um die Kunst und Kultur innerhalb

medizinischer Einrichtungen zu fördern.

Marienkonkret / 84/16 _ 27


Panorama

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir suchen dieses Mal ein wichtiges Gut für die Gesellschaft. Bitte die Lösung aufschreiben und bis zum 15. Februar 2017 an

die Redaktion der MARIEN konkret (St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Referat Marketing & Kommunikation, Kampenstr.

51, 57072 Siegen) senden. Unter allen fristgemäß vorliegenden Einsendungen mit richtigem Lösungswort wird ein Überraschungspreis

verlost.

Die Gewinnerin des letzten Rätsels heißt Magdalene Kauke, Siegen.

Es wird keine Gewähr übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auflösung erfolgt in der nächsten Ausgabe.

Wir wünschen viel Glück!

Ihre Redaktion.

28 _ Marienkonkret / 84/16


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Auflösung Rätsel 83

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PATIENTENVERSORGUNG


Panorama

Ansporn für unser

geistliches Leben

Die Sterndeuter aus dem Osten haben sich

ganz auf ihre astronomisch-wissenschaftlichen

Kenntnisse verlassen und einen weiten

Weg zurückgelegt, um ein einmaliges Ereignis

aus nächster Nähe zu untersuchen. Es ist leicht vorzustellen,

wie sie sich in der damaligen Zeit auf einer

solchen Reise vielerlei Gefahren, Hitze und Kälte,

Hunger und Durst, Wind und Wetter ausgesetzt

haben, nur um den neugeborenen König zu sehen,

dessen Stern sie aufgehen sahen.

Das ist ein erster Punkt, der für unser geistliches

Leben hilfreich sein kann. Wir sind auch immer

wieder neu auf der Suche nach Jesus Christus.

Manchmal erfahren wir seine Nähe, oft scheint es

uns, dass der Herr wie abwesend ist. Ablenkungen,

alltägliche Widerwärtigkeiten und Kreuze, Sorgen

und Probleme wollen uns hindern, Jesus zu finden.

Daher können wir an den Weisen ein Vorbild nehmen,

wie entschlossen man eine Sache anzugehen

hat und wie man bereit sein muss, Opfer zu bringen,

um ans Ziel zu gelangen.

Ein Zweites, das mir in diesem Evangelium wichtig

ist: Die Sterndeuter bringen dem Kind in der

Krippe Geschenke, die alle neben dem materiellen

auch einen symbolischen Wert haben: Gold für den

König der Könige – ein Ausdruck den Glaubens;

Weihrauch für das göttliche Kind – ein Zeichen der

Liebe; Myrre für sein Begräbnis – ein Symbol für die

durchhaltende Treue, die Hoffnung.

Im stillen Gebet vor dem Herrn frage ich mich

oft: Was kann ich Jesus schon bringen? Alles, was

ich habe, habe ich ja von ihm. Es ist mir bewusst,

dass ich ihm keine materiellen Geschenke bringen

kann. Natürlich kann ich Jesus im Armen und Bedürftigen

dienen, indem ich ihn beschenke – wir alle

30 _ Marienkonkret / 84/16


kennen das Wort Jesu: „Was ihr für einen meiner

geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“

(Mt 25,40) –, aber letztlich kann ich Jesus nur

geistliche Gaben bringen: meine Hingabe an ihn als

Ausdruck meines Glaubens, mein Ja zu den alltäglichen

Widerwärtigkeiten und Kreuzen als Zeichen

meiner Liebe, meine Standhaftigkeit im täglichen

Kampf als Beweis meiner Treue und Hoffnung. Für

mich ist dieses Bringen ein wesentlicher Teil des

täglichen Gebetes. Dabei erinnere ich mich an die

Worte, die Jesus Schwester Faustyna Kowalska ans

Herz gelegt hat und in ihrem Tagebuch zu finden

sind: „Tochter, schenke mir dein Elend, denn das ist

ausschließlich dein Eigentum.“

Noch etwas Drittes: Den Weisen wurde im Traum

geboten, dass sie nicht zu Herodes zurückkehren

sollen. Das finde ich bemerkenswert; denn das bedeutet,

dass alle den gleichen oder einen ähnlichen

Traum hatten und dass sie darüber redeten. Darin

erkennen wir Gottes Führung, ein eindrückliches

Eingreifen Gottes!

Gott will jeden Menschen leiten,

auch uns. Aber wie bei

den Sterndeutern ist es nötig,

zu erkunden, was in der Tiefe

unseres Herzens vor sich geht,

und sich darüber bewusst Rechenschaft

zu geben. Denn Gott

spricht gewöhnlich nicht laut,

sondern gibt sich im Verborgenen

zu erkennen.

Allen Leserinnen und Lesern

ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest

und Gottes reichen Segen

für 2017 wünscht

EVANGELIUM NACH MATTHÄUS

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa

zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen

Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem

und sprachen: Wo ist der neugeborene König

der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen

im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

Als das der König Herodes hörte, erschrak

er und mit ihm ganz Jerusalem, und

er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester

und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte

von ihnen, wo der Christus geboren

werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem

in Judäa; denn so steht geschrieben

durch den Propheten (Micha 5,1): „Und du,

Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs

die kleinste unter den Städten in Juda;

denn aus dir wird kommen der Fürst, der

mein Volk Israel weiden soll.“ Da rief Herodes

die Weisen heimlich zu sich und erkundete

genau von ihnen, wann der Stern erschienen

wäre, und schickte sie nach Bethlehem und

sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach

dem Kindlein; und wenn ihr‘s findet, so sagt

mir‘s wieder, dass auch ich komme und es

anbete.

Als sie nun den König gehört hatten, zogen

sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland

gesehen hatten, ging vor ihnen her,

bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein

war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut

und gingen in das Haus und fanden

das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und

fielen nieder und beteten es an und taten ihre

Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch

und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im

Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren;

und sie zogen auf einem andern Weg

wieder in ihr Land. (2, 1-12)

Marienkonkret / 84/16 _ 31


Report

Herz unter Stress


Dr. Johann Mermi

Herz-Kreislauferkrankungen sind nach wie

vor die Haupttodesursache in der westlichen

Welt. Hier spielt die koronare Herzerkrankung,

welche durch Ablagerungen von Kalk und Fett

in den Herzkranzgefäßen entsteht, eine wichtige

Rolle. Diese Ablagerungen treten nicht nur in den

Herzkranzgefäßen auf, sondern auch in den Beingefäßen

oder auch in den Halsgefäßen, wo sie auch

zu Durchblutungsstörungen beziehungsweise

Schlaganfällen führen können.

Über Jahre und Jahrzehnte führt die Ablagerung

von Kalk und Fett zu einer Wucherung und

Ausbildung eines Plaques, welcher die Gefäße so

einengt, dass das Areal der Hinterwand nicht ausreichend

Sauerstoff bekommt. Gerade beim Herz

bedeutet dies, dass Brustschmerzen, wie z. B. An-

20. Siegener Herztag 2016

gina pectoris in unterschiedlichen Formen auftreten

können; das Herz ist unter Stress. Wenn eine

Plaque aufplatzt, kann es zu einer Aktivierung der

Gerinnung kommen, so dass sich das Gefäß komplett

verschließt und ein akuter Herzinfarkt auftritt.

Die Sterblichkeit bei einem Herzinfarkt liegt

bei 30 Prozent, wenn hier nicht rasch eine Wiedereröffnung

des Herzkranzgefäßes erfolgt. Durch

Ballonaufdehnung und Stentimplantation kann

die Durchblutung wiederhergestellt werden. Die

koronare Herzerkrankung kann durch eine medikamentöse

Therapie in ihrer Ausbreitung gebremst

werden, aber auch Maßnahmen, wie körperliches

Training und gesunde Ernährung sind

in diesem Zusammenhang extrem wichtig.

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen möchte

32 _ Marienkonkret / 84/16


gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung und

der AOK NordWest über die Prävention, Diagnostik

und Therapie der koronaren Herzerkrankung

und des Herzinfarktes informieren und sensibilisieren.

Unter dem Motto „Herz unter Stress“ luden

diese Institutionen daher Ende Oktober in die Siegerlandhalle

ein. Etwa 800 Teilnehmer, teilweise

waren sie selektiv zu einzelnen Programmpunkten

angereist, nahmen die Einladung an.

Am Herz-Tag referierten neben Chefarzt der

Kardiologie des St. Marien-Krankenhauses Siegen,

Prof. Dr. med. Michael Buerke, Dr. med. Till

Walter, Direktor des Siegener Präventionszentrums,

Dr. med. Fabian Krämer vom Herz- und Gefäßzentrum

Overhoff und Krämer aus Siegen und

Dr. med. Johann Mermi, Oberarzt der Kardiologie

am St. Marien-Krankenhaus Siegen. Ein besonderer

Talk ließ die Herzen der älteren Fußballfans

höher schlagen: Zu Gast war Hans Tilkowski, Ex-

Torwart der Deutschen Fußball Nationalmannschaft,

Vize-Weltmeister von 1966 und beim berühmten

„Wembley-Tor“ Torwart der Deutschen

Elf im WM Endspiel.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm,

das Spielern des Zweitbundesligisten TUS Ferndorf

angereichert wurde, ergänzte die Fachvorträge.

Dazu zählte u. a. die Blutdruck- und Lipidmessung,

eine Körperfettbestimmung, eine

Schrittmacher- und Defi-Ausstellung, ein begehbares

Herzmodell, Live-Cooking und Live-Herz-

OP. Die Herzstiftung, die Herz-Apotheke und die

AOK waren mit Informationsständen ebenfalls

vertreten.

800 Besucher im Saal

Prof. Dr. med. Michael Buerke

Begehbares Herzmodell

Live-Herz-OP

Stefan Eckardt im Fachgespräch

Ehrengast Hans Tilkowki

Marienkonkret / 84/16 _ 33


Report

34 _ Marienkonkret / 84/16


Immun

Anfang November fand der 13. Siegener Immun-Tag in der

Siegerlandhalle Siegen statt. Wie in den Jahren zuvor war

der Veranstaltungssaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Die

Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen dabei aus dem

gesamten Bundesgebiet. Auf der Patientenveranstaltung

wurde der langjährige Regionalleiter der DSAI, Heinz Beecht,

verabschiedet. Gleichzeitigt wagte Dr. med. Karsten Franke

einen Blick in die Zukunft. Die von im geleitete Immundefekteambulanz

wird in ein eigenständiges Institut im

St. Marien-Krankenhaus Siegen überführt, dem er als Direktor

vorstehen wird. Auch im nächsten Jahr wird es den

Siegener Immun-Tag geben, wobei dann der Gläser-Saal als

Veranstaltungsort gesetzt ist.

Marienkonkret / 84/16 _ 35


Intern

Siegener

Hospizgespräche

Gut gefüllt war der Hörsaal des

St. Marien-Krankenhauses Siegen.

Mehr als 150 ehrenamtliche

und hauptamtliche Mitarbeiter,

Pflegende, Ärzte, Seelsorger

und andere wurden von Gerrit

Ebener-Greis, der Vorsitzenden

der Ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe Siegen, und Thomas

Griffig, dem Vorstandsvorsitzenden

des Caritasverbands Siegen-

Wittgenstein, zum 2. Siegener

Hospizgespräch „Spirituelle

Begleitung am Lebensende“ begrüßt.

In seinem Grußwort dankte

Siegens Bürgermeister Steffen

Mues er allen Haupt- und Ehrenamtlichen

für ihren Dienst. „Sie

haben ein unglaubliches Netzwerk

aufgebaut.“ Die Vertreter

der Kirchen, Dechant Karl Hans

Köhle und Superintendent Peter

Thomas Stuberg, wiesen in ihren

Grußworten unter anderem auf

die Bedeutung der Ökumene – gerade

in der hospizlichen Tätigkeit

– hin. So betonte Stuberg „Sterben

ist überkonfessionell!“ Dechant

Köhle unterstrich die Wirkung

der spirituellen Begleitung.

Der Hauptredner, Pfarrer Dr. Erhard

Weiher, Klinikseelsorger an

den Universitätskliniken Mainz,

Diplomphysiker und Dr. theol.

zeigte in seinem Vortrag „Spirituelle

Begleitung am Lebensende

– wie geht das konkret?“ Möglichkeiten

der Begleitung Sterbender

auf.

Im anschließenden Podiumsgespräch

wurden Erfahrungen ausgetauscht:

In der Palliativmedizin

oder auch im Studium zur Theologie

oder Sozialen Arbeit sei der

Bedarf an Wissen im Umgang mit

Spiritualität sehr groß und werde

noch nicht genügend in der Ausbildung

berücksichtigt, war der

Tenor.

Geburten

Name Tätig als Name des Kindes Datum

Karadeniz, Nejla MTRA, Rad. Diagnostik Koray 07.08.16

Aßmann, Melanie Assistenzärztin Chirurgie Eleonore 24.08.16

(geb. Hartenfels)

Jungermann, Johanna MTRA, Strahlentherapie Tilda Elin Maryschok 21.08.16

Peters, Dana Gesundheits- und Krankenpflegerin A1 Joshua 08.09.16

Hoch, Larissa MTRA, Strahlentherapie Mika Levi 27.09.16

Plügge, Sonja Clara Assistenzärztin Orthopädie Oskar 23.09.16

Bogatov, Helene Gesundheits- und Krankenpflegerin A3 Luis 21.10.16

Heiraten

Name Tätig als Name neu Datum

Fabri, Rebecca Fachpflegerin für Onkologische Pflege Lauer 16.09.16

Specht, Irina Gesundheits- und Krankenpflegerin A7 Jäger 19.08.16

Plettenberg, Nora Assistenzärztin Med. Klinik II Berg 01.10.16

Rodriguez-Vilches, Mitarbeiterin Service A4 Wagner 21.10.16

Manuela

Doctor-medic Paian, Facharzt Diagn. Radiologie 17.09.16

Bogdan

Nolte, Bernd MTRA, Strahlentherapie 14.10.16

Neueintritte

Name Tätig als Datum

Hensel, Annika Auszubildende zur C T A 01.09.16

Schneider, Sabine Mitarbeiterin Service, A5 01.10.16

Bomholt-Benfer, Claudia Kinderpflegerin, Kita 01.09.16

Demaj, Agnesa FSJ 01.09.16

Sylwia Katarzyna Francia Mitarbeiterin Service, A5 01.10.16

Bodur, Ilkbahar MTRA, Strahlentherapie 01.10.16

Krumm, Lydia MTRA, Radiologie 01.10.16

Ziel, Thomas Azubi OTA Zentral-OP 01.10.16

Trapp, Marion M F A Anästhesie Pflege 01.10.16

Shabani, Samire M F A in der Z N A 01.10.16

Bals, Alina Azubi M T R A 01.10.16

Hirschke, Sina - Jasmin Azubi M T R A 01.10.16

Rodriguez-Vilches, Manuela Mitarbeiterin Service, A4 01.10.16

Wandke, Daniela Mitarbeiterin Service, A4 01.10.16

Marberg, Birgit Mitarbeiterin Service, A4 01.10.16

Schmidt, Madeleine M F A Station A4 01.10.16

Kobeszko, Lydia Mitarbeiterin Service, A1 01.10.16

Otterbach, Ann-Kathrin Mitarbeiterin Service, A1 01.10.16

Kupka, Isabell Mitarbeiterin Service, A1 01.10.16

Cardoso, Anke Petra Mitarbeiterin Service, A7 01.10.16

Schmalz, Isabel Assistenzärztin Gyn. 01.10.16

Dr. Steins, Tilman Oberarzt Orthopädie 01.10.16

Kring, Sarah-Michelle Mitarbeiterin Service, A5 01.10.16

Löhr, Inola Jahrespraktikantin A5 02.11.16

Bertelmann, Ines Assistenzärztin Med. Klinik II 01.11.16

Schneider, Sarah Kinder-Gesundheits- und Krankenpflegerin A3 15.11.16

Fuchs, Lena-Katharina Physiotherapeutin 01.11.16

Loh, Lisa Physiotherapeutin 01.11.16

Lück, Alina Praktikantin Neue Referate 01.11.16

Müller, Petra HMT, Azubi Altenpflege 01.09.16

Würden, Tanja HMT BUFDI 01.09.16

Dörner, Jens HMT Pflegehilfskraft 01.10.16

Feigl, Nicoleta HMT Pflegefachkraft - Übernahme nach Ausbildung 01.10.16

Lintner, Monique HMT Pflegehilfskraft 15.11.16

Dicke, Nina MHW Pflegefachkraft 01.09.16

Röhren, Steffanie MHW Azubi Verwaltung 01.09.16

Breucking, Björn MHW Wohnbereichsleitung 26.09.16

Weber, Christoph MHW Pflegefachkraft 26.09.16

36 _ Marienkonkret / 84/16


Name Tätig als Datum

Bald, Markus MHW Pflegefachkraft 01.10.16

Drobina, Aleksandra MHW Azubi Altenpflege 01.10.16

Fick, Franziska MHW Azubi Altenpflege 01.10.16

Kolling, Philipp MHW Azubi Altenpflege 01.11.16

Tezcan, Aylin MHW Azubi Altenpflege 01.10.16

Wüllner, Lea MHW Azubi Altenpflege 01.10.16

Eucker, Catharina MHW Pflegefachkraft 24.10.16

Dardour Safhioui, Habbiba MHW Azubi Altenpflege 01.11.16

Daub-Schöler, Karin HSR Hauswirtschaft 15.09.16

Gerhard Chiara HSR Pflegefachkraft - Übernahme nach Ausbildung 01.10.16

Häbel, Lisa Marie HSR Azubi Altenpflege 01.10.16

Esch, Verena HSK Azubi Altenpflegehilfe 01.08.16

Kreuzberger, Philipp HSK Azubi Altenpflege 01.08.16

Zinke, Frederic HSK Azubi Altenpflegehilfe 01.08.16

Kahlert, Alisa HSK Pflegefachkraft - Übernahme nach Ausbilduung 30.08.16

Gasparini, Melanie HSK Pflegefachkraft 01.10.16

Tögel, Angelika HSK GüD 01.10.16

Hof, Alina HSK Pflegefachkraft 07.10.16

Bender, Kim Selia HSE Azubi Altenpflege 01.09.16

Klopries, Sarah HSE Azubi Altenpflege 01.09.16

Engel. Teresa HSE Pflegefachkraft 01.10.16

Preußer, Vanessa HSE Azubi Altenpflege 01.10.16

Preußer, Thorsten HSE Pflegefachkraft - Übernahme nach Ausbildung 01.10.16

Bettermann, Gisela HSE Servicekraft Pflege 15.10.16

Stracke, Ramona HSE Pflegehilfskraft 15.10.16

Weiterbildungen

Name

Görg, Anna-Lena

Kapciak, Marlena

Rymowicz, Beata

Weber-Yamoah, Katharina

Wied, Stephanie

Abschluss

„Leitung einer Pflegestation oder eines

Funktionsbereiches im Krankenhaus“ 08.07.16

„Leitung einer Pflegestation oder eines

Funktionsbereiches im Krankenhaus“ 08.07.16

„Leitung einer Pflegestation oder eines

Funktionsbereiches im Krankenhaus“ 08.07.16

„Leitung einer Pflegestation oder eines

Funktionsbereiches im Krankenhaus“ 08.07.16

„Leitung einer Pflegestation oder eines

Funktionsbereiches im Krankenhaus“ 08.07.16

Doctor-medic Paian, Bogdan Facharzt für Radiologie 27.09.16

Rustanto, Darmadi Facharzt für Viszeralchirurgie 29.10.16

Therapiezentrum, Szpond, Ewelina PNF Proprioceptive Neuromuskuläre Facilitation 27.06.16

Therapiezentrum, Oster, Heike PNF Proprioceptive Neuromuskuläre Facilitation 27.06.16

Tatort Reihenhaus

Zum 150. Gründungstag des

St. Marien-Krankenhauses Siegen

wurde die MARIEN Akademie

initiiert. Diese ist gekennzeichnet

durch zwei wesentliche

Elemente: gesellschaftliche Relevanz

der Themenstellung und

dessen nachhaltige Vermittlung

durch hochkarätige Referenten.

Die diesjährigen Herbst-Veranstaltung

im November stand

unter der Überschrift „Tatort

Reihenhaus – Kriminalpolizeiliche

Aufnahme von Todesermittlungsverfahren“.

Im vollbesetzten

Hörsaal referierten Professor

Dr. Martin Rehborn und Kriminalhauptkommissarin

Melanie

Flecken.

Einziges Siegerländer TOP-Krankenhaus

Auch in der großen FOCUS Klinikliste für 2017 wird

das St. Marien-Krankenhaus Siegen wieder als TOP-

Klinik gelistet. Damit gehört das Krankenhaus zu den

besten 10% der über 350 Kliniken in NRW. Neben der

medizinischen Expertise der Kliniken zählen die wissenschaftliche

Reputation und die Patientenzufriedenheit

zu den Kriterien der Bewertung. Besonders ausschlaggebend

war die Bewertung der Orthopäde als

bundesweit empfehlenswerte Spezialisten ihres Fachs.

Damit wurde das St. Marien-Krankenhaus bereits zum

fünften Mal in Folge als eine der TOP-Kliniken vom

FOCUS Gesundheit ausgezeichnet.

Deutscher Meister

Oberarzt Dr. med. Patrick Löhr ist

Deutscher Meister (Mannschaft)

im Marathon. Die Meisterschaft

wurde Ende Oktober beim Frankfurt-Marathon

ausgetragen. Der

Marathon findet seit 1981 jährlich

statt und ist der älteste City-Marathon

hierzulande und hinsichtlich

der Finisherzahl der drittgrößte

Marathon Deutschlands.

Marienkonkret / 84/16 _ 37


In einer modernen Kita

die Welt entdecken.

In einer modernen Klinik

die Welt erblicken.

NRW BRAUCHT BEIDES.

BÜNDNIS FÜR

GESUNDE KRANKENHÄUSER

Investieren aus Verantwortung

Christina Pellny, Patientin

Uns geht es um die Zukunft der Patientenversorgung

in Siegen-Wittgenstein

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat ermittelt: NRW investiert

jährlich eine Milliarde Euro zu wenig in moderne Gebäude und Geräte seiner Kliniken.

www.gesunde-krankenhaeuser.de

38 _ Marienkonkret / 84/16

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