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Taxi Times DACH - Doppelausgabe Juni / Juli 2019

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Eine solch starke und flächendeckende Taxi-Protestaktion hatte Deutschland noch nie erlebt. 10.000 Taxis fuhren am 10. April 2019 in Autocorsos hupend durch über 20 Städte, hielten Mahnwachen ab und riefen in Kundgebungen zur „Scheuerwehr“ auf. Taxi Times hat die Ereignisse dieses Tages nun in einer Spezialausgabe veröffentlicht.

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INTERNATIONAL »DIE DINGE SIND IM FLUSS« Londons Taxifahrer sehen Licht im Wettbewerb mit Uber. Die hohen Investitionen in E-Taxis scheinen sich auszuzahlen. Kunden kehren zurück, während auf Uber-Partner deutlich höhere Kosten zukommen. „Die Leute bevorzugen elektrische Taxis und fordern andere auf, dasselbe zu tun. Es ist massiv.“ Vorsprung durch Antrieb, könnte man in Abwandlung eines Werbeslogans sagen. Als Gegenpol zu den allgegenwärtigen Toyota Prius der Uber-Mietwagen macht sich auf Londons Straßen ein neues Phänomen bemerkbar: das elektrische TX-Taxi. „Ausnahmsweise haben wir jetzt technologisch einen Vorsprung“, sagt Steve McNamara von LTDA. Die kostspieligen London-Cabs auf der Taxiseite, die relativ günstigen Toyota Prius, die die zahlreichen Uber-Fahrer bevorzugen, im Mietwagensektor. Der Wettbewerb mit dem US-Vermittler ist enorm. Im März standen in London 87.745 Mietwagen (nicht alle Uber) und 106.650 Mietwagen-Fahrer 20.065 Taxis und 23.177 lizenzierten Taxifahrern gegenüber. Vertreten werden sie von der Licensed Taxi Drivers’ Association (LTDA), deren Sitz in einem Gebiet in London liegt, das komplett renoviert wird. Dieses Büro wird bald der Vergangenheit angehören, da der Verein seine erstklassigen Immobilien verkauft hat und ein neues Büro in Southwark im Zentrum von London errichtet. Der oben zitierte Steve McNamara ist Generalsekretär des größten und mächtigsten Taxiverbandes in London (etwa 10.000 Fahrer als Mitglieder). „Wissen Sie, dass uns das Thema Luftqualität sehr guttut? Viele Menschen in London sind sich ihrer CO₂-Bilanz bewusst. Und sie winken E-Taxis an und fordern andere auf, dasselbe zu tun. Es ist massiv! Die Leute warten, bis sie einen elektrischen TX sehen.“ Der Londoner Taxiunternehmer Asher Moses baute sogar sein neues Geschäft und seine neue App – Sherbet London – ausschließlich auf die Bereitstellung von E-Taxis auf. „Der TX ist viel komfortabler und leiser als die traditionellen Dieseltaxis“, sagt McNamara. „Taxikunden haben erkannt, dass es in Londons Straßen nun ein besseres Produkt gibt.“ Ein Produkt, das mit dazu beiträgt, die Luft in London zu verbessern. Am 8. April trat die neue ULEZ (Ultra Low Emission Zone) in Kraft. Sie gilt für das Herz der Stadt, wo die Luftqualität am schlechtesten ist. Mindeststandards: Benzin Euro 4, Diesel Euro 6. Der Größenunterschied zwischen einem TX4 (links) und einem LEVC TX ist bemerkenswert. FOTOS: Wim Faber 46 DOPPELAUSGABE JUNI / JULI 2019 TAXI

INTERNATIONAL „SIE BEFINDEN SICH IN IHRER EIGENEN BLASE“ Wie läuft das Londoner Taxigeschäft im Allgemeinen? „Unseren Apps geht es gut“, sagt dazu Steve McNamara. „Den Fahrern der elektrischen Taxis geht es sehr gut. Jedes Taxi nimmt Kreditkarten, das hilft uns auch.“ Ähnlich äußert sich auch der Londoner Taxifahrer Thomas. Er ist genauso begeistert von dem E-Taxi wie McNamara: „Ich denke, es gibt jetzt etwa 700 bis 800 TX da draußen. Du bemerkst sie immer mehr. Es ist eine andere Erfahrung. Es ist, als ob sie sich in ihrer eigenen, ruhigen Blase befinden. Sie bemerken kleine Dinge wie die perfekte Sprechanlage. Bisher war es schwer, Passagiere zu verstehen, wegen des Lärms. Aber es gibt auch Softwareprobleme, anfangs gab es schlechte Türscharniere und Probleme mit Türwarnungen.“ Thomas erzählt weiter: „Die Passagiere lieben Nacht hatte ich ein Paar, das mir sagte, dass sie andere Taxis vorbeifahren ließen, bis sie ein elektrisches Taxi heranwinken konnten. Für einen professio nellen ,Karrierefahrer‘ mit einem persönlichen Mietvertrag wären es zwischen 170 und 180 Pfund pro Woche (ca. 200 Euro), etwa wie beim Mieten eines Diesels. Ich habe früher in einem Monat 800 Euro für Diesel ausgegeben. Sie können das E-Taxi mindestens zwölf Jahre lang nutzen, aber ich wäre nicht überrascht, wenn es nicht sogar 15 jahre im Einsatz wäre. Es hängt alles von der Lebensdauer der Batterien ab.“ „Unser Geschäft? Das belebt sich wieder. Vor allem wegen der Kreditkarte in jedem Taxi. Es ist so praktisch für ein paar Mädchen, die einkaufen gehen und danach etwas trinken gehen. Man muss nur auf die Karte tippen und fertig. Uber ist nicht jedermanns Sache. Wir müssen vielleicht ein bisschen länger und härter für dasselbe dieses Taxi. Es ist geräumig, komfortabel, ruhig und sie schätzen das Panoramadach. Letzte LTDA-Generalsekretär Steve McNamara Geld arbeiten, aber wir sind zurück.“ Taxis sind von der Zahlung befreit, aber das Gewerbe musste sich umweltfreundliche Taxis anschaffen, um den ungehinderten Zugang zur ULEZ zu erhalten. UBER BEKOMMT DOPPELTE KOSTEN Mietwagenfahrer, darunter die Uber-Jungs, müssen in den Jahren 2020 und 2021 auf eine saubere Lösung umstellen. „Ein Prius- Mietwagen ist derzeit sauberer als vorhandene Dieseltaxis, kommt aber nicht an ein Elektrotaxi heran“, sagt McNamara. „Uber-Partner müssen ein gleichwertiges Fahrzeug kaufen, das mit Batterien mehr als 30 Meilen schafft. Für sie verdoppeln sich die Kapitalkosten und sie können nicht mit Diesel fahren.“ „Ein drei Jahre alter Mercedes – ebenfalls ein beliebtes Fahrzeug für Mietwagenfahrer – ist nicht gut genug. Ab 2021 wird die ULEZ auf die nördlichen und südlichen Ringstraßen ausgedehnt. Das ist die Mehrheit von Greater London.“ Also, was wird der private Mietsektor kaufen? Der LTDA-Chef glaubt, dass sie sich für die 5er Reihe von BMW (35 Meilen mit Batterie) oder den entsprechenden Mercedes entscheiden werden. „Mercedes hinkt hinterher. Als sie einen Hybrid-Diesel herausbrachten, ruckelte das Auto jedes Mal heftig, wenn der Motor ansprang.“ „Die Dinge sind im Fluss. In dieser Phase der Geschichte sind wir einen Schritt voraus, weil wir uns mit dem LEVC TX auf dem neuesten Stand der Technik befinden. Auf der anderen Seite ist es ein sehr teures Fahrzeug: etwa 75.600 Euro anstelle der bisherigen 55.800 Euro für einen Diesel. Bei Mietwagen wird die Investitionsdifferenz aber noch höher ausfallen. Von Fahrzeugen, die ab 20.900 Euro kosteten, bis hin zu Mietwagen, die dann rund 40.000 Euro kosten werden. Der Unterschied zwischen einem normalen und einem elektrischen Taxi ist ein Quantensprung zu unseren Gunsten. Die vorhandenen Dieseltaxis wurden noch auf einem Chassis gebaut. Stellen Sie sich vor, mit Blattfedern an der Hinterachse. Sachen, die Sie auf einem Oldtimer-Programm im Fernsehen sehen. u TAXI DOPPELAUSGABE JUNI / JULI 2019

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Taxi Times DACH - Doppelausgabe Juni / Juli 2019
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