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Taxi Times München - Juli 2019

Ein Platz am

Ein Platz am Expertentisch: Gregor Beiner, Vorstandsmitglied des Taxiverbands München TVM , war zur Anhörung im Bayerischen Landtag eingeladen. TAXI IM NETZWERK MIT DEM ÖPNV Bei einer siebenstündigen Expertenanhörung im Bayerischen Landtag zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs war auch der Taxiverband München vertreten. Der aus 16 Mitgliedern bestehende Ausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr des Bayerischen Landtags hat in seiner neunten Sitzung einen siebenstündigen Dialog mit Verkehrsexperten geführt. Initiiert hatte dies die bayerische SPD. Dass dazu von der Landtagsabgeordneten Inge Aures auch das Taxigewerbe eingeladen wurde, ist unter anderem auf ein Gespräch von Frau Aures mit dem Taxiunternehmer und Aufsichtsratsmitglied der Taxi München eG Jürgen Zech zurückzuführen. Eingeladen war der Taxiverband München TVM, dessen Vertreter Gregor Beiner zu Beginn der Runde die Kernbotschaft des Taxigewerbes in einem fünfminütigen Vortrag darlegen konnte. Beiner betonte dabei die Eigenfinanzierung des Taxigewerbes, weswegen man stark unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit stehe. Durch neue Anbieter erlebe man derzeit eine massive Wettbewerbsverzerrung. Gesellschaftspolitisch sei durch diese neuen Anbieter ein massives Lohndumping zu beobachten. TAXI IST INNOVATIONSTREIBER Das Taxigewerbe sei sowohl im Bereich der Digitalisierung als auch bei der Antriebstechnologie ein Innovationstreiber. Für Ersteres nannte Beiner beispielhaft das taxi.eu-Netzwerk, das eine Auftragsvermittlung in über 160 Städten ermögliche. Bei der Antriebstechnologie sei München mit seinen mittlerweile 25 E-Taxis deutschlandweit führend. Im ländlichen Bereich leiste das Taxigewerbe einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität außerhalb des Individualverkehrs. Hier seien sowohl auf dem Land als auch im urbanen Bereich engere Vernetzungen mit den ÖPNV-Betreibern nötig, um effiziente Mobi- TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM) Rosenheimer Straße 139 81671 München Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13 Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94 E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de www.taxiverband-muenchen.de Presserechtlich verantwortlich für die TVM-Seiten: Florian Bachmann Redaktion: Jürgen Hartmann SCHWERPUNKT SCHIENE Insgesamt zehn Experten waren am 25. Juni zur Ausschusssitzung in den Bayerischen Landtag eingeladen. Neben Gregor Beiner, Vorstandsmitglied des TVM und damit Vertreter des Taxigewerbes, waren dies unter anderem auch Stefan Kühn, Geschäftsführer Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Dr. Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer MVV, und Ingo Wortmann, Geschäftsführer MVG. Im Vorfeld der Anhörung hatten die Mitglieder des Verkehrsausschusses einen umfangreichen Fragenkatalog zu insgesamt neun Themenkomplexen rund um die Mobilität verschickt, in dem alle Experten schriftlich ihre Einschätzung abgegeben hatten. Dieser wurde chronologisch abgearbeitet, wobei der Schwerpunkt beim Schienenverkehr und stationsgebundenen Angeboten lag. Diskutiert wurde aber auch über Möglichkeiten zur Reduzierung des innerstädtischen Individualverkehrs (Citymaut, teure Parkplätze etc.) und über ein ÖPNV-Jahresticket für 365 Euro. Letzteres wurde von allen Experten als nicht zielführend gesehen. jh FOTO: TVM 16 JULI / 2019 TAXI

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM litätsformen anbieten zu können. Das Taxigewerbe leiste dies beispielsweise durch AST-Verkehre in Dachau und Fürstenfeldbruck, betonte Beiner. Andere Experten nannten dafür die weiteren Projekte „Baxi“ und „Flexibus“. Das Taxigewerbe stehe sowohl für solche Netzwerke als auch für die Integration in komplette Mobilitätsplattformen zur Verfügung. Es lasse sich auch in intelligente Tarifmodelle mit zonendefinierten Festpreisen einbinden. Aktuell bestehe bereits ein Festpreis für eine Taxifahrt vom Flughafen zum Messegelände. Es spreche nichts dagegen, auch das Stadtgebiet zwei bis drei Zonen einzuteilen, für die dann ebenfalls ein einheitlicher Preis definiert wird. VIELE MÖGLICHKEITEN – EINE ABRECHNUNG Dem Kunden könne man dadurch einen Mobilitätsmix anbieten, in dem jede Beförderungsvariante preislich genau festgelegt ist. Wichtig sei in diesem Zusammenhang jedoch, dass dies in Form eines einheitlichen Ticketing abgewickelt wird und der Kunde nicht für jede Beförderungsart mit dem jeweiligen Anbieter einzeln abrechnen muss. Die Vernetzung aller Anbieter zu einer zentralen Fahrtenabrechnung müsse das Ziel künftiger Mobilitätsplattformen sein. Das Taxigewerbe könne dazu die nötigen Schnittstellen anbieten. Beim Thema Digitalisierung leistete der TVM wertvolle Aufklärungsarbeit. Beiner skizzierte dort unter anderem, dass der bisherige Anbieter mytaxi durch eine Wandlung nun das Uber- Prinzip verfolge und ebenfalls taxiähnlichen Mietwagenverkehr anbieten wolle – was das Stauproblem in der Innenstadt ebenso verschärfe wie die rechtswidrige Umgehung der Rückkehrpflicht. Gregor Beiner zog am Ende der Veranstaltung ein positives Fazit: „In den Statements und aufgrund der Fragestellungen wurde deutlich, dass die Landtagspolitiker parteiübergreifend das Taxi als Bestandteil des ÖPNV sehen. Deshalb wurden wir auch eingeladen. Ich hatte die Möglichkeit, sowohl die Entscheider anderer Verkehrsbereiche als auch die Verkehrspolitiker persönlich kennenzulernen. Einige bilaterale Gespräche wurden bereits vereinbart und werden in Kürze durchgeführt.“ jh Peter „Pit“ Köhl (Mitte) übergibt die Schlüssel seines TCO an Ünal Kücüksahin (links) und Deniz Köse. TVM GRÜNDUNGS- MITGLIED HAT VERKAUFT Peter Köhl, Geschäftsführer des Taxi-Center Ostbahnhof (TCO), hat mit 62 Jahren seinen Ruhestand angetreten und seinen Betrieb mit 52 Taxis verkauft. „Nach mehr als 35 Jahren Taxi ziehe ich mich aus dem Taxigewerbe zurück und übergebe die Firma nun in die kompetenten Hände von Ünal Kücüksahin (früher MTS GmbH, 8 Taxis) als neuen Geschäftsführer und an Deniz Köse (Geschäftsführer bei Taxi Duschl, 20 Taxis) als Miteigentümer“, schreibt Peter „Pit“ Köhl in einer sehr persönlichen Abschieds-E-Mail an die Taxi Times Redaktion. „Die beiden neuen Inhaber übernehmen alle Mitarbeiter und führen den Betrieb in gewohnter Weise weiter.“ HYBRID-PIONIER Köhl zählte zu den Gründungsmitgliedern des Taxiverbands München (TVM) und war bis zuletzt immer ein sehr aktives Mitglied des Verbands, auch wenn er kein offizielles Amt innehatte. Sein Unternehmen, das auch unter dem Label „umwelt-taxi-muenchen.de“ bekannt ist, zählte zu den ersten Mehrwagenbetrieben mit einer Hybrid-Flotte, später wurden mit dem Opel Ampera und dem Tesla auch die ersten Elektrotaxis eingesetzt. Für sein Engagement erhielt Köhl zahlreiche Umweltpreise, unter anderem auch den „Münchner Umweltpreis“. jh Betriebs- und Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum des BDF – Überbetrieblicher Dienst Dr. Hingerle GBR Alle Untersuchungen für Erwerb und Verlängerung von Führerscheinen zu besonders freundlichen und fairen Bedingungen und immer ohne Anmeldung. Am Brunnen 17, 85551 Kirchheim, Nähe Messe Riem Tel: 089/9036110 oder 089/9918801-0 oder 089/9033366 FOTO: TCO Ärztliche Untersuchung und Augenuntersuchung (ohne Anmeldung): Montag bis Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr, Mo und Do von 14:00 bis 18:30 Uhr Betriebsmedizinische Untersuchung / Reaktionstests (ohne Anmeldung): Montag bis Freitag von 8:00 bis 10:00 Uhr, Mo und Do von 14:00 bis 17:00 Uhr hingerle.indd 1 07.02.14 15:02 TAXI JULI / 2019 17

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