Taxi Times München - Juli 2019

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JULI 2019 3,50 €

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MÜNCHEN

SEITENWECHSLER UND KUNDENKLAUER

DIE GROSSE WUT

AUF MYTAXI

TAXI.EU RÜSTET AUF

Eine AG stärkt die

finanzielle Basis

SIXT GREIFT AN

Eine Kooperation

stärkt das Taxi

E-TAXIS AM FLUGHAFEN

Eine Vorfahrtsspur

stärkt den Klimaschutz


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EINE BOTSCHAFT VON MYTAXI AN SEINE

KUNDEN

„Lieber Fahrgast, wir von mytaxi finden es echt cool, dass du nun

schon jahrelang unsere App nutzt, wenn du dir ein Taxi bestellst.

Bitte wundere dich nicht, wenn die App nun plötzlich Free Now

heißt. Es ist einfach so, dass wir an das Taxi nicht mehr glauben

und dich deshalb in den freien Markt der Mietwagen locken wollen.

Das hat für dich zunächst den coolen Vorteil, dass wir dir die

Fahrten billiger anbieten. Du musst dir auch keine Sorgen machen,

dass wir dadurch weniger Geld verdienen, denn wir werden einfach

die Provision beim Mietwagenfahrer erhöhen. Der fährt dich

künftig billiger und muss an uns deutlich mehr abgeben als bisher

die Taxifahrer. Ist das nicht eine megacoole Win-win-Situation für

uns beide?

Okay, irgendwann einmal, wenn du immer weniger ein Taxi

bestellst und du dann keine Alternativen mehr hast, werden wir

die Preise anheben müssen. An Silvester oder wenn die U-Bahn-

Fahrer streiken sogar mindestens um das Doppelte. Aber das macht

ja Uber auch so und an denen wollen wir uns zukünftig orientieren.

Falls du übrigens ab und zu auch schon Uber ausprobiert

hast: Wir sind dir nicht böse, ganz im Gegenteil: Wenn du bei uns

jetzt regelmäßig Mietwagen bestellst, schicken wir dir sogar den

einen oder anderen Uber-Fahrer. Die werden wahrscheinlich für

beide Apps unterwegs sein. Mehr verdienen diese Fahrer dadurch

nicht – das Privileg des Geld-Verdienens gehört sowieso nur uns.

Vorrangig wollen wir in Zukunft mit DEINER Mobilität viel

Geld verdienen, denn wie du sicher weißt, gehören wir zum Daimler-Konzern

und als solcher brauchen wir mittelfristig andere

Einnahmequellen. Mit dem Verkauf unserer Mercedes-Autos geht

es stetig bergab. Keine Angst, noch kaufen viele Menschen unseren

Stern, sogar noch ganz viele Taxiunternehmer, obwohl wir

denen im Moment DICH als bisherigen Taxikunden wegnehmen.

Aber das haben die zum Glück noch nicht kapiert.

Cool, oder? Du erkennst diese Nicht-Checker übrigens ganz

einfach: Es sind diejenigen, die auf ihren Taxis Werbung für unsere

neue App Free Now fahren.

Bald wirst du diese Taxifahrer sowieso wiedersehen – wenn

sie dich in den günstigeren Mietwagen fahren, weil ihr Taxibetrieb

pleitegegangen ist. Lass dich dann während der Fahrt auf keinen

Fall auf eine Diskussion ein, wie ungerecht die Welt ist, weil sie

jetzt viel weniger Geld verdienen. Mitleid mit ,Spät-Checkern‘ ist

ein ,No-Go‘.

Zum Schluss fänden wir es cool, wenn du deiner Oma weiterhin

die Telefonnummer der Taxizentrale gibst. Die macht sowieso

immer nur Kurzfahrten, und außerdem dauert das Ein- und Aussteigen

viel zu lange. Deine Oma wollen Mietwagenfahrer gar nicht

fahren. Und Rollstuhl geht leider gar nicht. Und du selber solltest

zur Sicherheit auch noch die Taxi Apps von taxi.eu oder

Taxi Deutschland auf deinem Smartphone lassen – falls wir dir

an Silvester zu teuer sind.“

Liebe Grüße von den Seitenwechslern und Kundenklauern

INHALT

TITELTHEMA: SEITENWECHSLER

UND KUNDENKLAUER

4 Die große Wut auf mytaxi

REAKTION DER TAXIZENTRALEN

6 Die Zentralenapp taxi.eu wird zur AG

8 Mit Sixt kommt ein neuer Taxi-Partner

TAXIPROTESTE

10 Münchner Mahnwachen

12 Bilder zur „Scheuerwehr“-Tour

KONTROLLEN UND RECHT

14 Wildwest-Proteste nach Erding holen

15 Das Münchner Uber-Verfahren:

Schlimmer als Grimms Märchen

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

16 Zukünftige ÖPNV-Strategien:

Der TVM sitzt am Expertentisch

ISARFUNK-TAXIZENTRALE

18 Vorfahrtsspur für E-Taxis am MUC

ANTRIEB + EICHRECHT

20 Taxi-Familientag beim Toyota-Händler

22 Ein Eich-Schlupfloch wird gestopft

NACHTFAHRER-PORTRÄT

23 Die Erlebnisse eines Sikh-Taxifahrers

GASTKOMMENTAR + LESETIPP

24 Krieg gegen den ÖPNV

26 Gezeichnete Paradies-Erlebnisse

26 Impressum

TITELFOTO: mymietwagen

Hinweis der Taxi Times Redaktion: Diesen fiktiven Brief haben

wir frei erfunden. Die traurigen und leider ebenso wahren Fakten

liefern wir ab Seite 4.

TAXI JULI / 2019

3


TITELTHEMA

Kundenklau im großen Stil:

mytaxi geht in Free Now über,

Fahrgästen werden dort auch

Mietwagen angeboten.

DIE GROSSE WUT

AUF MYTAXI

Ende April ließ mytaxi die Bombe platzen. Als Teil von »Free Now« werde man

künftig auch Mietwagen vermitteln. Scheuers Eckpunkte erscheinen damit in

einem ganz anderen Licht.

Für die einen war es ein Paukenschlag, anderen war es seit

Jahren klar: Das Hauptanliegen von mytaxi ist es nicht, die

Taxivermittlung zu modernisieren, sondern dem Taxigewerbe

die Kunden zu entziehen und auf Personenbeförderungsangebote

zu lenken, an denen nicht viele Tausend

mittelständische Unternehmen und Kleinbetriebe

verdienen, sondern die Daimler AG, die im

Jahr 2017 einen Gewinn von 10,6 Milliarden Euro

machte und deren bisheriger Vorstandsvorsitzender

Dieter Zetsche mehr als eine halbe Million

Euro im Monat verdiente.

mytaxi wird also seinen etablierten Namen

aufgeben und stattdessen als „Free Now“ Mobilität

vermitteln. Vor allem will man dem Kunden

künftig auch Mietwagen anbieten, die unter

dem Taxipreis fahren sollen. mytaxi wechselt die

Seiten, gibt aber vor, Taxis weiterhin mitspielen

lassen zu wollen. Dabei muss aber jedem klar

sein: Taxis werden dann nur noch ein Angebot

unter vielen sein.

Als Begründung für die Integration von mytaxi

in Free Now gibt der Konzern an, dass sich die

Personenbeförderungsbranche mittlerweile in

einem internationalen Wettbewerb mit globalen

Playern befinde. Diesen Markt wolle man diesen

Playern nicht überlassen und meint dabei speziell Uber. Uber

habe beispielsweise in Berlin drei Jahre benötigt, um exakt jenen

Marktanteil zu erschließen, für den mytaxi acht Jahre benötigt

habe, jammerte kürzlich ein mytaxi-Mitarbeiter bei einer Veranstaltung.

Der Seitenwechsler folgert daraus, dass man neue Angebote

schaffen müsse, „damit die bei uns angeschlossenen Fahrer

auch in Zukunft unter optimalen Bedingungen ihre Dienstleistung

anbieten können“.

TAXIDEMOS SIND „PÖBELEI“

mytaxi-Geschäftsführer Eckart Diepenhorst

spricht in einer Video-Botschaft an die Taxifahrer

und Unternehmer davon, dass man lieber auf

Angriff gehen solle, anstatt „gegen die neue Wettbewerbssituation

zu pöbeln“. Meint Diepenhorst

mit „pöbeln“ etwa die Taxiproteste am 10. April,

an denen sich mytaxi nicht beteiligt hatte?

Mit den Free-Now-Plänen erscheint auch

Scheuers stures Festhalten an seinen Eckpunkten

in einem anderen Licht. Die Verfehlungen

und offensichtlichen Kriegstreibereien von Uber

sind so hanebüchen, dass kein vernünftiger Politiker

dafür seinen guten Ruf aufs Spiel setzen

würde. Wenn der tatsächliche Lobbyist aber aus

dem eigenen Land kommt, ein massives Dieselproblem

hat und vor allen Dingen mit Hunderttausenden

von gefährdeten Arbeitsplätzen

drohen kann, dann scheint es aus politischer

Sicht nur das kleinere Übel zu sein, ein paar Zehntausend Taxiunternehmer

und -fahrer zu opfern. Noch dazu, wo doch mytaxi als

einer der bisherigen Taxipartner generös einen Teil davon in den

FOTOS: Kirtschkowsky, mytaxi

4 JULI / 2019 TAXI


TITELTHEMA

SO REAGIEREN DIE MÜNCHNER TAXIZENTRALEN

Mit spezifischen Angeboten haben die IsarFunk-Taxizentrale

und die Taxi München eG auf den mytaxi-Frust reagiert. Bei

IsarFunk beispielsweise gibt es ab sofort die Möglichkeit, ausschließlich

über eine Fahrer-App an der Auftragsvermittlung

teilzunehmen. „Diese Lösung funktioniert völlig ohne zusätzliche

Funkgeräte“, hob Laurent Urban bei einer Veranstaltung

hervor. Verpflichtend sei allerdings, dass man sämtliche

bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten anbiete.

Um einen schnellen Einstieg zu ermöglichen, verkürze Isar-

Funk die bisherigen dreitägigen Schulungsmaßnahmen auf

sechs Stunden, was dann auch den Schulungspreis (bisher

195 Euro) reduzieren dürfte. Der monatliche Beitrag für die

Teilnahme an der Auftragsvermittlung liege gleichauf mit

allen anderen Teilnehmern bei netto 220 Euro monatlich für

Einzelunternehmer bzw. 290 Euro für Mehrwagenbetriebe.

Die Anregung für einen optionalen Tarif, bei dem nur für die

einzelne Tour bezahlt werden müsse, wollen beide Zentralen

überdenken, geben aber zu bedenken, dass man als Zentrale

keineswegs teurer als mytaxi sei. „Ab einem monatlichen

Umsatz von 2.000 Euro werden die Funkgebühren zu einer

Flatrate“, betont Urban, „während ein guter mytaxi-Fahrer

dann immer noch prozentual an seinen Auftraggeber abgeben

muss.“ Konkrete Zahlen dazu liefert ein Taxiunternehmer

aus Berechnungen aus seinem Mehrwagenbetrieb: „Ein

mytaxi-Auftrag kostet im Schnitt 1,40 Euro.“

Frank Kuhle von der Taxi München eG berichtet ebenfalls von

einer kostensenkenden Neuerung bei seiner Genossenschaft.

Seit Ende Mai können Unternehmer sogenannte „Anschlusspartner-Verträge“

abschließen. Der Teilnehmer wird dafür

zwar kein Mitglied der Genossenschaft, nimmt aber vollwertig

an der Vermittlung an Datenfunk und Standplatzrufsäulen teil.

Die Netto-Gebühren liegen bei 135 Euro für die Vermittlung

und 20 Euro Leihgebühr für das Equipment.

Nötig sei dafür eine Fahrer-App und im Fahrzeug eine Com-

Box mit Bluetooth-Schnittstelle. Die Kosten für den Einbau

trägt der Unternehmer selbst, es kommt noch eine geringe

Pauschale für die Einrichtung der EDV sowie eine Kaution

für das Equipment hinzu. Weitere Hardware ist nicht nötig,

auch das Eintrittsgeld für die Anteile an der Genossenschaft

entfällt.

jh

neuen Bereich des taxiähnlichen Mietwagenverkehrs übernehmen

möchte. Genau dieses Ziel verfolgt nämlich mytaxi, indem man den

jetzigen Taxipartnern eine erweiterte Zusammenarbeit anbietet.

„Wer möchte mit uns den Schritt in das Mietwagengeschäft gehen“,

fragt Diepenhorst ganz offen in seiner Videobotschaft. Die Frage,

ob die guten Touren dann nur noch an Mietwagen vergeben werden,

wälzt mytaxi auf die Kunden ab. Diese hätten verschiedene

Präferenzen. „Allein der Kunde entscheidet“, sagt Diepenhorst.

TAXIFAHRER FÜHLEN SICH VERRATEN

Die bisherigen Partner von mytaxi – Unternehmer wie Fahrer –

reagierten mit Wut, Frust und Kündigung. Bereits unmittelbar

nach der Ankündigung sprachen unzählige betroffene Taxiunternehmer

und -fahrer von Verrat und Seitenwechsel, etliche riefen

zum Boykott auf. „Wir wollen deren Dienstleistung zum Erliegen

bringen“, schreibt der Kollege Gün in einer WhatsApp-Gruppe

und bittet daher die Taxifahrer, keine Aufträge von mytaxi anzunehmen.

„Es bringt nichts, wenn ihr weiterhin Vorbestellungen

für morgen oder die nächste Woche annehmt. Klar, super Kasse

morgen und die nächste Woche, und was ist in drei Monaten?“

In München sind daher 60 Taxiunternehmen zu dem Ergebnis

gekommen, dass nur ein einheitlicher Verzicht zielführend sei.

Sie treffen sich seit Anfang Mai regelmäßig und entwickeln eine

gemeinsame Strategie, wie sie mit ihren insgesamt 800 Konzessionen

bei mytaxi aussteigen könnten.

Dabei wurde auch klar, dass man sich die Kunden von mytaxi

wieder zurückholen muss. In diesem Zusammenhang wurde der

Ruf der Kollegen immer lauter, dass die Taxizentralen genügend

Infomaterial zur Bewerbung der echten Taxi-Apps zur Verfügung

stellen sollen. Diesem Ruf sind beide Münchner Zentralen gefolgt.

Zahlreiche Taxis fahren mittlerweile Außenwerbung für taxi.eu oder

für die „Taxi Deutschland“-App. Sie bekommen dafür keine Werbeeinnahmen,

sie machen das, um ihre eigene Zentrale zu stärken.

Neben diesen echten und ehrlichen Taxiunternehmern und

-fahrern gibt es allerdings auch jene Unternehmer und Fahrer,

auf deren Taxis Free-Now-Werbung platziert ist. Diese Unternehmer

wurden mit Werbeeinnahmen geködert, die weit über den

marktüblichen Preisen liegen. Der Daimler-Konzern lässt sich den

Marktstart viel kosten und die mytaxi-Mitarbeiter können dabei

auf Taxibetriebe bauen, die wegen ein paar Hundert Euro extra

(oder auch ein paar Zehntausend Euro bei Mehrwagenunternehmern)

ihre eigene Branche verkaufen.

jh

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TAXI JULI / 2019

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TAXIZENTRALEN

Das Eurocab-Treffen in Luxemburg

war die Geburtsstunde für die „Taxi Europa AG“,

die als Dachgesellschaft die App taxi.eu

finanziell konkurrenzfähig halten soll.

TAXI.EU WIRD ZUM

GEMEINSCHAFTSPRODUKT

Im harten Wettbewerb mit Uber, mytaxi & Co. wird die »echte« Taxi-App

von taxi.eu künftig unter dem Dach einer AG finanziert und globalisiert.

Der Grundstein wurde vergangenen Monat in Luxemburg gelegt.

Geplant ist, die Marke taxi.eu künftig

unter dem Dach einer neu zu

gründenden Aktiengesellschaft

Taxi Europa“ zu positionieren. Damit wird

die App ihr Netzwerk massiv verstärken.

Ein entsprechendes Konzept präsentierten

die beiden taxi.eu-Geschäftsführer Hermann

Waldner und Michael Weiss beim

Zentralentreffen „Eurocab“ Ende Mai den

rund 80 anwesenden Chefs und Mitarbeitern

diverser europäischer Taxizentralen,

darunter auch die Münchner IsarFunk-Taxizentrale.

Mit 165 angeschlossenen Zentralen

aus elf Ländern, 65.000 Fahrzeugen

und 205.000 Fahrern sowie knapp 300 Millionen

Fahrten zähle man zu Europas Nummer

eins in der Fahrtenvermittlung und

müsse sich daher mehr denn je den Herausforderungen

der zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse

stellen.

Zu den angesprochenen Herausforderungen

gehöre, dass man das bestehende

Geschäft für sämtliche Bestellkanäle weiter

digitalisiere, den jungen Zielgruppen passende

Angebote im Share-Segment mache

und das frühere Einsteigergeschäft, das

sich mittlerweile in Richtung App-Bestellung

verschoben hat, zurückhole. Darüber

hinaus müsse man den Geschäftskunden

flächendeckende und europaweite Gesamtlösungen

bieten sowie die Services des taxi.

eu-Netzwerkes durch ÖPNV-Kooperationen

für die ökologische Mobilität erweitern.

Um diese Zielsetzungen auch in Zukunft

zu erreichen, müsse sich die Struktur des

seit 2012 bestehenden losen Netzwerkverbunds

der Taxizentralen grundlegend

ändern. „Wir sind kein zentral gelenkter

Konzern, sondern ein Verbund aus einzelnen

Zentralen, an die einzelne Taxibetriebe

angeschlossen sind“, hatte Hermann Waldner

in diesem Zusammenhang erklärt. „Wir

müssen über das Denken an die eigene Zentrale

hinausgehen, uns über gemeinsame

Ziele bewusst sein und diese anstreben.

Wir müssen jetzt gemeinsam handeln.“

Waldner präsentierte daher gemeinsam

mit seinem taxi.eu-Mitgründer Michael

Weiss die konkrete Idee einer gemeinsamen

Firma in Form einer Aktiengesellschaft,

in der sich nicht nur alle Zentralen

wiederfinden, sondern auch deren Mitglieder

bzw. Teilnehmer.

»Wir müssen

jetzt gemeinsam

handeln.«

Hermann Waldner, Geschäftsführer von

IsarFunk und Gründer von taxi.eu

Den bisherigen taxi.eu- und FMS-Partnerzentralen

wollen Weiss und Waldner Sonderkonditionen

und einen Gründerrabatt

gewähren. Eine Aktie soll 20 Euro kosten,

pro teilnehmendem Auto erwerben die

Zentralen eine Aktie. Eine Zentrale mit

25 Autos würde dann Aktien für 500 Euro

kaufen, eine Zentrale mit 1.000 Taxis

für 20.000 Euro. „Das Geld fließt 1:1 als

Finanzmittel in die Aktiengesellschaft“,

verspricht Weiss und kündigt darüber hinaus

eine gleichzeitige Kapitalerhöhung in

Höhe von 300.000 Euro an, die von ihm und

Waldner beigesteuert werde.

Die gemeinsame Nutzung der einen

starken Marke „taxi.eu“ erfolge nach dem

Franchise-System. „Jedes Taxi trägt die

gemeinsame Marke im Markt, alle Taxis

vertreten gemeinsame Werte und Serviceangebote.“

Als Franchise-Gebühr sind

80 Cent pro Auftrag vorgesehen, für Vorzugsaktionäre

40 Cent. Sinn ergebe diese

Aktiengesellschaft allerdings nur dann,

wenn die meisten Partner mitmachen.

Wenn bis 1. Oktober 2019 Optionen für

mindestens 30.000 Aktien gezeichnet werden,

werde das Projekt umgesetzt, versprachen

Weiss und Waldner. Die Verträge und

Statuten seien fertig und könnten jedem

Interessenten zugesendet werden.

Um das Vertrauen in die taxi.eu-App

unter den anwesenden Zentralenchefs

nochmals zu schärfen, hatte vor der Präsentation

der Aktienpläne Hermann Waldner in

einem eigenen Vortrag auf die beachtlichen

taxi.eu-Erfolge hingewiesen. Man habe das

Design der App regelmäßig angepasst, sie

als Bestelloption in Amazon-Echo, Google

Maps, Sixt oder auch Passngr integriert,

befinde sich bei Eingabe des Suchbegriffs

Taxi“ auf Platz zwei des Google-Rankings

(Android) und lande in App-Vergleichstests

regelmäßig auf den ersten Plätzen.

All dies habe man mit einem Bruchteil des

Etats der Wettbewerber erreicht, berichtet

FOTOS: Taxi Times

6 JULI / 2019 TAXI


TAXIZENTRALEN

Hermann Waldner (links)

und Michael Weiss führen

die taxi.eu-App in eine

Aktiengesellschaft.

Waldner stolz. Der Grundstock ist damit

gelegt, um künftig gemeinsam gegenüber

den Kunden und Partnern aufzutreten. „Da

es keine Großinvestitionen in das Taxigewerbe

durch finanzstarke Konzerne gibt,

müssen wir es tun“, appelliert Waldner an

die Eigeninitiative.

Ein Appell, der schon auf der Luxemburger

Konferenz Früchte trug, denn dem Aufruf,

sich im Anschluss an die Präsentation

in eine Interessentenliste einzutragen, folgten

bis auf zwei Ausnahmen alle Kongressteilnehmer,

auch die IsarFunk-Taxizentrale.

„97 Prozent aller Anwesenden haben ihren

Willen erklärt, teilzunehmen“ erklärte Waldner

am zweiten Tag in einem Abschlussstatement

sichtlich beeindruckt und euphorisiert.

„Das ist eine rational und emotional sehr

hohe Zahl. Wir werden eure Aufforderung

‚Tut was, macht Dampf‘ annehmen und so

schnell wie möglich die AG gründen.“

WEGWEISENDE KONFERENZ

Auch Michael Müller, Präsident des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen e. V., der

gemeinsam mit Geschäftsführer Thomas

Grätz als Gast am Eurocab teilgenommen

hatte, lobte den Schritt: „Diese Konferenz

dürfte als wegweisend in die Geschichte

eingehen. Ich begrüße die große Zustimmung,

die Kraft des Gewerbes zu bündeln,

und wünsche der AG einen guten Start.“

An Weiss und Waldner gewandt fügte Müller

hinzu: „Bei einer AG ist der Shareholder

Value in der Regel das entscheidende Kriterium.

Es ist daher eine hohe Verantwortung,

die AG so zu führen, dass am Ende

immer die Belange des Taxigewerbes die

Handlungen bestimmen.“

Ein Hinweis, den Weiss als Versprechen

und Eigenverpflichtung an Müller und alle

anwesenden Leiter der Taxizentralen

zurückspielte: „Das ist die Kunst des Vertragswerks

dieser AG – es soll in der Branche

bleiben, darauf müssen alle aufpassen.

Es ist für uns alle eine Riesenchance, diesen

Weg mit der nötigen Weitsicht gemeinsam

zu gehen.“

jh

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TAXI JULI / 2019

7


Von der Kooperation zwischen Sixt und den beiden Münchner Taxizentralen

sollen alle profitieren – auch die Münchner Taxifahrer.

SIXT-KOOPERATION

MIT MÜNCHNER

TAXIZENTRALEN

Kaum hat sich mytaxi vom Taxi verabschiedet, steht mit Sixt schon der Nächste

bereit. Entsprechend groß ist die Skepsis. Bei einer Informationsveranstaltung

machten die Partner die Unterschiede deutlich.

Ein Münchner Taxiunternehmer

machte seinem Ärger bei der Veranstaltung

im Löwenbräukeller

Luft: An eine Zusammenarbeit zwischen

den beiden Münchner Taxizentralen Isar-

Funk und Taxi München eG und der Firma

Sixt sei erst dann zu denken, wenn der

Autovermieter zweifelsfrei nachweisen

kann, dass es keine Berührungspunkte mit

Mietwagenunternehmen mehr gebe, die für

Uber fahren. Dabei ging es doch um eine

Sixt-Manager Johannes Boeinghoff erläuterte

die Eckpunkte der Zusammenarbeit.

intensivere Zusammenarbeit zwischen Sixt

und Taxi und nicht um Uber.

Die Verkündung der Kooperation kam

zu einem schwierigen Zeitpunkt: Die Politik

setzt das Taxigewerbe immer stärker

mit Modernisierungsplänen des PBefG

unter Druck und der App-Vermittler

Free Now – ehemals mytaxi – wird mit seinem

neuen Mobilitätsangebot Millionen

klassische Taxikunden ins Mietwagengewerbe

absaugen. Der Schaden für das Taxigewerbe

ist noch gar nicht abzusehen.

Deshalb ist es verständlich, dass das Kooperationsangebot

von Sixt jetzt besonders kritisch

unter die Lupe genommen wird – ob

zu Recht oder nicht – und nach Makeln und

Fallen gesucht wird, die man bei mytaxi

erst viel zu spät entdeckt hat.

Dabei dürfte jedem klar sein, dass ein Großteil

der Vermittlung in der Personenbeförderung

bald über Apps erfolgen wird. Der

Kunde hat sein Smartphone immer dabei,

liebt das Bestellen per Knopfdruck, während

er Telefonwarteschleifen hasst, er

möchte möglichst unkompliziert bestellen

und bezahlen und möchte dabei gerne zwischen

verschiedenen Mobilitätsangeboten

wählen können – alles Leistungen, wie sie

Free Now, Uber & Co. anbieten oder das

zumindest suggerieren. Zum Leidwesen

des Taxigewerbes will dieses Angebot bei

den Apps von taxi.eu und Taxi Deutschland

nicht so recht wahrgenommen werden.

20 MILLIONEN KUNDEN

In diese Bresche will nun Sixt springen. In

der über einhundertjährigen Geschichte

brachte es das einst von Martin Sixt

gegründete Familienunternehmen zum

Global Player. Rund 20 Millionen Kunden

weltweit bestellen bei Sixt Limousinen mit

Fahrer, viele davon Geschäftsleute, also

eine auch bei Taxifahrern begehrte Zielgruppe.

Der Ausflug mit „Sixt Mydriver“

in ein Vermittlungsgeschäft, wie es Uber

und seit Kurzem auch Free Now betreiben,

soll nicht verschwiegen werden. Doch nach

Auskunft des Unternehmens wird dieses

Experiment in den nächsten Monaten komplett

eingestampft. Auch weil sich dieses

FOTOS: Taxi Times

8 JULI / 2019 TAXI


TAXIZENTRALEN

Geschäft im Betrieb mit Luxuslimousinen

schlicht nicht rechnet. Sixt macht dazu

eine klare Aussage. Mietwagenfahrten

unterhalb des Taxitarifs sind definitiv

immer ein Minusgeschäft. Das genau ist

die Erfahrung, die man schon gemacht

habe und die Free Now und andere erst

noch machen müssen.

Sixt wird Personenbeförderung innerhalb

seiner App „Sixt Ride“ weltweit anbieten

–und hat sich dafür überall auf der Welt

den jeweils stärksten Partner gesucht. In

den USA war das Taxigewerbe leider nicht

so innovativ und hat es verpasst, sich rechtzeitig

zu digitalisieren. Also musste sich

Sixt für das Ad-hoc-Geschäft dort mit dem

Unternehmen Lyft einen anderen Partner

suchen. In Deutschland allerdings gab es

diesen innovativen und weitgehend digitalisierten

möglichen Partner bereits, nämlich

das Taxi. Ein Kooperationsangebot war

da nur logisch.

TAXI FÜR DAS SOFORTGESCHÄFT

In Zukunft wird Sixt also in ihrer Mobilitäts-App

aus eigenem Bestand nur Limousinen-Service

anbieten, der vorab bestellt

werden muss. Die Lücke im Ad-hoc-

Geschäft, also wenn der Kunde sofort eine

Fahrt antreten möchte, soll nun das Taxi

schließen. Dabei sollen für die reine Vermittlung

keine Kosten entstehen, lediglich

das Disagio bei Kreditkartenzahlung soll

an die Taxizentralen – und damit schließlich

an den angeschlossenen Unternehmer

– weitergegeben werden.

Das Taxi bekommt also zusätzliche Aufträge,

die nach einem vorher vereinbarten

Schlüssel an beide Taxizentralen ausgesteuert

werden. Für den Fahrer ist das erst mal eine

ganz normale Fahrt auf Rechnung, wie er sie

aus seinem Taxialltag bereits kennt. Doch das

Angebot geht noch weiter: Als Tec-Unternehmen

bringt Sixt jede Menge Erfahrung in

Sachen App-Bestellung und digitale Dienste

mit. Davon profitieren heute schon taxi.eu und

Taxi Deutschland. Außerdem verspricht das

Unternehmen Unterstützung bei der Steigerung

des Service, ein Feld, mit dem sich beide

Taxizentralen schon lange rumschlagen.

IsarFunk, Taxi München eG, und Sixt

sind sich bereits handelseinig geworden

und haben eine Kooperation beschlossen

und für fünf Jahre vertraglich geregelt.

Durch den Fünfjahresvertrag verpflichtet

sich Sixt außerdem, nicht mit Uber zu

arbeiten und das Vermittlungsgeschäft

während der Vertragslaufzeit ausschließlich

mit den Zentralen weiterzuentwickeln.

Außerdem werden keine Kundendaten von

den Taxizentralen bei Sixt gespeichert, bis

auf die Daten zur Zahlungsabwicklung.

Damit wird ausgeschlossen, dass es zu

einem Ausverkauf des Taxis wie bei

Free Now kommt.

Christian Hess von IsarFunk (rechts) und

Frank Kuhle von der Taxi München eG schilderten

die Vorteile der Sixt-Kooperation.

Auch den Car-Sharing-Kunden soll das Taxi

aktiv angeboten werden. Sixt glaubt, dass

Car-Sharing eher im Wettbewerb mit anderen

Car-Sharing-Anbietern steht und nicht

direkt mit dem Taxi konkurriert. Beim Car-

Sharing muss man zum Auto laufen, während

man beim Taxi an der gewünschten

Adresse abgeholt wird. Es spricht aber

nichts dagegen, dem Kunden beide Angebote

zu machen und ihn dann wählen zu

lassen, was gerade besser zu seinen

momentanen Bedürfnissen passt. Das

könnte Kunden, die sich sonst anders von

A nach B bewegen lassen, wieder auf das

Taxi als schnelles, preissicheres und zuverlässiges

Angebot aufmerksam machen –

und letztlich dem Taxigewerbe zuführen.

GEMEINSAME INNOVATIONEN

Schon jetzt können Kunden über Sixt ein

Taxi bestellen. Anders als bei anderen Taxi-

Vermittlern setzt Sixt auf die gewachsenen

Zentralen und deren Vermittlungssysteme.

Das heißt, ein gemeinsames Produkt kann

nur so gut sein, wie das Produkt der Zentralen.

Somit fließt jede Anstrengung, das

Produkt für Kunden besser zu machen, in

die Vermittlungstechnik und macht damit

mittelfristig die Zentrale wettbewerbsfähiger.

Gemeinsam erarbeitete Innovationen

können in der Folge in die gewerbeeigenen

Apps übernommen werden. Vor allem handelt

es sich um eine Partnerschaft auf

Augenhöhe, bei der sich beide Partner

brauchen.

Der in der am Anfang beschriebenen

Diskussion geäußerte Vorwurf, andere

Bereiche von Sixt würden Geschäftsbeziehungen

zu Uber weiterhin unterhalten,

lässt sich weitestgehend entkräften. Ein

Kooperationsverbot ist vertraglich zugesichert.

Denkbar wäre, dass sich trotzdem

ein Mietwagenunternehmer ein Fahrzeug

bei der Sixt Leasing beschafft. So etwas

aber zu 100 Prozent auszuschließen, ist

nicht nur unmöglich, es widerspricht auch

der jetzigen Gesetzeslage. Eine aktive

Kooperation zwischen Uber und Sixt allerdings

ist unterbunden. Und wenn doch,

dann droht eine saftige Vertragsstrafe.

Deshalb kann diese Entwicklung als

wichtiger Beitrag im Kampf gegen Uber

gewertet werden. Mit Sixt gewinnt das Taxigewerbe

zur rechten Zeit einen verlässlichen

Partner. Denn in Anbetracht der

täglichen Meldungen ist die Zukunft des

Taxigewerbes alles andere als sicher. Mit

einem starken Partner wie Sixt an der Seite

verbessern sich die Chancen, Kunden wieder

an die Dienstleistung Taxi zu binden.


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TAXI JULI / 2019

9


TAXIPROTESTE

DAS GESTÄNDNIS

AUS BAYERN

Mit zwei weiteren Mahnwachen wurden in München die »Scheuerwehr-Proteste«

gegen die Eckpunkte aus dem Bundesverkehrsministerium fortgesetzt. Ein

Vertreter aus dem bayerischen Ministerium verriet dabei etwas Überraschendes.

Mahnwache am 24. Mai in Riem.

Mahnwache am 19. Juni in der Politystraße.

Helmut Schütz, Amtsleiter im Bayerischen

Verkehrsministerium: „Das Bundesverkehrsministerium

hat die Eckpunkte wieder

kassiert und eine sogenannte Findungskommission

eingerichtet.“

Seit im Februar die internen Pläne

von Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer zur Änderung des

Personenbeförderungsgesetzes (PBefG)

nach außen gedrungen sind, protestiert

die Taxibranche. Vor allem die beiden Forderungen,

die Rückkehrpflicht und das

bisherige Verbot der Einzelplatzvermietung

für Mietwagen abzuschaffen, führten

zur sofortigen Gegenforderung durch den

Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V.:

„Scheuers Eckpunkte müssen weg“. Da der

Minister dieser Forderung aber nicht nachkommt,

gründete der Bundesverband eine

sogenannte Scheuerwehr und protestiert

seitdem mit diversen Maßnahmen. Bisheriger

Höhepunkt der Aktionen war dabei

sicherlich der bundesweite Taxiaktionstag

am 10. April (Taxi Times berichtet ausführlich

in seiner aktuellen Dach-Ausgabe,

Bestellung siehe Seite 27), der allerdings

bei Herrn Scheuer noch keinen Sinneswandel

brachte (Der Druck von Daimler / Free

Now dürfte hinter verschlossenen Türen

mindestens genauso groß sein). Daher setzt

der Bundesverband in Zusammenarbeit mit

den Landesverbänden und den örtlichen

Taxizentralen weitere bundesweite Nadelstiche.

RIEMER BANNMEILE

In München versammelten sich beispielsweise

rund 50 Taxifahrer und -unternehmer

am 24. Mai am Riemer Messegelände zu

einer Mahnwache. In den Messehallen hatten

sich an diesem Tag die Parteispitzen der

CSU und der CDU getroffen. Aufgrund der

polizeilichen Auflagen wurde die Mahnwache

allerdings nicht direkt an den Einfahrten

bzw. vor dem Haupteingang zur Messe

gestattet, sondern weit entfernt gegenüber

des N2 Hotels. Zwischen Politik und der

Taximahnwache wurde so eine möglichst

große Distanz in Form des Messesees

geschaffen. Ein persönlicher Kontakt, wie

bei anderen Mahnwachen, wurde so von

vornherein unmöglich gemacht. Trotzdem

war die Aktion wichtig und auch deshalb

erfolgreich, weil acht Fahrzeuge der Taxi

München eG mit „Scheuerwehr“-Aufkleber

permanent um das Messegelände kreisten.

Rund drei Wochen später fand die nächste

Mahnwache in Sichtweite zur Bayerischen

Staatskanzlei statt. Die vom Bundesverband

durchgeführte „Scheuerwehr-Tour“

durch alle 16 Bundesländer hatte das Ziel,

in der jeweiligen Landeshauptstadt vor dem

Sitz des Ministerpräsidenten gegen Scheuers

Eckpunkte zu protestieren und mit der

jeweiligen Landesregierung ins Gespräch

zu kommen.

In München wurde das insoweit erreicht,

dass mit Helmut Schütz der Amtsleiter des

Bayerischen Verkehrsministeriums vom

Ministerium am Prinzregentenplatz teilnahm

und vor rund 70 Teilnehmern der

Mahnwache Überraschendes zu berichten

hatte: Der bisherige Protest des Taxigewerbes

habe doch bereits Wirkung gezeigt,

räumte Schütz ein und sagte wörtlich: „Das

Bundesverkehrsministerium hat diese Eckpunkte

wieder kassiert und eine sogenannte

Findungskommission eingerichtet.“

Dieses Geständnis relativierte anschließend

Frank Kuhle in seiner Funktion als

Vorstandsmitglied des Bundesverbands:

Dies möge zwar eine interne Festlegung

sein, eine öffentliche Abkehr habe man bisher

jedoch nicht vernommen. Genau dies

sei aber die Forderung des Taxigewerbes,

betonte Kuhle in seiner Rede. „Wir werden

heute, morgen und übermorgen laut,

zusammen, geschlossen und geeint mit

einer einzigen Forderung weiter auftreten:

FOTOS: Taxi Times

10 JULI / 2019 TAXI


TAXIPROTESTE

PROTEST GEGEN EINEN GESELLSCHAFTSPOLITISCH GEFÄHRLICHEN TREND

Taxis und Mietwagen sind zwei vom Gesetzgeber gewollte

Verkehrsarten. Doch während der Mietwagen nach freien

Marktregeln agieren soll, steht das Taxi in der Pflicht, permanent

und für alle Mobilitätsbedürfnisse verfügbar zu sein.

Um das jederzeit finanziell bewältigen zu können (Taxi ist im

Gegensatz zu Bus und Bahn nicht subventioniert), hat der

Gesetzgeber im PBefG eine klare Abgrenzung zwischen Mietwagen

und Taxis definiert. Sobald der Mietwagen taxiähnliche

Fahrten unter dem Preis anbietet, wird das wirtschaftlich

gesehen ein Minusgeschäft. Uber

selbst kümmert das wenig, denn

sie erhalten ihre Vermittlungsprovision.

Alles andere wird auf die

Uber-Partner abgewälzt. Diese sind

oft gezwungen, den Preisdruck an

die angestellten Fahrer weiterzureichen,

die dann oft – gesetzeswidrig

– unter dem Mindestlohn bezahlt

werden.

Eine Marktöffnung für Uber & Co.

durch eine Anpassung des PBefG

hat daher eine enorme gesellschaftspolitische

Dimension und das

Taxigewerbe erhält aus diesem Grund in seinem Scheuer-

Protest auch Unterstützung von anderen gesellschaftlichen

Initiativen. So beteiligte sich beispielsweise die Sammlungsbewegung

„Aufstehen“ an den letzten drei Mahnwachen des

Münchner Taxigewerbes. „Wir machen Sozialpolitik im Interesse

der kleinen Leute“, schildert Christian Lange gegenüber

Taxi Times die Ziele der von Sahra Wagenknecht initiierten

Bewegung.

Christian Lange (mit Mikro) von der Sammlungsbewegung

„Aufstehen“ unterstützte das Taxigewerbe

bei den Mahnwachen.

Lange ist Vorsitzender von „Aufstehen“ Bayern. Die Ortsgruppe

München (muenchen@aufstehen.

de) kämpft vor allen Dingen für

bezahlbaren Wohnraum in der Stadt.

„Teure Wohnungsmieten bewirken,

dass zunehmend Manager die normalen

Bürger aus der Stadt drängen.

Postboten, Polizisten, Erzieher und

eben auch Taxifahrer werden an den

Stadtrand oder noch weiter rausgedrängt“,

sagt Lange. Sie müssen

dann täglich reinpendeln, um den

reichen Leuten die Post in den Briefkasten

zu werfen oder deren Kinder

zu betreuen.“

jh

Die Eckpunkte müssen offiziell zurückgezogen

werden. Nichts anderes erwarten wir.“

In Scheuers Eckpunkten sieht Kuhle ein

„Uber-Willkommensgesetz“. „Wir brauchen

das nicht, und auch der Bürger braucht das

nicht. Der Mensch muss mobil sein, dafür

stehen insbesondere die Taxis.“

UNMORALISCHER ANGRIFF

Die Tour durch 16 Bundesländer (Highlights

dazu siehe Seite 12) brachte auch

die Zustimmung vieler Parteien. Am deutlichsten

positionierten sich die SPD und

noch mehr die Linke. Für Letztere war die

Münchner Bundestagsabgeordnete Nicole

Gohlke zur Mahnwache gekommen. Sie

hält Scheuers Eckpunkte für einen „hoch

unanständigen und unmoralischen Angriff

auf die Taxibranche, auf eure Existenz, auf

eure Zukunftsperspektiven und auf eure

Würde“. Solche politischen Manöver seien

geeignet, den sozialen und gesellschaftlichen

Zusammenhalt kaputtzumachen. Die

geplante Novellierung sei nicht nur ein

Angriff auf die Taxifahrer, sie sei auch ein

großer Angriff auf die Infrastruktur und

das Verkehrswesen der Städte, Gemeinden

und Landkreise. „Was wird passieren, wenn

die Rückkehrpflicht für Uber & Co. entfällt“,

wirft Gohlke während ihrer Ansprache in

den Raum und gibt sofort die Antwort:

„Die Folge wird sein, dass deren Fahrzeuge

zusätzlich und in unbeschränkter Anzahl

in der Stadt kreisen und parken werden.

Nicole Gohlke, Bundestagsabgeordnete der

Linken: „Der Angriff auf das Taxigewerbe

geht uns alle an.“

Das bedeutet noch mehr Autos, noch mehr

Verkehr und noch mehr Schadstoffe. Das

kann kein Mensch wollen.“

jh

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TAXI JULI / 2019

11


TAXIPROTESTE

EINE »SCHEUER-

WEHR-TOUR«

QUER DURCH

DIE REPUBLIK

Unmittelbar nach Pfingsten verstärkte der Bundesverband

Taxi und Mietwagen noch einmal seine Proteste gegenüber

den Liberalisierungsplänen des Verkehrsministers.

Mit einem „Scheuerwehr“-Anhänger fuhr der Berliner Taxiunternehmer

und Gewerbevertreter Rolf Feja (Im Foto mit dem Fuß auf

dem Koffer) mit jeweils einem Vertreter des Bundesverbands in

die Landeshauptstädte der 16 Bundesländer. Es wurde eine Tour

mit vielen Highlights, aber auch kleinen Enttäuschungen. jh

MELDUNG ZU JEDER STATION

Taxi Times hat online und in seiner App aus

jeder Stadt berichtet. Nachzulesen unter

www.taxi-times.com

(Stichwortsuche „Scheuerwehr-Tour“).

AUFTAKT DER

„SCHEUERWEHR“-TOUR:

Am 11. Juni startete die erste Kundgebung

vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam.

Taxi-und-Mietwagenverbands-Präsident

Müller konnte die Staatssekretärin

Ines Jesse (SPD) begrüßen. Ihre Landesregierung

spricht sich gegen eine Aufhebung

der Rückkehrpflicht aus. Die Länder sind

im Falle einer Gesetzesänderung über den

Bundesrat abstimmungsberechtigt

DIE VERKEHRSMINISTER

IN HESSEN UND IM SAARLAND:

Beim Halt in Wiesbaden gab sich der grüne

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Mitte)

verständnisvoll, allerdings ohne sich bei

der Frage nach der Rückkehrpflicht festzulegen.

Klare Worte dagegen von der saarländischen

Verkehrsministerin Anke

Rehlinger. Für sie ist das Taxigewerbe ganz

besonders im ländlichen Raum ein maßgeblicher

Baustein der Mobilität.

GESPRÄCHE STATT MASSE:

Zur Zielsetzung der Tour zählte unter anderem, mit möglichst

hochrangigen Landespolitikern ins Gespräch zu kommen und

noch mal über die Gefahren der Scheuer’schen Eckpunkte aufzuklären.

Deshalb war es bei dieser Tour nicht notwendig, große

Massen zu mobilisieren. Im Schnitt hatte jede Mahnwache etwa

30 Teilnehmer, wie hier in Wiesbaden. München war mit 70 am

besten besucht.

HOHER SPD-BESUCH

IN BREMEN

UND HANNOVER:

Hier wurde die „Scheuerwehr“ mit offenen

Armen empfangen. Der damals noch amtierende

Bremer Bürgermeister Carsten

Sieling (unten) positionierte sich gegen

Scheuers Eckpunktepapier. Niedersachsens

Ministerpräsident Stephan Weil will Uber

nicht in seinem Bundesland haben.

VON DER POLITIK NICHT ERHÖRT:

Trotz intensiver Bemühungen des Bundesverbands gelang es in

einigen Bundesländern nicht, politische Vertreter vor die Türe zu

locken. Für die Teilnehmer der Mahnwachen in Schwerin, Hamburg,

Stuttgart und Dresden war das eine herbe Enttäuschung. In Sachsen

wird die Veranstaltung allerdings nachhaltig im Gedächtnis bleiben,

weil dort ein Holzsarg, inklusive Dachzeichen, symbolisch aufgebahrt

wurde, während man in Stuttgart Dachzeichen in die Tonne warf.

FOTOS: Simi, Ufuk Gergin, Ismail Özbürün, GVN, , Yvette Mierell, Danis

12 JULI / 2019 TAXI


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informieren. Durch eine hohe Kompetenz – unsere Redakteure

stammen größtenteils selbst aus der Taxibranche – informieren wir

stets mit dem Blickwinkel aus dem Gewerbe für das Gewerbe. Taxi

Times zeigt, wie auf die großen Veränderungen und auf politisch

motivierte Gesetzesregelungen reagiert wird, und hält Sie über die

Entwicklung neuester Techniken auf dem Laufenden.

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KONTROLLEN

EINFACHE

MITTEL

GEGEN

WILDWEST

Diese Schilder

hätten auch vor

dem Erdinger

Landratsamt ihre

Berechtigung.

Während in Berlin Taxifahrer gegen den Uber-Wildwest demonstrieren, sorgt die

Hamburger Kontrollbehörde für Wettbewerbsgleichheit. Beides ist für Münchner

Flughafentaxler und das Erdinger Landratsamt nachahmenswert.

Wenn ihr in Berlin bessere Kontrollen haben wollt,

dann seid ihr falsch, dann müsst ihr vors Rote Rathaus

ziehen“. Mit diesem Satz hatte im Februar Verkehrsminister

Andreas Scheuer klargemacht, dass der Bund nicht

für die Kontrollen der Rückkehrpflicht zuständig ist, sondern die

dortige Landesregierung.

Nun, vor das Rote Rathaus, den Sitz des Bürgermeisters, sind

die Berliner am 6. Juni nicht gezogen, vielmehr unmittelbar vor

den Amtssitz der Verkehrssenatorin Regine Günther. Mehr als

tausend Taxiunternehmer und -fahrer samt Familien hatten sich

dort zu einer Mahnwache versammelt, ausgestattet mit Plakaten,

die im Stil und ihrer Aufmachung denen der „Scheuerwehr“ ähnelten,

deren Texte allerdings ganz auf das Versagen der Berliner

Aufsichtsbehörde abzielten.

GÜNTHER IN BERLIN – BAYERSTORFER IN ERDING

„Schluss mit dem Wildwest von Uber & Co.“ stand darauf zu lesen.

„Recht muss durchgesetzt werden“, „Uber, Uber Lohnbetrüger“,

SozialräUBER“, aber auch der persönliche Appell an die zuständige

Senatorin: „Frau Günther, machen Sie Ihre Arbeit.“

Mit Ausnahme des letztgenannten Spruchs könnten diese Schilder

vor dem Erdinger Landratsamt zum Einsatz kommen. Denn was

in Berlin Frau Günther, ist in Erding Martin Bayerstorfer. Der CSU-

Landrat ist der oberste Dienstherr des Landratsamts und trägt als

solcher die volle Verantwortung dafür, dass seit Jahren am Münchner

Flughafen ein ebenso gravierender Uber-Wildwest herrscht wie in

Berlin. Einfach deswegen, weil die ihm unterstelle Kontrollbehörde

Euro-Taxi-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1

seit Jahren keinerlei Interesse und keinen politischen Willen zeigt,

gegen eindeutige Rechtsverstöße vorzugehen. „Frau Günther, machen

Sie ihre Arbeit, damit wir Taxifahrer unsere Arbeit machen können“,

lautete die wiederholte Forderung der Berliner Taxifahrer. Wann

rufen das die Taxifahrer und Unternehmer vom Münchner Flughafen

am Alois-Schießl-Platz in Erding Herrn Bayerstorfer zu? Die Schilder

wären schnell von Berlin nach München gefahren.

DAS HAMBURGER MIETWAGENMODELL

Dabei wäre es gar nicht so schwierig, die „Arbeit zu machen“. In

Hamburg hat die dortige Aufsichtsbehörde klare Vorgaben für

jeden, der dort einen Mietwagenbetrieb mit mehr als einem Fahrzeug

anmeldet. Der Bewerber muss eine Gründungskalkulation

sowie eine Ertrags- und Kostenvorschau vorlegen und an seinem

Betriebssitz pro Konzession auch einen Stellplatz sowie Sozial- und

Hygieneräume nachweisen (nachzulesen unter www.taxi-times.

com, Stichwortsuche „Hamburg“). Noch entscheidender in der Hansestadt

ist allerdings, dass man dort keine Wegstreckenzählerbefreiung

duldet. Vielmehr muss sogar ein manipulationssicherer

Wegstreckenzähler eingesetzt werden. Einer, der ähnlich dem dortigen

Fiskaltaxameter über entsprechende Verschlüsselungs- und

Signierfunktionen verfügt. Damit kann die Behörde dann nicht nur

die Umsätze kontrollieren, sondern auch die Arbeitszeiten und

damit verbunden die Einhaltung des Mindestlohns.

Wie sagt ein altes Sprichwort? Wo ein (politischer) Wille ist,

ist auch ein (rechtlicher) Weg. Und dazu müsste noch nicht einmal

das PBefG geändert werden, Herr Scheuer.

jh

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14 JULI / 2019 TAXI


RECHT

EIN GERICHTSVER -

FAHREN FREI NACH

GEBRÜDER GRIMM

Eine (überforderte?) Richterin und clevere Uber-Anwälte basteln

gerade an einem Justizskandal, der in die Geschichtsbücher eingehen

könnte. So grausam sind nicht einmal die Märchen der Brüder Grimm.

Wenn Geschichten mit „es war einmal“ beginnen, sind

es meistens Märchen. Sie sind frei erfunden und stellenweise

richtig grausam – wenn zum Beispiel wie bei

Hänsel und Gretel eine alte Hexe zwei Geschwister essen will. Unsere

Geschichte ist leider eine

wahre Begebenheit und nicht

weniger grausam als ein Märchen.

Sie beginnt ebenfalls

mit „es war einmal“. Einfach

deswegen, weil der Ursprung

der Geschichte nun schon

drei Jahre zurückliegt.

Es waren also einmal

eine Münchner Taxiunternehmerin

und ihr Mann, die

klagten gegen Uber. Die Art,

wie das US-Unternehmen

Fahrten an Mietwagenunternehmer

und deren Fahrer vermittelt, führe unweigerlich zu einem

dauerhaften Rechtsbruch, weshalb die App verboten werden muss,

argumentiert die Taxiunternehmerin. Uber als beklagte Partei sieht

das natürlich anders. Und wenn sich zwei streiten, braucht es einen

Dritten; einen, der die Sache entscheidet. In Deutschland sind das

die Richterinnen und Richter, das System nennt sich Rechtsstaat.

UND WENN DAS TAXI NICHT GESTORBEN IST ...

Man schrieb also das Jahr 2016, als das Münchner Verfahren gegen

Uber eröffnet wurde. Und weil das Taxigewerbe trotz der massiven

Umsatzeinbußen eines immer weiter agierenden Wettbewerbes

immer noch nicht gestorben ist, wartet es bis heute auf einen

Urteilsspruch. Eine erste Verhandlung im Oktober 2017 endete mit

der Ankündigung der zuständigen Richterin, weitere Beweise aufnehmen

zu wollen. Eine für Januar 2018 angesetzte Verhandlung

wurde auf Juni 2018 verschoben, die dann ebenfalls nicht stattfand.

Der Ersatztermin im September

2018 musste schließlich

wegen Krankheit eines der

beisitzenden Richter verlegt

werden. Eine im November

2018 angesetzte Verhandlung

kam tatsächlich zustande.

Sie war allerdings lediglich

für 30 Minuten anberaumt

und endete mit der richterlichen

Feststellung, dass die

Vorwürfe der Taxiseite nicht

ausreichend formuliert seien.

Im März 2019 erließ die Richterin

dann einen Beschluss zur Beweisaufnahme und setzte für

den 13. Mai 2019 eine weitere Verhandlung an. Diese wurde nun

abermals verschoben, weil die Zeugen nicht fristgerecht eingeladen

werden konnten. Ein neuer Termin kann erst nach den Sommerferien

bestimmt werden.

Hänsel und Gretel werden im Märchen in letzter Sekunde übrigens

doch noch befreit. In unserer Geschichte ist es allerhöchste

Eisenbahn, dass sich eine übergeordnete Stelle im Bayerischen Justizministerium

der Sache annimmt und die zuständige Richterin

von diesem Verfahren „befreit“. Andernfalls hat das Landgericht

München einen Justizskandal an der Backe, der in die Geschichtsbücher

eingehen dürfte.

jh

FOTO: Pixabay

TAXI JULI / 2019

15


Ein Platz am Expertentisch:

Gregor Beiner, Vorstandsmitglied

des Taxiverbands München TVM ,

war zur Anhörung im Bayerischen

Landtag eingeladen.

TAXI IM NETZWERK

MIT DEM ÖPNV

Bei einer siebenstündigen Expertenanhörung im Bayerischen Landtag zur

Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs war auch der Taxiverband

München vertreten.

Der aus 16 Mitgliedern bestehende Ausschuss für Wohnen,

Bau und Verkehr des Bayerischen Landtags hat in seiner

neunten Sitzung einen siebenstündigen Dialog mit Verkehrsexperten

geführt. Initiiert hatte dies die bayerische SPD.

Dass dazu von der Landtagsabgeordneten Inge Aures auch das

Taxigewerbe eingeladen wurde, ist unter anderem auf ein Gespräch

von Frau Aures mit dem Taxiunternehmer und Aufsichtsratsmitglied

der Taxi München eG Jürgen Zech zurückzuführen.

Eingeladen war der Taxiverband München TVM, dessen Vertreter

Gregor Beiner zu Beginn der Runde die Kernbotschaft des

Taxigewerbes in einem fünfminütigen Vortrag darlegen konnte.

Beiner betonte dabei die Eigenfinanzierung des Taxigewerbes,

weswegen man stark unter dem Zwang der Wirtschaftlichkeit

stehe. Durch neue Anbieter erlebe man derzeit eine massive Wettbewerbsverzerrung.

Gesellschaftspolitisch sei durch diese neuen

Anbieter ein massives Lohndumping zu beobachten.

TAXI IST INNOVATIONSTREIBER

Das Taxigewerbe sei sowohl im Bereich der Digitalisierung als

auch bei der Antriebstechnologie ein Innovationstreiber. Für Ersteres

nannte Beiner beispielhaft das taxi.eu-Netzwerk, das eine

Auftragsvermittlung in über 160 Städten ermögliche. Bei der

Antriebstechnologie sei München mit seinen mittlerweile

25 E-Taxis deutschlandweit führend.

Im ländlichen Bereich leiste das Taxigewerbe einen wesentlichen

Beitrag zur Mobilität außerhalb des Individualverkehrs. Hier

seien sowohl auf dem Land als auch im urbanen Bereich engere

Vernetzungen mit den ÖPNV-Betreibern nötig, um effiziente Mobi-

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

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E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

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Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Jürgen Hartmann

SCHWERPUNKT SCHIENE

Insgesamt zehn Experten waren am 25. Juni zur Ausschusssitzung in den Bayerischen

Landtag eingeladen. Neben Gregor Beiner, Vorstandsmitglied des TVM

und damit Vertreter des Taxigewerbes, waren dies unter anderem auch Stefan

Kühn, Geschäftsführer Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Dr. Bernd Rosenbusch,

Geschäftsführer MVV, und Ingo Wortmann, Geschäftsführer MVG.

Im Vorfeld der Anhörung hatten die Mitglieder des Verkehrsausschusses einen

umfangreichen Fragenkatalog zu insgesamt neun Themenkomplexen rund um die

Mobilität verschickt, in dem alle Experten schriftlich ihre Einschätzung abgegeben

hatten. Dieser wurde chronologisch abgearbeitet, wobei der Schwerpunkt beim

Schienenverkehr und stationsgebundenen Angeboten lag. Diskutiert wurde aber

auch über Möglichkeiten zur Reduzierung des innerstädtischen Individualverkehrs

(Citymaut, teure Parkplätze etc.) und über ein ÖPNV-Jahresticket für 365 Euro.

Letzteres wurde von allen Experten als nicht zielführend gesehen.

jh

FOTO: TVM

16 JULI / 2019 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

litätsformen anbieten zu können. Das Taxigewerbe leiste dies beispielsweise

durch AST-Verkehre in Dachau und Fürstenfeldbruck,

betonte Beiner. Andere Experten nannten dafür die weiteren Projekte

„Baxi“ und „Flexibus“.

Das Taxigewerbe stehe sowohl für solche Netzwerke als auch

für die Integration in komplette Mobilitätsplattformen zur Verfügung.

Es lasse sich auch in intelligente Tarifmodelle mit zonendefinierten

Festpreisen einbinden. Aktuell bestehe bereits ein

Festpreis für eine Taxifahrt vom Flughafen zum Messegelände. Es

spreche nichts dagegen, auch das Stadtgebiet zwei bis drei Zonen

einzuteilen, für die dann ebenfalls ein einheitlicher Preis definiert

wird.

VIELE MÖGLICHKEITEN – EINE ABRECHNUNG

Dem Kunden könne man dadurch einen Mobilitätsmix anbieten,

in dem jede Beförderungsvariante preislich genau festgelegt ist.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang jedoch, dass dies in Form

eines einheitlichen Ticketing abgewickelt wird und der Kunde

nicht für jede Beförderungsart mit dem jeweiligen Anbieter einzeln

abrechnen muss. Die Vernetzung aller Anbieter zu einer

zentralen Fahrtenabrechnung müsse das Ziel künftiger Mobilitätsplattformen

sein. Das Taxigewerbe könne dazu die nötigen

Schnittstellen anbieten.

Beim Thema Digitalisierung leistete der TVM wertvolle Aufklärungsarbeit.

Beiner skizzierte dort unter anderem, dass der

bisherige Anbieter mytaxi durch eine Wandlung nun das Uber-

Prinzip verfolge und ebenfalls taxiähnlichen Mietwagenverkehr

anbieten wolle – was das Stauproblem in der Innenstadt ebenso

verschärfe wie die rechtswidrige Umgehung der Rückkehrpflicht.

Gregor Beiner zog am Ende der Veranstaltung ein positives

Fazit: „In den Statements und aufgrund der Fragestellungen wurde

deutlich, dass die Landtagspolitiker parteiübergreifend das Taxi

als Bestandteil des ÖPNV sehen. Deshalb wurden wir auch eingeladen.

Ich hatte die Möglichkeit, sowohl die Entscheider anderer

Verkehrsbereiche als auch die Verkehrspolitiker persönlich kennenzulernen.

Einige bilaterale Gespräche wurden bereits vereinbart

und werden in Kürze durchgeführt.“

jh

Peter „Pit“ Köhl (Mitte) übergibt die Schlüssel seines TCO an

Ünal Kücüksahin (links) und Deniz Köse.

TVM GRÜNDUNGS-

MITGLIED HAT

VERKAUFT

Peter Köhl, Geschäftsführer des Taxi-Center Ostbahnhof

(TCO), hat mit 62 Jahren seinen Ruhestand angetreten und

seinen Betrieb mit 52 Taxis verkauft. „Nach mehr als 35 Jahren

Taxi ziehe ich mich aus dem Taxigewerbe zurück und

übergebe die Firma nun in die kompetenten Hände von Ünal

Kücüksahin (früher MTS GmbH, 8 Taxis) als neuen Geschäftsführer

und an Deniz Köse (Geschäftsführer bei Taxi Duschl,

20 Taxis) als Miteigentümer“, schreibt Peter „Pit“ Köhl in

einer sehr persönlichen Abschieds-E-Mail an die Taxi Times

Redaktion. „Die beiden neuen Inhaber übernehmen alle Mitarbeiter

und führen den Betrieb in gewohnter Weise weiter.“

HYBRID-PIONIER

Köhl zählte zu den Gründungsmitgliedern des Taxiverbands

München (TVM) und war bis zuletzt immer ein sehr aktives

Mitglied des Verbands, auch wenn er kein offizielles Amt

innehatte. Sein Unternehmen, das auch unter dem Label

„umwelt-taxi-muenchen.de“ bekannt ist, zählte zu den ersten

Mehrwagenbetrieben mit einer Hybrid-Flotte, später wurden

mit dem Opel Ampera und dem Tesla auch die ersten Elektrotaxis

eingesetzt. Für sein Engagement erhielt Köhl zahlreiche

Umweltpreise, unter anderem auch den „Münchner

Umweltpreis“.

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TAXI JULI / 2019

17


Der Flughafen und die Politik wollen

den Fluggästen bevorzugt

E-Taxis anbieten.

E-TAXIS AM MÜNCHNER

FLUGHAFEN – ECO,

ÖKO UND DIGITAL

Voraussichtlich ab August gibt es am Terminal 2 des Münchner Flughafens eine

gesonderte Vorfahrtsfläche, in der Elektro-Taxis bei der Aufstellung bevorrechtigt

werden. Damit wird ein Projekt umgesetzt, das von der Politik gefordert und vom

Flughafen München gefördert wird.

Größter Gewinner aber wird das

Taxigewerbe sein, denn das Projekt

E-Taxi ist der Vorreiter für das

Taxi der Zukunft. Ebenso wie der Flughafen,

der bis 2030 CO2-neutral sein will, wird

Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite

Verkehrsmedizinische

Untersuchungen in Schwabing

Dr. Josef Venczel

Dr. Marta Venczel

Betriebsärzte

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Alle med. Untersuchungen

für den Erwerb und die

Verlängerung des P-Scheins

auch das Taxi allmählich elektrisch und

damit ökologisch. Ganz nebenbei wird der

Fahrbetrieb am Flughafen auch digital.

Der Flughafen München wird der erste

deutsche Flughafen mit einer eigenen Haltezone

für Elektro-Taxis sein. So etwas gibt es

bisher nur in Amsterdam und Stockholm –

und dort wird es sehr positiv angenommen.

Die Vorteile für die Taxiunternehmer: Eine

Anschubförderung für E-Taxis wird den Einstieg

ins Elektroauto erleichtern. Positives

Image bei den Fluggästen: So wird Taxi am

Flughafen München als umweltschonend,

modern, innovativ und digital wahrgenommen

und zu einem positiven Image der Taxibranche

insgesamt beitragen.

Am Terminal 2 wird voraussichtlich ab

August 2019 im Vorfahrtsbereich der Taxis

vorne eine Aufstellfläche eingerichtet, in

der sich jederzeit ein rein elektrisch betriebenes

Taxi aufstellen darf. Zwei weitere

Plätze für E-Taxis sind in der Busspur vorgesehen.

Der Fahrgast hat somit die Option,

in ein umweltfreundliches Elektro-Taxi

einzusteigen, wenn dieses verfügbar ist.

Die Bevorrechtigung wird über eine Bildschirmanzeige

dargestellt. Um den Kunden

möglichst oft ein Elektro-Taxi anbieten zu

können, erhalten diese ein Vorrecht beim

Nachrücken. Der bisherige Platz für die

Kurzfahrtenrückkehrer bleibt erhalten

und rutscht lediglich um eine Position

nach hinten.

Um das Nachrücken technisch zu organisieren,

ist eine sogenannte Digitalisierung

mittels Software notwendig. Alle

digitalen Taxis erhalten von der IsarFunk

Fahrer-App nach der Anmeldung als

„eingetroffen“ (Positionierung) im Taxispeicher

eine Position (Wartenummer).

Anhand dieser werden die Fahrzeuge aufgerufen,

ins Modul nachzurücken. An die

FOTOS: Stephan Görlich

18 JULI / 2019 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

Funkvermittlung bei IsarFunk angeschlossene

Taxis sind dafür bereits eingerichtet.

Viele Taxiunternehmer sehen in der

Bevorzugung der E-Taxis für sich selbst

einen erheblichen Nachteil. Schließlich ist

für den einzelnen Fahrer die Vorstellung

nicht schön, nach längerem Warten ein

E-Taxi vor seiner Nase abfahren zu sehen.

Doch ist das wirklich so?

NOCH IST ES ERST EIN PROZENT

Aktuell kommen auf 25 E-Taxis rund 2.300

konventionell betriebene Taxis am Flughafen.

Der Anteil liegt damit bei etwa 1 Prozent.

Der E-Taxi-Platz wird daher nicht so

oft belegt sein, und deshalb wird sich die

Wartezeit für Taxis mit Diesel- oder Hybridantrieben

nicht wesentlich vergrößern.

Umgekehrt ist für Besitzer und Fahrer eines

E-Taxis die verkürzte Wartezeit ein Ausgleich

für die erforderliche Standzeit beim

Laden. Durch das bevorzugte Nachrücken

wird ein E-Taxi auch ein wenig öfter zum

Zug kommen – dieser Vorteil ist beabsichtigt

und soll den Mut des Unternehmers

zum Umstieg auf ein Elektroauto belohnen.

Da die Bevorzugung laufend neu bewertet

wird, braucht sich niemand Sorgen zu

machen, dass etwa eine große Flotte von

E-Taxis den konventionellen Taxis praktisch

laufend Fahrgäste wegschnappt.

Ebenso wie der Flughafen bis 2030

plant, dürfte auch die Entwicklung des

E-Taxis verlaufen. Man weiß aus der Forschung,

dass die Ausbreitung von neuen

Gütern exponentiell verläuft: Nach einem

zögerlichen Start geht es steil bergauf, bis

die Kurve sich bis zur Sättigung wieder

abflacht.

Der Aufschwung könnte also in den

nächsten drei Jahren passieren. In dieser

Zeit könnten die E-Taxis den Anteil von

einem Viertel der Gesamtflotte übersteigen

– danach dürfte es sehr schnell gehen.

Denn in dieser Zeit wird es auch passende

Elektroautos von deutschen Herstellern

geben. Der Zug fährt Richtung Elektroauto

ab, doch konventionelle Taxis werden

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Presserechtlich verantwortlich

für diese Seiten:

Christian Hess

Redaktion:

Karl-Heinz Mayer (khm),

Essential Media

deshalb noch nicht von elektrischen Taxis

überrollt.

Juristisch betrachtet hat das Landrats amt

Erding in seiner kommenden Taxiordnung

eine Testphase von maximal drei Jahren

festgelegt. Die Regelung gilt für rein elektrische

Taxis am Terminal 2 ab August 2019.

Schrittweise wird dann der Wirkungsbereich

der IsarFunk Fahrer-App und der Regelung

erweitert. Bis Ende 2019 soll die App auch

für den Zentralbereich Pflicht sein. Ab dem

Jahr 2020 sollen alle am Flughafen zugelassenen

Taxis zügig mit der Fahrer-Applikation

ausgerüstet und somit der gesamte Taxiverkehr

digitalisiert werden.

Für die IsarFunk Fahrer-App benötigt

man ein Android-Smartphone. Diese App

kann im Google Play Store heruntergeladen

werden. Der Einsatz auf einem Apple-

Smartphone ist leider nicht möglich.

Fazit: Mit dem E-Taxi-Projekt wird eine

Entwicklung in Gang gesetzt, die sich im

Markt ohnehin abzeichnet. Zudem finden

während der Testphase in Absprache mit

den Behörden notwendige Anpassungen

des Ablaufs statt. Spätestens nach drei Jahren

stehen die derzeitigen Regeln wieder

auf dem Prüfstand.

Das E-Taxi ist ein Pilotprojekt der Stadt

München, des Flughafens und des ADAC. Es

wird von der IsarFunk Taxizentrale organisiert.

Es ist ein Anreiz und eine Belohnung

für den Weg in die breite E-Mobilität. Städte

wie London, Amsterdam oder Stockholm

beschränken oder sperren ihre Innenstädte

für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Damit das Taxi auch weiterhin Zugang zu

den Innenstädten erhält, muss es schnell

auf emissionsarme Antriebstechnologie

umsteigen. Die Konkurrenz steht bereits

in den Startlöchern.

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI JULI / 2019

19


ANTRIEB

TAXIVERKÄUFER, ATILLA DÖGER

»TOYOTA UND HYBRID

GEHÖREN EINFACH

ZUSAMMEN«

Atilla Döger

neben dem neuen

Toyota Camry.

Ende Juni hatte der Münchner Toyota-

und Lexus-Händler DIT München

das Taxigewerbe zum Taxi-Familientag

eingeladen. Zu sehen waren dort viele

neue Taximodelle – alle als Hybrid. Im

Gespräch mit Taxi Times erläutert der

zuständige Taxiverkäufer Atilla Döger,

was es damit auf sich hat.

TAXI TIMES: Herr Döger, wir sehen hier

viele verschiedene Taximodelle. Sie

haben aktuell ein breites Angebot.

ATILLA DÖGER: Im Mittelpunkt stehen

diesmal klar die neuen Taximodelle. Wir

stellen den Kunden den neuen Camry, den

Corolla TS, den RAV4 und sogar den Lexus

ES vor. Camry und Co. stehen für Probefahrten

zur Verfügung.

Sie haben den Prius+ noch gar nicht

erwähnt, werden die neuen Modelle den

Prius+ ablösen?

Nein, auf keinen Fall. Der Prius+ ist und

bleibt das Toyota-Taxi mit der größten

Nachfrage und ist bei uns komplett mit

Taxipaket ab Lager lieferbar.

Der Taxi-Klassiker Prius+

Warum ist der Prius so erfolgreich?

Ganz einfach: Der Wagen hat sehr geringe

laufende Kosten. Zum einen ist er wegen

des Hybridantriebs sehr sparsam, andererseits

gibt es beim Prius keine Riemen,

oder eine Kupplung, die verschleißen können.

Worauf wir sehr stolz sind: Die Bremsbeläge

und -Scheiben verschleißen

kaum und halten somit deutlich länger

als bei den Wettbewerbern.

Welche Segmente bedienen die anderen

Modelle?

Der Corolla TS ersetzt den Toyota Auris

und den Toyota Avensis, mit dem Camry

und dem Lexus ES haben wir jetzt auch

Limousinen im Angebot, die auf die weiterentwickelte

Hybridtechnologie setzen.

Bis auf den Camry, der bislang nicht vom

ADAC getestet wurde, haben alle neuen

Toyota-Taxis das ADAC Eco-Taxi Label

bekommen.

Wie wichtig ist der Hybridantrieb beim

Verkauf von Taxis?

Toyota und Hybrid gehören einfach zusammen.

Ein Taxi ohne Hybridantrieb werden

Sie bei uns ganz selten finden.

Ist Toyota in München unter den Taxis

schon die Nummer eins?

Wie in Berlin noch nicht, aber wir arbeiten

daran und bringen pro Jahr eine dreistellige

Anzahl neuer Toyota-Taxis auf die

Straße.

Das Taxigewerbe hat einen hohen

Anspruch an den sogenannten After-

Sales-Bereich

Unsere Taxiunternehmer überzeugen wir

mit unseren Serviceleistungen: Express-

Service und Sofortdiagnose, Inspektionsfestpreise,

Leihtaxi bei Reparaturen oder

Unfällen, Taxi-Inzahlungnahme, Garantieverlängerung,

Taxiumbau von A-Z und

schnell verfügbare Fahrzeuge aus unserem

Taxipool. Das wird gerade zur

Wiesnzeit geschätzt.

Viele der Uber Partner setzen auch auf

Toyota

Mir ist natürlich klar, dass es momentan

viele Proteste gibt. Deshalb bin ich ausschließlich

der Ansprechpartner für die

Taxiunternehmer und Taxifahrer. Natürlich

muss Toyota wirtschaftlich denken.

Das Unternehmen lebt vom Verkauf von

Autos. Und wir mit unseren 100 Experten

auch.

Sogar der Dönerwagen kam standesgemäß

in Hellelfenbein zum Taxi-Familientag.

Was können die Taxiunternehmer noch

in diesem Jahr erwarten?

Da in diesem Jahr schon neue Taxi-Modelle

vorgestellt wurden, wird sich in dem

Bereich nicht mehr viel tun. Wir zeigen

diese Fahrzeuge übrigens auch beim

nächsten IsarFunk Quality Check, und der

nächste Taxi-Familientag ist bereits für

Ende des Jahres in Planung.

Das wird dann der dritte Taxi Event von

DIT sein?

Ja. Beim ersten Event im vergangenen

Dezember hatten wir den Fokus auf die

Bestandskunden und deren Familien

gelegt, beim heutigen auf die Neukunden.

Mit Probefahrten der neuesten Taximodelle

und einem bunten Rahmenprogramm

wollen wir am Taxi-Familientag für jeden

etwas bieten.

Vielen Dank für das Interview.

sg

FOTOS: Taxi Times

20 JULI / 2019 TAXI


EICHRECHT

Individuelle

Umrüstungen

von Taxi-Exoten

sind vorerst nicht

mehr möglich.

EICHBEHÖRDE STOPFT EIN

EXOTENSCHLUPFLOCH

Seit der Eichrechtsnovelle von 2017 konnten eigentlich nur noch Taxis mit

herstellerseitig legitimiertem Signalgeber zugelassen werden. Doch in Bayern wurde

ein Schlupfloch genutzt – das seit 1. Juli 2019 nun wieder geschlossen ist.

Die Konformitätsbewertungsstelle

(KBS) beim Bayerischen Landesamt

für Maß und Gewicht setzt seit

dem 1. Juli das Ziel um, die Anforderungen

an die Umrüstbetriebe einheitlicher zu

gestalten. Das führt dazu, dass die Auswahl

eichfähiger Taxis in Deutschland wieder

einmal stark eingeschränkt wird. Erst 2017

hatte eine Novellierung der Mess- und Eichverordnung

dazu geführt, dass zunächst

nur noch Taxis mit Werksumrüstung von

den Eichbehörden akzeptiert wurden. Ohne

Konformitätserklärung des Fahrzeugherstellers

bekam kein Taxiumbau eine Freigabe.

Das traf vor allem jene Unternehmer,

die sich in der Vergangenheit einen Porsche

oder Audi in Hellelfenbein gegönnt haben.

DER WEG DES SIGNALS

Das Problem der Umrüster lag ab diesem

Zeitpunkt darin, dass die Eichbehörde eine

genaue Beschreibung des Signalwegs verlangte,

welche dokumentierte, wo das elektronische

Geschwindigkeitssignal

abgenommen werden darf und dass es

zuverlässig in jedem Betriebszustand die

Daten an den Taxameter sendet.

Beim Signalabgriff muss sichergestellt

sein, dass keine unerwünschten Nebeneffekte

auftreten. Unter Umständen kann der

Eingriff ins Bordnetz einen Einfluss auf die

Sicherheitssysteme des Fahrzeugs haben,

weil ABS, ESP, Lenkung etc. alle auf ein

zuverlässiges Geschwindigkeitssignal

angewiesen sind. Wird das Signal durch

einen unsachgemäßen Abgriff manipuliert,

könnten unter Umständen also auch Bremse

oder die Lenkung nicht mehr wie

gewohnt arbeiten. Für die Hersteller bedeutet

diese Freigabe einen hohen Aufwand,

womit sich die geringe Anzahl an herstellerseitigen

Signalfreigaben erklärt.

Und dennoch gab es einen Weg, wie man

sein Traumtaxi auf die Straße bringen

konnte. Umrüster, die technisch dazu in der

Lage waren, die Daten zu dokumentieren,

konnten dann mit ihrem eigenen Namen

als Hersteller des Gesamtsystems und bei

der Übernahme der Haftung durchaus die

Taxizulassung für Exoten erlangen.

Die KBS hatte dieses Schlupfloch bislang

akzeptiert, ist nun aber der Meinung,

strenger bewerten zu müssen. Seit dem

1. Juli gilt deshalb ganz konkret, dass die

Signaleignung nur die Zentrale des Fahrzeugherstellers

oder der Aussteller der EU-

Übereinstimmungserklärung mit Namen

und Anschrift bestätigen kann.

Mit einem Schlag ist die deutsche Taxilandschaft

damit wieder den werkseitig mit

Taxiumrüstung erhältlichen Fahrzeugen

vorbehalten. Immerhin haben viele von den

aktuellen Modellreihen, die optional mit

einem Taxipaket bestellbar sind, eine gute

Chance, auch als Gebrauchtwagen ein

neues Fahrzeugleben als Taxi zu beginnen.

Umrüstungen von gebrauchten Fahrzeugen,

wie beispielsweise Ford, Opel, Mercedes

und VW, sollen noch möglich sein.

ÄRGERLICH FÜR DIE UMRÜSTER

Es mag nur wenige Taxiunternehmer

betreffen, denn die große Mehrheit an Taxiunternehmern

schafft ihre Modelle mehr

unter vorrangig rationellen denn unter

emotionalen Aspekten an. Für die betroffenen

Umrüster ist die Umstellung sicherlich

mehr als ärgerlich. Ihr Service hatte sich

mittlerweile bundesweit herumgesprochen.

Nun müssen Sie ihren Kunden aus ganz

Deutschland einen Korb geben. sg

FOTO: Gregor Anthes

Dr. Hans Bake v. Bakin

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TAXI JULI / 2019

21


PORTRÄT

»ICH

KEIN BIN TALIBAN!«

Rassismus im Alltag? Kollege Singh erlebt ihn täglich. Dabei ist er längst

deutscher, als sein Aussehen es vermuten lässt.

Du weißt doch gar nicht, wo die Chiemgaustraße ist!“ Bis

zu Hausnummer 133 war es eine ganz normale Taxifahrt.

Von einer Kneipe an der Richard-Strauss-Straße sollte es

nachts in die Chiemgaustraße 93 gehen. Taxikollege Harpinder

Singh macht das, was 99 Prozent aller Taxifahrer machen würden:

Er fährt durch den Leuchtenberg-Tunnel und dann immer

den Mittleren Ring entlang.

Ab Chiemgaustraße 133 war nichts mehr wie vorher. Der Fahrgast

beginnt den Fahrer zu beschimpfen. Los geht es mit: „Du weißt

doch gar nicht, wo die Chiemgaustraße ist!“ Harpinder Singh antwortet

ruhig: „Doch, das weiß ich. Wir sind schon in der Chiemgaustraße.“

„Quatsch!“, so der Fahrgast weiter, „das ist hier die

Balanstraße!“ Und Kollege Singh immer noch ruhig: „Doch, wir

sind schon in der Chiemgaustraße.“ Darauf der Fahrgast auffordernd:

„Dann zeigen Sie mir, wo die 93 ist!“

Auf den letzten 500 Metern der Fahrt gerät der Fahrgast außer

Kontrolle. Während Singh die Zentrale kontaktiert, läuft sein Fahrgast

zur Höchstform auf. Es fallen Bemerkungen wie: „Wenn du

Deutsch lernen wie ich, dann kannst du reden!“, „Gesindel! Ich

kenne euch! Nur nicht frech werden!“, oder: „Du hast dich unterzuordnen!

Du hast mich zu fahren und die Klappe zu halten!“ und

schließlich: „Kill the motherfucker! Leck mich!“ Schließlich steigt

der Fahrgast, selbst Ausländer, aus und zeigt dem Fahrer auf offener

Straße sein Geschlechtsteil.

Harpinder Singh ist ein ruhiger, offener Mensch. Der 39-jährige

Kollege ist schlank, zwei freundliche Augen blitzen einen

an und der Bart verdeckt nur unvollständig ein ebenso freundliches

Lächeln. Gerade dieser Bart ist es, an dem viele seiner

Mitmenschen Anstoß nehmen. Und der Turban natürlich, den

er – entsprechend seiner Religion – in der Öffentlichkeit niemals

abnehmen würde.

„I’m not a Taliban!“ Wegen seines Aussehens muss sich Kollege

Harpinder Singh immer wieder rechtfertigen.

SINGH IST SIKH

Harpinder Singh ist Sikh und Taxifahrer in München. Was hier

zumindest etwas ungewöhnlich ist, wäre in London oder New York

das Normale. Dort leben große Sikh-Gemeinden und Taxi fahrende

Sikhs gehören zum Alltag. Der Sikhismus ist eine monotheistische

Religion, die ihren Ursprung in Indien hat und der etwa 27 Millionen

Menschen angehören. Die Sikh-Religion betont die Einheit

der Schöpfung und verehrt einen gestaltlosen Schöpfergott, der

weder Mann noch Frau ist. Sie orientiert sich nicht an der Einhaltung

religiöser Dogmen, sondern hat das Ziel, religiöse Weisheit

auf den Alltag anzuwenden. Äußeres Zeichen der Religionszugehörigkeit

sind der kunstvoll gebundene Dastar, der Turban also,

und der ungestutzte Bart, sowie ein eiserner Armreif.

Harpinder Singh ist seit 23 Jahren in Europa, die letzten neun

davon in Deutschland. Er kommt aus Indien, genauer gesagt aus

dem Bundesstaat Punjab, wo auch seine Religion ihre Wurzeln hat.

Er ist mit einer Inderin verheiratet, hat zwei Kinder, zahlt seine

Steuern und besitzt seit Anfang des Jahres einen deutschen Pass.

Singh spricht sechs Sprachen – Deutsch ist seine Lieblingssprache

– kümmert sich liebevoll um seine Kinder, arbeitet nachts als

Taxifahrer, um seine Familie angemessen zu versorgen. Er ist ein

Musterbeispiel für gelungene Integration, für das, was die deutsche

Politik von Menschen aus anderen Kulturen erwartet und zum Teil

sogar fordert – und er wird trotzdem ausgegrenzt im Alltag. Und

vor allem während der Arbeit.

Von sich selbst sagt er: „Ich habe meine Heimat mit 16 Jahren

verlassen. Ich muss mit den Menschen hier leben. Dafür brauche

ich Geduld.“ Und er sagt: „Ich bin Deutscher. Ich kann mich mit

jedem Menschen hier unterhalten. Und ich kenne mich in München

aus.“ Ist vielleicht der Turban schuld daran, dass er immer

wieder Rassismus und Ausgrenzung erfährt? „Nein“, sagt Singh,

„ich trage Turban und Bart erst seit einigen Jahren. Vorher war es

auch nicht anders. Im Gegenteil, mit Turban erfahre ich oft mehr

Respekt als früher. Viele sagen mir sogar am Ende einer Fahrt,

ich soll so bleiben, wie ich bin!“

Eine alltägliche Situation: Der Kunde in der Kneipe hat mit seinem

Smartphone direkt bei der Zentrale ein Taxi bestellt. Singh

will seinen Fahrgast dort abholen, wird aber nur ausgelacht. „Hier

kommt der Taliban!“, rufen sie. Wer sein Kunde ist, erfährt er nicht.

FOTOS: Buntrock; IsarFunk

22 JULI / 2019 TAXI


PORTRÄT

Er meldet sich bei der Zentrale. Die storniert bei ihm den Auftrag –

und schickt ein neues Taxi, da der Kunde inzwischen schon wieder

bestellt hat. „Das tut weh“, sagt Singh. „Statt ihm ein neues Taxi zu

schicken, sollten sie ihm sagen: ‚Du hast unseren Fahrer schlecht

behandelt. Du bekommst heute kein Taxi!‘ Aber das machen die oft

nicht.“ Singh geht es dabei nicht um Rache oder Respekt. Singh

will Gerechtigkeit – als Mensch.

KEINE HILFE VOM KOLLEGEN DAHINTER

Wie neulich, nachts am Odeonsplatz, als ihn ein amerikanischer

Fahrgast angegriffen hat. „Wären wir hier in Kalifornien, dann

würde ich dir zeigen, wie wir dort mit Taxifahrern umgehen!“,

hatte der gesagt und wollte sich mit ihm schlagen. Der Kollege

hinter ihm hat sich die Szene in aller Ruhe angesehen und nichts

gemacht. Erst der dritte Kollege ist dann ausgestiegen und ihm

zu Hilfe gekommen.

Oder als er eine Frau zur Olympiahalle fahren sollte und die

plötzlich anfing, ihn zu beschimpfen. Vor der Polizeiwache in

Giesing hielt Singh dann an, während die Kundin schon mit der

Zentrale telefonierte: „Ich brauche einen normalen Taxifahrer,

möglichst einen Deutschen!“ Die Zentrale erklärte sachlich, dass

das nicht möglich sei. Sie hätte keinen Anspruch darauf, einen

deutschen Taxifahrer zu bekommen. „Dann halt wenigstens einen

netten!“

Zwei Polizisten, die zufällig vorbeikamen, klärten dann die

Situation. Plötzlich behauptete die Frau, der Fahrer hätte sie angegriffen

und sie braucht jetzt ein neues Taxi. Der Polizist sagte zu

ihr, sie braucht erst mal kein neues Taxi, sie muss nämlich erst

mal das andere Taxi bezahlen. Singh bekommt sein Geld – und

die Frau ein neues Taxi. Trotzdem bleibt bei ihm ein schlechtes

Gefühl. Von einigen dieser Erlebnisse hat er Tonmitschnitte

auf seinem Smartphone. Deshalb beruhen die hier dargestellten

Vorfälle nicht auf Hörensagen, sondern sie haben sich wirklich

so abgespielt.

Harpinder Singh will weitermachen. Taxifahrer ist sein Beruf.

Er macht ihn gerne. Er kommt mit seinem Unternehmer seit Jahren

gut aus. Er will auch nicht von der Zentrale, für die er fährt,

zu mytaxi oder Uber wechseln, auch wenn Kollegen ihm sagen,

dass dort alles viel besser wäre. Er vermutet, dass die dort eh

nur seine Daten und seine Kunden haben wollen. Er will auch

weiterhin in der Nacht fahren, weil er sich sein Leben so eingerichtet

hat, weil er sich auskennt in der Nacht, weil er auch nette

Erlebnisse mit Fahrgästen hat. „Ich will mit den Menschen hier

auskommen“, sagt er immer wieder, „doch dafür brauche ich oft

viel Geduld!“

tb

TAXI UND TOLERANZ GEHÖREN ZUSAMMEN

Ein Statement von Hans-Jürgen Dinter, Vertriebsleiter

von IsarFunk, zu den oben geschilderten Erlebnissen.

„Das Taxigewerbe ist ein Vielvölkergemisch. Ein großer Teil

unserer rund eintausend Fahrerinnen

und Fahrer hat einen Migrationshintergrund.

Auch in unserer Zentrale

arbeiten Menschen unterschiedlichster

Herkunft und Glaubensrichtung.

Unsere Fahrgäste kommen aus

allen Regionen der Welt. Sie dürfen

erwarten, wegen ihres Ursprungslandes,

ihrer Religion oder auch ihrer

sexuellen Orientierung im Taxi nicht

angefeindet zu werden. Für unsere

Kollegen auf der Straße gilt das ganz

genauso: Wird uns bekannt, dass

Kunden bestimmte Fahrer aus rassistischen

Gründen ausgrenzen, lehnen

wir die Zusammenarbeit ab – egal wie viele Fahrten

wir dadurch verlieren. ,Deutscher Fahrer‘ ist kein

Bestellmerkmal bei IsarFunk. Taxi und Toleranz gehören

nun mal zusammen.“

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TAXI JULI / 2019

23


GASTKOMMENTAR

Der ev1 von General Motors entsprach Ende der 90er-Jahre nicht

dem öldominierten Zeitgeist.

Wer den ÖPNV inklusive Taxi stiefmütterlich behandelt, braucht sich

über verstopfte Straßen nicht zu wundern.

KRIEG GEGEN

DEN ÖFFENTLICHEN

NAHVERKEHR

In den USA wird der ÖPNV schon seit Jahrzehnten bekämpft.

Nun schwappt diese Geisteshaltung auch nach Deutschland.

»Uber« und »Free Now« folgen derselben Strategie.

Die systematische Zerstörung des amerikanischen öffentlichen

Personennahverkehrs in über 40 Städten zwischen

den Jahren 1930 und 1960, auch als „großer amerikanischer

Straßenbahnskandal“ bezeichnet, führte in seiner Folge zu

verstunkenen und verstopften Großstädten. Ein Kartell von großen

Konzernen, allen voran General Motors, Standard Oil und Firestone,

kauften gezielt Verkehrsunternehmen auf, um die Straßenbahnlinien

stillzulegen. Der Feldzug war erfolgreich. Das Kartell

erreichte eine Reduzierung von Straßenbahnfahrzeugen in den

USA von anfangs 37.000 auf 5.300 Stück und wurde in der Folge

wegen „krimineller Verschwörung“ lediglich zu einer Geldstrafe

von 5.000 Dollar verurteilt.

DIE LAST DER BLECHLAWINEN

Schließlich wurde die Last in den Städten durch die Blechlawinen

so unerträglich, dass der US-Bundesstaat Kalifornien Anfang der

90er-Jahre die schärfsten Umweltgesetze weltweit beschloss. Gefordert

wurde eine Abkehr von Verbrennungsmotoren. Bis 1998 sollten

drei Prozent, bis 2003 zehn Prozent der Fahrzeuge „Zero

Eimission Vehicles“ werden. Natürlich wurden auch diese Gesetze

durch zähe Lobbyarbeit der Konzerne wieder aufgeweicht und

teilweise zurückgenommen. Die Lebensqualität für die Menschen

und deren Gesundheit spielten sowieso keine Rolle. Im Gegenteil.

Der von General Motors entwickelte Elektrowagen, der von seiner

Kundschaft heiß geliebte Zweisitzer „ev1“, wurde wieder vom

Markt genommen. Aus guten Gründen konnten die Kunden das

Auto lediglich leasen und GM kündigte nach erfolgreicher Intervention

die Verträge. Die Autos wurden eingezogen und verschrottet.

Ein paar Jahre später war der einst stolze Autokonzern

ausgeplündert und musste vom Staat gerettet werden.

In den USA führt heute die Tea-Party-Bewegung, bevorzugt

finanziert durch rechtskonservative Hardliner, unter ihnen die

Milliardärs-Brüder Charles und David Koch, die ihr Geld mit Öl

und Asphalt verdienen, den Kampf gegen den öffentlichen Personennahverkehr

fort. Man startet erfolgreich Kampagnen gegen

neue Bauvorhaben im ÖPNV. Im Konzert mit „Uber“, „Lyft“ und

anderen Plattformökonomien attackiert man die kommunalen

Selbstverwaltungen, damit die Einnahmen der öffentlichen Straßenverkehrsunternehmen

in andere Taschen fließen. Die Verelendung

und Vernichtung der amerikanischen Taxiunternehmen ist

dabei nur eine Petitesse am Rande. Tatsächlich zerstört man vielmehr

die Finanzkraft der Kommunen, weswegen im vergangenen

Jahr in New York eine Stausteuer zur Aufrechterhaltung der

U-Bahn-Verkehre erhoben werden musste. Investitionen in den

Ausbau des ÖPNV gelten in den Augen dieser Protagonisten als

unamerikanisch und als eine Verschwendung von Steuermitteln.

UBER FÜHRT DIE BEHÖRDEN VOR

Uber und Free Now folgen derselben Strategie. Der Verkehrskollaps

in unseren Städten durch Mietwagenverkehre spielt dabei

keine Rolle. Auch in München sollen die Menschen dazu bewogen

werden, von Straßenbahnen und Bussen in die billigen Mietwagen

umzusteigen. Der Anbieter Uber führt die kommunale Gewerbeaufsicht

vor und der strategisch angelegte Gesetzesbruch wird

von einer Armee aus Anwälten flankiert – das kennt man sonst

eigentlich nur von der Mafia.

FOTOS: Wikicommens / RightBrainPhotography, Fotolia / deberarr

24 JULI / 2019 TAXI


GASTKOMMENTAR

Free Now möchte sich davon abheben und versucht, „eleganter

auszusehen“. Sie sind gern gesehene Gäste beim Bundesverkehrsminister

und seinen Staatssekretären, denn im Ergebnis winken

für den Minister und seine Entourage, davon darf man ausgehen,

gut dotierte Jobs nach dem Ausscheiden aus der Politik. Den Straßenverkehrsbetrieben

jedoch droht durch die Kumpanei zwischen

Politik und Konzernen, wie in New York oder San Francisco, ein

Wegbrechen der Einnahmen. Die Mietwagenfahrer werden, davon

kann man ausgehen, keinen angemessenen Verdienst erhalten.

Aus guten Gründen hüllt sich mytaxi in Schweigen, wenn es um

die zukünftige Verteilung der Einnahmen daraus und den Anteil

für die Auftragsvermittlung geht. Bei Markteintritt 2011 schwadronierten

deren Vertreter in den Medien, man ginge von einer

Provision von 15–30 Prozent des Umsatzes aus. Wer es nicht

glaubt, soll es selbst recherchieren.

ABGESCHÖPFT WIRD VOM UMSATZ

Unvorstellbar, dass man nicht heute schon genaue Vorstellungen

davon hätte, wie viel vom Umsatz man zukünftig abschöpfen

möchte? Ganz nebenbei befinden sich die Mietwagen bereits auf

der Straße und könnten zukünftig für beide Anbieter arbeiten.

Die schlauen Füchse, die mit ihren Taxis selbst heute noch Aufträge

für mytaxi annehmen, könnten die Fahrgäste eigentlich

gleich freiwillig bei der nächsten schwarzen Limousine abliefern.

Den Aussagen des mytaxi-CEO Eckart Diepenhorst, „motorisierten

Individualverkehr zu reduzieren und die Städte langfristig

lebenswerter machen zu wollen“ spricht der Realität und dem

Wissen um den historisch belegten „Krieg gegen die kommunale

Selbstverwaltung“ nach dem Vorbild der USA Hohn. Die Argumente

des Taxigewerbes dabei als „Pöbelei“ zu bezeichnen, wie

Eckart Diepenhorst es tut, passt in das Portfolio und erinnert an

den Ausspruch des früheren Uber-CEO Travis Kalanick, dass der

„Feind ein Arschloch namens Taxi“ wäre. Und während der Sklaventreiber

Uber keinen Cent Gewinn erwirtschaftet, verfügt Herr

Kalanick bereits über ein Privatvermögen von 5,8 Milliarden

Dollar.

Wer sich als Pfannkuchen ausgibt, wird als solcher aufgefressen,

und wem diese Vorstellung gefällt, der wird weiterhin Aufträge

für mytaxi annehmen.

UNTERSTÜTZUNG VOM STÄDTETAG

Alleine die Aussagen des Geschäftsführers des Deutschen Städtetages,

Helmut Dedy, wecken Hoffnung. Demnach möchten die

Kommunen die Rückkehrpflicht mehrheitlich beibehalten. Während

sich in Berlin jedoch der Regierende Bürgermeister hinter

das Taxigewerbe stellt, habe ich von seinem Amtskollegen in München

zur desaströsen Lage, in welcher sich unser Gewerbe hier

befindet, noch nichts vernommen. Vielleicht liegt es daran, dass

die Bayerischen Motorenwerke mit 39.000 Arbeitsplätzen der

größte private Arbeitgeber in unserer Stadt sind?

Als es 2015 um die katastrophalen Bedingungen in der Flüchtlingsunterkunft

in der Bayernkaserne ging, eine Seuche war dort

ausgebrochen, bewies Dieter Reiter Moral und Haltung. Er erklärte

die Angelegenheit zur Chefsache. In Berlin, Bremen oder Nürnberg

stehen die dort regierenden Sozialdemokraten geschlossen

hinter ihrem Taxigewerbe. Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen.

Als Gewerbesteuerzahler erwarte ich von der Politik, dass sie

sich entschieden gegen die Heuschrecken an zu erwartenden Mietwagenverkehren

und den sozialen Kahlschlag, der daraus zu

erwarten ist, wendet. Taxiunternehmer Horst Wiegand (hw)

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UNTER-

STÜTZER

DES TAXI-

GEWERBES

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TAXI JULI / 2019

25


LESETIPP

GEZEICHNETE

PARADIES-

ERLEBNISSE

In einem umfangreichen Werk hat der Illustrator und

Teilzeit-Taxifahrer Frank Schmolke den bunten Alltag

eines Taxifahrers skizziert. Herausgekommen ist eine

utopische Novelle, in der kein Platz für Farbe ist.

Schmolkes Biografie ist eng mit dem

Taxigewerbe verbunden. Fast dreißig

Jahre lang hat der gebürtige

Münchner in unregelmäßigen Abständen

sein Brot mit dem Taxifahren verdient. In

seiner grafischen Novelle erzählt er die

Geschichte von Vincent Kutscher, einem

Taxifahrer mittleren Alters, der als Nachtfahrer

versucht, halbwegs über die Runden

zu kommen.

Auf über 350 Seiten werden

mehr oder weniger typische

Taxisituationen mit

einer ganz eigenen Handschrift

zu Papier gebracht.

Viele der skizzierten Charaktere

in der gezeichneten

Geschichte basieren auf realen

Personen, manche sind

fiktiv. Wo genau sich Realität

und Fiktion treffen, dass

lässt der Autor meist offen.

Nicht aber, wenn er Fahrgäste mit Tierköpfen

darstellt.

Der Grundstein für die Entstehung von

Schmolkes zweitem Werk wurde bereits

2014 gelegt. Damals ist der Illustrator aus

wirtschaftlichen Gründen fast das ganze

Jahr Taxi gefahren, anstatt in seinem

eigentlichen Beruf zu arbeiten. Zur Wiesn

hatte Schmolke dann so viele schräge

Begegnungen, dass er diese in einem Skizzenbuch

festhielt. Sein Ziel war es dabei,

die Menschen ungeschönt darzustellen, so

wie er sie bisweilen völlig unglamourös und

ungefiltert mit einem Hauch von Schweiß

und Alkoholgeruch selbst erlebt hat.

Der Protagonist Kutscher, der sich im

Laufe der Handlung in einer stetigen

Abwärtsspirale in Richtung Zusammenbruch

befindet, stellt sich in

seiner utopischen Welt aber

auch den realen Problemen,

mit denen das Taxigewerbe

aktuell zu kämpfen hat. Auf

den letzten Seiten fragt er

sich selbstkritisch, ob seine

Zeit vorbei ist und ob er mehr

in der Vergangenheit als in

der Zukunft existiert. Selbstfahrende

Autos und auch die

Konkurrenz durch Fahrtenvermittler

wie Uber machen

der Hauptfigur zu schaffen. Zum Glück hat

das Taxigewerbe nicht, wie Schmolkes

Erzählfigur, den Mut verloren und kämpft

weiter für einen fairen Wettbewerb mit den

‚neuen‘ Mobilitätsdienstleistern. Vielleicht

ein Stoff für Schmolkes nächstes Werk, welches

dann sicherlich mit mehr Optimismus,

aber garantiert nicht mit weniger

Spannung auskommen würde. sg

Der Illustrator Frank Schmolke

fing in den 80er-Jahren

mit dem Taxifahren an.

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

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E-Mail: info@taxi-times.taxi

Internet: www.taxi-times.taxi

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

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Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

V. i. S. d. P.: Jürgen Hartmann (jh),

Simon Günnewig (sg)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Tom Buntrock (tb), Horst Wiegand (hw)

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Martina Jacob

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 695 665 936

Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 92

Fax: +49 (0)89 / 14 83 87 89

Druck

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25,

D-34253 Lohfelden

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, Jahres-Abo 28 € (inkl.

MwSt. und Versand)

ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

Taxi Times Berlin

Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten

im Sinne des Presserechtes selbst

verantwortlich sind.

FOTOS + ILLUSTRATIONEN: Frank Schmolke

26 JULI / 2019 TAXI


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Nettodarlehensbetrag 33.430,89 €

Gesamtbetrag 44.799,84 €

Frachtkosten 980,00 €

Die Taxi-Spezialisten für München

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Telefon: 089 / 54 71 77 211

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Neumarkter Straße 80

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1) Unverb. Preisempf. des Herstellers/Importeurs. 2) Ein Angebot der Lexus Financial Services (ein Geschäftsbezeichnung der Toyota Kreditbank GmbH) Toyota Allee 5, 50858 Köln, Laufzeit 60 Monate, Laufleistung 40.000km/Jahr, Sollzins geb. p.a. 2,95%, eff.

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